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Lijenna
Lillyan Caesar






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Wolfsträumer

Das Weltentor Caeluci - Der zweite Besuch
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Nachdem Lijenna und Aramis das erste Mal durch den Nebel gesehen hatten, wollte die junge Wölfin mehr darüber wissen und probierte wieder und wieder aus, zu 'sehen'. Manchmal verschwandt der Nebel und manchmal nicht. Malumir hatte irgendwann verlauten lassen, dass er Laelia und den anderen helfen musste und so warteten sie nun auf die Rückkehr des Wächsters. Lijenna hatte noch viele Fragen an ihn. Im Augenblick spielte sie mit den Lichterwellen am Boden. Still und vergnügt.

Xaron spürte, dass es geklappt hatte. Er hatte die Welt gewechselt. Vorsichtig öffnete er die Augen. Um ihn herum war Nebel. Und der Boden sah aus, als sei er flüssig, doch er war nicht nass. Jede Bewegung erzeugte darin Wellen, die aussahen, als bestünden sie aus flüssigem Licht. Eindeutig Cealuci. Geschafft. Er war in Sicherheit. Und jetzt, wo die Anspannung von ihm abfiel, traf ihn die Müdigkeit erst mit voller kraft. Er legte sich hin, weil er sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte, und schaffte es gerade noch so, nicht einfach zu Seite umzukippen. Egal, was passieren würde, er würde sich erstmal ausruhen. Hoffentlich würde die Kraft, die ihm der Gruselwolf genommen hatte, bald zurückkehren.

Syrayn blickte sich um. Gerade noch war er mit Yavru und der Füchsin Atsuko inmitten dieses gruselig-tödlichen Waldes gestanden und nun war er umgeben von Weiß. Aber er sah nichts außer dieses Weiß. Er war ganz alleine... Wo waren Yavru und Atsuko hin? Hatte er sie verloren? Waren sie irgendwo anders in Caeluci gelandet? War überhaupt irgendwer sonst aus seinem Rudel hier oder war er jetzt ganz allein? "Halloooooo? Ist jemand hiiiiiiiiiier?", rief der Jungwolf so laut er konnte. Malumir hatte das letzte mal nichts von gefährlichen Dingen in Caeluci gesagt, also sollte es nichts ausmachen, wenn er Aufmerksamkeit erregte, oder? Er wollte nur wissen, ob sonst noch jemand hier war.

Lijenna hörte die Stimme ihres Bruders und blickte auf. Sie wandte ihren neuen Trick an, durch den Nebel dieser Welt zu sehen und lief dann auf Syrayn zu. Dieser war nicht weit entfernt, aber der Nebel verschluckte ihn gleich wieder, als sie erneut erblindete. Da sie aber die Richtung kannte, in der sie ihren Bruder finden würde, trat sie wenige Augenblicke später zu ihm. "Ich bin hier. Und Aramis und Aryth."

Xaron sah zu, wie die Lichterwellen um ihn herum wild durcheinander stoben, als sein schwerer Körper auf dem Boden landete. Er war zu müde, um den Anblick wirklich zu genießen, aber zumindest fand er es beiläufig interessant. Er wollte gerade die Augen schließen, da hörte er Syrayns Stimme, und kurz darauf die von Lijenna.. „Ich bin auch hier“, sagte er müde.

Syrayn konnte seine Schwester erst sehen, als sie sich wenige Meter vor ihm befand. Auch konnte er sie nicht wirklich hören, da der Nebel die Geräusche zu verschlucken schien. Allerdings minderte dies nicht die Freude daran, Lijenna wiederzusehen. "Lijenna! Ihr seid immer noch hier! Ich bin so froh, dass es euch gut geht! Du ahnst nicht in welchen Schwierigkeiten wir gerade waren ..." Syrayns Rute wedelte freudig hin und her. Auch die Tatsache, dass Xaron es hierhergeschafft hatte freute Syrayn. Vielleicht schafften Xanthara und Malumir es ja wirklich sie alle vor Togundras Grauen zu retten. "Xaron, ruh dich aus. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie du dich jetzt gerade fühlst... Zumindest kann uns hier jetzt nichts mehr geschehen."

Xaron schloss die Augen und war beinahe eingeschlafen, als ihm plötzlich ein schrecklicher Gedanke kam, der ihn wach hielt. „Dieser Wolf, der mir weh getan hat, der kann nicht auch hierher kommen, oder?“

Lijenna war ziemlich überfordert. Sie verstand Syrayns Worte nicht und erst einmal erinnerte sie sich daran, dass sie mit der Rute wackeln musste, wenn sie andere wissen lassen wollte, dass sie sich freute. Also wedelte sie erst einmal, während sie darüber nachdachte, was ihr Bruder gerade erzählt hatte. "Malumir hat gesagt, er muss euch helfen. Musste er euch helfen, weil ein Wolf Xaron weh getan hat?" Das war, was sie gerade irgendwie in das Gesagte hineininterpretieren konnte. Interpretation war nicht unbedingt ihre Stärke und nichts selbstverständliches für sie.

Xanthara stolperte auf die Lichtebene und schnaubte. "Was für ein Tag!", fluchte sie und platzte damit in das Gespräch zwischen Xaron, Syrayn und einer unbekannten Fähe. Xaron kannte sie eigentlich auch nicht wirklich, nur seinen Namen, den die Jungwölfe erwähnt hatten. "Verdammt sei diese dämliche Welt Togruduna."

Syrayn musste auf Xarons Frage kurz nachdenken, aber er glaubte sich an etwas zu erinnern, das Xanthara ihm damals gesagt hatte, als er nach Togruduna gekommen war. "Xanthara meinte, dass die Welt an sich ein Fluch sei und dass sie sich Seelen einverleibt. Das heißt aber doch, dass sie nicht irgendwo anders hin geht, oder? Eine ganze Welt kann ja nichts irgendwohin gehen. So wie Xanthara das gesagt hat, ist es so, dass dieser Geisterwolf zu der Welt dazugehört ... Oder so. Auf jeden Fall sind wir hier sicher Xaron." Nachdem er dies gesagt hatte, stand die Fähe auf einmal sogar neben ihnen. Wenn man vom Teufel sprach ... "Ja, Lijenna. Malumir kam um uns zu retten. Ohne ihn wären wir jetzt gar nicht mehr da. Ohne ihn hätte uns die Welt aufgefressen! Xaron wurde schon beinahe aufgefressen. Aber nicht er selbst, sondern seine Lebensenergie... Verstehst du nun, wie grauenhaft der Ort war, an dem wir gerade waren?"

Yavru schaute sich um, als er merkte, dass er eine andere Welt erreicht hatte. Viel zu sehen gab es allerdings nicht, denn um ihn herum war dichter Nebel. Nur den Boden konnte er erkennen, und er sah genauso aus, wie der alte Rüde ihn beschrieben hatte. Anscheinend war er tatsächlich in Cealuci gelandet. Er lauschte, doch wenn es andere Geräusche gab, dann verschluckte der Nebel sie. Doch dann hörte er in der Ferne eine Stimme. Lijenna! Yavru konnte im Nebel nicht abschätzen, wie weit sie entfernt war, aber er konnte die Richtung bestimmen, und in diese lief er los. Kurz darauf hörte er weitere bekannte Stimmen, nämlich die von Xanthara und Syrayn. Er beeilte sich, sie zu erreichen.

Xaron beruhigte sich, und schloss die Augen wieder. Selbst Xantharas Geschimpfe konnte ihn nicht mehr aus der Ruhe bringen, jetzt wo er wusste, dass er wirklich in Sicherheit war. Und noch etwas beruhigte ihn irgendwie: Dass der gruselige Wolf anscheinend gar kein Wolf gewesen war, sondern nur ein Teil einer abgrundtief bösen Welt.

Lijenna hätte zweifelnd geschaut, wenn ihr jemand erklärt hätte, wie man dazu das Gesicht umformen musste. Aber außer den Ausdruck von Freude konnte sie nichts zeigen, weil es ihr niemand beigebracht hatte. Im Augenblick sah sie Syrayn gewohnt monoton hat, aber immerhin mit wachelnder Rute. Sie hörte ihm aufmerksam zu, auch wenn man es nur schwer erahnen konnte. Sie sah ihren Bruder nicht an, sondern betrachtete seine Pfoten. "Nein.", antwortete sie dann auf die letzte Frage von Syrayn. Sie verstand nicht, wie grauenhaft der Ort war. Ihr Blick glitt in die Richtung einer fremden Fähe und fiel dann auf Yavru. "Fru!"

Syrayn stieß nur ein sehr leises 'Hm' aus, als Lijenna ihm sagte, dass sie nichts verstanden hätte. Aber es war wahrscheinlich auch nicht wichtig. "Ist auch nicht so wichtig, Lijenna. Aber du musst dir merken, dass die Welt Togruduna gefährlich ist, okay? Hoffentlich kommst du aber niemals dorthin..." Als auch Syrayn Yavru bemerkte beeilte er sich diesem entgegen zu laufen. "Yavru! Du hast es auch hierher geschafft! ... Aber wo ist Atsuko hin?"

Yavru sah, wie vor ihm die Umrisse von Wölfen im Nebel auftauchten. Und erst jetzt begann seine Nase, die anderen auch zu wittern. Anscheinend hielt der Nebel Gerüche ähnlich wie Geräusche zurück und schränkte so alle Sinne gleichermaßen ein. Noch immer war er sich nicht ganz sicher, ob er tatsächlich Lijenna gehört hatte. Schließlich hatte er sie seit seinem Eintauchen in die Welten nicht mehr gesehen, und ihm kam es so vor, als sei das schon eine Ewigkeit her. Doch als sie ihn rief, wie sie es früher immer getan hatte, gab es für ihn kein Halten mehr. „Lijenna! Nainana! Du bist hier!“ Normalerweise wäre es ihm irgendwie peinlich gewesen, Lijenna bei ihrem Welpennamen zu nennen, aber jetzt war ihm das egal. Seine Rute wedelte wie wild, als er auf sie zu lief. Doch Syrayn, der ihm entgegen gekommen war, dämpfte seine Freunde schlagartig wieder. „Ich … ich weiß nicht wo sie ist. Sie war plötzlich weg. Aber Malumir sucht nach ihr, er findet sie bestimmt!“

Lijenna dachte noch über das nach, was Syrayn ihr gesagt hatte, ehe dieser sich Yavru zugewandt hatte. Sie hatte von Gesprächsdynamiken keine Ahnung. "Hat der Wolf Xarons Lebensenergie gefressen? Und hat das weh getan? Oder hat etwas anderes weh getan?" Sie realisierte nicht wirklich, dass Syrayn mit Yavru schon über etwas anderes sprach. "Ist Atsuko der Wolf?" Wovon redeten ihre Brüder da eigentlich?

Syrayn blickte wieder zu seiner Schwester. "Ja, er hat Xarons Energie gefressen. Und das hat Xaron natürlich weh getan. Der böse Wolf hat Xaron ganz komisch angeschaut und das hat ihm weh getan. Und weil jetzt viel von seiner Lebensenergie weg ist, ist er jetzt so müde. Also müssen wir ihn schlafen lassen, damit es ihm dann wieder gut geht." Syrayn machte eine kurze Pause, damit Lijenna das Gesagte verarbeiten konnte, dann sprach er weiter: "Und Atsuko ist eine Füchsin, die wir getroffen haben. Ich glaube Laelia und Yavru haben sie in einer anderen Welt getroffen und dann ist sie mitgekommen. Malumir wird sie bestimmt finden und dann kommt sie auch her. Sie scheint ganz nett zu sein." Zu Yavru gewandt fragte er dann noch: "Aber war sie nicht direkt bei uns? Wie konnte sie da einfach verschwinden? Ich verstehe diese Welt nicht ..."

Yavru wollte gerade Lijenna antworten, da übernahm Syrayn das schon. Auch wenn er sich nicht sicher war, ob man einiges nicht einfacher hätte erklären müssen, damit Lijenna es verstehen konnte, wollte er Syrayn dennoch nicht unterbrechen, da das für Lijenna dann noch verwirrender gewesen wäre. Also hörte er nur zu und nickte, um das, was Syrayn sagte, zu bestätigen. Erst als dieser aus Atsuko zu sprechen kam, widersprach er. „Nein, ich habe sie erst getroffen, als du hierher gesprungen bist und wir zusammen zurückgeblieben sind.“ Und auf Syrayns Nachfrage setzte er hinzu: „Ich weiß es nicht. Als wir es nicht geschafft haben, mit dir nach Caeluci zu springen, wollten wir zu Xanthara zurück, aber wir haben unsere eigene Fährte nicht mehr gefunden und uns verlaufen. Und dann habe ich Atsuko wieder aus den Augen verloren.“ Nach einer kurzen Pause fügte er leise hinzu: „Glaubst du, es ist meine Schuld?“

Lijenna versuchte die Worte alle miteinander in Einklang zu bringen, sodass sie Sinn ergaben. "War der andere Wolf der Tod?", wollte sie dann wissen. "Der Tod nimmt doch immer die Lebensenergie weg, bis man müde wird und einschläft, ohne jemals wieder aufzuwachen. Man wacht erst bei den Sternen wieder auf, aber für alle die nicht bei den Sternen sind, schläft man ewig." Ihr Blick glitt zu Xaron. "Vielleicht holt sich der Tod Xarons restliche Lebensenergie, weil er schon schläft. Und dann geht er zu den Sternen." Natürlich redeten ihre Brüder bereits wieder von etwas anderem, aber so wirklich mitbekommen hatte sie das nicht.

Xanthara mischte sich an dieser Stelle ein. "Xaron wird nicht sterben. Er ruht sich aus und gewinnt dadurch seine Lebensenergie zurück. Deshalb müssen wir alle von Zeit zu Zeit schlafen... Wenn wir sterben, schlafen wir nicht wirklich. In unseren Körper kehrt nur eine ähnliche Ruhe ein. Eine Ruhe, die entgültiger ist und ewig wärt." Sie deutete zu Xaron. "In ihm ist keine friedliche Ruhe... eher eine erschöpfte Unruhe." Das merkte man am Zucken des Körpers und an dem Wimmern.

Syrayn wusste nicht so recht, wem er jetzt zuerst antworten sollte. Er entschied sich zuerst Yavru seine Sorge zu nehmen. "Die Wege in Tagruduna sind ja Irrwege, sie ändern sich ständig. Da ist es nicht verwunderlich, dass Atsuko auf einmal weg war. Du hättest nichts für sie tun können. Wenn der Wald wollte, dass ihr getrennt werdet, dann hat er es einfach gemacht. So wie du dann nicht mehr zu Xanthara gefunden hast. Das war sicher auch der Wald." Dann meinte er wieder zu Lijenna: "Er wird nicht zu den Sternen gehen. Dieser böse Wolf war Teil eines Fluches. Die gesamte Welt besteht aus einem Fluch, hat Xanthara gesagt. Aber der Tod ist kein Fluch. Er kommt einfach, wenn das Leben für ein Lebewesen zu Ende gehen soll. Und dann kann er auch eine Erlösung sein. Stell dir zum Beispiel vor, dass jemand von einem schweren Stein getroffen wird und ganz viele Schmerzen hat und man weiß, dass er nie wieder gesund werden kann. Dann ist es doch schön für ihn, wenn der Tod kommt und ihn holt und er dann keine Schmerzen mehr hat, oder? Aber Xaron ist nur müde. Er wird wieder gesund. Aber wir sollten ihm etwas zu essen holen, damit er schnell wieder zu Kräften kommt. Was meint ihr dazu?"

Yavru war beruhigt, als Syrayn ihm versicherte, dass es nicht seine Schuld war, dass Atsuko verschwunden war. Doch dieses Gefühl war wie weggeblasen, als Lijenna in ihrer unschuldigen Neugierde fragte, ob Xaron jetzt sterben würde. Bevor er sich gesammelt hatte, hatten sowohl Xanthara als auch Syrayn Lijenna bereits erklärt, dass dies nicht der Fall sein würde. Hoffentlich, setzte Yavru in Gedanken dazu, wagte aber nicht, es auszusprechen. Denn lange hätte es wohl nicht mehr gedauert, und der Geisterwolf hätte Xaron tatsächlich getötet. Glücklicherweise wechselte Syrayn das Thema. „Ja, das klingt nach einer guten Idee. Wo findet man in dieser Welt Beute?“ Und nachdem er sich umgeschaut hatte, fügte Yavru hinzu: „Und wie jagt man überhaupt hier, wo man nicht weit sehen, hören oder riechen kann?“

Xanthara erhob sich und schnaubte. "Ich verzieh mich dann lieber mal..."

Lijenna hörte Xanthara und Syrayn aufmerksam zu. Sie versuchte sich jedes Wort zu merken, das die beiden über den Tod sagten und wägte zwischen anderen Erzählungen ab, die sie in ihrem Leben über den Tod gehört hatte. "Ich war noch nie bei einem Wolf, der zu den Sternen gegangen ist. Nicht ganz nah.", sinnierte sie. "Aszira ruft den Tod oft für andere Wölfe."

Syrayn beruhigt, dass Yavrus traurige Stimmung zu Tatendrang gewandelt war. "Vielleicht gibt es hier nicht mal etwas zu jagen ..." Dem Jungwolf war nicht klar, warum Xanthara ausgerechnet jetzt beschloss irgendwoanders hin zu gehen. Sie könnte ihnen doch wenigstens sagen, wo sie etwas zu fressen finden würden - immerhin kannte sie sich in den verschiedenen Welten aus und sie alle nicht. "Du könntest uns wenigstens einen Rat geben. Wir haben seit ewigen Zeiten nichts mehr gegessen." Sie war wohl wirklich nicht an Gesellschaft interessiert. "Aber Xanthara? Danke für die Rettung!", rief Syrayn ihr noch zu, bevor sie gehen würde, ohne dass Syrayn ihr das vorher gesagt hatte. Dann wandte er sich wieder Lijenna zu. "Schwester, sag mal was ihr in der Zwischenzeit so gemacht habt, während wir in anderen Welten waren."

