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Lijenna
Lillyan Caesar






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Wolfsträumer

Das Weltentor Mandri
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Für Kyro und Yavru war das Wasser gerade noch so kalt gewesen, dass es ihnen den Atem geraubt hätte, hätten sie sich nicht ohnehin unter der Eisdecke befunden. Die Strömung riss die beiden und auch viele andere Wölfe mit sich fort. Während die Lungen mit jedem Herzschlag heftiger zu brennen begannen und nach Luft gierten, merkten die beiden womöglich nicht einmal, wie das Wasser warm wurde und die Finsternis die sie umgab verschwand. Eine kräftige Welle warf die beiden Wölfe an den Strand. Nicht weit von ihnen entfernt landete - wie aus dem Nichts auftauchend - Laelia auf einer Düne und verlor augenblicklich den Halt, als ihre Pfoten wegknickten und die junge Fähe den Hügel zum Strand hinunter purzelte. Wenn die drei Weltfremden ihre Augen öffnen, sehen sie einen rotgefärbten Himmel, als wäre die Sonne gerade hinter dem Horizont verschwunden. Die Sterne sind bereits deutlich zu sehen, auch wenn der ganze Himmel vom sanften Rot erfüllt zu sein scheint. Statt Sand unter ihren Pfoten zu spüren, fühlen die Wölfe eine Art sehr feines Gras, jeder Halm so dünn wie ein einzelnes Haar. Ein seltsames Zirpen erfüllt die Luft.

Kyro strandete. Sein Körper wurde gerade noch vom Wasser getragen, als dieses seinen halb bewusstlosen Leib ans Ufer warf und der Aufprall ihm das Wasser aus den Lungen trieb, sodass er wie ein Erstickender Atem holte. Er keuchte, fühlte sich benommen und doch war im selben Augenblick ein einziger Gedanke in ihm, den er in die fremde Welt hinaus schrie: "RESZANI!", entfuhr es ihm und direkt danach: "ASZIRA?!" Beide Namen wurden von Husten begleitet, während er sich wacklig auf die Beine kämpfte und versuchte, seine Umgebung wahrzunehmen. "Reszani!", rief er erneut, noch ehe er überhaupt klar sehen konnte.

Laelia rappelte sich auf, durch den Sturz etwas benommen. Gleich danach erkannte sie allerdings, dass sie selbst es noch besser getroffen hatte als die anderen, die sich gerade japsend an den Strand schleppten. Ihr größtes Problem war das Gefühl, ein maulvoll Sand in den Ohren zu haben. Aber wo waren sie hier? Nach einem bekannten Objekt suchend ließ sie den Blick über ihre Umgebung schweifen, konnte jedoch nichts erkennen, was ihr auch nur im entferntesten bekannt erschien. 'Das kann warten', dachte sie bei sich und lief zu den Wölfen, die irgendwie in das Meer geraten waren.

Yavru bekam Panik, als das Meer in immer weiter in die Tiefe zog. Er bekam keine Luft mehr! Er würde ertrinken! Als es ihm schon schwarz vor den Augen wurde, spuckte das Meer ihn endlich wieder aus. So wie es es schon mal mit ihm gemacht hatte. Und wie es es davor mit seiner Mutter gemacht hatte Angestrengt rappelte er sich auf. „Papa?“, fragte er. Doch sein Vater war nirgends zu sehen. Er schaute sich um und sah, dass er wenigstens nicht ganz alleine war. Ganz in der Nähe befand sich Kyro, den das Meer ebenfalls angespült hatte. Yavru hörte, wie dieser nach Reszani und Aszira rief, doch auch von diesen beiden war keine Spur zu sehen.

Kyros Sicht wurde endlich wieder klarer, sodass er zu Yavru hinüber lief und sich bei diesem aufmerksam umsah, ohne den Jungwolf zu beachten. "RESZANI!?", schrie er über den Strand hinweg und verschwendete keine Gedanken an die seltsam anmutende Gegend. Sie waren allein. Kein anderer Wolf war hier! Er blickte auf das Meer hinaus und schrie so laut, dass seine Stimme zu brechen drohte und seine Kehle brannte. "RESZANI! ASZIRA!?" Das blanke Entsetzen schwang in diesen beiden Namen mit. Und Panik.

Laelia brauchte einen Moment, um zu verstehen, warum Kyro so ein Drama machte. Er war offensichtlich mit Aszira und Reszani zusammen gewesen... richtig, da war Laelia ja auch gewesen! Sie hatte schon ganz vergessen, was in der "richtigen" Welt passiert war, bevor sie hierher gekommen waren. Es wirkte alles so weit weg... Auf jeden Fall schin Kyro jetzt zu denken, dass die beiden auch hier irgendwo sein mussten. Was ja nicht so war, zumindest waren sie ja auch nicht alle gemeinsam in der Lichtwelt gewesen. "Sie sind nicht hier!" rief sie, da sie nicht weiter zusehen wollte, wie Kyro sich die Lunge aus dem Leib schrie.

Yavru beobachtete, wie Kyro auf seiner Suche nach Reszani und Aszira an ihm vorbei lief, ohne ihn zu beachten. Yavru beachtete den Rüden hingegen durchaus, und dessen Panik verstärkte seine eigene noch. Wenn Kyro nicht in der Lage war, die Wölfe, die er verloren hatte, zu finden, wie sollte Yavru dann seine Eltern wieder finden? Er versuchte, sich zu beruhigen und nachzudenken. „Vielleicht hat das Meer uns weggetrieben und die anderen sind irgendwo anders am Ufer? Wir müssen zu ihnen zurück laufen.“ Er wusste nicht, ob Kyro ihn überhaupt wahrnahm, aber er sagte es ohnehin mehr zu sich selbst. Doch plötzlich bemerkte er, dass noch ein anderer Wolf hier war und vom Land her auf sie zu kam. „Laelia?“, rief er überrascht.

Kyros Kopf flog herum zu der bekannten Stimme, die zwar keinesfalls Reszani gehörte, aber immerhin das Überleben von irgendwem oder einer Gruppe signalisierte. Als er den Sinn der Worte erfasste, hätte er Laelia dafür am liebsten in Stücke gerissen und das einzige, was ihn davon abhielt, war die Erschöpfung, die sich in seinen Gliedern ausgebreitet hatte. Er schaffte es gerade noch so, zu stehen. Sein Blick glitt am Ufer entlang, in beide Richtungen. Nichts rührte sich. Keine entfernte Gestalt. Nichts. Mit müden und gebrochenen Augen suchte er das Meer ab, aber auch dort tauchte nirgendwo ein Wolfskopf auf. Niemand. Warum war er nicht einfach auch gestorben?

Laelia war sich nicht mehr sicher, ob sie das richtige gesagt hatte, als sie Kyros Reaktion sah. "Hallo Yavru!", begrüßte sie den anderen kurz, bevor sie sich an Kyro wandte. "Aber dass sie nicht hier sind ist nicht schlecht", beeilte sie sich, die Sitation zu erklären. "So komisch es auch klingt: wir sind hier in einer anderen Welt, und die zwei sind einfach nicht mitgekommen. Sie sind wahrscheinlich immernoch dort, wo du sie zurückgelassen hast"

Yavru brauchte eine Weile, bis er Laelias Worte verstand. Die anderen waren nicht hier. Seine Eltern wohl auch nicht. Aber wo waren sie dann? Er wollte gerade fragen, da setzte Laelia von sich aus zu einer Erklärung an, wenn auch Kyro gegenüber. Doch Yavru hörte dennoch aufmerksam zu. Was er hörte, verwirrte ihn jedoch mehr, als dass es ihm half. Eine andere Welt? Er verstand nicht, was sie meinte. Doch was sie danach sagte, verdrängte den Gedanken, nachzufragen, was es mit dieser anderen Welt auf sich hatte. Wo sie sie zurückgelassen hatten? „Heißt das, meine Eltern treiben immer noch irgendwo im Wasser?“ Die Vorstellung, dass seine Eltern gerade ertranken, während er weit weg war, war so schrecklich, dass er gar nicht daran dachte, dass Laelia eigentlich gar nicht mit ihm redete, sondern mit Kyro.

Kyro hatte keinen Kopf für dieses Gerede. Laelias Worte prallten an ihm ab. Er nahm die Jungwölfin nicht für voll, genauso wenig wie ihren Tröstversuch. Wenn Reszani und Aszira noch dort waren, wo er sie zurück gelassen hatte, waren sie tot. Und er war in der Hölle. Ein zynischer Gedanke schlich sich in die Leere, die sich in ihm ausgebreitet hatte. Wie ein Schutzmechanismus. Er war in der Hölle. Und diese bestand aus Yavru und Laelia. Traumhaft. Schlimmer hätte es wirklich kaum werden können. Müde schleppte sich Kyro an den Strand und ließ sich dort ins sandfarbene Gras - oder was auch immer - fallen. Konnte nicht einfach ein Stein vom Himmel fallen und ihn erschlagen?

Xanthara war durch die Rufe auf das Geschehen am Ufer aufmerksam geworden. Mit kräftigen Sprüngen näherte sich die kleine Wölfin den Eindringlingen. Sie verabscheute Besucher. Und ständig kamen irgendwelche Idioten durch das Weltentor. Hilflos, dämlich und unwissend waren sie alle miteinander! Und sie musste jeden einzelnen von ihnen Babysitten! Schon unzählige Male wäre sie beinahe getötet worden. Nichts worauf sie besonders viel Lust hatte. Sie wollte nach dieser Strafe irgendwann in ihre Heimat zurück! "Hey, ihr da!", begrüßte sie die drei Fremden, als würde sie diese ausschimpfen wollen. "Das hier sind die Abendlande von Mandri. Kein Ort um zu verweilen. Lernt und geht. Am besten ihr fangt sofort damit an!"

Laelia hatte nicht das Gefühl, dass Kyro ihm zuhörte. Gleichzeitig nahm sie Yavru nicht so wirklich wahr, was ganz sicher nicht fair war. Obwohl sie am liebsten dem alten Wolf hinterhergestapft wäre, als sich dieser von ihnen entfernte, zwang sie sich dazu, zuerst auf Yavrus Probleme einzugehen. "Nein, das glaube ich nicht. Entweder, sie krabbeln gerade an Land - irgendwo weit entfernt von hier - oder die Zeit ist dort stehen geblieben. Das werden wir erst erfahren, wenn wir wieder dorthin kommen." Sie wusste, dass das absolut komisch klang, doch es war das, was sie wirklich glaubte. Mit dem Gefühl, ihrer Pflicht Yavru gegenüber fürs erste nachgekommen zu sein, ging sie zu Kyro. "Ich weiß, dass ich klein bin, aber es ist nicht gerecht, mich einfach so zu ignorieren." Das Wissen, dass hier niemand war außer ihnen drei ließ sie sich stark fühlen. "Schließlich bin ich diejenige, die etwas weiß. Da könntest du mir wenigstens zuhören." Laelia vernahm plötzlich eine Stimme hinter ihnen und drehte sich um. Da war noch ein Wolf! Vielleicht war er ja so wie der weise Wolf von Caeluci. "Hallo!", begrüßte sie die Wölfin freundlich, ungeachtet dessen, wie unhöflich sie gerade angeredet worden war.

Yavru verstand nicht so wirklich, was Laelia ihm da erzählte. Und das mit der stillstehenden Zeit wollte er sich auch lieber nicht so genau ausmalen. Er wollte nicht darüber nachdenken, ob es nicht vielleicht sogar besser war, zu ertrinken, als auf ewig in den Momenten davor gefangen zu sein. Laelia wandte sich unterdessen Kyro zu, doch der schien immer noch keine wirkliche Notiz von ihr zu nehmen. Lag es daran, dass Kyro sich ohnehin nichts von Jungwölfen sagen ließ, oder war er noch so sehr in Panik, dass er sie nicht einmal bemerkte? Letztendlich war es gleichgültig. „Wenn die anderen wo anders sind, müssen wir sie suchen!“ Er bezweifelte zwar, dass Kyro ihn mehr beachten würde als Laelia, aber er hoffte, dass zumindest diese ihm zuhören würde. Die fremde Fähe bemerkte er erst, als sie sie ansprach. Auch hier verstand Yavru nicht wirklich, was sie genau meinte, aber der grobe Inhalt schien ihm klar. „Es tut uns Leid, das wir in deinem Revier sind, aber es ist keine Absicht. Das Meer hat uns angespült. Wir wollen hier auch nicht bleiben, sondern suchen den Rest unseres Rudels.“

Kyro verdrehte innerlich die Augen, über das komische Gerede von Laelia. Hatte diese irgendwelche Pilze gefressen? Nichts von dem, was die Jungwölfin sagte, ergab irgendeinen Sinn. Als sie zu ihm trat und begann, sich aufzuspielen, reizte ihn ihre vertrottelte Art bis aufs Blut. Er hatte keinen Nerv dafür, sich wirres Zeug anzuhören. Als er die Jungfähe gerade packen wollte, tauchte eine fremde Wölfin auf und er sprang auf, aber statt seine Zähne in Laelias Fleisch zu bohren, fletschte er die Zähne in Richtung der Unbekannten.

Xanthara verzog unwillkürlich das Gesicht. Sie war in etwa so begeistert von Kyro, wie dieser von ihr. Was die beiden Jungtiere anging, so hielt sie alle Tiere, die noch selbst keine Jungen bekommen hatten, für unerträglich. Xanthara selbst präsentierte sich nicht bedrohlich oder aggressiv. Sie war eher genervt und gelangweilt. An Größe überragten sie die drei Gäste. Hinzu kam, dass sie nicht gerade eine Schönheit war. Ihre Haltung wirkte wie die einer alten Fähe, gekrümmt. Das Fell war struppig, wenn auch nicht dreckig, aber es wirkte trotzdem ungepflegt. "Ja... das Meer hat euch angespült, der Himmel hat euch ausgespuckt, die Steine haben euch geboren... ist mir alles egal. Seht einfach zu, dass ihr hier lernt, was es zu lernen gibt und im nächsten Tor verschwindet, das auftaucht."

