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Lunar
Luciano Nacho






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Die Jagd im Nebel - 1. Forum
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Die Jagd im Nebel




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Kyro, Lijenna, Joshua



09.07.2010 18:26
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Lunar
Luciano Nacho






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Jagd im Nebel (Frühling) - 15.03.2005-15.04.2005
Inplaydatum: 08.05.2005



Es war dunkel, ein paar Tage nach Neumond. Einige Wolken hingen am Himmel und ließen kein Licht von den Sternen zur Erde fallen. Auch der Mond war die meiste Zeit hinter Wolken verschwunden. Zu dieser frühen Stunde war es völlig still. Die Vögel hatten noch nicht zu zwitschern angefangen und die Jäger der Nacht waren schon wieder verschwunden.


Am Rudelplatz sah man einen großen Schatten auftauchen. Der Alpha kam aus dem Wald und lief ruhigen Schrittes zur Höhle und kletterte an deren Seite auf die Anhöhe. Er ließ ein Heulen erklingen und rief so das Rudel zusammen. Es war Zeit aufzubrechen, alle Beteiligten wusste er in der Nähe und so würde es nicht lange dauern, bis alle da waren. Er hatte sich eine Weile Gedanken über die Einteilung der Jagdgruppen gemacht. Und heulte die Mitteilung, wer in welcher Gruppe war, gleich mit in die Nacht hinaus.

Jagdführer Gruppe 1: Syracus - Jäger
Saphir
Akira
Darkjania
Schiriki
Reiko

Jagdführer Gruppe 2: Sora - Hetzer
Kyro
Nyana
Eilan
Attaché
Edana

Jagdführer Gruppe 3: Lioku - Hetzer
Mali
Tokala
Katan
Noir
Yanaco


Tokala kam aus der Höhle und lief zu Lio, sie würde ja auch in seiner Gruppe sein. Sie hatte seine Entscheidung akzeptiert, dass sie mitkommen sollte, aber über Edea macht sie sich ein wenig Sorgen. Sicher, sie könnte ihr genauso wenig helfen, wie Shita, aber wer weiß, auf was für Ideen die Kleine noch kommen konnte. Mittlerweile freute sie sich richtig auf die Jagd, auch wenn sie etwas enttäuscht war, nicht in der Gruppe mit Kyro zu sein.


"Es ist schön, endlich mal zusammen zu jagen, wo soll die Herde noch einmal sein?"

Sie sah Lioku an und achtete aber dabei auf ihre Umgebung, wie langsam die anderen kamen und sich versammelten. Es war ein schöner Anblick im Mondlicht, wie wandelnde Schatte glitten sie umher.



Ryu bewegte sich geduckt und auf leisen Pfoten durch das Revier. Zurückgekehrt war er nach der Dämmerung, doch er hatte noch ein bisschen Zeit für sich gebraucht. Während seiner Abwesenheit, hatte er viel Zeit zum Nachdenken gehabt, er brauchte diesen Abstand um sich über einiges klar zu werden. Es war das erste mal, dass er zu einem Rudel gehörte und die Umstellung von seinem früheren Leben war nicht einfach gewesen. In den beiden Wochen seiner Abwesenheit war er sich bewusst geworden, dass er seinem alten Lebensweg nicht mehr folgen konnte, seine Zukunft lag im Rudel der Wolves of Freedom und er liebte es, hier zu sein. Fort gegangen war er nicht, weil er hatte gehen wollen. Er hatte lediglich ein bisschen Zeit für sich gebraucht und seine Pfoten hatten ihn etwas weiter weg getragen, als er beabsichtigt hatte.
Nun war er zurück und er würde nie wieder fort gehen. Als er den Ruf seines Alphas hörte, trat er auf den Rudelplatz hinaus. Seine Haltung war eindeutig unterwürfig und auch wenn er darauf vertraute, von Lioku wieder aufgenommen zu werden, wusste er dennoch, ihm den gebührenden Respekt zu zollen.

"Ich grüße dich, Lioku."

Er wedelte sacht mit der Rute und sah seinen Gegenüber, den Alpha an. Immer wieder wich er seinem Blick aus, wie es sich gehörte.



Lioku blickte zu Tokala.

"Nahe des Waldes. Richtung der Berge. Ich werde nachher allen noch genau erklären, wo sich die beiden Rehe aufhalten."

Er sah zu Ryu und stupste ihn leicht an. Auch er wedelte leicht mit der Rute. Er hatte zwar nicht mit dem Rüden gerechnet, doch da er nun da war, würde er auf jeden Fall an der Jagd teilnehmen.

"Willkommen zurück."

Der Alpha wusste ja, das Ryu nicht im Revier gewesen war, warum er fort war, konnten sie nach der Jagd besprechen.

"Du wirst in dem Fall Syracus und die Gruppe der Jäger begleiten."

Meinte er dann noch in ruhigem Ton.


Saphir hatte am Rudelplatz geschlafen und tauchte nun plötzlich neben Tokala auf. Sein Fell war eine außergewöhnlich gute Tarnung. Im Schwarz der Nacht war er fast nicht zu sehen. Nun setzte er sich zu der kleinen Versammlung. Ihm war es egal gewesen, was er für eine Aufgabe bekam. Rudeljagd war nicht seine Stärke, aber er würde sich alle Mühe geben, die nötig war. Töten konnte er immerhin und sicher war ein Wolf ein härterer Gegner als ein Hirsch. Jedenfalls solange sie in der Überzahl waren.


Tokala nickte und sah zu der Hügelkette, ein leichtes Zittern durchfuhr sie bei dem Gedanken, mit dem Wind hinter der Herde nachjagen zu dürfen. Als Saphir so plötzlich neben ihr auftauchte schrak sie leicht zusammen und blickte ihn einige Herzschläge lang verständnislos an, als hätte er sie aus einem Traum heraus gerissen. Dann wurde ihr Blick wieder klar und sie schüttelte sich. Sie stupste ihn zur Begrüßung leicht an und lächelte.

"Schön, dich mal wieder zu sehen, falls man sehen bei dieser Dunkelheit und deinem Fell sagen kann."

Sie wedelte leicht mit der Rute und sah sich dann wieder um, wann waren die anderen soweit? Wann konnten sie endlich aufbrechen?



Darkjania war abwartend vor der Höhle auf und ab getrabt, sie hatte es kaum erwarten können, und stürmte, freudig wie ein Welpe, auf Lioku zu als er alle zu sich rief. Sie sah sich nach den anderen in ihrer Gruppe um, und begann damit, auf der Stelle zu tänzeln, sie konnte es kaum erwarten, ihre erste richtig große Jagd! Immer wieder wechselten ihre Ohren die Position, sie konnte einfach nicht ruhig sein, nicht jetzt. Zwar war es schade, dass Attaché nicht in ihrer Gruppe war, aber damit würde sie leben müssen. Sie suchte den Platz mit den Augen nach Syracus ab, und lief immer aufgeregter hin und her. Sie sprang um die anderen herum, und es war wohl in diesen Minuten schwer zu glauben, dass sie eine erwachsene Fähe sein sollte.


Mali wusste nicht, was sie machen sollte. Sie lief einfach mal hinter ihrem Gruppenführer, also Lioku, hinterher. Da erblickte sie Ryu. Sie schaute weg. Er war nicht da gewesen und sie wusste nicht was mit ihm war. Sie wusste nicht, ob er schon gestorben war, oder so. Aber jetzt war er wieder da. Er hatte ihr nicht Bescheid gesagt und als erstes ging er nun zu Lioku. Sie war traurig. Sie lief an ihm vorbei und auf Lioku zu.


Reiko trabte auf der Stelle um ein bisschen warm zu werden. Er suchte mit den Augen nach den andern von seiner Gruppe. Er schaute die sich an, merkte sich, wie sie aussahen. Er trabte zu Darkjania hin. Vor ihr blieb er stehen.

"Hallo, Darkjania! Freust du dich auch auf die Jagt?"

Er schaute sie wedelnd an. Reikos Augen suchten nach Edana. Reiko blickte aber dann wieder freudig Darkjania an.



Sora lief zu Ryu.

"Hallo, schön, dass du wieder da bist!"

Sie lächelte ihn an und trabte dann schnell zu Lioku.

"Ich fühle mich geehrt, dass ich eine Jagdführerin bin."

Sagte sie und fügte dann noch dazu:

"Wenn ich Fehler mache, sag es mir bitte, ich war bei einer so großen Jagd noch nicht so verantwortlich."

Sie senkte den Kopf.

.oO(Hoffentlich mache ich nichts falsch. Aber ich werde es schon schaffen!)

Dann hob sie den Kopf wieder und lächelte Lioku an.



Darkjania hüpfte, als dieser auf sie zukam, sofort auch um Reiko herum, munter wedelnd und noch immer aufgeregt, wie ein Welpe der zum ersten Mal alleine in den Wald gehen darf.

"Hey Reiko. Na klar, und wie! Hast du schon mal im Rudel gejagt?"

Fragte sie, wobei sie einen winzigen Moment lang stillstand, und den Kopf schief legte. Doch keine zwei Momente waren vergangen, da sprang sie schon wieder um Reiko herum. Es war zweifelhaft, woher sie die Energie für das pausenlose Herumgehüpfe nahm, aber sie war da.



Kyro kam aus dem Wald und lief auf Lioku zu. Er hatte seinen Ruf gehört und trat wedelnd auf Sora zu, die die Jagdgruppe, in der er war, anrühren sollte. Er war schon sehr gespannt wie gut das Rudel harmonierte. Eine gemeinsame Jagd war lange her und er freute sich schon jetzt auf das Fleisch der Beute. Als er Sora begrüßt hatte, lief er auf Tokala zu und schmiss sich grinsend vor ihre Pfoten.

"Und wie geht’s so?"



Edana kam auf Sora und die anderen Rudelmitglieder zugelaufen. Sie war schon gespannt auf die Jagd, da sie noch nie wirklich an einer richtigen Jagd teilgenommen hatte. Sie wedelte freudig und zugleich aufgeregt mit dem Schwanz und tänzelte herum. Dann ließ sie ihren Blick über das Rudel streifen, sie hielt Ausschau nach Reiko, aber sie fand ihn nicht. Dann fragte sie Sora aufgeregt:

"Was ist jetzt eigentlich genau meine Aufgabe?"

Sie setzte sich neben Sora und begann sich die Pfote zu lecken, während sie auf deren Antwort wartete.



Syracus war nicht weit von jener Höhle und damit von jener Anhöhe entfernt gewesen. Er hatte da ruhig gelegen, nun hob er den Kopf und lauschte Liokus Mitteilung. Als er ihn als Jagd-Truppenführer auswählt, musste der Schwarze grinsen. Da hatte aber einer Vertrauen in ihn. Und er würde seinen Alpha nicht enttäuschen.

Syracus erhob sich und sah zu den, nun anwesenden, Wölfen, er streckte seine Glieder, die beim Dösen etwas eingeschlafen waren. Dann ging er zu allen, nickte jedem zur Begrüßung zu und sah dann hoch zum Alpha.

"So, dann wollen wir also Jagen? Wie viele Beutetiere denkst du, sollen wir schlagen?"



Tokala lachte über Kyros Begrüßung und schmiegte sich an ihn, jetzt könnte man doch noch etwas länger brauchen.

"Mir geht es gut, besonders, seitdem du aufgetaucht bist."

Ein kurzer Blick galt Edana, der sie freundlich zulächelte, doch schon bald waren ihre Gedanken von Kyro überlagert. Zufrieden schnüffelte sie in seinem Fell herum und zog seinen beruhigenden Geruch ein. Die anderen mussten sich sicher noch einrichten und so, dann hatten sie noch genug Zeit.



Lioku sah zu Syracus und grinste.

"Den Hirsch und das Reh, wie ich sagte."

Meinte er dann und blickte zu den anderen. Es fehlten noch einige und er wollte geduldig warten, bis auch sie da waren. Ein letzter Blick fiel auf Shita und die Welpen, dann suchte er den Wald ab. Die meisten mussten sich dort irgendwo aufhalten.



Mali ging an Lioku vorbei und schlich in den Wald. Als sie merkte, dass sie nicht mehr in diesem Rudel bleiben wollte. Es schoss ihr durch den Kopf wie ein Blitz. Ryu, sie lief zu ihm und schleckte ihm über die Schnauze.

"Wo warst du? Ich hab mir Sorgen gemacht."

Es brach ihr das Herz, ihn zurück zu lassen.

"Ich gehe jetzt. Mach dir keine Sorgen."

Flüsterte sie ihm zu. Sie drehte sich um und lief in großen Sprüngen davon. Ohne sich noch einmal umzugucken. Dann jaulte sie kurz auf. Der Wald lag ruhig vor ihr. Jetzt war sie wieder frei.



Lioku sah Mali nach, nun würde sie also endgültig wieder ihre eigenen Wege gehen. Ein mitleidiger Blick fiel auf Ryu. Suchend sah er sich nach seiner Gefährtin und den anderen um. Es wurde Zeit, dass sie aufbrachen.


Syracus grinste zu Lioku hin und nickte.

"Den Hirsch zu erlegen, wird mir eine Freude sein, aber ein Reh? Ist das nicht etwas… mehr brauchen?"

Er grinste fies. Jaja, ein wenig Egoist steckte halt in einem Syracus drinnen, doch sein Blick verriet, dass er es nicht ganz so ernst meinte, wie er es sagte. Und er wollte ja den Weibchen gegenüber nicht diskriminierend wirken. Darum zog er es vor, nun ruhig zu sein und nicht noch eins drauf zu setzten. Er beobachtete ruhig die anderen und wartete eine Reaktion von Lioku ab.



Yanaco lief langsam und gemächlich, setzte jeden Schritt bedacht und schien nichts für die Umgebung über zu haben. All ihre Gedanken galten der Vergangenheit. Solange, bis sie beinahe in einen Baum hineinlief, unwillig anhielt und den Kopf schüttelte. Der Blick wurde nun doch auf die Umgebung gerichtet und die Ohren rehten sich aufmerksam. Wo war sie da nur hingeraten? Teils aus Interesse, teils aus Erfahrung hob sie den Fang und stieß ein kraftvolles Heulen aus. Vielleicht gab es hier ja tatsächlich andere Wölfe.


Sora starrte verdattert Mali hinterher. Dann hob sie den Kopf und heulte einen Abschiedsgruß.

.oO(Wo will sie hin?)

Dann hörte Sora das Heulen einer fremden Wölfin und sah gespannt den Alpha an. Da sie aber wusste, dass sie da sowieso nichts ausrichte konnte, lächelte sie Edana an.

"Schon wieder ein neuer Wolf! Das geht hier immer ganz schön schnell! Naja, zu deiner Frage: Die Hetzer hetzen das Wild in Richtung der Jäger, die sich dort versteckt haben. Wenn das Wild dann ahnungslos auf die Jäger zuläuft, greifen diese an. Das ist sozusagen der Erschreckungsmoment. Die Beute weiß nicht, was sie machen soll, da hinter ihnen und vor ihnen Feinde sind. So können die Jäger sie dann leicht töten. Verstehst du?"

Sora lächelte vor sich hin und dachte an ihre erste gemeinsame Jagd, dann wandte sie sich aber wieder Edana zu und schaute sie fragend an.



Erstaunt drehte Syracus den Kopf und lauschte dem Heulen, erst dem von Sora, dann dem der neuen Wölfin. Sein Blick drehte zu Lioku, wieder ein sachtes Grinsen auf den Lefzen.

"Willst du, soll ich, oder soll sie herkommen?"

Er selbst wollte ja endlich jagen gehen, ob die neue Wölfin gleich mit jagen würde? So wie er Lioku einschätze, ja. Das konnte ja was werden, das große Rudel auf Jagd. Syracus war gespannt, wie sich seine Truppe machen würde. Er war ja schon länger nicht mehr Führer einer Jagdgruppe gewesen, aber man sollte ja nicht alles gleich negativ sehen, eher die Herausforderung annehmen und drauf stolz sein, das Vertrauen des Alphas zu haben. Er sah zu den Wölfen seiner Truppe, dann wieder zum Alpha.



Lioku grinste.

"Nun, lassen wir sie doch mal her kommen."

