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Lijenna
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Das Weltentor Azali - Der gelungene Sprung
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Lex schlüpfte nach Azali, beinahe als würde sie nur den Raum wechseln. Aufmerksam wartete sie, ob die anderen ihrer Fährte folgen konnten. Sie stieß ein grüßendes Heulen aus, um Casael darüber in Kenntnis zu setzen, dass sie zu Besuch kam.

Yavru blinzelte, und schon befand er sich in einer anderen Welt. Nun war er schon zum zweiten mal gezielt gesprungen, wenn auch natürlich nicht ohne fremde Hilfe. Aber vielleicht war das schon ein guter Ansatzpunkt um zu üben? Er schaute sich um. Die Welt um ihn herum sah genauso aus, wie von Lex beschrieben. Dennoch fragte er um ganz sicher zu gehen die Fähe, die sich wieder neben ihm befand: „Ist das hier Azali?“ Bei den Welten, das hatte er mittlerweile gelernt, konnte man nie sicher sein.

Lavaya hatte nun schon ein paar mal die Welt gewechselt, aber es war immer noch ein eigentümliches Gefühl. Sie schaute sich um, dann betastete sie den Boden mit den Pfoten. Dreck. Nun ja, sie hatte auch nichts anderes erwartet. Neben sich sah sie zwei der Wölfe stehen, die mit Miimiya zur Hilfe gekommen waren.

Miimiya quietschte als sie schon in Azali angekommen war und hüpfte dann herum, als könnte sie die Weltenreise so abschütteln. Wäääh! "Pfui!", befand sie und sah sich um, nun doch ein bisschen interessiert. "Das ist Azali?", wollte sie wissen. Sie waren offenbar auf der roten Insel gelandet. Die Pflanzen wirkten dadurch fremd, auch wenn sie gar nicht so anders waren, als die, die Miimiya kannte. "Du musst mich zurück bringen, Lexi. Ich bin doch keine Wanderin... ich habe mein Zuhause und nur dort gehöre ich hin!"

Laelia erschien ebenfalls. Sie war etwas verwirrt, warum sie es jetzt doch geschafft hatte, zu springen - zuerst hatte es ja so ausgesehen, als würde sie auf ihrem Baum festsitzen, egal, wie farbenprächtig sie sich Azali ausmalte. Neugierig sah sie sich um und sah die anderen, die offensichtlich ebenfalls gesprungen waren. Außer Yavru und der komischen Fähe kannte sie gar niemanden. Besonders das kleine Ding, das gerade äußerst lautstark kund tat, was es wollte, erregte ihre Aufmerksamkeit.

Lex blickte zu Yavru hinüber. "Das hier ist Azali... wunderschön, nicht wahr?" Sie nickte Miimiya zu und versicherte dieser, dass sie sie wieder zurückbringen würde. Dann lachte sie auf, als Laelia zu ihnen stolperte. "Da ist ja unsere Arboreidin!", rief sie erfreut aus. "Wohlbehalten in Azali angekommen!"

Yavru nickte, während er sich noch einmal genauer umschaute. „Ja, das ist es.“ Es war wirklich eine dr schönsten Welten, die er bisher gesehen hatte. Anscheinend waren sie auf der Insel mit den roten Pflanzen gelandet. Um so mehr verwunderte ihn Miimiyas Reaktion. „Gefällt es dir hier nicht?“ Er verstand natürlich, dass sie in ihre Heimat zurückkehren wollte, er wollte schließlich auch nach Gaia zurück. Aber das hatte ja noch Zeit. Doch dann fiel ihm wieder ein, dass seine erste Reaktion, als er im Weltenbaum gelandet war, ja auch nicht Interesse an der neuen Umgebung gewesen war, sondern das Bestreben, schnellstmöglich wieder zurückzukehren. „Ich wünschte nur, du könntest mich und die anderen auch nach Gaia zurück bringen“, meinte er an Lex gewandt.

Lavaya überlegte kurz, ob es vielleicht unhöflich wäre, die Wahrheit zu sagen, aber Lügen war für sie ja ohnehin keine Option. Warum sollte man auch jemandem bewusst etwas falsches sagen? Und so meinte sie: „Naja, auch diese Welt besteht hauptsächlich als Dreck. Wobei ich zugeben muss, dass diese roten Pflanzen-Dinger ganz hübsch sind.“ Erst da wurde ihr bewusst, dass es sich ja wohl so gehörte, sich denen, die sie noch nicht kannte, vorzustellen. „Ich bin übrigens Lavaya.“

Miimiya verstand nichts von Gaia und von schönen Welten. Sie war zufrieden mit Dellruin und wollte dort nicht fort. Nun hatte sie diese Wölfin gerettet, also wollte sie in erster Linie zurück!

Laelia war etwas überrascht über die Freundlichkeit, mit der sie begrüßt wurde. Aber sie war auch geschmeichelt und lächelte. Natürlich verstand sie nicht, was mit Arboreidin gemeint war, doch sie hoffte einfach mal, dass es nichts beschämendes war. Interessiert lauschte sie dem Disput zwischen dem kleinen Ding und den anderen. Sie hatte noch nicht das Bedürfnis, etwas dazu beizutragen - viel lieber bestaunte sie die schöne Welt. Hier ließ es sich schon leben!

Casael hatte das ihm bekannte Heulen von Lex vernommen und war gleich losgeilt. Er liebte Besucher! Seine Pfoten trugen ihn schnell quer über die gelbe Insel, ehe er ins Wasser watete und über die Sandbank ins Rot stürmte. Besucher! Er kannte die Welt, in der er nun schon eine Weile lebte, inzwischen sehr gut. Ohne Umwege steuerte er dorthin, wo er Lex vermutete. "Lexi! Wir haben uns ja ewig nicht gesehen! Wo hast du nur gesteckt?!", grüßte er die Wölfin und wandte sich dann an die anderen. "Willkommen in Azali! Ich bin Casael, der Wächter hier." Mit seiner Nase prüfte er kurz die Gerüche und musterte die Fremden. "Sie sind deiner Spur gefolgt, nicht wahr? Also bringst du junge Wanderer zu mir?"

Lex schmunzelte über Casaels legendäre Gastfreundlichkeit. "Mayeli, alter Freund.", gab sie gutmütig zurück. "Du kennst mich doch... ich war mal hier, mal da... zuletzt in Dellruin und deswegen sind wir hier. Die junge Dame dort hat beim Frühlingserwachen nicht aufgepasst und ist auf einem Baum gelandet. Nicht ganz so talentiert wie die Arboreiden mussten wir einen gewagten Sprung in deine Welt machen. Sie kennen aber schon Malumir und Xanthara, also brauchst du sie nicht direkt einweisen. Sie stehen allerdings noch ziemlich am Anfang ihrer Reise und sind übrigens aus Gaia."

Yavru beobachtete, wie ein großer Rüde rasch näher kam. Er kannte offensichtlich Lex und schien sehr erfreut, sie wiederzusehen. Die Fähe hatte wohl in fast allen Welten bekannte und Freunde. Er stellte sich als Casael vor und schien recht freundlich zu sein. „Hallo Casael, oder sollte ich sagen: Mayeli?“, erwiderte er. Er hoffte, der neu gelernte Gruß wäre auch hier angebracht. „Ich bin Yavru.“

Lavaya fragte sich, ob sie etwas falsch gemacht hatte, weil niemand sich ihr vorstellte oder überhaupt weiter auf sie reagierte. Gehörte sich das nicht so? Aber vermutlich lag es daran, dass alle von dem Wolf, der sich der Gruppe genähert hatte und sich als Casael vorstellte, abgelenkt waren. Sie nahm es ihnen nicht übel. Wie hätte sie auch, wo sie die in diesen fremden Welten geltenden Regeln der Höflichkeit ohnehin noch nicht so wirklich kannte? Eins musste sie jedoch klar stellen: „Ich bin nicht aus Gaia, wo auch immer das sein mag, sondern aus Lupmundi.“

Miimiya verstand nichts, von diesem Wolfskram und hielt sich deshalb aus dem Gespräch heraus. Da fehlte irgendwie diese Ratte und dann noch ein komischer Wolf..

Laelia war überrascht, wie Lex ihre Geschichte in Schnellversion wiedergab. So klang das alles recht lustig und unkompliziert... Im geheimen war sie froh, dass sie in Caeluci bei dem verständnisvollen Malumir gelandet waren und nicht bei diesem aufgedrehten Casael. "Hallo", meinte sie schlicht. Was meinte Yavru mit 'Mayeli'? Sie hatte das Gefühl, dass sie ziemlich viel verpasst hatte... Aber es war schön, dass es offensichtlich auch Freundschaften durch die Welten hindurch geben konnte, wie diesen beiden Wölfe hier zeigten. Das tröstete Lae auf eine seltsame Art, auch, wenn ihr nicht bewusst gewesen war, dass sie diesen Trost benötigte.

Casael nickte Yavru zu. "Mayeli, Yavru." Sein Blick glitt zu Lex. "In Gaia grüßt man nicht so, oder?" Entfernt erinnerte er sich daran, dass seine Freundin ihm mal davon erzählt hatte. "Ohje... Dellruin sollte für Neulinge verboten werden. Was denken sich die Welten nur dabei?" Er hielt kurz inne. "Naja... sie denken wohl gar nicht." Sein Blick schweifte über die Bande junger Reisender. "Es freut mich immer wieder, wenn ich junge Wanderer kennen lerne und sie dann irgendwann wiedersehe, wenn sie schon viele Welten bereist haben. Es ist faszinierend, was das Wandern für einen Einfluss auf jeden Wolf nimmt. Und immer ist es anders... niemand entwickelt sich gleich." Er nickte der Jungwölfin zu, die sich nicht weiter vorstellte.

Lex schüttelte den Kopf. "Nein... Mayeli habe ich in Gaia nie gehört. Aber wer weiß, ob es dort nicht auch Rudel gibt, die sich so grüßen." Gaia lag wirklich sehr lange zurück. "Die Waschbärdame ist übrigens Mimi... sie ist meine Mentorin für Dellruin. Ist auch mein erstes Mal dort gewesen..."
Ihr Blick glitt zu Lavaya. "Lupmundi! Du bist eine Lupmundi!" Sie schien sich ziemlich darüber zu freuen. "Wahnsinnig verrückte Welt! Genial!"

Yavru lächelte leicht unsicher auf Casaels Frage. „Nein, ich habe es vor Kurzem von Lex gelernt. Aber anscheinend ist es in den meisten anderen Welten üblich?“ Von Lupmundi, wo die irgendwie seltsame Fähe, Lavaya hatte sie sich genannt, herstammte, hatte er hingegen noch nie gehört. Aber das hatte natürlich nichts zu sagen, denn er hatte von nicht viel mehr Welten gehört, als er bereist hatte, und auch wenn ihm das schon schrecklich viel vorkam, war im klar, dass es nichts war im Vergleich zu dem, was Lex erlebt hatte, und vermutlich auch andere Wölfe, die sich schon lange im Weltenbaum aufhielten, wie Malumir oder dieser Casael.

Lavaya hatte wieder den Eindruck, dass sie anderen sie einfach ignorierten. War das ihre Schuld oder war das in dieser Welt womöglich völlig normal? Dann aber reagierte die eine Fähe, die, wenn sie es richtig mitbekommen hatte, von Casael Lexi genannt worden war, doch noch auf ihre Bemerkung. Erfreut und voller Begeisterung antwortete sie: „Du kennst Lupmundi? Erstaunlich! Ich hatte nicht gedacht, dass viele Wölfe es kennen. Außer natürlich die, die da leben.“

Miimiya schnaubte. "Miimiya.", erklärte sie. "Mi-i-mi-ya." Nicht Mimi!

Laelia war nicht glücklich, ein Untersuchungsobjekt für Casael zu sein. Es sei interessant, wie sich die Wölfe veränderten? Sie hatte dieses ganze Weltenwechseln ja recht entspannt hingenommen, allerdings fand sie es nicht fair, wenn ihre Probleme unterschätzt wurden. Aber egal - sie hatte keine Lust hier herumzustreiten, denn sie würde diesen begeistereten Wolf wahrscheinlich nie wiedersehen (hoffentlich). Aber auch zu anderen Themen schwieg sie lieber - beispielsweise fand sie es gar nicht überraschend, dass das kleine Ding als Mimi vorgestellt wurde. Sein richtiger Name war auch etwas verwirrend. Vier 'i's! Vier in einem Namen! Miimiyas Mutter musste 'i's geliebt haben.

Casael betrachtete die Bande aufmerksam. Auf Yavrus Anmerkung nickte er leicht. "Geografisch kann man die Welten schwer einteilen... man kann also nicht wirklich sagen, die südlichen Welten grüßen sich so... es hat auch nicht viel mit der Ebene zu tun. Den Gruß kennt man vom Weltenwetter bis ins Weltengebirge. Ich kenne ihn, seit ich ein Welpe bin. Unter Soluvaje ist es der übliche Gruß." Ihm fiel auf, dass er noch gar nichts über seine Kultur erzählt hatte. "Ich bin ein Soluvaje... das ist eine eigene Unterart von Wölfen die in verschiedenen Welten vorkommt, aber alle denselben Ursprung haben. So wie Malumir ein Lichtling ist und Lexi und Xanthara Florkane sind. Wobei Lexi natürlich eigentlich aus Gaia stammte und somit wie ihr eine Gaiawölfin war..."

Lex schmunzelte nur, über Mimis Einwand: "Ich bin ja auch L E X und nicht Lexi." Gleiches Recht für alle! Allerdings war da bei ihren Freunden Hopfen und Malz verloren... am Ende war sie doch immer Lexi.

