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Lijenna
Lillyan Caesar






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Wolfsträumer

Dellruin - Im Jahreslauf
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Kyro hatte plötzlich ein seltsames Gefühl in der Magengegend. Die letzten Worte hallten träge in seinem Kopf wider und plötzlich war er vor Aryths Augen verschwunden. Ceran stolperte gerade neben Laelia nach Caeluci, als er von ähnlichem Sog erfasst wurde und sich mit Kyro und Lavaya zusammen in einer seltsam verwüsteten Welt landete. Es schien, als hätte ein heftiger Sturm die Landschaft verwüstet. Es war kalt und obwohl es ganz klar Tag zu sein schien, wirkte die grau-trübe Stimmung abendlich. Es sah ungemütlich aus, beinahe als hätten sich alle Bewohner irgendwo verkrochen. Ein ganzer Wald erstreckte sich vor ihnen, in dem kein Baum mehr stand. Holzsplitter lagen überall herum und die Stille fühlte sich unbehaglich an.

Ceran spürte, wie sich der anfänglich angenehme Sog veränderte. Plötzlich war er nicht mehr angenehm, irgendwie befreiend.. sondern beängstigend. Für das Empfinden der Ratte wirkte er fast schmerzhaft auf ihn ein. Blinzelnd sah er sich um. Die feinen Schnurrhaare vibrierten sacht, als er sich auch mit der Nase ein Bild verschaffen wollte. Es war kalt, und diese Welt war definitiv keine, in der Ceran sich wohlfühlen würde - obwohl er dieses diesige Licht ganz klar hellem Sonnenlicht vorzog. Unwohl drehte er sich ein Mal im Kreis. Was er sah, löste Entsetzen in ihm aus - insbesondere der zerstörte Wald, dessen Schicksal seinen Blick festhielt. "Alles.. alles.. tot?", brachte Ceran fassungslos heraus.

Lavaya schaute sich um. Wieder war sie in einer anderen Welt gelandet, und diese war auch nicht besser, als die letzte: Dreck überall. Angewidert setzte sie eine Pfote vor die andere und spürte den Dreck unter ihren Pfoten, kalt und feucht, so ganz anders als ihre Heimat. Um sie herum lagen einige von diesen seltsamen Dingen, von denen sie sich nicht erklären konnte, wie sie entstanden sein mochten. Der untere Teil erinnerte an ein Baumhaar, doch verzweigten sie sich immer weiter und an ihren Unzähligen Spitzen wuchsen gründe, flache Dinger, fast wie Schuppen. Hier waren sie allerdings größtenteils abgebrochen, einige sogar im ganzen ausgefallen, tatsächlich fast wie ein Haar. Sie witterte, doch die Gerüche waren so vielfältig und fremdartig, dass sie sich nicht orientieren konnte. In der Ferne konnte sie jedoch zwei Gestalten ausmachen. Sie nahm ihren Mut zusammen und lief auf diese zu. „Hallo!“, rief sie.

Kyro mochte die Willkür der Weltenwechsel nicht. Er bedauerte zwar nicht allzu sehr, dass das Gespräch nun vorbei war, aber es störte ihn, dass er sich nun schon wieder auf andere Begebenheiten einlassen musste. Der zerstörte Wald verhieß nichts Gutes. Als dann auch noch ein Nagetier neben ihm etwas sagte, zog er die Lefzen kraus. "Du stinkst nach Laelia.", befand er. Dem Ratterich haftete jedenfalls der Geruch der Wölfin leicht an. "Hat sie versucht dich zu fressen?" Das Hallo überhörte er erst einmal.

Ceran realisierte erst jetzt, als er ziemlich unfreundlich angesprochen wurde, dass in diesem ganzen Wirrwarr aus neuen Gerüchen kein bekannter, sondern ein fremder Wolfsgeruch lag. Mit zwei Hoppsern brachte er Abstand zwischen sich und den Rüden. "Nein. Laelia ist..." Ja, was war sie? // Noch bevor er aber genauer darüber nachdenken konnte, hörte er in der Ferne ein erneutes Wolfs-Stimmchen. Dabei wusste Ceran gar nicht, weshalb er so genau identifizieren konnte, weshalb es sich um ein wölfisches Wesen handeln musste. Möglicherweise, weil hier so ziemlich alle Wesen, denen er begegnete, Wölfe waren? // Misstrauisch entfernte er sich noch ein wenig weiter von Kyro, während er gleichzeitig versuchte, sich in die Nähe eines potentiellen Unterschlupfes zu schieben. Allerdings schien ihm diese Welt ziemlich... unrattentauglich.

Lavaya betrachtete die beiden genauer. Der eine war ein Wolf, wenn auch ein irgendwie seltsamer, sowohl vom Körperbau als auch vom Geruch her. Sie erinnerte sich, was die Priesterinnen ihr von den Wölfen anderer Welten erzählt hatten. „Bist du ein Rüde?“ Dann wandte sie sich dem anderen Wesen zu. Es hatte vier Beine, zwei Augen, zwei Ohren und eine Nase. Und natürlich Fell. Aber da endeten die Gemeinsamkeiten schon fast. „Und was bist du?“ Ihr kam ein schlimmer Verdacht. Die Priesterinnen hatten erzählt, dass es in anderen Welten weder Weltenmilch noch Springlinge gab, und man daher nicht selten gezwungen war, Tiere mit Fell zu fressen. „Bist du Beute?“ Hoffentlich nicht! Aber wenn es sein musste, würde sie auch das Felltier fressen, auch wenn sie sich jetzt schon davor ekelte. Sie hatte sich freiwillig und bewusst dafür entschieden, eine Weltenreisende zu werden. Jetzt musste sie auch mit den Widrigkeiten des Weltenreisens fertig werden.

Kyro seufzte schwer. Ohje. Was war mit Laelia? Hatte diese beim Jagen versagt, um ihm einen Happen übrig zulassen? Er hätte nichts dagegen gehabt. Es schien immer kälter zu werden. Der Himmel war von einer dicken Wolkendecke bedeckt und Kyro witterte herannahenden Schnee. Eine Wölfin, die er lieber ignoriert hätte, trat näher und ihre Frage machte ihn beinahe sprachlos. Nur kurz fehlten ihm die Worte, ehe er antwortete: "Nein. Ich bin eine Fähe mit Penis.", erklärte er ernst.

Ceran musterte die Fähe halb neugierig, halb irritiert. Sie war doch eine Wölfin - musste sie dann nicht wissen, mit welchem Geschlecht sie es zu tun hatte? Selbst er als Ratte hatte inzwischen ungefähr herausgefunden, wann ein Wolf männlich und wann er weiblich war! // Ihre Frage nach seiner Fressbarkeit ließ ihn hörbar nach Luft schnappen. "Nein, ich bin keine Beute!", stieß er hastig aus - allerdings nicht ohne noch einige Tippelschritte zurückzuweichen. // Kyros Antwort hingegen irritierte den Ratterich eindeutig. "Eine Fähe mit Penis?", echote er verwirrt. Konnte er es etwa doch nicht so gut einschätzen, wer wohin gehörte?

Lavaya war verwirrt. Eine Fähe mit Penis? Nach allem, was die Priesterinnen ihr erklärt hatten, war es doch gerade die Existenz dieses mysteriösen Körperteils, dass die Rüden von den Fähen unterschied. Sie überlegte, sofort nachzufragen, aber sie vermutete, dass es ein kompliziertes Thema werden würde. Erst einmal wollte sie die wichtigsten Grundlagen dieser Welt in Erfahrung bringen, um sicher zu gehen, dass sie hier sicher war. Nicht, dass es hier ähnlich unangenehme Überraschungen gab wie die Springlinge auf Lupmundi. Sie nahm sich aber vor, sich von der seltsamen Fähe die Unterschiede von Fähen und Rüden genau erklären zu lassen, inklusive der Sache mit dem Penis. Dass das andere Tier keine Beute war, beruhigte sie. „Gut, ich hätte dich nämlich ungern gefressen.“ Sie schien es verängstigt zu haben, also schenkte sie ihm ein Lächeln und wedelte leicht mit der Rute, um ihn zu beruhigen. Immerhin schien dieses Wesen von der Sache mit dem Penis ebenso verwirrt zu sein wie sie selbst. Also war es wohl doch äußerst ungewöhnlich, wenn eine Fähe einen Penis hatte.

Kyro weinte innerlich. Vielleicht schrie er auch völlig verzweifelt, während er abwechselnd die Ratte und die Wölfin anstarrte. Wo war er hier nur gelandet? Er wollte zurück zu ... nein, nicht wirklich. Aber er wollte hier weg! Warum? Warum immer er? Seufzend sah er sich um und hob den Kopf zum Himmel, als Schneeflocken begannen, von den Wolken herabzutanzen. Die Welt wirkte vertraut und fremd zugleich. Sie war wie das, was er sein Leben gekannt hatte und schien nichts Absonderliches an sich zu haben, wie Caeluci, Mandri oder Togruduna. Wie diese Welt wohl hieß?

Ceran fragte sich kurz, ob es vielleicht ein Scherz von dem Rüden gewesen sein könnte. Aber es klang so ernst, dass der Ratterich nicht wusste, ob er jetzt seinem Verstand trauen durfte oder nicht. Er beschloss, dem Gedanken später zu folgen. // Die Erleichterung der Fähe klang jedenfalls ehrlich. Das beruhigte Ceran genug, dass er seine angespannte Haltung langsam löste und nun doch vorsichtig in ihre Richtung schnupperte.

Lavaya verstand nicht, warum die fremde Fähe so abweisend reagierte. Sollte sie nicht auch neugierig sein, wo sie doch einen Wolf aus einer anderen Welt traf? Das andere Tier, das keine Beute war, schien hingegen zu erkennen, dass sie ihm freundlich gesinnt war, und entspannte sich, wenn auch nur langsam. Das bewies vermutlich auch, dass es keine Beute war. Ein Springling besaß jedenfalls kein erkennbares Verständnis von Freundlichkeit. Die Fähe mit Penis schaute unterdessen nach oben. Aber warum? Lavaya staunte nicht schlecht, als sie sah, wie seltsames weißes Zeug vom Himmel fiel. Sie schnappte danach, aber immer, wenn sie es erwischte, verschwand es. Nein, korrigierte sie sich, es verwandelte sich eher in Wasser. Sehr kaltes Wasser. „Was ist das?“, fragte sie.

Kyro senkte den Blick wieder, als die Schneeflocken so zahlreich wurden, dass sie allzu häufig in seinen Augen landeten. "Schnee.", erklärte er. "Schneeflocken, um genau zu sein. Boten des Winters." Das war etwas befremdlich. Im Grunde war Kyro gerade noch durch das ewige Eis gewandert, bis er irgendwie in Mandri gelandet und von dort nach Shinaii und dann in eine Menschenhöhle kam, bevor der Wald ihn nach Togruduna geführt und in Caeluci wieder ausgespuckt hatte. Nirgendwo war es winterlich gewesen. Togruduna war kalt gewesen, aber nicht winterlich kalt. In dieser Welt wurde es mit jeder vergehenden Minute noch ein bisschen frostiger. An seinem Winterpelz war Kyro also mehr als froh. Wie sah es bei den anderen beiden aus? Waren diese ebenfalls für die Kälte gerüstet?

Ceran besah staunend die weißen Flocken, die vom Himmel fielen. Er wusste gar nicht mehr, wann er dieses Phänomen das letzte Mal zu Gesicht bekommen hatte - nur, dass es ihn allmählich ähnlich fröstelte wie damals. Er brauchte dringend einen Unterschlupf! // Die Erklärung des Rüden nahm Ceran trotz seiner - wenn auch dürftigen - Erfahrung mit einem sachten Wiegen des Kopfes an. "Ich hoffe nur, es wird nicht noch kälter", gab er von sich, während er sich kleiner machte, um weniger Wärme zu verlieren.

Lavaya dachte über das neue Wort nach. Schnee. Schneeflocken. Flocken aus Schnee. Sie wusste, was Winter war: Die kälteste Jahreszeit. Sie schaute instinktiv nach den Sonnen, um die Jahreszeit einschätzen zu können, aber da war nur eine einzige. „Ist hier immer nur eine Sonne?“, fragte sie. Vielleicht brauchte es daher diesen Schnee, um den Winter zu erkennen? Lavaya merkte, dass es kälter wurde. Sehr viel kälter. Sie fror. „Ist es hier immer so kalt, oder nur im Winter? Und ist es überall so kalt oder nur hier?“ Sie hoffte, dass es in dieser Welt auch wärmere Orte geben würde. Nachts auf dem ekligen, kalten Dreck zu schlafen wäre schlimm genug, aber wenn die Luft dann auch noch so kalt war, würde sie kein Auge zu bekommen.

Kyro schnaubte. Das hatte er sich doch beinahe gedacht! Er witterte zwischen den zerschlagenen Bäumen umher, denen übel mitgespielt worden war. "Ich weiß nichts über die Welt... aber ich habe noch nie eine Welt mit zwei Sonnen gesehen." Es war eine verstörende Vorstellung, die alles auf den Kopf stellte. Andererseits war es auch nicht so verwunderlich, in Anbetracht dessen, was er in den letzten Stunden - oder waren es Tage? - erlebt hatte. "Es wird jedenfalls dunkel... und da wir nicht wissen, wie dunkel es werden wird, wäre mir lieber, wir stünden nicht ungeschützt zwischen frisch gestorbenen Bäumen herum."

Ceran nickte langsam, ehe er hinzufügte: "Hoffentlich finden wir einen warmen Platz." Der Ratterich war sich zwar nicht ganz sicher, ob er wirklich bei den Wölfen schlafen wollte - aber sie waren immerhin warm. Frierend sterben war bestimmt schlimmer als vielleicht doch noch gefressen werden. Mit einem Mal sprang der Ratterich auf und machte zwei Hoppser, ehe er wieder erstarrte, witterte... und das Schauspiel sich wiederholte. Das war zwar nicht zielführend - aber immerhin war er in Bewegung. Das half zumindest ein bisschen gegen die Kälte, die über den Boden in seine Glieder Einzug halten wollte.

