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Lunar
Luciano Nacho






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Wolfsträumer (+)

Außerhalb der Reviergrenzen - 1. Forum
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Außerhalb der Reviergrenzen




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Kyro, Lijenna, Joshua



15.05.2010 18:02
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Lunar
Luciano Nacho






Art
Wolfsträumer (+)

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Die Jagd außerhalb der Reviergrenzen (Winter) - 06.10.2004 bis 12.12.2004
Inplaydatum: 08.12.2004


Der Aufbruch

Es ist früh am Morgen. Es dämmert langsam. In der Nacht sind die Temperaturen unter 0C° gesunken. Mit dem aufgehen der Sonne wird es kaum wärmer. Ein eisiger Wind weht hin und wieder etwas Schnee auf. Der Himmel ist frei von jeder noch so kleinen Wolke. Er strahlt, desto weiter die Sonne sich erhebt, immer mehr in einem winterlichen Blau. Im Schnee sind keine Spuren von Tieren zu finden, es hatte die ganze Nacht gestürmt und geschneit. Jede Fährte ist verschwunden. Es herrscht eine unangenehme Stille. Kein Vogel zuhören, manchmal das ächzen von Bäumen, deren Äste unter dem vielen Eis und Schnee nachgeben. Jeder Bach und See ist zugefroren.
Die letzten Kitze die geboren wurden erfrieren Reihenweise in der Kälte. Irgendwo im Wald hat ein Luchs den Kadaver eines Kitzes ausgegraben und verzehrt es nun. Auch andere Raubtiere haben Probleme Nahrung zu finden. Der Winterpelz schützt zwar vor Kälte, gegen den Hunger aber wohl kaum.
Das Rudel liegt noch eng aneinander in der größten Höhle, im hintersten Gang. Mit ihrer Behausung haben sie mehr Glück als die meisten anderen Revierbewohner. Sie ist warm, trocken und windgeschützt.


Lioku sah über seine Rudelmitglieder hinweg. Am Abend hatte er darauf geachtet das alle anwesend waren und in der Höhle schlafen konnten. Noch war der Alpha um Noir und Sharian zusammen gerollt. Doch langsam und vorsichtig versuchte er sich von ihnen zu lösen. Dann lief er leise Richtung Höhlenausgang. Er setzte sich und sah sich um. Mit dem Wetter schienen wir glück zu haben. Lioku tappte hinaus und kletterte an der Seite der Höhle die Felsen hinauf. Ruhig zog er die Luft ein und ließ dann ein tiefes Heulen erklingen. Lioku heulte in die Welt hinaus das die Wolves of Freedom zur Jagd aufbrechen würden. Als er geendet hatte sprang er die Felsen wieder hinunter und wartete bis die anderen aus der Höhle kamen um ihm zu folgen.


Syracus wurde geweckt und grummelte etwas, löste sich dann aus der Gruppe Wölfe und stellte als erstes fest, dass es verdammt kalt war und er eigentlich keinerlei Lust hatte, was zu tun. Doch dann fiel sein Blick auf die Welpen und sein Blick wurde fast steinerne. Für sie tat er es gerne. Nun trat er aus der Höhle, sprang die Felsen herunter und stellte sich etwas weiter weg neben Lioku.

"Na dann wollen wir mal."

Meinte er mit eher gespielter, melodramatischer Stimme.


Cùron war sofort aufgewacht, als Lioku aufgestanden war, jedes kleinste Geräusch hätte ihn in diesen Nächten wecken können. Doch er konnte sich nicht dazu zwingen aufzustehen. Er war einfach zu müde und spürte die beißende Kälte. Doch als er sah, dass Syracus hinaus ging stand er doch auf. Cùron stupste Sora, an die er gekuschelt gewesen war, an und flüsterte:

"Komm Sora, wir brechen auf"

Sein Blick fiel auf Dizzy, er wollte sie nicht verlassen, aber er musste es. Der Rüde leckte ihr noch mal über ihren kleinen Körper und schob sie zu Schiriki hinüber. Danach ging er mit schwerem Herzen aus der Höhle hinaus und gesellte sich zu Lioku und Syracus. Er begrüßte keinen der beiden, er war ungewöhnlich verschwiegen. Sein Blick war starr und kalt. Die Kälte war fast schmerzhaft und am liebsten wäre er wieder zurück in die Höhle gegangen, aber das ging natürlich nicht.

"Sora kommt gleich, ich habe ihr gesagt dass wir gehen"

Sagte er dann doch.


Kyro wachte auf als er das Heulen hörte und stand langsam auf. Gemütlich streckte er sich und lief dann nach draußen zu Cúron, Syracus und Lioku. Er war schon total aufgeregt, hoffentlich würden sie glück gaben. Das Wetter war ja auch ganz gut.

Lioku schaute zu den drei Rüden und wartete dann bis der Rest ebenfalls kam. Eine einzelne Schneeflocke flog auf seine Nase. Sie schmolz und verschwand.


Luna hatte das Heulen gehört und kam nun auch aus der Höhle. Sie schleckte Kyro kurz über die Schnauze und wedelte. Dann sah sie sich nach den anderen um.


Cùron merkte, dass auch Kyro und Luna kamen, aber er redete nicht mit ihnen, er wollte sich seine Energie für die Jagd sparen. Er machte sich immer noch die ganze Zeit Sorgen um Dizzy und die anderen Welpen und zweifelte ein bisschen, dass ein Neuling es wirklich packen würde sich um die zu kümmern. Eigentlich vertraute er Schiriki, aber dann doch wieder nicht. Es war so ein Wechselgefühl, so ein hin und her. Cùron wandte sich wieder zu Lioku und wisperte mit einer rauen, vor Kälte zitternden:

"Lioku, ich mach mir echt Sorgen, ich freu mich zwar auf die Jagd, aber ich hab so Angst, dass etwas mit Dizzy und den anderen zweien passiert. Bist du dir wirklich sicher, dass nicht lieber noch ein . Wolf bei Schiriki und den Welpen bleiben sollte?!"

Er sprach sich eine ganze Menge seiner Sorgen von der Seele und schaute dann nachdenklich zum Boden. Er beobachtete seinen Atem, der bei der Kälte fast zu frieren schien. Er war fast durchgefroren, wollte rennen, laufen, ein bisschen Wärme produzieren, aber noch musste er warten.


Syracus sah Cùron an, grinste leicht.

"Ich glaube Schiriki ist durchaus fähig auf die Kleinen Acht zu geben und so lange werden wir auch nicht weg sein, denke ich, je mehr alle sich konzentrieren, desto schneller wird die Jagd erfolgreich sein, außerdem brauchen wir wohl jeden Wolf, um etwas bei dem Wetter zu erlegen, nicht wahr Lioku?"

Er sah vom einen zum anderen Rüden und wartete ab, er glaubte nicht dass da ernsthaft was passieren konnte, warum sollten gerade jetzt fremde Wölfe oder so kommen?


Lioku sah zu Cúron. Dann Richtung Höhle.

"Weißt du, wenn wirklich etwas passiert, dann nützt es auch nichts wenn zwei Wölfe hier bleiben. Aber wenn wir bei der Jagd kein Glück haben, weil wir zu wenige sind und ja auch wirklich nicht gerade im Besitz unser ganzen Kräfte sind, werden wir zusehen müssen wie unsere Welpen verhungern. Oder wir verhungern selbst und unsere Welpen müssen dabei zusehen. Wir haben keine Wahl. Ihnen wird nichts passieren, ganz sicher."

Er lächelte ihm aufmunternd zu. Er war überzeugt das die Welpen bei Schiriki gut aufgehoben waren.


Cúron schaute Sora an.

.oO(Das war es also worauf sie sich freute.)

Man sah ihr gut an, dass sie hier schon einmal gewesen war. Auf ihre Antwort reagierte er nicht, er wollte vorerst nicht über seine Vergangenheit sprechen, vielleicht später einmal. Cúron sagte nur kurz

“Ich glaube meine Familie lebt nicht mehr.“

Er meinte, das war vorerst genug und trottete Lioku und den anderen möglichst zügig hinterher. Er war ein kleines Stück zurück gefallen, aber das störte ihn nicht. Er wollte ein bisschen mit sich und seinen Gedanken alleine sein, sich auf die Jagd geistlich vorbereiten. Die Kälte wurde immer unerträglicher je höher sie kamen. Vielleicht war es für Sora nicht so schlimm, sie kam ja aus Berggebieten, aber Cúron mochte das gar nicht. Er fühlte sich überhaupt nicht wohl.


Syracus rannte übermütig dann irgendwann voran, war wohl Erster, wenn Lioku wartete, denn Syracus wollte laufen, laufen, laufen. Schon alleine deswegen, weil ihm kalt wurde, aber auch, weil er ein Energiebündel war und ganz nebenbei auch noch hungrig.


Lioku sah sich um und setzte seinen Weg fort. Bald erreichten sie eine Felswand durch die sich ein dünner Pfad schlängelte. Dort würden sie nun durch laufen, dahinter lag eine Ebene, die man von einigen höher gelegenen Felsen gut überblicken konnte. Wenn sich größere Beute dort aufhielt, würden sie sie auf jeden fall sehen.


Luna passte sich Liokus Tempo an. Sie lief so, dass sie immer ein paar Meter hinter ihm lief.


Sora konnte verstehen, dass Cúron alleine sein wollte, drückte sich noch einmal an ihn und schleckte seine Schnauze ab. Damit wollte sie ihm klar machen, dass sie ihn verstand. Dann lief sie ein bisschen schneller und hatte bald Syracus eingeholt.

"Sollen wir ein kleines Wettrennen machen?"

Fragte sie. Irgendwie wollte sie sich damit erstmal alle Gedanken aus dem Kopf fegen.


Cúron hatte nach einer Weile wieder ausgesponnen und lief mit neuer, guter Laune schneller, um wieder an die anderen anzuschließen. Er drängte sich vor bis zu Lioku und zeigte ihm, dass er nun echt gut gelaunt war. Dieses bisschen alleine sein hatte ihn von seinen Sorgen befreit und er freute sich nun unheimlich auf die Jagd.

“Ich hab Hunger.“

Sagte er zu Lioku. Es war zwar nicht so ernst gemeint und das musste man auch hören, aber es stimmte eigentlich schon. Besonders bei dieser Kälte musste allen der Magen knurren, aber Cúron musste einfach mal wieder ein bisschen Spaß haben.


Sora merkte, dass Cúron nicht so gute Laune hatte und da Syracus noch nicht geantwortet hatte, lief sie zu Cúron und fragte:

"Machst du mit mir und Syracus ein kleines Wettrennen? Syracus überlegt es sich aber noch und da hab ich mir gedacht, könnte ich ja auch dich fragen."

Da fiel ihr ein, dass Lioku auch mitmachen könnte, eigentlich das ganze Rudel.

.oO(Aber erstmal warte ich auf die Antworten von Syracus und Cúron.)

Dachte sie und lief von einem zum anderen und wieder zurück.


Das Rudel hatte die Berge hinter sich gelassen und hatte die Ebene erreicht, zu der Lioku wollte. Kurzerhand war er einige Felsen, die Seitlich des dünnen Pfades waren hoch geklettert um die Ebene zu überblicken. Im Schnee wäre Beute leicht auszumachen gewesen, doch nicht ein einziges Tier konnte man sehen. Etwas betrübt kletterte Lioku wieder hinunter und führte sein Rudel durch die Ebene. Scheinbar mussten sie doch weiter laufen als er erst angenommen hatte. Da es nicht mehr steil war, sondern eben, und es auch keine Hindernisse gab, legte der Alpha inzwischen ein anderes Tempo an den Tag. Trotzdem achtete er darauf, dass alle mithalten konnten.


Syracus hatte gewartet, war zwar nicht gerade begeistert davon, dass da nirgends Beute war, aber was sollte Wolf tun. Also trabten sie weiter. Er war im Moment ein Energiebündel, das darauf wartete, endlich entladen zu werden, daher lief er immer recht weit vorne, doch er sah sich immerzu um, ob alle, ganz speziell natürlich Eilan, folgten.

"Glaubst du, wir finden bald etwas, Lioku?"


Lioku schaute zu Syracus.

"Ich habe keine Ahnung, ich hoffe es, ich will gar nicht dran denken, was sonst passiert."

Während er den Satz sprach wurde er immer leiser.


Syracus sah Lioku von der Seite an.

"Ich verstehe was du meinst. Ach was, wir werden schon etwas finden."

Er wedelte aufmunternd mit der Rute und hielt seine Nase wieder in die Luft, um mögliche Witterungen zu bemerken.


Nun da sie die Berge wieder verlassen hatten glaubte Sora nicht mehr daran, dass sie ihr altes Rudel wieder sehen würde. Sie war hungrig und hoffte, dass sie bald Beute finden würden. Eigentlich glaubte Sora auch nicht mehr so richtig daran, aber sie versuchte fröhlich zu sein und die anderen aufzuheitern.


Die Ebene steigerte Cúron Laune noch ein bisschen. Wie schon gesagt, er mochte die Berge nicht und da kam ihm das nun sehr recht. Mit dem Tempo hatte er auch keine Probleme mehr, aber er merkte, dass es sich bei Sora genau andersherum auswirkte. Er lief zu ihr hinüber kuschelte sich ein bisschen an sie und sagte:

"Hier können wir doch unter uns beiden ein kleines Rennen machen, bis ich aufgeben muss."

Er wartete auf eine Antwort und lief solange neben ihr her.


Sora kuschelte sich auch an Cúron und war froh ihn gefunden zu haben. Sie lachte ihn an und sagte:

"Okay, machen wir. Ich glaube aber nicht, dass du verlierst."

Dann lief sie ein bisschen schneller.