Laelia plusterte sich ein wenig auf. Wieso waren gerade alle so unfreundlich? Langsam aber sicher wurde sie auch genervt. Sie wusste nicht, was sie sich erwartet hatte, als sie durch das Licht gegangen war, aber ganz sicher nicht, von lauter unfreundlichen Wölfen umgeben zu sein. "Ja, gut, wenn wir uns um uns selber kümmern sollen dann kannst du doch auch wieder gehen, oder?" Das wenig einladende Bild der Wölfin machte nur wenig Eindruck auf Lae. Die junge Wölfin hatte offensichtlich schon genug erlebt und außerdem vertraute sie darauf, dass Kyro im Notfall an ihrer Seite stehen würde. "Ich verstehe überhaupt nicht, was mit euch allen los ist. Wir sind jetzt hier und daran kann man nichts ändern. So schnell werden wir wahrscheinlich auch nicht irgendwo anders hinkommen."

Yavru verstand immer noch nicht, was die kleine fremde Fähe mit dem Tor, dass auftauchen sollte, meinte, und was es hier zu lernen geben sollte. Aber was er verstand, war, dass sie sie nicht hier haben wollte. „Wie gesagt, wir wollen hier gar nicht bleiben.“ Obwohl es hier ganz schön war. Überhaupt nicht so kalt und vereist wie da, wo sie ins Eis eingebrochen waren. Und das Gras unter seinen Pfoten fühlte sich seltsam an, fast wie Fell. Zudem war der Himmel rot gefärbt, aber das konnte auch daran liegen, dass die Sonne gerade auf- oder unterging. Irgendwie hatte er jedes Zeitgefühl verloren und wusste nicht, ob es Abend oder Morgen war. Aber egal wie schön es hier war, sie mussten los, seine Eltern suchen, und all die anderen Wölfe, die hoffentlich tatsächlich noch am Leben waren und nun bestimmt auf sie warteten! Doch Laelia schien dem widersprechen zu wollen. „Wieso sollten wir nicht wo anders hinkommen? Wir laufen einfach den Strand entlang, bis wir wieder da sind, wo die anderen noch sind.“ Angesichts der Tatsache, dass es hier so anders war als dort, würden sie vermutlich sehr lange laufen müssen. Doch das hieß nur, dass es umso wichtiger war, nicht länger herumzutrödeln.

Kyro hatte keine Geduld für noch mehr wirres Gerede. Und das Drängen von Yavru half auch nicht gerade, seine Laune zu heben. Nicht mal ausdiskutieren wollte er das Ganze. Einem Impuls folgend, lief er einfach davon. Erst mit ein paar ausladenden Sprüngen, dann rannte er die Düne hinauf. Yavru und Laelia waren nicht sein Problem. Nicht, wenn Reszani und Aszira ertrunken waren.

Xanthara hatte sich angespannt, während sie den ältesten der Wölfe beobachtet hatte, aber als dieser davon lief, blieb sie nur verdattert zurück. So schnell war selten jemand ihrer Anweisung nachgekommen. Gut! Dann mussten nur noch diese Jungwölfe hinterher laufen und schon war sie arbeitslos!

Laelia gefiel die ganze Sache immer weniger. Kyro wollte weglaufen? Gut, das konnte sie auch! "Ich gehe. Willst du mitkommen, Yaru? Ich könnte dir dann später in Ruhe nochmals alles erklären, wenn du willst. Ich habe auf jeden Fall keine Lust, Kyro hinterher zu laufen. Papa hat immer gesagt, man solle Altwölfe in Ruhe lassen, wenn sie das wollen. Das sei nervig, und es sei nicht gut, Altwölfe zu nerven." Dass sie gerade auf Kyro Rücksicht nehmen wollte, war zwar einfach gelogen, aber es wirkte irgendwie besser.

Yavru war überrascht, dass Kyro plötzlich ohne etwas zu sagen loslief. Vielleicht war er zur Vernunft gekommen und wollte nun ebenfalls so schnell wie möglich die anderen suchen? Aber warum lief er dann vom Wasser weg? Vielleicht suchte er eine Abkürzung? Yavru hatte sich gerade entschieden, Kyro zu folgen, da sprach Laelia ihn an und forderte ihn dazu auf, mit ihr zu kommen. „Gut, ich komme mit.“ Am besten wäre es sicherlich, wenn sie alle drei zusammen blieben, zumal Kyro sich am besten verteidigen könnte, wenn sie weiteren unfreundlichen Wölfen begegnen sollten. Aber wenn der alte Rüde selbst für seine Maßstäbe so seltsam gelaunt war, war es vielleicht wirklich am besten, ihn in Ruhe zu lassen. Er würde sie bestimmt wieder einholen, sobald er sich beruhigt hatte. Und besser als untätig rumzustehen war es auf jeden Fall, zumal die kleine, nicht gerade schöne Fähe ziemlich deutlich gemacht hatte, dass sie keine Besucher in ihrem Revier mochte.

Kyro lief die Düne hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter. Etwas befremdet betrachtete er die ziemlich merkwürdige Welt, auch wenn er sich nicht weiter mit ihr aufhalten wollte. Das Zirpen, das ein ständiges Hintergrundgeräusch gewesen war, wurde hier lauter und nach einer Weile erkannte er auch, was es verursachte. Irg! Er lief einfach weiter, während ihn die Pflanzen irgendwie belästigten. Und ihm auf die Pelle rückten!

Xanthara betrachtete die Jungtiere zunehmend unsicher. Wieso liefen diese nicht einfach dem anderen Wolf nach? Musste sie nun Babysitten? Für den Moment stellte sie sich tot. Womöglich fuhren die zwei dann mit ihrem Plan fort und ließen sie einfach stehen. Dann musste sie sich nicht weiter um die Gäste kümmern.

Laelia begann, in die entgegengesetzte Richtung von Kyro dem Strand entlangzutrotten. Ein wenig mulmig war es ihr schon im Bauch, schließlich war sie noch nie so wirklich auf eigene Faust in einem ihr unbekannten Gebiet losgezogen. Nach ein paar Schritten blieb sie stehen und sah nocheinmal zu der unfreundlichen Wölfin zurück. Sie stand immer noch da, wo sie zuvor gestanden hatte. Es widerstrebte Laelia zwar, sich an sie zu wenden, aber plötzlich hatte sie Hunger. Und sie hatte hier noch nirgends Beute gesehen oder gerochen. 'Da kann man nichts machen.' Sie wandte sich um und ging wieder ein paar Schritte zurück. "Weißt du, wo ich hier am schnellsten was zu Fresesn erbeuten könnte?"

Yavru folgte Laelia. Doch diese bewegte sich für seinen Geschmack viel zu langsam und zögerlich. So würden sie nie bei seinen Eltern ankommen! Am liebsten hätte er sie aufgefordert, sich gefälligst zu beeilen, doch angesichts der ohnehin schon viel zu schlechten Stimmung hielt er sich zumindest vorerst zurück. Doch dann blieb Laelia ganz stehen und ging sogar wieder ein paar Schritte zurück! Und gerade, als er nun doch etwas sagen wollte, wandte Laelia sich an die fremde Fähe und fragte sie tatsächlich, wo es hier Beute gab! Natürlich mussten sie etwas fressen, aber das würde sich unterwegs schon finden. Und die kleine, ungepflegte Fähe um Rat zu fragen, wo man hier – in ihrem Revier – etwas jagen könnte, wo sie doch deutlich gemacht hatte, dass sie hier keine Fremden haben wollte, war eindeutig keine gute Idee. „Komm, wir finden unterwegs schon etwas.“ Der fremden Fähe warf er hingegen einen wie er hoffte entschuldigenden Blick zu. Es fehlte gerade noch, dass Laelia durch ihre Naivität doch noch einen Streit vom Zaun brach.

Xanthara erstarrte, als sie angesprochen wurde. Sie war gerade der Hoffnung erlegen, sich gekonnt unsichtbar gemacht zu haben. Wieso wurde sie etwas gefragt? "Kommt drauf an, was ihr so... fresst...", antwortete sie gedehnt.

Laelia entschied, es als positive Sache zu nehmen, dass die Fähe überhaupt antwortete. "Fleisch. Hasen. Oder was größeres. Was frisst du denn so?" Die Frage überraschte sie. Und sie merkte, dass Yavru ungeduldig wurde. Sie verstand, weshalb er so war - er hatte wohl immer noch nicht verstaden, dass sie ganz wo anders waren. Sie wandte sich kurz zu ihm "Es ist wichtig, dass wir herausfinden, was wir fressen können. Dieses Land hier ist ganz anders als dem, aus dem wir kommen. Es kann sein, dass es hier gar nichts normales zu fressen gibt. Deswegen müssen wir sie fragen." Hoffentlich würde er wenigstens das als Erklärung akzeptieren!

Yavru stellte erleichtert fest, dass die Fähe Laelias Frage zumindest nicht allzu übel genommen hatte, auch wenn die Gegenfrage fast schon ein wenig gruselig klang. Sie würde ja wohl wissen, was Wölfe fraßen? Irgendwovon musste sie ja schließlich auch leben. Letzteres sprach Laelia dann, naiv, wie sie war, auch tatsächlich so aus. Er konnte jetzt nur noch hoffen, dass Laelia sich nicht um Kopf und Kragen redete, denn zu versuchen, das Gespräch zu unterbrechen, war jetzt wohl noch ungeschickter, als es einfach laufen zu lassen. „Ja, es ist hier anders, aber wir werden schon was finden.“ Sie waren doch keine Welpen mehr, denen man erst erklären musste, was essbar war! „Irgendetwas wird es hier schon geben.“ Laelia hatte doch selbst bemerkt, das die fremde Fähe hier ja auch Nahrung finden musste.

Xanthara schien etwas einzufallen. Oh. "Ach, Erdlinge... aus Gaia... natürlich." Dumme Frage was die fraßen. "Ja, also... Pelzlinge könnt ihr fressen. Ist zwar mehr Pelz als Fleisch, aber es gibt mehr als genug." Sie betrachtete die beiden Jungtiere zweifelnd. "Ich persönlich ernähre mich von Röten. Ihr werdet wissen, was ich meine, wenn ihr ihnen begegnet. Lasst euch nicht stechen."

Laelia legte den Kopf leicht schief. "Pelzlinge? Gaia? Erdlinge?" Sie dachte kurz nach. Ja, Erdling klang gar nicht so falsch. Schließlich bezeichneten sie ihre Welt doch selber als Erde, richtig? "Also, ja, ich glaube, wir sind Erdlinge. Hast du denn schon andere wie uns getroffen? Und können wir auch solche Röten fressen?" Ihre Neugierde ließ sie vergessen, dass die Wölfin ja eigentlich genervt gewesen war und Laelia sich deswegen vorgenommen hatte, nicht mehr mit ihr zu sprechen als nötig. "Vergiss es. Danke für die Information, wir behelligen dich nicht länger." Offensichtlich gab es hier auch Tiere mit Fell, die passend waren. Und diese Röten, die wahrscheinlich auch genießbar waren. Außerdem hatte Yavru wohl recht, irgendwas würden sie schon finden. Laelia warf einen letzten Blick auf die Wölfin und drehte sich dann um.

Yavru verstand schon wieder nicht, was die fremde Fähe sagte. Erdlinge? Gaia? Langsam bekam er den Verdacht, dass die Kleine womöglich nicht mehr ganz normal im Kopf war. Vielleicht war sie hier schon so lange alleine, dass sie nicht mehr mit der Gesellschaft anderer Wölfe zurecht kam. Aber vielleicht war es auch andersherum: Sie war hier alleine, weil sie so seltsam war und niemand mit ihr zu tun haben wollte. Aber immerhin schien sie bemüht, eine Auskunft zu geben, wenn auch immer noch deutlich genervt. Doch auch das war nicht besonders hilfreich, denn Yavru hatte keine Ahnung, was ein Pelzling war. Hatte die Fähe vielleicht während ihrer Einsamkeit manche Wörter vergessen und sich einfach neue ausgedacht? Ein Pelzling war offensichtlich pelzig, und vermutlich recht klein, wenn nicht viel Fleisch dran war. Aber egal was es war, Hauptsache essbar. Und was Röten waren, wollte er so genau gar nicht wissen. Denn anscheinend schien es Wölfen, die es fraßen, nicht allzu gut zu bekommen. Nicht, dass er auch noch wunderlich im Kopf wurde! Immerhin reagierte Laelia auf seine Aufforderung und machte Anstalten, den Weg fortzusetzen.

Xanthara sah kurz etwas unschlüssig, wenn nicht gar schockiert aus. Sie machte ein paar Schritte auf die Jungtiere zu. "Also Röten solltet ihr nicht fressen, wenn ihr sowas normalerweise auch nicht fresst.", befand sie. "Jeder sollte immer nur ungefähr das fressen, was er sonst frisst. Ihr könnt ja auch nicht einfach behaupten, ihr fresst jetzt Licht und dann davon satt werden. Ihr würdet verhungern! Und ihr könnt auch nicht einfach Bäume essen, weil ihr dann auch sterben müsst." Und sie ging mal davon aus, dass sie ärger bekam, wenn Gäste starben. Es war aber auch noch nie jemand auf die Idee gekommen, Röten zu fressen!