Yavru hatte bisher nur sehr begrenzte Kenntnisse über den Aufbau des Weltenbaumes, eigentlich wusste er hauptsächlich das, was er von Malumir gehört hatte. Dennoch bezweifelte, dass eine Einteilung in Norden und Süden hier überhaupt eine Bedeutung hatte. Casaels Erklärung über die unterschiedlichen Wolfsarten fand er allerdings sehr interessant. Daher fragte er Lex: „Du bist eine Florkane wie Xanthara? Frisst du auch Röten? Und bist du auch giftig?“ Und dann wieder an Casael gerichtet: „Und was fressen Soluvaje?“ Bisher hatte er sich mit seiner Neugierde zurückgehalten, aber wo gerade keine Gefahr mehr bestand und ohnehin alle am Erzählen waren, würden sie vermutlich nichts gegen seine Fragen haben. Und da er sich mittlerweile damit abgefunden hatte, zumindest noch etwas länger im Weltenbaum leben zu müssen, war es sicherlich nicht verkehrt, mehr über die dort lebenden Arten zu erfahren.

Lavaya bemerkte, dass sie nun doch die Namen der anderen kannte: Laelia kannte sie schon, das seltsame Tier hieß Miimiya, die beiden Wölfe, die mit ihr gekommen waren, hießen Yavru und Lex und der Neuankömmling hieß Casael. Anscheinend war das mit dem Vorstellen doch nicht so wichtig, weil man die Namen der anderen ohnehin bald mitbekam. Sie beschloss, sich das zu merken. Namen waren für sie immer noch seltsam. Als normales Rudelmitglied, dass sie bis vor kurzem noch gewesen war, musste man keinen Namen haben, man war ja nur Teil eines Ganzen. Ebenso wenig hatte ja jedes Haar in ihrem Fell eine Bezeichnung. Sie betrachtete die anderen Wölfe genauer. Lex war anscheinend eine normale Fähe, so wie Laelia. Yavru und Casael hingegen waren entweder Fähen mit Penis wie Kyro, oder aber … „Seid ihr beide Rüden?“ Und kaum, dass sie glaubte, es verstanden zu haben, brachte Casael sie wieder durcheinander, indem er von verschiedenen Wolfsunterarten erzählte, von der sie noch nie gehört hatte.

Miimiya rümpfte die Nase, offenbar beleidigt. Dann war sie eben Mimi. Ehe sie von Lexi abkam, nahm sie lieber den Spitznamen Mimi in Kauf.

Laelia hörte immer noch zu. Irgendwie war die immer-laute Fähe gerade still, und ganz zufrieden in ihrer Lage. Es schien sich eh langsam alles von selbst zu erklären, und Yavru stellte auch noch recht intelligente Fragen (wie Lae erfreut feststellte). Sie merkte, dass hier alles recht herzlich und offen war, und empfand das als angenehmen Gegensatz zu Kyros drückender Anwesenheit vom Abend zuvor oder der Begegnung mit Xanthara, die ja auch nicht sehr offen gewesen war. Offenbar gab es auch ganz nette Wölfe, man musste sie nur finden. Auch die komische Wölfin stellte jetzt eine Frage, die Lae zeigte, dass ihre Welt offenbar doch ganz anders sein musste. Wie konnte man Rüden nicht unterscheiden können? Machte es in ihrer Welt keinen Unterschied ob man Rüde war oder nicht? Verliebten sich etwa auch gleichgeschlechtliche Wölfe in einander? Dieser Gedanke kam Lae nicht einmal so absurd vor und sie fragte sich plötzlich, warum es das bei ihnen nicht gab.

Casael betrachtete Yavru. "Soluvaje ernähren sich von einheimischen Beutetieren... die du vermutlich nicht kennst. Aber inzwischen jage ich auch anderes Getier. Rehe... Rehe kennt man in Gaia auch, oder?" Er schielte kurz unsicher zu Lexi. Eine andere Frage brachte ihn dann völlig aus dem Konzept. "Natürlich sind wir Rüden..." Zumindest Yavru und er waren das unverkennbar!

Lex hob den Kopf und sah zu Yavru zurück. "Ich bin eine Florkane und ernähre mich von Röten und anderen, artverwandten Pflanzen, ja." Sie hätte zu gerne gewusst, wie die ewig gereizte Xanthara all das erklärt hatte! Es war nicht so, dass sie etwas gegen die einsame Wölfin hatte, im Gegenteil, aber manchmal war sie eben doch sehr anstrengend, mit ihrer extremen Sturheit. Ein Wunder, dass sie überhaupt Wächterin geworden war, trotz der Lernresistenz. Andererseits lag in ihrer Wächterfunktion wohl auch so etwas wie eine Lektion. "Lupmundiwölfe sind alle weiblich. Vermutlich hat Lavaya noch nicht sonderlich viele Rüden gesehen. In Lupmundi werden Wölfe nicht durch Wolfsmütter geboren, sondern durch die Welt selbst."

Yavru nickte. „Ja, Rehe kennt man auf Gaia auch. Ansonsten sind die Beutetiere ja nicht immer gleich. In Dellruin haben wir ein Tier gefressen, das sah aus wie ein Steinbock mit Pfoten. Waschbären gibt es dagegen bei uns auch.“ Er nickte Miimiya zu, verschwieg aber, dass er in Gaia niemals auf die Idee gekommen wäre, mit einem zu reden. „Ja, ich bin ein Rüde“, erklärte er verwundert. Erst Lex' Erklärung ließ ihn verstehen, warum Lavaya eine so seltsame Frage stellte. „Eine Welt, in der es nur Fähen gibt und in der die Welt selbst die Wölfe hervorbringt? Das muss eine seltsame Welt sein.“

Lavaya schüttelte sich unbewusst bei der Vorstellung, dass ein Wolf einen anderen zur Welt brachte. Das klang, als stammte es aus einer fiesen Gruselgeschichte. Aber die Priesterinnen hatten ihr das gleiche erklärt, also musste es stimmen. Und dann wurde ihr klar, dass die Wölfe, mit denen sie sich unterhielt, auf diese widernatürliche Art geboren worden sein mussten. Sie verdrängte den Gedanken aber schnell wieder, sonst hätte sie der Unterhaltung nicht mehr folgen können. „Das hängt vermutlich davon ab, was man gewöhnt ist. Für mich ist Lupmundi ganz normal, und alle anderen Welten seltsam. Sehr seltsam.“

Miimiya kicherte albern. „Eine Welt, in der es nur Fähen gibt und in der die Welt selbst die Wölfe hervorbringt? Das muss eine seltsame Welt sein.“, äffte sie Yavru nach. "Sagt ein Wolf, der aus einer Welt kommt, in der ein Jahreslauf viele Tage hat. Eine unbestimmte Anzahl an Tagen! Dabei ist es doch das normalste der Welt, dass am Morgen Frühling ist und am Mittag der Sommer kommt!" Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, beschwerte sich Lavaya auch noch darüber, dass alle Welten seltsam waren. "Und schau dir sie an! Sie will wie ein Biber einen Baum durchbeißen und hat nicht einmal eine Mutter! Jeder muss doch eine Mutter haben!"

Laelia verstand jetzt endlich, was dieses ganze 'bist du ein Rüde?'-Gerede auf sich hatte. Und sie begann auch zu erahnen, um was es sich bei diesem geheiminisvollen 'Penis' handelte. Jetzt verstand sie auch, weshalb es ihr niemand hatte erklären wollen! Sie hatte schon hin und wieder das Gefühl gehabt, dass Fortpflanzung und alles was damit zusammenhing ein unangenehmes Thema für die meisten Großwölfe war. Als dann das kleine Vieh (war es vielleicht so ein Waschbäre von dem Yavru gerade geredet hatte?) begann, auf Lavaya herumzuhacken, beschloss Laelia, für sie Partei zu ergreifen. "Wieso ist das so schlimm, wenn einen die Welt gebärt? Das heißt ja nur, dass man einen anderen Ursprung hat. Man kann ja trotzdem Freunde haben und Wölfe die wie Familie für einen sind."

Casael hörte Yavru und auch allen anderen zu. Ohje. Was für ein Chaos!

Lex seufzte. "Seht ihr, das passiert, wenn man alles seltsam findet, was man nicht kennt.", befand sie unzufrieden. "Yavru, du solltest besser auf deine Wortwahl achten. Wenn man jemanden oder etwas als 'seltsam' bezeichnet, klingt das sehr negativ. Du solltest dich daran gewöhnen, dass du sehr vielen Wölfen und anderen Tieren mit ganz unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Lebensweise begegnest. Es gibt viel mehr Wölfe die nicht aus Gaia sind und nicht das kennen, was für dich bisher normal war, als solche, die Gaia kennen. Was für dich normal war, ist es für sehr sehr viele andere nicht." Ihr Blick glitt dann zu Miimiya, mit nun strengerer Stimme: "Und du solltest dich nicht über alles lustig machen, was dir unbekannt ist. Mag sein, dass du nicht zur Weltenwanderin bestimmt bist, aber ein bisschen Bildung würde dir durchaus nicht schaden! Ich hab dir viel erzählt, also solltest auch du dir darüber im Klaren sein, dass Dellruin nur eine Welt von vielen ist, die sich in vielen Dingen von anderen Welten unterscheidet und doch viel mit ihnen gemeinsam hat." Sie sah zu Lavaya und dann zu Laelia. "Lavaya erklärt ganz gut, wie es ist. Ihre vertraute Welt ist für sie gewohnt und normal und alles andere ist mehr als seltsam. Aber als Reisende im Weltenbaum solltet ihr lernen, das Ganze zu sehen. Und da seid ihr nur ein Stern unter unzählbar vielen... aus einer Welt, von unzählbar vielen." Sie setzte sich und gab Laelia dann recht: "Es ist weder etwas schlimmes daran, wenn man eine Mutterwölfin oder eine Mutterwaschbärin hat, noch, wenn man von den Welten oder einer bestimmten Welt geboren wurde. Zion zum Beispiel wurde durch den Tod und einen Fluch geboren, auch wenn er als untot gilt, haben ihm die Welten dennoch die Chance gegeben, sich von seinem verlorenen Zustand zu befreien. Wodurch wir alle sind kann man nicht in seltsam oder gewöhnlich einteilen. Wir leben und existieren und beides ist ein Geschenk."

Yavru ärgerte sich, dass Miimiya sich über ihn lustig machte. Zwar war er ihr dankbar, dass sie Lex geholt und somit zumindest indirekt Laelia gerettet hatte, aber das hatte sie ja auch erst getan, nachdem sie sich lange genug über deren nicht nur missliche, sondern tatsächlich gefährliche Situation amüsiert hatte. Er zeigte ihr kurz seine Zähne und knurrte leise, aber drohend. Alles musste man sich als Wolf nun doch nicht bieten lassen. Auf Lavaya hackte sie auch herum. Sicher, es war seltsam, dass diese keine Mutter hatte, aber sie konnte doch nichts dafür und auf ihrer Welt war das anscheinend sogar vollkommen normal. Glücklicherweise kam Laelia ihr mit einer Antwort zuvor, denn seine wäre vermutlich weniger nett ausgefallen. Als Lex ihn allerdings zurechtwies, senkte er den Blick und legte Ohren und Rute an, wie ein Welpe, der von seinen Eltern getadelt wurde. „Entschuldige Lavaya, ich hatte es nicht so gemeint.“ Als Miimiya dann doch auch noch ihr Fett weg bekam, grinste er innerlich, aber er passte auf, es nicht zu zeigen, um seine Entschuldigung nicht gleich wieder zurückzunehmen.

Lavaya verstand nicht, wieso Miimiya so etwas sagte. Sie musste doch wissen, dass das nicht nett war? Lavaya fühlte sich doch etwas angegriffen, was für sie eine seltsame Situation war. In Lupmundi redete man nicht so miteinander. Sie wusste nicht, was sie darauf sagen sollte, also schwieg sie und dachte darüber nach, wie es wohl war, eine Mutter zu haben, also eine Fähe, die einen zur Welt gebracht hatte. Wie konnte man ihr noch in die Augen sehen, wenn man mit ihr, wenn auch natürlich ungewollt, durch ein solch schreckliches und ekliges Ereignis verbunden war? Wie konnte man sie da sogar betrachten wie jeden anderen Wolf des Rudels? Das es ein Wort dafür gab, deutete ja eher darauf hin, dass man genau das nicht konnte. Aber wie sollte ein Rudel funktionieren, in dem mache Wölfe eine andere Beziehung zueinander hatten als andere? Die Welten schienen noch so viele Rätsel zu beinhalten, und sie würde noch so viel lernen müssen, um sie zu beherrschen. Doch Yavrus Reaktion auf Miimiyas Worte riss sie aus den Gedanken. Natürlich wusste sie, was eine Drohgeste war, aber auf Lupmundi kam so etwas so selten zur Anwendung, dass sie regelrecht erschüttert war, es miterleben zu müssen. Glücklicherweise ging Lex dazwischen und wies die beiden mit strenger, aber nicht böser Stimme zurecht. Lex hätte mit ihrer Weisheit auf Lupmundi eine gute Priesterin abgegeben! Auf Yavrus Entschuldigung nickte sie nur kurz. „Kein Problem.“ Das war es auch wirklich nicht. Sie war froh, dass die Sache aus der Welt war.