Cúron begann schneller zu laufen, guckte sich um und rief Sora noch einmal ein

"Komm, schneller, sonst gewinn ich doch".

Seine Pfoten tapsten durch den kühlen Schnee, doch das machte ihm nichts aus. Gerade wollte er einfach nur Spaß haben.


Syracus sah Cúron und Sora kommen und lächelte.

"Die zwei wollen scheinbar nicht mehr warten mit Laufen. Ich hoffe nur, sie haben dann noch für die Jagd genug Kraft. Was meinst du, Lioku?"


Sora streckte sich und raste los. Cúron hatte einen kleinen Vorsprung und sie versuchte noch schneller zu werden. Der Wind pfiff durch ihre Ohren, der Schnee wirbelte unter ihren Pfoten und sie genoss es sichtlich.


Freudig preschte Free den anderen nach. Der Wind peitschte durch sein Gesicht.


Sora merkte, dass nun auch Free mitmachte und freute sich. Was waren sie doch für verspielte Wölfe. Bald hatte sie Cúron eingeholt und grinste ihn im Laufen an.


Free rannte und rannte und war bald mit Cúron auf einer Höhe.


"Laufen schadet nie."

Lioku grinste Syracus kurz herausfordernd an und wetzte dann ,im schnellst möglichsten Wolfsgalopp der im Schnee möglich war, den anderen nach.


Syracus sah Lioku motzend nach, er hasste es im Schnee zu laufen. Aber dann hetzte auch er hinterher. Er lief in langen, großen Sprüngen und holte so rasch auf.


Langsam zog Sora an Cúron vorbei, wäre aber dann beinahe gestolpert. Sie ließ sich ihre Laune aber nicht verderben und raste den andern hinterher, die sie überholten hatten.


Free rannte weiter und sah nun auch Lioku und Syracus mitlaufen. Sein Herz schlug wild und eine Zufriedenheit machte sich in ihm breit. Er heulte vor Freude auf und preschte weiter.


Cúron merkte, dass ihn langsam alle überholten, aber auch dass alle mitmachten. Sora hätte er gewinnen lassen, aber nicht Syracus, nicht Free und auch nicht Lioku. Er versuchte sein Tempo zu steigern und wetzte den anderen hinterher. Bald war er wieder auf der Höhe von ihnen, aber weiter kam er nicht. Er spürte den eisigen Schnee unter seinen Pfoten, aber er rannte trotzdem weiter. Bald schaffte Cúron es doch weiter zu kommen und war nun ein kleines Stück weiter vorne, aber das konnte sich ja noch ändern.


Free beschleunigte noch einmal und mit riesigen Sprüngen war er dicht hinter Cúron. Seine Zunge hing schon aus dem Maul aber er rannte immer weiter.


Sora versuchte noch schneller zu laufen und streckte sich. Sie hechelte ein wenig, aber ihr machte das nicht aus. Free war noch eine Wolfslänge vor ihr und sie hätte ihn in die Rute beißen können, wenn sie gewollt hätte. Sora arbeitete sich langsam an ihm vorbei, so dass er nun nur noch eine Schnauzenlänge Vorsprung hatte. Cúron lief in kurzem Abstand vor ihr und anscheinend machte ihm der hohe Schnee, wie auch Sora selbst, Probleme.


Free kämpfte sich wieder an Sora ran und sie waren nun wieder auf der selben Höhe.


Syracus hechelte den anderen hinterher, aber dann hatte er keine Kraft mehr und fiel zur Seite in den kalten Schnee. Nein, er war nun keine Hilfe mehr, er kämpfte sich zwar hoch, aber er war von dem argen Sprint zu erschöpft, zu lange war er im tiefen Schnee nicht mehr so schnell gerannt, im wissen, nachher noch einmal so rennen zu müssen, so blieb er liegen, am Bauch gerollt, ein schwarzes Häufchen Elend im tiefweißen Schnee.


Lioku lief noch ein Stück und sackte dann auch in den Schnee. Irgendwo in der Ferne sah er Syracus und in der anderen Richtung die Wettläufer. Er beschloss einfach mal auf den Rest zu warten, damit er mit den Nachzüglern die anderen suchen konnte.


Im Gegensatz zu Lioku war Syracus unbeabsichtigt in den Schnee gesunken, er konnte nicht mehr, er hechelte wild, doch dann drückte er die Läufe durch und kämpfte sich bis zum Alpha vor, bei ihm ließ er sich wieder ins Weiß fallen. Hechelnd und schnell atmend meinte er.

"Ich hasse Schnee, viel zu anstrengend."


Lioku konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und stupste Syracus gegen die Schnauze.

"Ja, der böse böse Schnee."

Er begann etwas vom Schnee zu fressen um seinen Durst zu stillen.


Vorwurfsvoll war der mildeste Ausdruck, der zu Syracus’ Blick zu Liokus Bemerkung passte.

"Jaja, mach dich nur lustig über ich"

Meinte er grummelnd und knurrte den Schnee an, dann biss er richtig hinein und schluckte ihn komplett herunter, woraufhin er etwas würgen musste, war verdammt kalt.


Free fiel langsam auch zurück. Erschöpft trottete er zu Lioku und Syracus. Dort unterwarf er sich den beiden Ranghöheren und setzte sich dann auf. Immer noch erschöpft hechelt er vor sich hin. Dann steckte er die Schnauze in den Schnee und schleckte ihn auf.

"Puh."

Hechelte er und wedelte gleichzeitig mit dem Schwanz.


Syracus guckte Free fragend an, er hatte den gleichen Rang wie er, dachte er jedenfalls, doch war’s ihm auch egal, auf so was achtete er nicht so sehr.

"Wulf, das ist anstrengend, viel zu anstrengend."


Lioku sah zu Free und nickte ihm zu. Auch er legte nicht sonderlich viel wert auf Unterwerfungen, er setzte einfach auf den gesunden Wolfsverstand. Nur wenn es sich nicht vermeiden ließ zeigte er dem jeweiligen, wer hier der Alpha war.


"Wenn die so weiter rennen können die bei der richtigen Jagt nicht mehr"

Free hechelte immer noch aber schon viel weniger als eben noch.


Syracus nickte Free zu.

"Da gebe ich dir recht, die werden dann so liegen wie wir grade, wollen wir versuchen, sie einzuholen?"

Er sah Lioku und Free fragend an, würde es der Mehrheit überlassen, was gemacht würde.


Free schaute noch mal zu den anderen.

"Ob wir das noch schaffen?"

Fragte er.


Cúron merkte, dass die anderen langsam abfielen und auch ihm machte der Schnee zu schaffen. Er versuchte zwar, noch ein bisschen durch zu halten, doch bald war das viel zu schwer und er sackte zusammen. Er blieb stehen, sammelte wieder ein bisschen seine Energie und sah, dass die anderen schon nachkamen. Er beschloss zu warten und spürte nun einmal noch viel stärker, wie kalt der Schnee war.


"Cúron ist jetzt auch stehen geblieben"

Sagte Free und schaute zu ihm.

"Wenn die anderen in dem Tempo weiterlaufen haben die bestimmt bald einen Kreislaufkollaps"

Witzelte er dann.


"Japp, Free, da hast du absolut recht, naja, müssen die wissen."


Free nickte und schaute zu den anderen, die nur noch unscharf zu erkennen waren.


Cúron schaute den anderen nach, die immer noch ihr Wettrennen weitermachten, dann zurück zu Lioku; Syracus und Free. Er beschloss doch zurück zu laufen, um nicht so alleine zu sein. Er lief langsam durch den kühlen Schnee und kam von Schritt zu Schritt den en immer näher.


Syracus grinste Cúron an.

"Na, jetzt sind eh die meisten wieder da, müssen wir nicht mehr vielen einholen, aber weiter sollten wir, denke ich dennoch wieder, wir wollen das restliche Rudel nicht zu lange alleine lassen, oder?"


Free nickte.

"Wir müssten die irgend wie zum anhalten bringen."

Dachte er laut. Dann stand er auf und macht sich bereit.


Mit der Zeit war Sora immer langsamer gelaufen und nun merkte sie auch, dass alle stoppten. Sie jappste nach Luft und setzte sich in den kalten Schnee. Zwar war sie ziemlich ausgepumpt aber sie war froh, dass sie mit gelaufen war. Sie blickte suchend um sich und erkannte bald mehrere Punkte hinter ihr. Sie war zu faul um zurück zulaufen, und da die Anderen ja sowieso an ihr vorbei mussten, blieb sie sitzen und schaute ihnen neugierig zu wie sie langsam näher kamen.


Lioku sah sich um. Vor ihm war irgendwo Sora, das wusste er. Cúron, Syracus und Free waren bei ihm und der Rest war noch irgendwo zurück geblieben. Er stand auf und lief in die Richtung von Sora. Auf halbem Weg blieb er stehen und hob den Kopf zum Himmel. Er heulte den Ruf zum sammeln des Rudels. Dann setzte er seinen Weg zu Sora fort.


Luna war nicht mehr weit entfernt gewesen und durch schnelles Laufen hatte sie die kleine Gruppe um den Alpha bald eingeholt.


Cúron trottete Lioku mehr oder weniger gemächlich hinterher, die anderen musste ja auch erst kommen und die würden auch nicht gleich einen Sprint hinlegen. Er spürte den kalten Schnee um seine Füße und wollte endlich, dass etwas passiert. Er brauche ein bisschen Aufregung, Spannung, um von der Kälte abgelenkt zu werden, aber bis sie ein Tier finden würden, würde es bestimmt noch ein bisschen dauern. Bei diesem Gedanken seufzte er leise.


Syracus trabte Lioku nach, auf seinen Ruf hin beeilte er sich etwas mehr.

"Und jetzt, mein Alpha?"

Fragte er ihn, als er mit ihm auf einer Höhe war.


Free war dicht hinter Lioku und schaute sich aufmerksam um. Sie hoffte, bald mit den anderen Beute auszumachen.


Mali lag auf dem kalten Boden und schaute lange ohne zu zwinkern zu einer kleinen Gruppe von Wölfen die auf einem Fleck etwa Meter vor ihr standen, die kleine Anhöhe gab ihr Schutz, damit sie sie nicht sehen konnten.


Syracus atmete tief ein, da flog ihm auf einmal eine Witterung in die Nase, er stutzte, Rehe oder so was waren das nämlich keine, konnte das sein, ein Wolf? Aber, naja, sie waren ja außerhalb unseres Reviers, da konnte das gut sein. Schnell erhob er sich. Sehen konnte er den Wolf, so er da war, nicht, aber wittern, er sah sich. suchend um.


Lioku blickte Syracus hinterher. Was machte er jetzt? Lioku schaute sich um, konnte aber nichts entdecken.


Cúron bemerkte, dass die anderen einen Wolf witterten und schaute sich suchend um. Er sah niemanden und wurde nervös. Was, wenn ein fremdes Rudel sie angreifen würde. Fast automatisch schaute er zu Sora hinüber. Er lief zu ihr aus Instinkt und schleckte ihr übers Fell. Er würde sie nicht alleine lassen.


Auch Sora hatte den Geruch eines fremden Wolfs bemerkt und hatte sich zuerst gefragt, ob sie vielleicht doch ihr altes Rudel wieder sehen würde. Doch dann merkte sie, dass sie diesen Geruch nicht kannte und sie wurde aufgeregt. Waren noch andere Wölfe in ihrer Nähe? Würde es zu einem Kampf kommen weil sie in ihr Revier eingedrungen waren? Sie war froh dass Cúron zu ihr kam, doch wollte sie auch nicht über ängstlich aussehen und stellte sich darum aufrecht hin. Leise teilte sie Cúron ihre Bedenken mit. Sie kuschelte sich ein bisschen an ihn und fragte sich was sie tun sollten. Angestrengt sah sie sich um und versuchte zu erkennen ob noch mehrere Wölfe da waren.


Syracus drehte sich um, sah zu den anderen, speziell zu Lioku, er war schließlich der Alpha.

"Lioku, hier in der Nähe ist ein fremder Wolf. es dürfte nur einer sein, zumindest rieche ich nur eine Witterung, sollen wir weiter, oder den Wolf suchen?"


Cúron schaute Sora liebevoll an und schleckte ihr über die Schnauze. Er versuchte sie zu beruhigen, doch selber war er ein bisschen beunruhigt. Er stupste Sora noch mal freundlich an uns wisperte

"Ich geh mal zu Lioku und frage, was wir jetzt machen!"

Er lief hinüber zu Syracus und Lioku, die sich anscheinend berieten. Er stellte sich zu ihnen und fragte nun auch

"Was machen wir jetzt Lioku? Ich möchte keinen Kampf zu lassen, aber es ist deine Entscheidung, aber vielleicht ist es ja auch ein friedlicher Wolf!"


Cúron schaute ihn fragend an, auch Syracus, er hatte Angst um Sora, nicht um sich.


Sora sah sich noch immer angestrengt um und überlegte, was sie tun sollten. Sie ging ein paar Schritte hin und her um einen besseren Überblick zu haben und bemerkte eine kleine Anhöhe. Syracus, Cúron und Lioku redeten noch immer und sie beschloss erst einmal zu warten, was passieren würde. Aufmerksam setzte sie sich und behielt die Gegend im Blick.


Lioku lauschte Syracus aufmerksam. Die Witterung der Wölfin wurde vom Wind zu sie hinüber getragen.

"Suchen wir die Fremde."

Lioku nickte dem Rüden kurz zu und lief in die Richtung aus der der Geruch kam.


Kyro war dem Ruf des Alphas gefolgt und erreichte die kleine Gruppe, die nach irgendetwas Ausschau hielt. Hatten sie vielleicht Beute gefunden?? Als er bei ihnen war, sah er sich fragend um. Ihm viel der Geruch eines Wolfes auf. Er musste hier ganz in der Nähe sein.