Lavaya war erstaunt. „Du bist also auch nicht von hier?“ Welten mit zwei Sonnen schienen jedenfalls gar nicht so häufig zu sein. „Meine Heimatwelt Lupmundi hat jedenfalls zwei Sonnen.“ Die Tageszeiten schienen jedenfalls auch mit nur einer Sonne zu funktionieren, denn es wurde tatsächlich langsam Dunkel. Offensichtlich war in dieser Welt gerade Abend. „Bäume heißen diese Dinger also“, sagte sie mehr zu sich selbst. Baum. Wie Baumhaar, nur ohne Haar. Logisch, denn Haare waren es ja gerade nicht, sondern … irgendetwas anderes. Sie musste unbedingt in Erfahrung bringen, wie diese Bäume entstanden, wachsen konnten sie in dieser Form jedenfalls unmöglich. Aber die Fähe mit Penis hatte Recht: Wenn es Nacht wurde, konnten sie hier nicht bleiben, und bei dieser fürchterlichen Kälte schon mal gar nicht. „Wo schläft man in einer Welt wie dieser?“ Lavaya bezweifelte, dass es hier im Dreck Nesthöhlen geben konnte. Aber wenn hier Wölfe lebten, musste es doch warme, geschützte Schlafplätze geben?

Kyro begann, über einige umgefallene Bäume zu klettern und sich auf die Suche nach einem Unterschlupf zu machen. Es schien nicht besonders viele Tiere hier zu geben und das bereitete ihm sorgen. Allerdings war es für die meisten Vogelarten auch zu kalt. Aber... wer wusste schon, ob es hier überhaupt Vögel gab? Der Schneefall wurde jedenfalls immer stärker. Es war ein richtiges Schneegestöber. "Wir sollten uns nicht allzu weit voneinander entfernen.", gab er Anweisung. Immerhin war er der einzige, der hier irgendwie so etwas wie ein Gehirn hatte. "Wenn das Schneegestöber noch stärker wird, verlieren wir sonst die Orientierung und irren alle allein umher." Natürlich kümmerte es Kyro nicht wirklich, was aus den beiden Fremden wurde. Aber wenn sie in irgendeine Gefahr gerieten, die ihm allein Probleme bereitete, war es besser, wenn noch zwei Bauernopfer zur Verfügung standen.

Ceran erstarrte augenblicklich, als er die Anweisung des Rüden hörte. Das war sinnvoll. So sinnvoll, dass Ceran mit hängendem Kopf zu den beiden zurück trottelte und den Aufwärm-Versuch als gescheitert betrachtete. "Vielleicht... schauen wir einfach nach etwas wie einem Felsen, der uns zumindest vor dem Wind schützt?", überlegte er, "oder einer Felsspalte. Könnte dann aber für euch schwierig werden." Schließlich waren die beiden ja doch ein bisschen größer als er. Das Hauptproblem musste Ceran aber darin erkennen, dass er vor lauter Schneegestöber nicht mehr genug erkennen konnte.

Lavaya war froh, dass die Fähe mit Penis anscheinend wusste, was zu tun war, auch wenn sie keine ihrer Fragen beantwortet hatte. Aber es gab wohl gerade auch wichtigere Dinge, denn der Schneefall wurde immer stärker. Von selbst wäre sie gar nicht darauf gekommen, aber es war natürlich logisch, dass man in diesem Schnee leicht die Orientierung verlieren könnte, insbesondere, wenn es dann auch noch dunkel wurde. Und dadurch womöglich plötzlich allein in dieser lebensfeindlichen Welt zu sein wollte sie mindestens ebenso vermeiden, wie die anderen. Was das andere Tier meinte, war ihr nicht ganz klar. Was war ein Felsen? Jedenfalls konnte er Spalten haben, in die man sich vielleicht zurückziehen konnte. Unsicher näherte sie sich der Fähe mit dem Penis und schaute sie fragend an.

Kyro hatte nur eine Frage vernommen und die hatte er beim besten Willen nicht ernst nehmen wollen. Es musste dieser minderbemittelten Fähe doch klar sein, dass er ihre Frage wohl kaum beantworten konnte, wenn er diese Welt genauso wenig kannte, wie sie. "Es ist windstill." Schlimm genug, dass er das der Ratte noch extra erklären musste. Der Schnee tanzte in immer größeren Flocken um sie herum und bedeckte schon bald den ganzen Boden. Auch auf seinem Rücken bildete sich mit der Zeit eine Schneeschicht, die nicht mehr schmolz, weil es offenbar zu kalt dafür geworden war. "Ich sehe hier sowieso nicht mehr als umgefallene Bäume...", murrte Kyro. Die Sicht wurde zunehmend schlechter, sodass er nur den Boden vor sich wirklich betrachten konnte. Er schnupperte herum und sah hin und wieder nach, ob es eine Senke im Boden gab, über die ein Baum gestürzt war. Aber er fand nichts dergleichen. Die Sonne war bald untergegangen und er hatte immer noch Hunger. Nicht eine Fährte stieg ihm in die Nase! Der Schnee unter seinen Pfoten knirschte schon bald und während sie suchten, wurde die Schneedecke dichter und versteckte so auch mögliche Verstecke.

Ceran fühlte sich von der murrenden Stimmung allmählich angesteckt. "Ich weiß, dass es windstill ist. Aber vielleicht ändert sich das ja noch", gab er zurück. Unfreundlicher, als es hätte sein müssen. // Die Suche nach einer Unterkunft gestaltete sich als noch schwerer, als Ceran angenommen hatte. Plötzlich aber sah er sich konfrontiert mit größeren Splittern, die direkt vor ihm auftauchten. Aufgeregt hoppste er auf einen der Splitter. "Schaut mal!" Eine ziemlich sinnlose Aufforderung - wenn er sie sehen konnte, dann mussten die Wölfe sie schließlich auch sehen können. "Vielleicht .. können wir die ja irgendwie.. stapeln? So, wie.. wie.. mhm. Sowas wie ein Eichhörnchennest nur anders?"

Lavaya schritt langsam vorwärts, immer die Fähe mit dem Penis im Blick, damit sie sie nicht aus den Augen verlor. Der Schnee verwandelte sich nicht mehr länger in Wasser, wenn er den Boden berührte, sondern blieb einfach liegen, sodass sie darüber hinweg laufen mussten. Eigentlich war es schön, den Dreck nicht mehr berühren zu müssen, aber der Schnee war unangenehm kalt unter ihren Pfoten. Ja, es war windstill. Immerhin. Lavaya wollte sich nicht ausmalen, wie sich das Schnee-Zeug bei starkem Wind verhalten würde. Vermutlich würden sie sich dann tatsächlich aus den Augen verlieren. Sie konnte sich auch nicht vorstellen, wie sie die abgebrochenen und ausgefallenen Bäume stapeln könnten. Allerdings wusste sie auch nicht, was ein Eichhörnchennest war. „Ich helfe dir gerne, aber du musst mir erklären, wie es geht. Ich habe so etwas noch nie gemacht. Wo ich herkomme gibt es weder Schnee noch Bäume. Zum Schlafen geht man einfach in eine Nesthöhle, aber wenn man keine findet, kann man auch auf dem Boden schlafen, der ist da nicht so dreckig wie hier. Und auch nicht so kalt.“

Kyro beobachtete das Eichhörnchen, dem im Grunde nur der buschige Schwanz fehlte und die zugehörige Beweglichkeit. Irgendetwas in ihm wehrte sich dagegen, ein Nest zu bauen. Natürlich machten Fähen so etwas, um Geburtshöhlen einzurichten, aber das waren andere Arten von Nestern. Als dann auch noch die Wölfin von Nesthöhlen sprach, warf er alles über Bord, was er je in seinem Leben als normal und vernünftig bezeichnet hatte und seufzte. "Ja... zeig uns bitte, wie man das macht.", murmelte er. "Wenn es weiter schneit, können wir uns auch Schneekuhlen machen. Aber ich weiß nicht ob euch das hilft... euer Fell ist vielleicht zu dünn. Wölfe wie ich lassen sich im Winter vom Schnee zudecken, ohne zu frieren. Er wärmt und schützt uns dann, obwohl er kalt ist. Das merken wir durch unseren dicken Pelz dann nicht. Die Nase vergraben wir einfach an unserem warmen Körper."





Geschlecht


Alter


Größe


Status


Charakterbogen


Lu, Kyro, Josh, Lio



23.11.2017 22:44
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Ceran spürte, dass sich die Begeisterung über seinen Einfall bei beiden deutlich in Grenzen hielt. Aber er war nicht gewillt, seine Idee so einfach aufzugeben. Als nun allerdings er plötzlich in Erklärungsnot geriet, wie ein solches Bauwerk zu bewerkstelligen war, sank Cerans Begeisterung doch ein klein wenig. "Erklären?", hakte er nach. Ratlos wiegte er den Kopf, betrachtete die Splitter. "Mhm. Im Prinzip.. bauen wir einfach.. eine Höhle. Wenn genug Holz da ist. Ansonsten.." Er sprang von seinem Aussichtsposten hinab. "Ansonsten könnten wir einfach einen kreisrunden Schutzwall bauen. Das hilft vielleicht zumindest ein bisschen?" Denn wenn er ehrlich war, hatte er nie Nester in freier Natur bauen müssen sondern immer kleine Höhlen mit weichem Moos und trockenem Gras auskleiden können.

Lavaya fröstelte schon bei der Vorstellung, sich einfach einschneien zu lassen. „Ich weiß nicht, ob mein Fell dick genug ist. Aber es scheint deinem ja wenigstens nicht ganz unähnlich. Wäre nur die Frage, was mit ihr ist?“ Sie deutete auf das andere Tier. „Oder mit ihm?“ Es war ihr peinlich, dass sie nicht wusste, ob das Tier Weiblich oder männlich war, und ob es diese Tiere überhaupt auch in männlich gab. „Ich habe noch nie eine Höhle gebaut. Auf Lupmundi sind die Höhlen einfach da, man muss sie nur finden und reingehen.“

Kyro betrachtete Lavayas Fell eingehend. "Dein Fell gleicht meinem Sommerpelz. Ihm fehlt die Unterwolle, die sich beim Jahreszeitenwechsel bildet." Und ohne die dichte Unterwolle wäre ihm im Augenblick wohl auch kalt gewesen. "Vielleicht sollten wir noch lieber versuchen, unsere Aufgabe in dieser Welt zu erfüllen, damit wir wieder wegkommen. Euch wird schließlich nicht über Nacht warmes Fell wachsen." Aber was sollten sie hier zu tun haben? Woher sollte man überhaupt je wissen, was man machen sollte? Er seufzte.

Ceran blinzelte den Rüden an. Aufgabe? - Er war sich nicht sicher, ob Laelia und Yavru etwas in diese Richtung erwähnt hatten. Irgendwie war Ceran sich generell nicht sicher, was er eigentlich wusste. "Eine Aufgabe?", wiederholte er also langsam. Versuchte, sich zu erinnern. Fröstelnd schüttelte er sich. "Was, wenn genau das die Aufgabe ist?", versuchte er, ihr Vorhaben doch umsetzen zu können. "Mein Fell ist für diesen Schnee definitiv nicht dick genug."

Lavaya fand es interessant, dass sich das Fell der Fähe mit Penis anscheinend je nach Jahreszeit änderte. Sie hatte an sich so etwas nicht erlebt. Vielleicht würde es ja in einer kälteren Umgebung wie dieser dennoch passieren. Aber die Fähe mit Penis hatte recht, dass das kaum über Nacht geschehen würde. Es gab so viele Fragen, die sie noch stellen musste, um zu verstehen, was in diesen fremden Welten vor sich Ging und wie die Dinge funktionierten, wie zum Beispiel die Sache mit dem Fell un die mit dem Penis und die mit dem Schnee und und und. Aber erstmal musste sie sich leider auf die Fragen konzentrieren, die für ihr unbeschadetes Überleben von Bedeutung waren. „Was für eine Aufgabe?“ Das andere Tier schien auch nicht so recht zu wissen, worum es sich dabei handelte.

Kyro betrachtete die Schneedecke leidend, auf Cerans Einwand hin. Mussten sie nun wirklich ihre Schnauzen in den Schnee stecken, um dort nach Ästen zu tauchen, die sie dann zu einer Höhle zusammen setzten? "Man muss irgendwelche Aufgaben lösen... dann kommt man in eine andere Welt... Und man weiß nie, was man für eine Aufgabe hat... und man weiß nie, ob es nicht in der nächsten Welt genauso kalt ist... aber es könnte eben auch wärmer sein..."

Ceran seufzte leise. Er hatte nie mit auf diese Weltenreise gewollt. Genau genommen war er sich noch immer nicht sicher, ob das hier Realität oder einfach ein blöder, verworrener Traum war. 'Wenn nur Laelia und Yavru hier wären!', dachte er. Die beiden kannte er wenigstens. Und sie waren zum einen nicht so unwissend wie er und die Fähe aus Lupmundi.. und zum Anderen nicht so schlecht gelaunt wie die Fähe mit Penis. Oder der Rüde. Wenn das hier ein Traum war, war alles möglich. "Vielleicht müssen wir uns einfach nur wünschen, hier wegzukommen? Aufzuwachen?", überlegte er. "Ansonsten werden wir... zumindest irgendwas machen müssen!"

Lavaya war beunruhigt. „Wie sollen wir eine Aufgabe lösen, die wir nicht einmal kennen? Und möglichst noch, bevor wir erfrieren?“ Langsam wurde ihr klar, dass die Kälte nicht nur unangenehm war, sondern tatsächlich auch gefährlich werden könnte. Sie bezweifelte, dass Wünschen helfen würde, aber sie versuchte es trotzdem und wünschte sich, irgendwo hin zu kommen, wo es wärmer wäre. Nach Lupmundi zurück wäre vielleicht schade, denn so viele Geschichten hatte sie noch nicht zu erzählen, aber immer noch deutlich besser, als hier zu erfrieren.

Kyro stand bei den anderen beiden und kam genauso wenig wie sie in eine andere Welt. Nichts tun, oder wegwünschen, schien schon mal nicht zu funktionieren. Er schnaufte schwer und begann dann genervt irgendwelche Äste auszugraben und zu irgendetwas aufzubauen. Lustlos und frustriert. Er zerrte so lange an dem Ast herum, bis dieser auf einem umgefallenen Stamm auflag. So. Das durften sie jetzt noch hundert Mal wiederholen, dann würde es womöglich nicht mehr hindurchschneien. Haha.