Yavru war überrascht, das Xanthara plötzlich gehen wollte, nachdem sie sich doch bisher ganz gut in der ihr angeblich so verhassten Gesellschaft anderer Wölfe aufgehalten und hatte sogar die Geduld aufgebracht, zu versuchen, Lijenna ein so schwieriges Thema wie den Tod zu erklären. War ihr womöglich gerade selbst aufgefallen, dass das nicht zu dem Bild passte, dass sie selbst von sich hatte, und zog sie sich jetzt lieber in ihre selbst gewählte Einsamkeit zurück, als zuzugeben, dass sie vielleicht doch nicht alle anderen Wölfe schrecklich fand? Aber dann wurde ihm klar, dass die Erklärung vermutlich viel einfacher war. Xanthara ernährte sich, wie er sich erinnerte, nur von Pflanzen oder zumindest ähnlichen Dingen, und konnte es nicht ertragen, Blut zu sehen. Offensichtlich fürchtete sie, dass sie, wenn er und Syrayn jetzt jagen gingen, zwangsläufig in Kontakt mit toter Beute kommen würde. „Warte! Wir können auch außer Sichtweite jagen, damit du es nicht sehen musst. Vielleicht passt du so lange auf Xaron auf? Oder du suchst dir selbst etwas zu fressen? Wenn es hier tatsächlich Beute geben sollte, gibt es bestimmt auch … Röten, oder was auch immer du so frisst.“ Auf Syrayns Worte setzte sie noch hinzu: „Ja, von mir ebenfalls vielen Dank! Du hast uns das Leben gerettet!“

Xanthara rümpfte die Nase. "Wenn ihr den Tod bringt, möchte ich nicht nur außer Sichtweite sein. Ich möchte auch außer Hörweite und Riechweite sein.", erklärte sie knapp. "Blutbäder sind nicht mein Fall und Tötungsabsichten auch nicht. Xaron schwebt hier nicht in Gefahr, außerdem können die beiden Rüden da drüben auf ihn aufpassen. Ich habe meine Aufgabe ohnehin erledigt. Ihr seid nun Malumirs Gäste und somit sein Problem."





Geschlecht


Alter


Größe


Status


Charakterbogen


Lu, Kyro, Josh, Lio





Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
Mag hinter Himmeln sehen,
Wo die Welt begann
11.11.2017 22:28
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Lijenna
Lillyan Caesar






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Wolfsträumer

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Yavru gefiel der plötzliche vorwurfsvolle und fast schon herablassende Ton in Xantharas Stimme überhaupt nicht. „Es ist ja nicht so, als ob wir zum Spaß töten. Auf Harakara mag das anders sein, aber bei uns ernähren sich Wölfe nun mal hauptsächlich von Beutetieren. Anders können wir nicht überleben. Es ist ja auch nicht so, dass wir andere Wölfe oder so fressen. Unsere Welt ist nun mal so geordnet, dass manche Tiere von anderen Tieren gefressen werden. Außerdem wissen wir ja nicht einmal, ob es hier überhaupt Beute gibt, die wir jagen könnten. Und als wir in deiner Welt waren, hast du uns sogar vorgeschlagen, Pelzlinge zu fressen, damit du sie los wirst.“ Er schnaubte verärgert. „Auch wenn Xaron gerade nicht in Gefahr ist, wäre es gut, wenn jemand ihm Gesellschaft leisten würde, damit er nicht allein ist, wenn er aufwacht.“ Er machte eine kurze Pause, bevor er fortfuhr: „Du suchst doch nur eine Ausrede, um in deine Welt zurückzukehren, in der du angeblich gar nicht sein willst, und dort in Selbstmitleid zu versinken. Weißt du was? Ich glaube, in Wahrheit liegt dir sehr wohl was an anderen Wölfen, auch wenn du vorgibst, sie nicht ausstehen zu können. Sonst hättest du dir wohl kaum die Mühe gemacht, uns zu retten. Aber du verkriechst dich lieber und jammerst rum, als dir selbst einzugestehen, dass du die Einsamkeit, die du anstrebst, in Wahrheit gar nicht so gut findest, wie du behauptest. Wölfe sind nun mal Rudeltiere.“ Yavru wusste, dass er sich gerade höchst undankbar verhielt, schließlich hatte Xanthara ihnen vermutlich das Leben gerettet. Aber er konnte die Art der Fähe nicht ab, und gerade hatte sie aus irgend einem Grund das Maß überschritten, dass er hätte tolerieren können. Er hoffte nur, dass sie ihn jetzt nicht beißen würde, wie sie Kyro gebissen hatte.

Kyro öffnete die Augen und sah nichts als Nebel und die seltsame Füchsin neben sich. Als er auf seine Pfoten blickte sah er die Wellen, die sich ausbreiteten, genau, wie Malumir es beschrieben hatte. Es war trocken und es war doch wie Wasser... "All diese Sehenswürdigkeiten, die wir nun wegen des Nebels nicht erblicken können...", merkte er sarkastisch an.

Xanthara zog die Lefzen zurück. "Ich diskutiere nicht mit unerfahrenen, ungebildeten Kreaturen wie dir, Yavru. Niemand kann mich zwingen, eurem Blutvergießen beizuwohnen und wenn du dein Gehirn für einen winzigen Moment einschalten würdest, hättest du vielleicht gerafft, dass die beiden Rüden da-" Sie deutete in die entsprechende Richtung. "- auf Xaron aufpassen können. Die gehören immerhin zu euch, oder?" Das restliche dumme Gewäsch des Halbwüchsigen kommentierte sie mit einem Schnauben. "Ich bin lieber einsam, als mich mit Dummköpfen wie dir abzugeben. Das heißt nicht, dass ich dich dem Tod überlasse, aber auch nicht, dass ich freiwillig in deiner Gesellschaft verweilen will. Denn das wäre wirklich ein Grund, in Selbstmitleid zu baden. Du hast überhaupt nichts begriffen... eine schöne und für euch erfolgreiche, weitere Wanderung. Ich hoffe, dass ich niemanden von euch je wieder sehen muss." Sie schüttelte ihren Pelz und trat auf die Lichtsäule zu. Im Gegensatz zu den Anfängern hier, konnte sie nämlich sehen. Mit einem gezielten Sprung war sie auf und davon, ohne Kyro oder den Fuchs noch eines Blickes zu würdigen.

Atsuko lächelte bei Kyros Bemerkung. Gleich darauf begann ihr Pelz zu jucken, aber es war nicht so unangenehm wie bisher wenn sie die Welten gewechselt hatte. Hier war es eher ein angenehmes Prickeln, als würde ein seichter Wind sie streicheln. Und mit dem dunkelroten Pelz streifte sie das letzte Stück Kälte der letzten, schwarzen Welt ab und tauschte es gegen eine angenehme Wärme und einen Grauton, der nur ein Bisschen dunkler war als der Nebel um sie herum, ein. Es fühlte sich fast wie eine Neugeburt an. Sie seufzte wohlig. Erst da bemerkte sie die anderen Wölfe.

Yavru ärgerte sich weiterhin über Xanthara, deren Verhalten gerade genau dem entsprach, was er von ihr erwartet hatte. „Dann geh doch und klag deinen geliebten Pelzlingen dein Leid. Die werden bestimmt Verständnis dafür aufbringen!“, rief er ihr hinterher, auch wenn er nicht davon ausging, dass sie es noch hören konnte. Vielleicht hatte sie Recht und er war ein unerfahrenes Jungtier, aber er konnte es einfach nicht nachvollziehen, wie ein Wolf, und das war Xanthara trotz ihrer Ernährungsgewohnheiten offensichtlich, anscheinend nichts lieber tat, als sich für sich ganz alleine irgendwo hin zu verkriechen und vor sich hin zu jammern. Er wandte sich um. Auch wenn er nach wie vor Hunger hatte, war der Gedanke, etwas zu jagen, zumindest kurzzeitig vergangen. Er wandte sich um und sah, dass in einiger Entfernung im Nebel zwei Wölfe aufgetaucht waren. „Komm!“ rief er Syrayn zu, doch ohne weiter auf diesen zu achten lief er ihnen entgegen. Erst als er ihnen näher kam, konnten seine Nase und seine Augen die beiden Wölfe als Kyro und Malumir identifizieren. Mit wedelnder Rute lief er weiter.

Kyro hörte irgendwelches Gefasel und beobachtete dann, wie die Füchsin sich 'verwandelte'. "Grau? Sehr trostlos, findest du nicht?", kommentierte er die farblose, graue Maus, ehe er sich dorthin bewegte, wo so eben noch gezetert worden war. Nur so fand er Yavru - der ihm außerdem entgegen lief-, Syrayn und Lijenna überhaupt. Gesehen hatte er sie nämlich nicht. Oh! Und Xaron war auch da. Er lachte leise. "Also... ich kann ihren Standpunkt gut verstehen. Eine besonders nette Gesellschaft bist du ja nicht gerade...", zog er den Jungrüden auf. "Ich leide auch an schweren Depressionen, weil ich mich mit euch abgeben muss. Mit Reszani und Aszira sind die letzten Wölfe mit Gehirn verschwunden. Wobei ich mir da bei der kleinen Lady hier nie so sicher war... Lijennalein... warst du allein hier?"

Lijenna hatte steif gewartet, bis der dunkle Nebel von Yavru und Xanthara verschwand. Es schien sich niemand gegen sie zu richten, also hatte sie keine Angst. Aber angenehm war es dennoch nicht. Da war ihr der typisch weiße Nebel von Kyro doch deutlich lieber, nur als dieser ihren Namen auf eine Art verunstaltete, die ihr so gar nicht gefiel, vermeldete sie empört: "Nicht Lijennalein. Nainana oder Lijenna. Nichts sonst." Es dauerte einen Moment, bis ihr die andere Frage, die der Altwolf gestellt hatte, überhaupt auffiel: "Nein."

Atsuko betrachtete den Welpen interessiert. Erst als sie zu sprechen begann, erkannte sie sie als weiblich. Sie hieß offenbar Lijenna. Ursprunglich wollte sich Atsuko ja selbst verteidigen, aber da ihr auffiel, dass Kyro sie gar nicht beleidigt hatte sondern nur von Wölfen gesprochen hatte, (auch wenn er verutlich auch von ihr nocht dachte, dass sie ein Gehirn hatte) beschloss sie stattdessen der kleinen Wölfin zu helfen, da sie ihr irgendwie symphatisch war. "Er wollte dich sicher nicht beleidigen.", meinte sie beruhigend. "Dein Name ist Lijenna, oder? Ich bin Atsuko."

Yavru wusste nicht, ob er sich über Kyros Kommentar ärgern sollte, oder ob er sich darüber freuen sollte, dass der alte Rüde anscheinend seinen Humor wiedergefunden hatte – oder zumindest das, was bei Kyro dem Begriff Humor am nächsten kam. Eigentlich war es sicherlich gut, dass er nicht wie zuvor nur Aszira und Reszani hinterhertrauerte und wie wild versuchte sie zu suchen, sondern sich zumindest vorerst damit abgefunden zu haben schien, dass die beiden nun einmal nicht hier waren – wie auch viele andere Wölfe des Rudels. Dennoch konnte Yavru es sich nicht verkneifen, zu antworten: „Du kannst ja hinterher gehen und ihr und den Pelzlingen Gesellschaft leisten.“ Er hoffte, dass Kyro es ihm nicht allzu übel nehmen würde. Auf einen schlimmen Streit oder gar einen erneuten Kampf hatte er nämlich nun doch keine Lust. Er hatte sie zwar bereits gewittert, doch erst als die Füchsin sprach, bemerkte Yavru, das Atsuko tatsächlich auch da war, denn ihr Fell war nun nicht mehr rot, sondern grau, und daher im Nebel kaum auszumachen, wenn man nicht direkt neben ihr stand. „Atsuko, du bist ja auch hier! Was ist mit deinem Fell passiert?“

Kyro seufzte schwer. "Dummer Jungwolf.", hielt er fest. "Ich würde dir ihre Gesellschaft zwar vorziehen, aber ich bin sicher, dass ich dich auch anders loswerden kann." Etwas böses lag in der Aussage. Es hätte eine Drohung sein können, wenn in den Worten nicht eine tödliche Ruhe mitgeschwungen wäre. "Was ist mit dem da?", wollte er dann wissen und deutete auf Xaron. "Ist der schon hinüber?"

Lijenna blickte von den Wölfen zu der grauen Füchsin. "Ich bin Lijenna. Du bist Atsuko.", bestätigte sie. Ob Kyro sie beleidigen wollte, wusste sie nicht zu sagen. Bei manchen Wölfen wusste man das nie. "Kyro liebt Aszira... in ihm ist Dunkelheit. Aszira ist aber mehr dunkel als Kyro." Für Lijenna passte das in den Kontext. Für den Rest vermutlich eher weniger.

Atsuko hörte verwirrt und auch etwas interessiert der Erklärung von Lijenna zu, beschloss dann aber, dass es nicht ihre Angelegenheit war, wen Kyro liebte und wen nicht. Deshalb wandte sie sich Yavru zu, der sie offenbar erst jetzt gesehen hatte. Nun, so dicht war der Nebel jetzt auch wieder nicht, aber vermutlich hätte sie sich aus der Entfernung sebst nicht erkannt. "Hallo Yavru! Ähm, weißt du... Ich bin aus einer anderen Welt und... mein Fell wechselt nach Jahreszeit die Farbe.", sagte sie, unsicher wie sie es erklären sollte. Kyro hatte sie für vollkommen verrückt gehalten als sie es ihm erzählt hatte, und sie wollte nicht, dass Yavru sie komisch fand.

Yavru lief es kalt den Rücken herunter, als Kyro davon redete, ihn „loszuwerden“, und dabei im wahrsten Sinne des Wortes toternst klang. Aber er war sich sicher, dass er ihm bloß Angst machen wollte. Einerseits traute er Kyro trotz allem nicht zu, absichtlich ein Rudelmitglied zu töten. Und andererseits hätte er, wenn er es doch gewollt hätte, die Gelegenheit bereits mehrfach gehabt. Aber Yavru hatte ja vor kurzem selbst erlebt, dass Kyro zu Wutausbrüchn neigte, und dann womöglich einfach nicht mehr daran dachte, niemandem zu schaden. Also wäre es besser, ihn nicht weiter zu reizen, auch wenn Yavru überhaupt keine Lust hatte, sich von Kyro weiter beleidigen zu lassen. Daher wandte er sich demonstrativ von Kyro ab und ignorierte auch dessen geschmacklose Bemerkung in Richtung Xaron. Stattdessen wandte er sich Atsuko zu, die sich wiederum erstaunlich gut mit Kyro zu verstehen schien, auch wenn Yavru nicht wusste, warum. „Das heißt, du wechselst auch jedes mal die Farbe, wenn du in eine andere Welt kommst, und da eine andere Jahreszeit herrscht?“ Es kam ihm in der Tat komisch vor. Auch wenn er schon mal gehört hatte, dass dies bei manchen Tieren der Fall war, bei Wölfen gab es so etwas sicher nicht, und auch nicht bei den Füchsen, denen er bisher begegnet war. Wölfe bekamen im Winter höchstens dickeres Fell, aber selbst dass kam nicht schlagartig. „Was ist hier überhaupt für eine Jahreszeit?“ Im Nebel war das für ihn unmöglich zu erkennen.

Kyro trat zu Atsuko zurück. "Ja... was ist hier für eine Jahreszeit? Und was war in Togruduna für eine Jahreszeit?", wollte er wissen. "Und warum ist der Trottel hinüber?" Er deutete wieder in Xarons Richtung.

Lijenna war zwar nicht dabei gewesen, aber sie antwortete einfach, weil sie die Antwort wusste: "Zion hat die Lebensenergie aus Xaron herausgesaugt, so wie es der Tod macht, nur anders. Und Xaron schläft jetzt nicht, weil er zu den Sternen geht, sondern weil er damit seine Lebensenergie wieder aufladen kann. Hat Xanthara gesagt."

Atsuko schnupperte unsicher in die Luft, doch außer dem Geruch der Wölfe konnte sie nichts erkennen, also plusterte sie sich auf und versuchte irgendwie einen Hinweis auf eine Jahreszeit zu erhaschen. Erfolglos. "Komisch...", murmelte sie leise, dann wandte sie sich den ihr gestellten Fragen zu. "In Torgruduna war etwas herbstähnliches, aber dort war ja anscheinend nie Tag, deshalb war es zu kalt, hier... gibt es scheinbar nichts."

Yavru ärgerte sich, dass Kyro wieder näher kam, aber er zeigte es vorerst nicht. Er war erneut darüber erstaunt, wie gut dieser sich mit Atsuko verstand. Dabei war diese nicht einmal ein Wolf. Aber vielleicht lag es ja gerade daran? Auch wenn Xaron nun wirklich nicht der intelligenteste Wolf im Rudel war und Yavru mit ihm nicht viel zu tun hatte, regte es ihn auf, wie Kyro über den grauen Rüden redete, zumal dieser nicht in der Lage war, sich zu verteidigen. Zumindest hätte er sich vor seinen dummen Sprüchen vergewissern müssen, dass Xaron nicht tatsächlich ernsthaft verletzt oder krank war. Wobei Yavru befürchtete, dass es Kyro womöglich auch egal wäre, wenn es so wäre. Er ignorierte den Alten daher weiter, zumal dessen Frage eh schon von Lijenna beantwortet worden war, und antwortete stattdessen Atsuko: „Du meinst, es gibt hier überhaupt keine Jahreszeiten? Naja, es gibt hier anscheinend ohnehin nicht viel mehr als Nebel.“

Kyro verabscheute Xaron schon seit er diesen das erste Mal gesehen hatte. Natürlich wäre es ihm egal gewesen, wenn dieser tot wäre. Vermutlich wäre er sogar ziemlich froh über das Ableben des Idioten. Da war er definitiv anders veranlagt, als Xanthara. Wenigstens gab Lijenna ihm eine Antwort, die ihn befriedigte. Wie es sich anfühlte, ausgesaugt zu werden, hatte er am eigenen Leib erfahren. "Was für ein hirnloses Geplapper, Yavru. Schon wieder.", seufzte er genervt und schritt davon. "Es wird immer verlockender, Xanthara zu folgen." Die letzten Worte waren nur noch eine Stimme aus dem Nebel.

Lijenna hüpfte ein Stück. "Es gibt viel, das naischbai ist.", korrigierte sie Yavru. "Der Boden ist naischbai. Kein Boden den ich kenne war mehr naischbai als der hier. Und Malumir sieht den Nebel gar nicht."