Da sie sowieso noch auf den Rest des Rudels warteten, konnte es nicht Schaden. So hob der Alpha die Schnauze zum Himmel und bat die Wölfin einzutreten. Sie solle seinem Ruf folgen. Dann endete er und suchte mit den Augen die Büsche ab.



Edana dachte über Soras Antwort nach. Ja, es war eigentlich ganz einfach.

"Ja, Sora, ich glaube, ich habe es verstanden, zum Glück bist du ja auch mit dabei, dann ist es eh einfacher!"

Edana grinste Sora an, dann freute sie sich, es würde bestimmt aufregend werden, hoffentlich machte sie nur keine dummen Fehler bei der Jagd!


Yanaco lauschte auf die Antwort und folgte dann dem Ruf. Nach kurzer Zeit erreichte sie die anderen und hielt in einiger Entfernung an. Ihre Ohren spielten leicht und sie witterte aufmerksam. Der Blick huschte über die Wölfe und versuchte die Situation einzuschätzen. Dabei schwieg sie weiterhin und wartete ab.


Ryu sah Mali nach. Wie konnte sie jetzt einfach gehen? Schnell folgte er ihr und lief schweigend neben ihr her. Tausend Gedanken schossen ihm durch den Kopf. Er sollte sich keine Sorgen machen? Wie stellte sie sich das vor? Er hatte ihr versprochen, sie nie wieder allein zu lassen. Er war zwar einige Tage verschwunden gewesen, aber doch nur mit dem Ziel, wieder zu ihr zurück zu kehren. Während er ihr folgte, sah er kein einziges Mal zurück. Es war als hätte er seinen Platz gefunden. Den Platz an ihrer Seite, für den Rest seines Lebens.


Fast schockiert sah Kyro den beiden nach. Doch er fing sich bald wieder. Sie schienen glücklich zu sein, sie waren zusammen. Er kuschelte sich an Tokala. Irgendwie bewunderte er Ryu, auch er wollte nicht ohne seine Gefährtin sein, vielleicht würde er ihr auch folgen, nein nicht vielleicht, auf jeden Fall! Lächelnd schlabberte er ihr um die Schnauze. Ja, mit dieser Wölfin wollte er bis in alle Ewigkeit leben. Sein Blick wanderte zu den anderen, während er sich an Tokala lehnte. Schien als würden sie ein neues Rudelmitglied bekommen, ein schwacher Trost?


Lioku erspähte die Fremde und trat nun in deutlicher Alphahaltung auf sie zu.

"Sei mir gegrüßt, Wölfin. Ich bin Lioku, der Alpha der Wolves of Freedom, diesen Rudels hier. Wer bist du und was führt dich zu uns?"

Er sprach ruhig und freundlich, wie er es stets tat. Ging er doch davon aus, dass diese Wölfin keine schlechten Absichten hatte.



Tokala sah Mali und gleich danach Ryu traurig nach, so gingen sie also beide. Kyro neben sich zu haben machte sie glücklich und zeigte ihr, dass sie nicht alleine sein musste. Dankbar schleckte sie ihm über die Schnauze und betrachtete dann die neue Fähe. Normalerweise wäre sie wohl zu ihr gegangen, aber jetzt genoss sie es, Kyro bei sich zu haben, wo sie doch auf der Jagd getrennt waren. Sie schloss die Augen und seufzte leise, rückte noch etwas enger an Kyro und genoss seine Zärtlichkeiten. Wenn es nach ihr ginge, könnte es noch etwas dauern, bis sie aufbrachen, außerdem würden sie alle noch die neue Fähe begrüßen, das dauerte dann auch noch.


Yanaco legte den Kopf sacht schief und duckte sich leicht.

"Mein Name ist Yanaco, ich bin Wanderin auf der Suche nach einem Rudel."


Abwartend schnippte sie mit den Ohren und musterte den Rüden genau. Aus ihrer Haltung sprach Selbstbewusstsein und Stolz, doch keine Herausforderung.



Noir lief gespannt aus der Höhle, ihre Rute peitschte hin und her, weil sie sich so auf die Jagd freute, doch das Wedeln wurde langsamer, als sie sah, wie Ryu und Mali verschwanden, traurig blickte sie ihnen nach. Doch als sie die Neue sah sprang sie fröhlich zu ihrem Vater und meinte:

"Morgen, Väterchen!"

Dann sah sie zu der Neuen.

"Hallo Yanaco! Ich heiße Noir!"

Wedelnd setzte sie sich.



Ungeachtet dessen, dass Reiko ihr die Antwort schuldig geblieben war, sprang Darkjania weiter zwischen den Wölfen umher. Bei Noir, einer Fremden, die sich soeben als Yanaco vorgestellt hatte, und Lioku, blieb sie wedelnd stehen, und musterte neugierig die Fremde.

"Hallo. Ich bin Darkjania."

Sagte sie, und ein Lächeln legte sich auf ihre Lefzen. Erinnerungen kamen auf, wie lange war es her, seit sie selbst völlig fremd gewesen war, oder war es überhaupt nicht lange her? Es schien ihr schon eine ganze Ewigkeit vergangen zu sein, sie sah sich suchend nach Attaché um.


Reiko blickte Darkjana nach. Er setzte sich hin und machte den Hals lang, um die Neue besser sehen zu können. Als Darkjana sich ihr vorstellte, hörte er, dass sie Yanaco hieß. Reiko trabte auch hin, um sich ihr vorzustellen.

„Hallo, ich heiße Reiko"

Mit leicht wedelnder Rute setzte er sich gespannt neben Darkjana.



Lioku schmunzelte, als seine Tochter angesprungen kam. Er schleckte ihr liebevoll über die Schnauze und wandte sich noch einmal an Yanaco.

"Sei uns willkommen. Wir werden bald zu einer Jagd aufbrechen, du wirst meine Gruppe begleiten."

Sagte er in ruhigem Ton, dennoch bestimmt. Die junge Wölfin konnte beweisen, ob sie sich im Rudel gut machte. Sein Blick wanderte zu Darkjania und so überließ er seinem Rudel das beschnuppern der Neuen.



Saphir betrachtete alles schweigend. Das Gehen von Ryu und Mali, das Kommen der Neuen, das Herumwuseln einiger Rudelmitglieder. Nicht zu fassen, dass zwei gingen und gerade er noch hier war. Ob sie, wenn es so weiter ging, jemals zur Jagd aufbrechen würden? Seine kalten Augen wanderten durch die Nacht, vom Waldrand zur Rudelhöhle und wieder zurück. Beim Alpha stoppte er. Mit nichts sagendem Blickt sah er Lioku an und fixierte ihn richtig gehend.


Die Ohren schnippten nach vor und der Kopf wurde leicht schräg gelegt, was Yanaco einen leicht verwirrten Eindruck geben mochte. Nun, sie wurde nicht verjagt, im Gegenteil, sie durfte sogar mitjagen. Leicht begann sie zu wedeln und musterte einen nach dem anderen eingehend, wobei sie den Kopf wieder weiter hob.

"Es freut mich ebenfalls, so viele Namen, ob ich mir die merke?"

Kurz funkelten ihre Augen vergnügt, dann wurde sie wieder ernst und trat einen Schritt nach vorne.

"Noir, Lioku, Darkjania, Reiko."

Wiederholte sie leise und nickte freundlich.



Edana stand auf und ging den anderen hinterher. Sie näherte sich ebenfalls der fremden Fähe, beäugte sie interessiert und wedelte mit dem Schwanz.

"Hallo, ich bin Edana!"

Sagte sie freundlich.



Darkjania wand den Blick wieder auf Yanaco, und lächelte, als sie sie ihren Namen richtig zuordnete. Dann wandte sie sich an Reiko.

"Da bist du ja wieder."

Sie legte den Kopf ganz schräg.

"Hast du denn schon mal im Rudel gejagt?"

Wiederholte sie ihre alte Frage, und hielt den Kopf wieder gerade. Attaché hatte sie nirgends entdecken können.



Yanaco nickte auch Edana freundlich zu und wandte sich dann nachdenklich an Darkjania.

"Nun, ich kenne die Jagd im Rudel und einst tat ich dies regelmäßig."

Kurz schweifte ihr Blick ab und sie schien in Gedanken versunken. Dann lächelte sie leicht und blickte wieder in die Runde.

"Man weiß eben nie, was das Schicksal einem alles für Steine in den Weg legt, nicht wahr."



Darkjania sah wieder zu Yanaco, als diese antwortete, und versuchte sich das ganze vorzustellen, doch es viel ihr schwer, sie kannte nur das einzelne Jagen, und war sehr gespannt auf die Gruppenjagd. An Yanaco gerichtet fuhr sie fort:

"Und was ist einfacher? Alleine oder im Rudel jagen?"

So lächerlich es auch für so manchen Jäger klingen mochte, so unvorstellbar war es doch für sie.


Sora blieb weiter auf dem Platz sitzen und beobachtete neugierig die Neue.

.oO(Besser ich stelle mich etwas später vor, wenn die Aufregung sich gelegt hat und sie sich ein bisschen eingefunden hat. Sonst wird das zu viel.)

Sie sah sich nach Schiriki um, konnte ihn aber nirgends entdecken.

.oO(Wo bist du? Oder bist du wie Mali und Ryu jetzt auch gegangen?)

Sie war traurig. Zwar freute sie sich auf die Jagd, aber sie hatte das Gefühl, dass alle, die sie mochte irgendwie aus ihrem Leben verschwinden würde. Deprimiert legte sie den Kopf auf die Pfoten.



Yanacos Blick war auf Darkjania gerichtet:

„Nun…“

Sie legte den Kopf nachdenklich schief. Einzeljagd oder Gruppenjagd, das war schwer zu vergleichen.

"Weißt du, es kommt darauf an, Hasen zu jagen ist besser, wenn man es alleine tut. Dagegen ist dies bei Großwild so gut wie unmöglich. Es kommt auch darauf an, ob man sich gut in eine Gruppe einfügen kann und sich gut ergänzt. Wenn dies nicht so ist, dann ist die Einzeljagd vorzuziehen, wenn doch, dann ist es auf jeden fall angenehmer in einem Rudel zu jagen. Dabei besteht auch größere Sicherheit."

Das waren viele Worte für sie und abermals verfiel sie in Schweigen und lächelte nur leicht.



Syracus hielt inne und sah nur zu der Neuen. Er lauschte, dass er Beta war, sah man ihm nicht an, und er würde sich später vorstellen, gerade waren ja genug Wölfe bei ihr. Dass Ryu und Mali weg waren, hatte er mitbekommen. Doch mehr als ein stiller Abschiedsgruß kam nicht von dem Rüden. Er stand still da, als wäre er eine Statue. Denn im Gedanken war er bei der Jagd. Der Schwarze überlegte bereits an einer Strategie, um effizient die Zieltiere erlegen zu können. Auch wenn eine Jagd nie so geplant ablief, wie sie es tun sollte, ein wenig Vorarbeit war sicher nicht schlecht.


Noir schaute lächelnd zu der Neuen.

"Ach, das kriegst du schon hin!"

Dann lief sie zu ihrem Papa.

"Du? Wo ist denn Katan?"

Fragend schaute sie zu ihrem Vater. Sie hatte schon lange nicht mehr mit dem Rüden geredet, obwohl er ihr so ans Herz gewachsen war! Suchend sah sie sich nach ihm um. Innerlich schrie sie nach ihm, doch äußerlich sah sie immer noch fragend zu ihrem Vater. Sie hoffte, dass sie keine großen Fehler bei der Jagd machen würde!



Reiko antwortete hastig auf die Frage von Darkjania:

"Im Rudel hab ich erst einmal gejagt. Ich bin ja lange mit meiner Schwester herumgestreift. Da haben sie und ich ja höchstens zu zweit gejagt. Und du? Hast du schon mal im Rudel gejagt?"

Der graue wedelte spielerisch mit der Rute und wartete ihre Antwort ab.



Kyro blieb ebenfalls an Tokala gekuschelt sitzen. Er lauschte den anderen. Hatte nun den Namen der Fremden gehört und beobachtete sie ein bisschen. Schien ganz nett zu sein, also war er zufrieden. Lächelnd sah er zu seiner Gefährtin, schleckte sie ein paar Mal liebevoll ab und genoss ihre Nähe und den Frieden um sie herum. Er war kein bisschen nervös wegen der Jagd. Sie waren ein starkes Rudel, sicher würde alles gut gehen.

"Du bist wunderschön."

Flüsterte er ihr ganz leise ins Ohr. Diese Worte waren nur für sie ganz alleine bestimmt.



Noir schaute zu Kyro und Tokala. Sie fand, dass sie super zusammen passten! Sie wollte später auch so einen Gefährten. Im Moment kam dafür aber auch nur einer in Frage! Sie grübelte und grübelte, wo Katan sein konnte, doch ihr viel nichts ein. Also sah sie wieder fragend zu Lioku.


Tokala lächelte ihren Gefährten voller Liebe an. Seine Worte lösten einen wohligen Schauer in ihr aus und sie leckte ihm so liebevoll, wie noch nie, über die Schnauze und drückte ihren Kopf an seine Schulter, kurz sah sie ihm voller Liebe in die Augen und wandte sich dann zu der Neuen.

"Hallo, ich bin Tokala, wer bist du?"

Kurz überlegte sie, ob die Fremde ihren Namen schon genannt hatte, aber sie selbst war zu beschäftigt mit Kyro gewesen, um etwas mit zu bekommen.



Nyana kam aus dem nahen Gebüsch heran, sie hatte sich noch schnell von ihren Kindern verabschiedet und beeilte sich nun zu der Gruppe aufbrechender Jäger zu kommen. Fröhlich schleckte sie Lioku von der Seite über die Schnauze und lächelte der neuen Fähe freundlich zu. Sie freute sich auf die Jagd, es war nun mal eine willkommene Abwechslung zu dem, nicht immer ganz einfachen, Mutter-Job und Außerdem war ein wenig Beute sicherlich nicht verkehrt. Sie sah sich nach Sora - ihrer Gruppenleiterin - um, blieb aber, bis alle da waren, noch neben ihrem Gefährten sitzen.


Akira hatte sich Liokus Worte aufmerksam angehört, war zwar nicht glücklich über die Rudeljagd, denn das war sicherlich keine allzu große Stärke von ihr, aber dennoch suchte sie bereitwillig ihre Mitjäger und Mitjägerinnen auf, mit denen sie in einer Gruppe war. Sie war froh, dass Darkjania eine von ihnen war, ob sie auch froh war, mit Saphir zusammenzuarbeiten wusste sie nicht so genau, sie hatte lange keine Worte mit dem Rüden gewechselt und war der Abweisung ihr gegenüber langsam müde. Sicher, ein anderer Rüde lag ihr so sehr am Herzen wie er, aber sie hatte nie etwas von ihm als Andeutung erkennen können, dass dies auf Gegenseitigkeit beruhte. Vielleicht war es ein Drang ihres Unterbewusstseins, dass sie gerade jetzt, in ihrer Gedankenverlorenheit, neben ihm landete und ihn, für sie irgendwie plötzlich, konfus anstarrte.


Munter quietschend kam Katan aus einem Gebüsch gesprungen und hüpfte übermütig über den Rudelplatz. Eine Rudeljagd! Wow, das würde großartig werden! Er hob seinen Kopf und trabte übertrieben elegant über den Platz. Seine Augen suchten nach seiner besten Freundin. Bald hatten sie die Fähe erfasst und er wuselte aufgeregt auf sie zu.

"Noir! Eine Rudeljagd, ist das nicht spannend? Wir werden bestimmt Helden!"


Wiefend und wuffend sprang Katan Noir an, kugelte dabei über sie und landete neben ihr auf dem Boden. Er wedelte kräftig und leckte ihr hektisch über den Pelz.

"Freust du dich auch?"



Saphir sah der Wölfin in die Augen und dachte gar nicht daran, den Blick abzuwenden. Er wusste nicht, wie er Akira gegenüber treten sollte, was aber nur bei dieser einen Fähe so war. Der schwarze Rüde, der in dieser dunklen Nacht kaum zu sehen war, deutete ein leichtes wedeln an. Ungekonnt wie immer. Nicht mal ein Hallo brachte er in diesem Moment raus. Was stolperte Akira auch immer fast über ihn? Er sah sie weiterhin fixierend an.

.oO(Nun sag du doch was!)