So schnell, wie der Ratterich sich erhofft hatte, wollten ihre Wünsche scheinbar nicht erfüllen. Weder die junge Wölfin, die ihn ziemlich schnell als nicht-essbar erkannt hatte erschien noch durfte er diese unwirtliche Welt wieder verlassen. Als Kyro dann doch begann, seinen Vorschlag in die Tat umzusetzen, seufzte Ceran schwer. Dann schnappte er sich einen Ast, stemmte alle vier Pfoten in den Boden und zerrte daran, um ihn zu Kyros angefangenem Wall zu bringen. Immerhin konnten sie so nicht erfrieren, oder?

Lavaya schaute zu, wie die Fähe mit Penis ein kleineres Baumstück aus dem Schnee ausgrub und auf ein größeres legte, und das andere Tier ihrem Beispiel folgte. Sie entschied sich, es ihnen gleichzutun, und versuchte ebenfalls, Baumstücke übereinander zu legen. Sie verstand war nicht, was das bringen sollte, aber falls es sie hier wegbrachte, war ihr das nur recht. Und Bewegung half zumindest ein bisschen gegen die Kälte. Sie hoffte nur, dass sie die Baumstücke richtig anordnete. Wenn das hier half, dachte sie sich, sollte sie überlegen, es auf Lupmundi auch einmal auszuprobieren. Es würde sicherlich auch mit Baumhaaren funktionieren, zumal die wenigstens etwas biegsam waren. Aber andererseits: Wozu, solange man eine Nesthöhle fand?

Kyro kam sich vor, als würde er im falschen Pelz stecken und er bedauerte sich. Was war er nun? Ein... Eichhörnchen? Ein solches hätte er nun lieber genüsslich verspeist. Er schob mit den Pfoten unmotiviert ein paar Äste herum, um sie vom Schnee zu befreien und baute dann wie ein Beutetier am Nest herum. Ob diese Konstruktion am Ende tatsächlich helfen würde, die Kälte abzuhalten, bezweifelte er stark, aber was wusste er schon davon... Er konnte sich am Ende schließlich immer noch im Schnee einrollen und warten, bis er eingeschneit war. In dieser Höhle würde es dann konstant bei etwa Null Grad bleiben, sodass ihm nicht kalt wurde, mit seiner dicken Unterwolle.

Laelia blinzelte. Sie war ja wieder in Caeluci! Verwirrt blizelte sie ein weiteres Mal - und war weg. Sie merkte es gleich an der Temperatur, die schlagartig gefallen war. Sie öffnete die Augen und sah kurz gar nichts, bis sich ihre Augen an die Dunkelheit gewohnt hatten. Wo war sie denn hier gelandet? Es war keine Welt, in der sie bisher gewesen war - dort hatte es ja irgendwie keine Nacht gegeben. Ob sie wohl wieder in Gaia gelandet war? Nicht sicher, ob sie sie hoffnungsfroh oder skeptisch sein sollte nahm sie die Umgebung in sich auf. Der Wald - das war es wohl früher gewesen - schien verwüstet worden zu sein. Eine höhere Macht hatte alle Bäume wie Strohhalme umgeknickt oder samt Wurzeln aus dem Erdreich gezogen. Jetzt bedeckte eine Dünne Schneeschicht das traurige Szenario. Laelia sah keinen Sinn darin hier noch länger rumzustehen und kletterte über das Chaos. Plötzlich sah sie etwas... Kyro! Und noch eine andere Wölfin. Und Ceran. Ein seltsames Trio. Etwas auf der Hut kam Laelia näher. "Hallo..."

Ceran schnaufte tief durch, nachdem er den Ast abgelegt hatte. Das nächste Mal sollte er sich dringend für einen kleineren entscheiden! Das bedeutete zwar, dass sie mehr Äste brauchten - aber für einen einzelnen brauchte zumindest er dann weniger Zeit. Skeptisch betrachtete er das mickrige Ding, das sie bisher erschaffen hatten. Wenn das so weiter ging, war die Nacht um, bevor sie einen Unterschlupf hatten. Wobei - wer wusste schon, wie die Zeit verging? // Als der Ratterich eine vorsichtige Stimme vernahm, hielt er inne. Lauschte. Leises Knirschen im Schnee. Ein weiterer Wolf. Plötzlich erkannte er Laelia - und mit einem Freudensprung kam er ihr entgegen. Sein Wunsch war zumindest teilweise in Erfüllung gegangen! Das hieß, es musste sich wirklich um einen Traum handeln und sie mussten sich keine Sorgen mehr machen. Wie wunderbar!

Lavaya war immer noch nicht klar, was sie mit dem Übereinanderstapeln von Baumteilen bezwecken wollten. Selbst dem Tier, dass diesen Vorschlag gemacht hatte, schien es nicht mehr so ganz klar zu sein. Sie wurde jedoch abgelenkt, als sie überrascht bemerkte, dass sich ein weiterer Wolf näherte. „Hallo!“, erwiderte sie den Gruß. Und nachdem dem sie den Neuankömmling ausführlich betrachtet und beschnuppert hatte, stellte sie fest: „Du bist eine normale Fähe wie ich. Ohne Penis.“

Kyro spitzte die Ohren. Oh... noch jemand, der kein Problem mit Schnee haben würde. Gut. Laelia kam rechtzeitig, damit sie den anderen beiden beim Erfrieren zusehen konnten! Haha. "Ja... eine normale Fähe... ohne Penis... ganz anders als ich. Ich bin etwas Besonderes!" Er machte sich nicht die Mühe, Laelia zu begrüßen. Im Grunde liefen sie sich offenbar dauernd über den Weg. Zuletzt war das in Togruduna gewesen, aber dazwischen lag nur das Gespräch, das er flüchtig mit Aryth geführt hatte...

Laelia freute sich unwillkürlich als sie so herzlich von dem Ratterich begrüßt wurde. "Hallo Ceran", meinte sie breit grinsend. Als nächstes wurde sie von der Fähe beschnüffelt - sie selber schnüffelte natürlich zurück - und starrte sie dann als nächstes überrascht an. "Was ist ein Penis?" Sie sah Kyro schräg an. Der schien offensichtlich zu wissen wovon die Rede war. Als er sie zu ignorieren schien beschloss sie, das selbe zu tun und wandte sich wieder der seltsamen Fähe zu.

Ceran hatte das Gefühl, dass ihre kleine Gruppe an Anspannung gewonnen hatte. Na super. Weder Laelia noch Kyro schienen sich besonders zu mögen. Oder täuschte er sich da? Wenn diese seltsame... Distanz? Ceran wusste nicht einmal, wie er es benennen sollte! - nicht wäre, dann hätte er es vielleicht als ganz normales Traum-Wolf-Verhalten abgetan. "Es ist gut, dass du da bist. Vielleicht.. brauchen wir gar keine Höhle mehr sondern ihr beide wärmt uns?"

Lavaya fragte sich, ob das seltsame Tier ein Ceran war. Oder war das sein Name? Ihr fiel wieder ein, dass sie gehört hatte, dass es sich in anderen Welten gehörte, sich gegenseitig mit dem Namen vorzustellen. Das hatte sie ja ganz vergessen! Aber da die anderen es auch nicht getan hatten, war es vermutlich nicht so wichtig. Auf die Frage, was ein Penis war, enthielt sie sich jeder Antwort. Die Fähe, die Besitzerin eines solchen Körperteils war, könnte darauf bestimmt besser antworten, als jemand, der nur von dessen Existenz gehört hatte. Die Idee das Ceran-Tieres klang nicht schlecht. Auf Lupmundi kuschelte man sich nachts auch zusammen, das war warm und gemütlich und man fühlte sich nicht allein. „Wenn wir beide“ – sie deutete auf das Tier – „uns zwischen euch beide“ – sie deutete auf die beiden anderen Wölfe – „legen, könntet ihr uns vielleicht warm halten.“

Kyro hatte weiter an ihrem Unterschlupf gebaut. Nur einen Bruchteil eines Herzschlags hielt erinne, beim Vorschlag von Ceran. Alles in ihm sträubte sich dagegen. Bitte nicht! Wie kam er da nun wieder raus? Innerlich tat er sich einfach nur selbst leid. "Vielleicht solltet ihr auch einfach in Bewegung bleiben, damit ihr nicht erfriert?", schlug er mit wenig Hoffnung vor.

Laelia sah Ceran verständnislos an. Wärmen? Erst jetzt erkannte sie, dass ihr natürlich nicht kalt war weil sie ja noch ihren Winterpelz hatte, die Ratte und die Wölfin kamen jedoch offensichtlich gerade aus Welten wo Sommer gewesen war. "Ja, in Ordnung." Sie hatte nichts dagegen etwas zu kuscheln. Obwohl es natürlich schon etwas komisch war, eine fremden Wölfin und einem Rüden, der sie eigentlich hätte totbeißen wollen so nahe zu sein. Wobei... plötzlich fragte sie sich, warum ihr eigentlich nicht alles weh tat nach Kyros Attacke auf sie. Aber irgendwie war es ihr ziemlich gleich danach wieder gut gegangen. Komisch. Als sie erkannte, dass ihr niemand die Bedeutung von "Penis" erklärte, beschloss sie, dass das wahrscheinlich nicht so wichtig war.

Ceran nickte zustimmend bei dem Vorschlag, den die namenlose Wölfin ihnen machte. Das war klug. Und so ziemlich das, was er sich erhofft hatte. Dass Laelia zustimmte, freute den Ratterich. Jetzt mussten sie nur noch Kyro überzeugen, nicht wahr? Der schien aber mit der Idee ziemlich unzufrieden. "Wenn wir in Bewegung bleiben, brauchen wir Futter", gab er als Gegenargument zu bedenken. "Und ich werde mich definitiv nicht für euch zur Verfügung stellen." Wobei er natürlich hoffte, dass zumindest Laelia sich für ihn einsetzen würde. Auch im Traum war gefressen werden nicht das, was er anstrebte.

Lavaya merkte, dass die Fähe mit dem Penis aus irgend einem Grund nicht von der Idee angetan war, sich mit den anderen zusammenzukuscheln, auch wenn sie nicht verstand, warum. Die anderen beiden schienen hingegen durchaus überzeugt von der Idee. „Wie gesagt, ich will dich auch gar nicht fressen. Wobei ich nicht weiß, was es hier überhaupt an Futter gibt.“ Weltenmilch würde es hier sicher nicht geben. Springlinge vermutlich auch nicht, aber das war wohl auch besser so. Sie waren kaum in der Verfassung, einen zu erlegen.

Kyro verzog angewidert das Gesicht. "Also... so verzweifelt... dass ich eine Ratte fressen würde, bin ich noch lange nicht." Und das war nicht nett gemeint! Der Gedanke widerte ihn an. Ratte war nun wirklich nichts feines. Das war etwas, was man fraß, wenn man verzweifelt war. "Erfrieren oder hungern... was ist euch lieber?" Es war aber auch wirklich ungemütlich kalt geworden. "Hört auf herumzustehen! Helft beim Bauen! Es wird euch überhaupt nichts bringen, von rechts und links gewärmt zu werden, wenn euch der Schnee aufs Fell rieselt!"

Laelia sah die anderen zweifelnd an. Bauen? Einen Unterschlupf? Wenigstens bedeutete das, dass Kyro nicht vollkommen abgeneigt war die anderen beiden zu wärmen (was Laelia bei dem Rüden wie ein Wunder erschien). "Ja, in Ordnung... " Laelia sah sich kurz um. Wo hatten sie den Unterschlupf denn schon begonnen? Plötzlich erkannte sie, dass ein mickriges Häufchen Äste am Boden alles war, was die drei bisher geschafft hatten. Plötzlich erinnerte sie sich an ein kleines Bäumchen, das sie am Weg hierher gesehen hatte. Es war vollkommen abgebrochen und würde den Haufen wahrscheinlich auf ein doppeltes erhöhen. "Wartet kurz..." sie lief die paar Schritte zurück und zerrte dann das Kleine Ding, das gerade mal eine Wolfslänge hatte, hinter sich her. "Ceran, ich leg das jetzt zu den anderen Ästen - kannst du das, was raussteht dann sinnvoll mit dem anderen verweben sodass es uns nicht in den Rücken piekst wenn wir uns daneben legen wollen?"

Ceran zögerte einen Moment, ob er über den Ekel beleidigt oder dankbar sein sollte - entschied sich dann aber für Dankbarkeit. Das war sinnvoller. In einer Sache hatte der Rüde aber recht - wenn der Schnee auf sie drauf rieselte, dann würde es trotzdem ziemlich kalt werden. Laelias Tun lenkte ihn schließlich ab. Aufmerksam und bewundernd beobachtete er, wie sie ein - für ihn - riesiges Geäst zu ihrem angefangenen Unterschlupf zog. Auf ihre Frage dachte er kurz nach, dann nickte er. "Ich versuche es!", sicherte er ihr zu, ehe er sich an die Arbeit machte. Die Äste waren teilweise störrischer, als er erwartet hatte, sodass er sich wirklich anstrengen musste. Aber für die Gemeinschaft und eine warme Nacht musste er es schaffen!

Lavaya schaute den anderen zu, wie sie die Baumteile miteinander verwoben. Sie hatte immer noch keine Vorstellung davon, wie sie das Ding davor schützen sollte, Schnee von oben abzubekommen. Aber die Fähe mit dem Penis hatte recht: Sie konnten sich so zwar von der Seite wärmen, aber nicht von oben. Dazu hätte es noch mindestens zwei weitere dickfellige Wölfe gebraucht, die sich auf sie drauf hätten legen können. Zwar wäre das recht beengt gewesen, aber dafür zumindest warm. So musste sie einfach hoffen, dass die anderen schon wussten, was sie taten. „Kann ich euch helfen?“, fragte sie, und ohne eine Antwort abzuwarten begann sie, weitere Baumteile heranzuziehen, in der Hoffnung, dass die anderen sie brauchen könnten.

Kyro hatte das Gefühl, dieses 'ein Wunder, Kyro hilft' zu hören. Umso lieber wollte er davon laufen! Entnervt schleppte er Äste heran und baute mit den anderen - sofern diese sich dazu herabließen - weiter an ihrem Unterschlupf für... Nagetiere. Dazu waren sie verkommen. Seufzend schüttelte er sich die dicker werdende Schneeschicht vom Pelz. Immerhin war seine Unterwolle dick genug, um die Wärme zu halten, sodass der Schnee nicht schmolz und in Form von Wasser durch sein Fell auf die Haut kroch. Die Fettschicht schützte natürlich etwas, aber das Auskühlen ging bei Lavaya sicher schneller. Dumm gelaufen. "Gibt es irgendeine Möglichkeit, schneller rauszufinden, was unsere Aufgabe hier ist?", fragte er Laelia schließlich. Baue ein Nest, war wohl kaum das, was man hier von ihnen verlangte. Oder doch?