Yavru kam die Fähe immer verrückter vor. Zwar ernährten sich unterschiedliche Tiere von unterschiedlichen Dingen, aber was ein Wolf fressen konnte, konnte doch auch ein anderer Wolf fressen! Er hatte noch nie gehört, dass es Wölfe gab, die sich von Dingen ernährten, die andere Wölfe nicht fressen konnten. Ein Wolf wusste doch instinktiv, was fressbar war, und was nicht. Und das Bäume ebenso wie Licht eindeutig zu letzterem gehörten. Ganz davon abgesehen, dass man bei den unverständlichen Ausdrücken der Fähe ohnehin unmöglich sagen konnte, ob sie normalerweise „Pelzlinge“ fraßen, aber keine „Röten“. Ein Wunder, dass Bäume bei ihr tatsächlich Bäume hießen und nicht etwa Blattlinge oder so. Er wusste, dass es besser wäre, zu gehen, als sich doch noch in ein Gespräch verwickeln zu lassen, aber er konnte es sich einfach nicht verkneifen, nachzufragen: „Aber du frisst doch auch Röten? Und du bist doch auch ein Wolf, also können Wölfe Röten fressen, ohne zu sterben.“ Er rechnete allerdings nicht mit einer sinnvollen Antwort. Bestenfalls würde die Fähe ihnen noch mehr unverständliche Begriffe an den Kopf werfen, die vermutlich nur in ihrer Phantasie existierten.

Laelia fand das nun auch etwas seltsam, dass sie keine Röten fressen durfte. Natürlich hätte sie verstanden, dass sie sich anders ernähren sollte wie die Wölfin, wenn diese nun ganz anders ausgesehen hätte... aber die Wölfin war weder grün, noch hatte sie überdimensionale Ohren oder so. Nein, sie sah einfach wie eine ganz gewöhnliche, etwas ungepflegte Wölfin aus. Aber offensichtlich hatte Laelia da falsch gedacht. "Ist es denn gefährlich, was zu fressen, was man sonst nicht frisst? Schließlich ... würde ich Licht fressen, würde mir nicht viel passieren. Eigentlich würde gar nichts passieren, ich würde halt eben auch nicht satt werden."

Xanthara baute sich ein bisschen auf. Als große, erfahrene, erwachsene Wölfin, die sie doch war! "Es kommt darauf an, an was ein Wolf gewöhnt ist. Wenn Wölfe in Welten geboren werden, in denen es keine Fleischtiere gibt, die sie fressen können, fressen sie etwas anderes. Zum Beispiel Röten. Und dann sind sie seit jeher dazu vorgesehen, Röten und ähnliches zu fressen. Ich fresse keine Pelzlinge. Bin ich nicht gewöhnt. Riecht eklig und ich mags nicht blutig. Das ist nicht meine Welt... nicht mein Leben... Mein Verdauungstrakt kommt mit Röten klar. Röten sind so ähnlich wie das, was es in meiner Heimat so gab. Es gab dort mehr als nur Röten, aber Röten tun es auch. Ich hab mich an Röten gewöhnt."

Yavru verstand, wie schon befürchtet, zunächst einmal gar nichts mehr. Bis ihm Laelias Worte, als sie ihm und Kyro begegnet war, wieder einfielen. Er fragte sie: „Hast du das gemeint, als du gesagt hast, dass wir in einer anderen Welt sind?“ Dann wandte er sich erneut an die Fremde: „Du bist nicht aus unserer Welt, oder? Aber auch nicht von hier?“ Irgendwie wurde ihm schwindelig bei der Vorstellung ganz vieler Welten mit ganz vielen Wölfen, die alle gleich aussahen, aber anscheinend ganz andere Dinge fraßen. Womöglich gab es irgendwo auch Wölfe, die Bäume fraßen. Oder sogar Licht. „Wie kommen wir dann wieder zurück in unsere Welt? Meine Eltern sind noch da. Hoffe ich jedenfalls.“ Erst jetzt, wo die Fähe zwar nicht freundlich, aber doch zumindest ein bisschen umgänglicher geworden war, fiel ihm auf, dass er sich noch gar nicht vorgestellt hatte. „Ich bin Yavru, und das ist Laelia. Und wie heißt du?“

Laelia glaubte, zu verstehen. Offensichtlich waren diese Röten Pflanzen. Was eine seltsame Vorstellung war, denn Laelia fraß ja normalerweise Pflanzenfresser. So gesehen war dieser Wolf vor ihnen auch Beute. Die allerdings sprechen konnte. Seltsam. Gleichzeitig war sie sehr, sehr froh, dass Yavru langsam zu verstehen begann, und dabei hatte ihr diese Wölfin eindeutig geholfen - auch, wenn es wohl nicht ihre Absicht gewesen war.

Xantharas Hoffnungen wurden zerstört. Jetzt wurde ihr doch ein Loch in den Bauch gefragt, so wie immer. Sie tat sich selbst leid. "Ich bin Xanthara. Das hier sind die Abendlande." Sie hatte das bereits erwähnt! "Mandri, heißt die Welt. Mandri ist eine der Torwelten... von Gaia aus landen alle Wesen hier, wenn sie ein Tor passieren. Hier oder in einer der anderen Torwelten. Und von hier aus geht es weiter... Alles steht euch von hier aus offen, beinahe bis in die entlegendsten Welten könnt ihr gelangen. Sobald ihr bereit seit, verschlingt euch ein Tor und bringt euch irgendwo anders hin. Aber das entscheiden die Welten selbst... es dauert lange, bis man entscheiden kann, wo man hin möchte und manchmal ist es völlig egal, wie gut ihr im Weltenspringen seid... wenn die Welten euch nicht wollen, strandet ihr in einer Welt wie Mandri und habt die Arschkarte gezogen, bis zum Ende eurer Tage verbringt ihr eure Zeit mit Pelzlingen und... die rauben euch den Verstand. Also fresst so viele ihr wollt... dann gehen sie mir schonmal nicht mehr auf den Pelz."

Yavru musste erst einmal verdauen, dass er mit der Vorstellung von vielen Welten, die von vielen Wölfen bewohnt waren, die sich zudem noch komplett unterschiedlichen Dingen ernährten, aber seltsamerweise dennoch gleich aussahen, recht hatte. Und anscheinend konnte man zwischen den Welten wechseln, wenn man wollte. Aber man konnte ohne viel Übung nicht entscheiden, wo man dabei landete, und selbst dann war es wohl schwer. „Dann kommen wir ja nie wieder zurück! Wir landen immer wieder wo anders, aber wir müssten schon sehr viel Glück haben, um wieder in unserer Welt rauszukommen. Und wahrscheinlich würden wir zwischendrin verhungern, wenn wir in eine Welt geraten, wo es, wie in deiner Heimat, keine für uns fressbaren Tiere gibt.“ Das würde bedeuten, dass er seine Eltern nie wieder sehen würde! Er brauchte einen Moment, um das überhaupt zu begreifen, bevor ihm klar wurde, was die Fähe zwar nicht direkt gesagt, aber doch zu verstehen gegeben hatte. „Dir ist das auch passiert, oder? Du kommst nicht mehr in deine Welt zurück.“ Das würde die schlechte Laune der Fähe erklären. Würden sie auch so enden, alt und verbittert, gestrandet in einer fremden, grässlichen Welt?

Laelia war etwas enttäuscht, dass die schlechte Laune der Wölfin doch wiederkehrte. Doch auch sie erkannte - gleich wie Yavru - dass diese Wölfe hier offensichtlich gefangen war und seitdem regelmäßig die Fragen irgendwelcher verwirrten Wölfe beantworten musste, die hier auftauchten. Das war wahrlich kein toller Job. "Oh... Kein Wunder, dass du dann so unfreunlich wirst...", meinte Laelia ehrlich mitfühlend.

Xanthara hörte sich die Feststellungen und Fragen an und lachte dann. "Unfreundlich. Wie überaus freundlich ausgedrückt." Es lag keine Heiterkeit in den Worten oder dem Lachen selbst. "In meine Welt will ich nicht zurück. Es gibt ein paar Welten, die mir gefallen haben, aber es war keine dabei, die perfekt war. Am liebsten wäre mir eine Welt, in die niemand außer mir selbst gehen kann." Sie seufzte theatralisch. "Aber dann will ich euch mal weiter Babysitten. Ihr kommt aus Gaia... wisst ihr in etwa, was eure Lektion sein soll?"

Yavru fragte sich, ob es die Verbitterung nach Jahren fern der Heimat in einer fremden Welt war, die Xanthara so etwas sagen ließ, oder ob sie es ernst meinte. Zwar verstand Yavru nicht, wie die Sache mit den Welten funktionierte, aber irgendwie schien ihm klar, dass die Suche nach der einen, völlig perfekten Welt gar nicht erfolgreich sein konnte, weil es so etwas unmöglich geben konnte. Dann war es kein Wunder, dass die Fähe bei dem Versuch gescheitert war. Doch dann sagte sie wieder etwas, was Yavru nicht verstand, und wieder musste er nachfragen: „Was für eine Lektion?“

Laelia sah Xanthara kurz an. "Also... vielleicht klingt das dumm, aber für mich ist die perfekte Welt eine Welt wo Wölfe sind die ich mag. Und es muss doch jemanden geben, den du magst, oder?" Erst danach dachte sie über die Frage der Fähe nach. "Ich weiß auch nichts von einer Lektion. Ich war davor in Caeluci, da hab ich ein wenig zu sehen gelernt. Aber hier gibt es ja keinen Nebel oder sowas in der Art."

Xanthara verzog das Gesicht. "Urg.", machte sie. "Caeluci..." Sie sprach den Namen der Lichterwelt aus, als hätte sie in eine Zitrone gebissen. "Und Malumir, der Klugscheißer... Bäh." Sie schüttelte ihren Pelz aus. "Das hier ist sicher nicht meine Traumwelt. Aber definitiv besser als Caeluci." Sie schnaubte, offenbar in Gedanken bei einer Erfahrung aus ihrer Vergangenheit. "Die Torwelten sind eigentlich alle ziemlich nervig. Ständig kommen irgendwelche Idioten hier durch... entweder Erdlinge... die wissen dann gar nichts... oder Weltenwanderer... furchtbares Volk. Wissen nichts, glauben aber alles besser zu wissen. Dabei kennen sie sich nicht einmal selbst gut genug, um zu wissen, was ihre Lektion ist." Sie warf Yavru einen vernichtenden Blick zu. Dieser gehörte auch zu diesen Unwissenden. Mit dem nächsten Gedanken veränderte sich ihre Miene aber auch schon wieder, der Jungrüde musste es also wohl nicht zu persönlich nehmen. "Bei Reisegruppen ist es besonders schwierig. Geht es um eine Lektion für euch alle... oder muss einer von euch etwas lernen? Ist es eine einfache Antwort, die ihr hier finden müsst, oder geht es um etwas essenzielles? Und wenn ich Pech habe, dann möchte derjenige von euch nicht lernen und dann strandet ihr alle hier und geht mir die nächsten Jahre auf den Pelz." Schreckliche Vorstellung. "Ich hoffe mal, es geht um eure Lektion. Denn dann habe ich Hoffnung... Nichts ist schlimmer als alte Wölfe, die ihren Standpunkt nicht mehr ändern wollen."

Yavru wusste nicht, was Caeluci war, aber er vermutete, dass es eine andere Welt war. Und Laelia war anscheinend schon dort gewesen. Xanthara offensichtlich auch, und es hatte ihr da, wohl wenig verwunderlich, überhaupt nicht gefallen. „Aus welcher Welt kommst du denn ursprünglich?“ Es schien sie offensichtlich zu stören, dass man ihr Fragen stellte, aber sie beantwortete sie dennoch ausführlich. Nur wusste Yavru dennoch nicht, was er damit anfangen sollte, denn was es mit der Lektion auf sich hatte, wusste er jetzt immer noch nicht so wirklich. Irgendwas sollten sie lernen, aber was? „Wie sollen wir die Lektion lernen, wenn wir nicht wissen, was wir überhaupt lernen sollen?“ Die Aussage über alte Wölfe schien noch am ehesten auf Xanthara selbst zu passen, aber Yavru verkniff sich eine entsprechende Anmerkung, erstens um die Fähe nicht noch mehr zu verärgern und zweitens, weil er sie ja nicht wirklich verstanden hatte und daher zu einer solchen Bemerkung nicht berechtigt war.

Laelia dachte langsma nach. "Nichts ist schlimmer als alte Wölfe, die ihren Standpunkt nicht ändern wollen?" So ein alter Wolf konnte ihr durchaus einfallen. Aber sie sah nicht ein, weshalb sich Kyro ändern sollte. Schließlich war er gar nicht so, bevor er in diese Welt gekommen war... Oder doch? "Naja, da würde mir schon jemand einfallen. Aber so einfach kann es doch nicht sein, oder? Die Aufgabe kann doch nicht darin bestehen, Kyro - das ist der andere Wolf, der mit uns gekommen ist - klar zu machen, dass wir wirklich wo ganz anders sind und nicht alle verrückt sind, oder?"

Xanthara blickte zu Yavru, sich in ihr Schicksal fügend. Es war ihre Aufgabe, Fragen zu beantworten. Und ihre Hoffnung war, dass es den Welten irgendwann ausreichte. "Ich komme aus Harakara, einer der Nebelwelten.", informierte sie den Jungrüden. "Manchmal ist die Lektion ziemlich klar... Malumir lehrt seine Schüler das Sehen... ich mag solche Welten nicht, die sich verbergen, bis man sich ihnen anpasst. Das ist irgendwie welpisch. Man sollte sich jeder Zeit entscheiden können, ob man etwas überhaupt sehen will. Malumir ist natürlich ein Seher... und deshalb hält er sich für super Weise... ich bin blind. Und ich bin es gerne." Sie nickte. "Wahrscheinlich komme ich deshalb auch nie wieder hier weg." Ihr Blick glitt zu Laelia. "Ich denke du hast mich falsch verstanden... ich glaube nicht, dass eure Lektion darin besteht, einen alten Trottel aufzuklären... denkt an irgendetwas leichteres. Was hast du vorhin gesagt, Yavru? Dass du fürchtest, nie mehr zurück zu können, weil ihr in immer andere Welten reisen müsst? Sowas offensichtliches könnte eher eure Lektion sein. so ein Vertrauensbullshit zum Beispiel." Sie hielt an. "Vertraut darauf, dass die Welten... oder das Schicksal... oder euer Herz euch leiten wird. Im Leben kommt man niemals irgendwohin zurück. Manchmal kehrt man wieder... an einen Ort, an dem man bereits war. Aber das ist nur ein wieder vorbei kommen. Man geht letztlich immer weiter. Man kann nur vorwärts gehen..."