Schiriki, der etwas abseits gestanden hatte, gesellte sich nun mit einer extremen inneren Ruhe zu seinen Jagdgefährten. Er setzte sich neben Darkjania, gähnte und sah in die Runde. Dinge, wie große Jagden, waren selbst für ausgeglichene Wölfe, wie ihn, immer wieder aufregend, aber meistens war er am Vorabend solcher Ereignisse sehr ruhig. Er legte sich auf den Boden und schloss die Augen. Er war noch nicht müde genug um einschlafen zu können, deshalb dachte er nach. Nach einer Weile hatte er das Bedürfnis Sora noch einmal aufzusuchen vor der Jagd, stand auf und trabte zu ihr hinüber. Er begrüßte sie mit einem stummen, warmen Blick und setzte sich neben sie.


Irgendwie war Akira froh, dass ihr der schwarze Rüde so unverwandt in die Augen sah. Einen kleinen Moment lang vermochte sie selbst in seinen oft so kalten Augen Gefühle vernehmen können. Oder nicht? Sie meinte ein leichtes Wedeln Saphirs wahrgenommen zu haben. Oder war es nur ihr Wunschdenken? Nein, keine Kälte lag in seinem Blick, seine Augen blickten sie viel sanfter an, als sie es je bei Saphir zuvor gesehen hatte.

"Saphir, ich…"

Akira stoppte mitten im Satz, weil sie eigentlich gar nicht wusste, was sie sagen sollte. Sie hatte ihr ganzes Leben lang geglaubt, die Wölfe würden vom Schicksal geführt, aber warum nahm es sich jetzt nicht ihrer an und zeigte ihr den Weg? Akira hatte niemals Interesse an einem Rüden gehabt, aber Saphir war anders als alle anderen, die sie zuvor gekannt hatte und das hatte sie von Anfang an gewusst. Aber was sollte sie jetzt sagen?

"Ich hab dich gern"

All das Selbstvertrauen, das Akira sonst so stark machte hatte sie längst verlassen und obwohl sie jetzt lieber irgendwo in die Ferne geschaut und über das Leben und seinen Sinn philosophiert hätte, konnte sie den Blick nicht von Saphir abwenden und sah ihm weiterhin in die Augen.


Attaché wusste nicht genau, was er jetzt tun sollte, er war ziemlich gespannt auf den nächsten Tag. Eine Rudeljagd! Das war sicher ein Grund zur Aufregung, vor allem da er ja noch nicht so lange dem Rudel angehörte, dass er sagen könnte, so etwas schon einmal gemacht zu haben. Er wusste nicht genau, ob er sich freuen sollte oder nicht. Gedankenverloren lag er unter einem großen Baum am Rande des Rudelplatzes und lauschte hier und dort dem vertrauten Stimmengewirr der anderen Rudelmitglieder, die miteinander tuschelten, zusammen lachten oder sich angeregt unterhielten. Einige lagen vielleicht auch, wie er alleine etwas an der Seite, aber er nahm sie nicht wahr, denn er lauschte bloß. Obwohl er seine Augen geöffnet hielt, war er nicht so ganz anwesend, eher schweifte sein Geist ziellos umher und suchte nach Antworten auf die Fragen über Leben und Tod und auch weiterreichende Gedanken. Monoton starrte der Rüde in die Ferne.


Saphir legte die Ohren an und zuckte merklich zurück, als die Fähe mit diesem Worten herausplatzte. Eine ganze Weile war der schwarze Rüde nicht fähig, sich zu bewegen. Er konnte auch nicht irgendwo anders hinschauen. Unbeholfen zog er die Lefzen zurück und knurrte. Nicht so, wie er es getan hatte, als er mit Lioku gekämpft hatte, oder so wie er es bevor er die Welpen als Geiseln genommen hatte, tat. Wäre er früher in so eine Lage gekommen, hätte er sein Gegenüber getötet. Doch das konnte er jetzt ja wohl kaum bringen. Sein Blick huschte zu Kyro und wieder zurück. Der andere Rüde und Tokala dienten ihm nun mal als Anschauung, wie so was funktionierte. Wie ein ahnungsloser Welpe saß er vor Akira und guckte sie fragend an. Wieso hatte ihm nie jemand bei gebracht, wie man auf solche Worte reagierte?

"Ich mag dich auch."

Murmelte er dann und wagte nicht mehr die Wölfin anzusehen. Warum war er auf einmal so unsicher?



Yanacos Nicken galt Tokala.

"Mein Name ist Yanaco, es freut mich ebenfalls."

Neugierde trat in ihren Blick und sie überlegte, wie viele Wölfe es hier wohl noch gab. Dann streckte sie sich eingehend und schüttelte sich schließlich. Wieder trat sie einen Schritt vor und legte den Kopf leicht schief. Die Ohren schnippten nach vorne. Sie freute sich auf die Jagd. Schon einige Zeit hatte sie in keiner größeren Gruppe mehr gejagt und nun freute sie sich deshalb noch mehr.


Lioku sah zwischen dem Haufen umher.

"Gut, brechen wir auf!"

Seine Worte waren wohl für alle gut vernehmbar, denn er sprach laut und deutlich.

"Sora, Syracus? Ihr kennt den Teil des Waldes, der an die Lichtung grenzt, die wiederum direkt am See liegt?"

Er wartete nicht auf eine Antwort, natürlich kannten die beiden diesen Ort.

"Soras und meine Gruppe, werden vom See her kommen. Wir treiben die beiden Beutetiere direkt in den Wald. Sicher kennst du den Trampelpfad, der vom Rudelplatz bis dort hin führt? Haltet euch dort irgendwo bereit."

Der Alpha nickte seinem Beta zu. Alles war gesagt. Er sah zu Yanaco, Tokala, Noir und Katan. Dann setzte er sich in Bewegung. Fernab des Weges, den er gerade genannt hatte, hielt er sich eher rechts. Sora sollte mit ihrer Gruppe einen Bogen von Links an die Tiere heran machen. Die Hetzergruppen konnten sich über die gesamte Lichtung verteilen. Reh und Hirsch hatten kaum Chancen zu entkommen.


Tokala nickte Yanaco zu und schluckte dann schwer. Jetzt würden sie also aufbrechen. Sie trat noch einmal zu Kyro drückte ihren Kopf an seinen, schleckte ihm liebevoll über die Ohren, lächelte ihn an und wandte sich dann um. Langsam tappte sie hinter Lio her, der sie und die anderen gerufen hatte. Noch einmal wandte sie sich um, grinste Edana zu und lächelte Kyro an, dann verschwand sie hinter Lio im Wald.

"Wie lang wird es denn dauern, bis wir bei der Herde sind?"

Fragte sie an Lio gewandt.



Edana kam noch einmal zu Reiko, ihrem Gefährten. Sie schleckte ihm sanft über Ohren und Schnauze.

"Ich werde dich vermissen!"

Sie sah ihn voll Liebe an und wandte sich dann ab, sie ging auf ihre Gruppe zu, mit Sora als Jagdführerin. Aufgeregt wedelte sie mit ihrem Schwanz, sie stellte ihre Ohren kerzengerade auf, ihr ganzer Körper stand unter Anspannung.



Akira wandte den Blick von Saphir ab. Stumm lächelte sie in sich hinein. Als Lioku das Wort ergriff, hob sie den Kopf.

"Es geht also los!"

Sagte sie und stand lautlos auf. Sie würde also beginnen, die große Rudeljagd im Frühling dieses Jahres. Auch für Akira war es die erste große Jagd mit den Wolves of Freedom, aber das versetzte sie nicht in Aufregung, sie würde ihr Bestes geben.

"Hast du schon mal im Rudel gejagt, Saphir?"



Während Darkjania noch Reiko ansah, schüttelte sie den Kopf.

"Nein, aber das kann ich ja jetzt nachholen!"

Vergnügt sah sie sich um, und endlich, sie fragte sich wieso sie ihn vorher nicht gesehen hatte, bemerkte sie Attaché. Sie nickte Reiko noch einmal zu, und sprang dann auf ihn zu, bis sie wedelnd vor ihm stand.

"Hey, da bist du ja!"

Zufrieden stupste sie seine Schnauze mit der ihren an, als plötzlich Liokus Stimme ertönte. Sie sah zu ihrem Alpha herüber, und stellte die Ohren auf. Als er fertig war, wandte sie sich an Attaché, sie wusste nicht ob er alles mitbekommen hatte was besprochen worden war.

"Wir sind leider nicht in einer Gruppe. Du bist bei Sora Hetzer, ich bin bei Syracus Jägerin."

Sie schleckte ihm noch einmal über die Schnauze, und trabte dann zu Akira und Saphir herüber.

"Na, ihr zwei?"

Sagte sie lächelnd, ihre Aufregung nahm zu, während sie neben ihnen herlief, nun sollte sie also hinter das Geheimnis des Wortes Rudeljagd kommen.



Syracus lauschte Lioku und nickte, ja den Ort kannte er und ohne ein weiteres Wort brach er auf. Erst nach einigen Wolfslängen wartete er auf seine Gruppe, bis alle da waren. Erst dann würde er weiter marschieren zum besprochenen Treffpunkt, wo die Hetzer die Tiere hintreiben werden. Er würde dort sein, sie würden sich gut verteilen und dann die Tiere angreifen. So wie es immer war. Eine gewisse Spannung lag in Syracus Haltung, es war die erste wirkliche Rudeljagd, die er als Führer einer der Gruppen machte. Früher war er normaler Mitjäger gewesen.


Reiko schaute Edana traurig nach.

"Ich werde dich auch vermissen!"

Murmelte er mehr zu sich selbst als zu Edana. Weil sie ja ihn nicht hören konnte.

Er sah der hübschen Wölfin nach. Dann wandte er sich um und suchte Syracus. Da war er ja, er wartete bereits auf seine Gruppe. Reiko trabte auf seinen Gruppenanführer zu und wedelte leicht mit seiner Rute.

"Na? Aufgeregt?"

Reiko schaute ihn vorwitzig an. Er nahm aber eine respektierende und auch eine unterwürfige Haltung an. Er bewunderte den selbstsicheren Beta sehr.



Als Darkjania zu Attaché herüber gelaufen kam, wedelte er freundlich mit der Rute, fiepte und stand auf. Er lief einmal um sie herum, blieb dann vor ihr stehen und schleckte ihr über das Gesicht.

"Ich wünsch dir viel Erfolg und auch viel Spaß!"

Er lächelte sie an. Schließlich riss er sich los und gesellte sich zu den anderen aus seiner Gruppe. Er hielt Ausschau nach Sora und Kyro, seine Blicke fanden die beiden sehr bald. Er würde tun, was er konnte um bei der Rudeljagd eine Hilfe zu sein.



Syracus sah Reiko an, seine Haltung gefiel dem Beta und sein vorwitziger Kommentar störte ihn nicht sonderlich, im Gegenteil.

"Ein wenig aufgeregt, ja. Aber es ist ja nicht meine erste Jagd. Und bei dir?"

Ja, das war gut zu wissen, ob die Truppe Jagderfahrung hatte. So könnte er sie besser einschätzen. Er selbst hatte schon oft gejagt, stets als Jäger und stets war die Beute auch wirklich erwischt worden. Dieses Mal sollte es nicht anders werden. Das war Syracus' vorgesetztes Ziel.



Noir's Rute brach in stürmisches Wedeln aus, als Katan auf sie zugerast kam!

"Natürlich wird das spannend! Und wir, wir sind am Schluss natürlich wieder die Helden!"

Sagte sie stolz, dann lief sie mit erhobener Nase Katan hinterher!

"Natürlich freu ich mich! Bestimmt mehr als du!"

Antwortete sie auf seine Frage! Als Lioku dann rief, schaute sie zu Katan!

"Komm! Wir müssen ihnen zeigen, dass wir die Helden sind!"

Grinste sie. Schnell stolzierte sie zu Lioku.

"Na, aufgeregt?"

Sagte sie vorlaut.



Nachdenklich hielt sich Yanaco an Lioku und beobachtete dabei aufmerksam die anderen. Immerhin war sie hier neu und kannte keinen wirklich. Ob nicht jemand Lust hatte, sich näher mit ihr bekannt zu machen? Dann jedoch wandte sie sich der Umgebung zu und witterte aufmerksam. Sie freute sich sichtlich auf die gemeinsame Jagd.


Noir begrüßte die Neue. Dann fragte sie:

"Woher kommst du?"

Interessiert blickte sie zu der Fähe. Sie wusste, dass sie Yanaco hieß, da sie sich vorher vorgestellt hatte!

.o0(Sie sieht ganz nett aus!)

Dachte Noir sich!

"Hast du schon mal im Rudel gejagt?"



Freundlich wedelte Yanaco und legte den Kopf schief.

"Hallo, du bist Noir, oder? Ich komme aus den Seelenwäldern, sie liegen weiter nördlich von hier."

Nachdenklich legte sie den Kopf schief und musterte Noir.

"Vielleicht hast du schon davon gehört?"



"Ja! Genau die!"

Antwortete sie lächelnd.

"Nein ich komme aus dem Tal der leuchtenden Monde! Aber wir wurden verbannt, ich und meine Mutter! Meine Mutter starb in den Bergen der Wolves of Freedom! Nun bin ich hier!"

Sie versuchte ein lächeln herauszubringen, was ihr nicht gelang da sie an ihre Mami dachte!

"Hast du schon mal im Rudel gejagt?"



Reiko überlegte kurz, und antwortete darauf:

"Naja, früher hab ich ein paar mal im Rudel gejagt. Aber danach bin ich ja lange mit meiner Schwester allein umhergestreift. Alleine habe ich mich bis jetzt recht gut geschlagen. Aber ob ich das im Rudel gut kann? Na, ich werde es ja bald wissen!"

Er musterte den Rüden und wartete auf seine Reaktion. Reiko freute sich über das Gespräch mit Syracus.


Saphir sah Akira verdutzt an. Rudeljagd, er? Welch absurde Frage. Der schwarze Wanderer der Einsamkeit? Wohl kaum. Seine Ohren drehten sich dem Alpha zu, als er das Wort erhoben hatte. Dem Schwarzen war es nicht entgangen. Doch nun wurden die Ohren wieder auf Akira gerichtet.

"Sehe ich so aus?"

Als alle aufbrachen, setzte auch er sich in Bewegung, Syracus folgend.

"Du schon, oder?"



Kyro schmunzelte. In ein paar Minuten würden sie sich alle Wiedersehen und einige taten, als wäre es ein Abschied für immer. Er schüttelte den Kopf und grinste. Dann folgte er der Gruppe von Sora, mit der er jagen sollte. Schnellen Schrittes lief er, bis er mit ihr gleichauf war.

"Na, nervös? Hast du schon oft eine Jagdgruppe geführt?"

Der braune Rüde wusste noch nicht so recht, ob er nervös war, oder nicht. Es war nicht seine erste Rudeljagd, aber mit einem solch großen Rudel, hatte er noch nie gehetzt.



Lioku schmunzelte bei Tokalas Frage.

"Ein paar Minuten. Du weißt doch wo die Lichtung am See ist, es ist kein weiter Weg. Nur weil wir einen kleinen Bogen machen müssen, dauert es etwas länger."

Meinte der Alpha im ruhigen Ton. Sie hatten die Hälfte des Weges schon zurück gelegt.



Yanaco zeigte sichtlich Mitleid:

"Das tut mir leid."

Leicht schnippte sie mit den Ohren, lächelte dann aber aufmunternd und überlegte.

"Nun, ich jagte einst mit meiner Familie in den Seelenwäldern. Rudeljagd ist etwas besonderes, wenn man lange Zeit alleine herumstreift, findet man das heraus."

Einen Moment seufzte sie leise, lächelte aber sofort wieder.



Attaché streckte sich, allerdings ohne, dass dabei seine Aufmerksamkeit nachließ. Er hatte seine Ohren gespitzt und er ließ seine Augen umherwandern. Bald hatte er wieder Kyro und Sora im Visier. Er sprang an und trabte schwungvoll zu ihnen hinüber.

"Hey ihr zwei! Das wird eine großartige Jagd, oder?"

Er hatte gute Laune, ihm gefiel es, dass es nun endlich richtig Frühling war.


Akira musste kichern.

"Nein, du siehst nicht so aus!"

Sie versuchte ernsthaft zu sein.

"Nein, ich stamme aus einem kleinen Rudel in dem wir alleine oder zu zweit gejagt haben, es ist meine erste Rudeljagd!"