Atsuko warf Kyro einen verärgterten Blick zu, als dieser im Nebel verschwand. Musste er sich denn immer streiten? Sie wollte ihm gerade nachrufen, als sie von Lijenna unterbrochen wurde. "Naischbai?", wiederholte sie verwirrt. "Ist das etwas aus eurer Welt?", fragte sie an Yavru gewandt. "Und was ist eigentlich zwischen dir und Kyro vergefallen?", fügte sie hinzu, obwohl sie eigentlich gleich fragen könnte, was zwischen Kyro und der restlichen Welt vorgefallen war.

Yavru verstand nicht, warum Kyro seine Worte für hirnlos hielt. Der alte Rüde hatte doch selbst Interesse an der Sache mit den Jahreszeiten gezeigt. Aber vermutlich kam es gar nicht darauf an, was er sagte, sondern nur, dass er es war, der es sagte. Yavru war immer dafür gewesen, das Rudel möglichst zusammen zu halten, aber nicht zum ersten mal dachte er, dass es vielleicht für alle besser wäre, wenn Kyro in einer anderen Welt landete. Und so schaute er nicht nach, ob dieser seinen Worten Taten folgen ließ und tatsächlich aus der Welt verschwand um Xanthara zu folgen. Lijenna brachte ihn hingegen auf andere Gedanken, indem sie ihn zum Lächeln brachte – und gleichzeitig erstaunte. „Du findest es hier naischbai?“ Er betrachtete den Boden, auf dem die flüssigen und doch trockenen Wellen bei jedem Schritt, den sie machten, umher liefen und sich mit den langen, regelmäßigen Wellenlinien überlagerten, die Xaron machte, indem er einfach auf dem Boden lag und atmete. Sicher, es war schön, aber auf Dauer davon fasziniert sein konnte vermutlich nur Lijenna. „Naischbai ist Lijennas Wort für schön“, erklärte er Atsuko. „Und was mit Kyro ist, weiß ich nicht. Er mag mich nicht sonderlich. Aber er ist halt so, fürchte ich. Außerdem vermisst er Aszira.“ Daran, das Atsuko Aszira natürlich gar nicht kannte, dachte er im Augenblick nicht.

Lijenna blickte flüchtig auf. "Naischbai ist nicht nur schön. Naischbai ist schönschönschön. Und noch schöner." Und vor allem war es ein so viel schöneres Wort als 'schön'. "Hier ist es sehr naischbai. Malumir ist naischbai und Aramis ist naischbai und Caeluci ist naischbai."

Atsuko verstand die junge Wölfin. Hier war es tatsächlich schön, auch wenn man es mit den Augen nicht sehen konnte. Die Luft war toll, so unbeschwert und frei. Als auch Yavru Aszira erwähnte, horchte sie auf. Obwohl Atsuko sich vorgenommen hatte, nicht in anderer Leute Angelegenheiten rumzschnüffeln war sie neugierig. "Werist diese Aszira?"

Yavru freute sich darüber, dass es Lijenna hier so gut gefiel. Wenn es hier auch noch Beute gab, könnten sie hier womöglich länger bleiben, zumal Xaron ohnehin noch ein paar Tage brauchen würde, bis er sich völlig erholt hätte. Der Nebel war gewöhnungsbedürftig, aber vielleicht würde Malurmir ihnen ja helfen können, damit klarzukommen. „Aszira war unsere Alpha-Fähe. Das heißt, sie ist es natürlich immer noch, wenn ihr nichts zugestoßen ist, was ich nicht hoffe. Außerdem ist sie meine Patin. Sie und ihre Tochter Reszani sind so ziemlich die einzigen Wölfe, die Kyro etwas bedeuten. Alle anderen sind ihm so ziemlich egal, oder schlimmeres. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum er sich mit dir so gut versteht, obwohl du nur ein Fuchs bist.“ Als er merkte, wie das, was er gesagt hatte, klingen musste, beeilte er sich, hinzuzufügen: „Entschuldige bitte, es war nicht so gemeint. Es ist nur so, dass man doch annehmen würde, dass ein Wolf sich mit seinen Artgenossen besser versteht, als mit anderen Tieren.“

Lijenna hörte sich an, was Yavru so sagte. "Niemand ist nur jemand.", erklärte sie ihrem Bruder beiläufig, da dieser das offenbar nicht zu wissen schien. "Und Aszira ist eine Alpha, aber Malumir ist ein viel besserer Alpha. Malumir ist ein guter Alpha wie Babalu. Aszira ist eine sehr, sehr schlechte Alpha und es ist gut, dass sie nicht hier ist."

Atsuko dachte über Yavrus Antwort nach. Sie nahm ihm die Bemerkung nicht weiter übel, immerhin stimmte es ja. Als Lijenna sich dann über Aszira aufregte war sie aber doch etwas verdutzt. War sie so schlimm, dass ein recht unschuldig wirkender Jungwolf über sie herzog? Andererseits, irgendwie würde es passen, wenn Kyro, der seit seiner Geburt schlecht gemacht wurde, sich in so jemanden verliebte und den Rest der Welt von da an als minderwertig betrachtete. "Findest du wirklich, dass Kyro sich gut mit mir versteht?", fragte sie daher, da er auch zu ihr von Anfang an unfreundlich gewesen war. Eher hatte sie sich an ihn drangehängt und er hatte das Beste daraus gemacht.

Yavru nickte Lijenna zu. „Du hast recht. Das war nicht gut formuliert und auch nicht nett von mir.“ Schuldbewusst schaute er zu Atsuko und senkte seinen Blick. Yavru mochte Lijenna trotz oder vielleicht sogar auch wegen ihrer Eigenheiten. Doch über das, was sie in ihrer welpischen Naivität über Aszira sagte, konnte er nur den Kopf schütteln. „Das darfst du nicht sagen! Aszira ist eine gute Alpha. Sie ist vielleicht ein wenig düster, aber sie ist stark und beschützt unser Rudel. Und wenn sie hier wäre, könnte sie uns bestimmt helfen, den Weg zurück nach Hause zu finden.“ Er wünschte, er wäre so stark und selbstbewusst wie seine Patentante, doch er wusste nur zu gut, dass er sich mit seiner Unsicherheit selbst im Weg stand. „Und Malumir kann nicht unser Alpha sein, weil er gar nicht zu unserem Rudel gehört.“ Zu Atsuko gewandt, meinte er: „Nun, immerhin war er netter zu dir, als ich es von ihm erwartet hätte.“

Lijenna sah Yavru an. "Ein Alpha muss das Rudel beschützen. Alle aus dem Rudel.", erklärte sie ihrem Bruder. "Alle. Aber Aszira ist eine Mörderin." Die weiße Jungwölfin betrachtete die lichte Oberfläche auf der sie sich befanden. "Ich gehöre nicht mehr zu Asziras Rudel. Ich gehöre jetzt zu dem von Malumir..."

Atsuko war irgendwie erleichtert, dass Yavru Aszira verteidigte. Einerseits sollte man als Wolf einfach nicht schlecht über seinen Alpha reden (jedenfalls glaubte sie, dass das so war) und andererseits mochte sie Kyro irgendwie trotz seiner ruppigen Art, und sie wollte nicht glauben, dass er sich in jemanden Bösen verliebt hatte. Sie wollte gerade das etwas unangenehme Thema wechseln, als Lijenna Yavru wiedersprach. Bei dem Wort Mörderin stockte ihr der Atem. "Was soll das heißen?"

Yavru wollte gerade Lijenna unterbrechen um ihr zu erklären, dass Aszira ja gerade sie alle beschützt hatte, solange sie beim Rudel gewesen war, da hörte er, wie sie sagte, dass Aszira eine Mörderin sei. Bevor er allerdings nachfragen konnte, hatte Atsuko das schon getan. „Ja, das frage ich mich auch. Aszira hat doch niemanden umgebracht?“ Bei der Erklärung, das Lijenna jetzt zu Malumirs Rudel gehörte, musste Yavru schmunzeln – bis ihm klar wurde, dass auch Lijenna jetzt in einem Alter war, in dem ein Wolf durchaus sein Rudel verlassen und sich ein anderes suchen konnte. Nur ob sie überhaupt wusste, was das bedeutete? „Und weiß Malumir schon von seinem Glück?“

Lijenna blickte auf. "Aszira hat meinen Freund getötet. Einfach so.", erklärte sie neutral, wie sie immer sprach. "Und ich wusste, sie würde das mit jedem Wolf machen, wenn es ihr etwas bringt und denen, sie sie mag. Deshalb lerne ich schon länger das Kämpfen. Weil ich Aramis beschützen will. Und ich hoffe, dass Aszira niemals wieder kommt, weil sie böse ist. Sie ist die Mama von meiner Freundin und ich will nicht, dass Kyro traurig ist. Aber es ist besser, wenn Kyro und ich traurig sind, als wenn Aszira wiederkommt. Besser für alle." Sie blickte zu Malumir hinüber. Der Nebel war für den Moment verschwunden, ohne dass sie wirklich verstand, warum dem so war. "Er weiß es nicht. Aber es ist so."

Atsuko verstand nicht. Verwirrt blickte sie zu Yavru hinüber, aber er schien auch nicht mehr zu wissen als sie. "Sie hat einen Freund von dir... getötet? Bist du dir ganz sicher? Ich meine... War es nciht ein Unfall oder so?"

Yavru zuckte zusammen, als Lijenna erzählte, Aszira habe ihren Freund getötet. „Welchen Freund?“, fragte er entsetzt. Dachte sie sich das nur aus? Glaubte sie es, weil sie die Welt nicht selten irgendwie anders wahrnahm, als sie tatsächlich war? Oder … stimmte es womöglich doch? Hatte Aszira einen Wolf aus dem Rudel getötet, ohne, dass jemand außer Lijenna es bemerkt hatte? Lijenna würde niemand mehr Glauben schenken als Aszira, wenn sie die Tat abstritt. Und alle würden davon ausgehen, der Wolf sei den Weißen Schatten zum Opfer gefallen oder bei der Flucht vom Rudel getrennt worden. Schließlich hatten sie einige Rudelmitglieder verloren. Wenn jetzt Aszira bei einem davon ihre Pfoten im Spiel hatte … Nein, das konnte nicht sein! Aszira war zwar düster und alles andere als freundlich, aber doch nicht bösartig. Wahrscheinlich war es nur ein Irrtum oder eins von Lijennas Hirngespinsten. „Und so funktioniert das nicht. Du kannst nicht Mitglied in einem Rudel werden, ohne dass der Alpha davon weiß und es dir erlaubt.“





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Lu, Kyro, Josh, Lio





Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
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Wo die Welt begann
12.11.2017 12:24
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Lijenna
Lillyan Caesar






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Wolfsträumer

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Lijenna malte mit der Pfote ein Wellenmuster auf die Lichtebene. In den Augenwinkeln nahm sie schwarzen Nebel war und dieses mal wusste sie, dass er sich gegen sie richtete. Im Interpretieren von Emotionen war sie manchmal gut und manchmal schlecht, aber im Augenblick glaubte sie sehr genau zu wissen, dass Yavru ihr einfach nicht glauben wollte. Warum wusste Lijenna nicht. Sie war mit Lügen nicht vertraut, weil es ihr fern lag, jemals eine Unwahrheit zu erzählen. Dass es Wölfe gab, die nicht immer ehrlich waren, bewies Aszira deutlich. Es gab aber auch andere, die unaufrichtig waren. Aszira hielt sie für eine Belastung, das wusste sie und vielleicht war sie oft nur toleriert worden, weil sie mit Asziras Tochter befreundet gewesen war? Andererseits hatte Aszira das sicher auch nicht gefallen. Sani sollte sich nur mit Wölfen abgeben, die ihr etwas brachten. Ironischerweise war ihr Bruder seiner Patentante ziemlich ähnlich. Ehe er daran glaubte, dass diese ein Rudelmitglied tötete, glaubte er vorher, dass Lijenna sich solche Dinge ausdachte! Als sie den Blick hob, sah sie Yavru direkt an, etwa in die Augen. Mit Sicherheit konnte sie es nicht sagen, da sie das Gesicht ihres Bruders nicht sehen konnte:

"Meinen Mentor. Chion.", flüsterte sie. Es war eine Unterbrechung der üblichen Monotonie. Es lag wie immer keine Emotion in den Worten, aber man musste dumm sein, wenn man nicht verstand, dass Lijenna deshalb traurig war. Deshalb und wegen Yavrus Unglauben. Wegen der Art, wie er ihr unterstellte, dass sie zu dumm war, um solche Dinge richtig zu verstehen.

„Chion war mein Pate. Er war mein Freund... und er war der einzige, der nicht von Nebel eingehüllt wurde. Er hat nie geredet. Ganz lange nicht. Aber mit mir schon. Erst nur mit mir.“

Weil Chion sie für wertvoll hielt. Anders als Aszira und Yavru. Sie wusste genau, dass fast alle Wölfe im Rudel glaubten, dass sie nie gemerkt hatte, wie auf sie herab gesehen worden war. Eine ewige Belastung für die Gemeinschaft, weil sie für alles hundert Mal länger brauchte, als ihre Geschwister. Alle hatten sie spielend das Laufen gelernt und das Sprechen... das Jagen und das Kämpfen. Bloß sie nicht. Aramis hatte nicht auf sie herab gesehen, sondern sich einfach die Zeit genommen, ihr alles in ihrem Tempo beizubringen. Deswegen war Aramis so naischbai.

"Wenn Aszira gewusst hätte, dass ich es gesehen habe, hätte sie mich auch getötet. Ich nütze dem Rudel nichts, weil ich nicht jagen kann und weil ich nicht kämpfen kann und weil ich schlecht im Weglaufen bin. Nachdem die Schatten uns aus Shinaii vertrieben haben, war ich in Asziras Gruppe. Sie hat darauf gewartet, dass ich nicht mithalten kann, aber Aramis hätte mich niemals zurückgelassen. Xaron war auch bei uns und er hat sich um Aszira gekümmert. Um die Mörderin, die ihr Auge verloren hat. Augen sind Seelenspiegel. Aber sie hat eines verloren, weil sie schon so viele Wölfe getötet hat und ihre Seele deshalb nicht mehr ganz ist.“

Sie wandte den Blick wieder von Yavru ab und betrachtete die Lichtebene, als bräuchte sie zu den hässlichen Erinnerungen und Gefühlen einen positiven Ausgleich. Etwas Schönes, in all dem Unschönen.

„Aramis ist stark, aber ich habe Angst gehabt, dass Aszira stärker ist, weil sie böser ist. Deshalb will ich besser kämpfen lernen. Weil Babalu tot ist, weil die Schatten böse sind... und weil Chion tot ist... weil Aszira böse ist. Ich mag nicht, dass Aramis auch noch zu den Sternen geht, weil irgendjemand böse ist und ich einfach gar nichts machen kann... Und Malumir weiß nicht, dass er mein Alpha ist, aber Malumir hat kein Rudel. Und weil ich hier bei ihm bleiben werde, sind wir zwei jetzt ein Rudel. Und natürlich ist er dann der Alpha."

Sie wusste, wie Rudel funktionierten. Offenbar besser als ihr Bruder und das war seltsam. Das erste Mal in ihrem Leben hatte sie nicht das Gefühl, dümmer und unfähiger zu sein, als ihre Geschwister, denn diesen einfachen Umstand hatte sie verstanden. Und der Nebel um sie herum war auch einfach nicht mehr da. Für den Augenblick.




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12.11.2017 12:25
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Yavru





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Wolf

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Auch wenn Lijenna wie immer kaum Emotionen zeigte, merkte Yavru, dass es ihr nicht leicht fiel, darüber zu reden. Und das war natürlich auch kein Wunder, denn er wusste, wie gut sie sich mit Chion verstanden hatte. Und vielleicht spürte sie auch, dass er ihr nicht glaubte. Nicht glauben konnte. Dass der schweigsame Rüde mit ihr geredet hatte, bevor er mit anderen gesprochen hatte, erstaunte ihn hingegen zwar ein wenig, doch er hatte keinen Grund daran zu zweifeln.

"Aber warum sollte Aszira Chion getötet haben?"

Ihm war klar, dass Lijenna wahrscheinlich keine sinnvolle Antwort darauf würde geben können. Sie lebte immer noch ein Stück weit in ihrer eigenen Welt, er bezweifelte, dass sie die Motive nachvollziehen und erklären könnte, aus denen Aszira Chion getötet hatte. Falls sie es denn wirklich getan hatte, was Yavru immer noch nicht so recht glauben könnte.
Es tat ihm weh, zu hören, wie Lijenna erklärte, dass sie dem Rudel nichts nützte. Er hätte nicht gedacht, dass sie sich so sehr bewusst war, dass sie sich nicht wie den anderen Welpen entwickelt hatte und deswegen nicht so viel zum Rudel beitragen konnte, wie ein anderer Wolf.

"Oh Nainana, es macht doch nichts, dass du nicht so schnell und so stark bist wie die anderen! Darum sind wir ja ein Rudel, damit wir uns gegenseitig unterstützen können. Und wir mögen dich. Ich mag dich jedenfalls. Du bist naischbai!"

Er hoffte, dass es sie beruhigte, wenn er ihr Lieblingswort verwendete. Doch er wusste nur zu gut, dass Aszira das sicherlich anders sehen würde. Aszira schätzte Stärke mehr als alles andere, hatte sein Vater einmal gesagt. Und Lijenna war nun mal alles andere als stark. Er fragte sich, wie es Lijenna ergangen wäre, wenn Aszira die einzige Alpha gewesen wäre und auf die anderen Wölfe, die sich für Lijenna einsetzten, hätte keine Rücksicht nehmen müssen. Er war sich aber nicht sicher, ob er die Antwort wissen wollte. Er schätzte seine Patin, doch er war sich durchaus bewusst, dass sie ihre dunklen Seiten hatte.
Was Lijenna dann sagte, machte allerdings wohl nur in ihrer ganz eigenen Vorstellungswelt Sinn.

"Aber Aszira hat doch nicht ihr Auge verloren, weil sie getötet hat, sondern weil sie von den Weißen Schatten angegriffen und verletzt wurde!"