Gespannt folgte Sora dem Alpha. Anscheinend war hier nur EIN fremder Wolf, was sie sehr beruhigte.


Auch Nyana war der Gruppe hinterhergelaufen und erreichte sie nun leicht hechelnd. Was suchten die denn da? Beute? Fragend sah sie Kyro an, doch der schien auch keine Ahnung zu haben, also lief sie den anderen einfach weiter hinterher.


Mali sprang mit einem Satz über den kleinen Hügel direkt vor die Schnauze eines der fremden Wölfe, sie fletschte die Zähne. Sie blickte in die Gesichter der fremden Wölfe, sie beschloss, dass sie nicht weiter gefährlich waren und drehte sich um, um zu gehen!


Als der andere Wolf hervorsprang, ging Syracus in Angriffshaltung und knurrte tief, fletschte die Zähne. Als der andere Wolf ebenso die Zähne zeigte, brodelte es in ihm, er wusste nicht was der Unsinn sollte, als der Wolf sich plötzlich einfach umdrehte.

"Bleib gefälligst hier und sag wer du bist und was du willst."

Bellte Syracus wütend hinterher, blieb stehen und blickte aus finster zusammengekniffenen Augen den anderen Wolf an, so was gebiet ihm sein Stolz und sein Beschützerinstinkt nicht durchgehen zu lassen.


Liokus Nackenfell sträubte sich, als die Fremde ihn anknurrte. Als sie sich dann so respektlos einfach wegdrehte kniff er die Augen zusammen und legte die Ohren zurück. Er schwieg aber, da Syracus schon alles gesagt hatte, was für den Moment wichtig war. Er wollte der Fähe erst einmal eine Chance geben zu reagieren.


"Ich darf hingehen wo ich will. Schließlich ist das nicht euer Gebiet hier!"

Sagte Mali, ohne sich umzudrehen.

"Ich will gar nichts, ihr seid doch hier so rumgetapst, oder?"

Sie rannte los und blieb in sicherer Entfernung stehen, dann rief sie:

"Ich suche ein neues Rudel! Meine Alten Leute haben mich rausgeworfen."

Mali lies sich auf den Boden fallen und blieb so liegen, gleichzeitig beobachtete sie die fremden Wölfe


Liokus Ohren drehten sich nach vorne. Noch etwas irritiert sah er nach hinten zu den anderen. Die Wölfin hatte mehr oder weniger Recht, das hier war nicht das Revier seines Rudels, sie hatte das gleiche Recht wie sie hier zu sein. Also setzte er seinen Weg unbeirrt fort. Er lief in die Richtung der Fremden, allerdings nur, weil er von Anfang an dort lang wollte.


Eilan und Luna folgen der Gruppe. Luna neben Kyro und Eilan in Syracus Nähe.


Mali sah wie die Gruppe der Fremden sich aufmachte und in ihre Richtung lief. Trotzdem blieb sie liegen.


Als die Fremde die Zähne gefletscht hatte, war Sora zuerst zurück gewichen. Dann aber wurde sie wütend auf die Fremde, sie hatten ihr nichts getan! Sora musste sich zwingen, sie nicht böse an zu keifen, als sie in ihre Nähe trabte.


Deutlich misstrauischer, aber ohne Knurren oder gefletschten Zähnen, trabte Syracus neben Lioku her, Eilan in seiner Nähe wissend, diese andere Wölfin schien ihm sehr suspekt, einerseits drohte sie einem ganzen Rudel Wölfe einfach so grundlos, dann lief sie weg, sagte aber sie wolle in ein neues Rudel, soll mal wer versuchen ihm das zu erklären.


Mali blieb weiter liegen. Während sie sich darüber ärgerte, diese Gruppe von Wölfen angefaucht zu haben, rappelte sie sich auf und legte den Kopf schief.


Irgendwie schien es der Wölfin Leid zu tun, dass sie das Rudel so angemacht hatte und Sora wurde auch nicht schlau aus ihr. "Was sollte das eben?", fragte sie Cúron, zu dem sie gelaufen war.

"Und will sie sich jetzt mit uns anfreunden, oder warum guckt sie so?"

Dann warf Sora noch einen Blick auf die Fremde.


Mali schaute auf eine Wölfin, die sie auf merkwürdige Weise anguckte. Sie schien begriffen zu haben, was Mali wollte. Der Wolf neben ihr schien nicht besonders begeistert.


Syracus sah die andere Fähe musternd an, wartete ab, er war misstrauisch, das sah man ihm an, aber er war nicht mehr so aggressiv.


Lioku blieb stehen und sah noch einmal zu der Wölfin. Sie suchte ein Rudel? Sie hatte eines gefunden. Oder eher das Rudel sie. Er lief auf sie zu und stellte sich mit aufgestellter Rute vor sie. Die Haltung des Alphas war deutlich.

"Mein Name ist Lioku, ich bin Alpha der Wolves of Freedom."

Er deutete mit der Schnauze zu den anderen.

"Das ist mein Rudel. Du sagtest du suchst ein Rudel. Wir sind eines, wenn du willst kannst du uns begleiten."

Er nickte ihr zu und setzte seinen Weg fort. Sie hatten die Ebene fast durchquert, in der Ferne konnte man bereits einen Tannenwald sehen.


Mali wartete, bis das Rudel vorbei zog und trottete langsam hinterher.


Syracus trottete dann ebenso weiter.

"Glaubst du, sie wird uns folgen, Lioku?"

Meinte er, mehr beiläufig, ohne sich umzudrehen, eigentlich mehr des Redens willen als des brennenden Interesses. Er fühlte sich ja schon recht wohl im Rudel, auch wenn Eilan nicht mit ihm redete, was ihm doch zu schaffen machte, aber über so was sprach der Schwarze nicht.


Lioku sah zu Syracus.

"Naja, ich denke sie folgt uns. Warum auch nicht? Wenn sie doch ein Rudel sucht."

Er sah sich im Wald, den sie jetzt erreicht hatten um. Dann entdeckte er eine geeignete Stelle. Sie waren den ganzen Tag unterwegs gewesen und das in schnellem Tempo mit leerem Magen. Jetzt war es Zeit für eine Pause. Es war bereits dunkel. Eine Lichtung auf der einige umgefallene Bäume einen Schnee und Windgeschütze Höhle ergeben hatten, sollte ihnen als Lager dienen.


Nyana lief hinter den anderen her und achtete eigentlich nicht weiter auf die Fähe. Wenn sie mitkommen wollte, sollte sie das auch tun.


Cúron wurde ein bisschen überrumpelt von allem. Zuerst diese respektlose Fähe, die ihm sehr komisch vorkam. Er schaute immer wieder zu ihr hinüber und war sich nicht sicher, wie er sie einschätzen sollte. Aber eigentlich war ihm das alles nicht so wichtig. Er hatte es sehr gelassen genommen und war einfach weiter neben Sora hergetrottet und hatte versucht die Kälte zu ignorieren.


Lioku sah Schiriki an. Im Gegensatz zu Cúron vertraute er ihm. Trotzdem stutzte Lioku etwas als er Shita als Schneeleopardin beschrieb. Doch er war sicher, dass alles gut gehen würde, wenn Schiriki das sagte. Sie waren nun um einen Wolf stärker bei der Jagd. Das würde wohl kaum Nachteile mit sich bringen.


Cúron sah zu Lioku.

"Wollen wir nicht weitergehen, wir habe noch viel vor uns!"


Syracus lauschte nur ruhig, er schüttelte innerlich den Kopf, aber er überließ es den anderen, das zu entscheiden, er überlies es mal denen, die wirklich zugehört hatten, den er war im Gedanken mehr bei der bevorstehenden Jagd.


Lioku sah zu Cúron.

"Nein, wir werden die Nacht hier verbringen."

Er deutete auf den kleinen Unterschlupf und deutete dann mit dem Kopf an, dass alle in die 'Höhle' sollten.


Als Cúron die Höhle sah, war er erleichtert. Er brauchte ein bisschen Wärme und Ruhe und trabte ein bisschen beruhigter in Richtung des Unterschlupfes. Bald war er am Eingang der 'Höhle' angekommen und schaute vorsichtig hinein. Vielleicht wurde sie ja von einem anderen Tier bewohnt. Doch er sah nichts und deshalb betrat er die Höhle und verkroch sich in eine Nische. Er rollte sich zusammen, um möglichst viel Wärme zu speichern und versuchte ein bisschen zu Ruhe zu kommen, zu schlafen und sich geistlich zu beruhigen.


Lioku sah Schiriki nach.

"Bleib hier bei uns und breche Morgen mit uns zur Jagd auf."

Er deutete mit einer Kopfbewegung an, das der Rüde ebenfalls mit in die Höhle sollte, hier draußen war es zu kalt.


Mali trottete weiter hinter den verrückten hinterher. Sie war sehr müde und so legte sie sich einfach mal hin.


Syracus hatte sich in die Nähe der anderen gelegt und alles Revue passieren lasen, was so passiert war. Es war ja viel. Dann sah er auf, als er die ihm fremde Fähe erblickte, etwas misstrauisch war sein Blick zu ihr.


Auch die anderen Wölfe begaben sich in die Höhle. Es wurde ruhig, alle schliefen.


Ein glücklicher Zufall

Es war noch sehr früh am Morgen. Die Temperaturen schienen noch einmal gesunken zu sein. Es war eiskalt. Ein Raubvogel zog über dem Wald seine Kreise.


Lioku lugte aus dem Unterschlupf ins Freie. Der Schnee glänzte in der aufgehenden Sonne. Es war ein wunderschöner, wenn auch kalter Morgen. Noch immer war keine einzige Wolke am Himmel. Die Luft klar wie nie. Er schlüpfte nach draußen und sah sich um. Kurz folgten seine Augen seinem eigenen Atem.


Luna war ebenfalls aufgewacht als Lioku die Höhle verlassen hatte. Sie folgte ihm und blieb neben ihm in der Kälte stehen.


Eilan lag an Syracus gekuschelt. Doch nun zuckten auch ihre Ohren. Scheinbar ging es weiter. Sie schleckte ihrem Gefährten über die Schnauze, um ihn zu wecken.


Auch Cúron trat aus dem Unterschlupf. Es würde also bald wieder losgehen.


Kyro hob den Kopf als Luna nach draußen ging. Er stand auf und folgte seiner Gefährtin. Außerhalb der Höhle sah er auch noch Lioku.

"Glaubt ihr, dass wir etwas zu fressen finden?"


Mali lag in der Nähe der Höhle in einer Grube. Ihr war nicht sehr kalt, da der Schnee isolierte.


Sora folgte Cúron aus der Höhle und hoffte, dass sie bald Beute finden würden. Sie dachte an die Welpen zuhause und auch an ihren knurrenden Bauch. Vielleicht würde jetzt die Jagd anfangen, dachte sie und wurde immer aufgeregter. Dann merkte sie, dass die Fremde anscheinend immer noch schlief. Vorsichtig ging sie zu ihr, stupste sie an und sagte:

"Hey, es geht weiter! Du kommst doch mit, oder?"


Akira schaufelte sich aus dem Schnee frei der sie im Schlaf bedeckt hatte und sprang auf. Sie schüttelte sich das kaltweiße Pulver aus dem Fell. Auf einmal empfingen sie einige fremde Gerüche. Sie konnte in der Nähe viele Wölfe wittern. Aufgeregt näherte sie sich ihnen ein wenig. Bald konnte sie sie sehen. Ein großer Weißer stand ihr direkt gegenüber, er musste der Alpha sein. Akira trat noch ein Stück näher ran und viele schienen sie bereits bemerkt zu haben.


Lioku sah zu der fremden Wölfin. Er schritt mit erhobener Rute und deutlicher Alpha-Haltung auf sie zu. Er lächelte freundlich, denn er war sich sehr wohl bewusst, dass er nicht in seinem Revier war, sondern in einem Gebiet das allen gehörte.

"Hallo, man nennt mich Lioku! Ich bin der Alpha dieses Rudels, der Wolves of Freedom."

Er sah die Fähe freundlich an und ließ sie erst mal reagieren.


Akira setzte ein unsicheres Lächeln auf.

"Ich bin Akira, ich komme aus dem Norden und bin auf der Wanderschaft. Ich habe kein Rudel, alle aus meinem Rudel sind tot"

Sie nahm eine unterordnende Haltung gegenüber dem Alpharüden ein und dennoch unterwarf sie sich ihm nicht, sondern stellte sich ihm fast gleich. Sie sah ihm direkt in die Augen und wartete auf Antwort.


Syracus wurde von seiner Gefährtin geweckt und folgte dann den anderen, da es weiter ging. Dann sah auch er die Fremde und ging langsam witternd näher heran.


Akira sah noch immer Lioku in die Augen, ihre Ohren folgten jedoch den anderen Wölfen, die sich näherten. Die vielen fremden Wölfe machten sie nervös, doch sie versuchte es nicht zu zeigen.

"Sag mir, Lioku, nimmst du in deinem Rudel eine Wölfin auf, die gejagt und verurteilt wurde bevor man sie kannte, nimmt dein großes Rudel in diesem schweren Winter noch eine Fähe auf, die so lange zeit allein war, das sie vielleicht nicht mehr weiß wie es sich im Rudel lebt, die aber Kämpfen und Jagen kann?"


Lioku lächelte.

"Du kannst dich uns gerne anschließen. Ich verurteile niemanden ohne Grund und verjage auch niemanden. Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, dieses Rudel durch diesen harten Winter zu bringen, sicher muss jeder auf ein paar Dinge verzichten, aber wenn du das in kauf nehmen möchtest, darfst du uns gerne begleiten."