Sie trabte fröhlich neben Saphir her. Erst hatte sie keine Lust auf eine Jagd gehabt, aber nun hatte sie eine positivere Einstellung und bessere Laune.



Syracus Ohren waren Reiko zugewandt, während er die Jägergruppe zum vereinbarten Treffpunkt führte, wohin die Treiber die Beute jagen würden. Auch er freute sich, wieder mit einem Rudelmitglied in Ruhe reden zu können, durch die Welpen war er in letzter Zeit nicht soviel dazu gekommen.


"Das werden wir schon schaffen. Du wirst dich sicher schnell wieder rein finden, in das Rudeljagen. Einfach eines der Beutetiere, die wir besprochen haben, anspringen und versuchen, zu töten, zusammen mit den anderen Jägern. Wir sind recht viele, also werden wir uns so teilen, dass wenigstens 2 jeweils ein Tier angehen, den Bock eher 3. Bei dem müssen wir mehr aufpassen."

Er sah Reiko an, ob er bis hierher folgen konnte.



Noir schaute zu Yanaco.

"Ach so! Weißt du, du wirst dich hier bestimmt schnell einleben! Das habe ich auch! Hier sind alle total lieb!"

Sagte sie freundlich. Sie erinnerte sich an die schweren Stunden die das Rudel mit ihnen aushalten musste! Doch alle hatten das gut verkraftet und sie so leben lassen, wie sie wollte! Sie liebte dieses Rudel und wollte es nie wieder verlassen!



Da Darkjania weder von Akira noch von Saphir eine Antwort auf ihre Begrüßung erhalten hatte, beschleunigte sie ihre Schritte, und überholte die beiden. Sie lief bis zu Syracus und Reiko, und passte ihre Schritte denen, der zwei Rüden, an. Sie hatte Syracus Worte noch gehört, und versuchte sich ein Bild davon zu machen. Das sollte kein Problem sein.

"Und wie teile wir das ein? Nach welchen Kriterien?"

Fragte sie, an Syracus gewandt, und sah dann Reiko an

"Da bin ich wieder"

Sagte sie grinsend.



Yanaco lächelte freundlich und wedelte stärker.

"Das hoffe ich."

Sie nickte sacht und blickte dann zu den anderen, bevor sie sich wieder an Noir wandte.

"Hast du schon in einem Rudel gejagt? Und wenn, warst du dann Hetzer oder Jäger?"

Neugierig schnippte sie mit den Ohren.



Eilan war recht schweigsam und hielt sich in der Nähe von Sora. Ihre Ohren waren aufmerksam aufgerichtet, spielten allerdings auch ein wenig und lauschten aus anderer Richtung. Die Rute der weißen Fähe schwang leicht hin und her und ihre leicht angespannte Haltung wies etwas Nervosität auf.
Auch wenn Eilan keine schlechte Jägerin war, so hatte sie dennoch nie an einer Jagd mit so vielen Rudelmitgliedern teilgenommen und war diese große Rudeljagd nicht gewohnt. Andererseits war sie gespannt auf das, was kommen würde, denn eine solche Jagd war eine willkommene Abwechslung. Wenn dann auch alles gut ginge!



Tokala sah erstaunt auf.

"Ach so, ich dachte wir müssten lange laufen."

Sie grinste, eigentlich seltsam, dass man dann soviel Getue machte, sie hatte erwartet viel länger getrennt zu werden.

"Dann ist es gut."

Gemütlich lief sie weiter neben ihrem Alpha und dachte an die bevorstehende Jagd.



Syracus sah Dark an.

"Naja, ich würde sagen jeweils ein starker Wolf, der sich wirklich anspringen traut und ein geschickter, taktischer Wolf, beim Bock kommt dann der Wolf, der über bleibt, dazu."

Er grinste leicht, dann atmete er ein.

"Ohne jetzt arrogant wirken zu wollen, stelle ich mich als "starker" Wolf dem Bock. Und Reiko, dich würde ich gerne an meiner Seite wissen. Ich denke, wir zwei schaffen das. Wer von euch andren 3 mit uns kommen mag, weiß ich nicht."


Er sah sich um, hatte er wen vergessen? Waren sie doch 6? Na egal, dann würden sie eben 3-3 geteilt.



Saphir trat näher zu Syracus. Kurz sah er zu Akira, immerhin hatten sie und er schon einmal ein Reh erlegt.

"Dann übernehme ich als anderer kräftiger Wolf das Reh. Zusammen mit Akira, da ich schon mal mit ihr zusammen gejagt habe."

Ruhig lag der Blick des Schwarzen auf dem des anderen. Er wusste, dass seine Kraft seine größte Stärke war, er bildete sich nichts darauf ein. Es war nun mal so. Kurz musterte er Akira, auch sie war keine schwache Wölfin, zusammen würden sie das schon schaffen. Da waren ja auch noch die Hetzer, von denen sie sich Unterstützung erhoffen konnten.



Reiko hörte sich die Anweisungen von Syracus mit an und freute sich, mit ihm den Bock erledigen zu dürfen.

"Gut! Ich freue mich schon darauf."

Erwiderte er freudig Syracus. Er wedelte mit der Rute, denn er war aufgeregt und freute sich mächtig auf die Jagd. Reiko schaute sich nach den andern um und schaute dann wieder Syracus an.



Mit aufgestellten Ohren hörte Darkjania, beinahe andächtig, zu was Syracus ihr erklärte, und ihr Bild vom Ablauf der Jagd wurde immer klarer.

"Nun, wenn es euch nichts ausmachen würde, würde ich noch mit euch beiden den Bock übernehmen"

Sie sah von Syracus zu Reiko, sie wusste ja nicht, ob die beiden sie für diese Aufgabe akzeptieren würden und zumindest Syracus hätte das Recht, sie woanders zuzuteilen, Reiko war ja als Jota noch unter ihr. Mit fragenden Augen sah sie vom einen zum andern.



Kyro sah zu Attaché und wedelte. Er nickte dem anderen Rüden zu.

"Da bin ich überzeugt."

Er sah noch mal zu Sora, ließ die Frage einfach mal im Raum stehen. Ruhigen Schrittes folgte er der Wölfin und lief gleichzeitig neben Attaché.

"Hast du schon oft im Rudel gejagt? Ich zwar schon einige Male, aber irgendwie bin ich jedes mal wieder nervös."

Grinsend musterte er Sora und Attaché, dann sah er sich suchend nach dem Rest ihrer Gruppe um. Sie würden die Lichtung bald erreicht haben, die anderen sollten nicht allzu weit zurück bleiben.



Nyana war ihrer Gruppe gefolgt, erst etwas weiter hinten, doch nun lief sie neben Eilan. Auch sie schwieg, sie war nervös und gespannt, was geschehen würde. Sie wollte ihre Welpen nicht so gerne alleine lassen, auch wenn sie Shita vertraute, auch die Schneeleopardin würde die Kleinen nicht vor allem beschützen können. So folgte sie Sora ruhig.


Schiriki war Syracus' Gruppe gefolgt. Er hatte schon oft im Rudel gejagt, so etwas verlernte man nicht. Er lauschte Saphir und dem Beta.

"Was ist mit mir, vergesst mich nicht."

Der kleine Rüde schmunzelte. Konnte man ihn übersehen? Aber es machte ihm nichts aus, sicher war er nicht mit Absicht übergangen worden. Er machte sich seine Gedanken, wo seine Hilfe wohl nötiger war. Den Hirsch zu erlegen, würde nicht einfach werden, die Unterstützung der anderen würde sicher dazu kommen, dennoch, wo war es strategisch Geschickter, ihn einzusetzen? Er wartete, bis Syracus im Antwort gab.



Katan trabte neben Noir her, stets den Blick auf Lioku gerichtet. Er war schrecklich nervös, konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Er freute sich, doch je näher sie dem Ziel kamen, desto unsicherer wurde er. Was war, wenn er einen Fehler machen würde? Wenn etwas schief ging und es seine Schuld war? Vielleicht würde er einen Hinweis der Älteren versäumen und alle in Gefahr bringen? Unsicher sah er zu Noir, warum blieb sie so ruhig und warum war er auf einmal so nervös? Gerade hatte er sich noch unheimlich gefreut, das erste Mal mit den Großen zu jagen.


Lioku grinste.

"Naja, es ist schon ein Stück, aber wir sind ja auch schon eine Weile unterwegs."

Meinte er ruhig. Sie kamen der Lichtung näher, besonders weit war es nicht, verglichen mit normalen Strecken, die für eine Jagd zurück gelegt wurden, doch wirklich nah war es auch nicht. Als der Wald endete und der Alpha ins Freie trat, sah er sich kurz um. Geduckt lief er weiter. Noch waren sie nicht besonders nah an den Beutetieren, bezüglich des Umwegs, den sie gemacht hatten.


Die Sonne hat sich bereits über den Hügeln erhoben. Noch liegt der Nebel über dem gesamten Tal. Es ist hell geworden, nicht mehr so schwer sich zu orientieren. Doch der Nebel versperrt die Sicht auf der gesamten Lichtung. Zum einen gut, so würde der Hirsch sie nicht sehen, zum anderen schlecht, denn sie konnten ihn so auch nur wittern. Der Wind wehte perfekt vom See her, so würden die Tiere auf jeden Fall nicht gewarnt werden.


Reh und Hirsch standen nahe des Waldes. Noch waren sie nicht wirklich munter. Die verletzte Rike hatte schmutziges Fell und wurde von Fliegen belästigt. Auch ohne die Wölfe waren ihre Stunden gezählt. Der Hirsch war aufmerksam, ihm entging kaum etwas. Er schützte die Rike, die seine Mutter war. All das konnten die Wölfe aber nicht sehen.

Tokala sah an Lioku vorbei, konnte aber keine Spur von den Rehen entdecken. Sie schlich hinter Lio her und fragte flüsternd:

"Wann sind wir da? Und woher wissen wir, ob auch die anderen Gruppen bereit sind?"

Sie witterte, nahm aber den Geruch der Rehe noch nicht wahr. Aufgeregt folgte sie Lioku weiter und spürte, wie ihr Fell sich vor Aufregung aufstellte, endlich wieder richtig jagen!



Lioku sah zu Tokala und den anderen.

"Wir warten eine Weile, damit wir sicher sein können, dass die anderen in Position sind. Wir teilen uns ein bisschen auf. Ich und Yanaco werden vom See und unserer Seite heranschleichen. Noir und Katan werden zur Linken und Rechten Tokalas laufen."

Erklärte er.


Soras Gruppe hat die Lichtung ebenfalls erreicht.


Tokala nickte Lio zu und glitt langsam nach links. Sie sah sich nach Noir und Katan um, entdeckte die beiden und schlich zwischen ihnen weiter. Mittlerweile nahm sie endlich den verlockenden Duft der Beutetiere auf.

.oO(Endlich.)

Vor ihr erkannte sie schon das erste Licht, zwischen den sich lichtenden Bäumen. Nach ein paar Schritten sank sie ganz ins Gras und wartete bebend vor Jagdlust auf Lios Zeichen. Neben ihr entdeckte sie Katan, Noir war ganz in der Nähe rechts. Wieder sah sie nach vorne und beobachtete die Rehe, dann wanderte ihr Blick zu der Stelle, wo Lio verborgen sein musste.


Akira nickte bei Saphirs Worten. Gut, dann würde sie mit ihm gemeinsam das Reh angehen. Ihr Blick fiel auf Schiriki. Sie lauschte ihm und sah zu Syracus.

"Also jagt er noch bei uns mit, oder?"

Sie sah sich um. Bald mussten sie einen Ort finden, an dem sie sich auf die Lauer legen konnten. Doch Syracus wusste das sicher. Wie weit die anderen wohl schon gekommen waren?



Attaché blickte zu Kyro. Doch im selben Moment kam die Lichtung in Sicht und er wurde bedeuten vorsichtiger. Ein Kopfschütteln musste Kyro als Antwort reichen. Geduckt schlich er hinter Sora über die Lichtung und nahm seinen Platz in der Nähe des Waldes ein. Er sah zu den anderen, viel war ja noch nicht abgesprochen worden, sie sollten die Beute irgendwo einkreisen und er blieb nun einfach dort, wo er war. Von hier aus würde er die Beute hetzen.


Syracus wandte seinen Kopf um, als ihm Schiriki auffiel.

"Oh entschuldige Schiriki, ich wusste doch, wir waren 6 und nicht 5."

Er schmunzelte leicht.

"Was denkst du, eher mithelfen den Bock erlegen oder Saphir und Akira bei der Rike helfen? Ich überlasse dir die Entscheidung, so wie ich sie den anderen überlassen habe. Wo du denkst, dass du eher gebraucht wirst."

Er sah zu Saphir und nickte ihm zu, sie kamen dem vereinbarten Treffpunkt näher, Syracus wurde langsamer, leiser, konzentrierter als eben noch.



Kyro lief mit Sora weiter. Er nickte Attaché noch mal zu, auch Edana, dass sie in der Nähe des Waldes blieben sollten. Er folgte seiner Jagdführerin.

"Ich werde zum See gehen und von dort aus loslaufen, sie werden uns wittern und wir können die Schlinge zuziehen."

Sagte er noch, ehe er weiter lief, schnell huschte er durch das Gras, fast lautlos, bis er am See ankam. Er wartete noch, der Wind würde ihn verraten, wenn er weiter nach rechts lief. Die anderen mussten noch in Position gehen.



Reiko reckte seinen Hals und schnüffelte in die Luft. Er witterte schwach den Geruch der Rehe. Er versucht durch den dichten Nebel hindurchzuschauen. Aber er konnte nichts erkennen.

"Also, wer macht jetzt was?"

Fragte er die anderen. Reiko versuchte nicht frech zu klingen. Er schaute die andern an nervös an.


Nyana war nicht weit von Kyro und Sora entfernt. Sie hörte die Worte und entschloss sich, zu bleiben wo sie war. Von hier aus würde die Hetzjagd losgehen. Die weiße Wölfin duckte sich und versuchte eine Regung im Nebel zu finden. Undurchdringlich schien er zu sein, eine leichte Witterung wurde ihr zugetragen, was der einzige Beweis war, dass die beiden Tiere überhaupt dort waren. Sie freute sich schon, wenn die Jagd vorbei war, wenn sie mit Lioku und ihren Welpen am Rudelplatz liegen konnte.


Schiriki überlegte. Wahrscheinlich würde bei dem gefunden Hirsch mehr Kraft benötigt, als bei der verletzten Rike. Akira und Saphir würden das schon hin bekommen. Er sah erst zu Syracus, dann zu Reiko, als er dessen Frage vernahm.

"Ich werde mit dir, Syracus und Darkjania den Hirsch angehen."

Er nickte. Er fand auch, dass es Zeit war, in einem der Gebüsche zu verschwinden.

"Wir sollten in Position gehen und uns Deckung suchen."



Syracus nickte.

"Ja, suchen wir uns gute Positionen. Akira, Saphir, ihr zwei übernehmt die Rike, die ist eh verletzt, und Schiriki, Dark, Reiko und ich den Hirsch. Wir werden versuchen, ihm an die Kehle zu gehen, aber seid vorsichtig, riskiert nie zu viel."

Er nickte allen zu, dann schlich er sich zu den Büschen, die gute Deckung boten und wo sie warten würden. Er duckte sich auf den Boden und spähte durch die Zweige auf den Pfad, den die Treiber kommen würden.



Lioku nickte allen zu und trat auf den See zu. Hoffentlich wussten alle, was zu tun war. Er war zuversichtlich und setzte großes Vertrauen in sein Rudel.
Am See angekommen, hatte er die anderen beinahe nicht mehr im Blick. Nur noch schemenhaft konnte er Yanaco und Noir sehen. Er sah den See entlang, ob da jemand zu entdecken war, auch er wagte noch nicht, weiter nach links zu gehen, um nicht alles im letzten Moment zu gefährden.



Akira nickte allen noch zu. Stimmte ja, die Rike war verletzt, das würde sie alleine mit Saphir schaffen. Lächelnd sah sie zu ihm, während sie sich einen guten Platz im Unterholz sicherte. Sie verschwand fast völlig und war kaum noch zu sehen. Die Rike konnte kommen, sie würde bereit sein. Ob die Hetzer den Beginn der Treibjagd ankündigen würden? Oder mussten sie auf das trampeln der Hufe lauschen? Noch war jedenfalls weder das eine, noch das andere zu vernehmen. Akira suchte die Umgebung nach den anderen ab, um zu wissen, aus welchen Teilen der Büsche, sie heraus springen würden.