Casael schmunzelte. "Ohje, wenn wir gerade von Müttern reden... Hey Mamawolf!", zog er Lexi auf. "Das ist auf jeden Fall der Vorteil von Wolfsmüttern. Sie erziehen ihre Kinder. Allerdings verziehen manche ihre Kinder auch..." Kurz dachte der Rüde darüber nach, ließ die Gedanken dann aber fallen, als sie ihm zu kompliziert wurden. Er war nicht unbedingt ein Wolf, der alles mögliche gedanklich hin und her drehte, um es von allen Seiten betrachten zu können. Das war sinnlos. "Alle hier, außer Lavaya, haben eine Mutter. Und jeder hier hat eine andere Einstellung zu seiner Mutter. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie, wieder andere begegnen ihren Müttern mit Respekt und Angst, manche mit Zuneigung und Demut... Ich denke Beziehungen zu Müttern sind so vielseitig wie die Wölfe an sich. Manche liebe Mütter haben furchtbare Nachkommen und manche furchtbare Mütter haben wunderbare Nachkommen. Wir sind alle bunte Seelen in bunten Welten."

Miimiya hielt inne. "Ach komm Lexi, du weißt doch, ich mach nur Spaß. Eben weil ich schon klug genug bin, um zu wissen, dass es ganz viele Welten gibt, hab ich Yavru und Lavaya vor Augen geführt, wie albern es ist, wenn man da von 'seltsam' redet. Denn für jeden von uns sind die anderen seltsam. Vielleicht ist sogar Yavru für Laelia seltsam, obwohl sie beide aus Gaia sind!" Sie sah zu Yavru und Lavaya. "Ich hab es nicht böse gemeint, tut mir leid. Es war nur irgendwie so widersprüchlich, in einer Runde wie dieser über 'seltsam' zu reden. Immerhin sitzen wir in einem roten Wald!" Sie sah sich um und giggelte. "Jetzt hab ich nicht mal 'seltsam' gesagt, sondern bloß so getan, als wäre ein roter Wald seltsam! Das sollte man vielleicht wirklich nicht machen. Aber ich mag Dellruin und wir bekommen ja oft Besuch von Wanderern... ich mag die Geschichten, die sie mitbringen oft... aber selbst wandern will ich nicht. Ich mag am Morgen aufwachen und Frühling haben und bei meiner Familie sein. Ich will mit meiner Mama kuscheln oder streiten und ich will, dass sie mich auf die Palme bringt und mir Rat gibt, wenn ich ihn brauche. Ich bin nicht gemacht für Welten ohne Mütter, oder für Welten, in denen Geister umgehen. Das sind tolle Geschichten, aber ich mag nicht jede Geschichte leben. Viele sind ja auch traurig... und das Leben kann auch sehr traurig sein. Da brauch ich nicht noch traurige Geschichten leben."

Laelia wusste es jetzt ganz bestimmt: sie konnte Miimiya nicht ausstehen. Das Gefühl kam von irgendwo tief in ihr drinnen und war völlig subjektiv und unbegründet, aber es war nunmal so. Sie schüttelte sich unbewusst und wünschte sich weit weit weg. Außerdem störte es sie, dass sie jemanden einfach so nicht mochte, obwohl es keinen Grund dafür gab. Das war demjenigen ja nicht wirklich fair gegenüber. Aber naja - vielleicht würde das Gefühl wieder abklingen. Gerade eben war sie aber ehrlich froh, als Miimiya aufhörte in ihrer Überdrüberart zu sprechen und dachte sich schleunigst etwas aus, was sie jetzt fragen könnte, damit der Waschbär nicht wieder zu sprechen begann. "Lex... was denkst du eigentlich ist dein Sinn?", begann sie sehr philosophisch. "Ich habe irgendwie das Gefühl, dass alles so... beliebig geworden ist, seitdem sich meine Sichtweise auf die Welt - nein, auf die Welten - so geändert hat. Die normalen Regeln und Grenzen scheinen nicht mehr vorhanden zu sein."

Lex blieb kurz skeptisch, als wüsste sie nicht sicher, ob Mimi ihr die Wahrheit sagte und das wirklich alles beabsichtigt und überspitzt mit Ironie gesagt hatte. Sie unterstellte der Waschbärin aber auch keine Lüge, sondern schnitt Casael eine Grimasse. Mit den Entschuldigungen seitens Yavru und Mimi war sie soweit zufrieden, also wendete sie sich an Laelia: "Ich denke, meinen Sinn bestimme ich selbst. Ich will reisen, will noch viel mehr Welten kennenlernen und allen möglichen Seelen begegnen. Und so lange dieser Wunsch mein Antrieb ist, werde ich auch immer wieder in neuen Welten landen. Ich bin völlig verrückt danach, neue Dinge zu lernen und mich in neuen Umgebungen zurecht zu finden... Ich weiß nicht, ob das bedeutet, dass ich mein Ziel noch nicht gefunden habe, oder ob der Weg das Ziel ist... Aber ich liebe es, immer neuen Wundern zu begegnen, ganz gleich wie viele ich schon gesehen habe. Das ist, was mich leitet." Sie nickte kurz zu sich selbst und machte sich dann ein paar Gedanken über das, was Laelia noch gesagt hatte. "Und... hast du das Gefühl, dass 'beliebig' etwas schlechtes ist? Beziehungsweise... hast du das Gefühl, dass du die immer gleichen Regeln und Grenzen brauchst, um dich gut zu fühlen?"

Yavru war mit Miimiyas Entschuldigung nicht wirklich zufrieden. Sie kam ihm deutlich weniger ernst gemeint vor als seine eigene. Doch er wusste, dass er nicht mehr verlangen konnte, also nickte er nur schweigend. Freunde würden sie allerdings so schnell nicht mehr werden, und langsam glaubte er zu verstehen, warum Wölfe in Gaia unter sich blieben und nicht mit Waschbären redeten. Casaels Worte mochten wohl einen wahren Kern enthalten, aber so ganz verstand er sie dennoch nicht. Also nickte er nur wieder. „Ja, das mag so sein.“ Er entschied sich, das Thema zu wechseln, weg von unfreundlichen Worten und Entschuldigungen dafür und weg von Müttern, da er dadurch nur wieder daran denken musste, dass ihm seine Mutter mittlerweile zum dritten mal weggenommen worden war und er schon wieder nicht wusste, ob er sie jemals wiedersehen würde und ob sie überhaupt noch lebte. Und da kam es ihm grade recht, das Lavaya Zion erwähnt hatte. „Wenn die Welten Zion eine Chance gegeben haben, warum nutzt er sie dann, um anderen Wölfen weh zu tun? Ist das wirklich das, was die Welten von ihm wollen?“ Er selbst machte sich da nichts vor: Er hatte selbst zur zu gut mitbekommen, dass die Weißen Schatten einfach nur bösartig gewesen waren, selbst in Situationen, wo sie selbst mehr Schaden als Nutzen davon hatten. Und nachdem er nun wusste, dass Zion wohl wirklich über ein Bewusstsein verfügte, und nicht nur eine seltsame Naturgewalt wie ein Gewitter war, die nur zufällig die ungefähre Form eines Wolfes hatte, war er sich sicher, dass dieser ein ebenso böser Wolf wie die Weißen Schatten war. Oder Unwolf. Oder Geisterlicht. Oder was auch immer.

Lavaya wusste nicht, was sie von Miimiya halten sollte, aber da sie sich ebenso wie Yavru entschuldigte, war die Situation jetzt ganz offensichtlich wieder beruhigt und sie konnten wieder so freundlich miteinander umgehen, wie es sich unter Wölfen gehörte. Und hoffentlich auch unter Miimiya-Tieren. „Bunte Seelen in bunten Welten? Das gefällt mir!“ Dabei wusste sie gar nicht warum. Bevor sie ihr Rudel verlassen hatte, hatte sie sich nicht einmal als eine eigene Seele gesehen, sondern gewissermaßen als Teil einer großen Rudelseele. Und ob ihre Seele bunt war, konnte sie auch nicht sagen. Dennoch gefiel ihr die Vorstellung irgendwie. Ob ein roter Wald seltsam war, war offensichtlich ebenfalls Ansichtssache. Für sie war Wald jeglicher Farbe gleichermaßen seltsam. Jedenfalls, solange er nicht aus Haaren bestand. Das mit den Geschichten konnte sie dagegen nachvollziehen: „Nun, ich bin gerade deshalb unterwegs, um Geschichten zu sammeln. Traurige, lustige, schöne, schreckliche, Hauptsache sie sind interessant. Geschichten sind auf Lupmundi sehr wertvoll. Aber so ist jeder unterschiedlich. Auch auf Lupmundi begnügen sich die meisten damit, die Geschichten zu hören, statt sie selbst zu erleben. Reisende wie ich sind eine Ausnahme.“ Auf Laelias und Lex' Diskussion über Sinn und Ziel fügte sie hinzu: „Damit sind dann für mich auch Sinn und Ziel klar: Mein Sinn ist es, meinem Rudel und damit ganz Lupmundi zu nützen, und mein Ziel ist es, dafür so viele Geschichten wie möglich zu sammeln und damit zurückzukehren.“

Lex hob die Wolfsbrauen.

"Nein, Yavru, das glaube ich nicht. Die Welten sind nicht negativ..." Sie sprach langsam und dachte offenbar gerade darüber nach, während sie sprach.

"Es ist schwer zu erklären... Ich glaube durchaus an ein Gleichgewicht zwischen Gutem und Bösem... aber die Welten tun nichts mit schlechter Absicht. Sie tun aber auch nicht nur Gutes. Es kommt auf die Individuen an. Auf dich, auf Casael, auf Laelia, auf Lavaya, auf Miimiya und auf mich genauso wie auf Zion. Zion hat sich vor sehr langer Zeit selbst verloren, aber er ist nicht in sich schlecht. Er glaubt es nur von sich und die meisten Individuen glauben es auch. Zion ist schon sehr lange ein Geisterlicht... aber einst war er ein Lichtling. Ein Bruder und ein Vater, ein Sohn und ein liebender Gefährte."

Sie blickte zum blassroten Himmel hinauf. Im Norden ging gerade eine Sonne unter und im Süden ging eine andere auf.

"Die Welten bringen nichts nur Böses hervor. Das ist wie mit Welpen. Im Augenblick ihrer Geburt sind sie alle rein. Ihnen wohnt etwas beinahe Göttliches inne. Dieses Neutrale und doch Gute, wie dem Universum selbst. Aber die Umwelt prägt jeden Welpen vom ersten Herzschlag an. Jeder von uns hat in sich selbst etwas, das auf diese Einflüsse reagiert. Jeder reagiert auf seine eigene Art. Das geht weit über das hinaus, was uns unsere Eltern mit auf den Weg geben. Nicht jeder Welpe kommt nach seinen Eltern. Wenn sich ein Wurf um die Milch streitet, geht jedes Individuum anders damit um. Alle wollen leben... aber nicht jeder kämpft gleich unerbittlich um die Zitze seiner Mutter... und nicht jeder nimmt das Stoßen seiner Geschwister gleich wahr. Keine liebende Mutter zu haben, kann einen Welpen sehr prägen... und auch die Streits mit Geschwistern sind nicht immer nur kindlicher Unfug. Es ist schon so manche Feindschaft entstanden, die an der Mutterbrust begann. Unser Charakter ist aber nicht nur auf die ersten Lebenstage zurückzuführen. Unsere Freunde prägen uns und unsere Lebensumstände. Verluste brechen manche Wölfe und machen andere Wölfe stark. Manchmal ist es eine Mischung aus beidem. Das Böse wohnt in Wut, auch wenn Wut nicht allein böse ist. Eine Mutter, die wütend auf ihren Nachwuchs ist, weil dieser sich in Gefahr bringt, trägt nicht unbedingt etwas Böses in die Welt. Wut ist meist eine Reaktion auf Schmerz und Schmerz ist die Wurzel allen Übels und dennoch gibt es im Leben kaum etwas, das so wichtig ist, wie Schmerz."

Sie unterbrach sich selbst, da die Komplexibilität des Themas den Rahmen sprengte.

"Du solltest dir stets vor Augen führen, dass sich jemand selbst weh tut, der einem anderen weh tut. Auch wenn er es nicht merkt... und Zion zerstört sich schon seit einer Ewigkeit selbst."





Geschlecht


Alter


Größe


Status


Charakterbogen


Lu, Kyro, Josh, Lio





Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
Mag hinter Himmeln sehen,
Wo die Welt begann
09.12.2017 23:53
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Yavru





Art
Wolf

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Zion, das gruselige Geisterlicht, sollte einst ein Lichtling gewesen sein, so wie Malumir? Er hatte sogar eine Famile gehabt?

"Was ist mit ihm passiert, dass er jetzt ist, was er jetzt ist?"

Oder hätte die Frage lauten sollen: Was hat er getan? War seine jetzige Existenz womöglich eine Strafe für ein schreckliches Vergehen? Oder hatte er einfach nur Pech gehabt und war einem seltsamen Unglück zum Opfer gefallen? War er so böse, weil er neidisch war auf alle, die noch ein normales Leben hatten? Einen kurzen Moment spürte Yavru sogar so etwas wie Mitleid mit dem Geisterlicht und fragte sich, ob man ihm vielleicht helfen könnte, bis er sich daran erinnerte, was es mit Xaron getan hatte. Nein, egal, was mit ihm passiert war, allein durch das, was er jetzt tat, hatte er sich diese Existenz verdient. Und wenn er Hilfe wollen würde, müsste er sich auch so verhalten, dass man ihm welche zukommen ließe.
Die Vorstellung, dass Zion einmal ein kleiner, süßer, leuchtender Welpe gewesen war, schien seltsam. Ebenso seltsam war es, dass die Weißen Schatten irgendwann einmal kleine weiße Welpen waren, die, wären sie in einem anderen Rudel aufgewachsen, vielleicht ganz normale, nette, freundliche Wölfe geworden wären. Aber andererseits war die Vorstellung, dass Welpen schon abgrundtief böse zur Welt kamen, noch deutlich unsinniger.