Er sah sie abwartend an. Er konnte nur hoffen, dass sie bald Beute finden würden.

"Sag, hast du vielleicht eine Herde größerer Beutetiere auf deinem Weg gesehen, möglicherweise in den letzten Tagen?"


Syracus musterte die Fähe aufmerksam, stellte sich neben den Alpha und lauschte, auch er hoffte, dass sie ja sagen würde, dass sie eine Herde gesehen hätte, sonst würde es sicher noch länger dauern.


"Ja, ich habe welche gesehen. Große gehörnte Huftiere. Es waren nicht sehr viele, aber sie waren so groß das ich sie nicht allein hätte Jagen können. Sie könnten den Hunger des Rudels stillen. Vielleicht kann ich sie wieder finden, wollt ihr mir folgen?"

Unsicher ob der Rüde Akira schon jetzt trauen würde, sah sie Lioku an, mit ehrlichen Augen, denn sie wusste, sie würde die Herde wieder finden.


Lioku sah Akira interessiert an.

"Gut, führe uns an jenen Ort an dem du die Beutetiere gesehen hast."

Er ließ ein Heulen erklingen, damit auch die letzten mitbekamen das es wieder losging.


"Gut, folgt mir."

Akira trabte los und hielt witternd die Nase in die Luft. Sie sah kurz zurück und sah, dass die anderen ihr folgten. Sie führte das Rudel tiefer in den Wald. Sie trabten eine ganze Weile, bis sie an einem kleinen See angekommen waren, an dem das Eis teilweise eingedellt war. Eine Elchkuh war darauf gestürzt und hatte Schleisen in das Eis geschlagen. Sie lag nur ein paar Meter vom Ufer entfernt und war nicht dazu fähig aufzustehen.


Syracus sah zu Akira, sie hatte das Rudel endlich zu Futter geführt, das hier würde für alle reichen.

"Jetzt müssen wir uns das Fressen nur noch holen"

Meinte er mit einem Grinsen, er hatte solchen Hunger, dass er fast alles für Futter gegeben hätte. Er sah zu Lioku, dass er zum Angriff "blies".


Als Sora die Elchkuh gesehen hatte, hatte ihr Herz einen Sprung gemacht. Endlich wieder Beute!!! Sie stieß Cúron übermütig an, um ihm zu zeigen, wie sehr sie sich freute. Dann erinnerte sie sich an ihre Tochter und ihre Freude wurde gedämpft. Schnell schob sie diese Gedanken fort und wartete auch auf Liokus Zeichen.


Unerfahren, wie Akira war im geregelten Leben eines Rudels, sprang sie sofort auf die sich am Boden windende Beute los. Sie war verletzt und selbst ein geschwächter Wolf könnte sie allein erlegen. Akira sprang der Elchkuh auf den Rücken, packte ihre Kehle und durchtrennte sie mit einigen kräftigen Bissen. Schwanzwedelnd sah sie zu ihrem neuen Rudel.


Lioku sah zu Akira und ließ es ihr durchgehen. Sollte sie die Elchkuh doch töten. Als sie dies getan hatte lief er mit aufgestellter Rute zu der Beute. Er sah kurz zu den anderen. Es war genug für alle da, also durften auch alle gleichzeitig fressen. Er machte eine einladende Kopfbewegung und begann dann selbst zu futtern.


Nachdem Lioku begonnen hatte zu fressen, machte auch Akira sich über die Beute her. Sie fraß soviel sie konnte, doch sie war nicht so hungrig, wie die anderen Wölfe, die an der Nahrung teilhatten und sie war die Erste, die fertig war. Sie legte sich ein paar Meter weiter in den Schnee und sah den anderen zu.


Syracus folgte, zwar wollte er jagen, aber jetzt war’s zu spät. etwas angesäuert trabte er zu dem toten Viech und begann zu fressen, die Miene deutlich missmutig verzogen.


Sora machte es nichts aus, dass Akira die Elchkuh getötet hatte, begeistert füllte Sora sich den Bauch. Dann lief sie zu Akira, setzte sich neben sie und stellte sich vor. Neugierig sah sie sie an.


Traurig sah Mali den Wölfen zu. Sie hatte das Gefühl unerwünscht zu sein und so trottete sie langsam in eine andere Richtung.


Freundlich stellte sich Akira Sora mit ihrem Namen vor und bat sie dann, sie zu entschuldigen. Akira warf ihr noch ein freundliches Lächeln zu, das ihr sagen sollte, das es nicht ihretwegen war und trabte Mali dann hinterher. Als sie mit ihr auf einer Höhe war hielt sie ihr Tempo.

"Hey!"

Sagte Akira und stupste Mali leicht an.

"Was ist denn los?"


Mali merkte das eine Wölfin sie anstupste.

"Ist schon okay. Ich such mir ein neues Rudel. Vielleicht pass ich einfach
nicht hier herein."



Schnell lief Sora Akira hinterher. Erstaunt sah sie Mali an, sie wollte schon wieder gehen?

"Hey! Lern doch erstmal alle kennen! Und Akira ist jetzt auch neu, dann könnt ihr zusammen das Rudel erkunden."


Akira war nie der Typ Wolf, der andere davon abhielt, das zu tun, was sie für richtig hielten. Deshalb ließ sie Mali in Ruhe. Sie würde schon wissen was sie tat. Akira kannte sie nicht und wusste auch nichts über sie. Zwar waren andere sicher traurig wenn sie ging, aber dann war es deren Aufgabe Mali vom gehen abzuhalten, nicht Akiras. Sie sah Sora an und zog die Schultern hoch.


Als Lioku satt war sah er sich um. Sein Blick viel auf Mali, Akira und Sora. Er lauschte, konnte aber nicht verstehen worüber die drei da redeten. Langsam trabte er in ihre Richtung und sah dann fragend von einem zum anderen.


Der schwarze Rüde hatte sich mit einer Keule etwas zurück gezogen, sah den Fähen hinterher, dann fällt sein Blick auf den Alpha und schließlich an ihm vorbei in die Ferne, es gefiel ihm hier, es war schön hier.


Irgendwie fühlte Mali sich unwohl als sie merkte das sogar der Alpha angetrottet kam. Sie ging um Sora herum und sah sie sich erstmal von der Nähe an. Dann schleckte sie ihr über die schnauze und trabte dem Alpha entgegen.


Eilan schnappte sich bloß schweigend ein Stück des Fleisches und entfernte sich ebenfalls ein paar Meter von der Beute. Sie war erleichtert, sah aber verwundert auf, als Lioku zu den drei Fähen ging. Was ging dort vor sich? Sie war hin und her gerissen zwischen Neugier und dem Bewusstsein, dass ein großer Auflauf bestimmt nicht sehr hilfreich sein würde.


Neugierig sah Akira Lioku an. Was hatte er vor? Sie wand sich Sora zu. Auch sie schien verwirrt. Akira sah zu Mali, sie ging dem großen Rüden entgegen. Akira konnte sich nicht ausmalen, was jetzt ablaufen würde, also sah sie nur gespannt zu.


Mali versuchte sich so groß wie möglich zu machen und den Kopf höher zu halten um zu zeigen, dass sie selbstbewusst war und keine Angst hatte.


Syracus sah auf, als Eilan wegging, sah ihr nach, dann erhob er sich und trottet auf sie zu.

"Eilan, mein Schatz, ist etwas?"


Eilan sah zu ihrem Gefährten hoch.

"Nein, nein, was soll sein?"

Meinte sie leicht verwirrt und schleckte ihm unter seiner Schnauze her.

"Keine Bange, es ist wirklich nichts."



Lioku sah sie fragend an und musterte sie.

"Was ist los?"

Fragend schaute er von Mali zu Sora und Akira.


Kyro lief zu der Beute und begann auch zu futtern, er hatte großen Hunger, endlich wieder was zwischen die Zähne zu bekommen war gut. Aus den Augenwinkeln beobachtete er Lioku und die Fähen. Was da wohl los war?


Syracus erwiderte zärtlich Eilans Schlecken.

"Na gut, aber wenn doch was ist, dann sag es, für jedes Problem gibt es auch irgendeine Lösung."

Er sah sie freundlich an und legte seinen Kopf auf ihre Vorderpfoten.


Luna fraß sich auch richtig satt. Doch dann überlegte sie angestrengt. Schon lange hatte sie ein Gefühl das sie nun nicht mehr bekämpfen konnte. Sie sehnte sich nach Abenteuern und einem Leben, das nicht in einem Rudel statt fand, sondern in der Freiheit, wo man keine Verpflichtungen hatte und auf sich allein gestellt war. Ihr Blick wanderte zu Kyro. Schon allein sein Anblick versetzte ihr einen Stich ins Herz. Was würde er nun von ihr denken? Das ihr ihre Unabhängigkeit wichtiger war als er? Dem war nicht so und doch zog es sie weg. Unaufhaltsam. Unmöglich ihn zu bitten sie zu begleiten, nein das durfte sie nicht. Langsam lief sie auf ihn zu und stupste ihn an, er sollte ihr doch bitte folgen.


Kyro sah Luna fragend an und folgte ihr dann. Was war los? Was wollte sie von ihm?


Luna sah Kyro an. Es viel ihr schwer die richtigen Worte zu finden.

"Es tut mir so unendlich Leid."

Traurig sah sie ihn an. Sie liebte ihn doch.

"Ich werde dieses Rudel verlassen, noch bevor es wieder zurück ins Tal der Freiheit kehrt. Ich möchte einfach mal wieder was anderes sehen, tut mir leid, vergiss mich niemals, bitte, denn es gab noch keinen der mir so viel bedeutet hat wie du!"


Kyro sah sie entgeistert an. Sie wollte weg? Und beteuerte im gleichen Augenblick, dass sie ihn liebte? Er sah sie an, wusste nichts zu sagen und beließ es auch dabei.


Luna stupste ihn noch einmal liebevoll an und wandte sich dann um. Mit schnellen Schritten lief sie davon. Sie hatte nicht den Mut sich von allen persönlich zu verabschieden. Also lief sie ein Stück und heulte ihren Abschied dann in die Welt hinaus.


Lioku lauschte dem Heulen und warf einen Blick zu Kyro. Dann sah er wieder zu Mali. Schließlich konnte er nun nicht einfach so davon laufen.


Jetzt war Mali kurz vor dem Alpha und blieb stehen.

„Was ist los?“

fragte sie verwundert.


Lioku sah Mali an.

"Das frag ich dich? Irgendetwas nicht in Ordnung?"

Er sah noch einmal zwischen den dreien hin und her.


Sora senkte den Kopf, wenn Mali sich nicht traute dem Alpha zu verraten, worüber sie gerade geredet hatten, würde Sora es auch nicht tun. Als sie Lunas Heulen hörte, war sie sehr erschrocken. Würde Luna alleine im harten Winter überleben? Dann sah sie zu Mali und fragte:

"Warum sagst du es ihm nicht?"

Akira stand nur völlig verwirrt neben Sora und sah zwischen Mali und Lioku hin und her. Auch sie hatte Lunas Heulen gehört, aber da sie sie nicht kannte antwortete sie ihr auch nicht, schließlich würde auch sie ihre Stimme nicht erkennen.


Traurig sah Syracus zu den anderen. Das Rudel schrumpfte, es waren einige gegangen, er hoffte innigste, dass die anderen blieben, ehe es völlig schrumpfte, das wäre mehr als schade.


Eilan sah Syracus und nickte ruhig, doch dann hörte sie Lunas Heulen und das warf sie aus der Bahn.

"Luna? Wieso?"

Flüsterte sie und stand auf. Gebannt sah sie in die Richtung aus der Lunas Heulen gekommen war, unfähig sich zu bewegen. Luna ging ohne Begründung. Bedeutete das Rudel ihr nichts? Was war mit Kyro? - Und wo war er überhaupt? Verwirrt und tief traurig lehnte Eilan sich an Syracus. Er war da.


Akira spürte das Lunas plötzliches Verlassen der Gruppe für große Unruhe im Rudel sorgte. Akira stand auf und trabte zu der offensichtlich verwirrten Wölfin, die ihr unter dem Namen Eilan bekannt war. Ein kräftiger Rüde war bei ihr, die beiden waren wohl Gefährten, trotzdem wollte Akira gerne auch mit ihnen ein paar Worte wechseln, denn sie fühlte sich noch so fremd in diesem Rudel.

"Hallo ihr zwei. Mein Name ist Akira, ihr seid Eilan und Syracus nicht wahr? War Luna eine gute Freundin von euch?"


Syracus trat neben Eilan und schleckte ihr sanft über das Gesicht, als Zeichen das er bei ihr war. Dann sah er Akira an, nickte nur, es bedarf wohl keiner Worte um auszudrücken, dass das im Augenblick vielleicht nicht optimal war. Dann sah er zurück zu Eilan und stupste sie sanft an.


Mali ging auch um Lioku herum um ihn besser einschätzen zu können und um zu gucken wer er war.

“Eigentlich haben die zwei mich nur gefragt ob ich nicht beim Rudel bleiben will. Aber ich denke, dass ihr eigene Sorgen habt und euch nicht mit einem Einzelgänger abgeben wollt.“

Sie hörte ein Heulen. Es war ihr egal. Denn sie kannte hier eigentlich doch niemanden.

“Es tut mir leid, ich mache euch am Anfang schon so viele Sorgen. Eigentlich würde ich sehr gern bei euch bleiben und euer Rudel kennen lernen und euer Revier.“

Sagte sie dann kleinlaut und traurig. So leise, dass nur Lioku es hören konnte.


Akira akzeptierte, dass die beiden nicht reden wollten, doch die bedrückte Stimmung die das ganze Rudel befallen hatte gefiel ihr nicht besonders. Leicht bedrückt trabte sie zurück zu Lioku um vielleicht bei ihm etwas Gesellschaft zu finden.