Angesichts Lijennas ganz eigener Vorstellung von den Zusammenhängen der Ereignisse wäre es nicht verwunderlich, wenn nach ihrer Logik Aszira schuld an Chions Tod war, weil sie vielleicht einfach nur zufällig in der Nähe gewesen war, als diesem etwas zugestoßen war. Doch andererseits: Wenn Aszira aus irgend einem Grunde zu dem Schluss gekommen wäre, das Chion eine Gefahr für das Rudel darstellte … Er kannte seine Patin gut genug, dass sie dann keinen Moment gezögert hätte, alles zu tun, um diese Gefahr abzuwenden. Ja, sie hatte ihre dunklen Seiten. Und sie konnte sehr hart sein, wenn sie es für nötig hielt.
Er zögerte einen Moment. Wollte er es wirklich wissen? Doch, er konnte nicht anders. Er musste es einfach wissen, wollte er nicht, dass er bei jedem mal, wenn er an seine Patin dachte, sich fragte, ob sie nicht vielleicht doch Chion getötet hätte. Er wusste nicht, ob Lijenna ihm überhaupt Gewissheit geben konnte, aber Aszira war nicht da und sonst hatte es anscheinend niemand mitbekommen. Außer natürlich Chion, aber der würde wohl kaum noch davon berichten können.

"Hör zu, Nainana. Du musst mir genau erzählen, was passiert ist. Jedes Detail, eins nach dem anderen. Ich weiß, dass es bestimmt schwer für dich ist, aber ich muss es einfach wissen."

Wenn ihm auch nur ein wenig danach gewesen wäre, hätte er bei Lijennas doch sehr naiven Vorstellung, wie man ein Rudel bildete, zumindest schmunzeln müssen.

"Aber du musst doch zuerst fragen, ob Malumir überhaupt ein Rudel gründen und Alpha werden möchte. Du kannst das doch nicht einfach entscheiden, ohne dass er überhaupt davon weiß. Er hat hier alleine mit Aryth gelebt, vielleicht möchte er gar kein Rudel haben."

Oder zumindest keins mit Lijenna. So leid es ihm für sie tat, stimmte es leider, dass Lijenna für ein Rudel eher eine Belastung darstellte als ihm zu nützen. Und von einem fremden Wolf, der sie gar nicht kannte, konnte man unmöglich erwarten, sich dauerhaft um sie zu kümmern. Aber sie sollte Malumir selbst fragen. Er war freundlich und Yavru traute ihm durchaus zu, Lijennas Vorschlag anzulehnen ohne ihr dabei mehr als nötig wehzutun. Und wer weiß, vielleicht würde er ja doch ja sagen. Vielleicht könnten sie ja alle hier bleiben? Sicher, der Nebel war gewöhnungsbedürftig, und ob es hier überhaupt genug Beute gab, war auch nicht geklärt. Aber immerhin war es hier friedlicher als in den anderen Welten, durch die sie gereist waren. Und falls die anderen Rudelmitglieder tatsächlich noch lebten und auch durch die Welten reisten, war die Wahrscheinlichkeit, dass sie hier vorbei kämen, doch nicht kleiner, als in jeder anderen Welt.




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Xaron, Lavaya



12.11.2017 15:52
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Syrayn
Yarys Nevis






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Syrayn hörte Xanthara und Yavru einige Zeit lang zu wie sie sich gegenseitig anfuhren. Er ertrug es jedoch nicht lange und wandte sich von ihnen ab. Diese Stimmung bereitete ihm Unbehagen. Zwar hatte Xanthara Recht, dass sie entscheiden konnte, was sie tun würde. Doch das war kein Grund Yavru dumm und hirnlos zu nennen. Insgesamt war Syrayns Achtung vor der Wölfin mit einem Mal ziemlich gefallen. Er hatte gewusst, dass sie niemanden mochte und sie alle als eine Bürde empfand, doch konnte man auch einmal über seinen eigenen Schatten springen und mal nett sein - oder zumindest freundlicherweise den Mund halten. Aber freundlich war nicht Xantharas Art. Bevor Syrayn sich auch noch zu ärgern begann über die Streiterei ging er einige Schritte von der Gruppe weg und versuchte durch den Nebel zu blicken - wie Malumir damals Laelia erklärt hatte. Natürlich gelang es ihm nicht, aber versuchen konnte man es ja mal. Malumir hatte ja auch gesagt, dass es viel Übung brauchte, bis man es schaffte.

Als Yavru ihm dann etwas zurief - jedoch nicht auf ihn wartete - lief Syrayn in einiger Entfernung hinter ihm her. Er wusste nicht, wer da aufgetaucht war und wollte erst mal abwarten. Es könnte ja noch so eine Streitperson sein, wie Xanthara. Als er dann Kyros Stimme hörte, seufzte er genervt auf. Ja ... wahrhaftig noch so eine Person, die zur Zeit einfach nicht nett sein konnte. Was sollte denn der Kommentar von ihm 'Mit Reszani und Aszira sind die letzten Wölfe mit Gehirn verschwunden.'? Hatten nicht gerade er und Yavru bewiesen, wie gut sie in gefährlichen Situationen nachdenken konnten, als Xaron beinahe von Zion verspeist worden wäre? Sie hatten die Situation mit logischem Denken richtig gelöst. Ja, sie hatten Xaron sogar gerettet! Aber natürlich musste es gerade Kyro sein, der davon nichts mitbekommen hatte, weil er viel zu lange bei den Lichtkobolden hatte stehen müssen, Xaron also überhaut nie erreicht hatte. Als das Gespräch dann weiter ging wie, dass Kyro Yavru loswerden wollte und mit Worten wie 'Ist der da schon hinüber?', reichte es Syrayn endgültig und drehte sich einfach um und ging davon. Nicht weit, nur so weit, dass er die Stimmen der anderen nicht mehr ertragen musste.
Zumindest die Tatsache, dass es Atsuko auch unbeschadet hierher geschafft hatte, milderte Syrayns Ärger etwas.

Als jedoch das Wort 'Mörderin' durch den Nebel zu ihm drang drehte sich der Jungrüde wieder um. Wer war ein Mörder? Kyro? Syrayn traute es ihm zu. Neugierig geworden trat er wieder näher an die Gruppe heran.
'Aszira hat meinen Freund getötet.'
Dieses Satz ließ Syrayn erstarren. Er hatte nie sonderliche Zuneigung zu Aszira empfunden, hatte sich so selten in ihrer Nähe aufgehalten wie nur möglich. Sie besaß eine Aura, die Unheil verkündete - fand er. Zwar war sie stark, sowohl im Geist, als auch im Körper, aber die Fähigkeit Güte zu zeigen hatte Syrayn bei ihr bisher noch nicht gefunden. Aszira schien ihm nicht wie ein freundlicher Wolf. Nicht wie Daina und Mingan, mit denen Syrayn als Welpe immer mal wieder zu tun gehabt hatte. Nicht wie sein Papa Lunar, nicht wie Laelia und auch nicht wie Malumir.
Sobald Syrayn diesen grauenerregenden Satz von Lijenna gehört hatte, wusste er, dass es wahr sein musste. Noch nie hatte er seine Schwester lügen gesehen, immer hatte sie die Wahrheit gesprochen, immer hatte sie das gesagt, was sie sich gerade dachte - vorausgesetzt wie wollte es sagen. Und aufgrund dessen was Syrayn bisher von Aszira mitbekommen hatte - seine Abneigung ihr gegenüber und der Unwille sich in ihrer Nähe aufzuhalten - glaubte er Lijenna sofort. Er hatte keinen Zweifel, dass sie die Wahrheit sprach. Wenn sie so etwas gesehen hatte - wie sie ja ausdrücklich bestätigt hatte - dann war dies auch so vorgefallen. Lijenna mochte zwar in ihrer eigenen Welt leben, doch Syrayn traute ihr auf jeden Fall zu die Wahrheit von bloßen Gedanken zu unterscheiden.

"Es wirkt wie etwas, zu dem Aszira auf jeden Fall in der Lage wäre.", meinte Syrayn leise aber glasklar, als gerade niemand sprach. Er hatte Chion, von dem alle geglaubt hatten, er wäre stumm, nicht gekannt und wusste daher auch keine Erklärung, warum Aszira ihn hätte umbringen wollen. Aber es war auf jeden Fall nicht auszuschließen, dass sie es einfach getan hatte, weil er das Rudel in irgendeiner Weise behindert hatte. Wo Lijenna es jetzt ausgesprochen hatte, war es gar nicht mal so abwegig, dass Aszira das gleiche auch mit ihr vorgehabt hatte - wäre da nicht der Beschützer Aramis gewesen.
Im Stillen beschloss Syrayn für sich selbst, dass etwas gegen Aszira unternommen werden musste - sollten sie jemals wieder zu ihrem Rudel zurückkommen. Sie sollte auf jeden Fall zumindest zur Rede gestellt werden.




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Rivaír






15.11.2017 14:38
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Lijenna
Lillyan Caesar






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Lijenna sah ihren Bruder direkt an. Sie stellte sich dieselbe Frage auch schon lange, aber Aszira war fort und hätte vermutlich sowieso nicht geantwortet. Es fiel ihr schwer sich vorzustellen, dass jemand einfach darüber sprechen konnte, dass er das Leben eines Schützlings geraubt hat. Sie fand es schon befremdlich genug, dass Wölfe die sie kannte Mitglieder des Rudels der Shiyami getötet hatten. Das war einfach widernatürlich. Lijenna verstand nicht, warum die Schatten so böse waren.
Sie hob den Blick, Yavrus Worten lauschend. Ihr Bruder fand sie naischbai, aber irgendwie passte das nicht ganz zu seinem Verhalten. Sie ließ das also mal offen und unkommentiert, um sich in Ruhe Gedanken dazu zu machen.

„Es hat geregnet und geblitzt und es war dunkel. Weil es geregnet hat und weil es dunkel war, haben wir versucht, vom Berg zum Meer zu kommen, ohne dass die Schatten uns sehen. Damit wir die Insel im Dunkeln verlassen können, ohne sterben zu müssen. Und Chion und Aszira waren ganz hinten. Hinter Aramis und mir. Und Aszira hat ganz plötzlich ohne Grund Chion gebissen. Immer wieder, ganz böse und blutig. Mit ganz viel Blut... zu viel Blut. Bis er umgefallen ist. Es war kein weißer Schatten. Es war der schwarze Schatten aus unserem Rudel, den man im Dunkeln fast nicht sehen konnte. Ich bin weggelaufen, zu Aramis, damit Aszira mich nicht auch einfach tötet. Und dann ging sie irgendwann an uns vorbei und wir sind ins Wasser, damit die Shiyami uns nicht töten. Ich dachte ich muss trotzdem sterben, aber Aramis war bei mir und wir sind nicht gestorben. Aszira auch nicht. Wir haben sie wieder getroffen und sie hat ihr Auge verloren und uns geführt. Ich fand das gut, weil sie immer vorne gelaufen ist. Da konnte ich sehen, wo sie ist. Ich hab immer aufgepasst, dass sie vorne bleibt, damit sie niemanden plötzlich tötet, wie Chion, weil sie glaubt, dass niemand zuschaut.“

Sie erinnerte sich an das Blut, das gemischt mit dem Regen um so mehr floss und in den Boden sickerte. Blitze hatten über den Himmel gezuckt und in der Finsternis der mondlosen Nacht hatte sich ein Bild in ihr Gedächtnis gebrannt, das sie nie wieder hatte abschütteln können. Asziras blutverschmierter Fang, als sie sich über Chion aufbäumte. Lijenna in diesem Augenblick die Flucht ergriffen. Sie war gestolpert, war gestürzt und hatte doch nie inne gehalten. Sie wäre kopflos irgendwohin gerannt, wenn Aramis nicht gewesen wäre. Er hatte sie gerettet. Sie waren gemeinsam entkommen und sie gehörte seit dem noch mehr zu ihm.

„Malumir ist nicht so, wie du denkst. Er ist ähnlich wie Babalu. Aryth geht mit euch, weil er lernen muss. Und ich bleibe, weil ich lernen muss. Malumir sagt, dass wir uns wiedersehen, wenn wir zusammen gehören. Ich sehe euch also irgendwann wieder, wenn es wichtig ist.“




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Lu, Kyro, Josh, Lio





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15.11.2017 23:24
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Lijenna
Lillyan Caesar






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Wolfsträumer

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Yavru hörte schockiert zu, als Lijenna erzählte, wie Aszira Chion getötet hatte. Das konnte nicht wahr sein! Sie musste sich das ausgedacht haben! Aber es musste stimmen. Lijenna log nie. Sie hatte manchmal seltsame Erklärungen für die Dinge, die um sie herum passierten. Zwar war es natürlich Unsinn, das Aszira ein Auge verloren hatte, weil sie getötet hatte. Aber es stimmte trotzdem, das Aszira nur noch ein Auge hatte. Und wenn sie erzählte, dass Aszira Chion totgebissen hatte, dann bestand kein Zweifel daran, dass sie das genau so gesehen hatte. Er hatte seine patentante imer als eine Art Vorbild betrachtet, und nun stellte sich heraus, dass sie ein Rudelmitglied getötete hatte. Ein Teil von ihm wollte immer noch glauben, dass sie einen guten Grund dafür gehabt hatte. Aber warum hatte sie es dann verheimlichen wollen? „Oh Nainana, das ist ja schrecklich? Und du hast es die ganze Zeit für dich behalten?“ Er überlegte kurz, dann sagte er bestimmt: „Aszira ist ab jetzt nicht mehr meine Patin. Und wenn ich sie jemals wiedersehe, werde ich ihr das auch sagen. Ich wollte immer so stark sein wie sie, aber wenn das heißt, dass ich auch so grausam werden muss, will ich das nicht mehr. Lieber will ich so werden wie mein Vater. Der ist auch stark, aber er würde nie einen Wolf ohne Grund umbringen.“

Atsuko hörte sich die Erklärung verwirrt an. Sie fühlte sich plötzlich ziemlich fehl am Platz. Diese Information war offensichtlich die ganze Zeit von Lijenna versteckt worden, und sie hatte keine Ahnung, wie sie reagieren sollte. Schließlich kannte sie keinen der Wölfe länger als ein paar Stunden, und es erschien ihr nicht richtig, sich jetzt einzumischen. Also beschloss sie, so zu tun als wäre sie gar nicht da und einfach zuzuhören.

Syrayn fühlte sich unwohl in der ganzen Situation. Zuerst der Streit zwischen Xanthara und Yavru, dann Streit zwischen Kyro und Yavru, jetzt war Aszira auf einmal eine Mörderin und insgesamt dachte Lijenna anscheinend seit all der Zeit, dass niemand sie wirklich wertschätzte außer Aramis und der verstorbene Chion und natürlich ihr beider Papa Lunar. Aber Syrayn mochte seine Schwester doch! Er mochte all seine Geschwister, weil es eben seine Geschwister waren und Familie war toll. Aber er mochte sie nicht nur, weil sie seine Schwester war, sonder weil sie einer der wenigen Wölfe war, der sich nicht regelmäßig stritt oder zankte oder auf Kampf aus war. Lijenna war ihm immer vorgekommen wie ein sehr lieber Wolf. Und genau deswegen mochte er sie. // Dass Asziras grauenhafte Tat nun die Stimmung so niederdrückte mochte er allerdings nicht. "Lijenna, warum hast du denn nie jemandem davon erzählt? Wir hätten Aszira aufgehalten und zur Rede gestellt, hätten wir nur davon gewusst. Hattest du Angst, dass niemand dir glauben würde?" Falls dem so war, dann tat es Syrayn leid. Die Vorstellung, dass Lijenna glauben könnte, dass nicht einmal ihre eigenen Geschwister ihren Worten glaubten, machte ihn traurig. Warum hatte sie ihnen denn nicht einfach vertraut?

Aramis hatte dem Gespräch im Nebel gelauscht, nur wenige Schritte war er von den anderen fort gewesen und doch tarnte sein graues Fell ihn perfekt. Nicht das er sich tarnen wollte. Zwei Schritte trat er näher und sah stumm in die Runde. Das Aszira ein Pulverfass war, das hatte er schon immer gewusst. Vor vielen Monden, wenn nicht gar Jahren war er selbst nicht ganz unbescholten und harmlos gewesen. Es waren vergangene Zeiten, aber Aramis erinnerte sich nur zu deutlich. Ein leises "Hallo." ertönte in die drückende Stimmung, schließlich waren die anderen Wölfe wieder gekommen dann fiel sein Blick auf Atsuko. Seine Ohren zuckten und trotz der unerfreulichen Nachricht war er für einen Moment abgelenkt. "Akyashy...?" murmelte er leise, doch das konnte nicht sein. Sie roch anders, es war nur das Aussehen das ihn kurz irritierte. Kurz aber sehr heftig, denn für einen Moment schmerzte es in seiner Herzgegend. Solange her und doch waren die Erinnerung noch strahlend und intensiv. Er schüttelte den Kopf und trat dichter an Lijenna heran, noch immer schweigend, denn Syrayn bestürmte sie gerade mit Worten.

Aryth war plötzlich allein gewesen. Doch nicht nur die beiden Wölfe, die er doch extra gefragt hatte ob er bei ihnen bleiben konnte waren verschwunden, nein, auch sein Ziehvater war weg. Einfach so. Plopp. Und er war ganz allein. Auch das war ein neues Gefühl für ihn - allein zu sein. Ohne wohlwollende Welt, die auf ihn aufpasste. Und er mochte es nicht. Er wusste nicht weshalb, doch er wünschte sich zu den anderen. Unbehaglich schüttelte er seinen Pelz und tappte unschlüssig auf der Stelle. Und was nun? Wohin gehörte er jetzt? Wohin sollte er gehen? Er sah nichts, nur das Weltentor das so auffällig hell vor ihm schien, dass sogar er es sehen konnte. Aber er wollte eigentlich nicht die Welt wechseln. Was, wenn er irgendwo landete wo niemand jemals vorbeikam? Er drehte sich also um, sodass er den Lichtstrahl im Rücken hatte und lief blind durch den Nebel. Es war so still hier! ..."Huch!", entfuhr es ihm plötzlich. Er wäre um ein Haar in einen Wolf hineingelaufen!