"Wenn es nur eine Kombination der Erlebnisse und der individuellen Veranlagung ist, die entscheidet, ob ein Welpe gut bleibt oder böse wird, ist es dann überhaupt die Schuld eines Wolfes, wenn er böse ist? Aber andererseits kann ich doch selbst entscheiden, ob ich etwas gutes oder etwas schlechtes tue, oder nicht? Hätte Zion sich nicht auch entscheiden können, Xaron nichts anzutun?"

Das Thema schien äußerst komplex zu sein, und es gelang ihm nicht wirklich, allen von Lex' Gedankengängen zu folgen, denn dafür waren sie viel zu verschachtelt. Auch Lex schien zu merken, dass das zu nichts führte, und unterbrach ihre Überlegungen, um zu einer wichtigen Aussage zu kommen, der Yavru durchaus zustimmen konnte. Zwar war es den Weißen Schatten gelungen, mit ihrer rücksichtslosen Art das Revier zu erobern, aber er hatte mehrmals mitbekommen, wie einer von ihnen völlig sinnlos zu Schaden und sogar ums Leben gekommen war, nur weil er eine Gelegenheit nicht ungenutzt lassen wollte, einem anderen Wolf grundlos zu schaden. So waren zumindest manche von ihnen ihrer eigenen Bosheit zum Opfer gefallen. Und ob die, die überlebt hatten, ein so viel besseres Leben hatten? Zwar hatten sie jetzt ein neues Revier, aber nach dem, was er gehört hatte, waren sie gar nicht gezwungen gewesen, ihren alten Lebensraum zu verlassen, sodass sie davon keinen wirklichen Vorteil hatten. Und sie mussten in einem Rudel leben, dessen Mitglieder untereinander fast genauso brutal und herzlos zueinander waren wie zu Fremden.

"Aber warum sind manche Wölfe dann überhaupt böse, wenn sie sich selbst damit ebenso schaden wie anderen? Es wäre dann doch nur zu ihrem eigenen Vorteil, anderen nicht weh zu tun."




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Xaron, Lavaya



10.12.2017 02:19
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Lex





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Wolfsträumer

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Lex war nicht sicher, ob es jemanden außerhalb der Sternenlande gab, der genau wusste, was einst mit Zion passiert war. Man könnte sagen, dass ihm das Leben passiert war. Und die manchmal darin existierende Grausamkeit des Schicksals.

"Ich denke, das weiß nur er selbst und vermutlich vermeidet er tunlichst, sich daran zu erinnern. Er hat viel erlebt und viel verloren. Was genau passiert ist, kann ich dir nicht sagen. Es gab vor sehr langer Zeit verschiedene Weltenkriege... und diese haben viel Leid über die Welten gebracht. Sie haben viele Familien ausgelöscht..."

Sie ließ Yavru erst einmal über all das Gesagte nachdenken. Das Thema war immerhin sehr komplex und ließ sich mit Worten kaum greifen. Nicht einmal ihre Gedanken konnten alles erfassen.

"Es ist nie nur eine Kombination aus Erlebnissen und individueller Veranlagung. Genauso wenig wie es nur gut und böse gibt. Wir tragen für alles was wir tun die Verantwortung. Für alles Gute und alles Schlechte. Ab wann ist deiner Meinung nach ein Wolf böse? Wenn er etwas tut, was dir schadet? Kannst du seine Beweggründe immer begreifen und hast du das Recht zu entscheiden, dass er böse ist? Wenn du dich entscheidest, etwas Gutes zu tun, ist das für alle gut, oder nur für dich und einen einzelnen? Weißt du, ob es nicht für andere Schlecht ist?"

Die Frage, die Yavru zu Zion stellte, hätte dieser sich vielleicht auch selbst beantworten können. Sie entschied dennoch, etwas weiter auszuholen, weil ihr Gesprächspartner doch noch sehr jung war. Ein Jungtier. Sie hatte in diesem Alter zwar auch schon viel gegrübelt, aber es hatte ihr an Lebenserfahrung und Zeit gefehlt, alles aus vielen Blickwinkeln zu betrachten.

"Ich bin sicher, dass Zion nicht einfach entscheiden kann, von heute auf morgen wieder ein fühlendes Wesen zu werden. Er dreht sich in einem endlosen Teufelskreis um sich selbst und schiebt das, was dich und mich und andere Wesen mitfühlend macht, weit von sich fort. Zu fühlen erscheint vielen Wesen, die großes Leid erfahren haben, als Bürde... Wir alle wollen von Zeit zu Zeit lieber nicht an etwas Trauriges oder einen Verlust denken. Und je mehr wir uns von diesen Gefühlen abwenden, desto größer wird ihre Macht auf unser Leben."




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Lu, Lijenna, Lio, Kyro, Josh



10.12.2017 11:53
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Yavru





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Wolf

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Zwar hatte Yavru noch nicht viel vom Weltenbaum gesehen, aber bisher hatten alle Welten, die er bereist hatte, recht friedlich gewirkt – mit Ausnahme von Togruduna natürlich. Doch die Vorstellung, dass es auch anders ginge, dass womöglich ganze Welten gegeneinander Kriege führten, erschreckte ihn.

"Weltenkriege? Das klingt ja schrecklich! Passiert sowas immer noch?"

Es stimmte, dass es oft nicht klar war, ob jemand oder etwas gut oder böse war. Vieles war einfach dazwischen. Sie hatten im Kampf gegen die Weißen Schatten selbst töten müssen, um ihr eigenes Leben zu retten, obwohl Töten böse war. Aber war es falsch, etwas böses zu tun, um dadurch wiederum etwas gutes zu tun, nämlich nicht nur sch selbst, sondern auch sein Rudel zu beschützen? Es war eine schwierige Frage. War Aszira böse? Bisher hatte er seine Patin als hart und düster, aber nicht als böse wahrgenommen. Sie war eine gute Alpha gewesen. Aber nachdem er erfahren hatte, dass sie Chinon getötet hatte, konnte er sie nicht mehr so sehen. Er überlegte, welcher Wolf wohl nur gut war, doch es fiel ihm keiner ein. Seine Eltern, ja sogar er selbst, hatten schon Dinge getan, die nicht wirklich gut waren. Nicht oft und auch nichts wirklich Schlimmes, aber eben nicht nur vollkommen Gutes. Aber böse Wölfe gab es offensichtlich schon.

"Es stimmt, dass manchmal für den einen gut ist, was für den anderen schlecht ist. Aber Manche Wölfe sind einfach böse. Die Weißen Schatten, die uns aus unserem Revier vertrieben haben, waren böse. Sie wollte nicht nur unser Revier haben, sie wollten uns nicht vertreiben. Sie wollten uns auslöschen. Sie töteten jeden anderen Wolf, den sie finden konnten, sogar Welpen. Und es war ihnen anscheinend sogar egal, wenn das auch einige von ihnen das Leben kostete. Ich kann mir nicht vorstellen, dass daran etwas gutes war. Und für wen sollte das, was Zion tut, gut sein? Wahrscheinlich nicht einmal für ihn selbst. Ich glaube nicht, dass ihm das Leben, dass er führt, wirklich gefällt. Falls man es überhaupt Leben nennen kann."

Doch er merkte, dass seine Meinung zu Zion ins Schwanken kam.

"So wie du es erzählst, kann er einem eigentlich Leid tun. Er kann nicht mal auf den Tod hoffen, weil er ja gar nicht mehr richtig lebt und daher auch nicht sterben kann. Meinst du, er wird sich jemals aus seinem Teufelskreis befreien können?"

Yavru musste sich eingestehen, dass er dem Geisterlicht wünschte, irgendwann Erlösung zu finden, wie auch immer die aussehen mochte. Aber dennoch würde er ihm wohl nie verzeihen, dass er ein Mitglied des Rudels angegriffen hatte, auch wenn es nur Xaron war.




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Xaron, Lavaya



13.12.2017 13:34
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Lex





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Wolfsträumer

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Lex beobachtete den jungen Rüden aufmerksam, der ihr so nachdenklich gegenüber saß. Sie erinnerte sich an ihre Naivität in diesem Alter und wie wenig sie damals von der Welt gewusst und verstanden hatte, auch wenn sie es zu dieser Zeit anders empfand. Sie hatte gedacht, ihre Familie zu verlieren und für sich selbst sorgen zu können habe ihr gezeigt, wie die Welt ist, aber dem war nicht so. Sie wusste nicht einmal, ob ein einzelner Wolf je würde erfassen können, wie das ganze Universum funktionierte. Je länger sie wanderte, desto klarer wurde für sie, dass sie nichts wusste.

"In der letzten Ewigkeit gab es keine Weltenkriege mehr... aber seit damals sind auch viel mehr Weltenwanderer unterwegs. Und wo Fremde unterwegs sind, verringert sich der Hass gegen das Unbekannte meistens."

Ihr Blick war kurz in die Ferne gerichtet. Nachdenklich vielleicht.

"Aber es gibt immer noch viele Wesen, die ihre eigene Welt nie verlassen und für die anders denkende Artgenossen das Böse verkörpern... oder auch Wesen mit fremdem Aussehen. Es ergibt keinen Sinn, aber manche sind so engstirnig. Nach den Weltenkriegen waren manche Spezies nahezu ausgelöscht."

Lex hörte sich die Erzählung über die sogenannten Weißen Schatten nachdenklich an und kam nicht umhin, dasselbe Mitleid zu empfinden, das Yavru so gleich im Bezug auf Zion ansprach und das sie selbst ebenso kannte. Viel hatte sie nie über das Geisterlicht in Togruduna erfahren, aber sie verstand, dass er sich völlig verloren hatte.

"Ich denke, die Ewigkeiten des Seins werden irgendwann eine Änderung erwirken, aber ob Zion sich befreit, kann ich dir nicht sagen. Vielleicht geht vorher die Welt Togruduna selbst an sich zu Grunde... oder sie verändert sich so, dass für Zion dort kein Platz mehr ist und er vergeht..."

Sterben konnte der ehemalige Lichtling bereits nicht mehr und sie vermutete, dass ihm die Sternenlande verschlossen bleiben würden, wenn er sich nicht von seinem Fluch befreien konnte.

"Das Rudel, von dem du erzählst hört sich nach einer ähnlich verlorenen Gemeinschaft an. Jemand der so wenig empfindet, führt ein schrecklich sinnloses Leben, denn wenn ich eines auf meinen Wanderungen gelernt habe, dann das niemand nur negative Gefühle aus seinem Herzen verbannen kann. Wenn du Mauern errichtest, aus Angst, sonst zu zerbrechen, nimmst du dir mit dem Negativen auch immer Positives. Jemand der seine schrecklichen Erlebnisse eines Lebensabschnitts wegsperrt, sperrt damit auch immer wichtige und lebenswerte Gefühle weg. Ich bin sicher, dass man lernen kann, den ein oder anderen Schmerz zu verdrängen, aber man wird dann für das Gute auch nie wieder so offen sein, wie jemand, der sich dem Schmerz stellt. Du erzählst davon, dass es ihnen egal ist, ihre Angehörigen zu verlieren, aber das bedeutet auch, dass sie nie zugelassen haben, dass diese ihnen wirklich etwas bedeuten. Und wenn wir nicht zulassen zu lieben oder Liebe zu spüren, scheitern wir an uns selbst."

Nachdenklich ließ sie den Blick schweifen und lächelte dann ein flüchtig trauriges Lächeln. Sie kannte so viele Wesen, die aus Angst vor alten Wunden keine neuen Wunder mehr zugelassen hatten. Irgendwann war das Negative, das Unverarbeitete hinter der Mauer so mächtig, dass es unüberwindbar sein konnte, für eine einzelne Seele.




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Lu, Lijenna, Lio, Kyro, Josh



14.12.2017 18:51
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Yavru





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Wolf

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Yavru nickte zustimmend.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mal mit einem Waschbären rede, oder sogar mit einer Ratte, auch wenn wir uns in unserer alten Heimat besser mit den übrigen Tierarten verstanden, als die meisten Wölfe. Aber hier scheint es mir fast schon normal zu sein.“

Die Vorstellung, womöglich eines Tages in einer Welt zu landen, deren Bewohner alle Fremnden hassten, gefiel ihm gar nicht.

„Es sind also nicht in allen Welten die Bewohner so gastfreundlich wie in denen, die wir bisher bereist haben? Bisher hat man uns eigentlich überall freundlich aufgenommen. Also außer in Togruduna natürlich. Und Xanthara war auch nicht sonderlich freundlich, aber auch nicht bösartig, eher genervt. Haben wir bisher einfach nur Glück gehabt?“

Nun ja, es wäre ja auch zu schön gewesen. Er konnte nur hoffen, diesen Wesen nie zu begegnen.