Eilan legte ihren Kopf auf Syracus Rücken. Ganz versunken in Gedanken. Am liebsten wäre sie Luna jetzt nachgelaufen, aber sie wusste das es falsch war. Sie musste sich jetzt einfach etwas zusammen reißen. Aber wieso?, fragte sie sich immer wieder und die Frage wollte nicht verschwinden. Sie spürte Syracus neben sich und sah ihn an.

"Ich liebe dich"

Meinte sie und lächelte gequält. Sie war froh, dass er da war und sie sah ein, dass das Leben weiterging.


Lioku legte den Kopf schief und musterte Mali, dann lächelte er freundlich.

"Du kannst gerne bei uns bleiben. Sorgen? Mach dir keinen Kopf, du machst uns keine Sorgen. Es würde mich freuen wenn du uns zurück in unser Revier begleiten würdest, es ist schön dort, friedlich, eine Zuflucht für jeden Wolf der nach Frieden sucht."

Als Akira wieder kam, er wusste nicht wo sie war, lächelte er auch ihr freundlich zu und meinte dann:

"Für dich gilt natürlich das gleiche, auch du bist uns herzlich willkommen."


Er beließ es fürs erste bei diesen Sätzen. Die beiden mussten sich kurz gedulden, denn es gab doch noch etwas zu erledigen. Er hob den Kopf zum Himmel und stimmte ein Heulen an, er hoffte das alle Wölfe die nun um ihn herum waren in das Rudelheulen mit einfielen. Er wollte Luna damit ein Stück auf ihrem Weg begleiten. Außerdem wollte er ihr zeigen das es hier, bei den Wolves of Freedom, immer einen Platz für sie gab.


Cúron hatte dem Heulen von Luna gelauscht, genau so wie er nun Lioku zuhörte. Dann hob er ebenfalls den Kopf und stimmte in das Abschiedslied mit ein. Eigentlich war er mit den Gedanken ganz wo anders. Dass Luna nun fort gegangen war, erinnerte etwas in ihm daran, dass er ebenfalls wieder den Wolfswegen folgen wollte.


Auch Kyro hob den Kopf und stimmte in das Heulen des Alphas mit ein. Er versuchte sich die ganze Traurigkeit von der Seele zu heulen und seiner Gefährtin mitzuteilen wie sehr er sie vermissen würde.


Syracus bemerkte die Bedrücktheit seiner Gefährtin und schleckte ihr über die Lefzen. Dann sah er Cúron und Luna nach, wie sie das Rudel verließen, es schrumpfte also, das Rudel der Wolves of Freedom, hoffentlich würde es dennoch erhalten bleiben, er für seinen teil würde alles dafür tun. Nun aber kuschelte er seinen Kopf beruhigend an Eilans Brustfell und seufzte einmal tief.


Obwohl Akira Luna nicht gekannt hatte, hob sie ihren Kopf und stimmte in den Singsang der anderen Wölfe ein. Auch sie wollte dem Wolf, der das Rudel verließ, das Akira nun Geborgenheit bot, ein Abschiedslied singen.


Sora hob nun auch ihren Kopf und heulte mit, dann fiel ihr Cúron auf , wie er traurig da saß und trabte zu ihm. Sie kuschelte sich an ihn und schleckte seine Schnauze mehrmals. Irgendetwas bedrückte ihn und sie sah ihn fragend an. Von dem Abschiedslied war sie völlig abgelenkt.


Ein langer Abschied ist ein schwerer. Mali kannte die Wölfin, die ging, nicht und fand, dass sie ihre Stimme auch nicht kennen würde. Also sah sie sich das Rudel mal etwas näher an.


Lioku endete schließlich. Sein Blick wanderte von jenem Ort, an dem Luna verschwunden war, zu Mali und Akira. Er hoffte, dass sie sich gut einleben würden und wartete nun ob sie Fragen hatten.


Cúron sah Sora an und rieb den Kopf an ihrem. Aus traurigen Augen sah er sie an.

"Tut mir leid. Auch ich werde gehen. Bitte verzeih mir, dass ich nicht bei dir bleiben kann. Ich muss meinen eigenen Weg finden, weit weg von hier, alleine."


Nyana stand bei den anderen und sah jeden einzelnen der Reihe nach an. Sie wusste aus eigener, schmerzhafter Erfahrung, dass nichts für die Ewigkeit war; auch keine Rudelgemeinschaft. Und jeder sollte ihrer Meinung nach selbst entscheiden, wann es Zeit war zu gehen - solange er sich von seinen Kameraden verabschiedete. Einfach so ohne Verabschiedung zu gehen wäre grausam, vor allem denen gegenüber, die den Wolf geliebt hatten.


.oO(Möge Wulf euch immer auf euren Wolfswegen begleiten!)


Lioku schien darauf zu warten, dass einer von ihnen irgendetwas sagte oder fragte. Fragen hatte Akira, aber nur eine.

"Lioku, sag mir, warum hast du keine Fähe? Ich sah viele Wölfe in deinem Rudel, viele Pärchen. Manche sind nun auseinander gerissen, doch fast alle haben oder hatten einen Partner. Warum du nicht?"

Sie hoffte, dass Lioku die Frage nicht für zu indiskret halten würde und sah ihn interessiert an.


Lioku stutzte etwas bei der Frage, doch dann lächelte er.

"Nun ja, welchen Grund kann es dafür schon groß geben, mir ist die richtige Fähe eben noch nicht begegnet."

Meinte er dann ruhig, es war ja die Wahrheit. Gut, Faith hatte er schon sehr gern gemocht, doch mehr wurde daraus nie.


Akira lächelte. Sie war froh, dass es Lioku nicht so ergangen war, dass er eine Gefährtin hatte die verstorben oder gegangen war. Sie sah in den Himmel. Wolken waren aufgezogen und dicke Schneeflocken rieselten zum Boden hinab.


Sora konnte es nicht fassen und sah Cúron aus großen Augen erstaunt an. Sie wusste, dass sie ihn nicht zurück halten konnte und kuschelte sich an ihn.

.oO(Ich platze!)

Dachte sie, den ihr Herz pochte so stark, dass es ihr überall wehtat. Sie heulte einmal leise und kurz auf, machte sich klein und versteckte ihre Schnauze in seinem Fell.


Akira sah zu Sora. Sie schien von tiefer Sorge gepackt worden zu sein, doch Akira wusste nicht wieso. Warum widerfuhr den Wölfen in diesem Rudel nun so viel seelischer Schmerz durch Trennung und Verlust? Warum gingen so viele Wölfe fort von hier? Für jemanden wie Akira, die so froh war, dieses Rudel gefunden zu haben, war es unverständlich diejenigen zu verlassen, die man liebt und die einen lieben.


Syracus lag, eng an Eilan gekuschelt, da und beobachtete das Geschehen ohne Kommentare, es war sehr schade, dass gleich Wölfe das Rudel verließen, doch was konnte man schon tun, auf das Wulf und Wulfin ihre Wege leiteten und sie in ein anderes Schicksal führten, auf den Wegen der Wanderer. Doch eigentlich hätte ihn schon etwas interessiert, nämlich wann es ins Revier zurück gehen würde, aber das hatte wohl noch Zeit.


Cúron sah Sora noch einmal an.

"Pass gut auf unsere Tochter auf."

Dann lief er ein Stück weit mit gesenktem Kopf. Er sammelte sich und begann dann zum Himmel zu heulen. Das war sein Abschied. Als er geendet hatte blickte er noch mal jeden Wolf an und verschwand dann.



Der Schneesturm

Schneeflocken tanzten vom Himmel herab. Erst wenige, dann immer mehr. Der Himmel hatte sich zugezogen. Auf einmal schien es fast dunkel. Ein kurzes Donnergrollen war zu hören. Dann setzte ein kräftiger Wind ein. Immer mehr Schneeflocken fielen vom Himmel, bald konnte man kaum noch etwas sehen. Der Wind peitschte den Schnee unangenehm in die Augen und sorgte dafür, dass es noch kälter wurde.


Lioku sah sich suchend um, er konnte die anderen nicht mehr sehen, es viel ihm schon schwer die Augen offen zu halten. Sie mussten Schutz suchen, am besten bei jenem Unterschlupf, bei dem sie die Nacht verbrachten. Er bellte laut und deutlich als Aufforderung, dass alle auf der Stelle zu ihm kommen sollten. Da auch die anderen nichts sehen konnten bellte er einfach weiter.


Kyro saß noch genau an der Stelle, an der sich Luna von ihm verabschiedet hatte. Er nahm den Schnee garnicht war. Auch das sein Fell schon ganz weiß war, merkte er nicht. Liokus bellen drang an sein Ohr, erst realisierte er es garnicht, doch dann wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Als er sich umsah entdeckte er niemanden, aber das war ja kein Wunder. Konzentriert folgte er dem Bellen von Lioku, bis er bei ihm ankam. Er stupste ihn kurz an, als Zeichen das er da war und ließ sich dann nahe des Alphas nieder.


Mali hörte das bellen von ihrem neuen Anführer und folgte seinem Ruf. Sie suchte ihn und fand ihn plötzlich vor sich im Schnee. Die Wölfin jaulte einmal kurz damit er wusste das sie da war.


Als Akira Lioku bellen hörte folgte sie seinem Ruf. Sie hatte ziemlich zu kämpfen mit dem Wind und der hohe Schnee beschwerte ihren Gang. Auch wenn sie Lioku hören konnte. Wann immer sie ihr Rudel nicht sah, fürchtete sie die anderen zu verlieren. Als Akira bei Lioku angekommen war vergrub sie erleichtert die Schnauze in seinem Pelz.


Syracus hatte nun mehr null Orientierung. Er meinte in der weiten ferne etwas wie ein Bellen zu hören, doch wo genau war das? Er konnte es nicht so deutlich zuordnen, schloss die Augen und versuchte, dem Bellen zu folgen, es würde ihn führen, doch so wirklich näherte sich der Rüde nicht Lioku, auch wenn in seinen Ohren das bellen lauter wurde, vielleicht doch mehr so was wie, ein Wunschtraum? Er hatte versucht den Weg selber zu finden und hatte sich dabei mehr vom Rudel entfernt, als das er näher gekommen war.


Nyana sah zum Himmel empor. Eigentlich liebte sie Schnee, doch das war eindeutig zuviel des Guten! Angestrengt sah sie sich um, doch sie konnte niemanden sehen, genauso wenig wie sie mit ihrem weißen Pelz wohl zu sehen war. Doch dann hörte sie etwas, ganz leise und gedämpft zwar, doch es konnte nur einer der Wölfe sein, die mit ihr hier waren. Ganz konzentriert darauf dem Heulen zu folgen setzte sie vorsichtig eine Pfote nach der anderen durch den tiefen Schnee und stieß schließlich an einen anderen Wolf, der sich nach genaueren Betrachtung als Lioku herausstellte. Auch wenn sie das normalerweise nicht so toll gefunden hätte, war sie jetzt doch sehr froh, den Alpha zu sehen!


Sora kämpfte sich langsam durch den hohen Schnee zum Alpha und dachte an Cúron. Würde er überleben können? Plötzlich knallte sie gegen einen Wolfskörper, der anscheinend von Mali war.

"Entschuldigung, ich kann echt überhaupt nichts sehen."

Sagte sie leise.


Lioku hatte mitbekommen das Kyro da war, dann Mali gehört und schließlich Akira und Nyana deutlich gespürt. Leise glaubte er die Worte von Sora vernommen zu haben, doch sicher war er sich nicht. Doch wo blieb der Rest, er durfte nicht mit bellen aufhören, sonst würden sie sich wahrscheinlich alle verlieren. Zwischen dem Bellen erklang nun immer wieder das Heulen, jener Ruf zum sammeln des Rudels.


Syracus gab sich alle Mühe, doch orientieren war noch nie eine seiner Stärken gewesen, noch dazu bei solch einem Wetter. Er wusste nicht mehr, wo er war, wo er hin musste und was um ihn herum geschah, immer wieder flogen ihm Schneeflocken ins Auge, woraufhin er diese zukneifen musste und in der nächsten Sekunde hatte er sich noch mehr verirrt. Durch den Sturm sah er seine eigenen Spuren nicht mehr. Und Liokus Heulen und Bellen klang wie aus weiter ferne, die nun aber auch schon tatsächlich zwischen ihnen liegen dürfte, den Syracus war gerade in die falsche Richtung gelaufen.


Mali wusste nicht wie viele Wölfe eigentlich in dem Rudel waren aber da es nicht irgendwie weiter ging dachte sie sich das noch welche fehlen würden. Sie hörte Sora hinter sich und blickte sich um.


Lioku hielt die Augen geschlossen, doch er wusste nun welche Wölfe bei ihm waren und welche nicht. Wittern war nicht möglich und der Sturm wehte auch die Stimmen und Geräusche hinfort. Zurück blieb das Pfeifen. Sehen war ebenfalls nicht möglich, wie verdammt noch mal sollte sie sich denn orientieren? Sie mussten raus aus der Kälte, weg von der Ebene, zurück in den Wald wo es wenigstens etwas Schutz gab. Lioku bellte, damit alle wussten wo sie nun hingehen würden. Sein Rudel sollte ihm folgen. Und so machte er sich auf den Weg. In die Richtung, aus der sie gekommen waren, ehe der Schneesturm anfing.


Eilan hatte die ganze Zeit über in der Nähe von Lioku gestanden und darauf gewartet, dass sich das ganze Rudel wieder zusammen fand, doch sie vermisste noch immer jemanden, als Lioku zum Aufbruch rief. Nervös tapste die Fähe auf der Stelle hin und her, auf der Suche nach einem schwarzen Fleck in all dem Schnee.
Sie wollte keinesfalls ohne ihren Gefährten weiter gehen und wimmerte leicht. Wo, zum Teufel, war Syracus abgeblieben? Sie wollte nicht weiter, solange er nicht bei ihr war und so verharrte sie unschlüssig.