Lijenna lauschte erst Yavrus vielen Worten und dann denen von Syrayn, der ihr keine Zeit ließ, auf ihren anderen Bruder zu reagieren. Die kleine, weiße Wölfin brauchte jedenfalls mehr Zeit, um über das nachzudenken, was Yavru da gesagt hatte. "Ich glaube... Baba Tantan würde gut finden, was du sagst. Und Babalu auch. Weil es klug ist." Sie sah zu Syrayn hinüber. Warum hatte sie nichts gesagt. "Aszira war immer da. Ich konnte nichts sagen." Sowieso nicht zu Syrayn. Diesen hatte sie quasi erst wieder getroffen und flüchtig begrüßt, als sie auf das Eis liefen und im Weltenbaum landeten. Das war nicht lange her. Da war keine Zeit gewesen. Und erst jetzt war Aszira nicht mehr da und... erst jetzt fühlte sich Lijenna sicher. "Und du warst nicht da. Aramis war da, aber ich wusste nicht, wer stärker ist, weil Aszira Xaron auf ihrer Seite hatte. Und ich wollte nicht, dass Aszira Aramis wehtut. Und ich wollte nicht, dass Aszira mich tötet und Aramis wegen mir verletzt wird." Ihr Blick glitt zu ihrem Mentor, als dieser aus dem Nebel trat. Akyashy? Was war ein Akyashy?

Kyro wurde fast überrannt, was ihn nicht überraschte. Der Boden sendete zwar Wellen aus, die man sehen konnte, wenn man den Blick die ganze Zeit gesenkt hielt, aber er schien Geräusche nahezu zu verschlucken. "Buh!", machte er, um den Erschreckten noch ein bisschen mehr zu Verschrecken. Wer war der Rüde und woher kam er? Da er nicht so leuchtete, wie dieser Malumir, schien er nicht aus dieser Welt zu stammen, oder? Kyro ging davon aus, dass er es nicht wirklich wissen wollte.

Yavru hatte seine letzten Worte eigentlich eher zu sich selbst als an die anderen gesprochen, aber es freute ihm, dass sie Lijenna anscheinend gefielen. Und vermutlich hatte sie Recht: Sowohl sein Vater als auch sein 'Onkel' würden diesen Entschluss begrüßen, ebenso natürlich seine Mutter und die meisten anderen Rudelmitglieder – mit Ausnahme von Kyro natürlich. „Wenn du es gesagt hättest, hätten die anderen sich bestimmt hinter dich gestellt und dich vor Aszira beschützt. Niemand hätte sie noch als Alpha haben wollen, wenn bekannt geworden wäre, dass sie eine Mörderin ist. Aber es ist gut, dass du es gesagt hast. Und wenn Aszira irgendwann bei uns auftauchen sollte, werden wir dich beschützen.“

Syrayn verstand nun, warum Lijenna dieses Geheimnis für sich behalten hatte. Es war wirklich einfach nicht sicher für sie gewesen, hätte sie es jemandem mitgeteilt. "Ich bin auch dafür, dass wir etwas gegen sie unternehmen müssen. Aber jetzt sind wir ja erst mal hier. Und hier sind wir ja sicher. Aszira ist nicht hier. Hoffentlich findet sie auch niemals hierher ..." Diese Sätze sprach Syrayn etwas leiser und auch etwas ängstlich. Immerhin war gerade noch Kyro hier gewesen und wenn der mitbekommen würde, wäre er sicher wieder ziemlich böse. "Aber Lijenna ... du weißt, dass wir dich mögen, oder? Du bist nicht schlechter als die anderen. Du bist eine der wenigen, die Streit auch nicht mag, genau wie ich. Und die immer freundlich ist und lieb. Deswegen mag ich dich. Yavru hat es schon gesagt: Du bist naischbai." Syrayn hatte plötzlich das Bedürfnis seiner Schwester das mitzuteilen. Er hatte schon viel zu lange nicht mit ihr gesprochen. Sie waren insgesamt alle viel zu lang voneinander getrennt gewesen.

Aryth war nicht sicher, was er von dem Wolf halten sollte, den er gerade fast überrannt hatte. Er machte "Buh". Aryths Kopf arbeitete fieberhaft, doch er konnte einfach keine Erklärung für diesen Laut finden. Wieder eine Wissenslücke. Sollte er die seltsame Silbe ignorieren oder nachfragen? Nein, besser der Form nachgehen und sich zuerst vorstellen. "... Hallo. Tut mir leid, dass ich fast in dich hineingerannt bin." Begann man so ein Gespräch? Aryth hoffte es.

Aramis lauschte den Jungwölfen und sann über die Momente im Regen nach. Es war dunkel gewesen und sie waren auf der Flucht vor den Schatten davon geeilt. Die Gefahr hatte ihnen im Nacken gesessen und Entscheidungen waren getroffen worden. Das Aszira direkt hinter ihm und Lijenna Chion getötet hatte, ließ seine Nackenhaare sich aufrichten. Er selbst hatte auch schon getötet und er hätte es in jener Nacht auch getan um seine Schneeflocke und den Rest des Rudels zu beschützen. Doch Chion hatte zum Rudel gehört. Er hatte ihn nicht genau gekannt, aber dennoch hatte er zum Rudel gehört. Ein leises Knurren stieg aus seiner Kehle. "Du hättest es mir sagen können, Lijenna." merkte er an, ließ jeden Vorwurf aus seiner Stimme heraus. Sie hatte ihn schützen wollen, das wusste Aramis. Er war kein begeisterter Fan von Aszira gewesen, aber er hatte immer die Ähnlichkeiten zwischen ihr und sich im Auge gehabt. Nur das sie eben um einiges böser als er war. Er hatte getötet aus der Notwendigkeit heraus am Leben zu bleiben, egal ob Hund, Wolf oder Mensch. Doch Chion... er war ein Teil des Rudels gewesen. "Nun denn, sie ist nicht hier. Falls wir sie jemals wieder treffen, wissen wir das sie sicher nicht mehr unsere Alpha ist. Nie wieder."

Lijenna war meistens mit Worten und sowieso mit emotionalen Worten überfordert. Entsprechend unschlüssig hörte sie zu, wie auch Syrayn ihr versicherte, dass er sie mochte. "Wir waren lange getrennt.", befand sie. "Wir sind groß geworden, in der Zeit. Und ein bisschen anders geworden. Wisst ihr, wer ich bin? Ich weiß nicht genau, wer ihr seid." Es hätte sie nicht verwundert, wenn ihre Brüder genau wussten, wer sie war, da sie es gewohnt war, in allem langsamer und schlechter zu sein. Ihr Blick glitt zu Aramis und betrachtete diesen. "Ich wollte nicht, dass Aszira es weiß. Und am Anfang wusste ich nicht, ob sie es weiß und... ich wusste nicht, ob ich entscheiden kann, dass es besser ohne sie wäre. Denn Schatten wie Aszira sind gut darin, gegen andere Schatten zu kämpfen." Man merkte, dass sie sich über viele Wochen Gedanken dazu gemacht hatte. Entsprechend klar und reflektiert waren ihre Antworten zu diesem Thema.

Kyro war der falsche, für die Frage, wie man ein Gespräch begann. Nicht, weil er es nicht wusste, sondern weil man bei ihm ein Gespräch im Grunde nur falsch beginnen konnte. Er nickte mal, da sein Gegenüber humorlos zu sein schien. Er selbst hielt sich gerade auch nicht für einen Spaßvogel und wollte schon weiter gehen: "Habs überlebt."

Atsuko war ziemlich froh, dass sie nichts zum Gespräch beitragen musste, da das ja die Wölfe so schön übernahmen. Also betrachtete sie schweigend das Geschehen, und war möglicherweise auch die erste, die den neuen Wolf bemerkte. Er war alt, vielleicht sogar noch älter als Kyro, und einen Moment trafen sich ihre Blicke, bevor er sich abwandte und neben Lijenna trat. Er hatte sie ziemlich seltsam angestarrt. Mochte er sie nicht? Nein, dazu hatte er keinen Grund.Vermutlich hatte er einfach noch nie einen grauen Fuchs gesehen. Schließlich drehte sie sich wieder den anderen Wölfen zu, um weiter ihr Gespräch zu verfolgen. Unwillkürlich merkte sie, wie sie etwas wie Bewunderung für Lijenna in ihr aufstieg. Teilweisse wirkte sie viel erwachsener als die Anderen.

Aryth war überrumpelt. Der andere interessierte sich gar nicht für ihn? Das wollte Aryth nicht in den Kopf. Es war doch keine Alltäglichkeit, hier jemandem über den Weg zu laufen! War es nicht so, dass sich der Durschschnittswolf für ungewöhnliche Dinge interessierte? Neugierig war? Zumindest hatte Aryth das so in seinem Kopf abgespeichert - seine Heimatwelt hatte es ihm gelehrt. Was sollte er denn jetzt tun? Er war überfordert. Er hatte nicht erwartet, auf solche Schwierigkeiten zu stoßen. Dieser Wolf passt nicht in das System seines Kopfes. Er konnte ihn nicht einordnen. Funktionierte nicht. Fehler. Aryth schüttelte verwirrt den Kopf.

Kyro hätte sich vermutlich über Aryths Gedanken köstlich amüsiert, aber er sah nur einen Wolf, der doof aus der Wäsche schaute. Und das war ganz sicher nichts Ungewöhnliches. Überhaupt war Aryth, wie er da so hundsgewöhnlich stand, das langweiligste, was sich Kyro vorstellen konnte. Idioten hatte er gerade irgendwo im Nebel stehen lassen und war nicht begeistert, jetzt einem weiteren Hirni zu begegnen. Da konnte er der Welt - wenn er auch nur den Boden sah - beinahe mehr abgewinnen.

Aryth funktionierte langsam wieder. Er hatte beschlossen, dass er, wenn beim anderen ein Fehler im System bestand und sich dieser nicht den allgemeinen Konventionen entsprechend verhielt, ebenfalls keine Rücksicht auf etwaige Regelverletzungen nehmen musste. "Wohin gehst du?"

Kyro war überrascht genug von der Frage, um tatsächlich kurz darüber nachzudenken. "Ich flüchte...", erklärte er dann ohne Umschweife, offen und ehrlich und ohne sich dafür zu schämen. Er flüchtete nämlich vor Idiotie. Und er ahnte nicht, dass sein Gegenüber völlig ahnungslos im Umgang mit Wölfen war.

Aryth ging seine innere Datenbank durch doch bei keinm der Dinge, die es hier in Caeluci gab, handelte es sich um etwas, wovor ein Wolf normalerweise floh. Offensichtlich hielt dieses Exemplar noch weitere Überraschungen bereit. "Wovor?"

Yavru war nicht überrascht, dass keiner der anderen für Aszira Partei ergriff. Niemand wollte eine Mörderin als Alpha. Wahrscheinlich hätte nicht mal Xaron sich hinter sie gestellt, auch wenn Lijenna diesem unterstellte, auf Asziras Seite zu sein. Vermutlich war er in Wahrheit einfach nur ein klein bisschen zu dumm, um überahupt auf einer Seite zu stehen. „Ja, wir alle mögen dich. Wir sind alle nicht wie Aszira. Und du bist wirklich naischbai!“, pflichtete er Syrayn bei. „Uns ja, Aszira war wichtig für uns, weil sie gut gegen die Weißen Schatten gekämpft hat. Das heißt aber nicht, dass sie das recht gehabt hätte, ebenso böse wie diese zu sein und Rudelmitglieder zu töten.“

Kyro wusste nicht, ob Aryth ein Wolf war, dem man das begreiflich machen konnte. "Idiotie..." Im Grunde hatte er keinerlei Ahnung, mit wem er es zu tun hatte. Sein Gegenüber roch nach Malumir, also gehörte er wohl zu diesem. Und offenbar gehörten beide in diese Welt. Mehr verriet ihm seine Nase nicht.

Aryth durchsuchte sein Gehirn nach einer Bedeutung die von "ein sehr dummes oder unsinniges Handeln" divergierte. Als er keine fand, beschloss er, nun vorsichtig zu sein - wenn er sich auch dumm verhielt, würde er sich offensichtlich nicht lange mit diesem Wolf unterhalten können. Diese Tatsache würde vielleicht all sein schauspielerisches Können erfordern, denn tatsächlich war er zwar nicht dumm, doch leider lag seine Intelligenz auf einer ganz untypischen und für die meisten Wölfe uninteressanten Ebene. "Ah..." Wie würde dieser Wolf ihn mögen? Wenn er vor der Idiotie floh, diese also offensichtlich nicht mochte... Hm... Aryth musste sich auf seine Seite schlagen. "Das ist etwas exzeptionell ... ärgerliches."

Syrayn senkte etwas enttäuscht den Kopf. Er hatte geglaubt, dass Familie immer Familie sein würde. Aber anscheinend hatte er sich getäuscht. Lijenna empfand nicht genauso wie er. Für sie war er gerade einfach nur ein weiterer Wolf, der eben zum Rudel gehörte, oder nicht? Aber sie waren ja kein Rudel mehr. Im Moment waren sie einfach nur Bekannte, die durch die Welten irrten. Mehr waren sie nicht. Ein Rudel brauchte einen Anführer, doch wer war nun ihr Anführer? Malumir? Zwar war er der, der am meisten Ahnung von allem hatte, doch war er bisher nicht viel mit ihnen gereist. Und Anführer bedeutete doch, dass man die anderen leitete und nicht, dass sie selbst ihren Weg finden mussten. Also war Malumir wohl nicht ihr Anführer...Er fühlte sich plötzlich sehr allein. Alle, die mit denen er in letzter Zeit zu tun gehabt hatte waren nun nicht mehr da. Nur Yavru war davon übrig geblieben. Hatte Lijenna recht und sie kannten sich eigentlich alle gar nicht mehr so gut, wie er gedacht hatte? In seinen Gedanken versunken achtete Syrayn nicht mehr auf die Worte die gesprochen wurden. Er musste nachdenken. Empfanden alle anderen etwa ganz anders als er? Hatte er überhaupt so etwas wie einen Freund? Oder waren es alle nur noch 'Bekannte' da sie sich so lange nicht gesehen hatten?

Kyro starrte Aryth skeptisch an. Bitte was? "Definitiv.", bestätigte er. Was auch immer es genau bedeutet hatte, es war eine Zustimmung gewesen. Und das musste er wiederum ebenfalls bestätigen, um an seiner eigenen Meinung festzuhalten.

Aryth konnte den Gesichtsausdruck des anderen nicht deuten. Er erkannte nur, dass dieses Verziehen des Gesichtes wohl etwas bedeuten musste. "In was hat die zuvor genannte Idiotie ihren Ursprung?", fragte er weiter. Er musste das Gespräche am Laufen halten, sonst würde der andere vielleicht realisieren, dass er eigentlich gerade davongelaufen war und das nun offensichtlich nicht mehr tat.

Lijenna gefiel zumindest, dass Yavru ihr Wort benutzte. Sie mochte ihre Worte immer noch, auch wenn es ihr mit der Zeit wichtiger geworden war, dass man sie verstand. Denn ohne die Fähigkeit der Kommunikation, hatte sie zu niemandem wirklich Zugang finden können. Sie wollte gekannt werden. Sie wollte, dass die anderen Wölfe ihre Worte begriffen und ihre Gedanken nachvollziehen konnten, um sie dann anhand dieses Wissens abzulehnen oder anzunehmen. Sie wollte nicht überflüssig sein. Dass Syrayn plötzlich ganz still wurde, bemerkte die kleine, aufmerksame Fähe, die sich in keinen Gespräch erlauben konnte, für einen Moment unkonzentriert zu sein. Sie konnte aber nicht wirklich ergründen, was los war. Ihr kam allerdings auch nicht in den Sinn, Syrayn darauf anzusprechen. Für sie war es sehr komisch gewesen, ihre Geschwister nach der langen Zeit wiederzusehen. Es hatte sie gefreut, aber es war auch viel geschehen, was sie nicht voneinander wussten. Sie hatten ewig nicht miteinander gesprochen und, was für Lijenna überaus verstörend gewesen war, war die Tatsache, dass keiner von ihren Geschwistern aussah, wie zu dem Zeitpunkt, als sie gegangen waren. Irgendwie war es logisch gewesen, dass auch die anderen, die sie nicht jeden Tag gesehen hatte, gewachsen waren. Nicht nur Endeara und Rayani. Trotzdem war sie überrascht gewesen. Vielleicht war sie dumm, weil sie es nicht bedacht hatte, aber Syrayn war für sie in ihrem Inneren immer noch der Welpe. Dabei war er jetzt schon sehr groß. Überhaupt schienen alle viel mehr gewachsen zu sein, als sie.

Kyro ließ sich darauf ein. Aryths Absicht war subtil, aber daran störte sich der Altwolf nicht. "Der Ursprung der Idiotie gründet in zwei hirnlosen Jungwölfen.", befand er. "Du könntest den Ursprung also Laelia und Yavru nennen." Lijenna war halb so wild. Vermutlich weil er keine besonderen Erwartungen in sie hatte. Sie konnte ihn nur positiv überraschen.

Aryth nickte, und da er dabei wie immer keinerlei Emoitionen zeigte, wirkte es wie ein äußerst ernstes Nicken. "So ist das also... Laelia und Yavru. Die eine ist mir bekannt. Ich wusst allerdings nicht, dass sie hierher zurückgelangten. In welchem Verhältnis stehst du zu ihnen?"

Yavru bemerkte erst verspätet, dass Syrayn verstummt war und in Gedanken versunken zu sein schien. Worüber er wohl nachdachte? Über Aszira? Oder waren es Lijennas Worte gewesen, dass sie sich womöglich nicht mehr kannten? Lijenna stimmte gewissermaßen in das Schweigen ein. Die Stille wurde Yavru langsam unangenehm, doch da er nicht wusste, was sie verursacht hatte, wagte er nicht, sie zu unterbrechen.

Kyro schien nichts dagegen zuhaben, solche Fragen zu beantworten. Wie stand er zu Laelia? "Laelia ist die Tochter, des Sohnes, eines Freundes... der mir fremd geworden ist... da wir viele viele Monate unseres Lebens getrennt waren...", erklärte er sinnierend. "Der Sohn des Freundes wuchs teilweise unter meiner Obhut auf, aber wir haben kein inniges Verhältnis und haben uns auch entfremdet, falls wir uns einst nahe standen." Und wenn Demon erfuhr, dass er Laelia gebissen hatte, war es wohl ohnehin mit dem verbliebenen, halbwegs annehmbaren Verhältnis vorbei. Vermutlich würde er den Rüden ohnehin nie wieder sehen, also spielte es keine Rolle. Es war sowieso schon geschehen. "Laelia sollte also wohl auch in meiner Obhut stehen...", erklärte er dann weiter. "Und mitunter habe ich mich auch manchmal bemüht, Fragen zu beantworten. Aber obwohl sie inzwischen schon beinahe ihren ersten Jahreslauf abgeschlossen hat, ist sie noch immer nicht besonders viel intelligenter als als Welpe. Also wird sie vermutlich nie eine Leuchte sein..."