Yavru verstand nicht wirklich, was Xanthara mit dem „Sehen“ meinte, dass dieser Malumir lehrte, aber Laelia schien es zu wissen und sogar selbst zu können, daher musste er jetzt nicht fragen. Laelia könnte es ihm später immer noch erklären. Was sie aber dann erzählte, klang ziemlich weise, passte damit aber so gar nicht zu ihrer Stimme, die weiterhin ziemlich genervt klang. „Das soll einfach und offensichtlich sein? Für mich klingt es ziemlich schwer.“ Er sollte darauf vertrauen, dass er den Weg zurück fand, weil er ihn sonst nie finden würde? Traurig fügte er hinzu: „Ich fürchte, wir kommen nie wieder hier weg.“

Laelia sah Xanthara mit großen Augen an. "Was ist Vertrauensbullshit?" Sie konnte sich vorstellen, dass es nichts tolles war, wenn Xanthara es nicht mochte und sie schon Kyro einen Trottel nannte, selbst, wenn sie den nicht mal wirklich kannte und deshalb auch keinen Grund hatte, ihn nicht zu mögen. "Ich muss sagen, du bist irgendwie selber schuld, wenn du hier blieben musst, wenn du dein eigenes Problem sogar erkennst und aber trotzdem bevorzugst, nichts daran zu ändern...", dachte sie laut nach, ohne wirklich zu bemerken, dass die Fähe weiterhin zuhörte. Dann meinte sie an Yavru gewandt: "Sicher kommen wir hier wieder weg! Ich war davor schon wo anders und da bin ich auch einfach weggekommen. Warum sollte es hier anders sein?"

Xanthara schnaubte. "Natürlich kommt ihr wieder weg. Ich hab bisher noch jeden wegbekommen." Okay... fast jeden. "Außer mich selbst. Oder seht ihr hier irgendwelche anderen Gestrandeten? Hab sie alle wegbekommen. Hab Lektionen erkannt und hab das geregelt." Immerhin. "Vertrauensbullshit ist so Zeug das Malumir toll findet. Sehen. Sehen kann man auf so viele Arten wie es Welten gibt, glaub mir... ist ätzend, wenn man sich damit auseinander setzen muss. Aber ihr werdet auf eurer weiteren Reise auch viele Arten kennenlernen, wie man sehen kann... und irgendwann könnt ihr dann schon beim betreten einer Welt erkennen, was eure Lektion ist. Ihr müsst mir nur den Gefallen tun und den alten Wolf wieder mitnehmen... ich kann solche Nervensägen hier nicht gebrauchen."

Yavru bekam wieder ein bisschen Hoffnung. „Wenn du das schon so oft hinbekommen hast, klappt es bei uns hoffentlich auch. Und Kyro nehmen wir auch mit, wenn er es zulässt.“ So ganz sicher war er sich dann aber doch nicht. Xanthara sorgte dafür, dass alle diese Welt verließen, wenn auch nur deshalb, damit sie ihre Ruhe hatten. Ob die Wölfe dann nicht womöglich in der nächsten Welt zugrunde gingen, konnte sie nicht wissen. Und vermutlich würde es ihr nicht einmal etwas ausmachen, wenn sie es wüsste. Und außerdem … „Warum bist du denn dann noch hier, wenn es so einfach ist?“ Vermutlich war er der Fähe damit zu nahe getreten, aber es wunderte ihn dann doch, dass sie selbst immer noch hier festsaß, wo es doch angeblich so einfach war, diese Welt zu verlassen.

Laelia dachte nach. "Ich weiß immernoch nicht so wirklich, was unser Problem ist. Vielleicht sollten wir Kyro aber doch mal suchen gehen, vielleicht haben wir dann ne Idee. Außerdem gefällt mir der Gedanke eigentlich nicht, ihn hier zu lassen, auch, wenn er mindestens so unfreundlich ist wie du, Xanthara." Laelias Unwillen gegenüber den Rüden war schon fast wieder verschwunden. Sie nahm sich vor, seine Missmutigkeit einfach stoisch über sich ergehen zu lassen.

Xanthara machte eine Kopfbewegung Richtung Düne. Der direkte Weg ins Landesinnere. "Ich bin noch hier, weil die Antwort ist, Anschluss zu finden. Aber ich habe nie danach gefragt, wie das gehen soll. Das einzige wonach ich mein Leben lang frage, ist Einsamkeit. Und die wird mir hier niemals gewährt werden.", erklärte sie leichthin. Es schien ihr nichts auszumachen, dass Laelia sie unfreundlich fand. Die Jungwölfin hätte nichts sagen können, was nicht nervig war. Den Altwolf hier auf Dauer würde sie aber nicht ertragen und sie hatte auch keinerlei Lust, dessen Antworten zu suchen. Da musste man viel Energie hineinstecken. Nichts worauf sie Lust hatte.





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Lu, Kyro, Josh, Lio



18.09.2017 13:51
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Lijenna
Lillyan Caesar






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Wolfsträumer

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Yavru ist dran :D




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Lu, Kyro, Josh, Lio





Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
Mag hinter Himmeln sehen,
Wo die Welt begann
18.09.2017 14:14
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Yavru





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Wolf

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Xantharas Antwort erstaunte Yavru. Laelia hatte recht gehabt, die Fähe schien an ihrer misslichen Lage irgendwie selbst schuld zu sein.

"Du hast nicht mal ausprobiert, in Gesellschaft anderer Wölfe zu leben, sondern willst lieber einsam bleiben, selbst wenn das heißt, dass du hier festsitzt, wo du nie einsam sein wirst?"

Yavru wusste nicht, ob er den Kopf schütteln oder Xanthara bedauern sollte.

"Fühlst du dich nicht manchmal alleine? Denkst du nie darüber nach, ob es nicht doch irgendwo jemanden geben könnte, mit dem du gerne deine Zeit verbringen würdest, statt alleine zu sein?"

Yavru war klar, dass das ziemlich direkte Fragen waren, und es sich wahrscheinlich nciht gehörte, sie der älteren Fähe, die er ja nicht einmal kannte, zu stellen. Aber es erstaunte ihn einfach zu sehr. Wie konnte man nichts mehr wollen, als Einsamkeit? Wölfe waren doch Rudeltiere! Wobei genau genommen ja gar nicht klar war, ob Xanthara überhaupt wirklich ein Wolf war. Sie sah zwar genauso aus wie einer, aber sie stammte aus einer ganz anderen Welt und fraß anscheinend auch ganz andere Dinge. Vielleicht war es für ihre Art ja normal, Einsamkeit anzustreben und zu versuchen, sich so weit wie nur möglich von Artgenossen zu entfernen? Auch wenn das für Yavrus Vorstellung ein sehr armseliges Leben sein musste.
Und noch ein anderer, noch unschönerer Gedanke machte sich in dem jungen schwarzen Rüden breit: Was, wenn auch seine Lektion so sehr seiner Natur widersprechen würde, dass sie für ihn noch unerträglicher wäre, als die Konsequenzen daraus, sie zu ignorieren?
Doch Laelias Vorschlag, Kyro zu suchen, riss ihn aus diesen Gedanken. Wenn sie eine Chance haben wollten, hier überhaupt rauszukommen, musste er seine welpischen Ängste beiseite schieben und wie ein erwachsener Wolf handeln. Was würde sein Vater an seiner Stelle tun?

"Du hast Recht. Wir sollten zusammen bleiben, wenn wir eine Chance haben wollen, die anderen wiederzusehen."

Und das würden sie. Er wusste noch nicht wie, aber irgendwie würde es klappen. Ganz bestimmt. Und dann würden seine Eltern stolz auf ihn sein. Und seine Patin auch, auch wenn die es vermutlich nciht ganz so deutlich zeigen würde.




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Xaron, Lavaya



19.09.2017 18:11
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Lijenna
Lillyan Caesar






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Wolfsträumer

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Kyro hatte sich vom Ufer entfernt und floh vor den nervigen Jungtieren, der seltsam verkrüppelten Wölfin und der Tatsache, dass er den Verstand zu verlieren schien. Als sie durch die Weißen Schatten getrennt worden waren, hatte er irgendwo noch die Hoffnung gehabt, Aszira finden zu können. Außerdem war es seine Lebensaufgabe gewesen, Reszani zu beschützen. Nun, da beide Wölfinnen fort waren, schien nichts mehr einen Sinn zu geben. Die Welt die er kannte, war verschwunden und im Augenblick war es ihm völlig gleichgültig, ob dass daran lag, dass er verrückt wurde, oder an irgendetwas anderem. Er hatte keinerlei Ahnung, wie er Aszira und Reszani so suchen, oder gar finden sollte. Er hatte verloren. Er hatte die beiden verloren und sich selbst und wie er sich in dieser fremden Umgebung zurecht finden sollte, wusste er beim besten Willen nicht. Das Gras ähnelte dem Gras, das er kannte zwar irgendwie von der Farbe her, aber sonst hatte es nicht viel miteinander gemeinsam. Die Bräume schienen keinen harten Stamm zu haben, sondern einen samtigen Pelz und als er im Augenwinkel etwas vorbei huschen sah, schrillten seine Alarmglocken. Klein war es gewesen und weiß, aber es hatte sich nicht wie ein Beutetier bewegt, sondern wie ein Jäger. Ein Jäger, der selbst Beute suchte! Kyros Nackenfell sträubte sich ohne sein Zutun und ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken, als sich plötzlich etwas gegen sein Bein warf und... sich an ihn kuschelte. Klein, weiß und unförmig. Rund. Ohne sichtbare Beine und ohne Ohren, oder ein Gesicht. Er wollte gerade danach schnappen, als eine weitere Bewegung seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Noch so ein Ding... und... noch eins. Sie huschten um ihn herum, kamen näher und ehe er sich versah, klebten die weißen, pelzigen Kugeln an ihm, wie Kletten. Sie zottelten heran, umkreisten ihn, verschluckten ihn, bis nur noch ein weißer Fellhaufen in der Landschaft zu sehen war.

Xanthara betrachtete Yavru und rümpfte die Nase dabei. Als sich ihr Gesicht verzog, wirkte es noch ein bisschen hässlicher, als ohnehin schon. "Die Welten wollen mir Gesellschaft aufzwingen... wieso sollte ich ihrem Willen nachgeben, wenn ich doch allein sein will?", fragte sie den jungen Rüden. "Was ich, wenn ich Gesellschaft suchen würde, an Gesellschaft wünsche, wäre eine erfahrene Seele in meinem Alter, die nicht gezeichnt ist, vom Leben. Aber das ist die Ironie des Lebens selbst. Ein Jungtier ist nicht zwangsläufig gezeichnet, aber zu unerfahren, um eine gute Gesellschaft abzugeben. Eine Seele in meinem Alter blickt auf ein Leben zurück, das sie gezeichnet hat und ihre Erfahrung hat Spuren hinterlassen, die zu ertragen ich anstrengend finde. Es ist paradox und daher ziehe ich der Gesellschaft die Einsamkeit vor. So belästigt mich weder ein unerfahrenes, ungezeichnetes Jungtier, noch eine erfahrene, gezeichnete Seele." Sie erwartete nicht, dass Yavru das verstand. In seinem Alter glaubten die meisten, schon genug gesehen zu haben, um zu verstehen. Sie wusste es besser. Natürlich waren gezeichnete Jungtiere auch nervig. Gesellschaft war zwangsläufig nervig.

Syrayn war in der Lichtwelt Caeluci einfach hinter den anderen hergetrottet. Er hatte nichts gesagt, sondern die Situation einfach beobachtet. Als sie alle dann vor dem Tor gestanden waren und Laelia plötzlich verschwunden war, hatte er etwas getan, das er untern normale Unständen niemals getan hätte. Er war ihr NACHGELAUFEN! Aus einem ihm unerklärlichen Grund. Wollte sein Unterbewusstsein nicht, dass seine beinahe-Schwester allein in einer neuen Welt umherwandern musste? // Er fand sich auf jeden fall in einer Welt wider, die ziemlich rot war - aber eine hübsche Art von Rot. Aber Laelia war nicht zu sehen. Dafür konnte er allerdings andere Wölfe ausmachen. Und einen davon kannte sie sogar! Es war Yavru. Aber die Wölfin in seiner Nähe war ihm fremd. Syrayn beschloss ein wenig näher zu kommen, aber noch nicht bewusst auf sich aufmerksam zu machen. Er wollte sich zuerst einen Überblick verschaffen.

Kyro wurde das alles ein bisschen viel und als bedrohlich befand er es auch. Er machte einen Schritt, um sich aus den pelzigen Viechern zubefreien, aber die, die dadurch über die anderen zu Boden kullerten, sprangen sogleich wieder auf das Reittier auf. Und das Reittier war zu seinem Entsetzen er! Etwas deutlicher versuchte er sich von den pelzigen Viechern zu befreien, in dem er ein paar wütende Sprünge machte, aber sie kamen jedes Mal wieder zurück. Also rannte er. Syrayn kann beobachten, wie der Altwolf über ein Feld gejagt wird und jedes Mal, wenn er stehen bleibt, um nach Atem zu ringen, sofort wieder von ein paar pelzigen, weißen Kugeln begraben wird. (evtl ein Anlass, zu Hilfe zu eilen und die anderen zu Hilfe zu rufen xD)

Syrayn hörte hinter sich einen etwas verzweifelten Laut. Er drehte sich um und konnte von der komischen Sand-aber-doch-nicht-Sand-Düne ein pelziges und sehr unförmiges Etwas sehen. Es rannte herum, sprang in die Luft und währenddessen fielen immer wieder runde, weiße, flauschige Dinger von ihm ab. Zuerst war Syrayn nahe dran das Weite zu suchen, da ihm das ungeheuerlich schien, doch dann erkannte er, dass auch dieses Wesen ein Wolf war. Und auch diesen Wolf kannte er. Also war nicht nur Yavru hier, sondern auch noch Kyro. // "Yavru! Kyro ist hier unten und hat Probleme... Er braucht anscheinend Hilfe!" Syrayn blieb keine andere Wahl, als die zwei anderen um Hilfe zu rufen. Er selbst rannte zu Kyro hinunter und versuchte die aufdringlichen Pelzviecher durch knurren und lautem Heulen zu verschrecken.