Syracus war auch nicht gerade freiwillig auf Abwegen, doch er konnte nichts mehr sehen. Mittlerweile hatte der Wolf ziemlich aufgegeben und sich bibbernd in eine kleine Mulde gelegt, die ein wenig Schutz gegen den Sturm bot, doch er zitterte, ihm war kalt und sein Fell war völlig eingeschneit, Eisklumpen bildeten sich schon und eigentlich war er dabei, mehr mit dem Leben abzuschließen und ihr elendig zu erfrieren.


Anfangs sieht es wie eine Sinnestäuschung aus, doch immer wieder kann Syracus kurz durch den fallenden Schnee eine Art Höhle sehen. Vielleicht die Rettung?


Der Rüde kniff die Augen zusammen, ehe er sie wieder öffnete. Egal, ob es eine Täuschung war, langsam ging er auf die Höhle zu, in der Hoffnung, dass sie real war, er stapfte gegen den Schneesturm an, den Kopf möglichst eingezogen, leicht bibbernd, aber entschlossen.


Lioku wuffte weiter, alle sollten ihm folgen, aber er musste an das Rudel denken, er konnte nicht auf einzelne Wölfe eingehen. Er versuchte die Mehrheit zu retten. Dennoch wurde sein Bellen und Heulen immer eindringlicher.


Eilan wartete hilflos noch kurz, doch dann begann sie allmählich auch den Rest des Rudels aus den Augen zu verlieren und sie sah ein, dass es keinen Sinn machte, wenn sie sich einschneien ließ. Kurz schüttelte sie ihr dichtes Fell bevor sie den anderen folgte und sich neben Sora hielt. Den Kopf hielt sie gesenkt und die Augen leicht zugekniffen, doch mit Gedanken war sie woanders.


Syracus schaffte es bis zur Höhle und darin verkroch er sich, es war also keine Sinnestäuschung. Er versuchte sich so weit wie möglich nach hinten zu legen, um geschützt zu sein und versuchte, die Eisklumpen aus seinem Fell zu zupfen. Er fror und in seinen Gedanken hoffte er innigste, dass Eilan beim Rudel war und sie alle irgendwo eine Zuflucht finden würden.


Schnaufend folgte Akira Lioku, sie war so dicht hinter ihm, dass seine Schwanzspitze von Zeit zu Zeit ihre Nase kitzelte. Es war anstrengend durch den hohen Schnee zu laufen und der Wind peitschte einem die Schneeflocken ins Gesicht.


Kyro saß noch genau an der Stelle, an der sich Luna von ihm verabschiedet hatte. Er nahm den Schnee gar nicht war. Auch, dass sein Fell schon ganz weiß war, merkte er nicht. Liokus Bellen drang an sein Ohr, erst realisierte er es gar nicht, doch dann wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Als er sich umsah entdeckte er niemanden, aber das war ja kein Wunder. Konzentriert folgte er dem Bellen von Lioku, bis er bei ihm ankam. Er stupste ihn kurz an, als Zeichen das er da war und ließ sich dann nahe des Alphas nieder.


Sora kämpfte sich langsam durch den hohen Schnee zum Alpha und dachte an Cúron. Würde er überleben können? Plötzlich knallte sie gegen einen Wolfskörper, der anscheinend von Mali war.

"Entschuldigung, ich kann echt überhaupt nichts sehen."

Sagte Sora leise.


Als sie ein gutes Stück Weg hinter sich gebracht hatten, viel Lioku auf, dass sie den Wald nie erreicht hatten. Der Alpha musste in dem Schneesturm die Orientierung verloren haben. Hecktisch sah er sich mit weit aufgerissenen Augen um, wodurch der Schnee unangenehm hinein folg. Aber er konnte nichts erkennen, nur Schnee, überall. Es blieb ihm nichts übrig als weiter zu laufen, vielleicht würden sie ja irgendwo Schutz finden.


Sora versuchte immer noch Lioku zu folgen, was aber immer schwerer wurde. Dann merkte sie, dass Eilan mit ihren Gedanken wo anders war und sie fragte sie laut um den Schneesturm zu übertönen:

"Denkst du an Syracus? Wir werden ihn bestimmt bald finden."

Sora wusste zwar nicht genau, ob sie sie verstanden hatte, aber, so dachte sie sich, würden sie sich wenigstens nicht verlieren, wenn sie mit einander sprachen. Ihre Gedanken schweiften zu Cúron ab, aber sie versuchte sich zu konzentrieren.


Mali folgte dem Rudel. Ein schwarzer Wolf, der vorhin noch da gewesen war, war irgendwie verschwunden. Sie merkte, dass der Schneesturm etwas nach lies. Jetzt konnte sie die Wölfe besser sehen.


.oO(Hoffentlich wird Eilan ihren Gefährten nicht auch noch verlieren!)

Dachte Sora traurig, während sie durch den Schnee stapfte. Was machte Cúron jetzt gerade? Lebte er noch? Sie wusste zwar, dass ihre Trauer ihm nicht helfen würde, aber sie konnte ihre Gedanken verdrängen.

Kyro folgte seinem Alpha. Er lief versetzt neben und hinter ihm. Möglichst nah, damit er ihn nicht verlor. Seine Nase fühlte sich gefroren an und langsam wurde er müde. Gegen den Sturm und durch den Schnee zu laufen war anstrengend.


Langsam wurden Akiras Pfoten immer schwerer. Es raubte viel Energie gegen den Wind, durch den tiefen Schnee, zu laufen und ihre Pfoten fühlten sich wie Eisklötze an. Wenn sie ihre Ohren auch nur ein Stück aufzustellen versuchte wehte der Wind sie wieder um, deshalb klebten sie fast an ihrem Kopf. Sie folgte Lioku so gut es ging.


Sora schaute Eilan neugierig an und versucht zu erraten, was in ihrem Kopf los war. Hoffentlich würden nicht noch mehr von uns weggehen oder sterben, dachte Sora und schaute Eilan wieder an.


Nyana versuchte krampfhaft hinter den anderen herzulaufen, was ja nicht gerade sehr leicht war. Mit ihrem weißen Fell verschlang der Schneesturm sie völlig, so dass sie nicht darauf hoffen konnte von den andere entdeckt zu werden; wenn dann musste sie sich an die anderen halten. Hoffentlich fanden sie bald einen Schutz vor dem furchtbaren Wetter! Waren eigentlich überhaupt alle hier?


Syracus hatte sich in jener Höhle zusammen gerollt und etwas aufgewärmt, nun robbte er etwas näher an den Ausgang hin und heulte ein Lied in den Wind, vielleicht würde er es ja zu seinem Rudel, das er so vermisste, tragen, hoffentlich, hoffentlich würden sie ihn finden, den die Höhle würde Schutz genug bieten und bei einigen Wölfen würde es auch nicht so kalt werden, wie es im Moment doch noch war und Eilan wäre dann da.


Lioku lauschte auf. Er hatte Syracus Heulen vernommen und gab Antwort. Der Alpha hatte das Rudel unabsichtlich in die gleiche Richtung geführt, in der der Gamma verschwunden war. Mit letzter Kraft schleppte sich Lioku in die Höhle.


Als Akira die Höhle sah, war sie erleichtert und froh. Schon so manches Rudel hat Freunde und Verwandte in solchen Stürmen verloren. Sie hoffte, dass alle Wölfe ihren Weg hierher gefunden hatten und folgte Lioku in die Höhle.


Endlich waren sie gerettet, nun konnte ihnen eigentlich nichts mehr passieren, außer, dass der Eingang der Höhle zugeschneit wurde. Sora kroch in die hintere Ecke der Höhle und legte sich auf den Boden, dann sah sie zu Eilan, nun hatte sie endlich ihren Syracus wieder.


Eilan kroch mit halbgeschlossenen Augen in die Höhle, und schüttelte im Eingang leicht den Schnee aus ihrem weißen Fell. Sie war noch immer so in Gedanken versunken, dass sie gar nicht bemerkte, wer sich da noch in der Höhle befand. Doch sie war erleichtert, dass Lioku diese Höhle gefunden hatte, dass heulen Syracus' und die Antwort von ihrem Alpha hatte sie gar nicht wahrgenommen. Sie starrte den Boden an.


Syracus fing an, fest auf den Boden zu klopfen, als er das Antwortheulen seines Alphas vernahm. Also hatten sie die Höhle gefunden, hier würden sie verweilen können, bis der Sturm weg war. Überglücklich sah er mit strahlenden Augen zu Eilan und kuschelte sich gleich an sie, doch sah er auch zu Lioku.

"Schön, dass ihr zur Höhle gefunden habt, ich denke sie wird uns genug Schutz bieten."

Man sah ihm an, wie froh er war, Eilan und das restliche Rudel wiederzuhaben.


Überglück schmiegte sich Eilan an Syracus. Er war wieder bei ihr.

"Und ich habe mir schon Sorgen gemacht"

Sagte sie leise und schleckte ihm froh über den Fang. Jetzt konnte von ihr aus alles passieren, es würde schon alles gut.


Als Akira Syracus und Eilan so glücklich zusammen sah lächelte sie. Dann sah sie zu Lioku und tappte zu ihm hinüber. Sie hatte noch zu keinem der Wölfe in diesem Rudel irgendeine Verbindung, sie kannte ja gerade mal ihre Namen, deshalb fühlte sie sich bei ihrem Alpha am wohlsten.


Lioku richtete sich wieder auf und sah zu Akira. Dann wanderte sein Blick weiter durch die Höhle. Es musste sich um eine Art Tropfsteinhöhle handeln. Mit entsetzen erblickte der Alpha die spitzen steinartigen Gebilde an der Decke. Er erstarrte in der Bewegung.

"Wir sollten leise sein."

Meinte er dann fast flüsternd und sah misstrauisch nach oben. Er lief nun aus dem Eingangsbereich tiefer in die Höhle. Wo es nicht reinschneite und windgeschützt war. Ein ungutes Gefühl machte sich in ihm breit, nach jedem Mal wo er nach oben sah. Doch was sollten sie machen? Im Sturm würden sie erfrieren und hier würden sie vielleicht aufgespießt.


Auf Liokus Worte hin hob er den Kopf und sah zur Decke hin, ja, da hatte der Alpha recht, aber konnten die so einfach runterkommen?

"Schaden kann es sicher nicht, wenn wir leiser sind"

Meinte auch er in gedämpfter Lautstärke und rieb dann wieder sanft seinen Kopf an Eilan ihrem, er war nur froh, dass sie wieder da waren, der Rest war im Moment ein wenig unwichtiger.


Auch Sora sah nach oben und betrachtete vorsichtig die Spitzen, aber sie konnten so wieso nichts anderes tun, als auf das Ende des Sturms warten und so legte sie sich hin. Traurig starrte sie vor sich hin, sie fühlte sich total alleine.


Mali legte sich neben Sora und fragte:

"Was ist den los? Du guckst so traurig"


Lioku war sehr unruhig. Sein Instinkt sagte ihm das sie hier nicht bleiben sollten, doch er konnte sie ja schlecht wieder in den Sturm führen.


Der Sturm pfiff durch die Höhle. Ein lautes Knacken hallte wieder. Doch es schien noch nichts einzustürzen.


"Cúron ist weg, wir finden keine Beute und alles ist schrecklich."

Antworte Sora. Ihre Stimmung war im Keller und sie starrte gelangweilt vor sich hin.


Als Kyro das knacken hörte verzog er sich noch tiefer in die Höhle. Sein Blick suchte prüfend die Decke ab. Ob das pfeifen des Sturmes ausreichen wird um alles zum Einsturz zu bringen?


Akira war Lioku, der tiefer in die Höhle gegangen war, gefolgt. Als sie das Knacken hörte erschrak sie so sehr, dass sie zur Seite sprang und ihn volle kannte rammte.

"Oh Lioku, es tut mir leid!"

Sagte sie leicht verängstigt. Sie war schon einmal fast in einer Höhle begraben geworden und sie fürchtete sich.


Er hob den Kopf und lauschte, was da passierte, waren die wahnsinnig? Syracus erhob sich und trottete zu Akira.

"Solange du ruhig bleibst, wird nichts passieren, aber wenn du hier so herum tust, passiert noch eher was."

Er sah sie ernst an ehe er sich wieder abwandte und zu Eilan zurückging.


Es knackte noch ein paar Mal bedrohlich. Es zog ein leichter Wind durch die Höhle. Doch wo kam er her. Er schien nicht durch den Eingang zu kommen.


Lioku warf Syracus einen schmunzelnden Blick zu, dann sah er zu Akira.

"Schon okay, kein Angst, uns passiert schon nichts."


Mali schüttelte sich und setzte sich dann.

"Tut mir leid."

Sagte sie zu Sora.


Geknickt über Syracus Reaktion blieb Akira lautlos stehen und sah auf den Boden. Sie versuchte einfach nicht mehr auf das Knacken und auf ihr klopfendes Herz zu hören. Sie hörte den Wind pfeifen, doch sie versuchte es zu ignorieren.


Ängstlich sah Sora zur Decke und versuchte, heraus zu finden, woher der Luftzug kam.

"Da kannst du doch nichts für. Kommst du mit um Akira aufzuheitern?"

Sagte sie zu Mali, dann lief sie zu Akira.

"Hey, es passiert uns schon nichts!"

Sagte sie um sich selbst und ihr Mut zu geben.

"Ich habe auch Angst, wahrscheinlich haben alle Angst, aber wenn wir aufpassen, geht das schon gut."