Geschlecht


Alter


Größe


Status


Charakterbogen


Lu, Kyro, Josh, Lio





Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
Mag hinter Himmeln sehen,
Wo die Welt begann
17.11.2017 20:36
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Lijenna
Lillyan Caesar






Art
Wolfsträumer

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Syrayn war traurig. Seine Stimmung war am Rande des heutigen Tiefpunktes angelangt. Er fühlte sich, als hätte er gar niemanden, an den er sich wenden könnte. Lijenna hatte Aramis, Yavru hatte Lioku, den er gerne gemocht hatte, Laelia hatte immer noch ihren Papa Demon - obwohl der im Moment gerade nicht da war. Aber er hatte eigentlich niemanden. Er fühlte sich ganz allein. "Bin ich für dich also keine Familie, Lijenna?", fragte Syrayn leise und niedergeschlagen - um nicht gar ängstlich zu sagen.

Lijenna blickte zu Syrayn hinüber - weil das Aufmerksamkeit signalisierte und ihr Gegenüber so wusste, dass sie zuhörte. "Du bist mein Bruder. Brüder sind Familie.", erklärte sie. Die Niedergeschlagenheit in Syrayns Stimme nahm sie wahr, ohne sie zuordnen zu können. Sie hätte raten müssen, wenn sie jemand gefragt hätte, was diese Stimmung bedeutete. Solche Dinge hatte Babalu ihr immer erklärt. Und Liopa manchmal auch... in den letzten Monaten war wenig Zeit für solche Fragen gewesen.

Atsuko dachte über das was vor ihrer Schnauze passierte nach. Bisher hatte sie immer gedacht, dass für Wölfe nur das Rudel wichtig war und Familie nebensächlich, doch Syrayn wirkte ziemlich geknickt, als Lijenna sagte, dass sie sich nicht mehr wirklich kannten. Unwillkürlich musste sie an ihren Vater denken. Hätte er wohl auch gesagt, dass er sie nicht mal wirklich kannte? Vermutlich.

Aryth nahm das, was Kyro über familiäre Beziehungen darlegte, mühelos auf und speicherte es ab; wesentlich schwerer fiel es ihm, herauszufiltern, wie Kyro denn nun über Laelia dachte. Er hatte sie eine Idiotin genannt und hatte im Konjunktiv II über sie geredet, auch der Ausdruck "keine Leuchte sein" war eindeutig negativ konnotiert. Er meinte es also offensichtlich wirklich so; Aryth dachte nicht, dass das noch unter "Witz" fiel. "Gibt es noch andere Wölfe von deiner Gruppe... ich meine, deinem Rudel hier in dieser Welt?"

Kyro zählte auf: "Laelia, Yavru, Lijenna, Syrayn, Aramis, Xaron... offenkundig." Er seufzte. Wenigstens wusste er, dass Aramis so etwas wie ein Gehirn hatte. Trostpreis.

Syrayn hatte langsam verstanden. Er war also immer noch Lijennas Bruder. Aber sie kannte ihn eben nicht mehr. Das hieß, sie würde ihn wieder mögen, wenn sie ihn wieder besser kennen lernte? Das war doch eigentlich die Schlussfolgerung dessen, was sie gesagt hatte, oder? "Willst du mich dann vielleicht wieder besser kennen lernen, Nainana?" Er wusste, er hatte nie viel mit anderen gesprochen, hatte sich nie danach gefühlt. Er war lieber unter sich geblieben und hatte über die verschiedensten Dinge nachgegrübelt. Und er war ja einige Zeit sogar gar nicht beim Rudel gewesen, sondern bei den Wildkatzen. Und dann auf der Flucht vor den weißen Schatten hatte sich irgendwie keine Gelegenheit ergeben. Vielleicht war ja jetzt der Zeitpunkt?

Aryth nickte wieder (ernst). Das war eine Geste die er sich hatte angewöhnen können - die einzige bisher. "Das heißt euer ganzes Rudel ist in diese Welt gekommen?" Zumindest sagte seine innere Datenbank dass so eine Größe für ein größeres Rudel angemessen war. Außerdem schien Kyro ja alle dieser Wölfe zu kennen, was wieder dafür sprach, dass sie ein Rudel waren und sich nicht erst hier kennengelernt hatten.

Lijennas Blick blieb weiter auf Syrayn gerichtet. Sie zeigte keine Verwunderung über die Frage, obwohl sie sich ziemlich wunderte. "Das werde ich.", gab sie zur Antwort. Ein Außenstehender merkte vielleicht, dass sie völlig unterschiedlichen Logiken folgten. Lijenna hatte keinerlei Ahnung, das ihr Bruder nun glaubte, dass sie ihn ablehnte - oder dies zumindest flüchtig geglaubt hatte. Wahrscheinlich war ihnen beiden nicht bewusst, wie sehr sie sich gegenseitig irritieren.

Kyro schnaubte ein freudloses, angedeutetes Lachen. "Nein." Allerdings wusste er nicht, wer alles in die anderen Welten gereist war, also waren sie vielleicht doch alle hier irgendwo? Er verabscheute Hoffnung. Sie flackerte auf, im Herzen und wenn man kurz nachdachte, wusste man es besser und spürte den Stich, ganz tief in sich drin. "Und was hast du hier zu suchen? Bist du so ein Wächterquatschkopf?"

Atsukos Gedanken waren abgedriftet, zu grünem Fell und lautem, fröhlichen Kindergebell. Als sie es merkte, schallt sie sich einen Dummkopf. Mit großer Anstrengung riss sie sich von der Vergangenheit los und kehrte zurück zu den Geschwistern, die sich verständnislos anstarrten. "Ähm, was machen wir hier eigentlich? Also... ich meine, wieso sind wir hier in dieser Welt?", fragte sie etwas verlegen, da ihr zu spät aufgefallen war, dass das vermutlich gerade sehr taktlos war.

Syrayn blickte irritiert zu der Füchsin. Sie war ja auch noch da! Der Jungrüde war so mit seinen Gedanken beschäftigt gewesen, dass er gar nicht gemerkt hatte, dass er Atsuko vollkommen ignoriert hatte. "Tut mir leid Atsuko ... Ich wollte dich nicht ausschließen. Ich weiß, das macht man normalerweise nicht. Ich war nur in ... Gedanken." Syrayn wusste nun also, dass Lijenna ihn nicht einfach nicht mochte, sondern ihn einfach besser kennen lernen musste, um ihn zu mögen. Er fühlte sich zwar immer noch allein, aber vielleicht konnte er das irgendwie ändern. Zuerst einmal musste er aber dafür sorgen, dass Atsuko ihn nicht für vollkommen unangemessen hielt. "In dieser Welt gibt es eigentlich nicht viel zu machen bisher. Malumir kann uns beibringen, wie man durch den Nebel sehen kann. Aber ansonsten hat er nicht viel von dieser Welt erzählt. Wir wissen ja nicht mal, ob es hier überhaupt Beute oder so gibt. Wo ist Malumir eigentlich?" Kurz musste Syrayn nachdenken. Der Wächter war in Togruduna geblieben und war zu Kyro gelaufen - soweit er sich erinnern konnte. Und dann war Syrayn verschwunden. Bei dem Gedanken an Togruduna kam ihm noch ein anderer Gedanke: "Und was ist mit den Pelzlingen passiert, die mich doch so gern mochten? Sin die in Togruduna geblieben? Das wäre ärgerlich ..."

Aryth registrierte, dass Kyro nun wieder zum offiziellen Ablauf eines Gesprächs zurückkehrte: er stellte Gegenfragen. So änderte sich der Konversationstyp vom "Verhör" zum "Dialog". Und da Verhöre im Allgemeinen nicht erwünscht waren, war das gut. "Ja, das bin ich." Aryth hatte nicht verstanden, dass ein Quatschkopf kein freundlicher Ausdruck war; und selbst wenn, die Meinung dieses Wolfes war ihm nicht so wichtig, sie diente ihm nur als Informationsquelle. "Ich war zuvor bei Aramis, Laelia, Syrayn, Xaron und Lijenna, doch sie dislozierten in eine andere Welt und ließen mich zurück." War das genug Antwort? Konnte er nun wieder selbst etwas fragen ohne die Regeln zu verletzen? "Magst du die restlichen in deinem Rudel mehr?"

Lijenna wandte ein paar Momente später als Syrayn den Kopf zu Atsuko. Etwas irritierter - ohne dass man es ihr ansehen konnte - als ihr Bruder. Sie lauschte dessen Worten und prägte sich diese ein. Es war also nicht nett, jemanden nicht mitreden zu lassen. Das war interessant. Sie war auch schon oft 'ausgeschlossen' worden, aus Gesprächen und sie mochte es nicht. Bisher hatte sie das für so ein 'Nainana-Ding' gehalten. Es schien aber anderen auch so zu gehen. Auf manche von Syrayns Fragen wusste sie Antworten. "Malumir ist beim Tor.", konnte sie ihrem Bruder sagen. "Und Malumir lehrt nicht, durch Nebel zu sehen. Du lernst es aus dir heraus, aber Malumir weiß viel darüber." Lijenna hatte sich schon die ganze Zeit gefragt, was das für pelzige Dinger bei Malumir waren. Sie brachte das Wort, das ihr gefehlt hatte, mit den Dingern in Verbindung. "Die Pelzlinge sind bei Malumir."

Kyro fand sich mit der freakigen Ausdrucksweise des Rüden ab. Er sprach dagegen wohl eher salopp. "Manche.", antwortete er vage. "Aber sie sind nicht hier... und es erscheint mir äußerst unwahrscheinlich, dass wir besonders viele von ihnen je wiedersehen werden." Kyro war kein Träumer mehr, dazu war er zu tief gefallen. Wenn er Aszira suchte, entsprang das tiefer Verzweiflung, nicht irgendeiner naiven Hoffnung. Aber Aszira war nicht hier.

Atsuko war erleichtert, dass man es ihr die Unterbrechung des Gesprächs nicht übel nahm. "Also bedeutet das, dass wir zu Malumir gehen?", fragte sie unsicher. Die beiden Wölfe hatten doch gesagt, dass es in dieser Welt nichts zu tun gab, und die Aussicht, Malumir wieder zu begegnen war irgendwie schön. Er war ihr so ruhig und bedacht vorgekommen, und vielleicht hatte er ja eine Idee, was sie hier tun sollten.

Syrayn war mit der Idee zu Malumir zu gehen sehr einverstanden. Er wollte wirklich langsam etwas in den Magen bekommen. Der war schon viel zu lange leer gewesen. "Das hört sich nach einer guten Idee an. Ich brauche unbedingt etwas zu fressen. Vielleicht weiß Malumir ja, wo wir jagen können. Und vielleicht kann er uns mehr über den Nebel erzählen. Ich hab vorhin auch schon versucht durchzusehen, aber es hat nicht geklappt ..."

Aryth beobachtete etwas beunruhigt, dass sich das Gespräch wieder zu einem Verhör entwickelte. Doch er dachte praktisch: er hatte schon mit Aramis und Lijenna Konsens erziehlt, dass er sich ihnen anschließen würde. Jetzt war es also wichtig, weiter Informationen zu erhalten - und es war besser, wenn er diese von einem Wolf erhielt, bei dem es nicht so schlimm war, wenn er ihn durch seine Fragerei verärgerte. "Was ist denn in euerer Welt passiert, sodass ihr in diese hier gekommen seid?"

Lijenna spielte ein bisschen mit dem Boden. Flüchtig und auch nur deshalb, weil sie kurz unkonzentriert gewesen war und nach unten gesehen hatte. Oh, so naischbai... Deshalb musste sie immer so sehr aufpassen, dass sie andere ansah. Damit sie nicht von etwas abgelenkt wurde. "Ich brauche nichts zu essen."

Kyro ließ sich ausfragen. Er hatte nichts besseres zu tun. "Wir sind fast ertrunken." Oder sie waren ertrunken. Wer wusste das schon. Es war ihm einerlei. "Statt zu sterben und ins ewige Nichts überzugehen, sind wir hier gelandet. Zuerst in Mandri, dann irgendwo und schließlich in Togruduna. Jetzt hier." Ziemlich viele Welten, für einen alten Wolf an einem Tag.

Atsuko horchte kurz in sich hinein und entschied dann: "Ich bin auch hungrig. Wenn du nicht mitkommen willst ist das kein Problem Lijenna, aber mir wäre es lieber wenn du nicht ganz allein in so dichtem Nebel zurückbleibst. Tut mir leid dich so zu bevormunden, aber ich habe Angts dass du verloren gehst. Kommst du mit zu Malumir?", fragte sie, bemüht freundlich. "Dort ist der Boden sicher auch... naischbai."

Syrayn fiel plötzlich noch etwas anderes ein. "Du wolltest doch zu Malumirs Rudel gehören. Da könntest du ihn doch gleich fragen, ob das für ihn in Ordnung ist."

Aryth dachte kurz nach. Das hieß, dass sie noch lebten. Ob das "Ewige Nichts" wohl ein anderer Name für die Sternlande war? "Versuchst du jetzt also, dieses restliche Rudel zu finden?" Der Wolf hatte das zwar nicht gesagt, doch es gab wenige, die wirklich nur davonliefen ohne Ziel. Selbst wenn man vor etwas flüchtete, man tat es doch nie kopflos.

Lijenna fand die Aussagen seltsam. Von Atsuko und von Syrayn. Inzwischen verstand sie aber, dass es meist nicht die ganze Welt war, die seltsam war, sondern sie selbst. Am Anfang hatte sie das... seltsam gefunden. "Ich sehe keinen Nebel, gerade.", erklärte sie Atsuko. "Ich sehe Aryth und Kyro... ich sehe Malumir und die Pelzlinge. Ich sehe Xaron und Yavru und Aramis und euch." Ihr Blick glitt zu ihrem Bruder. "Ich gehöre zu Malumirs Rudel." Dazu brauchte sie nicht fragen, das wusste sie.

Kyro war sich da selbst nicht so sicher. "Nein. Ich hab keine Lust mehr zu suchen.", entschied er dann. "Ich hab mein Leben lang gesucht und nichts gefunden. Und jetzt bin ich des Suchens müde, endgültig."

Aryth nickte ernst. "Dann machst du dich jetzt selbst auf in die Sternenlande? Das, was ihr das Ewige Nichts nennt?" Es war für ihn nicht komisch, so über Tod eines Wolfes zu sprechen. Seine Maßstäbe von Leben und Werte unterschieden sich grundlegend von denen anderer, da er wusste, dass alles unendlich war.

Kyro verzog das Gesicht. Haha, guter Witz. Wohl kaum. "Wer weiß...", gab er zurück. Sternenlande. Blabla. Ewiges Nichts... blabla. "Wenn ein Wolf stirbt, geht er nach dem Glauben der meisten... zu den Sternen. Ich glaube an das ewige Nichts. Denn was könnte schlimmer sein, als nach dem Tod weiter zu existieren?"

Atsuko horchte überrascht auf. Lijenna sah keinen Nebel? Konzentriert versuchte sie es selbst noch einmal, doch ohne nennenswerten Erfolg. Als es ihr dann schlielich so vorkam, als würde der Weiße Schleier vor ihr noch dichter werden, kam sie sich ziemlich doof vor und beschloss es zu lassen. Stattdessen setzte sie sich langsam in Bewegung und fragte: "Wer oder was ist Aryth?"

Aryth verstand nicht, warum Kyro seinen Gesichtsausdruck änderte. Und er wusste auch nicht, was er auf die ihm gestellte Frage antworten sollte. Er hatte durch seine Heimatwelt Fakten und keine Wertungen gelernt. Was er allerdings wusste, war, dass das, was diese Wölfe als "Tod" bezeichneten, nichts anderes war als ein Weltenwechsel - für die meisten war das sogar der erste in ihrem Leben. Er hatte sich nie gefragt, ob die Wölfe in den Sternenlanden dort für alle Ewigkeit verweilten. "Ich vermute, du erliegst einem Irrglauben. Das was ihr als Tod bezeichnet ist nur das Wechseln von einer Welt in eine andere."

Kyro verzog wieder das Gesicht. Es war ein grimmiger Ausdruck, der sich in einem hinter künstlich, freundlicher Fassade verbarg, bei der sich der Altwolf keine Mühe gegeben hatte. Er legte keinen Wert darauf, dass Aryth ihm abnahm, dass er amüsiert war. "Tja. Ein klarer Fall von... das Leben ist ein Haufen Scheiße.", hielt er fest. Er fiel nicht aus allen Wolken, wegen dieser Hiobsbotschaft. Sein Schicksal hasste ihn und entsprechend hatte er nie etwas anderes erwartet, als Qualen bis in alle Ewigkeit. Wozu also sterben? Es war nur eine Fortsetzung seiner verkorksten Exsitenz. "Du verstehst es wirklich, einem alten Wolf Mut zu machen.", gab er ironisch zum besten.

Syrayn ging Atsuko nach und fragte dabei ganz erstaunt Lijenna: "Du hast gelernt durch den Nebel zu sehen? Kannst du es jetzt wann immer du willst?" Langsam fragte er sich wirklich, wie lange sie eigentlich von Caeluci fort gewesen waren. Wie viel Zeit hatte Lijenna hier verbracht, während er nur kurze Zeit in Mandri und Togruduna gewesen war.

Lijenna hatte keine Ahnung, was sie dazu sagen sollte. "Ich weiß es erst, am Ende vom Immer, ob es immer geht." Das musste Syrayn doch klar sein? Sie versuchte zu ergründen, ob an Vorherseherei irgendetwas dran war, oder ob man nur davon redete, ohne dass es so etwas gab. Hatte sie etwas verpasst? "Aryth ist der Wolf, der bei Malumir gelebt hat und sich euch anschließen wird, wenn ihr geht." Sie schien davon auszugehen, dass 'euch' Atsuko einschloss. Genauso wie ihre Brüder.