„Ich glaube, ich wünsche es Zion, auch wenn ich es ihm übel nehme, was er mit Xaron gemacht hat. Aber ich wünsche es keinem, für alle Ewigkeiten solch eine Existenz führen zu müssen. Ich denke, dass ist noch viel schlimmer als der Tod. Aber ich vermute, dass wir ihm da ohnehin nicht helfen könnten?“

Doch ihre Antwort beinhaltete noch eine interessante Erkenntnis:

„Aber du sagtest, Welten könnten sich verändern oder gar zugrunde gehen? Heißt das, dass die Welten nicht ewig existieren? Enden alle Welten irgendwann, oder nur manche? Und entstehen auch neue, oder ist irgendwann keine mehr übrig?“

Nun ja, anscheinend war nichts ewig. Selbst dicke Bäume, die schon unermessliche Zeiten stehen mussten, konnten morsch werden und vom Wind gefällt werden. Und sogar Felsen konnten zerbrechen, sodass irgendwann vielleicht sogar die höchsten Berge zerfallen mussten, auch wenn das natürlich länger dauerte, als ein Wolf sich auch nur annähernd vorstellen konnte, weil selbst die Welpen seiner Welpen noch in ihrem Leben nichts davon bemerken könnten. Warum sollten da nicht auch ganze Welten irgendwann zerfallen, in was auch immer? Doch da drängte sich ihm eine viel wichtigere Frage auf:

„Und wen eine Welt untergeht, was passiert dann mit den Lebewesen darin? Sterben die dann?“

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit vermutlich sehr klein war, dass ihm so etwas zustoßen konnte, hoffte er doch, dass er dann vielleicht automatisch in einer anderen Welt landen würde. Es wäre vermutlich keine schöne Art zu sterben, indem man mitsamt der ganzen Welt vernichtet wurde. Wobei es ja, wie er jetzt am Beispiel von Zion gelernt hatte, noch viel schlimmere Dinge gab als den Tod.

„Es stimmt, sie waren vermutlich eine verlorene Gemeinschaft. Nach dem, was ich mitbekommen habe, waren sie sogar ihren eigenen Artgenossen gegenüber gleichgültig oder sogar bösartig, wenn auch natürlich längst nicht so schlimm wie uns gegenüber, denn sonst hätten sie sich ja gegenseitig ausgelöscht. Leider, denn das wäre natürlich nicht das Schlechteste gewesen, jedenfalls für uns. Aber ich hatte nicht den Eindruck, dass sie die negativen Gefühle verbannen, denn zumindest Hass hatten sie genug. Eher die positiven Gefühle, denn ich glaube nicht, dass sie so etwas wie Freundschaft oder gar Liebe empfinden können. Allerhöchstens bösartige Freunde über das Leid anderer.“

Dennoch hatte er mit ihnen keinerlei Mitleid. Zion hatte ja niemanden getötet, auch wenn es für Xaron wahrscheinlich knapp gewesen war. Yavru wusste zwar nicht sicher, ob Zion tatsächlich so weit gegangen wäre, vermutete es aber stark Doch die Weißen Schatten hatten gleich mehrere Rudelmitglieder erbarmungslos getötet, und es bei anderen zumindest versucht.




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Xaron, Lavaya



14.12.2017 22:08
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Lex





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Wolfsträumer

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Lex legte den Kopf leicht schief, als Yavru das Thema scheinbar abrupt wechselte und damit begann, über die Kommunikation mit anderen Tieren zu sprechen. Sie ließ sich das Gesagte kurz durch den Kopf gehen und verknüpfte es mit dem, was der junge Rüde weiter erzählte.

"In den Torwelten geht es in erster Linie darum, dass ihr eine erste Stütze bekommt, um euch auf eurer Reise zurecht zu finden. Deshalb sind die Wächter entsprechend ausgewählt worden. Sie alle haben in ihrem Leben auf die ein oder andere Weise ein Rudel herausragend geleitet und sich damit qualifiziert. Zumindest ist das meine Vermutung. Alle diese Leitwölfe haben natürlich ihre eigene Persönlichkeit und sind auf ihre Weise besonders. Sie stachen durch ihre Persönlichkeit hervor und wie jeder Wolf haben auch sie ihre Schwächen. Xanthara ist ein bisschen eigenwillig, aber man kann gut mit ihr auskommen. Sie ist die jüngste Wächterin und muss sicher noch einiges Lernen, wobei ich nicht glaube, dass sie ihre Persönlichkeit je verliert. Das kann man positiv oder negativ sehen. Ich mag sie."

Sie hielt kurz inne und atmete dann tief durch, ehe sie zu Yavrus eigentlicher Frage zurückkehrte:

"Die Welten haben ihren eigenen Plan und je tiefer ihr in den Weltenbaum eintaucht, desto entlegenere Welten könnt ihr erreichen. Es gibt Welten, die oft besucht werden und es gibt solche, die seltener Besuch erhalten. Entsprechend verhalten sich die Bewohner. Es gibt aber auch Welten, die nichts gegen Besucher haben, aber bestimmte Rassen oder Wesen ablehnen. Die Kulturen im Weltenbaum sind so vielseitig wie die Welten selbst. Es gibt geächtete Spezies, die in entlegenen Welten Zuflucht gesucht haben und von denen manche annehmen, dass sie ausgestorben sind. Es gibt einige Clans die die Blutwölfe verteufeln und nur abergläubisch über sie flüstern... Andere jagen die Silberpelze, weil sie an einen alten Fluch glauben... Aber das ist alles nur Unsinn, der von ungebildeten Fanatikern breitgetreten wird. Je mehr Seelen wandern, desto weniger Idioten gibt es. Und je vorbildlicher sich Reisende verhalten, desto weniger Grund gibt es für Einheimische, Fremde zu verachten."

Ihr Blick schweifte ein paar mal zwischen den roten Pflanzen umher, streifte Casael, den Wächter hier und kehrte schließlich zu Yavru zurück.

"Ich weiß nicht, ob man ihm helfen kann. Es haben nicht besonders viele versucht. Falls ihr Malumir mal wieder begegnet, kannst du ihn mal zu seiner Zeit in Togruduna befragen. Neben ihm fallen mir wenige ein, die jemals längere Zeit mit Zion koexistierten. Die Existenz, in die Zion gezwungen wurde, ist die letzte Chance für ihn, die die Welten ihm noch geben konnten, ohne ihn einfach vergehen zu lassen..."

Der junge Rüde schoss sofort die nächste Frage auf sie ab und sie schmunzelte. Außerdem fing sie immer mal wieder einen Blick von Casael auf, der sie genaustens musterte und ihre Erklärungen vielleicht manchmal belächelte.

"Welten verändern sich, Welten werden geboren, Welten sterben... sie sind dem gleichen Prinzip unterworfen, wie jedes Wesen auch. Nichts ist ewig. Ich habe in meiner kleinen Ewigkeit ein paar Welten sterben sehen und die Geburt der ein oder anderen erlebt... aber ich vermute, auch ich bin zu jung, um alles zu erfassen. Es gibt noch so viel zu entdecken und zu lernen... und ich könnte dessen nie müde werden. Zumindest erscheint mir das bisher absurd."

Lex war sich bei manchen Fragen nicht sicher, ob sie sie zuverlässig beantworten konnte. Einige Antworten die sie Yavru gab waren nichts als Beobachtungen, die ihre Mutmaßungen plausibel machten.

"Die Welten, die ich habe sterben sehen, haben niemanden mit sich in den Tod gerissen, der dies nicht so wollte. Ich weiß nicht, ob das immer so ist, oder unter welchen Bedingungen eine Welt stirbt. Mag sein, dass Zion nicht verschwinden wollen würde, wenn Togruduna eines Tages untergeht... aber womöglich würde die Welt ihn mitreißen, immerhin ist sein Fluch an die eine Welt gebunden. Mag sein, dass er mit dem Tod der Welt befreit werden würde, oder auch nicht."

Die Florkane lauschte den weiteren Ausführungen über die Weißen Schatten. Ein ungewöhnlicher Clan für Gaia, aber was es im Weltenbaum gab, konnte es auch in Gaia geben. Ihre Lebensreise dort war im Vergleich zu ihrer Weltenreise unglaublich kurz gewesen. Sie hatte vermutlich nichts von dieser riesigen Welt gesehen.

"Oberflächlich betrachtet ist es viel einfacher, Hass zu empfinden, als Liebe, genauso wie es scheinbar leichter ist, Bödes zu tun, als Gutes. Der Hass überlagert nur ein negatives Gefühl, das dem Hassenden Schmerz bereitet. Hass selbst ist antriebslos. Niemand hasst einfach. Für Hass braucht es immer einen guten Grund, für Liebe nicht. Deshalb sollte man beides nicht als Gegenstücke betrachten. Liebe ist ein grundlegendes Gefühl, das einfach da ist, Hass nicht. Hass kann einer verlorenen Seele Kraft geben, wenn es ihr an Liebe fehlt. Man sollte Hass auch niemals mit einer starken Abneigung oder Wut auf jemandem verwechseln. Hinter Wut und Hass kann man Kummer gut verstecken. Je mehr man sich darauf einlässt, desto mehr verliert man sich. An Hass kann man sich festklammern. Meistens hasst jemand etwas, das er nicht haben kann. Ich kenne die Weißen Schatten zu schlecht, um mir ein Urteil zu bilden... aber was du so erzählst klingt für mich danach, als wolle ein Rudel alles auslöschen, was sie selbst nicht verkörpern. Sie selbst mögen euch wegen eurer Liebe und eurem Gemeinschaftsgeist für schwach befunden haben und sich damit belügen, dass sie Schwäche hassen... und beweisen, dass sie über diese Schwäche triumphieren. Aber es klingt, als täten sie es mit einer versteckten Verzweiflung, weil sie irgendwo tief in sich drin wissen, dass sie die Chance auf eure Stärke - nämlich Mitgefühl und Liebe - längst verspielt haben."

Sie dachte ein bisschen an die Weltenkriege und die verzweifelt hassenden Clans und ihre Weigerung, Tatsachen anzuerkennen.

"Viele sterben lieber, als sich einzugestehen, dass alles, worauf sie in ihrem Leben hingearbeitet haben, falsch war. Stell dir vor, einer dieser Weißen Schatten würde euch sehen, wie ihr lieb zueinander seid und wie ihr versucht euch zu beschützen... und er erkennt, dass sein ganzes Rudel - er selbst eingeschlossen - immer das eigene Leben vor das von anderen stellen würde. Dass es niemanden gibt, der sich für ihn stark machen würde, wenn er krank oder verletzt ist. Es würde niemanden interessieren... und dann stell dir vor, derselbe Wolf hätte einige andere Wölfe getötet. Im Augenblick des Erkennens würde ein Schmerz über ihm hereinbrechen und was macht jemand, der sein Leben lang gelernt hat, Gefühle weit von sich zu schieben? Der erschreckt sich zu Tode und versucht, nie wieder an diesem Thema zu rühren. Er macht weiter wie bisher, vielleicht noch verbissener und noch wütender und noch verlorener. Nur um sich selbst zu betrügen. Mit jedem Leben, das Zion raubt, beweist er sich selbst, wie bösartig und schlecht er ist und dass er es nicht verdient hat, von diesem Fluch erlöst zu werden... und wer weiß... vielleicht gab es unter den Weißen Schatten Wölfe, die sich von ihrem Rudel abwenden wollten und dafür getötet wurden. Denn wie sollte ein Leitwolf zulassen, dass sich jemand gegen seinen Glauben stellt und damit auch nur die Möglichkeit eröffnet, dass das Verhalten des Rudels falsch sein könnte?"

Sie betrachtete die beiden Jungwölfe, die einem solchen Clan begegnet waren. Auch sie kannte solche Gruppen und sie hatte viele gesehen, die verloren gewesen waren. Es gab so viele verlorene Seelen, überall in den Welten. In Gaia, im Weltenwetter und auch überall sonst.




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Lu, Lijenna, Lio, Kyro, Josh



14.12.2017 23:11
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Yavru





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Wolf

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Lex schien sein Beispiel wohl nicht ganz nachvollziehen zu können, wenn Yavru ihren Blick richtig interpretierte. Vielleicht war es auch wirklich nicht ganz passend, aber für ihn ging es zumindest in die gleiche Richtung: Erst wenn man mit anderen Tieren wie Waschbären oder Riesenratten redete und sie besser kennen lernte, fand man heraus, dass sie gar nicht so viel anders waren als man selbst, und würde sie auch zukünftig nicht einfach als lästige Störenfriede oder gar als Beute betrachten. Es schien ihm allerdings wenig zielführend, das jetzt genauer zu erläutern.
Malumir konnte er sich gut als weisen alten Alpha vorstellen, Casael dagegen kannte er nicht genug. Er warf dem Rüden einen Blick zu. Casael wirkte ein bisschen jung, aber nachdem Lex angeblich schon mehrere Leben im Weltenbaum verbracht hatte, war Alter hier wohl eher relativ. Aber Xanthara? Nun ja, Aszira war auch nicht unbedingt die Umgänglichste gewesen, und dennoch war sie eine gute Alpha. Oder zumindest, korrigierte Yavru sich gedanklich, hatte er seine Patin – seine ehemalige Patin – so eingeschätzt, bevor er erfahren hatte, dass sie Chion getötet hatte. Dennoch erstaunte es ihn, dass Lex Xanthara mochte und bezweifelte, dass das auf Gegenseitigkeit beruhte. Doch andererseits mochte ja auch Kyro Aszira und Reszani, obwohl er sonst keine anderen Wölfe ausstehen konnte und auch nicht zögerte, dies zu zeigen – was ihn Xanthara sehr ähnlich machte. So hatte vielleicht auch Xanthara so etwas wie Freunde, ohne darum alle anderen, die nicht dazu zählten, weniger zu verachten. Aber auch hierzu sagte Yavru nichts, da er der Ansicht war, dass er Xanthara nach zwei Begegnungen nicht gut genug kannte, um sie beurteilen konnte – was nicht hieß, dass er ein Bedürfnis verspürte, sie näher kennen zu lernen. Und darüber, welche Wölfe Lex mochte, stand ihm ohnehin kein Urteil zu.