Schiriki hatte sich sein Versteck nahe des Betas gesucht und war ebenfalls kaum zu sehen. Seine Ohren lauschten den Geräuschen des Waldes, doch noch war nichts zu hören. Es würde doch hoffentlich alles gut gehen? Ruhig und geduckt verharrte der Rüde an jenem Platz. Welches der Beutetiere wohl zu erst kommen würde? Vermutlich der Hirsch, da die verletzte Rike nicht so schnell laufen konnte. Also musste er das erste kommende Tier angehen. Er nickte zu sich selbst und wartete geduldig, auf das Kommen.


Darkjanias Aufregung stieg wieder, und sie wedelte etwas, um sie abzubauen. Sie warf Schiriki, der mit Syracus, Reiko und ihr arbeiten würde ein Lächeln zu, und nickte nach den Worten des Beta. Sie atmete noch einmal tief durch, und suchte sich, rechts von Syracus einen Platz zwischen dem Gestrüpp, welches sie recht gut verbarg. Syracus würde so vor ihr angreifen können, was es ihr vielleicht leichter machen würde. Sie wagte nicht, sich hinzulegen, sondern duckte sich nur leicht, und lauschte in den Morgen hinaus.


Noir merkte, dass Katan nervös wurde. Zur Beruhigung stupste sie ihn an und meinte freundlich:

"Du schaffst das schon! Du bist super!"

Sie schleckte ihm über die Schnauze, sie zuckte zusammen. Was machte sie da bloß!?

.o0(Er denkt bestimmt ich bin verrückt!)

Sie sah zu Lioku und stellte sich zu Tokala. So konnte Katan sie wenigstens nicht darauf ansprechen. Sie blickte konzentriert auf die Lichtung, wo sie noch nicht viel sah. All ihre Muskeln waren angespannt. Nun kam die Nervosität. Was wäre, wenn sie die Jagd versauen würde? Ängstlich blickte sie zu Katan. Er war ihr bester Freund und sie hatte ihn zuvor noch nie so nervös gesehen. Nach außen wirkte sie ruhig, doch ihn ihr rumorte es nur vor schlimmen Gedanken!


Als Yanaco ihre Position einnahm, witterte sie aufmerksam und versuchte die anderen zu erkennen, was ihr jedoch nur teilweise gelang.
Zumindest meinte sie, Lioku erkennen zu können, und das genügte ihr vorerst. Nachdenklich schnippte sie mit den Ohren und duckte sich zu Boden, während sie sich Schritt um Schritt der Beute etwas näher brachte und dazwischen immer wieder inne hielt.
Sie witterte aufmerksam und legte den Kopf schief. Der Geruch der Beute stieg ihr in die Nase und nur mit ihrer gesamten Selbstbeherrschung und Erfahrung verhielt sie sich weiterhin ruhig.



Lioku lief nun nach links, in Kyros Richtung, von dem er natürlich nicht wusste, dass er da irgendwo sein musste. Schnell huschte er einige Meter, dann hob er die Schnauze und heulte. Der Startschuss war gefallen, es konnte losgehen. Der Alpha trabte nun direkt auf die Mitte zu. Erst langsam, dann immer schneller.


Bei Reh und Hirsch war die Verwirrung perfekt. Sie hatten einen Wolf heulen gehört, viel zu nah, um es zu ignorieren. Unruhig sah der Hirsch sich um, während die Rike umhertänzelte und am liebsten einfach drauf los gelaufen wäre.


Tokala hörte Lios Heulen und machte einen kraftvollen Satz hinaus auf die Wiese. Ihre Läufe flogen unter ihr über die Wiese, während sie in vollem Galopp auf die Rehe zu preschte. Ihre Rute flog im rasenden Wind und sie schloss, wie im Rausch, die Augen. Jeder Muskel in ihrem Körper war angespannt und sie spürte das Leben, dass durch ihre Adern pulsierte. Ihr war es, als könnte sie schweben, sie nahm nur noch verschwommen die Tiere vor ihr wahr, auf die sie noch immer zu raste. Freude, das war es. Unbändige Freude und das ewige Gefühl der Freiheit.


Der Beta lauschte dem Heuelen. Dann konnte man förmlich sehen, wie sich die Sehnen und Muskeln unter dem Fell anspannten. Voll auf den Pfad konzentriert wartete er, zum bersten angespannt. er würde vorschießen, die Tier aufhalten und anspringen, versuchen mit Wunden einzudecken, um sie stark zu schwächen. Er war bereit, alles zu geben, außer dem Leben, das würde er sicher behalten, doch auch Verletzungen würde er wegstecken, wenn es die erfolgreiche Jagd fordern würde.

Doch auch die anderen Wölfe behielt er leicht im Auge, er würde helfen, wenn es nötig werden würde, doch vorrangig galt es, die Tiere zu erlegen, wie geplant.



Die gelben Augen Darkjanias schienen zu leuchten, vor Spannung, und während sie sich Sprungbereit machte, merkte sie, dass sie regelrecht zitterte vor Aufregung. Sorgen um den Ausgang der Jagd machte sie sich keine, sie verlies sich auf ihre Kräfte und die, der anderen, das genügte ihr. Was Attaché jetzt wohl machte? Sie schüttelte den Gedanken ab, sie durfte nicht unaufmerksam werden, sonst würde sie zu spät reagieren, und das könnte verhängnisvoll sein, da die anderen auf ihren Einsatz zählten. Sie starrte auf den Weg, und erwartete jeden Moment, die panischen Tiere auf sich zukommen zu sehen.


Bei dem Heulen schnellte Yanaco nach vorne und ihre Pfoten trommelten auf dem weichen Untergrund und hinter ihr richteten sich die Halme wieder auf. Immer mehr und mehr zog sie ihr Tempo an und behielt das Opfer so weit, wie möglich, im Auge. Ihre Schritte waren jedoch mit Bedacht gewählt und sie achtete darauf, nicht unvorsichtig zu werden.


Kyros Ohren zuckten, als er Liokus Heulen hörte. Augenblicklich setzte sich der Rüde in Bewegung. Er rannte direkt in den Nebel hinein und war einen Moment orientierungslos. Bald entdeckte er den Alpha und lief parallel zu ihm auf die Mitte der Lichtung zu. Er meinte, irgendwo in der Nähe Sora erkennen zu können, war sich aber nicht sicher. Überhaupt jagte er gerade blind. Er witterte die Tiere nicht, sah sie nicht und konnte sie nicht hören. Auch das Trampeln der Hufe war noch nicht zu hören. Als Kyro näher an Lioku kam, sah er die Neue, Yanaco aus dem Nebel auftauchend. Von Reh und Hirsch noch keine Spur.


Nyana lauschte auf, als sie das Heulen ihres Gefährten hörte. Es ging also los. Auch sie rannte nun, so schnell sie konnte, auf die Mitte der Lichtung zu. Im Nebel hatte sie die anderen verloren und konnte sie nicht mehr sehen. Die Wölfin war schnell unterwegs und glaubte irgendwann Kyro erspähen zu können. Sie witterte Hirsch und Reh und wusste ziemlich genau wo sie hin musste.


Aufmerksam lauschend und umherblickend kauerte Akira im dichten Unterholz. Es bot ihr perfekte Deckung und die Farbe ihres Fells verschmolz mit der des Waldes. Geduldig wartete sie und doch war jede einzelne Faser ihres Körpers aufs äußerste gespannt. Hörte sie eben etwa Hufe auf dem Boden aufschlagen? Lag das leichte Trommeln von in der Ferne dahinschnellender Tiere in der Luft? Nein! Ihre Sinne spielten ihr bereits so manchen Streich, langsam schaltete sich das Denken aus und der Instinkt übernahm die Oberhand. Der Jäger, der in jedem Wolf steckte, würde ihr helfen, die Rike zu erlegen. Sie war froh, dass Saphir an ihrer Seite war. Er hatte vielfach bewiesen, dass er stark und geschickt war.


Reiko wollte sich neben Darkjania gerade ins Gebüsch schleichen, als plötzlich das Heulen von Lioku zu hören war. Er huschte ins Gebüsch und blickte kurz zu Darkjania und nickte ihr glückwünschend zu. Er schloss seine Augen und konzentrierte sich. Der Wind pfiff, er spürte das Pochen der Hufe und Pfoten unter seinen Läufen.
Sie hatten bereits begonnen. Reikos Ohren schnippten nach vorn. Er versuchte die ungemeine Nervosität zu unterdrücken. Der Jagdtrieb stieg in ihm. Er spürte kaum noch den Boden unter sich. Er schüttelte alle Ängste und Gedanken von sich ab und lauschte nur noch. Er war bereit, alles zu geben. Er sammelte alle seine Kräfte. Seine Muskeln und Sehnen waren angespannt, er würde bereit sein, wenn sie kommen würden. Das Reh und der Hirsch.



Sora rannte los. Sie roch die Beute und konzentrierte sich voll auf sie. Neben sich, links und rechts, sah sie Schatten von anderen Wölfen und fing an zu lächeln. Jetzt hatte die Jagd wirklich begonnen. Sie lief schneller und hoffte, dass die Beute sie riechen, hören oder sehen konnte. Der Wind wurde stärker und der Geruch der Beute auch.


Saphir war mit seiner Umgebung verschmolzen und nur schwer zu erkennen. Er lag irgendwo in Akiras Nähe auf der Lauer. Besonders viele Gedanken machte er sich wegen des Jagens nicht, er hatte Kraft und war nicht dumm, das musste die fehlende Erfahrung ersetzen. Seine kalten Augen suchten auf der anderen Seite des Pfades nach Syracus und dem Rest der Gruppe. Als er sicher war, zu wissen, wo sich alle befanden, richtete er den Blick wieder gerade aus, aufmerksam lauschend, ob Hufe, die auf die Erde trommelten, zu vernehmen waren.


Hirsch und Reh fühlten sich leicht umzingelt und rannten in Todesangst auf den Pfad, der in den Wald führte, zu. Wie geplant also. Die Luft war vom Trampeln der Hufe erfüllt. Der Hirsch lief hinter seiner Mutter, um sie zu schützen.

Lioku, Kyro, Sora, Nyana, Yanaco und Tokala sind den beiden dicht auf den Fersen.



Immer gespannter war Syracus. Er war sprungbereit, die Sehnen zum Bersten gespannt. Als sie nah genug waren, sprang der Rüde mit zwei Schritten aus dem Gebüsch und sprang auf den Rücken des Hirsches, um hinter sein gefährliches Geweih zu kommen und sich verbeißen zu können. Er würde dafür sorgen, dass das Tier den Kopf hoch hielt, nach ihm schlug, dass die anderen an die Kehle konnten.

Wenn alles nach Plan laufen würde, dann würde der Hirsch mit dem Geweih nach ihm schlagen, ein wenig konnte Syracus wegstecken und arg erwischen, konnte der Hirsch ihn in seiner Position nicht.



Der mächtige Hirsch nahm die Herausforderung des Wolfes an. Er wehrte sich mit kraftvollen Bewegungen, die den Wolf von ihm abschütteln konnten. An seine Kehle kam man im Moment nicht heran ohne Gefahr zu laufen, das mächtige Geweih in die Rippen zu bekommen.

Die Rike hatte sich erschreckt, als der Rüde wie ein Schatten aus dem Gebüsch gesprungen war, völlig verwirrt wusste sie nicht mehr, wohin und drehte sich einmal um sich selbst im Kreis, ehe sie versuchte, sich zu orientieren.



Nyana erspähte den Hirsch vor sich. Keinen der anderen Hetzer erblickte sie, sie sah, wie es Syracus alleine mit dem kräftigen Tier aufnahm. Sie musste handeln und zwar schnell. Mit einem gewagten Satz, sprang die Wölfin von hinten, an den Hirsch heran und verbiss sich in seinem Schenkel. Sie fand kaum Halt, da sich das Tier so kraftvoll bewegte, so dass sie wieder weggeschleudert wurde und kurz neben dem Hirsch liegen blieb. Wenige Sekunden später hatte sie sich wieder aufgerichtet und versuchte erneut ihre Zähne in das Fleisch des Hirsches zu rammen.


Saphir nutzte die Verwirrung des Rehs und sprang dieses an. Er warf es mit der Wucht seines Sprunges um und flog darüber hinweg. Er strauchelte etwas und küsste erst mal den Boden. Es dauerte, ehe er sich wieder aufgerichtet hatte und zu Akira sah, in wiefern sie die Rike attackiert hatte. Er merkte einen stechenden Schmerz in einer der Vorderpfoten, wie ungeschickt er gelandet war. Murrend setzte er zum Sprung auf das verlorene Beutetier an.



Yanaco hatte sich an dem Lärm orientiert und fand die beiden Wölfe beim Hirsch vor. In dem Moment, in dem Nyana am Boden lag, tat sie einen Satz und nutzte die Verwirrung des Hirsches, um sich in seiner rechten Schulter zu verbeißen und die Fänge tief in das Fleisch zu vergraben. Ihre Augen funkelten in einer Mischung aus Alarmbereitschaft und Mordlust und ein Grollen erschall aus ihrer Kehle. Sie würde nicht loslassen, ehe sie dazu gezwungen wurde und verbiss sich noch weiter.


Der Hirsch spürte den Schmerz des Bisses in seiner Schulter und gleichzeitig sah er eine Wölfin, die ihn schon wieder von hinten attackieren wollte. Er schlug kräftig aus und erwischte die Wölfin an der Schläfe.

Das Reh versuchte hektisch wieder aufzuspringen, doch bei dem Versuch, sackte es wieder zu Boden. Nun wehrte es sich kaum noch. Die Verletzung an der Schulter hatte ihm alle Kraft geraubt, Kraft, die es auch vor den Wölfen nicht mehr gerettet hätte.



Nyana verspürte einen höllischen Schmerz am Kopf und ging mit einem Winseln zu Boden. Vor ihren Augen verschwamm alles, dann sah sie nur noch Schwarz. Als wäre alles um sie herum weit weg, hörte sie die Geräusche des Kampfes mit dem Hirsch, das Knurren der einzelnen Wölfe und Pfoten, die auf die Beute zustürmten. Alles drehte sich und sie konnte keinen ihrer Muskeln rühren.

Kyro sah wie Nyana zu Boden ging und, dass die anderen große Probleme zu haben schienen, den Hirsch zu Boden zu bringen. Er zögerte nicht und eilte ihnen zu Hilfe. Seine Zähne bohrten sich in die noch freie Schulter. Er blieb an dem Hirsch hängen, so sehr dieser auch tobte. Mit den Pfoten ruderte er immer wieder unbeholfen und er verspürte einen ziehenden Schmerz im Hals, doch loslassen würde er nicht mehr. Blut lief in sein Maul und aus diesem wieder hinaus, über sein Fell, bis dieses verklebt war, und fast bis zu den Pfoten. Er hatte eine gute Stelle erwischt, dennoch schien der Hirsch kein bisschen an Kraft zu verlieren.


Der Hirsch schien wirklich unendlich Kraft zu haben. Als er sah, dass einer der Wölfin seine Mutter attackierte drehte er völlig durch. Er ging auf Saphir los, die Hörner voraus, die Wölfe, die an ihm hingen, nicht beachtend. Er trampelte seine Mutter beinahe nieder, sein Huf stampfte direkt neben ihrem Kopf auf den Boden, von wo aus er weiter den Schwarze attackierte.


Lioku kam zu der Szene hinzu. Der Hirsch der, obwohl drei Wölfe an ihm hingen, noch auf einen weiteren losging, seine Gefährtin die am Boden lag und sich nicht mehr rührte. Der Alpha ging wutentbrannt auf den Hirsch los und verbiss sich in seiner Seite. Er knurrte erbost und versuchte das Tier irgendwie aus dem Gleichgewicht zu bringen.