Atsuko zuckte zufrieden mit dem Schwanz. Die Erklärung von Lijenna war interessant, wbei manche sie auch einfacch kompliziert nennen würden. Sie mochte komplizierte Sachen. Allerdings beunruhigte sie eine Sache. "Wann verrschwindet ihr wieder von hier, und was passiert dann mit mir?" Die Dinge, die seit ihrem Erwachen passiert waren, waren so aufregend gewesen, dass sie sich darüber keine Gedanken gemacht hatte. Nun allerdings, in dieser friedlichen Sonne-mit-Nebel-Welt, stürzten plötzlich die Sorgen auf sie herab, die sie eigentlich schon seit ihrem Erwachen haben sollte.

Syrayn hatte noch gar nicht so weit gedacht, dass sie irgendwann wieder in ihre Heimatwelt zurückkehren könnten. Er hatte irgendwie noch gar nichts in diese Richtung gedacht - obwohl er doch sonst so viel nachdachte. "Wer sagt denn, dass wir wieder verschwinden? Wenn wir in eine neue Welt gehen, kannst du doch mitkommen. Ich zumindest hätte nichts gegen angenehme und gut verträgliche Gesellschaft. Nicht so wie zornig-grummeliger Kyro." Lijennas Worte ließen Syrayn lächeln. Das war etwas, das wohl nur sie so sagen und verstehen würde. Syrayn musste sich eines merken: Mit Lijenna durfte man keine ungenauen Sätze formulieren wie eben der Satz mit 'immer'. "Ich meinte damit, ob du das willentlich steuern kannst, Nainana. Oder ob das nur zufällig passiert."

Lijenna dachte darüber nach. "Es ist zufällig passiert. Und gesteuert. Und dann wieder zufällig und jetzt ist es zufällig geblieben." Warum verstand sie selbst nicht so genau. Sowas konnte Malumir besser erklären. Lijenna hatte das Gefühl, dass ihr für viele Dinge auf immer und ewig die Worte fehlen würden. Oder waren es die Gedanken? Manche Dinge konnte sie einfach nicht greifen.

Atsuko hörte interessiert zu, wie die kleine Wölfin des Sehen durch den Nebel beschrieb. "Konntest du immer zu bestimmten Zeitpunkten etwas sehen, oder ist dir bisher noch nichts aufgefallen was das betrifft? Und wie lange kannst du dann sehen? Nur ein paar Herzschläge, oder mehrere Stunden?", fragte sie geschäftlich.

Syrayn ging einfach mal neben den beiden her. Bald hätten sie Malumir erreicht.

Lijenna sah zu Atsuko, dann aber doch wieder auf ihre Pfoten, ehe sie darüber stolperte. "Du verstehst nicht...", begann sie. "Es ist neu. Gerade erst gelernt. Beim ersten Mal hab ich gesehen, weil ich mich selbst erkannt habe. Das hat Malumir gesagt. Es war nur kurz, aber dann konnte ich es nochmal machen, weil ich über ähnliche Dinge nachgedacht habe. Und im Moment ist der Nebel einfach weg, ohne dass ich etwas mache... Der Nebel der Lichtwelt..." Sie trat zu Malumir und ließ sich bei diesem nieder, vorsichtig an den Pelzkugeln schnüffelnd.

Atsuko legte den Kopf nachdenklich schief. Weil sie sich selbst erkannt hatte? warum sah dann sie nichts? Sie kannte sich doch. Oder etwa nicht? Hatte sie irgendwann anders reagiert als sie von sich selbst erwartet hatte? Oder akzeptierte sie einfach nicht ihre schlechten Seiten? Das musste sie ändern. Doch vorerst sollte sie sich auf Malumir und die Pelzling konzentrieren, deren Konturen vor ihnen im Nebel erschienen. "Hallo, Malumir!", rief sie ihm fröhlich entgegen.

Aryth bemerkte mit steigendem Unbehagen, dass der Wolf schon wieder das Gesicht verzog, und irgendwie hatte er das Gefühl, dass es aber wichtig für diese Konversation war, zu verstehen, was der andere mit diesen Veränderungen seines Äußeren bewirken wollte. Auch diese Wertung eines Begriffs, der für Aryth nicht wirklich definiert war - schließlich war das Leben unendlich - machte für ihn keinen Sinn. Wie konnte man etwas bewerten, das unveränderlich war? Es schien ja auch niemand für nötig zu halten, zu sagen, dass es gut war dass es Steine gab. Verunsichert durch diese Probleme wusste er auch nicht, was er mit der abschließenden Aussage des Wolfes anfangen sollte. "Es ist aber nicht meine Aufgabe, dir Mut zu machen", merkte er vorsichtig an und hoffte, dass seine Aussage so allgemein getroffen hatte, dass sie irgendwie ins Gespräch passte.

Kyro schnaubte. "Ja... offensichtlich nicht." Ihm dünkte, dass sein Gegenüber nicht sonderlich viel mit Ironie anfangen konnte. Das konnte gut oder schlecht sein, aber es sprach nicht gerade für den Intellekt des Wolfes. "Wessen Aufgabe wäre es denn, deiner Meinung nach?"

Syrayn legte sich erst mal zu seinen Pelzlingen. Sie schienen dies zu begrüßen, denn sie kuschelten sich eng an ihn und gaben ihm Comfort. Auch er begrüßte Malumir mit einem freundlichen 'Hallo'. "Danke für die Rettung, auch nochmal an dich.", fiel ihm dann noch zu sagen ein.

Lijenna wich vor den Pelzlingen zurück, als diese sie begrüßen und berühren wollten. Zum Glück wandten sie sich dann an Syrayn und sie war in Sicherheit. Später musste sie ihren Bruder mal fragen, wie Malumir sie gerettet hatte. Für den Moment ließ sie ihre Gedanken ein bisschen abschweifen.

Malumir lächelte mild. "Hallo Atsuko. Hallo Syrayn... Lijenna..." Er nickte den drei Jungtieren zu. Den Dank nahm er zur Kenntnis. "Geht es euch gut?"

Atsuko war erfreut, dass Malumir ihren Namen noch wusste. Überschwänglich beantwortete sie seinen Frage. "Uns geht es, denke ich, allen gut. Aber Syrayn und ihc haben Hunger. Gibt es hier vielleicht eine Möglichkeit um zu Jagen oder so?"

Malumir machte eine Kopfbewegung zum Tor, der Lichtsäule die mitten auf der Ebene zum Himmel ragte. "Ich kann euch in Welten führen, die Jagden ermöglichen.", erklärte er. Für den Augenblick sah es aber so aus, als würde Syrayn erst mal seine Pelzlinge kuscheln. "Aus welcher Welt stammst du?"

Atsuko hatte keine Ahnung. Nach einer kurzen, fieberhaften Überlegung meinte sie zögerlich: "Nun, also, wie die Welt heißt weiß ich nicht, aber wir haben unseren Boden immer Sanéri genannt. Hilft das?"

Malumir ließ sich den Namen eine Weile durch den Kopf gehen. "Nein.", hauchte er dann sanft. "Ich habe unzählbar viele Welten bereist, aber +über Sanéri habe ich nie jemanden sprechen hören." Mochte sein, dass er diese Welt eines Tages bereiste, wenn die Welten es so wollten. "Wie war es in deiner Heimat?"

Atsuko lächelte leicht. "Es war viel farbenfroher als alles was ich bisher in anderen Welten zu sehen bekommen habe, und es gab auch andere Fellfarben als hier bei euch. Und es gab fünf Zeiten, nicht nur vier, und in der fünften, der Leere, haben sich alle Tiere außer uns in die Unterwelt zurückgezogen, und selbst die Wölfe verschwanden. Deshalb waren wir die Wächter der Leere.", schloss sie mit einem leisen Lächeln. Sie hätte noch stundenlang so weiterschwärmen können, aber da Malumir vermutlich eh nur aus Höflichkeit gefragt hatte wollte sie ihm das nicht antun.

Malumir war sicherlich eine sehr höfliche Persönlichkeit, aber nichts davon war aufgesetzt und nichts war je einfach so daher gesagt, oder gefragt. "Die Leere? Wie ist die Leere in deiner Welt?"

Atsuko war erfreut, dass Malumir tatsächlich interessiert schien, also erzählte sie fröhlich weiter: "Die Leere ist die Kürzeste Zeit, aber für die Meisten auch die Härteste. Weil sie die letzte ist, ist sie auch die Kälteste. Dort wird alles so kalt, dass die Luft selbst gefriert, und die Barriere wird deshalb kaputt und die Sonnenstrahlen kommen ganz durch. Für alle anderen ist das tödlich, aber für uns nicht. Wir sind Temperaturresistent.", erzählte sie stolz. "Aber Nahrung finden ist dort immer schwierig, deshalb fresse ich oft einfach Pflanzen."

Malumir hörte aufmerksam zu. "Ist die Sonne tödlich, oder die Kälte?" Ganz sicher konnte er sich nach den Worten der jungen Füchsin nicht sein. "Und haben die Pflanzen in der Leere überleben können?"

Atsuko legte den Kopf schief. "Eher die Sonne, aber wenn nur sie tödlich wäre, könnten sich ja auch einfach alle Tiere der Sonne anpassen. Wenn sie dannn aber erfrieren, hilft das ihnen auch nicht weiter. Nein, es ist die Mischung, die ausschlaggebend ist. Und die Pflanzen... Naja, die Strahlen betreffen sie irgendwie nicht."

Malumir hatte sich stets für alle Arten von Welten interessiert, genauso wie für alle Tieren und Pflanzen. Dieses Interesse war nie verblasst, ganz gleich, wie lange seine Reise angedauert hatte. Und nun ließ er sich von jungen Wanderern gerne von deren Reisen erzählen. "Wie lange wanderst du schon?"

Atsukos erste Reise durch die Welten war da gewesen, wo sie in die Welt gelangte, in der sie Kyro getroffen hatte. "Noch gar nicht lannge. Auf jeden Fall kürzer, als die Anderen Wölfe. Ich habe erst dreimal die Welt gewechselt."

Malumir lauschte und lächelte dann gutmütig. "Noch so jung, auf deiner langen Reise...", hauchte er. Es war keine Kritik und keine Herabsetzung, aber auch keine bloße Feststellung. Vielleicht schwang in den Worten der Klang eines stolzen Großvaters - oder Ururgroßvaters - mit, der feststellte, wie groß seine Enkelin schon geworden war. Natürlich war er nicht neidisch, dass sie noch so viel vor sich hatte. Er freute sich für Atsuko.

Atsuko nickte leicht. Sie wusste zwar nicht, ob sie selbst Lust auf eine große Reise hatte, aber ohne Reise wurde man wohl nicht alt und weise. Unwillkürlich fragte sie: "Was hast du denn schon für reisen hinter dir?"





Geschlecht


Alter


Größe


Status


Charakterbogen


Lu, Kyro, Josh, Lio





Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
Mag hinter Himmeln sehen,
Wo die Welt begann
18.11.2017 14:57
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Lijenna
Lillyan Caesar






Art
Wolfsträumer

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Syrayn hörte aufmerksam zu, was Atsuko und Malumir sagten. Die Welt der Füchsin klang interessant - aber auch ziemlich tödlich für Nicht-Atsuko-Füchse. Aber zumindest schien nur die eine Jahreszeit - die Leere - tödlich zu sein. "Und was ist mit den anderen Jahreszeiten? Sind die wie die Jahreszeiten bei uns - also Frühling, Sommer, Winter und Herbst - oder ganz anders? Und gibt es da auch Schnee und Regen und Blätter die im Herbst zu Boden fallen?" Syrayn war wissbegierig und wollte sich so viel Wissen aneignen, wie er nur konnte. Syrayns Pelzlinge waren immer noch bei ihm und schienen glücklich zu sein. Sie schnurrten alle ausgesprochen zufrieden.

Malumir blickte zu Atsuko und sah dann zu Syrayn. Wollte die Füchsin erst einmal auf die Frage des Rüden antworten? Denn bis Malumir erzählt hatte, welche Welten er schon bereist hatte, wären sie alle ein paar Ewigkeiten älter...

Atsuko hatte Syrayn ganz vergessen. Nachdem sie den Blick von Malumir als "antworte ihm ruhig" gedeutet hatte, drehte sie sich zu dem anderen Wolf um und sagte: "Ich weiß nicht wie die Jahreszeiten bei euch sind, aber anscheinend schon, denn manche von uns kennen diese Begriffe für Jahreszeiten und verwenden sie auch manchmal. Und ja, wir haben auch Regen und Schnee, und die Blätter fallen auch von den Bäumen, aber nur die grünen. Die blauen bleiben oben."

Lijenna hatte sich etwas von den anderen entfernt. Sie hörte zwar zu, aber sie spielte für sich mit dem Boden, der so ganz besonders naischbai war.

Yavru hatte sich von den anderen abgewandt. Er wollte erstmal alleine sein. Zu sehr hatte ihn die schreckliche Nachricht getroffen. Seine Patin, sein großes Vorbild, war eine Mörderin. Sie hatte, anscheinend völlig grundlos, Chion umgebracht. Ein Stück weit hoffte er immer noch, sie hätte einen zwingenden Grund dafür gehabt. Vielleicht hatte er sie ja angegriffen und sie hatte sich nur verteidigt? Aber dann hätte sie es doch nicht verheimlicht! Aber sein Magen knurrte. So wenig ihm auch danach war, wurde ihm bewusst, dass er etwas fressen musste. Er hatte bisher in keiner Welt Beute gesehen, wenn man von den Pelzlingen und von Ceran absah. Aber irgendwie mussten die Wölfe hier doch überleben können. Es konnte doch nicht sein, dass sie sich alle, wie Xanthara, von ungenießbaren Pflanzen ernährten? Er entschloss sich, zu Malumir zu gehen und diesen zu fragen. Als er näher kam, erkannte er jedoch, dass sich dieser mit Atsuko und Syrayn unterhielt. Da er nich sofort in das Gespräch platzen wollte, gesellte er sich dazu.

Syrayn war überrascht, dass Atsuko blaue Blätter erwähnte, aber was hatte er denn erwartet? Alle Welten, in denen er bisher gewesen war, waren vollkommen anders gewesen, als seine Heimatwelt. "Wow ... ich hab noch Pflanzen gesehen, die blau sind - außer die Blütenblätter." Als er sah, dass Yavru sich näherte wedelte er erfreut mit der Rute. "Yavru! Ah, wir wollten doch jagen gehen! Kannst du uns zu einer Welt bringen, in der man jagen kann, Malumir?"

Malumir nickte leicht und erhob sich. "Ich erzähle dir gerne ein anderes Mal von meinen Reisen, Atsuko." Er verneigte sich leicht und lächelte dazu. Dann wandte er sich zum Tor. "Folgt mir einfach..." Er konzentrierte sich kurz und sprang in die Lichtsäule.

Aramis hielt sich in all dem eher zurück, immer in der Nähe von Lijenna übte er den Nebel zu durchdringen, immer wieder ein bisshen nur um sich dann um zuschauen ob ihn jemand dabei bemerkte. Er war einfach zu neugierig, als das er es sein lassen würde. Das irgendetwas im Gange war bei den anderen, nahm er zwar wahr, aber schenkte dem Ganzen für den Moment wenig Beachtung. Ein kurzer, nebelfreier Blick dann wann er sic leise seufzend zu Lijenna und betrachtete sie für einen Augenblick fragend. Ob er etwas verpasst hatte?

Aryth sah den Wolf an. Wieso sagte er jetzt die ganze Zeit Dinge von denen Aryth keine Ahnung hatte? Und jetzt auch noch so eine Frage! An ihn, wo er doch keine Ahnung von Gefühlen und Beziehungen hatte! Glücklicherweise hatte ihn Akaera darauf vorbereitet. In seinem Kopf gab es die Sätze "Freunde und Familie geben dir Halt." und "Glaube an dich selbst." Aryth hatte sie ein wenig verwirrt in seinen imaginären Ordner mit der Beschriftung "Sonstiges" eingeordnet, und hoffte nun, dass das etwas mit Kyros Frage zu tun hatte." "Wäre das nicht die Aufgabe von Freunden, Familien und dir selbst?" Er war sich bewusst, dass seine Antwort fast zu sehr wie eine Frage klang um dem normalen Gesprächsverlauf zu folgen aber er musste diesen Verstoß gegen die Regeln in Kauf nehmen.

Lijenna hüpfte auf dem Boden umher und experimentierte ganz offensichtlich mit den Wellen. Sie versuchte sie zu fangen, oder auf eine Welle eine entgegengesetzte Welle zu erzeugen. Es bereitete ihr großes Vergnügen, auch wenn ihre Körperhaltung wie immer wenig aussagte. Da Aramis sie kannte, konnte er es sicher erahnen.

Kyro machte es seinem Gegenüber nicht einfach. "Und wenn ich selbst es nicht kann und keine Freunde und keine Familie habe?", erkundigte er sich neutral. Es klang nicht nach Selbstmitleid. Es war einfach so, dass er mit Aszira seine wichtigste Bezungsperson verloren hatte und völlig überflüssig geworden war, weil er nicht einmal mehr auf Reszani acht geben konnte. Auch sonstige, entfernte Freunde waren fort. Daina und Katan, beispielsweise. Aramis war noch da, aber für den Moment war der Rüde keine Option. Wobei Kyro vermutlich sowieso nicht bereit gewesen wäre, bei irgendwem Halt zu suchen oder sich von irgendjemandem Mut zusprechen zu lassen. Es waren mehr Fragen, die schwer nach Gedankenexperimenten schmeckten. Vielleicht wollte er auch einfach nur wissen, wie Aryth dazu stand.

Aramis schüttelte amüsiert den Kopf, während ein Schmunzeln seine alten Lefzen umspielte. Es schien ihr offensichtlich viel Spass zu machen mit den Wellen herumzuexperimentiere. Er betrachte seine Pfoten und schließlich sprang er etwas ungelenk los um selbst Wellen zu erzeugen

Lijenna beobachtete Aramis und dessen etwas gewaltigere Wellen. Sie sprang hinter ihm her, beinahe als hätte er sie dazu aufgefordert. Eigentlich hatte Lijenna nie mit ihren Geschwistern deren Spiele gespielt. In diesem Moment hatte sie aber in sich drin gespürt, dass sie mitmachen wollte. Vielleicht war das ihren Brüdern und Schwestern immer so gegangen, wenn sie miteinander gespielt hatten?