„Blutwölfe und Silberpelze? Sind das auch Wolfsarten, so wie Florkane, Lichtlinge und Soluvaje?“

Und nach kurzem Überlegen stellte er fest:

„Gaia muss wohl eine weniger besuchte Welt sein. Zumindest bei uns ist nie ein Weltenreisender aufgetaucht. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wie wir darauf reagiert hätten. Wir waren recht gastfreundlich, solange wir uns das erlauben konnten, er hätte sicherlich nichts zu befürchten gehabt. Aber es ist für ein Rudel doch irgendwie unangenehm, wenn in seinem Revier plötzlich ungefragt irgendwelche fremden Wölfe auftauchen.“

Genaugenommen war er sich sogar recht sicher, dass Aszira alles andere als erfreut über solche Besucher gewesen wäre und sie am liebsten schnellstmöglich vertrieben hätte, auch wenn sie sich damit wahrscheinlich nicht hätte durchsetzen können. Doch das behielt er vorerst für sich, er wollte nicht, dass ein schlechter Eindruck von seinem Rudel entstand.

„Ich werde versuchen, mich gut zu verhalten. Aber es ist natürlich nicht einfach, wenn man irgendwo landet, wo man sich überhaupt nicht auskennt und nicht weiß, wie man sich dort zu verhalten hat.“

Lex’ entsprechenden Hinweis hatte er durchaus als eine milde, aber dennoch nachdrückliche Ermahnung wahrgenommen.

„Zions Existenz soll eine Chance für ihn sein? Es ist ja nicht einmal ein richtiges Leben. Ich glaube nicht, dass das besser ist, als der Tod.“

Und wenn es das wäre, überlegte Yavru, wäre dass nicht womöglich sogar unfair gegenüber allen anderen Lebewesen, die ja im Gegensatz zu Zion sterben mussten?

„Wie sieht es aus, wenn eine Welt geboren wird? Und wie sieht es aus, wenn eine stirbt? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen? Kann man das überhaupt von außen sehen, ohne sich in der Welt aufzuhalten, was dann ja nicht geht?“

Die Aussagen zu Hass und Bösartigkeit erschienen ihm nachvollziehbar.

„Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass die Weißen Schatten es nicht dulden würden, wenn einer von ihnen ihre Lebensweise in Frage stellt. Und außerdem wachsen sie ja schon in dem Glauben auf, dass was sie tun das richtige ist, und bevor sie überhaupt eine Gelegenheit haben, zu erkennen, dass es überhaupt eine andere Möglichkeit gibt, haben sie vermutlich schon getötet und andere schlimme Dinge getan. Und wie du gesagt hast, müssten sie sich dann eingestehen, dass was sie bisher getan haben schrecklich falsch war. Das würde aber bedeuten, dass ein Wolf, der einmal ein gewisses Maß an schlimmen Dingen getan hat, praktisch keine Möglichkeit mehr hat, sein Verhalten zu ändern. Nach dem, was du sagst, müsste man mit den bösen Wölfen fast mehr Mitleid haben, als mit ihren Opfern.“

Der letzte Satz klang wie eine Feststellung, nicht wie ein Vorwurf. Aber Yavru war sich nicht sicher, ob die Wölfe, die in einem solchen Teufelskreis steckten, das nicht doch voll und ganz verdient hatten. Ein getöteter Wolf wurde nicht wieder lebendig, wieso sollte da der, der ihn getötet hatte, die Chance auf ein normales, glückliches Leben haben? Aber andererseits bedeutete das, dass ihnen weiterhin andere Wölfe zum Opfer fielen. Insoweit wäre es doch besser, wenn man den Teufelskreis durchbrechen könnte.




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Xaron, Lavaya



15.12.2017 21:23
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Lex





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Wolfsträumer

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Lex dachte kurz über Yavrus Frage nach und wiegte den Kopf unschlüssig hin und her. Sie wusste nicht genau, ob man das auf dieselbe Art festmachen konnte, wie bei diesen Unterarten.

„Blutwölfe unterscheiden sich von dir durch ihr Aussehen. Wie man nur schwer erahnen kann, ist ihr Pelz Blutrot. Ansonsten würde ich behaupten, dass es keine großen Unterschiede gibt. Viele Blutwölfe sind allerdings zornig und abweisend, wobei das meiner Ansicht nach weniger damit zu tun hat, dass es ihnen angeboren ist, sondern es eher auf die Ablehnung zurückzuführen ist und dass man ihnen ihr Leben lang einredet, dass sie ihre blutrote Farbe durch das Töten vieler Artgenossen angenommen haben. In grauer Vorzeit. Silberpelze hingegen erkennt man an ihrem silbernen Pelz, aber auch daran, dass sie den Winter mit sich bringen. Sogesehen haben sie eine Fähigkeit. Florkane können sich von Pflanzen ernähren und pflegen eine sehr friedliche Kultur, weshalb die Tatsache, dass ihre Bisse eine Bestrafung ist, in die richtigen Pfoten gelegt wurde. Lichtlinge leuchten, wie ihr wisst... Soluvaje hingegen haben wiederum nur Aussehensmerkmale und ihre eigene Kultur, ohne besondere Fähigkeit.“

Ihr Blick glitt zu ihrem Freund hinüber. Casael beobachtete sie und hörte überaus aufmerksam zu, was sie über seine Art zu sagen hatte. Sie holte nicht weiter aus und beschrieb die Kultur nicht näher. Das konnte der Rüde selbst erzählen, wenn er dazu Lust hatte.

„Ich vermute, dass nur sehr wenige Wölfe nach Gaia zurückkehren, denn zu leicht findet man früher oder später ein neues Zuhause im Weltenbaum. Ich habe aber viele Legenden und Geschichten gehört, die für Gaia fremd klangen, die aber zweifelsohne aus dem Weltenbaum kommen müssen. All die Erzählungen über die Sternenlande und den Glauben vieler Wölfe müssen hier ihren Ursprung haben. Die Sternenlande sind im Weltenbaum Realität und nicht nur eine romantische Geschichte für Welpen, um ihnen Trost zu spenden, wenn sie jemanden verloren haben. Meiner Vermutung nach kann aber kein Wolf, der nicht in Gaia geboren wurde, dorthin gelangen.“

Auch sie würde von ihrer endlosen Reise vermutlich nichts als Geschichten mitbringen, die ihr Erwachsene nicht glauben würden. Wie jeder gute Geschichtenerzähler – so würde man ihr unterstellen – versuchte sie einfach nur eine Legende glaubhaft zu machen, in dem sie erzählte, selbst dort gewesen zu sein. Mehr als Unterhaltungswert würde es wohl für niemanden in Gaia haben.
Darüber, ob es besser gewesen wäre, wenn Zion gestorben wäre, wollte sie nicht diskutieren. Das gehörte zu etwas viel größerem, als sie beide es waren und sie selbst erlaubte sich dabei kein Urteil. Sie vertraute lieber darauf, dass die Welten wussten, was sie taten.

„Es gibt unterschiedliche Arten der Geburt...“, hauchte sie geheimnisvoll. „Manche Welten werden in Leere geboren und durch ein Ereignis gefüllt. Einst war ich Zeugin, als sich eine Welt gestaltete, nachdem eine Cantare ihren Sternengesang in die Leere geheult hatte. Die ganze Welt entstand in Harmonie mit dem Lied. Es war beeindruckend und wunderschön.“

Ihre Augen hatten sich verträumt in die Ferne gerichtet und folgten ein paar Erinnerungen, an dieses seltene, magische Lebensereignis. Es war faszinierend gewesen und hatte sie erfüllt.

„Eine andere Welt entstand ebenfalls aus Leere, aber nicht so sanft, sondern in Form eines heftigen Gewitters. Und auf ähnliche Weise sterben Welten auch... manchmal vergehen sie sanft, manchmal stürzen sie in sich zusammen und lassen Leere zurück. Manchmal betrachtet man solche Welten von außen, oder man befindet sich mitten drin. Manche Welten werden überhaupt erst dadurch geboren, dass sie von jemandem besucht werden... Sie formen sich nach dem Ebenbild der Seele, die sie als erstes betritt... oder sie entstehen aus den Erinnerungen vieler Seelen.“

Sie sah zurück zu Yavru, als dieser ihre Worte zerlegte, die sie über Hass und das Böse gesprochen hatte. Sie beobachtete den jungen Rüden dabei und fragte sich, welche Schlüsse er jenseits des Gesagten zog.

„Eine weise Seele sagte einmal 'Was die Faszination des Bösen ausmacht, ist seine Tragik.' und ich denke, sie sprach ein wahres Wort. Die meisten Täter waren irgendwann einmal selbst Opfer. Ausgehend von den Weißen Schatten, von denen du gesprochen hast, musst du dir vorstellen, in wie viele tausend Teile eine junge Seele brechen muss, um derart mordlüstern zu werden. Ein Welpe, der Schutz sucht und Wärme, wird womöglich fortgestoßen und kritisiert oder gezüchtigt, für das offenbaren seiner Schwäche. Und er wird den Schmerz solange spüren, bis er daran zerbricht und aufgibt oder mitzieht. In einer Gemeinschaft, wie der, von der du mir erzählt hast, gab es keine Figur, die eine andere Lebensweise vorgelebt hat. Das führt oft dazu, dass sich anders Denkende für fehlerhaft halten oder denken, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Ihr Umfeld deutet an, dass sie die einzigen sind, die so schwach sind. Sie werden belächelt und verspottet, verhöhnt und beschimpft... Das überstehen nur die wenigsten...“

Lex betrachtete Yavru weiterhin aufmerksam.

„Die Klugen wissen, dass Schwäche zu zeigen stark ist. Den Widerspruch verstehen jene nicht, die sich vor Schwäche fürchten... Und um zu deiner Frage zurückzukehren...: Aus diesem Teufelskreis auszubrechen, ist schwierig, aber nicht unmöglich und es erfordert ein hohes Maß an Ausdauer, um sich mit dem Vergangenen auseinanderzusetzen. Außerdem hält man Tätern ihre Schuld meist lange vor, was im Grunde nichts bringt. Vielleicht ist dir schon einmal aufgefallen, dass man Wut nicht mit Wut bekämpfen kann... und Hass wird niemals weniger durch Hass. Es braucht Liebe, Verständnis, Fürsorge und Beständigkeit, um jemanden zu retten, der Gefallen ist... und es kann anfangs oft eine ziemlich undankbare Aufgabe sein. Aber - um bei den klugen Worten weiser Seelen zu bleiben - eine milde Tat, ganz gleich wie unscheinbar sie ist, ist in keiner Welt je verschwendet.“




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Lu, Lijenna, Lio, Kyro, Josh



15.12.2017 22:45
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Yavru





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Wolf

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Yavru lauschte aufmerksam Lex’ Ausführungen zu den einzelnen Wolfsarten.

„Aber es ist doch vollkommen unsinnig, Wölfe wegen ihrer Fellfarbe zu verdammen, und das nur wegen einer alten Geschichte, für die, selbst wenn sie stimmen sollte, ihre Nachkommen doch gar nichts können! Das wäre ja so, als wenn ich sagen würde, dass alle weißen Wölfe böse sind, nur weil die Weißen Schatten es waren.“

Er konnte sich kaum vorstellen, dass manche Wölfe so engstirnig waren, ihre Artgenossen nach solchen Äußerlichkeiten zu beurteilen.
Als Lex hingegen die Soluvaje erwähnte und zu Casael hinüber schaute, folgte er ihrem Blick. In seinen Augen sah Casael wie ein ganz gewöhnlicher Wolf aus, der ebenso gut aus Gaia hätte stammen können.

„Ich denke immer noch, dass ich nach Gaia zurückkehren möchte, wenn ich erst mein Rudel wiedergefunden habe. Aber da wir uns dort wohl ohnehin eine neue Heimat suchen müssen, wäre es vielleicht doch eine Alternative, wenn wir eine andere Welt fänden, die Gaia ähnlich ist und wo wir leben können. Aber das müssten dann die Alphas entscheiden.“

Oder eher der Alpha. Sein Vater. Aszira könnte dankbar sein, wenn sie künftig überhaupt noch in der Nähe des Rudels geduldet werden würde. Sobald bekannt werden würde, dass sie Chion getötet hatte, würde niemand ihr mehr Respekt entgegen bringen und ihren Anweisungen folgen wollen. Und auch wenn sie das vermutlich nicht widerstandslos akzeptieren würde, mit einem ganzen Rudel könnte selbst sie es nicht aufnehmen.
Ob tatsächlich keine fremden Wesen nach Gaia kommen konnten, war er sich hingegen nicht so sicher. Er konnte sich gut vorstellen, dass die Weißen Schatten aus einer anderen Welt gekommen waren, da sie doch so anders waren als andere Wölfe. Aber er behielt diese Theorie vorerst für sich.

„Die Sternenlande gibt es wirklich? Du meinst doch den Ort, wo wir hinkommen, wenn wir sterben? Ich habe das bisher für eine Legende gehalten, die man Welten erzählt, wenn sie eine Frage stellen, auf die doch niemand eine Antwort wissen kann, und die denen Hoffnung gibt, die Angst vor dem Tod haben, weil sie nicht wissen, was danach passiert. Bist du schon einmal dort gewesen?“

Tot sah Lex nun nicht gerade aus. Aber hatte sie nicht selbst gesagt, schon mehrere Leben geführt zu haben? Vielleicht war sie ja schon einmal gestorben und dann wiedergekehrt? Oder gab es einen Weg, die Sternenlande zu besuchen, ohne zu sterben? Im Weltenbaum erschien ihm mittlerweile alles möglich.