Syracus hatte einen kranken Blick. Aus den Augenwinkeln her hatte er gesehen, was das Vieh mit Nyana getan hatte. Er verbiss sich und lies sich nicht abschütteln. Der Jagdtrieb und die unendliche Wut ließen den Wolf Kräfte entwickeln, die man ihm nicht zugetraut hätte. Er biss tief und riss ihm eine tiefe Wunde, je mehr er sich bewegte, desto tiefer und schmerzhafter wurde die Wunde, die der Rüde ihm in die Schulter riss. Ob ihn das Geweih traf, war ihm unwichtig, er wollte das Tier leiden sehen, genauso wie er Nyana leiden lies, so sah der Rüde das im Moment, er dachte nur an Rache, was eigentlich ungerecht war, die Wölfin hatte den Hirsch ja angegriffen. Aber so sieht ein jagdfiebriger Wolf das eben nicht, der will nur Blut sehen und genau so agierte Syracus nun.


Tokala hatte mittlerweile die Hirsche und die anderen erreicht. Genauso der Jagdlust verfallen, wie die anderen, ging sie auf die Hirsche los und wurde erst wieder heraus gerissen, als sie sah, wie Nyana zu Boden ging. Mit einem Aufheulen sprang sie dem wild gewordenen Hirsch auf den Rücken und versuchte ihn von Nyana abzulenken. Sie attackierte ihn immer wieder, ihre Zähne fügten ihm viele Wunden zu, bis sie abgeschüttelte wurde. Doch kaum auf dem Boden griff sie schon wieder an. Zum zweiten Mal in ihrem Leben versuchte sie Nyanas Leben zu retten. Es war wie in einem Albtraum, der wieder kam, auch wenn diesmal nicht sie die Schmerzen ertragen musste, sondern Nyana. Jetzt warf sie sich zwischen die Fähe und den Hirsch und griff wieder an, rasend und ohne noch auf ihre Umgebung zu achten.


Aus den Augenwinkeln sah Yanaco die Wölfin zu Boden gehen, doch sie konnte nicht viel tun. Als jedoch der Hirsch sich gegen den anderen wandte ließ sie los und federte vom Boden ab, um sich mit ihrem gesamten Gewicht gegen seine Beine zu werfen. Dabei achtete sie nicht sonderlich darauf, den Hufen auszuweichen. Sie wollte einfach nur verhindern, dass er Saphir zu nahe kommen konnte. Die Fänge vergrub sie in einem der Beine und vergaß dabei ganz, dass sie sich unter dem Hirsch befand.


Saphir sprang erschrocken zurück, als der Hirsch mit samt seinem mächtigen Geweih auf ihn losging. Er hinkte ein paar Schritte, brauchte ein paar Sekunden um die Situation einzuschätzen. Er erspähte Nyana, die reglos auf dem Boden lag und zögerte keine Sekunde mehr, er verschwand im Gebüsch und entzog sich des Verrückten für einige Augenblicke. Er umrundete einen Baum und sprang seitlich wieder aus den Büschen. Seine Zähne bohrten sich in die Kehle des Hirsches. Warmes Blut lief an Beute und Wolf hinunter. Saphir kannte den Geschmack zu gut, nicht von Beutetieren, von Wölfen. Vor seinen Augen tauchten einige der Alphas auf, die er getötet hatte und er kniff die Augen zusammen, um die Bilder zu verjagen.


Reiko schoss aus dem Gebüsch wie ein Pfeil. Man konnte ihn kaum sehen. Er war im Jagdfieber. Er sah wie Syracus auf den Hirsch sprang. Er erkannte den Sinn der Attacke und machte sich bereit zum Absprung. Doch er sah gerade noch, wie Nyana getroffen wurde. Er wollte ihr helfen, doch er sah wie der Hirsch den anderen gefährlich nahe kam. Reiko wusste, dass der Hirsch ihn gesehen hatte. Er sprang den Hirsch seitlich mit voller Wucht an, neben Lioku, und versuchte mit ihm den Hirsch aus dem Gleichgewicht zu bringen.


Syracus war wohl der erste, der absprang. Er sah Nyana, und er rannte in dem Getummel auf sie zu, den Hirsch erledigten genügend der Wölfe. Er packte die Fähe im Genick und zog sie, so gut es ging, aus der Gefahrenzone heraus. Sein Blick galt Lioku, den er erspäht hatte, er wuffte ihm zu, er solle zu ihm kommen, sie mussten Nyana wegbringen. Dass sie tot sein könnte, daran glaubte der Beta nicht. Er sah zum Hirsch, doch er zügelte seine Rachsucht, es waren genug todesmutige Wölfe da, die ihm und der Rike den Garaus machten. Sein Blick galt der Fähe am Boden.


Schiriki hatte dem Hirsch nur kleinere Wunden zu gefügt, noch war es ihm nicht gelungen, sich irgendwo festzubeißen. Er sah, dass der Hirsch trotz gemeinsamen Agierens noch immer nicht zu Boden gegangen war. Ein gewagter Sprung an den Hals des Tieres, wo er endlich Halt fand, war zwar leichtsinnig, doch er musste seinen Freunden helfen. Dass Nyana sich nicht mehr rührte, hatte er zwar gesehen, doch er konnte nicht nach ihr sehen, er konnte das Rudel in diesem Moment nicht im Stich lassen. Alle mussten zusammen helfen, damit die Beute endlich in die Knie ging.


Die Rike hatte sich in ihrer Panik nun doch wieder aufgerichtet und konnte gerade noch vor ihrem eigenen Sohn flüchten. Ein paar Schritte, ehe sie erneut strauchelte und zu Boden ging.


Akira war dem Hirsch ausgewichen und da Saphir den anderen zu Hilfe eilte, nahm sie sich die Kehle der Rike vor, damit wenigstens diese mal aus dem Weg war. Die Wölfin hatte leichtes Spiel und tötete das Reh, das mit den Kräften völlig am Ende war, mit einem gezielten Biss. Sie hob den Kopf. Der ganze Hirsch war bedeckt mit Wölfen, so nahm sie sich eines der Vorderbeine und verbiss sich bösartig darin. Sie konnte immer wieder loslassen, um erneut zuzubeißen und so immer tiefer ins Fleisch vordringen.


Tokala sah Syracus hinterher, wollte zu ihm, sah aber ihre Chance gekommen, den Hirsch zu töten, mit einem weiten Satz sprang sie auf ihn, doch sie hatte sich geirrt, er hatte noch genug Kraft, um sie erneut abzuschütteln. Doch dann sah sie, wie er versuchte zu fliehen und anschließend tot umfiel. Zufrieden wandte sie sich ab, rannte aber sofort zu Syracus und Nyana, wo auch Lio bereits war.

"Was ist mit ihr?"

Besorgt sah sie ihre Alpha an und dann zu Syracus und Lio.


Attaché stürmte hinzu. Seine Zähne wurden in eines der Hinterbeine gerammt und er hatte nicht vor, vor dem Tot dieser Bestie wieder loszulassen. Was hatte dieses Vieh mit Nyana gemacht? Knurrend versuchte er das Bein nach außen zu ziehen, um den Hirsch endlich umzuwerfen. Mit kräftigen Rucken, versuchte er immer wieder, es in seine Richtung zu ziehen. Doch er schaffte es nicht, zu schwer war der große und ehemals gesunde Bock. Zusammenhalt war gefragt. Ewig konnte das doch nicht so weiter gehen, oder?


Erschrocken hatte Eilan gesehen, wie Nyana zu Boden ging und sog Luft durch die Nase ein. In ihren Augen blitzte es kurz und sie sah eben noch, wie sich viele auf den Hirsch stürzten. Mit dem Gedanken, dass sie die anderen nur behindern würde, sprang die Fähe auf die Rike zu und attackierte, das ohnehin schon schwer verletzte Tier. Ihre Blut pulsierte hart in ihren Schläfen und sie wusste nicht, was sie dachte oder ob sie überhaupt dachte. Bilder tauchten vor ihr auf. Das Bild Nyana winselnd am Boden zu sehen, verendende Tiere und auch, ohne wirklichen Zusammenhang ihre halb erfrorene, verhungerte Mutter im Schnee. Eilan wusste nicht genau, was sie tat, es war einfache Intuition, auf die sie sich verließ, während sie aus den Augenwinkeln den wütenden Hirsch sah und selbst über der verendenden Rike stand.


Der Hirsch rammte noch einmal gegen Saphir, der sich da in seiner Kehle verbiss. Der Hirsch bewegte sich auf die Büsche zu und viel dann vorne über. Keiner der Wölfe wurde begraben, Hirsch ist sofort tot. Die Rike ist schon tot, zwei Mal sogar, das eine Mal von Akira und noch mal von Eilan.


Lioku ließ von dem Hirsch ab, als dieser zusammen brach und eilte zu Syracus und seiner Gefährtin. Er schleckte Nyana liebevoll über die Schnauze und musterte sie besorgt. Er konnte keine Wunden sehen.


Syracus blieb neben Nyana stehen und sah zu ihr hinunter. Er stupste sie sachte an, die Wölfin schien noch zu leben, soweit Syracus das eben sagen konnte. Er hoffte, dass die Wölfin wieder werden würde und setzte sich hin. Sein Blick fiel auf den Hirsch, der nun tot zu sein schien, ebenso die Rike. Er schmunzelte kurz, gehässig, dann sah er wieder vor sich.

"Nyana? Alles in Ordnung mit dir?"

Seine Stimme klang fast zaghaft zitternd, er machte sich ehrliche Sorgen um sie.


Yanaco lies los und taumelte zur Seite. Dabei schüttelte sie benommen den Kopf und fühlte sich, als ob sie irgendetwas überrollt hätte. Nur kurz galt ihr Blick den beiden Beutetieren, dann wandte sie sich zu der verletzten Wölfin und legte die Ohren an. Langsam trat sie zu ihr und hielt ein wenig vor ihr an. Ein leises Winseln verließ ihre Kehle und sie lies den Kopf hängen. Der Hunger war ihr vergangen und sie wusste nicht, was sie tun sollte.


Reiko war froh, dass der Hirsch endlich zu Boden ging. Seine Gedanken waren jetzt wieder klar und er war erfüllt mit Freude. Er ließ den Hirsch los. Doch plötzlich verschwanden alle seine glücklichen Gedanken, als er Nyana, die sich noch immer nicht rührte, erblickte. Jetzt erinnerte sich der Rüde. Er hatte gesehen, wie sie zu Boden gesunken war. Seine Blicke galten jetzt der bewusstlosen oder toten Fähe.


Nyana spürte die Zunge ihres Gefährten über ihrer Schnauze. Ein Wimmern war zu hören. Sie wusste nicht wer noch da war, Syracus, soweit sie ihre Sinne nicht täuschten. Der Hirsch schien tot zu sein. Sie fühlte sich müde, konnte trotz weit offener Augen nichts sehen.

"Lio…"

Nur ein Flüstern kam noch aus ihrer Kehle. Sie röchelte und deutete noch ein schwaches Wedeln an. Sie atmete tief ein, auf einmal konnte sie das Gesicht ihres Gefährten wieder erkennen. Zu sprechen vermochte sie nicht mehr, doch die Liebe, die sie für diesen Rüden empfand, wurde von ihren Augen wieder gespiegelt. Bilder tauchten vor ihr auf, während ihr Gefährte verblasste. Ihr Auftauchen in diesem Tal, die ewigen Streitereien mit Lioku und der Beginn ihrer Liebe. Die Rudelmitglieder, die sie während ihrem Aufenthalt kennen und lieben gelernt hatte, ihre Kleinen. Ein stechender Schmerz machte sich in ihrem Herzen breit. So gerne hätte sie ihre Welpen noch einmal gesehen, ihnen über das Köpfchen geschleckt und ihnen gesagt, wie sehr sie sie liebte. Sie erinnerte sich an die Geburt, an die Zeit in der sie die Höhle erstmals verlassen durften. Erinnerte sich an Sharon, ihren ältesten, der gerne ausbüchste, Shayo, der kein Blatt vor den Mund nahm und immer sagte, was er dachte. Sakura, die man kaum im Zaun halten konnte, Faramir, der mutig allem gegenüber trat und wohl vor nichts auf der Welt jemals Angst haben würde. Kayuna, ihren jüngsten, der immer aufgedreht und geradeheraus war und Yuki, ihre kleinste, die mehr als alle anderen ihren Schutz gebraucht hatte. Sie würde ihre Welpen nicht aufwachsen sehen, sie würde nicht erfahren, wie sie zu Jungwölfen heran wuchsen und ihre eigenen Wege gingen. Sie würde nie wieder Lioku über die Schnauze lecken können. Nichts konnte sie mehr tun, denn ihr Leben ging in diesem Moment vorbei. Ein Zittern durchfuhr die Wölfin, dann hauchte sie ihr Leben aus. Ihr Herz wurde ganz langsam und schwach, bis es stehen blieb.


Syracus sah zu Nyana. Er sah auf, zu Lioku, dann hob er seinen Fang und heulte seinen Schmerz über den Verlust der Wölfin hinaus in die Welt. Alle sollten es wissen. Das Rudel, die Wölfe, die hier lebten, alle. Alle sollten erfahren, dass Nya im Überlebenskampf für das Rudel verstorben war.

Seine Stimme klang gefasst und kräftig, wie ein stolzer Vater, mehr als wie ein Beta, der eine gute Freundin verloren hatte. Sein lautes, klares Heulen, sein Abschiedslied, war weit noch zu hören.


Als Yanaco die Wölfin so dahinscheiden sah, zog es ihr die Kehle zu und sie hob den Fang um ein gequältes Heulen auszustoßen.

"Mögen dich deine Pfoten ab nun auf bessere Pfade führen."

Doch ihr Heulen war kurz, denn es schnürte ihr die Kehle zu. Kaum hatte sie jene Wölfin kennen gelernt, doch hätte es nicht so kommen dürfen. Es hieß so schön, dass nichts sicher war, nur der Tod, doch er brachte keine Erleichterung, sondern nur eine Leere und das Gefühl, versagt zu haben. Sie lies den Kopf hängen und sank zu Boden. Die Pfoten gaben unter ihr nach und der Kopf sank auf die Vorderläufe.


Lioku lauschte ihr, bis er verstand, dass da nichts mehr kommen würde. Völlig geschockt stand er vor seiner Gefährtin und jaulte auf einmal auf. Unruhig trat er von einer auf die andere Pfote, stupste sie immer wieder vergeblich an und sank dann neben ihr zusammen. Ein klägliches Wimmern ging von dem Alpha aus, während er sich an seine Gefährtin kuschelte. Ihr Körper war noch warm und es war, als würde sie nur schlafen. Der Alpha schleckte ihr über die Schnauze. Begreifen konnte er in diesem Moment nicht, was das alles bedeutete.


Tokala sah entsetzt zu ihrer Alpha, die regungslos auf dem Boden lag und schloss die Augen, um die Tränen zurück zu halten. Langsam
hob sie die Schnauze und stimmte in Syracus Heulen ein. Während sie ihre Tränen nicht mehr aufhalten konnte, heulte sie ihren Schmerz hinaus in die Welt. Alles
verschwamm, obwohl sie die Alpha nicht gut gekannt hatte, mochte sie sie sehr gerne, jetzt war sie tot. Sie ließ ihr Heulen noch mehr anschwellen und dachte an die Welpen. So viele waren nun mutterlos, warum war die Welt so ungerecht? Eher sie selbst, oder jemand anderes hätte sterben sollen, aber nicht Nyana! Und Lio, nun war er alleine. Sie wollte ihn trösten, doch sie wusste, dass sie es nicht konnte.


Syracus endete sein Heulen und lauschte den anderen. Er trat zu Lioku und sah seinen Freund an.

"Lioku?"

Er trat neben ihn, sodass ihre Flanken und Schultern sich berührten. Er wollte bei seinem Freund sein und ihm beistehen, er wusste, wie schwer es war, jemanden so wichtiges zu verlieren. Doch er verlor nicht mehr Worte. Sein Blick sprach Bände, wenn Lioku wen brauchte, Syracus war da und wenn es nur eine einfache Aufgabe gewesen wäre, er hätte sie ausgeführt.


Der Körper der Wölfin verschwand vor den Augen der Anwesenden. Er wurde durchsichtig, bis er nur noch aus kleinen Sternchen bestand, die sich über die Bäume erhoben und ihren Weg in den Himmel antraten. Ein Heulen erklang, jeder der die Stimme Nyanas kannte, wusste, von wem es war. Wind kam auf und wirbelte um das Rudel herum. Der Nebel der das Tal bedeckt hatte, löste sich auf und es war, als würde er den Geist der Wölfin bilden, die hinaus zu den Sternen lief. Er nahm Nyanas Form an und die nächste Windböe ließ sie endgültig verschwinden.