Aramis lauschte nach hinten als Lijenna ihm folgte und betrachtete die Wellen die seine Sprünge lostraten. Er grinste und zum ersten Mal seit Ewigkeiten..fühlte er sich regelrecht losgelöst und befreit

Atsuko starrte Malumir mit leichtem Desinteresse nach. Sie wusste nicht wieso, aber plötzlich hatte sie gar keinen Hunger mehr. Besorgt starrte sie auf ihr Fell, doch sie konnte keinerlei dunkle Stellen erkennen, also konnte sie nicht krank oder so sein. Trotzdem, die Vorstlung jetzt zu jagen und zu essen war nicht besonders verlockend. "Ich bleibe hier und sehe mich etwas um.", erklärte sie den Anderen. Schwungvoll drehte sie sich um und schritt von dannen.

Lijenna musste ihre Pfoten ein bisschen schneller bewegen, um mit Aramis mithalten zu können. Obwohl sie alle langsam ausgewachsen waren, war Lijenna kaum größer als Atsuko, die Füchsin. Besonders Syrayn war sehr groß geworden und irgendwie war das merkwürdig. Als wäre Lijenna noch ein halber Welpe. Sie war immer die Kleinste gewesen, aber jetzt schien es umso mehr aufzufallen. Im Grunde hatte sie nichts dagegen, aber es fiel ihr eben doch auf, weil Aramis neben ihr einfach immer noch sehr groß wirkte. Sie wuffte atemlos und ähnlich losgelöst.

Aryth zog die logische Schlussfolgerung aus dem Gesagten. "Wenn du keinen Mut bekommen kannst durch solche Dinge dann soll es eben nicht so sein." Er hatte eigentlich nicht wirklich eine Ahnung wovon sie gerade sprachen und würde am liebsten schnell das Thema wechseln. Er verstand nicht einmal, wieso der Wolf diese Frage gestellt hatte. Sicher, Freunde und Familie konnte weit weg sein oder nicht vorhanden, doch sich selbst hatte man ja eh immer. Und deshalb konnte es ja so was wie Mutlosigkeit gar nicht geben. Rein theoretisch. Offensichtlich verhielt es sich aber in der Praxis anders. Aryth wurde immer verwirrter. Er musste noch viel lernen.

Aramis kicherte leise beim nächsten Sprung und schnappte schließlich übermütig nach einer der Wellen die seine Pfoten verursachten. Rasch pendelte seine Rute hin und her und der ganze große böse Wolf schien gar nicht mehr so böse und groß zu sein

Kyro irritierte die Antwort seinerseits. Und da waren sie wieder am Anfang des Gesprächs. Kyro hätte nun wiederholen können: Du verstehst es, jemandem Mut zu machen. Aber dann würden sie sich im Kreis drehen. "Wenn jemand aber seine ganze Lebenskraft verliert, weil er völlig am Ende ist... durch schreckliche Erlebnisse... und niemand da ist? Wer soll ihm dann Mut machen, wenn er selbst das nicht kann und wenn es essenziell ist, um nicht drauf zu gehen?"

Lijenna fand sowieso nichts böses an Aramis. Aber groß war er schon! Nur... das hatte sie nie gestört. Das gehörte so. Es wäre seltsam gewesen, wenn Aramis plötzlich klein gewesen wäre. Sie sprang ohne Scheu auf ihn zu und wich im letzten Moment aus. Sie hatte keine Angst, berührt zu werden, denn selbst wenn es versehentlich passierte... es war eben Aramis. Das war dann schon in Ordnung.

Aryth war kurz hoffnungsfroh gewesen, da Kyro etwas länger geschwiegen hatte. Aber nein, der andere hatte offensichtlich nur kurz gebraucht um seine nächste unbeantwortbare Frage zu formulieren. "Was hat Lebenskraft mit Gesellschaft zu tun? Zum Leben braucht man Nahrung, Wärme, Schlaf, Wasser und andere lebenswichtige Dinge." Aryth durchforstete sein Gehirn. "Ja, Gesellschaft scheint man auch zu benötigen. Aber ich glaube schon, dass man auch längere Zeit überleben kann ohne Kontakt. Und irgendwann trifft man immer auf jemand anderes und kann sich austauschen." Er dachte an sich selbst. Er hatte schließlich auch die längste Zeit allein auf Akaera gelebt und war nicht gestorben.

Aramis verbeugte sich spielerisch vor seiner Schneeflocke als sie auf ihn zusprang. er wunderte sich kurz, dann ließ er sich einfach weiter auf die spielerische Laune ein. Er stubste sie hauchzart gegen die Schnauze, nur um dann wieder wellenschaffend wegzuspringen

Kyro legte den Kopf schief. "Das war nicht ganz meine Frage...", kritisierte er Aryths Antwort. "Aber ich sehe schon... dass du davon keine Ahnung hast. Also bringt es nicht viel, weiter darüber zu reden." Offenbar war der Rüde sehr weltfremd. Oder wie man sowas bei so vielen Welten bezeichnete...

Yavru erwiderte Syrayns wedeln, als dieser sich ihm zuwandte. Und die Frage, die er Malumir stellen wollte, hatte sich nun auch erledigt. „Ja, ich wollte auch gerade fragen, wo man hier Beute findet.“ Atsuko schien hingegen keine Lust auf die Jagd zu haben. Störte es sie, dass er, wenn auch unbeabsichtigt, ihr Gespräch mit Malumir unterbrochen hatte? Oder hatte sie einfach keinen Hunger? Als Malumir unvermittelt in das Weltentor sprang, zögerte Yavru kurz. Was, wenn sie nicht mehr zurückkehren und die anderen nicht mehr finden würden? Aber Malumir war weg, bevor er nachfragen konnte, und so blieb ihm nichts übrig, als diesem zu folgen.

Lijenna hielt kurz ganz still, dann sprang sie wieder hinter Aramis her und versuchte seine Wellen zu überholen. Das war aber ziemlich schwierig. Sie lief einen Bogen und so gingen ihre Wellen gegenläufig ineinander über. Ein heilloses Chaos entstand. Normalerweise mochte Lijenna Ordnung lieber, aber dieses Chaos hatte auch eine abstrakte Ordnung. So ganz konnte sie es nicht greifen, aber es gefiel ihr.

Syrayn machte sich ebenfalls daran, Malumir ins Weltentor zu folgen. Er sah Yavru noch einen Moment an und sagte noch kurz "Mach dir keine Sorgen, Malumir kennt sich aus." und sprang dem Wächter dann hinterher.

Aryth verstand zwar nicht, was den anderen dazu bewog, gerade jetzt seine Antwort als unpassend zu empfinden, doch er war trotzdem froh, dass das Thema gewechselt wurde. Da fiel ihm etwas ein. Er hatte gar nicht nach einem der wichtigsten Identifikationsmerkmale gefragt - nach dem Namen. Und Aryth hatte mitlerweile schon erkannt, wie praktisch es war, wenn man auch über einen Wolf reden konnte, wenn er nicht anwesend war. "Wie heißt du eigentlich?"

Kyro betrachtete den Rüden. Oh... nun kamen sie zum langweiligen Teil. Offensichtlich. "Kyro.", bekundete er dennoch artig. Er ließ es darauf ankommen, ob sich sein Gegenüber auch vorstellte. Womöglich hatte er dessen Namen aber zuvor schon aufgeschnappt.

Aramis blieb stehen und patschte mit der Pfote immer wieder in die Wellen. Auch er fand das Wellenchaos interessant und musste zugeben, es zu verursachen machte wirklich -Spass-

Lijenna hielt ebenfalls inne, Aramis gegenüber stehend. Sie machte ihren Mentor nach, sodass sie sich gegenseitig Wellen zuspielten und damit den Boden in heilloses Chaos versetzten. "Denkst du... so sieht es aus... wenn zwei Wölfe nicht mehr einzeln sind?"

Aramis neigte den Kopf in die Schräge als die Frage seiner Schneeflocke ertönte. "Ich habe mir das immer harmonischer vorgestellt. Aber... gemeinsames Chaos finde ich auch gut" er grinste schief und ließ die Wellen weiter tanzen

Lijenna ließ sich die Worte durch den Kopf gehen, um sich intensiv mit ihnen auseinander zu setzen, während sie das Experiment mit Aramis fortsetzte.

Aryth hatte die Konversationsart "Vorstellung" schon gelernt. Deshalb antwortete er: "Ich heiße Aryth." Der Name klang seltsam für ihn - er wusste, dass er so hieß, aber er hätte genauso gut Klaus oder Xirxayzes heißen können und hätte sich genauso angesprochen gefühlt. "Siehst du durch den Nebel?", war seine nächste Frage. Das war in dieser Welt auch recht interessant zu weissen.

Kyro schüttelte den Kopf. "Nein. Es hieß, man müsse das erst lernen?" Wusste dieser Aryth mehr darüber? Und wollte Kyro sich darauf einlassen, mehr über diese Welt zu lernen, weil... Baum? Es fiel ihm schwer, sich so wirklich auf all das einzulassen. Sterben wäre angenehm gewesen. Aber offenbar gab es ja keinen richtigen, endgültigen Tod. Also brauchte er sich darüber auch keine weiteren Gedanken mehr zu machen. Welch Ironie...

Aryth nickte wieder einmal. "Ja, das kann man lernen. Auf viele verschiedene Wege. Ich kann es nicht, weil ich gar nichts über mich weiß und eigentlich gar nichts weiß und auch gar nichts fühle. Das ist wahrscheinlich die erste Selbsterkenntnis, die ich überhaupt habe. Wobei das wahrscheinlich auch ein Anfang ist..." Es stimmte, dass Aryth mittlerweile erkannt hatte, dass ihn etwas grundsätzlich von den anderen hier unterschied. Und dass das nicht am Wissen lag. Er hatte erkannt, dass andere einen Grund zum Leben hatten, etwas, wonach sie strebten was nichts mit dem Überleben oder Wissensansammlung zu tun hatte. Und er wusste, dass er das nicht hatte. Ihm war es egal, was er tat oder ob er lebte. Im Grunde genommen vegetierte er vor sich hin, nur von einer dumpfen Ahnung getrieben und dem Wunsch, das zu tun, was sein Ziehvater und seine Mutter von ihm verlangten. "Man kann also sagen, dass das Sehen immer mit der Selbsterkenntnis zu tun hat oder mit Gefühlen. Wenn man offen ist dann kann man auch einfach so sehen, indem man in sich selbst blickt ... oder so. Ich kann das nicht genau sagen, ich weiß das ja nicht. Laelia beispielsweise hat das mit dem in-sich-selbst-blicken gemacht."

Kyro hörte sich diese Erklärungen für seine Verhältnisse sehr aufmerksam und konzentriert an. "Und wie kommt es, dass du keine Ahnung von irgendetwas hast? Aber glaubst, etwas zu wissen?", erkundigte er sich. Bei all dem Gelaber musste man sich schon fragen, was er da für einen Wolf vor sich hatte.

Aryth war froh, dass das endlich eine Frage war, die er beantworten konnte - und zwar vollständig. "Ich weiß was mir gezeigt wurde. Ich bin allein aufgewachsen in Akaera, der Mutterwelt. Ich weiß nicht wie, aber ich habe dort viel Wissen erlangt - es war einfach plötzlich in meinem Kopf. Da ich aber noch nie einem Wolf gegenübergestanden bin bis Malumir, mein Ziehvater, in meine Welt kam, weiß ich nur theoretisch über Dinge Bescheid und weiß auch nicht, wie ich mit anderen sprechen soll." Für Aryth war es nicht komisch, all diese Dinge über sich preiszugeben. Es fühlte sich eher an, als würde er ein Tier einer völlig anderen Art beschreiben, das nur entfernt mit ihm verwandt war.

Kyro hörte sich das an. Äh, ja, ne, is klar... "Ich habe also einem Ahnungslosen Fragen gestellt...", seufzte er. Was für ein nutzloses Gespräch. "Du hast also nie jemanden geliebt und nie jemanden, den du geliebt hast, verloren...", sinnierte er. "Dann weißt du gar nichts."

Aryth nickte. "Genauso ist es. Ich weiß gar nichts. Zumindest nichts, was dir relevant erscheint - wenn man dem glauben darf, wie es wirkt." Er hatte kein Bedürfnis, sich rechtzufertigen. Er hatte ja versucht, sich an die Gesprächsregeln zu halten, und dass Kyro vielleicht die falschen Fragen gestellt hatte, dafür konnte er auch nichts. Es war ihm immer ein Anliegen gewesen, wahrheitsgemäß zu antworten, oder eben so gut wie er konnte. Auch, wenn er natürlich schon einsah, dass er mehr Nutzen aus dem Gespräch gezogen hatte - aber wie schon gesagt, Kyro war selbst schuld weil er zuerst keine Fragen gestellt hatte obwohl er an der Reihe gewesen wäre oder dann eben die falschen.

Kyro hätte sich über diese Art zu denken wohl lustig gemacht, aber er erahnte Aryths Gedanken nicht einmal. Dazu waren sie zu befremdlich. "Und wenn du... theoretisches Wissen erlernt hast... hast du dann nichts über Beziehungen zu anderen gelernt?"

Aryth schüttelte den Kopf - das hatte er auch schon oft genug gesehen um es nachzuahmen. "Nicht wirklich. Ich weiß zum Beispiel wie ein Gespräch aussehen könnte beziehungsweise sollte. Oder dass man sich auch vorstellt wenn sich der andere vorstellt. Oder dass es so etwas wie Rangordnung in Rudeln gibt. Aber Beziehungen haben mit Gefühlen zu tun und das kann man nicht theoretisch lernen. Zumindest ich konnte das nicht."

Kyro ließ sich das durch den Kopf gehen. "Also hast du keine Ahnung was Liebe ist? Oder... was es bedeutet, jemanden zu mögen? Und wenn du das nicht weißt, dann hast du dich nie danach gesehnt?" Das kam ihm ziemlich absurd vor. "Also bist du völlig unfähig, fühlen zu lernen?"

Aryth erkannte, dass dieser Wolf es gut fand, ihm Fragen zu stellen, die er nicht einfach beantworten konnte. "Nein, ich glaube ich weiß das nicht. Aber ich konjiziere, dass ich das noch lernen werde. Ich glaube, ich habe gar keinen anderen Sinn. Ich lebe nicht mehr da, wo ich einmal war und Malumir will das von mir. Er will, dass ich normal werde. Und ich gebe mir Mühe."

Kyro schnaubte spöttisch. "Dann ist Malumir ein Arsch.", befand er. "Wenn das seine Begründung ist... und es nicht nur deine Art ist, es auszudrücken."

Aryth ordnete das Wort "Arsch" richtig ein und er merkte, dass es nicht gut war, wenn sein Ziehvater so bezeichnet wurde. "Warum? Findest du es nicht wichtig, zu fühlen?" Es war ihm gar nicht wirklich bewusst, aber er wollte nicht dass sein Ziehvater so genannt wurde und versuchte nun durch seine Frage, zu zeigen, dass es gut war, wie es war.

Kyro hob leicht die Wolfsbrauen. "Es ist nie gut, wenn jemand unter dem Vorwand, dass jemand 'normal' werden soll, eine Persönlichkeitsänderung verlangt. Darin kannst du nur versagen."

Aryth sah Kyro lange an. In seinem Kopf arbeitete es. Immer wieder ließ er sich durch den Kopf gehen, was der andere Wolf gerade gesagt hatte und was Malumir gesagt hatte. "Vielleicht habe ich das wirklich falsch gesagt. Ich habe nur präsupponiert, dass das bedeutet, dass ich mich der Norm annähere. Ist es nicht normal, wenn man fühlt? Und was soll ich denn deiner Meinung nach sonst tun?" Es fühlte sich immer noch nicht gut an, dass die Möglichkeit bestand, dass Malumir falsch lag. Da musste es ein Missverständnis geben.

Kyro bildete sich nicht ein, irgendwas zu wissen. "Keine Ahnung... du müsstest erst mal rausfinden, was du fühlst... und darauf aufbauen. Nicht, um normal zu werden, sondern um ein Leben leben zu können, das sich nach etwas anfühlt." Er dachte ein bisschen nach. "Oder was soll sonst der Sinn deines Lebens sein? Kann man ohne Gefühle entschließen, eine erfüllte Existenz zu führen? Gibt es irgendetwas das dich antreibt? Wieso stehst du morgens auf?"

Aryth hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass sie über etwas gleich dachten. "Naja, eben, ich nehme an dass ich mich ändern sollte. Weil mir wahrscheinlich etwas entgeht, wenn ich nicht fühle." Er überlegte kurz, wie er auf die anderen Fragen Kyros reagieren sollte. Kurz wollte er das 'warum stehst du morgends auf' wörtlich nehmen und erklären, dass er auf Akaera nie geschlafen hatte und er darüber deshalb nicht viel sagen konnte, dann erkannte er jedoch, wie diese Frage gemeint war und besann sich eines besseren. "Bisher hab ich getan, was ich tun musste. Oder von dem ich denke dass ich es tun muss. Weil ich glaube, dass das gut ist. Und was gut ist, das weiß ich von meinem Leben in meiner Heimatwelt oder von meinem Ziehvater."

Kyro sinnierte darüber nach. "Also gibt es Dinge für dich... die sich gut anfühlen... und solche, die sich schlecht anfühlen?", hakte er nach. Sehr spitzfindig.

Aryth verzog jetzt doch einmal das Gesicht, und zwar, weil er sehr konzentriert nachdachte. War das ein Gefühl? Dieses Wissen, dass etwas gut war? "Ich hab bisher immer angenommen, dass das einfach ein Fakt ist. Dass etwas gut ist. Eben so, wie der Nebel hier weiß ist. Aber ich verstehe nicht genau, warum mir das so wichtig ist, dass ich gute Dinge tue." Er sprach eher laut seine Gedanken aus als dass er versuchte eine informative Antwort zu geben.

Kyro hörte zumindest mal aufmerksam zu. Er wollte sich anhand der Worte immerhin ein Urteil bilden. "Ich weiß nicht, ob man gut sein kann, einfach nur auf der Basis von Fakten. Dann müsstest du quasi von der Natur so eingestellt sein, dass du gut bist. Ich glaube aber, die Natur gibt uns die Neutralität mit auf den Weg und lässt uns selbst wie Wahl, ob wir 'gut' werden, oder 'böse'. Wenn es vordefiniert wäre, wären wir nicht selbstbestimmt."





Geschlecht


Alter


Größe


Status


Charakterbogen


Lu, Kyro, Josh, Lio





Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
Mag hinter Himmeln sehen,
Wo die Welt begann
20.11.2017 00:47
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