Laelia betrachtete staunend, wie schnell man sein konnte, wenn alle mithalfen. Schon jetzt hatte der Unterschlupf annehmbare Wände, und die Wölfin schleppte unverdrossen weitere Äste heran. Laelia hatte mal als Jungwolf versucht einen ähnlichen Unterschlupf zu bauen, zusammen mit den anderen, und jetzt half ihr die Erfahrung zu entscheiden wohin sie die Äste tun wollte. Auch Ceran half mit - geschickt steckte er mit seinen feinen Pfoten Äste so nebeinander, dass sie einen undurchdringbaren Wall bildeten. Sogar Kyro half unverdrossen mit. Jetzt lehnte Laelia ein paar besonders lange Stecken so gegen den Baumstamm, dass sie ein Dach bildeten. Wenn sie noch ein paar weitere Äste gegen das so entstandene Gerüst lehnen würden dann wäre es wohl fertig. Gerade als sie dabei war, wieder einmal einen Haufen Rindenüberreste und etwas Harz auszuspucken, wurde sie von Kyro angesprochen. Überrascht davon, dass er ihr "wir ignorieren einander"-Übereinkommen verletzte, sagte sie zuerst einmal nichts. "Ich habe keine Ahnung. Es ist aber sicher nicht beabsichtigt, dass einer von uns hier erfriert. Also nehme ich schon stark an, dass dieses gemeinsame Arbeiten ein Teil der Aufgabe sein könnte. Und selbst wenn nicht, so ist es der Erfüllung der Aufgabe sicher nicht hinderlich."

Ceran spürte, wie durch die ständige Bewegung wieder Wärme in seinen Körper zurückkehrte, bei der er sich nicht ganz sicher gewesen war, ob sie ihm tatsächlich fehlte. Dem Gespräch hörte er nur halb zu - schließlich hatte er beschlossen, er wollte das hier weiterhin als einen Traum betrachten. Da war die Aufgabe egal. Wenn die Dämmerung hereinbrach, würde er schon aufwachen. Jetzt aber hatte der Unterschlupf Vorrang, und als Ceran einen kurzen Augenblick ausruhte, sah er erstaunt, wie viel sie inzwischen geschafft hatten. Vielleicht konnten sie ja innerhalb seines Traumes doch noch schlafen in dieser Nacht! "Wir haben es bald geschafft!", äußerte er schließlich. Der Stolz, der in seiner Stimme mitschwang und alle drei mit einbezog, überraschte ihn für einen Moment selbst, ehe er sich verlegen mit einer Pfote über ein Ohr wischte.

Lavaya sah zu, wie der Baumteilhaufen Gestalt annahm. Sie wusste zwar noch nicht, welche Gestalt, aber irgendwas schien daraus zu werden. Dass es nicht beabsichtigt war, dass sie erfroren, beruhigte sie etwas, wobei sie allerdings nicht verstand, von wem es beabsichtigt oder eher nicht beabsichtigt war. „Meint ihr wirklich, das kann uns in der Nacht warmhalten?“ Ganz so sicher war sie sich dann doch nicht. Mit einer Nesthöhle hatte das, was sie dort errichteten, wenig gemeinsam. Dennoch brachte sie fleißig immer weiter Baumteile. Zumindest half die Bewegung dabei, sie warm zu halten, auch wenn sie sich bewusst war, dass sie das früher oder später durch Hunger würde bezahlen müssen.

Kyro zerrte einen weiteren Ast geran - sie mussten dazu inzwischen immer weiter gehen, um noch welche zu finden - als er skeptisch den Kopf hob. Der Schneefall hörte auf und er blickte zum Himmel. "Spinn ich, oder wird es bereits wieder hell?", wollte er düster wissen. Ungläubig betrachtete er einen schwachen Lichtschein in der Ferne. Wirklich jetzt? Er ließ den Ast liegen, wo er war und erklomm den Baumstamm, als würde er dort besser sehen können. Dann stieß er ein frustriertes Heulen aus und schimpfte seinen Frust in die Welt hinaus.

Laelia schüttelte sich etwas erschöpft. Sie war wirklich bei der Sache und machte alles mit maximaler Begeisterung, doch langsam ließen ihre Kräfte nach. Ihr persönlich machte dieses Unterschlupfbauen sogar Spaß, aber irgendwann war man es trotzdem leid. Zum Glück schien das unförmige Ding fast fertig zu sein. 'Endlich', dachte Laelia bei sich. Der Gedanke ans Kuscheln erschien ihr jetzt verlockernder als nie zuvor. Endlich etwas Ruhe, ein paar warme Leiber um sich... Als Kyro dann sprach wollte sie es zuerst nicht wahr haben. Das war doch noch keine ganze Nacht gewesen! Doch er hatte Recht: auch sie konnte am Horizont Licht erahnnen. Fast wäre sie in Kyros Heulen eingefallen. "Ich will nicht dass Tag wird! Ich will schlafen!", meckerte sie auch ein wenig. "Vielleicht lege ich mich jetzt in unser Lager und schlafe dort noch ein bisschen. Ich fände es nicht gut, wenn wir uns so viel Mühe gegeben haben und das jetzt umsonst war."

Ceran starrte fassungslos in den Horizont, nachdem er einen weiteren Ast gut verwoben hatte. Es wurde wieder Tag? Hatten sie wirklich SO lange gebraucht, um ihren Unterschlupf zu bauen? - Aber eigentlich war es egal. Der Schlaf am Tag war seiner Meinung nach noch bedeutsamer als der in der Nacht. Auch, wenn die Wölfe das nicht so sehen mochten, ihrer Enttäuschung nach zu urteilen. Langsam trippelte er neben Laelia und lehnte sich ein wenig an sie. Erst jetzt merkte er, wie erschöpft er eigentlich tatsächlich war. Zumal er dringend etwas zu Fressen brauchte. Das würden sie in dieser Welt hoffentlich finden. "Ich finde, trotzdem schlafen ist eine gute Idee. Alles andere hat im Moment ohnehin keinen Sinn, oder?"

Lavaya merkte, dass es heller wurde. Und sie sah, dass die anderen es auch bemerkten. Die Fähe mit Penis schien darüber sehr verärgert zu sein. Was hatte sie dagegen, dass die Nacht schneller als erhofft vorbei war? Ärgerte sie sich nur, weil ihre Arbeit deswegen vielleicht umsonst war? Waren sie so lange beschäftigt gewesen, dass die Nacht schon vorüber war? Oder dauerten die Nächte hier einfach nicht so lange? „Schafen scheint mir auch eine gute Idee zu sein. Warum sollten wir nicht schlafen, nur weil es heller wird? Die Frage ist nur: Wird es deswegen auch wärmer?“

Kyro wusste es nicht, aber er sprang wieder vom Baumstamm hinunter und streifte durch die heller werdende Nacht, immer im Kreis um das 'Nest' herum. Ein paar mal durchzuckte ihn ein Schmerz und er wischte mit der Pfote über sein Ohr. So ein Müll, wirklich! Diese Welten waren nervig unberechenbar und offenbar wurde es wärmer. Man merkte es! Der Schnee schmolz schon! Zwischen seinen Pfoten bildeten sich Pfützen und Bäche.

Laelia ließ es kurz zu, dass sich Ceran an sie lehnte, dann ging sie vorsichtig etwas auf Abstand. "Ich lege mich in den Unterschlupf. Da ist es schön dunkel", verkündete sie und setzte das dann auch gleich in die Tat um. Innen war es wirklich schön dunkel - sie hatten ganze Arbeit geleistet. Müde kuschelte sie sich in eine Ecke.





Geschlecht


Alter


Größe


Status


Charakterbogen


Lu, Kyro, Josh, Lio





Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
Mag hinter Himmeln sehen,
Wo die Welt begann
26.11.2017 02:13
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Lijenna
Lillyan Caesar






Art
Wolfsträumer

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Kyro lief noch eine Weile auf und ab, dann ließ er die anderen drei zurück und flüchtete in die Einsamkeit des anbrechenden Tages. Noch war es dunkel, aber die Ahnung eines Lichts war am Horizont zu erkennen. Der Schnee unter seinen Pfoten schmolz immer weiter, sodass der Boden matschig wurde. Genervt und müde tappte er davon. Bloß weg. Sollten die anderen doch in ihrem völlig umsonst gebauten Unterschlupf schlafen, er hatte keine Lust, sich zu ihnen zu legen. Das Problem mit der Kälte löste sich aber ohnehin langsam in Luft auf.

Atsuko war zuerst überraschtvon dem Sog, gewöhnte sich jedoch schnell daran. Es war ja schließlich nicht das erste Mal, dass man ihr eins auswischen wollte, indem man sie die Welt wechseln ließ. Also schloss sie einfach die Augen und prägte sich ein, was sie herausgefunden hatte. Als sie schließlich spürte, wie sich die Luft um sie herum veränderte, blickte sie auf und erkannte einen wald, oder besser gesagt das, was davon übrig war. Es war kalt, und ihr Pelz sträubte sich bereitwillig, um sich anzupassen. Um ihre Schanuze herum verfärbten sich die Häärchen hellblau, wobei sie zum Schweif hin immer dunkler wurden. Dieser hatte noch eine violette Spitze, was bedeutete, dass der Fall noch nicht os lange her sein konnte.

Yavru landete, sobald er durch das Tor schritt, in einer anderen Welt, doch bevor er auch nur Gelegenheit hatte, sich dort umzuschauen, war er weg. Malumir und Syrayn waren nicht mehr bei ihm. Er war aber auch nicht wieder in Cealuci gelandet, sondern in einer unbekannten Welt. So ein Ärger! Er hatte Hunger und hatte doch einfach nur mit Malumir und Syrayn jagen wollen. Stattdessen war er jetzt hier gelandet. Wer wusste, ob es hier Beute gab. Und selbst wenn, wäre es einfacher gewesen, zu dritt zu jagen als alleine. Er war ja noch nicht in vielen Welten gewesen, aber manchmal begann es bereits, ihn zu nerven. Nie konnte man sicher sein, wo man im nächsten Augenblick war. Selbst wenn man sich einem erfahrenen Wolf wie Malumir anschloss, konnte man trotzdem sonstwo rauskommen – ganz alleine. Er schaute sich um. Es lag Schnee, der aber zu tauen begann. Neben ihm war eine bekannte Gestalt. Atsuko. Nun, immerhin war er doch nicht ganz alleine hier. „Weißt du, wo wir hier sind?“, fragte er.

Kyro lief gerade an einem Baumstamm entlang, der wohl bis vor wenigen Stunden einem starken Baum gehört hatte, als er eine ätzend vertraute Stimme hörte. Kaum hatte er die Stelle erreicht, an der der Baum entwurzelt worden war, konnte er Atsuko und Yavru ausmachen. "Das ist nicht der Ernst dieser bekloppten Welt, oder?", fragte er anklagend und seufzte schwerfällig. Haha. So viel zu... er zog allein los. "Wieso seid ihr beiden denn nun auch hier? Wart ihr nicht in Caeluci?"

Atsuko betrachtee interessiert, wie Yavru nur ein paar Sekunden nach ihrer Fellfärbung neben ihr landete. "Nein, ich bin allerdings auch gerade erst hier angekommen. Aber es scheint ein Ort mit verschiedenen Zeiten zu sein, falls dich das interessiert.", meinte sie unsicher. Für sie war das wissenswert, aber vermutlich nicht für einen Wolf. Als sie dann eine vertraute Stimme hörte, wandte sie sich, begeistert von der Aussicht darauf ihre Unwissenheit vertuschen zu können, Kyro zu. "Hallo Kyro!", meinte sie fröhlich, "Ich bin gerade fortgesogen worden, und das, wobei es doch endlich interessant geworden ist. Yavru ist kurz nach mir aufgetaucht. Bist du schon länger hier?"

Ceran war ebenfalls müde und hätte sich gern zu Laelia gesellt - andererseits war da Kyro, der sich von ihnen entfernt hatte. Und die Wölfin, bei der er noch immer nicht wusste, wie sie eigentlich hieß. "Ich weiß nicht, ob es deswegen auch wärmer wird", antwortete er ihr schließlich, ehe er fragte: "Wie heißt du eigentlich? - Mein Name ist Ceran." Erstaunt beobachtete er, wie der Schnee schmolz und erkannte mit Erleichterung, dass es wärmer wurde. Dann würden sie sich nicht einschneien lassen müssen, um nicht zu erfrieren. Zumal ihr Unterschlupf ja fertig war. Vielleicht konnten sie auch einfach hier bleiben, bis er aufwachte und wieder zuhause war?

Yavru hörte zu, was die Füchsin erklärte. „Zeiten? Was meinst du damit?“ Zeit verging doch überall, sonst könnte nichts passieren. Aber verschiedene Zeiten auf einmal? Oder meinte Atsuko etwas ganz anderes? Vielleicht hatte das Wort in ihrer Heimatwelt ja eine andere Bedeutung? Plötzlich merkte er, wie noch ein Wolf auftauchte. Kyro. Und er war offensichtlich gelaunt wie eigentlich immer – sehr schlecht. Warum der alte Rüde diesmal verärgert war, wusste er nicht, aber insgeheim vermutete er, dass das selbst für Kyro keine Rolle spielte: Er könnte genauso gut darüber verärgert sein, dass der Himmel blau war und das Gras grün, statt andersherum. „Ich wollte mit Malumir und Syrayn jagen gehen. Malumir wollte uns in eine Welt bringen, wo es Beute gibt. Aber ich bin stattdessen hier gelandet.“ Er lies sich selbst wiederum deutlich anmerken, wie wenig er davon begeistert war, dass sein Jagdausflug nichts geworden war.

Lavaya wollte sich gerade zu der Fähe ohne Penis legen – die Fähe mit Penis war aus einem nicht nachvollziehbaren Grund weggelaufen –, war sich aber noch unsicher, wie dicht sie sich neben sie legen konnte. Am liebsten hätte sie sich trotz der steigenden Temperaturen angekuschelt, denn kalt war es immer noch. Aber die Fähe war nicht ihre Nestgenossin, ja nichtmal Mitglied ihres Rudels, und die Wölfe hier schienen ohnehin etwas zurückhaltender zu sein, als auf Lupmundi. Da sprach sie das andere Tier an. Aha, jetzt kam also die Sache mit den Namen. Und Ceran war also wirklich der Name des Tiers. „Mein Name ist Lavaya.“ Zum ersten mal benutzte sie den Namen gegenüber einem Fremden. Hoffentlich hörte er sich für Ceran genauso gut an wie für sie.