Yavru bemerkte plötzlich, dass sich jemand näherte. Er wandte sich um und erblickte Syrayn. Bevor er jedoch reagieren konnte, hatte dieser nach ihm gerufen. Kyro brauchte Hilfe? Yavru konnte sich nicht vorstellen, wie er Kyro behilflich sein konnte, aber er lief natürlich sofort los. Vor sich sah er einen Haufen seltsamer kleiner pelziger Wesen, der durch die Gegend sprang, wodurch einzelne Wesen abgeschüttelt wurden, sofort aber zurück auf den Haufen sprangen. „Was ist das?“ Er wartete die Antwort nicht ab, denn zu seinem Entsetzen musste Yavru erkennen, dass in diesem Haufen ein Wolf steckte, und zwar kein anderer als Kyro. Die weißen Dinger schienen ihn überwältigen zu wollen! Ohne weiter nachzudenken lief er los und packte die nächstbesten Pelzdinger, schleuderte sie weg und versuchte, sich so einen Weg zu Kyro zu bahnen.

Xanthara konnte sich schon vorstellen, welche Art Hilfe Kyro brauchte. Deshalb hatte sie es auch nicht allzu eilig, den Jungtieren nachzueilen. Zu viel Zeit ließ sie sich aber auch nicht. Wer wusste schon, was den Verrückten aus Gaia so einfiel. Die Pelzlinge waren jedenfalls wenig beeindruckt, von Kyros Abwehrversuchen und Yavrus Hilfe. "Das bringt nichts. Ich habe doch erwähnt, dass sie nervig sind?" Sie ließ sich nieder. "Einfach stillhalten und abwarten." Laelia war hinter ihr zurückgeblieben und kam ihrer Anweisung nach.

Kyro verfluchte die pelzigen Viecher und er verfluchte es, dass sich nun alle um ihn sammelten. Während er versuchte seinen Verfolgern zu entkommen, hörte er Xantharas Worte und versuchte es dann mal mit stillhalten. So verschwand er wieder unter einem Berg Pelzkugeln.

Syrayn konnte nicht recht glauben, dass der fremde Wolf mit seinen Worten recht behalten sollte. Versuchten die Dinger nicht gerade Kyro zu verschlingen? Und was waren das überhaupt für Dinger? Er konnte keine Augen bei ihnen erkennen. Und auch keine Schnauze. Wie sollten diese Dinger dann überhaupt etwas verschlingen? Mussten sie denn überhaupt essen? Zu viele Fragen in den wenigen Augenblicken, in denen er erst in dieser neuen Welt angelangt war. Und wer war denn dieser neue Wolf? Es war ihm irgendwie zuwider in so kurzer Zeit schon DREI Fremde getroffen zu haben. Fremde waren ihm unangenehm. Man konnte nie wissen. "Bist du auch so ein Wächter wie Malumier?", fragte er einfach mal ganz schlicht, während er sich eines der pelzigen Viecher schnappte und sich einfach mal auf es drauf warf. Sie waren wirklich flauschig. Und bequem noch dazu.

Yavru bracuhte eine Weile, um Xantharas Worte zu verarbeiten. Ruhig halten während die pelzigen Dinger über Kyro herfielen, und dann womöglich als nächstes über ihn? Aber Xanthara lebte schon länger hier, sie kannte sich sicherlich damit aus. Das waren also die Pelzlinge, von denen sie gesprochen hatte. Und angeblich waren sie wohl nur nervig, aber nicht gefährlich. Also bleib Yavru stehen und versuchte, sich möglichst wenig zu bewegen. Hoffentlich würden die Pelzlinge nun von ihnen ablassen. Aus den Augenwinkeln sah er unterdessen, wie Syrayn sich einfach auf einen der Pelzlinge drauflegte. Ob das wirklich weiterhalf? Oder würde es die Pelzlinge womöglich noch mehr verärgern? Er sagte allerdings nichts, denn dazu hätte er sich ja bewegen müssen, und das war ja anscheinend keine gute Idee.

Xanthara beobachtete, wie sich die Pelzlinge nun auch an Syrayn zu kuscheln begannen. Sie nannte das 'Persönliches Pech'. Auch die anderen Neulinge wurden nicht verschont. Xanthara selbst wurde nur wenig belagert, aber ein paar Pelzlinge erkundeten auch die einheimische Wölfin. Da sich Syrayn hingelegt hatte, befand er sich auf 'Augen'-Höhe mit den Pelzlingen. Das schien ihnen zu gefallen und sie kuschelten sich an den jungen Rüden. Aufdringlich, so wie es ihre Art war. "Und, habt ihr an meinen Worten gezweifelt? Die Welten strafen mich mit ihnen.", befand sie schnaubend und ließ das Kuscheln über sich ergehen. "Ich bin kein Wächter wie Malumir. Ich bin nicht neunmalklug und nicht pseudoweise und auch kein Klugscheißer. Ich spreche nicht in Rätseln und leuchte nicht herum..." Sie überlegte kurz. "Aber eine Wächterin bin ich schon..."

Kyro sah nichts. Er war völlig umfangen von weißen Pelzkugeln die sich aufdringlich an ihn schmiegten und ihn wahnsinnig machten. Er knurrte drohend, aber es interessierte keines der Wesen. Sie blieben einfach und vergewaltigten ihn!

Syrayn fühlte wie auch auf ihn immer mehr der Pelzkugeln zukamen. Aber ihn störte es irgendwie nicht. Er bewegte sich einfach nicht. Seine Rute wedelte leicht flöhlich vor sich hin. Die Flauschis waren doch einfach nur flauschig und taten niemandem etwas Böses an. Sie ließen sogar sein Gesicht frei, als sie merkten, dass er sie nicht fortscheuchte, sondern sie gewähren ließ. Sie waren irgendwie knuffig. "Sie tun doch gar nichts. Sie sind einfach nur da...und flauschig" Kyro schien allerdings nicht so zu denken. Ihm schien es ziemlich unangenehm. Was aber auch daran liegen konnte, dass sie auch an seinen Augen und Ohren und Schnauze zugegen waren und er nicht mehr wirklich viel mehr sehen konnte als weißes Flausch.

Yavru bemerkte, wie sich die Pelzlinge auch an ihn schmiegten. Tatsächlich schienen sie keine Anstalten zu machen, ihn beispielsweise zu beißen. Vermutlich hatten sie nicht einmal Zähne. Ehrlich gesagt fühlten sie sich nicht einmal unangenehm an, sondern weich und flauschig. Aber unheimlich war es doch irgendwie. „Wie wird man die wieder los?“, fragte er Xanthara leise, in der Hoffnung, damit nicht noch mehr von ihnen anzulocken. Denn auch wenn sie einem nichts taten, wollte er nicht so sehr von ihnen belagert werden wie Kyro, der bereits wieder unter einem Berg von Pelzlingen verschwunden war. Mit Befremden hörte er, dass Syrayn hingegen gefallen an den Pelzlingen zu finden schien. „Ja, aber sie stören.“

Xanthara beobachtete die unterschiedlichen Charaktere und blickte Yavru an, als dieser sich an sie wandte. "Sie werden dich nun kennenlernen und wenn sie dich zufriedenstellend erkundet haben, lassen sie dich in Ruhe.", erklärte sie. "Euer Problem wird bloß sein, dass es überall hier Pelzlinge gibt und es eine Weile dauert, bis euch alle kennen." Sie selbst war als erstes wieder langweilig geworden. Die kleinen Pelzlinge die sie erkundet hatten, ließen wieder von ihr ab.

Kyro ging darauf nicht ein. Er knurrte bloß und fauchte Syrayn dann an: "Hast du Reszani und Aszira gesehen?" Mehr interessierte ihn nicht. Von ihm aus konnten diese 'Pelzlinge' machen, was sie wollten. Wenn er Informationen über Aszira und Reszani bekam, würde er es ohne Murren über sich ergehen lassen.

Syrayn zuckte erschrocken zusammen, als Kyro ihn so anfuhr. Er hatte ihm doch gar nichts getan. "Ich kann dir gern erzählen, was ich weiß. Aber ich will nicht so behandelt werden, als wäres es gleich das Ende meines Lebens, wenn ich etwas Falsches sage." Sofort nachdem Kyro seinen Unmut zum Ausdruck gebracht hatte, sprangen noch mehr Pelzdinger auf ihn drauf, als würden sie spüren, dass er wütend war. "Ich glaube, du solltest dich beruhigen. Es kommt mir so vor, als würden sie auf Gefühle reagieren...Schau, jetzt sind es noch mehr."

Yavru gefiel die Vorstellung gar nicht, dass alle Pelzlinge dieser Welt ihn erkunden wollten. Offensichtlich waren es sehr neugierige Viecher. Ihm fiel wieder ein, dass Xanthara gesagt hatte, dass man Pelzlinge fressen konnte. „Wenn ich ein paar von ihnen fresse, bekommen die übrigen dann Angst und verschwinden?“ Für Beutetiere waren Pelzlinge jedenfalls erstaunlich dumm, wenn sie nicht einmal versuchten, vor Wölfen wegzulaufen, sondern sogar ihre Nähe suchten. Aber vielleicht waren sie nur solche Wölfe wie Xanthara gewöhnt, die keine Fleischtiere fraßen? Kyro erkundigte sich unterdessen bei Syrayn nach Reszani und Aszira. Da die Frage jedoch nicht an ihn gerichtet war, sagte Yavru nichts dazu, zumal er ohnehin nicht weiterhelfen konnte. Er hätte selbst gerne gewusst, wo seine Patentante war. Ebenso wenig hatte er Lust, sich in den sich anbahnenden Streit zwischen Syrayn und Kyro einzumischen, auch wenn ihm Syrayns Erklärung, dass Kyros Ärger auf die Pelzlinge anziehend wirkte, einleuchtend erschien.

Xanthara schüttelte auf die Frage hin den Kopf. Kyro und den ihr noch nicht bekannten Jungrüden blendete sie dazu aus. "Nein. Sie sind ziemlich dämlich... sie fürchten nichts und würden dich wohl noch kuscheln, während du ihre Familie verspeist." Sie seufzte. "Aber bitte kein Blutbad vor meinen Augen. Ich kann kein Blut sehen."

Kyro schnaubte verächtlich und blieb frustriert und brodelnd in seinem Pelzlinghaufen sitzen.

Syrayn kicherte in sich hinein. Alle schienen diese Pelzdinger wirklich außerordentlich nervig zu finden. Aber ihm gefielen sie irgendwie. Sie waren so flauschig. "Wenn es euch nicht stört, mache ich ein kurzes Schläfchen, bis Kyro wieder frei ist...", meinte der Jungwolf mit einem Gähnen.

Kyro glaubte, sich verhört zu haben. Syrayn wollte ihn doch verarschen! Der gemobbte Altwolf versuchte froh darüber zu sein, dass er niemanden von den anderen mehr sehen musste. Dann blieb er eben unter dem Berg Pelzlinge verborgen bis er verreckte.

Yavru wunderte sich über Xantharas Aussage. Nicht, weil ihn wunderte, dass die Pelzlinge so dämlich waren, sich fressen zu lassen, ohne wegzulaufen, denn so wie sie sich verhielten, erschien das logisch. Aber ein Wolf, der kein Blut sehen konnte? Nun ja, Xanthara hatte schon erwähnt, dass sie nur Röten fraß, und in ihrer Heimatwelt ähnliches gefressen hatte. Offensichtlich enthielten Röten trotz ihres Namens kein Blut. Vielleicht war sie es tatsächlich einfach nicht gewöhnt? Eine komische Vorstellung. Aber andererseits wäre es auch eine komische Vorstellung, von kleinen weißen Pelzbällen bekuschelt zu werden, wenn sie nicht gerade genau das erleben würden. Seit sie hier gelandet waren, schien irgendwie alles möglich. „Keine Sorge, ich habe eh noch keinen Hunger. Ich hatte nur gehofft, es könnte helfen.“ Unterdessen überlegte er weiter. Wenn hier alles möglich war, war es doch vielleicht auch möglich, die anderen wieder zu finden? Er müsste nur herausfinden, wie das mit den Welten genau funktionierte, dann könnte ihm vielleicht auch das gelingen. Nur wie sollte er da anfangen? Er wusste ja nicht einmal, welche Lektion er lernen sollte.

Syrayn beschloss sich an die Flauschis noch mehr dranzukuscheln und wirklich etwas zu dösen. Der Tag war lang genug gewegen. Vorher beantwortete er aber doch noch Kyros Frage von vorher. "In der Welt, aus der ich gerade komme, waren Laelia, Lijenna, Xaron, Aramis und ich. Und da ihr hier extra gelandet seid, glaube ich, dass die anderen einfach in eine andere Torwelt gelangt sind. Das Tor, aus dem ich gerade komme war zumindest ziemlich groß. Wenn alle so groß sind, dann ist da sicher das gesamte Rudel hineingeflogen. Nur hat es uns bei unterschiedlichen Welten wieder ausgespuckt." Syrayn gähnte nocheinmal und meinte dann: "Und jetzt gute Nacht."

Kyro schnaufte. "Und wie kommt man in andere Welten?"