Yavru merkte, dass sie nicht weiter über Zion reden wollte, darum fragte er auch nicht weiter nach, auch wenn er gerne die volle Geschichte gewusst hätte, was es mit Zions Fluch auf sich hatte und wie es dazu gekommen war. Aber Lex hatte ja schon gesagt, dass sie es auch nicht wusste.

„Ich fürchte, ich kann es mir immer noch überhaupt nicht vorstellen, ich weiß nicht mal, was eine Cantare ist. Aber es muss wohl ein beeindruckendes Schauspiel sein. Vielleicht bekomme ich ja selbst mal Gelegenheit, die Geburt oder den Tod einer Welt zu erleben.“

Er hatte sich mittlerweile damit abgefunden, noch längere Zeit im Weltenbaum verbringen zu müssen. Allein die Suche nach den übrigen Rudelmitgliedern würde wohl lange Zeit in Anspruch nehmen, selbst wenn er irgendwann Springen gelernt hätte. Und wer weiß, ob sie dann vor ihrer Rückkehr nach Gaia nich doch noch ein wenig den Weltenbaum erkunden würden. Lex’ Erzählungen klangen durchaus faszinierend, auch wenn er sich nicht vorstellen konnte, so darin aufzugehen und sich gewissermaßen selbst darin zu verlieren, wie die Fähe es augenscheinlich getan hatte. Aber da Zeit hier keine Rolle zu spielen schien, war es womöglich egal, ob sie vor ihrer Rückkehr nach Gaia Jahre oder gar Jahrzehnte im Weltenbaum zubrachten, auch wenn es ihm schwindelte beim Versuch, sich solche Zeiträume vorzustellen.

„Du meinst, man sollten den Tätern zu vergeben und ihnen sogar noch versuchen zu helfen? Das ist schwer. Ich weiß gar nicht, ob man manche Taten überhaupt vergeben kann. Aber wenn das der einzige Möglichkeit ist, den Teufelskreis zu beenden, sollte man es vielleicht versuchen. Schon, damit es keine weiteren Opfer gibt.“

Er versuchte sich vorzustellen, wie er reagieren würde, wenn einer der Weißen Schatten auf ihn zu käme und um Vergebung dafür bitten würde, dass er ihm bekannte Wölfe getötet hatte. Lunar zum Beispiel, oder Veyran. Oder gar Xavra. Er wusste, dass Aszira niemals vergeben hätte. Sie hätte den Weißen stattdessen in Stücke gerissen. Aber was Aszira tun würde, war Yavru mittlerweile nicht mehr wichtig. Dennoch konnte er sich kaum vorstellen, solche Taten vergeben zu können.




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Xaron, Lavaya



16.12.2017 14:09
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Lex





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Wolfsträumer

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Lex war nicht sicher, ob es so absurd war, dass Wölfe andere auf Grund ihres Aussehens verurteilten. Oder auf Grund ihrer Unterart. Nur wer sehr wenig Vorurteile mit brachte, ließ sich niemals auf den Klatsch und Tratsch der Welten ein. Vielleicht würde sie Yavru und seine Begleiter eines Tages wiedersehen und erfahren, wie offen der Rüde wirklich war.

"Ich habe die Sternenlande gelegentlich besucht.", bestätigte sie. "Du musst wissen, dass der direkteste Weg in den Weltenbaum über den Tod eines Wolfs in Gaia führt. Aber die Toten können die Sternenlande nicht oder nur sehr selten verlassen. Die Bedingungen dafür habe ich noch nicht durchschaut. Ich begegnete meiner Familie wieder und einigen Freunden aus meiner Zeit als Kind Gaias. Und ich weiß, dass ich sie alle wieder sehe, wenn ich eines Tages meine Weltenwanderung beende und sterbe."

Sie blickte zu Casael hinüber und schmunzelte, ehe sie wieder zu Yavru sah.

"Ein Cantare ist ein Wolf, dessen Heulen wunderschön und beinahe magisch klingt. Die Wächterin der Dunkelwelt Rahori ist eine Cantare. Sie heißt Luriell. Rahori ist eine der Torwelten. Wir können es später besuchen, wenn ihr Lust habt. Die Wächter sollte man meiner Meinung nach kennen... sie sind alle auf ihre Art sehr liebenswürdig."

Man konnte sehen, dass sich Casael geschmeichelt fühlte. Ehe der Rüde etwas dazu sagen konnte, fuhr Lex allerdings schon fort:

"Nicht jeder kann für jeden Täter eine helfende Pfote sein. Du wirst selbst merken, wenn du der bist, der die Vergebung bringt. Und wenn du anstrebst, ein Wolf zu werden, der sich um verlorene Seelen kümmert, wirst du mit der Zeit besser darin werden, ein treuer Freund zu sein."




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Lu, Lijenna, Lio, Kyro, Josh



16.12.2017 14:37
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Nebenrollen
xx






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Nebenrollen

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Casael hatte sich zu Lexi gesetzt und hörte geduldig und amüsiert zu, wie seine Freundin auf tausende von Fragen antwortete, ohne müde zu werden. Zugegeben wären ihm wenige Seelen eingefallen, die mehr über die Welten wussten, als Lexi. Die meisten Fragen hätte er allerdings auch beantworten können, auch wenn er nicht sicher war, ob er auf die gleiche Weise von all dem erzählt hatte. Letztlich kicherte er.

"Lexi wäre gerne für jede verlorene Seele die Rettung! Und dabei hat sie sich an so vielen die Zähne ausgebissen. Aber für sie bedeutet Scheitern, es nicht zu versuchen. Wie viele Leben hast du geopfert, für Seelen die nicht gerettet werden konnten?"

Es war eine rhetorische Frage und er erwartete keine Antwort. Er selbst hatte das Gefühl, zu jung zu sein, um das Ausmaß dessen erfassen zu können, was Lexi schon gesehen hatte.

"Wenn ihr die hübsche Luriell besuchen geht, muss ich euch natürlich unbedingt begleiten! Wir sehen uns viel zu selten, dieser Tage, in der wir alle Pfoten voll zu tun haben, junge Wanderer in ihre Reise einzuweisen. Neben den Wächtern sollte es Weltenführer geben. Ich bin sicher, du würdest für diese Rolle super passen! Du solltest dich für deine Dienste entlohnen lassen. Zu schade, dass man dir mit einem Stück Fleisch keine Freude machen kann!"

Er stupste Lexi an und blickte sich ein bisschen um.

"Bevor wir in die ewige Nacht aufbrechen, könnte ich allerdings eine kleine Weltenführung in meinem bescheidenen Zuhause machen. Die verschiedenfarbigen Inseln sind auch sehenswert!"




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Malumir, Xanthara, Zion



16.12.2017 14:45
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Yavru





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Wolf

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Yavru hörte aufmerksam zu. Er konnte es nicht fassen, einem Wolf gegenüber zu stehen, der schon mal die Sternenlande besucht und die Toten getroffen hatte.

„Meinst du, ich könnte die Sternenlande auch einmal besuchen? Es wäre sicher sehr schön, all die verstorbenen Rudelmitglieder wieder zu treffen.“

Er malte sich aus, wie es wäre, zum Beispiel Lunar wieder zu begegnen. Er hätte den alten Leitwolf, den er nur aus seiner Welpenzeit kannte, gerne wieder getroffen. Vielleicht würde es ihnen sogar gelingen, ihn wieder mit nach Gaia zu nehmen? Dann mussten sie aber auf jeden Fall Lijenna mitnehmen! Doch da kam ihm ein weit weniger schöner Gedanke.

„Aber wenn dort alle Wölfe landen, die auf Gaia sterben, sind dort nicht auch die Weißen Schatten, die bereits gestorben sind? Dann ist es vielleicht doch kein so schöner Ort.“

Als Lex ihm erzählte, dass sie selbst eines Tages sterben und dauerhaft in die Sternenlande gehen würde, war Yavru überrascht und ein klein wenig enttäuscht.

„Nachdem du mir erzählt hast, dass du schon mehrere Leben im Weltenbaum verbracht hast, hatte ich gehofft, dass man hier vielleicht unsterblich wäre. Aber andererseits gehört der Tod vermutlich zum Leben dazu. Vielleicht ist es gar nicht so gut, wirklich unsterblich zu sein. Und wenn man hinterher in den Sternenlanden alle, die einem etwas bedeutet haben, wieder sieht, ist es vermutlich gar nicht so schlimm, dass man irgendwann sterben muss.“

Er musste wieder an Zions unsterbliche und doch nicht lebendige Existenz denken. So etwas wäre bestimmt nicht erstrebenswert, da war es besser, irgendwann zu sterben.

„Aber du sagtest, dass nur die Wölfe, die in Gaia sterben, in die Sternenlande kommen. Was passiert mit denen, die in anderen Welten sterben?“

Plötzlich bekam Yavru doch wieder Angst, dass er es nicht zurück nach Gaia schaffen könnte und ihm im Weltenbaum etwas zustoßen könnte. Wäre er dann ewig getrennt von seiner Familie und seinen Freunden, weil er nicht zu ihnen in die Sternenlande kommen könnte?
Er bezweifelte auch, dass er dazu berufen war, verlorenen Seelen zu helfen, auch wenn es ohne Zweifel eine schöne Aufgabe wäre. Aber er musste ohnehin zunächst sein Rudel wiederfinden und dann hoffentlich gemeinsam mit diesem eine neue Heimat finden.

„Oh ja, eine Weltenführung klingt interessant! Und Luriell würde ich ich auch gerne kennen lernen!“

Jetzt wo er schon mal hier war, konnte er sich auch umsehen. Auch wenn er auch hier nicht unsterblich war, hatte er sicherlich genug Zeit, um sich nicht beeilen zu müssen. Und die Wächter kennen zu lernen, war sicherlich nicht verkehrt, besonders, wenn diese Luriell tatsächlich liebenswürdig war, wie Lex meinte. Andererseits behauptete sie das von allen Wächtern, und zumindest Xanthara war in seinen Augen alles andere als liebenswürdig.




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Xaron, Lavaya



16.12.2017 15:45
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Lavaya





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Lavaya hatte die ganze Zeit aufmerksam zugehört, auch wenn sie nicht immer alles verstanden hatte. Anscheinend waren die Wölfe in anderen Welten teilweise deutlich anders als auf Lupmundi, und zwar nicht nur was das Aussehen, sondern vor allem auch was das Verhalten anging.

„Ich weiß zwar, was das Wort böse bedeutet, aber ich habe mir nie vorstellen können, dass ein Wolf wirklich böse zu anderen Wölfen ist. In Lupmundi gibt es das nicht.“

Ob das damit zusammen hing, dass die Wölfe in anderen Welten von anderen Wölfen geboren wurden, statt von der Welt selbst? Vielleicht hatten sie dadurch eine besondere Beziehung zu ihren Verwandten, sodass für sie nicht mehr jeder Wolf gleich war, und sie zu den Wölfen, die für sie weniger wert waren, böse sein konnten? Sie wusste es nicht.

„Verlorenen Seelen zu retten klingt nach einer spannenden und zugleich wunderbaren Aufgabe. So etwas würde ich gerne machen. Ich glaube, ich würde bei diesem Zion anfangen, von dem ihr geredet habt. Wenn noch nicht viele versucht haben, ihm zu helfen, weiß man ja gar nicht, ob es tatsächlich unmöglich wäre. Und man sollte doch jedem Wolf helfen, der Hilfe benötigt, wenn es einem möglich ist.“

Und selbst sie letztendlich scheitern würde, hatte sie es zumindest versucht und zudem auf jeden Fall eine erzählenswerte Geschichte erlebt.
Während sie böse zumindest als abstraktes Konzept kannte, war ihr jegliche Form von Rache vollkommen fremd, und so kam sie gar nicht auf den Gedanken, dass Zion womöglich gar keine Hilfe verdient haben könnte. Zwar kannte sie durchaus das Konzept der Strafe, wenn ein Wolf sich falsch verhielt. Wenn zum Beispiel ein Welpe trotz Ermahnung sich oder andere gefährdete, indem er zu nahe an einem Schluckloch spielte oder gar die Welt verletzte, dann musste man manchmal nachdrücklicher werden, um ihn von diesem Verhalten abzubringen. Aber eine Strafe machte nur Sinn, wenn man dem Bestraften hinterher eine Chance gab sich zu bessern. Irgendwann, da war sie sich sicher, würde jeder Wolf diese Chance nutzen, um weiteren Strafen zu entgehen.

„Oh ja, ich würde mir auch gerne diese Welt anschauen. Und danach Rahori.“

Zwar bestand Azali überwiegend aus Dreck und Wasser, wobei auf letzterem ein paar Pflanzen wuchsen, und sie hatte keine große Hoffnung, dass Rahori deutlich besser wäre. Lebendige Welten wie Lupmundi waren anscheinend überaus selten, die meisten Welten waren Dreckwelten. Aber sie hatte diese Weltenreise angetreten, um hinterher Geschichten darüber erzählen zu können. Und dazu war es, möglichst viel möglichst genau kennen zu lernen um später darüber zu berichten.




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Xaron, Yavru



16.12.2017 16:07
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Lex





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Wolfsträumer

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Lex hatte wohl Glück, so jungen Wanderern gegenüber zu stehen, denn Yavru und seine Begleiter kannten nicht die Scheinwelten, in denen man den Toten auch begegnete. Nur dass es eben geisterhafte Bilder waren, die aus Erinnerungen entstanden. Außerdem gab es die Welten, in denen man nur einem Schatten der Toten begegnete und die Irrungen und Wirrungen der Welten führten bei vielen Wanderern dazu, dass diese nicht glaubten, dass man die Sternenlande betreten konnte.