Kyro rümpfte die Nase über Atsukos freudige Begrüßung. Wieso freute sich irgendjemand ihn zu sehen? "Was ist interessant geworden?", hakte er nach und berichtete dann: "Wir sind letzten Abend hier gelandet... es wurde dann schnell kälter und dunkler. Es hat die ganze Nacht geschneit und wir haben versucht einen Unterschlupf zu bauen. Als wir fertig waren, hörte der Schneefall auf und die Sonne ging auf." Haha. Selten so gelacht. Als Yavru dann berichtete, wie er auch von den Welten verarscht worden war, lachte Kyro ein fieses, beinahe gestörtes Lachen. Mit einem "Waaaaaaahrg!", stürzte er sich auf ein Stück Holz und tötete es. Oder so ähnlich.

Ceran gesellte sich nun zu den beiden Wölfinnen. Wenn zwei entschieden, dass Schlaf angebracht war und nur einer sich entfernte, dann konnte Ceran getrost bei der Mehrheit bleiben. Interessiert nahm er den Namen auf, runzelte kurz die Stirn... und beschloss dann, den Namen zwar als seltsam aber angenehm zu akzeptieren. Wobei er sich einen kurzen Moment fragte, woher er solche Ideen hatte, dass seine Träume sie auffassen konnten. Egal. Leise knuspernd schob er sich zwischen die beiden Wölfinnen. Warm und kuschelig, das war, was der Ratterich jetzt brauchte. "Wie ist es in der Welt, aus der du kommst?" Ehrlich interessiert lagen die dunklen Knopfaugen auf ihr.

Lavaya merkte, wie Ceran sich zwischen sie und die andere Fähe kuschelte. Ihr war das nur recht, auch wenn es komisch war, statt neben einem anderen Wolf neben einem seltsamen Ceran-Tier zu liegen. Auf dessen frage überlegte sie kurz. „Es ist ganz anders als hier. Nicht so kalt, auch im Winter nicht. Es gibt keinen Schnee. Und es ist viel sauberer als hier, wo alles aus Dreck ist. Und Bäume gibt es auch nicht, nur Baumhaare. Naja, und Tiere wie dich gibt es da auch nicht, um ehrlich zu sein.“ Sie bezweifelte, dass das eine sinnvolle Beschreibung von Lupmundi war, aber wenn sie alles beschreiben wollte, würde sie dafür einen ganzen Tag brauchen. Da war es besser, wenn Ceran nach den Dingen fragte, die ihn am meisten interessierten. „Und du? Du bist auch nicht von hier, oder?“

Ceran lauschte ihr aufmerksam. "Baumhaare?", wiederholte er ein wenig verwirrt. Wie musste man sich das vorstellen? Fell bestand aus einzelnen Haaren. Aber sich so ein dünnes Haar als Baum vorzustellen, das erschien Ceran irgendwie nicht richtig. "Nein, ich komme auch nicht von hier", stimmte er ihr zu. "Ehrlich gesagt bin ich mir sicher, dass das hier ein Traum sein muss. So wirre Dinge passieren nicht in der Realität. Das heißt, sobald die reale Nacht um ist, werde ich aufwachen und wieder in das verlassene Gemäuer zurückkehren können." Zuversicht sprach aus der Stimme des Ratterichs. "Aber das heißt, du weißt nicht, was ich bin?", fiel ihm eine weitere Frage ein.

Atsuko war Kyros reaktio auf ihre Begrüssung nicht entgangen, aber sie beschloss, es einfach zu ignorieren. Der übergelaunte Rüde musste jetzt einfach damit klarkommen, dass sie ihn mochte. Stattdessen ging sie auf seine Frage ein: "Ich habe den Nebel erforscht. Und ich habe es gerade geschafft, ihn bewusst zu verändern, da wurde ich weggerissen." An Yavru gewandt meinte sie: "Das tut mir leid. Vielleicht finden wir hier ja was zu essen? Ich habe auch schon ziemlichen Hunger. Möchtest du mitkommen, Kyro?"

Lavaya war nicht wirklich überrascht, dass Ceran nicht wusste, was ein Baumhaar war. Sie hatte sich schon gedacht, dass wenig Welten waren wie Lupmundi. „Ein Baumhaar ist ein sehr großes, langes und dickes Weltenhaar.“ Und um die Antwort auf die nächste Frage vorwegzunehmen, ergänzte sie: „Ein Weltenhaar ist ein Haar, das auf einer Welt wächst. Auf Lupmundi wachsen viele Haare, mal größer, mal kleiner. Wenn ganz viele Baumhaare zusammen stehen, bilden sie einen Haarwald. Da leben die Springlinge, darum ist es da gruselig. Grasfell ist da viel netter, dass ist ganz dichtes, kurzes, dünnes Weltenfell, wunderbar weich und warm und flauschig. So wie mein eigenes Fell.“ Sie hoffte, es klang nicht überheblich, wenn sie indirekt ihr eigenes Fell lobte. „Ein Traum ist das hier nicht. Es sei denn natürlich, ich träume auch. Aber kann man sich zu zweit einen Traum teilen?“ Davon hatte sie noch nie gehört. „Nein, ich weiß nicht was du bist. Was bist du denn?“

Yavru hörte aufmerksam zu, wie Kyro berichtete, was passiert war. Die Idee, einen Unterschlupf zu bauen, fand er interessant. Er konnte sich nicht erinnern, dass ein Wolf einmal so etwas getan hatte. Irritiert bemerkte er, wie der alte Rüde wiederum auf seinen Bericht anfing, zu lachen. Was war auf einmal so lustig? Amüsierte er sich darüber, dass er nicht der einzige war, der in Welten landete, in die er gar nicht wollte? Aber das Lachen klang fast schon hysterisch, und als Kyro plötzlich in ein Stück Holz biss, als sei es ein Beutetier, wurde Yavru klar, dass Kyro nun endgültig den Verstand verloren hatte – oder das, was davon bisher noch übrig gewesen war. Atsuko schien sich allerdings nicht viel daraus zu machen. Und ihr Vorschlag klang gut. „Ja, ich habe immer noch Hunger. Gibt es hier Beute?“ Er nahm an, Atsuko würde auch Fleisch fressen, nicht so wie Xanthara, die nur ihre seltsamen Röten fraß und sich noch etwas darauf einbildete.

Kyro schüttelte seinen Pelz. Dieser war durch den geschmolzenen Schnee nass geworden und offenbar brachte die Sonne Wärme mit sich, die den Winter einfach so vertrieb. Ein zuverlässiges Indiz war, dass sich Atsukos Fell wechselte. "Was haben wir nun für eine Jahreszeit?", wollte er wissen. Nach dem Winter folgte der Frühling. Er war kein Idiot. Aber er glaubte auch, dass es in diesen Welten heimtückische Fallen gab, wenn man etwas wusste. "Ich habe nicht ein lebendiges Geschöpf gesehen, seit wir hier sind. Bloß diese komische Fähe, Laelia und Laelias Rattenfreund, Ceran. Wir könnten natürlich Ceran verspeisen. Das wäre immerhin besser, als zu verhungern!" Er war charmant wie immer und spitzte die Ohren, als er glaubte, irgendetwas zu hören, das er vorläufig mal als 'Gefahr' einstufte, bis er wusste, um was es sich handelte.

Ceran lauschte ihren Ausführungen, wobei er beim Vergleich mit ihrem Fell die Pfoten in eben jenes vergrub, es ein wenig auseinander schob und sich schließlich zufrieden mit seiner Erkundung wieder ein wenig zurückzog. "Deine Welt klingt... kompliziert", befand er, "aber auch, als wäre sie einen Besuch wert." Dass sie den Traum in Frage stellte, so, wie es auch Laelia und Yavru getan hatten, verunsicherte den Ratterich. Allerdings lenkte ihn schon ihre nächste Frage genug ab, dass er die Sorge beiseite schob. "Ich bin eine Ratte!", erklärte er voller Stolz, präzisierte dann aber: "Eine männliche Ratte. Ein Ratterich, sozusagen."

Lavaya bemerkte erstaunt, wie Ceran ihr Fell untersuchte, aber es störte sie nicht. Suchte er nach Miniwölfen? Aber er konnte doch unmöglich davon wissen. „So kompliziert ist es da gar nicht. Eigentlich viel einfacher als hier, wo es so viele verschiedene Dinge gibt.“ Sie lauschte seinen weiteren Ausführungen. „Eine Ratte? Davon habe ich ja noch nie gehört. Und du bist männlich? Wie ein Rüde?“ Sie überlegte kurz. „Wie ist es in deiner Welt? Leben da viele Ratten, so wie du? Und ist die Welt auch aus Dreck?“

Atsuko lächelte erleichtert, als ihr klar wurde, dass sie vermutlich von den beiden Wölfen begleitet werden würde. Als Kyro dann allerdings davon sprach, etwas zu verspeisen, dass einen Namen hatte, wurde ihr etwas übel. Bevor Yavru womöglich auf die Idee kommen würde, dass das ein guter Einfall war, stammelte sie: "Ähm, nein, also... Wenn es hier keine Beute gibt, dann könnten wir doch auch einfach Pflanzen essen, oder? Also, ich meine, ich weiß ja nicht wie das bei auch ist, aber wir essen nichts was einen Namen hat und so... Und wenn ich das richtig einschätze herrscht hier Frost, also, ich glaube ihr würdet Winter sagen, und da isst man ja immer ein paar Pflanzen, weil sie ja sowieso sterben, oder ihr etwa nicht?" Sie verfluchte sich innerlich für ihr Unwissen über die Bräuche dieser Wölfe, und beschloss, irgendwann jemanden zu bitten, sie aufzuklären.

Yavru gefiel Kyros Vorschlag, Ceran zu fressen, nicht wirklich, doch Atsukos Vorschlag, stattdessen Pflanzen zu fressen, fand er noch seltsamer. Füchse waren doch auch Fleischfresser? Aber vermutlich war auch das in anderen Welten anders, wo es ja selbst bei Wölfen anders war. „Wir Wölfe fressen keine Pflanzen. Allerhöchstens Beeren und andere Früchte im Frühjahr. Ansonsten ernähren wir uns von Fleisch. Aber Ceran möchte ich auch nicht fressen, obwohl wir sonst ja auch Ratten gefressen haben.“ Damals in der Höhle zum Beispiel. Aber irgendetwas war da anders gewesen. „Vielleicht liegt es tatsächlich am Namen.“ Die Ratten in der Höhle hatten keinen Namen gehabt – hoffte er zumindest. Fasziniert beobachtete er, wie Atsukos Fell die Farbe wechselte und sich türkis färbte. Er erinnerte sich daran, dass sich ihre Fellfarbe nach der Jahreszeit richtete, aber miterlebt hatte er es noch nie. „Aber wenn du deine Farbe wechselst, heißt das, dass es Frühling wird?“

Kyro beobachtete die Gesichter vor sich aufmerksam. Was!? Sie würden nicht Ceran fressen? Wie überaus schockierend! Er war völlig überrascht! Er hörte dem weiteren Geplapper nur beiläufig zu, immer noch alamiert durch das undefinierbare Geräusch, das er gehört hatte. Plötzlich schob sich von unten etwas gegen seine Pfote. "Währg? Was ist jetzt wieder los?", fragte er und machte drei Schritte zurück. Eine kleine Pflanze schob sich gerade aus dem Boden. So etwas hatte Kyro noch nie gesehen... normalerweise dauerte es doch ewig, bis ein Grashalm gewachsen war, oder? Das hie war zugegeben noch ein bisschen kräftiger als ein Grashalm. Er staunte nicht schlecht, als die Pflanze kurz innehielt und dann noch einmal einen kleinen Wachstumsschub hinlegte. Mit einem Ruck wuchs sie auf Atsukos Augenhöhe. "Wer wollte Pflanzen essen?" Ein bisschen unschlüssig beobachtete er weiter, als eine andere Pflanze seine Rute anhob. "Hey!", beschwerte er sich. Ließ sich doch nicht jeder einfach unter den Rock schauen!

Atsuko bemerkte überrascht, wie ihr Pelz wieder zu jucken begann, und das fast so stark wie bei einem Weltenwechsel. Als sie dann auf ihre Schnauze schielte, stieß sie ein angeekeltes Kreiscchen aus. "Das ist ja TÜRKIS!", empörte sie sich. Dann ließ sie sich flach auf den Bauch fallen und begann, sich hysterisch am Boden zu reiben. "Ist es weg? Bin ich jetzt weiß? Ahhhh, es ist immer noch da! Geh weg!" Warum? Was hatte sie falsch gemacht? Sie war doch brav gewesen! In ihrer Hast, sich vom Türkisen reinzuwaschen, bemerkte sie gar nicht, wie die Pflanzen um sie herum aus dem Boden sprossen.

Ceran legte nachdenklich die Stirn in Falten. "Bei euch gibt es bestimmt auch viele verschiedene Dinge", mutmaßte er, "nur, dass du sie alle kennst." Hier war es immerhin einigermaßen so, wie in seiner Welt. Kälter und irgendwie wechselhafter und unwirtlicher - aber damit würde er schon zurecht kommen. "Ich habe schon lange keine andere Ratte mehr gesehen", gestand er leise. Vielleicht war er auch deshalb in diesem seltsamen Traum gelandet - weil er einsam war? "Dreck? - Ah, du meinst Erde!", erkannte er, "mhm.. ja, schon. Aber in meiner Welt ist nicht alles so.. kaputt wie hier."

Yavru war ähnlich überrascht, wie Kyro, als sich eine Pflanze regelrecht aus dem Boden bohrte um in Windeseile in die Höhe zu wachsen. Er wusste, dass Pflanzen wuchsen, aber selbst bei Gras dauerte es Tage, und für viele größere Pflanzen reichte ein Wolfsleben nicht aus, um mehr als ein kleines Stück zu bemerken. So schnell wie hier war es noch nie passiert. Doch Atsukos Reaktion auf den Farbwechsel war noch erstaunlicher. Halb erschreckt, halb fasziniert sah er zu, wie sie angesichts ihrer neuen Farbe vollkommen in Panik ausbrach. „Was ist an Türkis denn so schlimm?“ Bedeutete das etwa, dass sie krank wurde?