Xanthara musste sich schon seit Jahren die Welt mit den Pelzlingen teilen. Ihr Blick glitt über die Anwesenden. "Man kommt in andere Welten, in dem man seine Lektion lernt. Dazu muss man herausfinden, welche Lektion man zu lernen hat... Welche Lektion eure Gruppe zu lernen hat. Da ich nicht Malumir der Klugscheißer bin und es hier keine Säule gibt, die man bloß sehen lernen muss, müsst ihr herausfinden, was ihr lernen sollt... dann verschwindet ihr von ganz allein."

Yavru fragte sich, wie Syrayn in dieser Situation einfach schlafen konnte. Allerdings musste er zugeben, dass er sich nach dem, was er in den letzten Stunden erlebt hatte, auch müde fühlte. Immerhin war er fast ertrunken und war dann auch noch in einer völlig fremden Welt gelandet. Und wenn sie die Pelzlinge ohnehin so schnell nicht loswürden, könnten sie doch zumindest das beste aus der Situation machen und die flauschigen Dinger als Schlafplatz benutzen? Er musste unwillkürlich gähnen, als er Syrayn so sah, . unterdessen Kyro das, was sie den anderen schon zuvor erklärt hatte. Das war auch nichts neues für ihn. Yavru kämpfte noch kurz gegen seine Müdigkeit an, aber dann legte er sich auch hin. Er bezweifelte, dass er unter diesen Umständen schlafen könnte, denn sowohl die Unterhaltung zwischen Kyro und Xanthara als auch vor allem die immer noch um ihn und auf ihm herumwuselnden Pelzlinge schienen einem ruhigen Schlaf nicht zuträglich zu sein. Aber ein bisschen Dösen um sich auszuruhgen konnte vielleicht nicht schaden. Sie würden genug Kraft brauchen, um ihre Lektion zu lernen oder die anderen zu Suchen oder vielleicht beides. Und in einem hatte Syrayn recht: Die Dinger waren tatsächlich äußert bequem.

Kyro sah hin und wieder durch die wechselnden Pelzlinge hindurch, dass die Jungtiere nun schliefen. Sie waren weit gewandert, ehe sie hier gestrandet waren. Jetzt musste er sich von einer Wölfin, die etwa so hässlich war, wie er selbst, anhören, dass sie erst ihre Lektion zu lernen hatten. Super! Bestand diese aus dem Kuscheln von Pelzlingen?





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01.10.2017 17:21
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Lijenna
Lillyan Caesar






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Wolfsträumer

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Es wurde still zwischen ihnen. Im dämmrigen Licht von Mandri schienen die Jungtiere ihre Müdigkeit überdeutlich gespürt zu haben und waren eingeschlafen. Kyro blieb begraben unter den Pelzlingen. Unsichtbar für die Augen der anderen. Er schlief nicht. Er brodelte. Xanthara beobachtete ihre Besucher und hoffte wohl, sie würden möglichst bald verschwinden.

Laelia hatte einen seltsamen Traum, während sie so schlief, umgeben vom Flausch. Als sie aufwachte, erinnerte sie sich nur noch daran, dass Kyro gestorben war. Offensichtlich versuchte ihr Unterbewusstsein irgendwie, ihre Agressionen abzubauen. Denn obwohl Kyro durch das Übermaß an Flausch gestraft worden war, Lae war immernoch sauer auf ihn. Die junge Fähe stand auf und räkelte sich einmal behaglich. Irgendwie erfreut bemerkte sie, dass Xanthara noch da war - tief drinnen hatte sie vermutet, dass die Fähe die Gelegenheit wahrnehmen würde und sich aus dem Staub machen würde solange die Gruppe Wölfe außer Gefecht gesetzt war.

Kyro ahnte nichts von den düsteren Schwingungen, die von Laelia ausgingen. Zuviel Pelzlinge zwischen ihnen. Aber selbst wenn er gespürt hätte, dass die Jungfähe sauer war, hätte er nicht gewusst, warum sie glaubte, ein Recht dazu zu haben. Was wusste Laelia schon vom Leben?

Xanthara pfotete hin und wieder einen Pelzling von sich fort, der allzu aufdringlich näher rückte, obwohl sie allen bereits bekannt war. Nervige kleine Pelzkugeln. Sie seufzte innerlich, blieb aber geduldig abwartend sitzen.

Syrayn war hatte wirklich angenehm geschlafen auf diesen komischen weißen Pelzlingen. Es erstaunte ihn, dass sie immer noch da waren, als er aufwachte. Hatte die fremde Wölfin nicht gesagt, dass sie weggehen würden, wenn man uninteressant für sie geworden war? Es störte ihn allerdings nicht, dass er sich immer noch auf ihnen befand - sie waren wirklich ausgesprochen bequem. Syrayn flauschte noch einmal seinen Kopf gegen sie und stand dann mit neuer Energie in den Gliedern auf und reckte sich.

Yavru wachte auf und wunderte sich erst einmal, wo er gelandet war, bis ihm die Ereignisse des vergangenen Tages wieder einfielen. War überhaupt ein Tag vergangen? Wie lange hatte er geschlafen? Dieser seltsam rote Himmel machte es schwer, die Tageszeit zu beurteilen. Und er erinnerte sich nicht einmal daran, überhaupt eingeschlafen zu sein. Er hatte doch nur etwas dösen wollen. Laelia und Syrayn lagen immer noch neben ihm, ebenso wie er in einem Haufen Pelzlinge, und schienen ebenfalls gerade aufzuwachen. Den größten Haufen aber bildete Kyro, den man unter all den Pelzlingen gar nicht mehr wirklich erkennen konnte. Und Xanthara stand immer noch in der Nähe. Also war wohl gar nicht so viel Zeit vergangen. Vielleicht hatte sie nicht mal gemerkt, dass er geschlafen hatte? Als sich Syrayn erhob, dar Yavru es ihm gleich.

Laelia sah die anderen abwartend an. Irgendwie ... sie wollte nicht schon wieder die erste sein, die das Wort ergriff. Außerdem wusste sie nicht einmal, was sie sagen sollte.

Syrayn hatte langsam wirklich Mitleid mit Kyro. Warum war nur er so interessant für die Pelzlinge? Sie andere waren nicht halb so sehr belagert worden wie er... "Kyro ... ich weiß nicht genau, wie ich dir helfen soll ... aber ich hab gemerkt, dass sie es mögen, wenn man sie zurückflauscht. Vielleicht hilft das ja?", meinte er vorsichtig, während er sich Kyro näherte. Der Jungrüde schmiegte sich an einen der Pelzlinge, der an Kyros Körper klebte. Zur seinem eigenen Erstaunen begann das Ding leicht zu bibrieren - anscheinend ein Zeichen des Wohlbefindens? Gleich darauf löste es sich von Kyro und blieb schnurrend am Boden liegen. "Siehst du? Es hat sogar funktioniert ..." Diese Feststellung verwunderte Syrayn. Er hatte nicht gedacht, dass es wirklich funktionieren würde.

Kyro sprang aus dem Fellhaufen und knurrte wütend. "Ich habe besseres zu tun, als miese, kleine Pelzknäuele zu liebkosen!" Er kreifte die Bande an, die sich völlig unbeeindruckt zeigte. Für den Moment rückten sie aber nicht wieder näher an ihn heran.

Xanthara blieb erst einmal still. Sie wollte nicht schon wieder erwähnen, dass sie die Eindringlinge gerne loswerden würde.

Yavru betrachtete interessiert, wie Syrayn einen Pelzling kuschelte, der daraufhin tatsächlich von Kyro abließ. Er bezweifelte allerdings, dass Kyro sich davon überzeugen lassen wurde, noch bevor dieser wie erwartet verärgert seine Meinung zu diesem Vorschlag kundtat. Und auch seine Methode schien zumindest vorerst zu wirken. Wirklich verängstigt wirkten die Pelzlinge zwar nicht, aber sie hielten immerhin respektvollen Abstand. Er warf einen Blick auf Xanthara, die immer noch wartete, worauf auch immer. Dann wandte er sich den anderen zu: „Was machen wir jetzt?“ Er bekam ein wenig Hunger, doch einen Pelzling zu fressen kam ihm auf einmal irgendwie falsch vor. Außerdem wollte er es sich nicht mit Xanthara verderben, die ja kein Blut sehen konnte.

Laelia hatte es irgendwie kommen sehen. Wieso musste Kyro abslout IMMER schlechte Laune verbreiten? "Achso, du hast besseres zu tun, ja?" Lae sprach nicht übermäßig laut, aber in angemessem ironischen Ton. Danach wandte sie sich an Yavru. "Wir hatten ja gesagt, dass wir eine Lektion lernen müssen, richtig? Ich sehe nicht, wie wir das tun können, wenn ein Mitglied unserer Gruppe so absolut unkooperativ ist!" Sie war immer noch nicht wirklich laut geworden, doch ein einzelner, wütender Blick in Kyros Richtung ließ keinen Zweifel übrig, wer gemeint war. "Doch ich bin ja nur klein und weiß nichts. Sicher weiß Kyro genau, was jetzt zu tun ist und weshalb er keine Zeit für Zärtlichkeiten hat." Der bissige Ton in ihrer Stimme überraschte sie selbst. Bisher hatte sie sich nie für so eine wenig umgängliche Person gehalten.

Syrayn interessierte sich nicht weiter für den Konfikt zwischen Laelia und Kyro und folgte drei Pelzlingen. Dann war er plötzlich verschwunden. Die Pelzlinge mit ihm. Lautlos. Beinahe, als wären sie nie dagewesen.

Kyros Kopf wirbelte herum und er setzte auf Laelia zu, um dort weiter zu machen, wo er aufgehört hatte, ehe Xanthara aufgetaucht war. Dass Syrayn verschwand, nahm er nicht wahr und es hätte ihn auch nicht interessiert, wenn er es gesehen hätte. Sein Fang zielte auf Laelias Schulter zu. Es war keine Drohung. Er hatte vor, sie zu packen. Richtig zu packen.

Yavru lauschte stumm, wie Laelia ihrer Wut auf Kyro freien Lauf ließ. Er wusste nicht, was er davon halten sollte. Es gehörte sich eigentlich für einen Jungwolf nicht, einen Altwolf wie Kyro so anzugehen. Seiner Patentante hätte das bestimmt gar nicht gefallen. Andererseits hätte sie bestimmt auch nichts von einem Wolf gehalten, der sich nicht durchsetzten konnte, wenn es nötig war. Doch bevor er sich gezwungen sah, Stellung zu beziehen, sah aus den Augen, wie Syrayn, offensichtlich genervt von dem Streit, sich erhob und einigen Pelzlingen folgte – und plötzlich verschwunden war! „Syrayn?“, rief er, und als keine Reaktion kam, wandte er sich an die anderen: „Wo ist Syrayn? Eben war er noch da, und plötzlich ist er weg!“

Laelia bemerkte die Bewegung aus dem Augenwinkel und reagierte sofort, ohne zu zögern. Normalerweise hätte sie sich Sorgen gemacht, einen der Altwölfe anzugreifen, dem sonst alle nur mit Respekt begegneten und der im Rudel viel höhergestellt war als sie selbst, doch jetzt war nicht 'normalerweise'. Normalerweise griffen auch nicht Altwölfe einfach so Halbwüchsige an. Natürlich, sie war ausgewachsen, doch erwachsen noch lange nicht. Zum Glück zeigte das ewige Training, das sie erhalten hatte um nicht ganz wehlos zu sein falls sie von den weißen Wölfen angefallen worden wären, dass es nicht sinnlos gewesen war. Sie sprang aus dem Weg, die Ohren angelegt und die Lefzen hochgezogen. Eigentlich hatte sie nicht vor, Kyro ebenfalls zu attackieren. Doch was sollt sie tun, würde der Altwolf weiter auf sie losgehen? Ewig ausweichen konnte sie schließlich auch nicht. Außerdem: eigentlich war sie sich gar nicht so sicher, ob sie sich nur verteidigen wollte. War nicht langsam die Zeit reif, sich einen Platz in der Rangfolge des Rudels zu erkämpfen? Und wollte sie unbedingt unter Kyro stehen? Vollkommen auf ihren Widersacher konzentriert drang Yavrus Meldung nicht mal zu ihr durch.

Kyro hatte auch keine Ohren für Yavrus unwichtiges Gerede. Er setzte Laelia augenblicklich nach. Die Flamme des Zorns war kein bisschen erloschen, als die Jungfähe ausgewichen war. Im Gegenteil. Aus der Stichflamme wurde ein kleiner Waldbrand, der alles um sich herum verschlingen wollte. Er knurrte nicht mehr, ließ seinen Fang nur ein weiteres Mal blitzschnell in Laelias Richtung schnellen, um seine Zähne in ihrem Fleisch zu vergraben.

Laelia war nicht darauf gefasst, wie verbissen der Altwolf war. Laelia sah kurz die Wut in seinen Augen, und für einen kurzen Augenblick hatte sie das Gefühl, sie konnte gegen dieses Rasen nicht bestehen. Vielleicht sollte sie einfach aufgeben, den Schwanz einziehen und alles tun, um den Altwolf zu besänftigen? Aber nein... sie wollte nicht. Sie schaffte es noch ein oder zweimal auszuweichen, doch so viel sie auch geübt hatte: gegen so einen Kämpfer wie Kyro war sie eindeutig unterlegen. Seltsamerweise machte sie das nur noch wütender. Wie konnte es sein, dass ein so verbitterter und unbesonnener Wolf sie besiegen konnte, wo sie doch eigentlich vor Jugend nur so sprühen sollte?? Bei Kyros nächstem Angriff spürte sie plötzlich einen scharfen Schmerz in ihrer Schulter, nahe an ihrer Kehle. Laelia jaulte auf, spürte dann Fell an ihrer Schnauze und biss nun ihrerseits so kräftig zu wie sie nur konnte. Zufrieden spürte sie das Fleisch zwischen ihren Zähnen - sie hatte schon Angst gehabt, nur den dicken Pelz des anderen erwischt zu haben.