Sora stoppte, als sie sah, wie Nyana zu Boden ging. Schnell lief die Wölfin zu der Unglücksstelle und sah gerade noch die Sternchen über dem leeren Körper. Sie erstarrte und war fassungslos.

.oO(Noch jemand.)

Sie schaute in die Gesichter der Anderen und versuchte zu erkennen, wie sie fühlten. Dann schaute sie wieder zu Nyana und hörte dem Heulen zu. Ihr Kopf wurde schwerer und Sora legte sich auf den Boden, ihr Atem ging von der Jagd noch schwer.

.oO(Was werden die Welpen sagen?)


Tokala verstummte wieder und senkte den Kopf. Langsam versiegten die Tränen wieder, sie sah Syracus bei Lio und ließ die beiden alleine, Syracus würde ihn wohl noch am besten trösten können, wenn das überhaupt irgendjemand konnte. Jetzt brauchte sie ein wenig Trost, oder einfach jemand, der noch da war. Sie entdeckte Sora und ging mit gesenktem Kopf zu ihr.

"Ich… warum? Warum sie, Sora?"

Tokala legte sich neben sie und vergrub ihre Schnauze in ihrem Fell, wieder begannen die Tränen zu fließen.


Lioku bemerkte, wie seine Gefährtin neben ihm verschwand. Sein Blick folgte ihr, bis sie nicht mehr zu sehen war. Ein Zeichen? Die Legende, die dieses Tal umgab? Er wusste es nicht und es war ihm völlig egal. Der Schmerz des Verlustes war viel zu groß. Der Alpha erhob sich und lehnte sich leicht an Syracus. Nun hatten sie einen Hirsch und ein Reh erlegt, doch wer konnte in diesem Moment ans Fressen denken?


Reiko stand ein wenig abseits und verfolgte das schrecklich traurige Geschehen. Er war voller Trauer. Reiko kannte die Wölfin nicht. Nie hatte er die Gelegenheit, sie anzusprechen. Aber das nützte jetzt nichts mehr. Reiko wuffte einmal, um sein Beileid auszudrücken. Als der Rüde sah, wie Nyana sich auflöste, flimmerte es vor seinen Augen. Er sah auf einmal sich selbst im brennenden Wald seiner Heimat. Er sah, wie seine Mutter ebenso verschwand. Das Rudel war wieder vor seinen Augen. Sein Geburtsrudel. Doch jeder einzelne Wolf, den er soeben aus seiner Vergangenheit gesehen hatte, nahm wieder die Form von seinem neuen Rudel an. Reiko schloss die Augen um die Tränen zu unterdrücken.


Edana hatte ihre Alpha zwar nicht richtig gekannt, aber sie empfand tiefes Mitleid, auch für Lioku und alle anderen Mitglieder. Dass die Jagd so ausgehen würde, hatte wohl keiner geahnt. Edana schlich mit gesenktem Kopf zu ihrer Schwester, vergrub ihre Schnauze in ihrem Fell und wünschte sich, wie früher als Welpe, auch getröstet zu werden.


Regungslos lag die Darkjania zwischen den Sträuchern auf dem harten Waldboden. Ihr Atem war flach, aber nicht verloschen, jedoch war sie bewusstlos. Keiner hatte ihr Fehlen im Kampfgetümmel bemerkt, und weshalb sie gefehlt hatte würde man wohl nur schwerlich ergründen können, wüsste sie selbst es nicht mehr. Auch vom Tod Nyanas hatte sie nichts bemerkt, und kein Zeichen deutete darauf hin, dass sie demnächst zu sich kommen würde. Ungehört war das Heulen Syracus' und Tokalas an ihren Ohren vorbei geflogen, ungehört der Schmerz über den Verlust der Gefährtin ihres Alphas, welche sie selbst kaum gekannt hatte. Wer wusste wann man sie fand, vielleicht auch gar nicht, dann würde sie den Weg zurück alleine und in völligem Unwissen über die derzeitige Situation antreten müssen, wenn sie aufwachte.


Syracus ließ seinen Freund und Alpha spüren, dass er in der schweren Stunde der Not und Trauer für ihn da war. Er stand ihm bei und sah Nyana nach, dieses Bild, das vom Wind verweht wurde. Er glaubte durchaus daran, dass die Seelen der Wölfe zu Wulf und Wulfin aufstiegen. Und so dachte er sich nichts dabei, als sich Nyana auflöste. Er fand es faszinierend und im Gedanken wünschte er der Wölfin alles Gute. Auf dass sie ein schönes Leben im Jenseits haben würde. Doch sein Blick war nicht lange zum Himmel gerichtete, er sah zu Lioku und stupste ihn an. Die Zeit heilte nahezu alle Wunden und er war ja nicht alleine. Er hatte das Rudel, das ja nicht unbedingt klein war, er hatte die Welpen, die alle einen Teil von Nyana in sich trugen und so würde sie niemals in Vergessenheit geraten. Syracus würde seinem Freund bei der Welpenobhut sicherlich helfen, allein erziehender Vati von 6 nervigen Welpen und Alpha, das konnte er ihm nicht zumuten.


Sora kuschelte sich an Tokala und versuchte nicht ihre Umwelt zu sehen. Am liebsten hätte sie sich in Luft aufgelöst. Ihr fielen wieder all die Wölfe ein, die sie verlassen hatten und sie kuschelte sich noch näher an die andere Wölfin. Tokalas Frage konnte sie nicht beantworten. Diese Fragen gingen ihr auch durch den Kopf.

.oO(Armer Lioku, arme Welpen, armes Rudel.)



Erstaunt verfolgte Akira das, was mit der Gefährtin ihres Alphas geschah. Sie konnte es nicht fassen, Nyana war tot. Und doch tröstete sie der Glaube daran, dass, was immer auch nach dem Tod geschehen mag, es besser sein wird, als das Leben. Welch wundersamem Ereignis durfte sie hier beiwohnen, sah es so aus, wenn ein Wolf ins Jenseits ging? Oder würde Nyana diesen Pfad noch beschreiten müssen? Wer wusste das schon. Akira verneigte sich vor dem scheinbaren Bildnis Nyanas. Der Wind flauschte ihr Fell auf. Als sie aufsah, war Nyana vollkommen verschwunden, nur ihr Zauber warmen Lichtes schien noch in der Luft zu hängen.


So groß der Schmerz über dem Abschied von Nyana auch sein mochte, viel mehr schmerzte Schiriki der Gedanke, dass es für Lioku ein noch härterer Schlag war, als für alle anderen. Traurig und mitgenommen versank er in Gedanken und ihm schlichen Worte durch den Kopf, die er einst gehört hatte:

"Wer es auch ist, der das Leben verlässt, es gibt immer jemanden, der um ihn weint und deshalb darf man nicht töten."

Das hatte einst seine Mutter zu ihm gesagt auf einem Beutezug. Sie sagte, wenn sie nicht Fleisch gebraucht hätten um zu leben, sie hätte nicht getötet. Schiriki schätzte das an ihr.


Eilan stand einfach da und starrte noch immer auf die Stelle, an der Nyana gelegen hatte. Der Schock hatte sie noch immer nicht losgelassen und so fühlte sie sich wie in einem zeitlosen, leeren Raum.

.oO(Ich hoffe, du findest deinen Frieden in Wulfs Gefilden.)

Langsam blickte die weiße Fähe gen Himmel und versuchte sich vergebens in das hier und jetzt zurückzuholen. Niemand hätte behaupten können, dass diese Jagd ungefährlich war und doch war wohl niemand auf so etwas gefasst gewesen. Was sollte jetzt aus Nyanas Welpen werden, was aus Lioku? Sie warf ihrem Gefährten und Lioku einen traurigen Blick zu.


Tokala konnte Soras Gedanken förmlich hören und schluchzte noch einmal. Sie spürte Edana neben sich und wusste, dass sie genauso getröstet werden wollte, aber sie selbst war jetzt nicht in der Lage dazu. Sie sah langsam auf und entdeckte Lio noch immer bei Syracus, die anderen standen herum, die Luft schien schwer vor Trauer zu sein. Doch plötzlich realisierte sie zwischen all diesen entsetzlichen Gedanken, dass Dark nicht bei ihnen war. Wie in einem schrecklichen Albtraum erhob sie sich und wandelte in den Wald, mehr wie ein Geist. Ihre Nase folgte unbewusst Darks Geruch und kurz darauf sah sie durch Nebel hindurch Dark auf dem Boden liegen. Langsam senkte Tokala die Schnauze und schnüffelte am leblosen Körper.

.oO(Oh nein, nein, NEIN!)

Sie schwankte und schien zusammenzubrechen, doch dann sah sie Dark atmen. Plötzlich verschwanden die Nebel, ihre Sicht war wieder klar.

"Darkjania?"


Die kalte Hand entstanden aus Trauer griff auch nach Attachés Herz. Es war weniger Nyanas Scheiden, welches ihm so aufs Gemüt schlug, es war vielmehr die Wehmut und die Hoffnungslosigkeit, die sich in den Augen seiner Mitwölfe spiegelte. Er konnte die Wut in der Luft wittern, die Angst vor der Zukunft und den Unwillen gegenüber dem Schicksal. Auf der Suche nach moralischer Anlehnung huschten seine Augen zwischen den Wölfen hin und her und doch fanden sie nicht, wen sie zu erspähen hofften. Wo war Darkjania? Wo, wenn nicht hier bei allen anderen? Unruhe ergriff Attaché. Ohne ein Wort verschwand er im Wald. Er witterte und fand eine leichte Fährte. Sie war nicht sehr frisch, aber er würde sie verfolgen. Ihm schien eine Ewigkeit vergangen zu sein, als er endlich die schwarze Wölfin erblickte. Erschrocken über ihren Zustand tänzelte er um sie herum. Sie war bewusstlos. Er hob die Schnauze und heulte. Ihm war der Verlust den Lioku erlitt bewusst und doch mussten sie einem Wolf helfen, wenn er verletzt war, egal mit wem er befreundet ist.


Yanaco blickte sich von ihrem Punkt aus um und winselte leise. Dann erhob sie sich und verzog sich etwas weiter weg. Sie ertrug den Anblick von soviel Leid nicht länger und rollte sich unter einem Baum ein, die Schnauze unter den Pfoten vergraben. Dabei erinnerte sie sich traurig an ihre Familie und ihr Rudel, dass sie einst zu verlassen gedachte. Nach einer Weile hob sie den Kopf und blickte wieder zu den anderen. Ihr Blick schweifte über das Reh und den Hirsch und doch vernahm sie keinerlei Hunger. Sie hatte etwas von Welpen vernommen und das schlimmste waren Welpen ohne Mutter.


Noir schreckte auf, als sie sah, wie Nyana zu Boden ging. Sie hatte nicht gedacht, dass es so schlimm sein könnte! Sie sah ihren Vater, der leise wimmerte, so hatte sie ihn noch nie gesehen! Eine brennende Wut überkam sie, als sie ihren Vater so sah. Plötzlich vielen ihr die Welpen ein! Ihre Patin Sakura, sie würde nun auch so wie sie, ohne Mutter leben! Die Wölfe verschwanden und sie versuchte sich an die wunderbare Zeit mit Mutter zu erinnern, was ihr nicht gelang. Immer wieder tauchten Bilder von Lioku und Nyana auf. Dieser Glanz in Liokus Augen, den würde sie nie vergessen! So hatte er Nyana angeschaut! Zwar hatte er auch ein Glänzen in den Augen, wenn er seine Welpen ansah, doch der Blick, der Nyana galt, war anders! Irgendwie speziell! Tränen kullerten über ihr Gesicht, was sie aber nicht merkte! Es war, als würde sie nur dastehen! Ohne Seele, ihre Augen waren starr. Sie sah geradeaus ins nichts, sie hob die Schnauze und stimmte in das Heulen ein. Sie hörte, wie Nyana antwortete.

"Finde nun deinen Frieden und sei für immer frei!"


Eine leise Melodie, ohne Ursprung, klang Darkjania in den Ohren, wer sie machte, wusste sie nicht zu deuten, welch Vogel so zu singen vermochte, konnte sie nicht sagen, doch sie war die Einzige, die es hörte, denn kein Vogel oder anderes Wesen steckte dahinter, sondern nur ihr Unterbewusstsein allein. Vor ihren Augen war nur schwarzer Nebel, verloren stand sie in völliger Dunkelheit, und lief von hier nach dort, doch in der Realität lag sie weiterhin regungslos am Boden. Wie aus unendlich weiter Ferne erklang ihr Name, noch viel weiter weg ein Heulen, doch sie konnte die Botschaft des Jaulen nicht entschlüsseln. Noch blieb ihr der Sinn von Attachés Mondensang verborgen, sowohl sie auch nicht erkannte, dass ihr Gefährte hinter dem Ruf steckte.


Syracus sah auf zum Rudel. Die Trauer war berechtigt, aber kaum zu ertragen. Ob Nyana das gewollt hätte? Wohl kaum. Er glaubte eher, dass sie gewollt hätte, dass sich alle verabschiedeten, als würde sie das Rudel verlassen. Und dann sollten sie ihren Angewohnheiten nachgehen, die Beute fressen, die Welpen versorgen. Denn das war im Moment die wichtigste aller Aufgaben und Syracus war sich sicher, dass auch seine Gefährtin Eilan Lioku dabei unterstützen würde, sie mit zu erziehen. Und jeder Welpe hatte ja auch einen Paten, der für ihn verantwortlich war.

"Lioku? Glaubst du Nyana hätte gewollt, dass wir hier stundenlang ´rum stehen und Trübsal blasen?"

Er hielt inne, ehe er erneut ansetzte.

"Wir sollten zurück. Es den Welpen schonend beibringen, ihnen sagen, dass Wulfin ihre Mutter geholt hat, dass sie von nun an von oben aus auf sie Acht geben wird. Und dass das Leben dennoch weiter geht."


Lioku schüttelte den Kopf.

"Natürlich hätte sie es nicht gewollt, so etwas will niemand. Man wünscht sich doch, dass die anderen glücklich sind, aber wie soll ich jemals wieder so etwas wie Glück verspüren?"

Er drehte den Kopf weg und schloss die Augen. Einen kurzen Moment, dann sah er zu den anderen.

"Wir sind ein großes Rudel, bringen wir die Beutetiere zum Rudelplatz."

Meinte er, dort würden sie sie vor anderen Tieren beschützen können. Fressen konnte der Alpha jetzt nicht, unmöglich. Doch auch er konnte sich nicht drücken, seinen Kleinen die Nachricht vom Tod ihrer Mutter mitzuteilen.


Erst nachdem Attaché wieder einigermaßen die Fassung gewonnen hatte bemerkte er Tokala.

"Was machen wir denn jetzt, Tokala? Kommt noch jemand von den anderen?"

Besorgt sah er zu Darkjania.

"Meinst du, wir könnten sie tragen oder ziehen?"

Tragen wäre sicherlich besser, denn zöge man sie über den Boden, könnte sie sich verletzen. Allerdings konnte Attaché nicht abschätzen wie weit sie vom Rudelplatz entfernt waren, er hatte auf der Suche nach Darkjania das Gefühl für Raum und Zeit einfach verloren.


Tokala sah hilflos zu Attaché.

"Wenn wir versuchen, sie zu tragen, könnten wir sie verletzen, vielleicht schwer."

Kein anderer war ihr gefolgt, niemand hatte überhaupt bemerkt, dass Dark fehlte, Nya war tot. Und Dark am Rande? Hilflos berührte sie Darks Schnauze.

"Dark, wach auf. Bitte!"


Eilan schrak aus ihren Wachträumen auf, als sie Attaché hörte und sah, wie Tokala in den Büschen verschwand. Schnell folgte sie ihr und blieb erschrocken vor Darkjania stehen, stellte aber erleichtert fest, dass sie lebte und nicht, wie Eilan angenommen, hatte ebenfalls zu Wulf gerufen worden war. Kurz schloss sie die Augen, um sich zu besinnen.

"Oh Himmel, bitte, bitte."

Sie murmelte zusammenhangslos und dreht sich dann wieder um, zurück zu Syracus und Lioku.