Kyro kicherte bloß doof, als sich Atsuko über ihre Fellfarbe beschwerte. Offenbar spielten die Welten einfach mit ihnen allen. Er hörte erst auf, fies vor sich hin zu lachen, als aus der Pflanze hinter ihm plötzlich ein kleiner Baum wurde. "Ährgs." Im nächsten Moment entschied sich die Pflanze vor ihm, ebenfalls zu einem Baum zu wachsen und im selben Moment brach ein riesiges Getöse um sie herum aus. Überall schossen Pflanzen aus dem Boden, sodass Kyro bald keine Ahnung mehr hatte, wohin er ausweichen sollte. Während Atsuko also noch mit dem Jammern über ihr Fell beschäftigt war, hüpfte er im Slalom vor Bäumen davon, die plötzlich nach oben wuchsen. Der Baumstamm neben ihm wurde ein wahres Paradies für kleine Pflanzen und Moos und während die Sonne höher stieg, schien die Welt nur umso energischer zum Leben zu erwachen.

Lavaya war sich nicht sicher, ob es auf Lupmundi wirklich so viele verschiedene Dinge gab wie hier, die sie bloß alle schon kannte und daher weniger bemerkenswert fand, aber vielleicht hatte er tatsächlich recht. „Es gibt also nicht viele Ratten?“ Sie bekam Mitleid mit dem Ratterich, denn wenn er schon lange keinen Artgenossen mehr gesehen hatte, war er bestimmt einsam. Plötzlich schreckte sie hoch, als ein langes grünes Ding direkt vor ihnen aus dem Boden wuchs. Und daneben gleich noch eins! So schnell hatte sie noch nie ein Haar wachsen gesehen. Aber das waren ja auch keine Haare! „Was ist das?“, fragte sie unsicher. Irgendetwas war seltsam daran. Und plötzlich bemerkte sie auch, was. „Die Dinger wachsen ja vollkommen falsch! Die wachsen an ihrem oberen Ende, statt von unten!“ Sie klang fast entsetzt angesichts dieser Ungeheuerlichkeit.

Eine Pflanze bei Lavaya und Ceran schießt mit voller Kraft aus dem Boden und wächst in nur einem Atemzug zum Baum heran. Die beiden können leicht ausweichen, allerdings wächst der Baum genau dort, wo Laelia soeben noch geschlafen hatte. Die Jungwölfin befindet sich wenige Augenblicke später hoch oben im Geäst des Baums. Lavaya und Ceran können sie von unten nicht mehr sehen.

Atsuko unterbrach ihr alles-Unreine-wegschaben-Ritual kurz, um Yavru einen entsetzten Blick zuzuwerfen. "Machst du Witze? Türkis ist böse! Nur schwarz ist noch schlimmer, weil dann wäre ich einfach tot, aber türkis steht direkt danach!" Sie nahm ihren Versuch, ihr Fell irgendwie zu zwingen, weiß zu werden, wieder auf, indem sie es einfach so lange in den Schnee rieb, dass es ihn einfach aufnehmen musste. Zu ihrem Entsetzten wurde der Schnee allerdings immer weniger, und abnormal schnell wachsende Pflanzen schossen darauß hervor. Dies fiel eindeutig unter die Top-10 ihrer schlimmsten Albträume. Als dann schließlich auf einem kleinen Hügel neben ihr ein Baum seine Wurzeln in alle Richtungen ausstreckte, stand sie einfach nur wie angewurzelt da und machte gar nichts. Gleich darauf war sie wirklich angewurzelt.

Yavru begann nun wirklich, sich ernsthafte Sorgen zu machen. „Heißt das, du bist krank? Können wir dir irgendwie helfen?“ Doch ihm blieb keine Gelegenheit, auch nur zu versuchen, etwas zu tun. Anfangs war es ja fast schon lustig gewesen, den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen, aber nachdem ihm ein paar mal ein wachsender Baum von unten getroffen und unsanft beiseite gedrückt hatte, wovon einer ihn beinahe an einer Stelle erwischt hatte, die für Rüden äußerst empfindlich war, sah er sich gezwungen, es Kyro gleichzutun und fast schon panisch den immer schneller und zahlreicher wachsenden Bäumen und anderen Pflanzen auszuweichen. Er hatte Angst, bald so von Bäumen umgeben zu sein, dass er sich nicht mehr rühren konnte. Oder noch schlimmer, er könnte von ihnen in die Höhe gerissen werden. Vielleicht würde ihn ein besonders spitzes Exemplar sogar aufspießen? Dabei verlor er sowohl Atsuko als auch Kyro aus den Augen. Als er die Fuchsfähe wieder erblickte, merkte er, dass sie sich nicht mehr rührte. „Was ist mit dir?“, fragte er ängstlich.

Kyro beobachtete das Szenario skeptisch und hob dann die Wolfsbrauen, als Atsuko plötzlich verwurzelt wurde. "Ich glaube nicht dass sie stirbt... sie ist nur eitel.", erklärte er Yavru. "Türkis ist nicht ihre Lieblingsfarbe und schon macht sie Theater und lässt sich von einem Baum umarmen, der sie vermutlich nur unfreiwillig wieder loslassen wird!" Kyro biss in die Wurzel und zerrte daran, um sie zu lockern, damit Atsuko darunter hervor konnte. Um sie herum krachte und knackte es immer noch, aber sie befanden sich wieder in einem Wald. In einem Wald, wie er gestern hier gestanden haben musste, als sie die Welt betreten hatten.

Ceran schreckte wie Lavaya zurück, als plötzlich eine Pflanze aus dem Boden schoss. Fassungslos wanderte sein Blick von dort, wo eben noch die schlafende Wölfin gelegen hatte, den Stamm hinauf. Er... er konnte sie nicht mehr sehen! "Es.. es ist mir egal, wie rum die wachsen. Was.. was machen wir denn jetzt mit Laelia?!" Sein ganzer Körper vibrierte, während er sich umsah. Überall schossen Pflanzen hervor, die wuchsen, als hätten sie.. als.. ja, als was? Ceran mochte nicht einmal ein anständiger Vergleich einfallen! Als könnte Lavaya ihn schützen, sprang er zu ihr in 'Sicherheit'. "Wir.. wir müssen.. Laelia. Wieso ist sie denn nicht wach geworden?"

Lavaya hatte gerade ihre Frage ausgesprochen, da kam ihr der Gedanke, dass diese Dinger womöglich nicht nur absurd, sondern auch gefährlich waren. Immer schneller und häufiger wuchsen sie. Den Unterschlupf, den sie so mühselig erbaut hatten, hatten sie bereits zerstört. Doch bevor sie diesen Gedanken äußern konnte, hatte er sich schon auf unheilvolle Weise bestätigt: Eins dieser Dinger hatte die Fähe ohne Penis in die Höhe gerissen. Entsetzt schaute sie ihr nach, doch zwischen den grünen Schuppendingern war sie nicht mehr zu erkennen. „Das ist ein Baum!“ So entstanden Bäume also. Wenn sie nur gewusst hätte, dass sie so gefährlich waren! Ceran schien ähnlich entsetzt wie sie. Wer oder was war Laelia? Ah, natürlich, die Fähe ohne Penis musste so heißen. „Laelia ist ihr Name, oder?“ Sie überlegte, wie man ihr helfen konnte. Aber man konnte dort nicht raufklettern. Konnte man einen solchen Baum ausreißen? Bei einem Haar entsprechender Größe ginge das nicht. Aber ein Baum war ja kein Haar. „Der Baum wächst nur auf Dreck, oder? Wenn wir den Dreck wegkratzen, müsste er ausfallen. Er darf nur nicht zu schnell umfallen, damit sich Laelia nicht verletzt.“

Atsuko beschloss den Fakt, dass sie türkis war, daweil einfach zu ignorieren, damit sie sich aus der Umklammerung dieser doch sehr aufdringlichen Wurzel befreien könnte, bevor diese so dick wurde, dass sie bis zum Ende ihrer Tage hierverweilen müsste. Ursprünglich wollte sie Kyro ja einen bösen Blick zuwerfen, da er sich über ihr Problem mit Türkis lustig gemacht hatte, doch jetzt half er ihr, also beschloss sie einfach ihn neutral anzusehen. Ihre Entschlossenheit wurde allerdings hart auf die Probe gestellt, als sie mit einem kräfigen Hopser aus dem Wurzelgefängnis fliehen wollte und mit ihrem Hinterteil stecken blieb. "Bitte", sagte sie resigniert, "Helft mir einfach hier raus.

Yavru hörte Kyros Worte, und ärgerte sich sofort wieder. Anscheinend bedeutete Atsukos Farbe ein ernsthaftes Problem, und er konnte sich nur lustig darüber machen. Zumindest machte der Alte ihn auf Atsukos eigentliches Problem aufmerksam: Sie hatte sich in den Wurzeln eines Baumes verfangen, die ähnlich schnell wuchsen, wie der überirdische Teil desselben. Und zumindest war Kyro nicht der Unwolf, der er gerne vorgab zu sein, denn statt sich nur über dieses Schicksal zu amüsieren, versuchte er alles, um Atsuko zu befreien. Yavru fragte sich, ob Kyro dass für jeden tun würde oder ob ihn doch so etwas wie Zuneigung mit der Füchsin verband, doch er wischte den Gedanken beiseite. Jetzt war wirklich keine Zeit für sowas. Er beeilte sich, es dem alten Rüden gleichzutun und zerrte an den Wurzeln. Die dünneren Exemplare zerbiss er dabei einfach. Hoffentlich würden sie Atsuko retten können! Die Vorstellung, der Baum könnte sie gewissermaßen lebendig verschlingen, war einfach entsetzlich.

Kyro lachte und erstickte fast an der Wurzel, die er im Maul hatte. Er zerrte noch ein bisschen fester daran, war aber wohl darauf angewiesen, dass Yavru sich auch mal nützlich machte. Zur Abwechslung. Er schlug diesem mit der Pfote auf den Kopf, andeutend, dass dieser mal lieber an Atsuko ziehen sollte, statt Wurzeln zu fressen. Kyro selbst legte sein ganzes Gewicht in das Zerren und wartete, dass Atsuko mal eben aus ihrer Falle herausflutschte.

Ceran versuchte, seine Gedanken zu ordnen. Das Adrenalin, das durch seinen Körper pulsierte, machte das aber fast unmöglich. "Ich.. ich weiß nicht. Kommt drauf an, wie tief die Wurzeln reichen", stammelte er. Ratlos stemmte er die Pfoten gegen den Baum - gegen den dicken Stamm wirkten sie so winzig, dass er einen verzweifelten Laut ausstieß. Das würden sie nicht schaffen. "Und selbst wenn, wie willst du ihn bremsen, wenn er fällt?" Etwas, worauf er sich ebenfalls keine Antwort geben konnte.

Lavaya tat es probehalber Ceran gleich, war sie doch deutlich größer als er. Dennoch konnte auch sie den Baum nicht einmal zum wackeln bringen. Obwohl er in Dreck wurzelte, war er erstaunlich fest. betrachtete den Baum genauer und erinnerte sich an die ausgefallenen Exemplare, die sie gesehen hatte. Die Wurzeln waren bei Bäumen anscheinend deutlich verzweigter. Sie kratze ein wenig mit ihren Pfoten im Dreck herum, auch wenn sich das für sie falsch anfühlte. Aber es war ja nur Dreck, nicht die Haut einer lebendigen Welt, die sie mit ihren Krallen zerkratzte. „Das bringt so nichts. Wenn er locker wäre, könnte man vielleicht dafür sorgen, dass er nicht zu schnell fällt, indem man ihn nicht ganz locker macht. Aber so fest wie er ist, bekommen wir ihn nie lose.“ Traurig schaute sie Ceran an. „Hast du noch eine Idee?“

Atsuko ruderte hilflos mit den Voderpfote in der Luft, während sie sich mit den hinteren langsam durch die Lücke schob, welche scheinbar immer enger wurde. Sie war kurz davor, einfach aufzugeben und sich mit irgendwelchen epischen Worten vom Leben mir Licht zu verabschieden. "Das kommt davon wenn man Türkis ist!", fluchte sie vor sich hin, während es langsam eng für ihre Hinterbeine wurde. "Wenn ich eine andere Farbe hätte, wäre das alles nie passiert!" Und wie durch ein Wunder begann ihr Pelz wieder zu jucken, und in dem Moment wusste sie, dass sie noch zu jung zum sterben war und deshalb jetzt grün wurde. Einen Moment später wurde sie aus der tödllichen Wurzelumklammerung befreit.

Yavru zog und zerrte, als ihm plötzlich Kyro mit der Pfote auf den Kopf schlug. Was sollte das? Konnte der Alte nicht einmal in einer Situation wie dieser darauf verzichten, ihn zu ärgern? Zu gerne hätte er ihm die Meinung gegeigt, selbst wenn er damit wieder einen Kampf riskiert hätte. Aber dazu war jetzt nicht die Zeit, und daher ignorierte er Kyro einfach und machte weiter wie bisher. Nur beiläufig hörte er, wie Atsuko ihrer Fellfarbe die Schuld an ihrer misslichen Lage gab, so unsinnig das auch war. Dann plötzlich hatten sie es geschafft: Atsuko war frei. Und er wollte seinen Augen nicht trauen: Sie war nicht mehr türkis, sondern grün. War das nur ein Zufall, oder lag es womöglich doch an der Farbe? Aber wie sollte sowas funktionieren? „Was bedeutet türkis denn? Warum fandest du die Farbe so schrecklich?“

Kyro verzog das Gesicht ein bisschen. "Also... türkis stand dir in jedem Fall besser. Jetzt siehst du aus wie ein Frosch!", behauptete er belustigt. "Aber in diesem Wald bist du jetzt gut getarnt. Blöd nur, dass es hier keine Lebewesen zu geben scheint!" Als wolle jemand seine Worte Lügen strafen, begann ein Surren die Welt zu erfüllen. Wie auf Komando ereiferten sich Schwärme von Insekten und machten sich über verschiedenste Blüten her. Wenn er sich nicht ganz täuschte, hörte er das entfernte Quaken von Fröschen. "Oh... jetzt hast du doch Artgenossen..." Im nächsten Moment wurde das Klopfen eines Spechts laut. Überall raschelte es und nachdem das Wachstum des Waldes so laut gewesen war, erfüllte jetzt das pure Leben die ganze Umgebung.