„Um die Sternenlande zu besuchen, musst du in bestimmten Welten sterben und den starken Willen haben, zurückzukehren. Sonst bleibst du dort, bei den Toten.“

Das war nichts wirklich Schlimmes. Man traf in den Sternenlanden tatsächlich alle wieder, die man an den Tod verloren hatte und viele wollten gar nicht wieder fort. Junge Seelen eher als alte, sofern sie nicht zu viel in ihrem Leben verloren hatten.

„Damit dürfte auch deine Frage beantwortet sein, was passiert, wenn man im Weltenbaum stirbt... Da verhält es sich nicht sonderlich anders, als in Gaia. Du landest in den Sternenlanden und bist an die dortigen Welten gefesselt. Es ist schwer, nach dem eigenen Tod zurückzukehren und du darfst dich nur am äußeren Rand der Sternenlande aufhalten, sonst musst du dort bleiben. Das Gute am äußeren Rand ist, dass sich die Lebenden und die Toten dort begegnen können. Es ist eine Art Zwischenschicht, zwischen der Welt der Existierenden und der Verblichenen. Wenn du dich zu lange dort aufhältst, verringert sich die Wahrscheinlichkeit, in ein neues Leben übergehen zu können. Die Zwischenschicht ist eine endlose Ebene mit vielen schwarzen Löchern, durch die die Toten von Zeit zu Zeit hindurch blicken, um die Lebenden zu beobachten. Manche der Toten verbringen ihre komplette Existenz damit, den Lebenden zuzusehen, bis diese ebenfalls zu den Sternen gehen. Wenn irgendwann niemand mehr lebt, den sie kannten, beobachten manche noch gelegentlich ihre Enkel und Urenkel und deren Kinder... aber die Verbindung bricht irgendwann und dann ziehen sich die Toten zurück in den Teil der Sternenlande, die ich selbst nie gesehen – von denen ich aber gehört habe.“

Vielleicht verstand Yavru jetzt, warum sie sicher war, dass jemand aus dem Weltenbaum schon einmal nach Gaia zurückgekehrt war. Denn dass die Toten auf die Lebenden blicken, hatte mit Sicherheit jemand erzählt, der die Zwischenschicht einst selbst gesehen haben musste, oder zumindest davon gehört hatte.

„Das was ich gehört habe, ist sehr unterschiedlich. Alle berichten davon, dass sie jene wieder gefunden haben, die ihnen zu Lebzeiten viel bedeutet haben. Außerdem scheinen alle Toten in ihrer eigenen, kleinen, perfekten Welt zu leben, in der sie einander begegnen können, wenn sie das wollen. Es soll aber auch Seelen geben, die in ihrer eigenen Misere gefangen sind. So habe ich von Freunden gehört, die beschrieben haben, dass sie in den Sternenlanden nach Seelen gesucht haben, denen sie schreckliche Taten zugeschrieben haben, oder die in ihren Todesumständen gefangen blieben, wenn diese sehr gewaltsam waren. Ein Freund von mir, soll im Elend seines Todes Tag um Tag den selben, grausamen Kampf durchleben, der ihn das Leben gekostet hat. Besagter Freund hat nicht viel Gutes getan, in seinem Leben, aber ich vermute, dass er sich selbst zu dieser Art des Leidens verdammt und sich nicht selbst daraus befreien kann. Genauso wenig wie im Leben...“

Falls der Jungrüde ihr Gegenüber erwartet hatte, dass das Paradies auf alle Wölfe wartete, musste sie diesen wohl enttäuschen. Jede Seele war für ihr Paradies selbst verantwortlich und wer ein gutes Leben lebte, existierte auch im Reich der Toten auf ähnliche Weise. Wer im Leben keine grundlegende Zufriedenheit fand, fand sie auch im Tod nicht.

„Ich habe aber auch von einem Freund gehört, dass dieser seinen Bruder aus dessen schrecklichen Todesumständen befreien konnte. Ich glaube es ist also nicht anders, als wie im Leben auch... der Schritt ist schwer, aber Liebe siegt immer. Ich bin also auch zuversichtlich, dass ich meinen Freund, dessen Leben ich nicht retten konnte, eines Tages aus seiner eigens geschaffenen Hölle befreien kann.“

Ein bisschen nachdenklich blickte sie in die Runde aus verschiedensten Gesichtern.

„Das Spiel mit dem Tod ist gefährlich... manche Welten kann man nur verlassen, in dem man stirbt... aber man kann nicht einfach sterben, um jede Welt zu wechseln, denn der Weltenbaum kennt den Tod genauso wie Gaia auch. Es ist also durchaus möglich, dass du eines Tages die Sternenlande betreten kannst, um Angehörige wieder zu treffen, aber du solltest nicht versuchen, diesen Weg gezielt einzuschlagen. Denn dort steht das 'Leben' im Grunde still. Es gibt wenig Veränderungen... die Zeit zieht so dahin und die Toten haben ihren Frieden, oder sie haben ihn nicht. Für die Toten vergehen Ewigkeiten, während die Lebenden ihr Leben leben. Aber die Zeit ist relativ. Nach meinem zweiten Tod kehrte ich erst in den Weltenbaum zurück, als meine Welpen schon alte Wölfe waren. Dabei habe ich mich nur kurz mit einem Freund unterhalten. Würdest du jetzt in die Zwischenschicht reisen, könnte es sein, dass das Leben von Laelia, Lavaya und den anderen schon vergangen ist, bis du zurück bist.“

Das sollte den jungen Weltenwanderern Warnung genug sein. Der Traum, den Toten noch einmal zu begegnen, hatte einen hohen Preis, den man erst bezahlen sollte, wenn man wirklich bereit war, zu sterben. Auch Lex selbst vermied die Sternenlande so gut es ging, weil sie ihre Reise noch nicht beenden wollte. Womöglich war das eine ihrer größten Ängste.

„Ich denke, eure Weißen Schatten werden keinen schönen Tod dort verbringen, aber ich bin sicher, dass du eines Tages selbst herausfinden kannst, was aus ihnen geworden ist. Von ihnen geht in den Sternenlanden keine Gefahr mehr für dich aus. Und die Unsterblichkeit hängt immer von deiner inneren Einstellung ab. Natürlich ist man nicht wirklich unsterblich, sondern deine innere Einstellung trägt dazu bei, am Leben zu bleiben. Wenn du irgendwann müde wirst und schon viel gesehen und viel verloren hast, wird es für viele alte Seelen irgendwann reizvoll, zu den Sternen zu gehen, um ihren Frieden zu finden. Und ein Unfall kann dich genauso töten, wie in Gaia auch... oder wenn dir das Leben gewaltsam entrissen wird, landest du genauso in den Sternenlanden.“

Ihr Blick richtete sich auf Lavaya, die definitiv aus anderem Holz geschnitzt war, als die Wölfe aus Gaia. Lex erinnerte sich nur zu gut an Lupmundi und das friedliche Wolfsvolk dort. Die meisten Seelen im Weltenbaum lebten friedlich.

„Wenn du Zion retten möchtest, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass er dich vermutlich töten wird. Ein Lichtling hat bessere Chancen, weil Zion ihnen nichts anhaben kann. Aber Malumir ist es auch nicht gelungen... ich vermute, Zion wäre in den Sternenlanden in seinen Verbrechen gefangen und in seiner Schuld, weshalb die Welten entschieden haben, ihm diese andere Existenz zu ermöglichen, um eines Tages in den Sternenlanden Frieden zu finden, wenn er seinen eigenen Fluch bricht.“




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Lu, Lijenna, Lio, Kyro, Josh



16.12.2017 16:53
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Yavru





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Yavru lauschte Aufmerksam den Erklärungen zu den Sternenlanden. Es enttäuschte ihn, dass es nicht alles andere als ungefährlich war, die Toten zu besuchen, auch wenn er sich schon gedacht hatte, dass es nicht so leicht sein konnte, wie erhofft.

„Schade, dann werde ich vermutlich nie die Gelegenheit haben, dort hin zu gelangen. Nun ja, zumindest nicht, solange ich lebe.“

Er musste seine Familie finden und würde dann mit dem Rest seines Rudels nach Gaia zurückkehren. Im Gegensatz zu Lex würde er nicht mehrere Leben im Weltenbaum verbringen, da blieb wohl kaum Gelegenheit für einen Besuch in den Sternenlanden. Und wenn doch, müssten sie zumindest zusammen bleiben. Es hatte keinen Sinn, wenn er ging, um die Toten zu besuchen, nur um nach seiner Rückkehr festzustellen, dass die übrigen Wölfe des Rudels in der Zwischenzeit ebenfalls gestorben waren.
Aber immerhin blieb die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit allen Freunden nach dem Tod. Dann bliebe immer noch mehr als genug Zeit, die Sternenlande zu erkunden.

„Dein zweiter Tod? Wie oft bist du schon gestorben?“

Lex redete über ihren Tod, als sei es das normalste der Welt, ab und zu mal zu sterben, um dann doch weiterzuleben. Zumindest für sie war es anscheinend wirklich nur eine Frage der inneren Einstellung.
Und über das, was die Wölfe in den Sternenlanden erwartete, grübelte er noch eine kurze Weile nach.

„Es klingt, als wäre es wohl die beste Lösung. Es wäre ungerecht, wenn diejenigen, die im Leben schlimme Dinge getan hätten, im Tod dennoch Frieden finden oder womöglich sogar so weiter machen könnten. Aber andererseits bleibt ihnen selbst nach dem Tod zumindest noch die Chance, irgendwann die Erlösung zu finden.“

Warum es angesichts dessen nötig war, dass die Welten Zion in seiner untoten Existenz gefangen hielten, verstand er jedoch nicht. Denn auch wenn er in den Sternenlanden in seiner Schuld gefangen wäre, bliebe ihm doch auch dort noch immer die Chance, diesen Zustand irgendwann zu überwinden und doch noch Frieden zu finden – auch wenn er sie vermutlich dort ebenso wenig nutzen würde, wie in Togruduna. Und im Gegensatz zu Togruduna könnte er dort kein weiteres Unheil mehr anrichten – was ja laut Lex auch seine eigene Situation nur noch mehr verschlechterte. Und seine Vermutung, dass Zion Wölfe tötete, wenn er Gelegenheit dazu bekam, hatte sie bereits bestätigt. Doch Yavru hatte nicht den Eindruck, dass es etwas bringen würde, Lex danach zu fragen. Sie hatte bereits deutlich genug zu verstehen gegeben, dass sie diese Frage entweder selbst nicht beantworten konnte oder es aus irgend einem Grund nicht wollte.
Es erstaunte ihn, dass Lavaya so versessen darauf war, Zion zu helfen. Er selbst verspürte keinerlei Bedürfnis in dieser Richtung, erst recht nicht, nachdem er jetzt wusste, dass Zion wohl bereits zahlreiche Wölfe getötet hatte, auch wenn Lex gemeint hatte, dass es für alle das beste wäre, selbst solche Taten zu verzeihen. Er hoffte vielmehr, das gruselige Wesen nie wieder sehen zu müssen. Andererseits war Lavaya im Gegensatz zu ihm Zion nicht selbst begegnet, daher war es vielleicht verständlich, dass sie nicht so empfand. Und er bedauerte ein wenig, dass Lex ihre Hoffnung enttäuschen musste.
Er hatte unterdessen seinen Blick über die Anwesenden schweifen lassen, und war bei Miimiya hängen geblieben.

„Können eigentlich auch andere Tiere in die Sternenlande kommen, oder nur Wölfe?“

Es wäre doch ziemlich ungerecht, wenn es Wesen wie Miimiya, Ceran und Atsuko verwehrt bleiben würde, nach ihrem Tod wieder mit ihren Familien und ihren Freunden vereint zu sein. Aber nach seinem Tod alle Beutetiere wiederzutreffen, die er gefressen hatte, wäre dagegen wohl kein allzu schönes Erlebnis – für beide Seiten.




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Xaron, Lavaya



25.12.2017 23:26
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Lavaya





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Lavaya ließ enttäuscht die Ohren hängen. Auch wenn sie aufgrund ihrer Herkunft ziemlich naiv war, war sie doch nicht so naiv, dass sie sich große Chancen ausgerechnet hatte, diesem Zion wirklich helfen zu können. Was hätte sie auch tun sollen? Selbst ihr war klar, dass es wahrscheinlich nicht gereicht hätte, sich an ihn zu kuscheln und ihm zu sagen, das man ihm lieb hatte und er doch deswegen auch lieb sein sollte, weil das Leben dann doch viel schöner wäre. Doch unwahrscheinlich war immer noch deutlich besser als unmöglich, also schien es ihr ein Versuch wert zu sein. Dass Zion sich nicht helfen lassen wollen würde, hatte sie durchaus vermutet, aber der Gedanke, dass er sie töten könnte, war ihr gar nicht gekommen. Dass ein Wolf einen anderen, der ihm helfen wollte, verletzen oder gar töten würde, war für sie einfach nicht vorstellbar.

„Schade. Ich würde ihm zu gerne helfen, aber ich will auch nicht sterben. Außerdem möchte ich ja irgendwann nach Lupmundi zurückkehren und von meinen Erlebnissen berichten, also muss ich am Leben bleiben.“

Doch gleich hellte sich ihre Laune wieder ein bisschen auf, als sie fragte:

„Aber es gibt doch bestimmt noch andere verlorene Seelen, denen man helfen könnte, ohne gleich das eigene Leben zu riskieren, oder?“




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Xaron, Yavru



26.12.2017 00:28
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