Yavru war von Syrayns Verschwinden so sehr abgelenkt gewesen, dass er nicht gemerkt hatte, wie aus dem Streit zwischen Kyro und Laelia ein Kampf geworden war. Das konnte doch nicht wahr sein! Plötzlich merkte auch er, wie Wut in ihm hochstieg. „Auseinander!“, knurrte er. „Syrayn ist weg, und ihr habt nichts besseres zu tun als zu kämpfen wegen, ja eigentlich wegen gar nichts? Wer weiß, was ihm passiert ist!“ Währenddessen machte er einen Schritt auf die beiden Kämpfer zu. Er wusste, dass es keine allzu geschickte Idee war, sich einzumischen, zumal Kyro ihm körperlich sicherlich immer noch überlegen war und die Gefahr bestand, dass er seine Wut nun statt an Laelia an ihm auslassen würde. Aber er konnte einfach nicht fassen, dass den beiden Syrayn weniger wichtig war als ihre alberne Streiterei.

Kyro hatte einst, vor sehr langer Zeit, ein Leben gelebt, in dem er nicht hatte kämpfen können müssen. Er hatte es einfach nicht erlernt. Wozu? Als er im Alter dieser beiden Jungwölfe gewesen war, hatte es keinen Grund gegeben, jemals jemanden zu verletzen. Er hatte Verletzungen gekannt. Die im Herzen, nicht die, die man körperlich spürte. Für eine physische Auseinandersetzung hatte nie Anlass bestanden. Aber dann waren sie ins Tal der Freiheit eingefallen und sie hatten sich verteidigen müssen. Kyro hatte nicht kämpfen können und sein Kontrahent hatte nie gelernt, dass es keinen Grund gab, einander wehzutun. Er hätte ihn beinahe getötet. Sander hatte seinen Körper in blutige Fetzen gerissen. Das war der Augenblick als Kyro das erste Mal gestorben war. Tief in sich drin. Es war so schnell gegangen, dass er es nicht einmal wahrnahm. Mit dem Rüden, dessen Leben er nahm, um sein eigenes zu retten, starb der Wolf, der nicht hatte wissen wollen, dass es manchmal wichtig war, sich verteidigen zu können. In den Monaten danach war er viele Tode gestorben, aber beim Kämpfen hatte er sich stets eine Lehre behalten: Kämpfe, ohne Rücksicht auf dich selbst. Er verschwendete keine Zeit damit, auszuweichen. Dem Tod hatte er oft genug ins Gesicht geblickt und sie hatten einander die Zähne gezeigt, nur um ein ums andere Mal wieder voneinander abzulassen. Als er jetzt an Laelias Schulter riss, kämpfte er nicht anders. Für ihn spielte es keine Rolle, ob er diese Auseinandersetzung überlebte. Reszani war fort und damit jeder Grund, sich halbwegs vernünftig zu benehmen. Er dachte nicht darüber nach, dass es nur eine nervige Jungwölfin war, die er schüttelte. Selbst wenn es ihm bewusst gewesen wäre, hätte es ihm nicht Leid getan. Dass sie ihn seinerseits packte, überraschte ihn nicht. Der Schmerz war ein vertrauter Feind. So viele Monde hatte er als Asziras Hund gelebt, hatte ihre Wut aufgefangen und begrüßt, mit jeder Wunde, die sie ihm zugefügt hatte. Eine Narbe mehr oder weniger spielte dabei keine Rolle. Er war entstellt und das schon lange bevor Laelia oder Yavru geboren worden waren. Der Winterpelz verdeckte manche Narben, aber nicht alle. Schmerz war nichts, was ihn in seinen Bewegungen lähmte, oder tollwütige Wut durch seinen Körper jagte. Für den Augenblick begnügte er sich damit, Laelia eine tiefe Wunde zuzufügen, indem sich seine Zähne tiefer gruben. Yavrus verbale Einwände erreichten ihn noch viel weniger als Laelias Biss.

Laelia wartete, dass Kyro losließ. Sie selbst kam nicht auf die Idee, zuerst ihren Griff zu lockern; doch nicht einmal aus Bosheit oder Sturheit, nein: sie glaubte einfach immer noch, dass er seinen Fehler würde erkennen. Schließlich war es ein Fehler; egal wie nervig sie war, es war nie ein Grund, sie zu Tode zu schütteln. Nach einem Augenblick bemerkte überrascht, dass sie den Schmerz in ihrer Schulter immer weniger spürte, da langsam ihre ganze Seite taub wurde. Vielleicht klemmte Kyro irgendwas ab, und dieses Gefühl machte ihr mehr Angst als der Schmerz. Schmerz bedeutete schlussendlich nur, dass sie lebte. Natürlich hasste sie den Schmerz und wäre ihm am liebsten ausgewichen, aber sie konnte nichts tun, oder? Aber irgendetwas musste sie doch tun! Diese Taubheit war ihr echt unheimlich. Aber wenn man so durcheinandergeschüttelt wurde konnte man nur schwer nachdenken. Trotzdem hatte sie nach einem Moment eine Idee und ließ sich prompt nach unten sacken, so, als wäre alle Luft aus ihr gewichen. Gleichzeitig zog sie mit aller Kraft an Kyros Schulter: sie wollte ihn zum umfallen bringen oder ähnliches.

Yavru war außer sich, als er sah, wie Kyro sich in Laelia verbiss. Ohne zu zögern sprang er nach vorne. Einen kurzen Moment lang überlegte er, ob es nicht geschickter wäre, Xanthara um Hilfe zu bitten, doch die Fähe hatte ja oft genug deutlich gemacht, dass ihr alle Wölfe außer sich selbst herzlich egal waren. Er nutzte die Gelegenheit, dass Kyro mit Laelia beschäftigt war, und schnappte nach diesem. Nicht nach seiner Kehle, aber nicht weit davon nach seiner Schulter, ungefähr da, wo er seinerseits Laelia gepackt hatte, nur auf der anderen Seite. Er wusste, dass was er gerade tat, eine riesengroße Dummheit war, die er wahrscheinlich teuer bezahlen würde, sobald Kyro von Laelia ablassen und sich auf ihn stürzen würde. Doch er konnte nicht anders, denn einerseits konnte er doch nicht zuschauen, wie Kyro die ihm körperlich deutlich unterlegene Laelia womöglich ernsthaft verletzte, und andererseits war er nach wie vor wütend.





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Lu, Kyro, Josh, Lio





Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
Mag hinter Himmeln sehen,
Wo die Welt begann
02.10.2017 23:21
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Kyro
Kyro Akira






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Wolfsträumer

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Kyro konnte zwar nicht wirklich bewusst darüber nachdenken, aber dass Yavru sich in den Kampf einmischte, kam ihm gerade recht. Seine Zorn stieg ins Unermessliche und fand in Laelia kein ausreichend großes Ventil. Er ließ die Jungfähe augenblicklich los und schnellte zu Yavru herum. Ihm waren die Konsequenzen seines Handelns schon lange nicht mehr so gleichgültig gewesen. Er hatte wieder alles verloren und hasste das Leben, sein Schicksal und die ganze Welt dafür. Bei sich selbst machte er da keine Ausnahme, auch wenn er dieses Mal rein gar nichts dafür konnte. Das war meistens so gewesen. Es widerte ihn so an, dass seine gesamte Geschichte aus nichts anderem bestand, als dem ewigen Verlieren von dem, was ihm wichtig war. Die Liste der Namen war endlos und manches war ihm bereits geraubt worden, ehe er es richtig ins Herz hatte schließen können. Das Gute in seinem Leben wurde wieder und wieder im Keim erstickt. An Aszira hatte er sich über die Jahre wirklich gewöhnt. Sie war das beständigste gewesen, was sein Schicksal ihm je gelassen hatte und mehr als einmal hatte er geglaubt, sie verloren zu haben. Jetzt hatte er es endgültig satt, für das Rudel aus wechselnden Gesichtern zu funktionieren. Sie kamen und sie gingen. Und wenn sie gingen, hatten sie jedes Mal ein Stück seines Herzens mit sich mitgenommen. Gerade als er sich in Yavrus Flanke verbeißen wollte, bemerkte er aus dem Augenwinkel eine Bewegung, mit der er nicht gerechnet hatte.

Xantharas Wut über das Spektakel übertraf die von Kyro bei Weitem. Allerdings verwandelte ihr Zorn sie nicht in einen hirnlosen, herzlosen Zombie, sondern erinnerte sie nur zu gut daran, warum sie Gesellschaft so sehr verabscheute. Sie hatte gewusst, dass der Altwolf eine tickende Zeitbombe war, aber sie hatte gehofft, er würde irgendwo anders explodieren. Nicht hier, vor ihrer Nase und in der Welt, in der sie wachte. Schon nach den ersten Bewegungen war ihr klar gewesen, dass Kyro außer Kontrolle war und sie hatte sich erhoben, um nun, da er sich von Yavru ablenken ließ, dem Ganzen ein Ende zu setzen. Sie schnappte nach dem noch vorhandenen Ohr des Rüden – das andere fehlte bereits – und biss hinein, nur um es direkt wieder loszulassen. Wenn Laelia oder Yavru die pfeilschnelle Bewegung mitverfolgen konnten, würden sie ihr Tun vermutlich für ein paar Herzschläge lang für einen Scherz halten.
Die kleine Wölfin hielt sich auch nicht länger mit den Anwesenden auf, sondern tappte davon und folgte ein paar Momente später dem Jungrüden, der mit den Pelzlingen in eine andere Welt weiter gegangen war. Es kostete sie einiges an Konzentration und Willenskraft, aber das Tor ließ sie letztlich von der Bildfläche verschwinden, als wäre auch sie nie dort gewesen.

„Iliseya.“, stellte sie fest, nachdem sie sich umgesehen hatte. Syrayn und die Pelzlinge schienen nicht weit gekommen zu sein, sie stand den Vieren gegenüber.


Kyro war einen Moment unschlüssig, ob überhaupt etwas passiert war. Sein Ohr wurde wieder losgelassen und es schmerzte nicht besonders. Abgerissen worden war es kaum. Das andere fehlte, seit er vor Jahren gegen seinen Sohn gekämpft hatte. Eine seltsame Erinnerung flackerte durch seine Gedanken, als er durch Xantharas rätselhaftes Eingreifen lange genug unaufmerksam war, um Yavru zu verfehlen. An jenen Kampf hatte er selten gedacht, in den letzten Jahren. Manchmal hatte er versucht, für Reszani ein besserer Vater zu sein, als er es für seine eigenen Welpen gewesen war, aber bis heute wusste er nicht, ob sie in ihm überhaupt je solch eine Figur gesehen hatte. Jetzt würde er es wohl nie mehr erfahren.
Die Traurigkeit darüber erfüllte ihn kurz und überwog den Zorn, ehe ein scharfer, stechender Schmerz seinen ganzen Körper flutete, ausgehend von seinem Ohr. Kyro riss seinen Vorderlauf nach oben und rieb ihn über das Ohr, in das Xanthara gebissen hatte, doch der Schmerz ließ sich nicht abschütteln. Im Gegenteil. Ihm stockte der Atem, als die unscheinbare, leichte Verletzung mit jedem vergehenden Herzschlag mehr weh zu tun begann. Der Altwolf knickte ein und nach wenigen weiteren Sekunden begann er zu schreien, wie nur jemand schreien konnte, der den höllischen Schmerzen des bevorstehenden Todes ins Auge blickte.




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Lu, Lio, Josh, Lijenna






Seelenlied - Kyro an Aszira
Willst du tanzen, dunkler Engel, ich bin da, du schaust zu mir,
Jeden Tag in all den Jahren, war mein Platz gleich neben dir.
Meine Lefzen stumm verschlossen, mein Gesicht die Lüge lebt,
Das Gefühl gleich dunklen Schatten, über unsren Köpfen schwebt.
Voller Liebe will ich flüstern, Worte die nur dir gehör’n,
Und muss doch auf ewig schweigen, um nicht alles zu zerstör’n.
Zweifle nicht an meinen Taten, frage niemals nach dem Sinn,
Denn die Maske, sie wird fallen und dann siehst du was ich bin.

02.10.2017 23:42
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Lijenna
Lillyan Caesar






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Wolfsträumer

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Laelia wurde irgendwann von dem rasenden Wolf losgelassen - wann genau konnte sie nicht so wirklich sagen, da ihre Seite so taub war dass sie keinen Unterschied spüren konnte. Sie lag am Boden, und über ihr machte Kyro Anstalten, sich auf Yavru zu stürzen. Lae konnte sich nicht entschieden, ob sie Yavru wundervoll oder dumm finden sollte, aber sie tendierte stärker zu ersterem. Dann mischte sich Xanthara ein, und auch bei ihr war sich Laelia nicht genau über die Motive klar. Die Wölfin hatte ja nicht wirklich was mit ihnen zu tun haben wollen, oder? Warum wollte sie dann ihre Gesundheit riskieren? Laelia bewunderte sie für einen Moment, doch dieses Gefühl schlug in Fassungslosigkeit um als sich die Wölfin nach einem kurzen Schnappen einfach abwandte. Hatte sie ihre Meinung geändert? Laelia starrte ihr nach. Ihr Kopf arbeitete seltsam langsam, und es dauerte lange, bis ihr bewusst wurde, dass Kyro schrie. Weshalb? Dumpf sah sich Lae um, suchte den Feind - oder Freund, wie man es sah. Aber da war niemand. Was ging hier vor sich?