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Und wie der Regen singt
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Wo die Welt begann
26.11.2017 22:37
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Lijenna
Lillyan Caesar






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Wolfsträumer

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Ceran beobachtete den Versuch Lavayas. Er konnte sich nicht vorstellen, dass sie damit etwas erreichen würden - und das schien auch die Wölfin bald zu erkennen. Allerdings brachte sie das auch nicht wirklich weiter. Die dunklen Knopfaugen wanderten erneut am Stamm hinauf. "Wenn die Äste nicht so weit oben wachsen würden, hätten wir hinaufklettern können", meinte er, "aber nein. Im Moment.. weiß ich auch nicht weiter." Seufzend senkte er den Kopf. Immerhin schlief Laelia noch - oder zumindest hoffte er es, sonst hätte sie sich sicherlich schon bemerkbar gemacht. Vielleicht fanden sie ja einen Weg, bevor sie erwachte. Oder der Baum schrumpfte ganz plötzlich wieder, das wäre eine weitere, gute Alternative.

Lavaya hörte mal wieder einen unbekannten Begriff. Äste? Das mussten die Dinger sein, die vom Baum abstanden. Allerdings erst in einer Höhe, die es unmöglich machte, sie zu erreichen. „Können wir es vielleicht durchbeißen?“, fragte sie. Vielleicht waren Bäume ja nur von außen hart und innen weich, so wie Springlinge? Vorsichtig, um ihre Zähne nicht zu beschädigen, biss sie in den Baum. Zwar konnte sie eine kleine Stücke abbeißen, aber so würde sie nie durch den Baum kommen. Angwidert spuckte sie die Baumstücke aus. Lecker war auch eindeutig was anderes.

Ceran war über den Erfindungsreichtum der Fähe doch ein wenig erstaunt. "Durchbeißen?" Ihre Zähne schienen dafür nicht ausgelegt zu sein. Aber.. vielleicht.. konnte ja er? Ein skeptischer Blick, dann stellte er wieder die Pfoten an die Rinde und begann, Kerben in die Rinde zu schlagen, um überhaupt erst einmal eine Angriffsfläche zu schaffen. "Ich habe auch schon an leckereren Bäumen genagt", urteilte er nach einer Weile, in der er eine etwa schmetterlingsgroße Fläche von Rinde befreit hatte. Das Holz im Innern des Baumes schien ihm ungewöhnlich alt. Seltsam, wo dieses Gewächs erst vor kurzem aus dem Boden geschossen war. "Das hier ist alles seltsam", teilte er Lavaya mit.

Miimiya quietschte lachend und fiel dann auf den Rücken, sich den Bauch haltend. "Hat man sowas schon gesehen? Ein Wolf und eine Ratte versuchen Biber zu sein! Biber!" Sie erstickte fast vor lachen und rollte sich herum. Sie war vergnügt und nicht lebensmüde. Sie wusste, dass ein Wolf ihr gefährlich werden konnte, auch wenn sie durchaus wehrhaft war. Aber dazu musste sie sich auch in einer Position befinden, in der sie sich verteidigen konnte. "Zwei Biber! Zwei verrückte Biber!"

Lavaya war beruhigt, dass Ceran es hier auch seltsam fand. „Das heißt, sowas ist nicht normal? Bäume entstehen also nicht immer auf diese Weise?“ Da hörte sie ein Lachen. Sie wandte sich um und entdeckte ein Tier, dass sie noch nicht kannte. Nicht, dass sie schon viele Tierarten gekannt hätte; sie kannte bisher Wölfe, Springlinge und jetzt auch Ratten. Und dieses Tier war eindeutig keins der drei. „Warum lachst du? Was bist du? Und was ist ein Biber?“ Sie hoffte, so viele Fragen waren nicht unhöflich. Apropos unhöflich:Jetzt hatte sie beinahe wieder das mit dem Namen vergessen. „Ich heiße übrigens Lavaya.“

Ceran schüttelte den Kopf. "Normalerweise entstehen sie viel langsa..." Ein Lachen ließ ihn innehalten. Es klang ehrlich vergnügt. Verwirrt versuchte er, zu verstehen, was dieses Wesen ihnen mitteilen wollte. Beim Begriff Biber begann es aber, in seinem Kopf zu rattern. Er hatte ein solches Wesen noch nie gesehen - aber durch Erzählungen seiner Eltern wusste er, dass es ebenso kräftige Zähne hatte wie Ratten. Und dass sie damit eine ganze Menge Chaos anstellen konnten. Jetzt aber - ja, vielleicht war es jetzt ihre Rettung, dass eins dieser Wesen hier aufgetaucht war. Lavayas Vorstellung ließ ihn im Luftholen innehalten. Richtig. Wenn sie etwas von diesem Wesen wollten, sollten sie höflich sein. Und es konnte ja nicht wissen, dass sie sich um ihre Freundin sorgten und es deshalb überhaupt nicht komisch fanden, Biber zu sein. "Mein Name ist Ceran", stellte also auch er sich vor, ehe er mit einer Pfote in die Baumwipfel zeigte. "Und dort oben in den Ästen sitzt Laelia. Wir müssen sie irgendwie dort runter bekommen!"

Miimiya giggelte wieder und krümmte sich vor lachen. "Mii-mi-mi-mi-Miimiya ist mein Name!" Vor lauter Kichern konnte sie kaum sprechen. "Hallo Lavaya. Hallo Ceran. Ihr verrückten Biber!" Sie musste sich erst einmal beruhigen und sammelte sich, um die beiden mit ernster Miene zu betrachten. Kurz verharrte sie so, dann platzte ein weiteres Lachen aus ihr heraus. "Biber!", brüllte sie vor lachen. "Biber!" Sie hatte das Gefühl, sie müsse sterben. "Biber die einfach herumlaufen, während des Frühlingserwachens! Ihr müsst verrückt sein! Völlig verrückt!"

Lavaya fand es nicht nett, dass ihre Fragen nicht beantwortet wurde. Das fremde Tier lachte weiter und erzählte weiterhin etwas von Bibern, ohne darauf zu achten, dass mindestens einer ihrer Gesprächspartner gar nicht wusste, was das war. Aber vielleicht war das in dieser Welt einfach so üblich? Dennoch fragte sie weiter: „Was bedeutet Frühlingserwachen? Frühling ist eine Jahreszeit, aber warum wacht die auf? Und warum sollte man dann nicht draußen rumlaufen? Außerdem hatten wir einen Unterschlupf gebaut, aber diese … Bäume haben ihn zerstört.“

Ceran spürte, wie die Hoffnung auf Hilfe allmählich in Ärger umschlug. Dieses seltsam fröhliche Wesen mit der noch komischeren Gesichtszeichnung könnte sich wirklich mal ein paar Gedanken machen, wie unhöflich sie eigentlich war! Pah! "Dann klär uns doch bitte auf, die das hier funktioniert", schnauzte er ungehalten, während er zwei Hoppser auf dieses Tier zumachte. Es konnte doch nicht wahr sein! Er machte sich Sorgen um seine Freundin - und dass es vielleicht doch kein Traum war -, und dieses Wesen lachte sie aus statt ihnen zu helfen!

Miimiya stutzte kurz und lachte dann wieder amüsiert. "Frühlingserwachen bedeutet, dass die Welt wieder zum Leben erwacht. Der Tag bricht an und der Tag bringt das Leben mit sich. Mit dem Frühling beginnt die Zeit, in der es Nahrung gibt und Dellruin ein Paradies ist. Im Frühling fressen wir uns alle satt... jeder hier ist jetzt auf Nahrungssuche, seht euch um!" Sie saß auf den Hinterbeinen und deutete mit einer Vorderpfote auf die Umgebung. "Jede winzige Fliege und jeder riesige Bär ist gerade unterwegs. Wir fressen und wenn der Sommer zur Mittagszeit beginnt, tanken wir Licht, genießen das Leben und sammeln Wärme. Wenn die Stürme beginnen, dann verschwinden wir unter die Erde in unsere Höhlen. Wir alle. Denn wir wollen leben! Wir wollen überleben! Wenn die Stürme toben, ist jeder dem Tod geweiht, der nicht in einem sicheren Versteck verharrt. Den Winter warten wir ab und natürlich auch das Frühlingserwachen selbst. Denn wenn die Bäume sich wieder aufrichten, kann der Aufenthalt im Freien auch tödlich sein. Oder zu Unfällen führen, wie... eure Freundin, die jetzt vielleicht dort oben in den Baum eingewachsen ist!"

Lavaya verstand, dass die Jahreszeiten hier sehr viel stärker ausgeprägt waren als auf Lupmundi, vielleicht sogar stärker als in manch anderer Welt. Aber warum brach der Tag an, warum begann der Sommer zur Mittagszeit? „Redest du über ein Jahr oder nur einen Tag?“ Beiläufig nahm sie zur Kenntnis, dass diese Welt offensichtlich Dellruin hieß. Die Vorstellung von tödlichen Stürmen beunruhigte sie, aber was sie wirklich entsetzte war die Erklärung, dass Laelia in den Baum eingewachsen sein könnte. Lavaya wusste zwar nicht, wie sie sich das vorstellen sollte, aber es klang schrecklich und sehr schmerzhaft. "Wie können wir ihr helfen?"

Ceran schluckte. "Ich fürchte, sie redet.. über einen einzigen Tag." Das bedeutete, dass nur wenig Zeit war, um Laelia zu helfen. Zumal sie dann ja auch auf Nahrungssuche gehen sollten. Nicht, dass sich das in dem üppigen Grün um sie herum als Schwierigkeit gestaltete - dennoch sollten sie die Gelegenheit nutzen. Eigentlich. Aber Laelia dort oben lassen? Das kam gar nicht in Frage! Nicht, wenn es sein konnte, dass tatsächlich am Abend der nächste Sturm kam, der alles zerstörte. "Wir müssen sie unbedingt irgendwo dort runter holen!", erklärte er. "Hast du vielleicht eine Idee, wie?" Ceran war durchaus bewusst, dass er das gleiche gefragt hatte wie Lavaya - aber im Moment war ihm das ziemlich gleichgültig.

Miimiya schnupperte eine Weile in der Luft, während sie nachdachte. "Ich rede vom Jahreszeitenwechsel... an einem Tag.", erklärte sie. "Ich kenne das auch nur so, aber ich weiß, dass es in anderen Welten anders ist. Hier wechseln innerhalb eines Tageszykluses alle vier Jahreszeiten einmal durch." Sie blickte am Baum hinauf und rümpfte die Nase. "Ich habe keine Ahnung, wie wir einen Wolf von einem so hohen Baum holen sollen... ich könnte hochklettern, aber das bringt uns ja nicht weiter... schließlich kann ich sie nicht hinunterwerfen. Dabei würde sie sich vermutlich alle Knochen brechen! Und soweit ich weiß, sind Wölfe auch nicht gerade besonders geschickt..." Ihr Blick blieb an der Ratte hängen, die größer war als sie. "Bis zum Abend sollte sie aber unbedingt wieder nach unten gekommen sein... oder der Sturm hilft ihr dabei." Und das meinte sie im negativen Sinne.

Lavaya hörte erstaunt, dass die Jahreszeiten hier alle an einem Tag stattfanden. Ihr erschien das bemerkenswert, doch es war nicht die Zeit um danach zu fragen, solange Laelia sich immer noch auf oder im Baum befand. Zu ihrer Enttäuschung hatte Miimiya jedoch auch keine Lösung für dieses Problem. Und die Ankündigung, dass der Sturm Laelia am Abend zwangsläufig vom Baum wehen würde, beunruhigte sie noch mehr, denn das wäre ohne Zweifel der Tod der jungen Fähe. „Aber wir müssen doch etwas machen! Erst recht, wenn wir nur noch bis zum Abend Zeit haben! Wir können hier doch nicht einfach abwarten!“





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29.11.2017 22:44
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Lijenna
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Atsuko seufzte zufrieden, als der Klang von Leben durch den Wald hallte. Mit einem seligen Lächeln blickte sie zu den Wölfen auf und meinte: "War hier früher schon alles so voller Leben? Ich habe das Gefühl, dass jetzt, wo mein Fell wieder in Ordnung ist, alles viel lebendiger und schöner ist. Sogar die Luft scheint wärmer zu sein. Und hört ihr das? Es ist so, als wäre mit meinem Pelz die Welt wieder grün und gesund geworden." Eigentlich ging die beseelte Rede noch weiter, doch Atsuko wurde vom Knurren ihres Magen übertont. Das war für sie das Signal, um von "glücklich und benebelt" wieder auf "normal" umzustellen. "Wartet mal, kann es sein, dass es auf einen Schlag andere Tiere in dieser Welt gibt?"

Kyro sah sich unschlüssig um. "Nein... es war kein Lebewesen zu sehen, seit wir hier gelandet sind... irgendwann am Abend, kurz bevor die Sonne unterging.", murmelte er nachdenklich und ließ den Blick schweifen. "Jetzt müssen wir Laelias Freund nicht mehr erlegen, sondern können irgendetwas anderes jagen... Wir sollten uns aufteilen, um uns erst einmal umzusehen. Jeder geht in eine andere Richtung und wir treffen uns wieder hier, wenn wir etwas gefunden haben." Er bedeutete den beiden Jungtieren, dass sie loslaufen konnten. Kyro selbst ging zwischen den Bäumen hindurch und sah sich noch etwas misstrauisch um. Man wusste nie, ob nicht doch plötzlich wieder ein Baum aus dem Boden hervor brach, aber nichts dergleichen geschah.

Atsuko starrte Kyro unschlüssig nach, beschloss dann aber, dass es vermutlich die beste Idee war. Sie wechselte noch einen letzten Blick mit Yavru, der gar nicht begeistert darüber schien, dass er Befehle von Kyro erhielt. Sie wandte sich nach einem kurzen "Tschüss" ab und machte sich vorsichtig auf den Weg. Die Bäume hatten aufgehört zu wachsen, doch man konnte nie wissen. Diese Welt hatte vermutlich noch einige Überraschungen auf Lager. Die Luft triefte inzwischen nur so von verlockenden Gerüchen, sowohl Beute als auch Pflanzen. Sie verschmolz mit der Landschaft.

