Wolves of Freedom
WoF
Tirakani Amar

Die Entstehung des Rudels liegt beinahe ein Wolfsleben zurück und tatsächlich sind viele der ehemaligen Mitglieder bereits zu den Sternenlanden aufgestiegen. Das ist die Welt, in der die Toten weiter leben, wenn sie ihr irdisches Leben hinter sich gelaßen haben, zumindest glauben viele Wölfe daran, daß ihre Lieben sie von dort noch beobachten können und auf sie acht geben. Mein Name tut wenig zur Sache, ich bin keine wichtige Figur in dieser Geschichte, aber ich bin der einzige, der alles gesehen hat und von allem berichten kann. Als wir jung waren, schienen wir zu glauben, daß wir alles schaffen können. Wir waren Fremde und kamen zusammen, um zu einer riesigen Gemeinschaft anzuwachsen. Wir waren naiv, waren verträumt und jeder Tag war ein Abenteuer. Im Frühjahr erblickten viele neue Leben das Licht der Welt und in uns wuchs der Mut, wuchs die Freude und gleichzeitig wurden wir langsam erwachsen. Wir waren alle keine Superhelden und das Leben hat uns kompromißlos seine Lektionen erteilt. Es hat uns Verlust gelehrt und Neubeginn, es hat uns Schönes gegeben, nur, um es wieder von uns zu nehmen. Aber so ist das, im Leben, oder? Nichts ist gewiß, nichts ist uns sicher, außer, daß es immer einen neuen Morgen gibt, bis es eben keinen mehr gibt. Du kannst gerade alles verloren haben und doch geht die Sonne wieder auf und nichts ändert sich in der Welt, die für dich gerade völlig zusammen gebrochen ist. Wir haben harte Winter gemeinsam durchgestanden. Die verschiedensten Wölfe haben uns begleitet. Sterbende brachten uns ihre Lieben, um sie in unsere Obhut zu geben. Außenseiter fanden bei uns eine Familie und Einzelgänger entdeckten ihren Wunsch nach Gemeinschaft erneut. Vermeintlich böse Wölfe wurden treue Freunde und Welpen wurden Erwachsen, während neue geboren wurden. Wir haben unser Zuhause verloren, haben uns aus den Augen verloren und wieder gefunden. Immer wieder. Kaum jemand blieb für immer verloren, weil wir bemüht waren, zusammen zu bleiben. Viele von uns waren gar nicht verwandt, aber wir waren eine Familie. Und wieder und wieder wechselten die Mitglieder. Jungwölfe wurden Erwachsen, bekamen selbst Nachwuchs und wir blieben heimatlos, auf einer langen Reise. Manche von uns haben alles geopfert, oder sind ihren Partnern zu den Sternen gefolgt. Wir haben unsere eigenen Nachkommen zum Nachthimmel gesungen und wir haben alle schon einmal aufgegeben. Wir sind alle irgendwann einmal verzweifelt, sind an uns selbst gescheitert und wieder weiter gegangen. Wir haben alles verloren und alles gewonnen und solange wir noch nicht am Ende unserer Reise angekommen sind, werden wir weiter gewinnen und verlieren. Wir sind durch die Reviere der Menschen gewandert, sind vor ihnen wieder und wieder geflohen. Wir haben gejagt und wir wurden gejagt. Wir wurden gefangen und gewannen unsere Freiheit wieder. Wir haben so viele Gebirge durchquert, so viele Gipfel erstürmt und sind an vielen Ozeanen vorbei gekommen. Wir haben unzählbar viele Seen gesehen und sind allerlei Flußläufen gefolgt. Manche behaupten, der Wind hätte uns den Weg geleitet, andere glauben, daß das Schicksal uns führte. Wir haben Krankheiten gesehen und haben versucht, gemeinsam gesund zu werden. Wir haben den zugefrorenen Ozean überquert, ohne es zu merken und Kontinente durchwandert, die uns völlig fremd waren. Wir haben trockene Sommer überstanden und es geschafft, durch Gegenden zu reisen, in denen wir kaum Nahrung fanden. Wir haben gesucht. Frohen Mutes, voller Verzweiflung, abenteuerlustig und resigniert. Wir sind angekommen und ruhelos geblieben, haben gelernt, was Heimat bedeutet und sie doch nicht gefunden. Wir waren dort, im gelobten Land und sind doch vertrieben worden. Wir sind zerbrochen und haben uns wieder zusammen gesetzt, wir sind ertrunken und haben doch überlebt. Wir haben uns lebendig gefühlt und sind tausendfach gestorben. Aber wir sind wir selbst geblieben, ganz gleich wie oft wir jemand anders waren und uns verändert haben. Wir sind nicht einfach irgendwer. Wir sind die Tirakani Amar und der Wind und die Freiheit flüstern unsere unsterbliche Legende. Denn ganz gleich, wie oft wir dem Tod ins Auge geblickt haben, wir sind noch hier. Wir haben immer wieder neu angefangen, uns auf die Pfoten gekämpft und jetzt stehen wir am Beginn einer Reise, die noch viel größer ist, als die, die wir bereits Seite an Seite bestritten haben. Wir geben niemals auf. Wir sind die Wölfe der Freiheit und die, die uns im Herzen tragen, sind zahllos. Werde auch du ein Teil von uns...









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