Freundlich lächelte sie sie an.


Kyro witterte misstrauisch. Er versuchte dem Luftzug nachzugehen, den er kam scheinbar nicht vom Höhleneingang. Vielleicht gab es ja noch einen anderen Ausgang? Mit dieser Suchaktion versuchte er sich gleichzeitig abzulenken, damit er nicht die ganze Zeit an Luna dachte.


Lioku sah zu Kyro und beobachtete ihn eine Weile. Was machte er da? Der Alpha erhob sich und lief auf den Rüden zu. Ungefähr gleichzeitig mit ihm entdeckte er den Spalt. Vorsichtig schielte er hindurch. Dann blickte er zu den anderen.

"Los, wir sollten hier rein."

Mit einem letzten Blick zur Decke, die immer mehr knackte, trat er in die Spalte und verschwand in der Dunkelheit.


Syracus sah dem Alpha und Kyro nach, dann erhob er sich, stupste Eilan an und tappte gen Spalt, darauf achtend das seine Gefährtin ihm folgte, noch einmal wollte er sie nicht verlieren, er sah sich im Spalt um, es war dunkel, doch ein wenig gewöhnte er sich daran.


Nyana atmete erleichtert auf, als sie die Höhle erreichten. Endlich im Trockenen! Doch auch hier schien es nicht ganz sicher zu sein. Unbehaglich sah sie sich um. Auch sie wagte kaum, laut zu sprechen, geschweige denn irgendetwas zu tun, was sie der Gefahr aussetzte, ausgespießt zu werden. Schnell lief sie hinter den anderen her und kroch durch den Spalt in das noch unbekannte der Höhle, was sie wohl hier erartete? Killerratten oder tiefe Abgründe vielleicht?


"Kommt ihr?"

Rief Sora leise Mali und Akira zu und bewegte sich auf den Spalt zu. Sie tapste vorsichtig durch den Spalt und versuchte keinen Laut zu machen. Wenigstens war sie so von ihren Gedanken an Cúron abgelenkt, dachte sie vor sich hin und versuchte im Dunkeln zu sehen, wo die Anderen hingingen. Mali folgte ihr hinter her.


Akira war wohl die Letzte. Sie schluckte schwer und trabte dann hoch nervös in die Richtung in der die anderen verschwunden waren. Noch einmal knackte es laut über ihrem Kopf. Ängstlich blieb sie stehen und musterte die Decke.


Lioku wartete bis alle an ihm vorbei gegangen waren, er legte auf die Vollständigkeit Wert.

"Akira, komm schon."

Flüsterte er besorgt.


Akira lauschte. War das Liokus Stimme gewesen? Aber es war so leise, bestimmt war es Einbildung gewesen. Gebannt starrte sie noch immer an die Decke. Es krachte und sie duckte sich ängstlich. Noch war nichts passiert. Doch was würde sie jetzt tun? Sie wusste nicht wo die anderen waren und sie konnte sich vor Angst kaum rühren.


Lioku zögerte nicht mehr. Er ging zurück durch die Spalte. Schnappte Akira unsanft im Nacken und zog sie einfach mit sich. Als sie bei den anderen, auf der anderen Seite des Spalts waren, ließ er sie los und wartete auf eine Reaktion..


Akira legte demütig die Ohren an. Warum war sie bloß so feige? Sie stand auf und sah Lioku unsicher an.

"Tut mir leid Lioku!"

Stammelte sie und sah auf den Boden.


Mali ging weiter.


Lioku schmunzelte und stupste Akira dann aufmunternd an.

"Wir haben alle Angst."

Meinte er und wandte sich dann um. Er konnte kaum etwas sehen, so dunkel war es. Ging die Höhle hier weiter? Ehe er weiter darüber nachdenken konnte hörte er ein lautes knacken und mit riesigem Getöse stürzte jener Teil der Höhle ein, den sie eben verlassen hatten. Der Rückweg war ihnen nun jedenfalls versperrt. Mit schnellen Schritten lief der Alpha tiefer in die Höhle, um zu sehen ob es irgendwo weiter ging. Sie hatten Glück, ein Gang schlängelte sich weiter durch das Gestein und Eis.

"Wir sollten herausfinden ob es einen weiteren Ausgang gibt, oder ob wir hier fest sitzen."

Sein Blick wanderte zur Decke. Keine spitzen Steine die sie aufspießen wollten hingen hinunter.


Syracus trat nun neben Lioku.

"Einen weiteren Ausgang? Glaubst du, hier gibt’s so was? Wünschenswert wäre es, aber wie sollen wir den finden, so es ihn gibt?"

Sein Blick glitt über die Wände, soviel er eben sehen konnte, ob er was erkennen konnte.


Ein leichtes Lächeln überflog Akiras Gesicht, dann folgte sie Lioku tiefer in die Höhle hinein. Es war dunkel und die Luft war schrecklich schwer und feucht, sodass jeder Atemzug eine Strafe für gesunde Lungen war. Ein Geruch von Moder und Tod lag in der Luft und ließ sie die Nase rümpfen. Sie schnaubte leicht und versuchte in der Dunkelheit ein wenig mehr zu erkennen. Die hellere Decke war besser zu erkennen als der Boden und die Wände und man musste aufpassen, wohin man trat.


Lioku sah zu Syracus.

"Als erstes folgen wir diesem Gang, eine andere Wahl haben wir sowieso nicht."

Meinte er dann und drehte sich zum Rudel, um zu sehen ob alle zuhörten. Dann lief er los. Er hatte nur eines im Kopf, sein Rudel zuretten.


Langsam lief Sora hinter Lioku her, sie zitterte und ihr war kalt doch ihr ging’s noch nicht so schlecht, wie Akira. Hoffentlich ist hier noch ein anderer Ausgang. Dann hörte sie das Tapsen ihrer Pfoten auf dem Boden und musste sich vor Angst kurz schütteln. Hoffentlich finden wir hier raus.


Kyro lief ein Stück hinter Sora. Er konnte sehen, dass sie zitterte. Ob sie sich auf so einsam fühlte wie er? Sicher, immerhin hatte sie Cúron auch geliebt. Er trat nach vorne, so dass er neben ihr lief. Vorsichtig stupste er sie an.

"Keine Angst, wenn du magst beschütz ich dich."

Flüsterte er ihr dann zu, so dass nur sie es hören konnte.


Eilan hielt sich dicht an Syracus. Sie hatte Angst und schluckte diese herunter. Mit angelegten Ohren und angestrengten Augen starrte sie auf die Wände des Gangs. War da etwa ein Gefühl der Platzangst in ihr? Nein, dass durfte nicht sein, sie würden hier sicher ganz schnell wieder heraus finden. Oder auch nicht!, sagte eine zynische Stimme in ihr.


Mali hatte keine Angst, so lange sie nichts gesehen hatte, was ihr irgendwie Angst einflössend erschien musste man doch nicht gleich so den Löffel abgeben. Sie folgte dem Rudel. Als sie neben Sora und Kyro angekommen war, wurde sie langsamer und grüßte diese erst einmal freundlich:

"Hallo! Ich wollt ja nicht stören aber meint ihr hier gibt’s ein Ausgang?"


Sie sah Kyros verdattertes Gesicht.

.oO(Hätte wissen müssen das ich sie gestört hab.)

So ließ sie sich wieder zurück fallen und starrte trübsinnig vor sich hin.


Nyana zuckte zusammen, als die Decke im anderen Teil einstürzte. Was hatten sie doch für ein Glück gehabt, dass sie diesen Gang gefunden hatten! Doch sie wollte sich nicht entmutigen lassen - jedenfalls noch nicht. Noch waren sie am Leben, noch hatten sie genug Luft zum Atmen und noch gab es Hoffnung auf einen Ausweg. Sie ging nun neben Mali her und sah sie von der Seite an, um zu sehen, ob sie Angst hatte. Hoffentlich würden sie bald hier herauskommen! Noch nie im Leben hatte sie sich so nach frischer Luft und Tageslicht gesehnt wie in diesem Moment.


Syracus trabte hinter Lioku und neben Eilan, er trottete so, dass seine Schultern die ihren immer berührten, dass sie wusste, dass er bei ihr war. Aufmerksam sah er sich um, die Ohren lauschend aufgestellt, er war konzentriert, das verriet seine Haltung, so man sie sehen konnte, den der Schwarze verschmolz recht mit seiner Umgebung.


Sora lächelte Kyro unsicher an.

"Hmm..."

Antwortete sie nur, und versuchte zu verbergen, dass sie sich freute dass er sie angesprochen hatte. Sie starrte auf den Boden.


Akira trabte stumm neben Lioku her und versuchte irgendwo in der Finsternis die vor ihnen lag ein Licht am ende des Tunnels zu sehen, aber vergeblich. Die Ohren gespitzt und aufs höchste gespannt behielt sie ihre Umgebung im Auge und lauschte auf verdächtige Geräusche. Die dunklen kahlen Felswände sahen kalt und abweisend aus. Nach einer Weile gab sie ihre Beobachtungen auf und stierte nur noch starr geradeaus mit nach hinten gerichteten Ohren.


Mali schaute Nyana an. Sie hatte keine Angst, aber ein wenig unruhig war sie dennoch. Sie schaute auf den Boden damit sie nicht mehr all zuviel sehen musste. Auf einmal roch sie Schnee. Sie wusste, dass es bald wieder einen Ausgang geben würde. Außerdem schien es ihr fast so, als ob die Wände nicht so sehr dick waren.


Der Gang wurde immer heller. Nach einer Kurve konnte man einen Ausgang sehen. Wie lange waren die Wölfe wohl in der Höhle umhergeirrt? Jedenfalls hatte der Sturm aufgehört zu toben und der Himmel war Wolken frei, als wäre nie etwas gewesen. Der Schnee glitzerte in der untergehenden Sonne. Ein wunderschöner Anblick.


Lioku atmete hörbar aus, als er ins Freie trat. Strahlend drehte er sich zu den anderen um.

"Da haben wir aber noch mal Glück gehabt."

Er wedelte freudig und hopste glücklich ein bisschen herum.


Als Akira aus dem Dunkel in das helle, warme Licht der untergehenden Sonne hinaustrat, das den Schnee orange färbte, blendeten sie die Strahlen, denen sie fern gewesen waren in der finsteren Höhle. Ihre Anspannung löste sich und sie schloss erleichtert die Augen.


Kyro trat hinter Akira raus zu Lioku. Er zog die Luft ein und grinste dann zum Alpha. Mit schief gelegtem Kopf sah er zu Sora. Ihr galt ein Lächeln.


Zuerst konnte Sora nichts sehen, weil ihre Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Doch dann roch sie frische Luft und war endlich aus der dunklen "Welt" heraus! Sie machte einen Freudensprung und tollte fröhlich um Kyro herum.

"Endlich raus!"

Bellte sie gelassen.


Malis Augen gewöhnten sich schnell an die Helligkeit. Sie lief hinaus und rannte gleich weiter, dann stolperte sie und rollte über den Schnee.


Syracus sah sich genau um, erst musste er sich aber an das Helle gewöhnen, noch immer stand er dicht neben Eilan und hinter Lioku. Draußen, endlich.


Auch Nyana lief schnell ins Freie und atmete einmal tief durch. War das schön, endlich wieder frische Luft zu atmen und in der Wintersonne zu stehen! Erleichtert sah sie zum Himmel empor; dann wanderte ihr Blick über die verschiedenen Wölfe. Glücklicherweise schien es allen gut zu gehen und so lächelte sie Lioku erleichtert und auch etwas dankbar an.



Der Weg zurück



Lioku wartete noch, bis alle aus der Höhle draußen waren, dann sah er sich etwas suchend um. Wo waren sie denn eigentlich? Er witterte prüfend, doch der Sturm hatte jede Witterung fort getragen. Der Alpha sah noch mal zu den anderen und lief dann in gemütlichem Trab los.


Syracus trabte Lioku nach, als er den Schnee in Gedanken erneut verfluchte und die Sonne huldigte. Dann lief er so schräg versetzt hinter Lioku, Eilan an seiner Seite wissend, er blickte sich um, ob alle folgen konnten, ehe er erneut seine Worte an den Alpha wandte.

"Hast du eine grobe Ahnung, wo wir hin müssen?"

Das war durchaus eine provokantere Frage, musste der Alpha doch wohl ehrlich antworten, doch das Schmunzeln auf Syracus Lefzen dürfte zeigen, dass er es nicht so meinte, wie es klang, vielleicht etwas und passend ausgedrückt.


Mali lief einmal im Kreis, bevor sie schwanzwedelnd hinter Lioku, Syracus und Eilan her lief.

Sora folgte den vieren und freute sich immer wieder von neuem, dass sie alle gerettet waren. Sie hoffte aber, dass sie bald noch einmal Beute finden würden, denn sie war schon wieder ein bisschen hungrig. Außerdem dachte sie an ihre kleine Dizzy, die bestimmt auf sie wartete.


Lioku grinste kurz.

"Eine ungefähre Ahnung hab ich, mehr aber auch nicht."


Als Akira die Worte von Lioku und Syracus hörte prustete sie unwillkürlich los und verlor sich in einem völlig albern klingendem Gekicher.

"Was..."

Prustete sie.

"Ihr wisst nicht wo ihr seit?"

Sie lachte sie aus und grinste dann.

"Dieses Land ist doch berühmt. Seht euch doch um, es ist das Land von dem man sagt der Winter käme dorther. In diesem Land bin ich geboren und ich kenne es wie meine Westentasche!"

Sie lächelte die beiden an.


Lioku schaute die Wölfin mit schief gelegtem Kopf an.

"Weißt du von hier aus wo das Tal der Freiheit liegt? Oder jener Ort an dem du auf uns gestoßen bist?"