"Dark liegt bewusstlos in den Büschen."


Ihre Stimme war eher zaghaft, denn sie wusste nicht, wie Lioku reagieren würde und ihr Blick sah leicht fragend zu Syracus. Wieso hatte so etwas über sie herein brechen müssen?


Besorgt und schnellen Schrittes folgte Lioku der Gefährtin seines Betas. Neben Darkjania und den anderen blieb er stehen und sah fragend in die Runde. Er sagte nichts, wartete, dass ihm jemand erklärte, was geschehen war. Dennoch war er mit den Gedanken weit weg. Wo, hätte nicht mal er zu sagen vermocht. Völlig ruhig stand er da, die Rute schlaff hängen gelassen. Nichts erinnerte an einen Alpha, oder gar an Lioku selbst.


Saphir beobachtete alles und hatte sich gesetzt. Er hielt Lioku im Auge. Seine Haltung und das Verhalten. Jetzt hätte er leichtes Spiel gehabt, ihn anzugreifen und zu töten. Doch das würde er nicht mehr wagen. Er hatte einen Freund gewonnen und empfand tiefes Mitleid für ihn, konnte sich aber in keinster Weise vorstellen, wie sich solch ein Verlust anfühlte. Auch wollte er nicht unbedingt wissen, wie es war, einen geliebten Wolf zu verlieren. Wenigstens das, war ihm in seinem Leben erspart geblieben, wäre es aber vielleicht doch besser gewesen, jemanden zu verlieren, den man liebt, als immer nur alleine zu sein.


Noir traf ein tiefer Schmerz, als sie hörte, dass Lioku nie wieder glücklich werden wollte! Nie wieder? Wusste er überhaupt, was das bedeutete. Als sie Eilans Worte hörte, schrak sie zusammen.

.o0(Nicht noch einer! Bitte nicht.)

Schnell lief sie in die Büsche, wo schon einige Wölfe standen, sie sah zu Tokala.

"Was ist mit ihr?"

Ihre Rute wedelte nicht, nicht das kleinste bisschen! Warum mussten sie auf diese Jagd gehen! Warum musste das passieren? In ihrem Kopf drehte sich alles, ihre Augen wurden wieder starr! Wieder tauchten Bilder von Lioku und Nyana auf! Sie schüttelte den Kopf um die Gedanken loszuwerden!



So langsam war Syracus auch dem Nervenkollaps nahe. Jetzt auch noch Dark? Aber es waren eh alle Wölfe bei ihr, die nötig waren, um sie zu versorgen. Er baute sich leicht auf, dann bellte er denen zu, die nicht bei Dark standen.

"So, wir tragen die Beute zum Rudelplatz. Damit hier mal wieder Bewegung in den Laden kommt und uns niemand die hart errungene Beute klauen kann. man weiß ja niemals, was hier so rum läuft."

Energischen Schrittes trat er auf den Hirsch zu und packte ihn am Geweih, zog und zerrte an dem toten Tier und hoffte, dass ihm bald wer helfen würde, alleine war das undenkbar.


Sora nickte Syracus zu und folgte ihm. Sie biss in den Hirsch und versuchte ihn mit Syracus zu bewegen. Da sie zu zweit immer noch zu schwach waren nickte sie den Anderen aufmunternd zu. Während sie weiter zog, überlegte sie, ob Dark jetzt auch sterben würde.

.oO(Nach der Jagd lebt bestimmt die Hälfte des Rudels nicht mehr.)

Dachte sie böse und zog noch stärker an der Beute.


Als Tokala den Alpha sah, war sie sich zuerst
nicht sicher, ob da tatsächlich Lio vor ihr stand. Der fröhliche und selbstbewusste Lio? Nein, dieser Wolf war das Gegenteil, aber wie würde sie denn sein, wenn ihr Kyro von einem Hirsch genommen werden würde? Sie schluckte und hörte beide Fragen, Noirs und Lios unausgesprochene.

"Ich weiß nicht, als ich hier her kam, lag sie so auf dem Boden, bis jetzt hat sie sich nicht bewegt, aber ihr Atem geht schwach."

Genauso hilflos und verzweifelt wie vorher schnüffelte sie an Darks Körper und stupste sie erneut an, wie lange würde sie hier noch so liegen?



Eilan stand völlig verunsichert und in einer Welt voller Gefühlsverwirrung neben Tokala.

"Oh bitte Dark, was auch immer du hast wach wenigstens auf oder beweg dich, damit wir dir irgendwie helfen können."

Vorsichtig stupste sie mit der Nase Darkjanias Pfote an und beobachtete ihren leblos wirkenden Körper. Wäre da nicht die Tatsache gewesen, dass Dark ganz eindeutig atmete hätte Eilan sie wohl für tot gehalten, aber so hoffte sie nur, dass die bewusstlose Fähe möglichst schnell wieder aufwachte. Eilan hätte sie so gerne an einen anderen Ort geschafft, doch das ging leider nicht, denn sie wussten schließlich nicht, ob Dark irgendwie verletzt war, im Sinne eines Bruches oder ähnlichem. Ein kurzer Blick glitt zu ihrem Alpha, doch er schien nun unzurechnungsfähig zu sein, was Eilan noch mehr bedrückte, denn sie kannte Lioku nur anders. Doch was würde sie tun, wenn Syracus…? Sie ließ ihren Gedanken unbeendet und musste sich erschrocken davon befreien. Nein, jetzt galt es Lioku und Darkjania zu helfen.


Edana kam auch zu Syracus und Sora, um ihnen zu helfen, das erlegte Wild zu tragen. Ihre Gedanken allerdings waren immer noch bei dem armen Lio, der toten Nyana und natürlich bei Dark. Niemand wusste, wie es um sie stand. Mit gesenktem Blick und hängendem Schwanz zog sie so kräftig an der Beute, wie sie konnte. Doch sie waren immer noch zu wenige. Mit ihren Blicken suchte sie Reiko, vielleicht hätte er sie etwas trösten können.


Reiko beobachtete Edana, wie sie ihn suchte. Er kam auf sie zu und leckte ihr zärtlich über ihre Schnauze. Er schaute sie liebevoll und tröstend an. Lange schaute er Edana in die Augen.

"ich werde helfen, die Beute zu bewegen."

Unterbrach er die unbehagliche Stille. Mit diesen Worten blickte er sie an und zog danach kräftig an dem Fleischhaufen.

Seine Gedanken waren nicht ganz klar. Mehr getrübt wie in einem träumerischen Unbewusstsein. Er dachte an all das, was so fröhlich und spannend angefangen hatte. Die Jagd. Und dann musste so etwas geschehen.


Stimmen wurden laut um Darkjania und verklangen wieder, doch irgendetwas war da, neben ihr. Nein, es waren sogar mehrere. Sie konnte die Auren spüren, und das Gesagte entzifferte sich langsam in ihrem Kopf, doch noch immer war da nur Dunkel vor ihren Augen. Sie wollte Antworten, legte sich Worte zurecht, doch nur ein leises Stöhnen brachte sie anfangs heraus. Schließlich begann ihr Atem, sich zu regulieren, etwas stärker zu werden und plötzlich riss sie die Augen auf, und sah in viele Augen zugleich, doch alle waren sehr verschwommen. Langsam klarte sich das Bild vor ihren Augen. Da war Attaché, Tokala auch, und Eilan, die Gefährtin des Beta und Noir, Liokus Tochter und ein Wolf, den sie nie zuvor gesehen hatte. Blinzelnd sah sie die anderen an, blieb jedoch liegen, da sie sich ihrer Kräfte noch nicht ganz sicher war...

"Was ist passiert? Sind sie entwischt?"

Zweiteres war auf die Beute bezogen, dass sie auf Jagd gewesen waren, wusste sie gerade noch. Ihr Blick wanderte von Attaché zurück zu dem Fremden Wolf, gerade wollte sie ihn nach seinem Namen fragen, als sie stockte. Das war nicht irgendein Wolf, das war Lioku! Aber…


Tokala japste erleichtert auf.

"Dark! Du lebst!"

Freudig schleckte sie ihr über die Schnauze und vergaß für einen kurzen Moment, was bei der Jagd noch passiert war, so froh war sie, dass Dark nichts geschehen war.

"Wir haben sie alle erwischt, aber…"

Jetzt stockte sie wieder und ihr Blick glitt zu dem so fremden Lio.

"Es ist etwas schreckliches passiert."

Sie wusste nicht, ob es schlecht wäre, es jetzt und hier vor Lio zu sagen, aber war Rätselraten besser?

"Nyana wurde von einem Hirsch tot getrampelt."

Sie senkte den Kopf, um niemand ansehen zu müssen.


Darkjania hatte sich aufgerichtet, während Tokala sprach, noch immer verwundert über den Auflauf, als sie plötzlich stockte. Sie verband nur weniges mit der Gefährtin des Alpha, und doch traf es sie, besonders bei dem Anblick, den ihr Rudelführer bot. Zuerst verstand sie nicht, was Tokala da sagte, verdrehte die Worte, um es nicht zu verstehen, doch es gelang ihr nicht, sich darüber hinweg zu täuschen. Und zwischen den wenigen Erinnerungen an Nyana, die Mutter vieler Welpen, tauchten die davon auf, was passiert war: Getrappel war laut geworden, der Boden hatte sachte unter ihren Pfoten vibriert, und jederzeit hatte die Schwarze die Tiere erwartet. Ihr Adrenalinspiegel war hochgeschossen, und zitternd hatte alles an ihr darauf gewartet, loszustürzen. Doch daraus sollte nichts werden, denn als der Hirsch auftauchte, riss ihre eigene Aufregung sie um, und sie verlor ihr Bewusstsein. Wie zuvor Tokala neigte sie den Kopf gen Boden, wieso? Wenn sie nicht versagt hätte, vielleicht würde Nyana dann noch leben, möglich, dass der Hirsch dann die Schwarze, an ihrer statt getötet hatte. Ihre Gedanken wirbelten umher, immer mehr verfestigte sich der Gedanke sie hätte das verhindern können, es wäre ihre Schuld. Mutterlose Welpen: Ihre Schuld! Ein gebrochener Lioku: Ihre Schuld! Sie begann zu zittern, wäre am liebsten davon gelaufen, und blieb doch stehen, wo sie war.


Yanaco erhob sich schließlich taumelnd und trat zu den anderen. Kurz glitt ihr Blick von einem zum anderen, dann lief sie neben den Beta und packte den Hirsch an einer Flanke. Dann stemmte sie die Pfoten in den Boden und begann ihnen beim Ziehen der Beute zu helfen. Ihr Blick jedoch wanderte unruhig umher und ihre Ohren zuckten leicht. Noch immer schwieg sie verbissen und blickte ab und zu betrübt zum Alpha, den es wohl am schlimmsten getroffen haben musste.


Tokala sah Dark an und konnte in ihren Augen ihre Schuldgefühle erkennen. Obwohl sie noch immer nicht wusste, warum Dark ohnmächtig geworden war, wusste sie, was ihr durch den Kopf ging. Sanft drückte sie ihren Kopf an ihre Schulter und sagte leise:

"Niemand ist Schuld, wir nicht, der Hirsch nicht und du auch nicht."

Aber warum war es dann geschehen? War das Wakas Wille gewesen? Dass eine Mutter von so vielen Welpen starb? Zum ersten Mal schwankte ihr Geist im Glaube zu Waka. Wäre Schiriki hier gewesen, wäre es sicher anders, aber nun stellte sich diese Frage, auf die sie wohl nie eine Antwort finden würde.


Noir schaute zu den beiden, die anscheinend Schuldgefühle entwickelten.

"Waka brauchte noch so einen tollen Engel! Da hat er Nyana gesehen! Ich glaube nicht, dass er wollte, dass die Welpen mutterlos sind! Er wollte nur einen so sonderbaren Engel, dass er darauf wohl nicht geachtet hat! Es war Schicksal wofür niemand was kann! Niemand!"

Sie blickte zu Boden! Ja, so waren ihre Vorstellungen! Ein kurzer Blick galt noch Lioku dann lief sie zu Syracus und Co. um ihnen zu helfen, die Beute zum Rudelplatz zu bringen.


Sora schaute verbissen den toten Hirsch an und zog weiter. Da sie jetzt schon mehrere Wölfe waren, hatten sie den Hirsch schon ein Stückchen bewegt. Sora biss kräftiger zu und versuchte, sich ganz auf die Beute zu konzentrieren und nicht auf den Tod Nyanas. Starr blickte sie auf das Blut des Hirsches und knurrte einmal leise auf. Warum wusste sie auch nicht. Vielleicht wollte sie ihre Aggressionen loswerden.


Mit Zufriedenheit stellte Syracus fest, dass sie zu 4. es dann doch schafften, die Beute langsam gen Rudelplatz zu transportieren, wenigstens den Hirsch einmal. Er zog und zerrte was das Zeug hielt. So konnte er wenigstens die Gedanken an Nyanas Tod verdrängen und die wenigen Male, wo er doch dran denken musste, redete er sich fest ein, dass es ihr da, wo sie jetzt war, wohl noch besser ging, bei Wulf und Wulfin.

Er half wie ein Besessener, die Beute zum Platz zu transportieren und auch wenn sie keinen neuen Rekord aufstellten, sie kamen voran.


Vorsichtig drückte Darkjania den Kopf an Tokalas, zog ihn dann aber schnell zurück und sah nur zu Boden. Was nun?! Auch Tokalas Worte konnten sie nicht von ihrer Überzeugung abbringen.

"Aber…"

.oO(Aber vielleicht wäre es nicht so gekommen!)

Sie war zu verzweifelt um ihre Gedanken in Worte zu hüllen, die bloße Vorstellung an das, was passiert war, war von einer geradezu lächerlichen Ironie mit schmerzhaften Folgen. Ein Wolf, der zu dumm war, im Rudel zu jagen! Wie bescheuert war sie eigentlich?! Gab es überhaupt etwas, dass sie konnte?!? Außer Elend verbreiten? Ihr fiel zumindest nichts ein, und plötzlich preschte sie davon, wie ein gehetztes Tier, doch die Hetzerin war nur sie selbst, und ihr, von Schuldgefühlen überlaufendes, Gewissen. Was würde Attaché denken, was Lioku? Vermutlich würde sie weggejagt, verbannt, halb tot gebissen. Aber Angst verspürte sie nur vor dem Verstehen, sie floh davor, vor sich selbst, vor der Realität, ohne zu wissen, wohin ihre Pfoten sie tragen würden.


Tokala japste erschrocken auf, als Dark davonrannte. Verwirrt sah sie zu den anderen und rannte ihr dann hinter her. Irgendwann schaffte sie sie einzuholen und sah sie beim Rennen verwirrt an. Unter Keuchen versuchte sie zu sprechen.

"Dark… du… kannst… nichts… dafür."

Tokala hechelte jetzt stark und schnappte kurz nach Luft, doch sie dachte nicht daran, langsamer zu laufen. Noch immer schwirrten die Gedanken um Waka in ihrem Kopf herum und sie fragte sich, ob Noir ihre Erklärung ernst gemeint hatte. Es klang schön und einfach und falsch.


Lioku registrierte, dass Darkjania lebte und dass sie umsorgt wurde. Er packte beim Transport des Hirsches mit an. Ein Glück für sie, dass der Rudelplatz in der Nähe war.


Nach und nach packten alle mit an, außer Darkjania und Tokala, die davonrannten. Bald war es geschafft und beide Beutetiere lagen mitten auf dem Rudelplatz.






Geschlecht


Alter


Größe


Status


Charakterbogen


Kyro, Lijenna, Joshua



09.07.2010 18:29
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Lunar
Luciano Nacho






Art
Wolfsträumer (+)

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Plot 15: Jagd im Nebel # 15.03.2005-15.04.2005
Syracus: 21
Tokala: 20
Lioku: 19
Yanaco: 19
Darkjania: 15
Reiko: 12
Noir: 11
Saphir: 10
Akira: 9
Sora: 8
Kyro: 8
Nyana: 7
Edana: 6
Schiriki: 6
Attaché: 6
Eilan: 5
Katan: 2
Ryu: 2
Mali: 2

Gesamt: 178




Geschlecht


Alter


Größe


Status


Charakterbogen


Kyro, Lijenna, Joshua



12.02.2011 16:26
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