Yavru bemerkte erstaunt, wie Xanthara Kyro im Vorbeigehen ins Ohr biss, als dieser gerade nach ihm schnappte. Wäre er nicht gerade in einen Kampf verwickelt gewesen, hätte er diesen Anblick wahrscheinlich als ziemlich lustig gefunden, doch so schaffte es Xanthara zumindest, Kyro für einen Moment lang abzulenken. Nicht lange, aber doch lange genug, dass Yavru loslassen und ausweichen konnte, sodass Kyros Biss ins Leere ging. Gleich danach stürze Yavru wieder nach vorne und biss erneut zu, wohl wissend, dass er dieses mal wohl nicht so viel Glück haben würde. Doch er wurde erneut überrascht, als Kyro plötzlich erstarrte und schließlich zusammenbrach. Der alte Rüde schien starke Schmerzen zu haben. So doll hatte Yavru doch nun auch nicht zugebissen, oder? Als Kyro schließlich vor Schmerzen zu schreien begann, wurde Yavru klar, dass das sicher nicht an seinem Biss lag. Irgendetwas war mit Kyro passiert. Aber was?

Kyro versuchte immer wieder unbeholfen mit dem Vorderbein über das Ohr zu streichen, als könnte er so den Schmerz vertreiben. Er konnte nicht einmal darüber nachdenken, wo dieser herkam. Es war wie ein Hornissenstich, nur tausend mal schlimmer. Unerträglich. Eigentlich hätte er erwarten können, dass irgendwann der Schmerz nachließ, aber dem war nicht so. Zumindest nicht in einer Zeitspanne, die man üblicher Weise kannte, wenn man verletzt wurde. Auch die Wunden, die Yavru und Laelia ihm zugefügt hatten, blendete sein Gehirn im Augenblick völlig aus. Alles in ihm konnte sich nur auf den einen, abartigen Schmerz konzentrieren. Und diesen schrie er in die Welt hinaus. Er wälzte sich am Boden, versuchte das Ohr von etwas zu befreien, dass nicht da war und jaulte verzweifelt, weil der gigantische Schmerz irgendein Ventil brauchte.

Laelia war immer noch langsam im Kopf - wahrscheinlich war das der Schock wegen der Verletzung. Und so war ihre ganze Reaktion auf Kyros Schmerzen totales Unverständnis.

Yavru bemerkte, dass es offenbar das Ohr war, das Kyro Schmerzen bereitete, da er immer wieder mit der Pfote darüber strich. Das Ohr, in das Xanthara gebissen hatte. „Das ist, weil Xanthara ihn gebissen hat, oder? Sie ist nicht aus unserer Welt, sie frisst andere Dinge als wir, vielleicht ist sie auch sonst anders. Vielleicht ist sie giftig, wie eine Schlange?“ Wenn ja, was würde das für Kyro bedeuten? Würden die Schmerzen nach einer Weile nachlassen? Oder würde er womöglich sterben? Yavru verspürte nicht allzu viel Mitleid, zumal er jetzt sah, wie schwer Kyro Laelia verletzt hatte. Aber den Tod wünschte er ihm nun doch nicht. Wobei das wahrscheinlich eh keine Rolle spielte, denn Yavru wusste, nicht wie man ihm helfen könnte. Und Xanthara, die es sicherlich gewusst hätte, war verschwunden.

Kyro wusste sich auch nicht zu helfen. Er tobte, sprang herum, schlug das Ohr wieder zu Boden, wälzte sich fiepend weiter, schrie dann wieder... Alles in allem kämpfte er gegen einen unsichtbaren Feind. Es war ein wilder Kampf, der erst immer wilder wurde und dann abflaute. Der Altwolf japste irgendwann nach Luft und blieb irgendwann liegen. Gefangen im Schmerz, aber zu erschöpft, um weiter dagegen anzukämpfen. Es schien ohnehin keinen Sinn zu machen. Manchmal hatte er das Gefühl, das Bewusstsein zu verlieren. Aber er wusste nie, ob es nur ein Herzschlag war, der ihn aus der Welt riss, oder ob es länger andauerte.

Laelia beobachtete Kyro. Sie wusste nicht, wie lange er schrie und sich wälzte, doch ihr Kopf wurde klarer und die taube Seite spürte wieder etwas. Ihre Schulter pochte dumpf, und wenn sie sich bewegte spürte sie einen scharf stechenden Schmerz. Irgendwann konnte sie aufstehen, und sobald sie stand und sah, wie Kyro nur noch da lag, unfähig sich zu helfen, unfähig zu kämpfen, spürte sie Mitleid mit dem Altwolf. Sie hatte ihm nicht vergeben, doch sie wollte auch nicht, dass er auf so eine Art und Weise bestraft wurde. Sie wollte selbst gewinnen, ihn selbst überzeugen, und empfand das als falschen Weg. Vorsichtig trat sie näher an Kyro an und wechselte einen kurzen Blick mit Yavru. Dieser schien auch nicht wirklich verärgert oder so. Laelia ging weiter auf Kyro zu, aufmerksam, auf alles gefasst. "Kyro?", fragte sie etwas zögerlich.

Yavru musste tatenlos mitansehen, wie Kyro aufhörte, sich jaulend und winselnd hin und her zu wälzen und kraftlos liegen blieb. Ein Blick in sein schmerzverzerrtes Gesicht machte klar, dass es nicht besser geworden war, sondern eher noch schlimmer. Laelia hatte sich unterdessen aufgerichtet. Yavru fragte sie unsicher: „Was sollen wir tun? Meinst du, er stirbt?“ Er vermutete, dass Laelia ebenso wenig eine Antwort darauf wusste, wie er selbst, aber er musste die Fragen einfach aussprechen.

Kyros Inneres schrie noch immer vor Schmerz, aber die Erschöpfung verbannte ihn in die Reglosigkeit.

Laelia stupste Kyro vorsichtig an, als er sich nicht rührte. "Hey... Kyro..." Er lag einfach so da. Und er tat Laelia immer noch leid. So hatte sie sich das nicht vorgestellt. "Ich weiß nicht. Kann man von Schmerz sterben?" Laelia sah den Rüden lange an, und dann entschied sie sich, dass es ihr egal war, dass er ihr vorher so weh getan hatte. Zumindest einstweile. Sie legte sich neben Kyro, ganz nahe. Sie wollte tatsächlich Trost spenden - damit sie sich an Kyro rächen konnte, musste er zuerst wieder auf die Beine kommen. Außerdem war er trotz allem irgendwie Familie, schließlich waren sie doch vom gleichen Rudel. "Kyro...." Sie stupste den Altwolf wieder an, pustete ihm sanft auf den Kopf.

Yavru hatte nicht erwartet, dass Laelia eine Antwort auf seine Fragen wissen würde. „Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht mal, ob es besser wäre, wenn man es könnte, oder wenn man es nicht könnte.“ Die Vorstellung, das Kyro starb, war nicht schön, aber dass er womöglich in dem Zustand, in dem er sich gerade befand, weiterleben musste, war so schrecklich, dass Yavru es sich lieber gar nicht vorstellen wollte. Er sah, wie Laelia sich neben Kyro legte. Wahrscheinlich war es zumindest im Moment, das einzige, was sie für ihn tun könnten, ihm Trost zu spenden und ihn vielleicht etwas von den Scherzen abzulenken, auch wenn Yavru nur zu gut wusste, dass Kyro eigentlich für so etwas nicht viel übrig hatte. Hilflos legte er sich auf Kyros andere Seite und fragte diesen ruhig: „Können wir dir irgendwie helfen?“ Er bezweifelte, dass Kyro die Frage überhaupt wahrnehmen konnte, und wenn ja, könnte er vermutlich ohnehin nicht antworten. Aber Yavru wollte zumindest versuchen, etwas zu sagen.

Kyro gelang es nicht, den Schmerz auszublenden, nieder zu kämpfen, oder irgendwie abzuschütteln. Alles drehte sich nur um die Hölle, die seinem Ohr direkt zu entspringen schien. Nebenbei nahm er langsam wieder die Worte und Berührungen wahr, aber sie halfen nicht und sie trösteten auch nicht. Er fuhr schließlich herrisch auf, erhob sich und knurrte drohend. Offenbar war er wenig begeistert davon, dass die Jungwölfe ihm auf die Pelle rückten. Fast im selben Augenblick versuchte er wieder hilflos über das Ohr zu streichen und tänzelte windelnd umher.

Laelia war für einen Moment froh, als sie merkte, dass es Kyro langsam besser zu gehen schien. Im nächsten Moment bereute sie es, sich jemals um den alten Wolf gekümmert zu haben. Sie wollte ihn schon wütend anfahren (nur um zu riskieren, wieder gebissen zu werden), doch irgendwie schien sich das "Problem" von selbst zu lösen. Erstaunt sah Laelia zu, wie er umhersprang. Ob es da wirklich einen Zusammenhang geben konnte - zwischen seinem Zorn und seinem Schmerz?

Yavru hatte sich nicht geirrt: Kyro hatte tatsächlich nicht viel dafür übrig. Schnell erhob Yavru sich, um genug Sicherheitsabstand zwischen sich und Kyro Nun ja, vermutlich war es ein gutes Zeichen, wenn es dem alten Rüden wieder gut genug ging, um seinen Ärger so deutlich zu zeigen. Oder auch nicht, denn kurz darauf fing er wieder an zu winseln und sich über sein Ohr zu streichen. „Vielleicht sollten wir ihm das Ohr auch noch abbeißen, dann hat er zumindest Ruhe davon“, meine Yavru mit einem verärgerten Unterton und wusste selbst nicht, ob er es nicht womöglich doch ernst meinte.

Kyro machte es rasend, dass er Laelia und Yavru nicht auf der Stelle töten konnte, für all die Frechheiten! Und das geheuchelte Mitleid und... den Umstand, dass sie überhaupt auf der Welt waren! Er rannte davon, wie von der Tarantel gestochen - oder von Xanthara gebissen - und eilte ins Meer, um seinen Kopf ins Wasser zu tauchen. Vielleicht verschaffte ihm das Linderung?

Laelia trabte langsam hinter Kyro her, mit einer seltsamen Mischung aus Neugierde und Zorn. Sie wollte den verrücktgewordenen Wolf lieber nicht aus den Augen verlieren, bei dem konnte man nicht mehr wirklich wissen, was er vorhatte.

Yavru beboachtete mit einem leichten Anflug von Zufriedenheit, wie Kyro auf seine Drohung, ihm das Ohr abzubeißen, reagierte. Wenn der Rüde jetzt wieder aufstehen und weglaufen konnte, konnte es nicht mehr ganz so schlimm sein. Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, wenn er eine Weile in diesem Zustand bliebe – stark genug, um zu reagieren, aber zu schwach, um gefährlich zu sein. Nun gut, es wäre schwierig, ihn so dazu zu bekommen, das zu tun, was er tun sollte, um endlich diese Welt verlassen zu können. Aber das war es bei Kyro ja ohnehin, oder? Bei Yavru war es jedenfalls eindeutig mehr Neugierde als Ärger, als er dem alten Rüden folgte und interessiert zuschaute, wie dieser den Kopf ins Wasser steckte. Versuchte er, was auch immer ihn quälte, so abzuwaschen? Yavru bezweifelte, dass das funktionieren würde, musste sich im Stillen eingestehen, dass ihm auch nichts besseres einfallen würde.

Kyro hielt den Kopf so lange unter Wasser, wie er konnte. Als seine Lungen zu brennen begannen und er gezwungen war, Luft zu holen, tauchte er wieder auf. Vor Yavrus und Laelias Augen verschwand er in diesem Augenblick. Als er blinzelte, hatte sich die Welt um ihn herum verändert.

Laelia beobachtete den Rüden. Wenn er ertrunken wäre, hätte sie ihn wohl nicht gerettet.

Yavru war überrascht, als Kyro plötzlich weg war. Nicht so sehr, wie er es noch vor kurzem gewesen wäre, denn in diesen Welten musste man anscheinend immer damit rechnen, dass ein Wolf verschwand und in einer anderen landete. An Laelia gewandt stellte er fest: „Anscheinend hat er seine Lektion gelernt, was auch immer es war. Jetzt sind nur noch wir beide übrig.“ Auch Xanthara hatte, das war ihm mittlerweile klar geworden, nicht etwa nur ihre Nähe, sondern die komplette Welt verlassen, ebenso wie Syrayn zuvor. Jetzt waren sie beide wahrscheinlich die einzigen Wölfe in dieser gesamten Welt. Die Vorstellung gruselte ihn irgendwie.

Laelia sah Yavru nachdenklich an. "Ja, so muss es wahrscheinlich sein. Und... das sind wir wohl. Zu zweit. Aber wie kommen wir hier weg? Ich sehe keinen Sinn darin, hier noch länger zu blieben..."

Yavru überlegte. „Vielleicht machen wir es einfach so wie er, und springen ins Wasser? Aber dann sollten wir es am besten gleichzeitig tun, damit wir auch in der gleichen Welt landen.“ Er war sich zwar nicht sicher, ob das tatsächlich so funktionieren würde, aber wenn sie nicht ewig hier bleiben wollten, mussten sie es wohl riskieren.

Laelia zweifelte zwar ein wenig daran, dass das funktionieren würde - aber sie hatte ja keine bessere Idee. "Okay. Tun wir das. Jetzt gleich?"

Yavru zögerte kurz. Was, wenn sie in unterschiedlichen Welten landen würden und dann ganz alleine wären? Aber sie mussten es tun. „Ja. Wenn du bereit bist. Ich würde vorschlagen, ich zähle bis drei, und bei drei springen wir. Einverstanden?“

Laelia nickte. "Klingt gut!"

Yavru begann zu zählen: "Eins." Er wandte den Blick von Laelia ab und schaute aufs Meer hinaus. "Zwei." Er machte sich zum Sprung bereit. "Drei." Er sprang.

Laelia passte auf. Sie sprang im richtigen Moment und landete klatschend gleichzeitig mit Yavru im Wasser. Und dann verschwand sie.





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Lu, Kyro, Josh, Lio





Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
Mag hinter Himmeln sehen,
Wo die Welt begann
21.10.2017 21:09
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