Er schmunzelte, wenn sie hier lebte war es ja kein Wunder das sie sich auskannte.


Als Akira losprustete, entfuhr dem Schwarzen unwillkürlich ein dunkles Knurren, mit wütend blitzenden Augen fuhr er herum und starrte mit gemeinem Blick Akira an, erst als Lioku schmunzelte, dreht sich der Wolf wieder um und schluckte den Zorn über diese Respektlosigkeit herunter, sie kannte sich hier aus, na klar, dann sollte sie nicht hier doof rum stehen sondern sie hier weg bringen, nach Hause, ins Tal der Freiheit.


Nach Syracus so plötzlicher Anfuhr kam ein tiefes und sehr verärgertes Grollen aus Akiras Kehle. Zwar stand sie unter dem schwarzen Rüden, doch sie fürchtete ihn nicht. Mürrisch wandte sie sich an Lioku.

"Ja, ich weiß wo das Tal der Freiheit liegt, ich war ja schließlich auf der Reise dorthin."

Sie drehte sich zu Syracus.

"Aber ich muss euch den Weg ja nicht zeigen"

Zischte sie. Es war natürlich nicht ernst gemeint sondern rein provokativ. Sie sah wieder zu Lioku, drehte ab und trabte Richtung Südwesten, wo eine große Gebirgskette vor ihnen lag.

"Seht ihr die Berge?"

Rief sie.

"Jetzt wisst ihr was für ein Gebiet ihr durchquert habt als ihr durch die Höhle gelaufen seit, nun bleibt uns nichts anderes übrig als darüber hinweg zu wandern, der Weg drunter durch ist ja leider versperrt!"

Sie warf noch ein aufmunterndes Lächeln hinter sich und trabte dann weiter geradeaus.


Verdutzt blieb Sora stehen, wollten sie jetzt wieder nach Hause? Sie hatten doch noch gar keine Beute.


Erneut verließ ein tiefes Knurren die Kehle des Rüden. Hatte er das nötig? Nur dem Wohle des Rudels zuliebe setzte er der Fähe jetzt nicht nach und machte ihr klar, wie er über ihr stand. Doch es juckte ihn mächtig in den Muskeln, sie anzugreifen und zu unterwerfen. Mit einem düsteren Blick sah er zu Lioku.

"Muss ich mir das gefallen lassen?"


Mali überlegte auch, wieso war das Rudel überhaupt außerhalb seines Reviers?


Lioku schüttelte den Kopf. Dann sah er zu Syracus. Seine Ohren spielten nervös. Warum musste es nun seine Entscheidung sein? Er seufzte hörbar und sah Akira nach. Mit einem Wuffen rief er sie zurück. Ein kurzer Blick galt Syracus. Unterwerfung durch Gewalt sollte letzte Methode sein. Erst mal nur mit Worten.


Syracus ließ das Knurren verstummen, er hatte Respekt vor dem ranghöheren Wolf und das zeigte er durch den ruhigen Blick und ein kurzes Zurücklegen der Ohren. Er wollte Mali nicht jetzt zeigen, was es hieß, sich mit einem Ranghöheren anzulegen, denn sie wusste nun einmal, wo es lang ging, aber dieser Rüde ließ nicht so einfach was auf sich sitzen, gerade nicht von einer Fähe, die noch kaum dabei war.


Kyro beobachtete das Treiben um Lioku, Syracus und Akira. Er tänzelte nervös herum und sprang verspielt auf Sora zu. Er wuffte einmal kurz und wartete ob die Wölfin auf das Spiel einging.


Die Stimmung im Rudel war ziemlich schlecht, und das Spiel war eine gute Abwechslung und so konnte sich die Lage vielleicht ein bisschen entspannen. Sora hopste hinter Kyro und biss ihn einmal kurz ins Hinterteil, dann jagte sie davon. Sie hatte schon lange nicht mehr gespielt.


Mit hoch aufgestellten Ohren und kein bisschen an würdevoller Haltung verlierend trabte Akira zurück zu Syracus. Sie stellte sich so nah vor ihn das sich ihre Nasenspitzen fast berührten und sah ihn mit ehrlichen Augen durchdringend an. Sie war nicht der Typ, der Streit wollte, aber sie hatte solange kein Rudelleben geführt, das sie die Regeln einfach nicht mehr kannte. Sie wusste instinktiv das sie sich Syracus unterwerfen musste, doch ihr Kopf fragte sie immer wieder:

.oO(Warum solltest du das tun, Akira, du kannst doch mit ihm locker mithalten.)

Andererseits dachte sie aber auch daran, dass es nicht richtig war hier Unruhe zu stiften. Also stand sie einfach nur direkt vor Syracus. Sah ihm mit freundlichem Unterton in die Augen und bat ihn damit die Sache zu vergessen, sie entschuldigte sich so auf ihre Weise, wollte aber keine Worte mehr wechseln.


Katan tapste gedankenverloren durch die Gegend, war so abwesend das er nicht mal bemerkte, dass er mitten in eine große Gruppe fremder Wölfe hineinlief. Als er hoch sah fand er sich plötzlich zwischen einem großen schwarzen Rüden und einer fast genauso großen braunen Fähe die direkt voreinander standen und anscheinend im Streit lagen. Er sah zu ihnen hoch und fiepte leise.


Erneut zog Syracus die Lefzen hoch und knurrte. Was nahm sich diese Wölfin eigentlich heraus, so nahe zu ihm zu kommen und ihm direkt in die Augen zu sehen? Alles ließ er sich nicht mehr bieten. Er knurrte tief und drohend, verzog die Stirn in drohende Falten und sah sie an, die Ohren aufgestellt, sich vor ihr aufplusternd und die Rute gestreckt. Alles was recht war, ihm reichte es. Dann fuhr er zusammen, als plötzlich ihn etwas berührte, mit gleicher Haltung und stink sauer knurrend fuhr er neben sich, doch seine Haltung änderte sich um, als er merkte, dass da ein Welpe neben ihm saß. Völlig verwirrt und den Ärger über Akira sogleich vergessend sah er den kleinen Wolf mit schief gelegtem Kopf an.

"Wer bist den du, Kleiner?"


Während Akira bei Syracus Drohungen unverändert blieb, wandelte sie sich jedoch beim Anblick des Welpen. Sie duckte sich auf Augenhöhe hinab und blickte den Kleinen neugierig an. Sie legte den Kopf schief und machte große Augen, als sei dieses Wölfchen eine fremde Spezies oder etwas Ähnliches.


Sich mit leichtem Unbehagen unter den Blicken der braunen Wölfin wegdrehend, wandte sich Katan zu dem großen schwarzen Rüden und war im ersten Moment stumm vor Respekt, denn ihm kam der Wolf so imposant und riesig vor das er nicht wagte etwas zu sagen. Er schluckte und begann etwas vor sich hin zu stammeln.

"I-Ich bin K-Katan. Meine Familie hat mich ausgestoßen."

Wehmütig blickte er zu Boden, ließ die Ohren hängen. Sah dann wieder zu Syracus und wedelte leicht mit der Rute als wollte er sich dafür entschuldigen überhaupt etwas gesagt zu haben.


Sora lief eine kleine Runde und kehrte dann zu dem Rudel zurück. Plötzlich roch sie einen Welpen. Abrupt blieb sie stehen, wie lange waren sie nicht bei ihren Welpen gewesen? Wie lange hatte sie nicht mehr Dizzy übers Fell geschleckt?

"Warte mal kurz!"

Rief sie Kyro zu, der sie verdutzt anstarrte. Dann lief sie schnell zu dem kleinen Geschöpf und stupste ihn an.

"Hallo!"


Kyro blieb stehen, lief dann langsam zurück. Neugierig auf den Neuankömmling. Er hielt sich etwas zurück. Das Knurren von Syracus war ihm unangenehm, auch wenn es nicht ihm galt. Er verstand überhaupt nicht was zwischen ihm und Akira los war. So sah er lieber mal zu Lioku, als wollte er ihm sagen er sollte doch etwas machen.


Syracus war wie ausgewechselt. er sah immer noch recht murrig aus, aber er ließ seine Wut über Akira nicht an dem Welpen aus. Er legte den Kopf langsam auf die andere Seite und sah Katan an.

"Hallo Katan, ich bin Syracus, das sind Sora, Akira und der da ist Kyro."

Stellte er mal alle vor, ehe er den Kleinen wieder ansah.

"Verstoßen? einen so jungen Wolf?"


Katan seufzte leise, lächelte Syracus an und sagte:

"Meine ganze Familie ist schwarz. Anscheinend wollten sie wohl keinen weißen Welpen."

Er sah an Syracus vorbei zu Sora.

"Hallo"

Sagte er lächelnd dann sah er zu zwei anderen Wölfen die abseits standen. Da war ein ganz ganz Großer. Das musste wohl der Alpha sein. Katan tapste zu ihm hin. Setzte sich direkt vor ihn und sagte.

"Hallo Langer!"

Schwanzwedelnd fuhr er fort.

"Ich bin Katan und du?"


Lioku lächelte und schnupperte dem Kleinen durchs Fell.

"Ich bin Lioku, der Alpha dieses Rudel. Wir sind die Wolves of Freedom musst du wissen. Eigentlich leben wir aber wo anders, aber da gab es nichts mehr zu fressen."

Er musterte ihn, schätzte sein Alter nicht höher als Monate.

"Deine Familie wollte dich nicht haben weil du ein anderes Fell hast? Das ist aber gemein. Bei uns haben alle andere Fellfarben wie du siehst, wenn du magst kannst du gerne bei uns bleiben."

Er lächelte ihn freundlich an und sah zu Sora. Er war nicht sicher ob er ihre Begeisterung über den Welpen falsch deutete, doch vielleicht ließ es ich einrichten das sie sich um den kleinen kümmerte. Er dachte an Sharian, Noir und Dizzy, die drei würden sich sicher über den neuen Spielkameraden freuen.


Katan lächelte Lioku so voller Freude und so überrascht an, das man meinen könnte seine Mundwinkel würden sich am Hinterkopf wieder treffen.

"Ehrlich? Ich darf bleiben??"

Er freut e sich so sehr das er Lioku kläffend umsprang und rannte dann durch das ganze Rudel bis er nach einer weile völlig erschöpft im Schnee liegen blieb.


Sora wusste zwar nicht, warum Lioku sie so ansah aber sie lächelte. Sie dachte über Katans Eltern nach und darüber, wie sie einfach so ihren Sohn im Stich gelassen hatten. Dann ging sie zu Lioku und Katan und wartete auf Katans Antwort.


Mit breitem Grinsen sprang Katan Sora an, packte sich ihr Ohr und zog leicht daran. Als er losließ begann er weiter um sie herumzutoben ließ sich dann aber schließlich völlig k.o. zwischen ihren Vorderpfoten nieder und döste ein.


Eilan stand leicht verwirrt neben Syracus. Sie musste lächeln, als sich der kleine Katan auf Sora stürzte und schmiegte sich leicht an ihren Gefährten. Vor kurzer Zeit hatte sie sich Sorgen gemacht, dass es ernsthaft eine Auseinandersetzung zwischen Akira und Syracus geben könnte und jetzt gab es ein neues Rudelmitglied. Sie schleckte Syracus kurz unter dem Fang her und schaute dann zu Lioku.

"Ich glaube es wird Zeit, dass wir langsam wieder nach hause kommen, oder?"


Meinte sie mit sanfter Stimme.


Der Rüde erwiderte zärtlich die Geste und nickte nur.

"Ja, wir sollten zurück, wer weiß, wie lange der Welpe schon alleine unterwegs ist."

Doch ganz andere Gedanken beschäftigten den großen Schwarzen.

.oO( Er ist ausgestoßen worden, weil die anderen alle Schwarze waren? Ich bin auch schwarz, aber deshalb verstößt man nicht, höchstens der Winter.)

Dann sah er sich um, sein Blick blieb auf Akira liegen.

.oO( Mit dir werd ich noch ein Wörtchen reden, meine Liebe.)


Lioku beobachtete die Wölfe noch etwas, dann sah er zu Akira.

"Führe uns bitte an jenen Ort wo die Elchkuh liegt."

Sie mussten ja noch für Schiriki etwas mitnehmen.


Akira nickte nur, sagte aber nichts. Ohne ihre übliche Lebensfreude, ganz ohne Elan trottete sie neben Lioku her auf die große Bergkette zu. Sie wollte nicht sprechen. Irgendwie wollte sie nur noch weg von hier, doch das Rudel brauchte sie jetzt.


Syracus folgte ihnen ruhig, im Moment war ihm nichts anzumerken, den er wusste, dass im Moment alles von Akira abhing, doch sollte sie dem Rudel folgen, würde er mit ihr Klartext reden, was er von Respekt und Rudelregeln hielt, vor allem vom Einhalten dieser.


Das Rudel ließ sich von Akira bis zu der Elchkuh führen, dort trennte Lioku einen Teil des übrigen Fleisches heraus und trug es mit sich. Akira führte die Wölfe dann weiter, zurück zum Tal der Freiheit.





Geschlecht


Alter


Größe


Status


Charakterbogen


Kyro, Lijenna, Joshua



16.05.2010 19:55
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Lunar
Luciano Nacho






Art
Wolfsträumer (+)

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Plot 5: Außerhalb der Reviergrenzen # 06.10.2004-12.12.2004
Syracus: 55
Lioku: 52
Sora: 39
Akira: 35
Mali: 27
Cúron: 19
Kyro: 15
Free: 12
Eilan: 12
Nyana: 7
Luna: 6
Katan: 5

Gesamt: 284




Geschlecht


Alter


Größe


Status


Charakterbogen


Kyro, Lijenna, Joshua



24.07.2010 12:23
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