Kyro stiegen ebenfalls viele Witterungen in die Nase. Er wusste nicht mehr, wie er hatte denken können, dass in dieser Welt keine anderen Tiere lebten. Überall um ihn herum wuselten sie durch das Unterholz und gingen geschäftig der Nahrungssuche nach. Ein junger Hase machte den Fehler, zu unvorsichtig zu sein und so setzte Kyro diesem augenblicklich nach. Nach einer kurzen Hetzjagd versenkte der Altwolf seine Zähne im Fleisch seines Opfers. Das Knacken von Knochen stand im krassen Gegensatz zur friedlichen Frühlingsstimmung, genauso wie die blutige Spur, die er hinterließ, als er zurück kehrte, zu der Stelle, an welcher er sich von den anderen beiden getrennt hatte. Es störte ihn nicht, dass sie noch nicht zurück gekommen waren. Er legte sich neben die Wurzel, die noch Spuren seiner Bisse aufwies und begann, das kleine Häschen zu zerlegen.

Atsuko starrte zufrieden auf das Häufchen zu ihren Füßen. Eine sehr kleine Maus, ein Vogel, der nicht viel größer war, ein Kraut, welches genau so aussah wie die Nesseln aus Sanéri, und noch ein paar weitere Kräuter, die sie zwar nicht kannte, die jedoch großartig dufteten. Vorsichtig nahm sie den Haufen auf und trottete, ihrer eigenen Färte folgend, wieder zurück zu ihrem Treffpunkt, wo Kyro schon mit einem Hasen beschäfftigt war. Gemächlich legte sie ihr Essen gegenüber von Kyros und meinte überrascht: "Du hast dir ja nur Fleisch beschafft!"

Kyro hob den Blick. "Was sonst?", fragte er zweifelnd. Sein Blick fiel auf das, was Atsuko anschleppte. "Und du hast wohl vor, meinem Essen das Essen wegzuessen?" Kyro hatte nicht vor, sich von Hasenfutter zu ernähren. Konnte er auch gar nicht. Mit den Zähnen hatte er seine Beute bereits bearbeitet und Hautfetzen fortgerissen, um an das saftige Fleisch zu gelangen.

Atsuko blinzelte ein paar mal verdutzt, beschloss dann allerdings, sich nicht mehr über die Eigenheiten der Wölfe zu wundern. Stattdessen machte sie sich freudig über ihr Mahl her. Die Kräuter schmeckten wunderbar. Hin und wieder warf sie Kyro einen mitleidigen Blick zu. Wie konnte man nur freiwillig so einseitig fressen? "Ist das nur bei dir so, oder fressen alle Wölfe nur Fleisch?"

Kyro blickte nur beiläufig auf, die meiste Zeit nagte er an seinem Hasen herum. Noch während er kaute antwortete er: "Das ist bei allen Wölfen wie mir so. Wir fressen nur sehr vereinzelt etwas anderes.", erklärte er beinahe geduldig. Hin und wieder spitzte er die Ohren, wenn etwas im Gebüsch zu hören war. Yavrus Schritte näherten sich aber nie. Offenbar war der junge Rüde entweder ein schlechter Jäger oder ein waschechter Rumtreiber. Kyro machte sich nicht wirklich Sorgen. Er war froh, wenn der Jungwolf erst mal wegblieb. Sein Bedarf an Gesellschaft war gedeckt. "Was fressen die Wölfe aus deiner Welt?"

Atsuko legte den Kopf schief. "Alles. Ich sehe die Wölfe nur, wenn es Winter ist, und da sind fast alle Tiere so erschöpft, dass sie sowohl Tiere als auch Pflanzen fressen. Und die Wölfe sind da besonders gleichgültig. Ich hab sogar schon welche dabei beobachtet, wie sie ihre eigenen Toten-" Sie stockte und warf Kyro einen misstrauischen Blick zu. "Ihr macht sowas nicht, oder?" Vorsichtshalber rückte sie ein paar Pfotenlängen von ihm weg.

Kyro war völlig unbeeindruckt von dieser Frage und von Atsukos Reaktion, von ihm abzurücken. "Ich habe bisher nie von jemandem gehört, der so verzweifelt war. Aber wer weiß, wozu ein Wolf getrieben wird, wenn er an der Schwelle zum Tod steht und es nur die Entscheidung gibt, zu sterben, oder einen toten Artgenossen zu fressen..." Er blickte zu Atsuko hinüber. "Würdest du dein Leben wegwerfen, weil du dich zu sehr davor ekelst, Deinesgleichen zu fressen?"

Atsuko schüttelte ruckartig den Kopf. "Ich kann mir nicht vorstellen, jemals an einen Ort zu kommen, an dem es nicht einmal Pflanzen gibt. Wobei, ich habe gehört, im Land des Sommers soll es soetwas geben. Hmm... Nein, ich glaube, ich würde sie fressen, aber erst, wenn ich wirklich sehr verzweifelt wäre." Sie schaute fragend zu Kyro. "Für euch ist sowas wohl normaler, da ihr euch ja untereinander bekämpft."

Kyro hob die Wolfsbrauen ein bisschen an. "Wie gesagt... ich kenne niemanden, der je zu einer solchen Verzweiflungstat greifen musste, um zu überleben. Aber vermutlich fallen mir ein paar Wölfe ein, die nicht zu lange gezögert hätten, wenn es um ihr Leben gegangen wäre." Er dachte an verschiedene Persönlichkeiten und schloss sich selbst nicht aus. Ein toter Wolf war ein toter Wolf. Da es diesen nicht kümmerte, kümmerte es Kyro schon gar nicht. Aber trotz der vielen, ausweglosen Situationen in denen er bereits gewesen war, war noch nie etwas so hart gewesen, dass er einen Artgenossen hätte fressen müssen. In Sachen Töten sah es da schon etwas anders aus. "Es ist nicht der Normalzustand, dass man sich gegenseitig bekämpft.", befand er.

Atsuko verstand nicht. "Also seid ihr ganz friedlich? Ihr kämpft im Rudel nie? Und auch nicht zwischen den Rudeln? Und es gibt keine Machtkämpfe und so? Aber diese Aszira hat ja jemanden umgebraccht, oder?", meinte sie und ging schnell nochmal im Kopf das Gespräch mit Lijenna durch. Und dann stockte ihr Atem und sie starrte mit weit aufgerissenen Augen Kyro an. War er nicht in Aszira verliebt?

Kyro verschluckte sich fast. Woher kannte Atsuko Aszira? "Woher weißt du von Aszira und wie kommst du gerade auf sie?", wollte er wissen. Die meisten älteren Wölfe des Rudels hatten irgendwann einmal jemanden getötet. Das brachte das Leben so mit sich. Aber das galt genauso für Füchse aus der Welt, aus der er stammte. Gehörte Atsuko tatsächlich einem so friedlichen Clan an, dass dies dort unmöglich war? Oder war es mehr die jugendliche Naivität der Kisetsu, die hier aus ihr sprach?

Atsuko knetete mit den Pfoten unsicher die Erde zu ihren Füßen. "Nun, also, Lijenna hat vorhin von ihr erzählt. Sie meinte, Aszira habe Chion getötet." Unsicher sah sie auf, ängstlich, was jetzt passieren würde. Vorhin schienen alle geschockt von der Neuhigkeit. Andererseits, vermutlich wusse Kyro es eh schon.

Kyro fand ja sehr spannend, worüber Lijenna so sprach. Was zum Schatten... Er rümpfte die Nase. Chion? Diesen komischen Jungrüden? "Sie wird wohl ihre Gründe gehabt haben.", befand er leichthin und nagte noch das letzte bisschen Fleisch von seinem Hasen. "Es gibt Machtkämpfe... aber das kann man wohl kaum mit dem Fressen von toten Wölfen gleichsetzen."

Atsukos Blick wurde hart. "Also ist es schlimm einen toten Wolf zu fressen, aber nicht, selbst einen zu töten? Hmm. Vielleicht habe ich mich geirrt. Anscheinend seid ihr nicht wirklich anders als die Wölfe auf Sanéri, abgeshen davon, dass ihr so tut, als hättet ihr ein Gehirn."

Kyro schnaubte verächtlich. "Du bist jung genug, dass ich dir auf Anhieb glaube, dass du noch nie in einer Situation warst, in der du entscheiden musstest, ob du tötest, oder getötet wirst.", kommentierte er die Worte. "In deinem Alter ist es einfach, sich überheblich zu geben und sich damit zu rühmen, dass man noch nie irgendwelche miesen Entscheidungen treffen musste... oder irgendetwas im Leben total verbockt hat. Ruh dich auf deinem behüteten, harmlosen Leben aus und bitte die Welten darum, dir weiter nur die paradisischen Seiten des Lebens zu zeigen..."

Atsuko war nun an der Reihe, die Brauen hochzuziehen. "Hmm, stimmt, ich habe in meinem Leben vermutlich noch nicht so viel verbockt wie du, allerdings weiß ich nicht, ob du es schon geschafft hast, jemanden, der alles für einen tun würde und sonst niemanden mehr auf der Welt hat, einfach so auf sich selbst gestellt im Stich zu lassen, ohne Familie oder so etwas wie ein Rudel, an dass sie sich wenden könnte. Nun, ich nehme an, du hättest es schon längst getan, hätte dich jemals jemand gemocht.", meinte sie betont höflich. Kyro hatte einen wunden Punkt von ihr getroffen und sie aus der Fassung gebracht. Ihr Gewissen rief ihr leise zu, dass sie die gesagten Worte später bereuen würde, doch im Moment war sie zu aufgebracht. Vermutlich, weil er recht hatte.

Kyros Lefzen hoben sich warnend, aber das brachte ihm nur ein schmerzendes Ohr ein und um wirklich wütend zu werden, war er zu müde. Er hatte außerdem nicht so wirklich verstanden, wovon Atsuko redete und wusste also nicht, in welchem Maß er sich über die Worte aufregen sollte. "Nun, ich nehme an...", begann er mit den von Atsuko verwendeten Worten. "... dass dich mein Leben nichts angeht. Und das von Aszira schon gar nicht." Er erhob sich und ging davon.

Atsuko starrte wütend auf ihre Pfoten. Sie hatte keinen Hunger mehr. Lustlos zerrupfte sie ein Blatt, während sich langsam die Reue bei ihr breit machte. Am liebsten wäre sie Kyro hinterhergelaufen und hätte sich bei ihm entschuldigt, doch dann wäre er darin bestätigt gewesen, dass sie einfach nur kindisch war. Nun, eigentlich war es ja die Wahrheit. Sie war nur eine von vielen, denen ihr Leben bei ihren Eltern zu kompliziert geworden war und die sich auf die Suche nach Abenteuern gemacht hatte, unter irgendeinem dummen Vorwand. Sie rollte sich zu einer Kugel zusammen, wobei sie die Essensreste einfach mit ihrem Schweif beiseite fegte. Ihr Pelz juckte, aber jetzt, wo sei darüber nachdachte, tat er das die ganze Zeit schon, seit sie in dieser Welt waren. Ob die Luft hier unrein war? Sie winselte leise.

Kyro stapfte davon. Er hatte den Hasen komplett verspeist und scherte sich nicht weiter darum, ob Yavru sich verirrt hatte, oder vielleicht über Ceran, Lavaya und Laelia gestolpert war. Das ging ihn nichts an. Und was Atsuko trieb, interessierte ihn auch mäßig. Wieso die Füchsin überhaupt in der Nähe von Wölfen blieb, war ihm ein Rätsel. Eine Weile dachte er noch über Aszira nach und das, was Lijenna anscheinend gesehen hatte. Letztlich blieben seine Gedanken aber bei der Wölfin, die er so lange schon liebte und die ihm noch nie so fern schien, wie jetzt. Er erinnerte sich an die Angst, die er gehabt hatte, als sie sich aus den Augen verloren hatten. Sie hatten sich wieder gefunden und es war ihnen nicht einmal vergönnt gewesen, noch ein einziges Gespräch zu führen... Kyro hatte keine Ahnung, über was sie gesprochen hätten, wären sie nicht im Eis eingebrochen. Vermutlich wäre es eine belanglose Unterhaltung über die Ereignisse der letzten Monate gewesen, aber er vermisste die verpasste Chance dennoch. Lustlos setzte er eine Pfote vor die andere.

Lex blieb immer wieder stehen und sah sich aufmerksam lauschend um. Der Wald erzählte, dass Weltenwanderer nach Dellruin gekommen waren und so hatte sie sich leichter Dinge auf die Suche gemacht. Sie hüpfte ein bisschen durch das hohe Gras zwischen den Bäumen hindurch. Der sachte Frühlingswind, der langsam in die lauen Lüfte des Sommers überging, trug ihr den Geruch von Blut zu. Und den einer Füchsin. Mit schnellen Schritten erstürmte sie den Ort des Geschehens und fand nichts als eine zusammengerollte Füchsin vor. Und die Reste eines Mahls. "Mayeli, Füchsin der Farben!"

Atsuko blickte überrascht auf, als eine fremde Wölfin sie ansprach. Sie war drauf und dran "Ähm, ich heiße Atsuko, nicht Mayeli" zu antworten, da wurde ihr klar, dass es vermutlich als Gruß gemeint war. Sie war in letzter Zeit echt durch den Wind. Es war aber auch echt viel passiert. Hastig setzte sie sich auf und glättete ihr Fell. "Mayeli, Wolf der anderen Welt.", sagte sie freundlich und hoffte einfach, nicht unhöflich zu sein.

Lex legte den Kopf schief. Ein seltsamer Gruß, aber sie hatte schon seltsameres gehört und gesehen. "Du Arme... ausgerechnet in dieser Welt zu landen, ist für eine Jahreszeitenfüchsin sicher unangenehm! Aber der Frühling und der Sommer sind hier wunderschön, findest du nicht!?" Sie schüttelte ihren Pelz aus und senkte ihren vorderen Körper, beinahe wie bei einer Aufforderung zum Spiel. Nur wenige Augenblicke später sprang sie wieder auf und sah sich mit wedelnder Rute um. "Wie lange bist du schon hier? Hast du den Winter noch erlebt?"

Atsuko schüttelte den Kopf und fragte dann verwirrt: "Du weißt was ich bin? Und was meinst du mit ausgerechnet dieser Welt? Ich meine..." sie versuchte verzweifelt, sich daran zu erinnern, wie man höflich war "... weißt du etwas über diese Welt? Ich wechsle erst seit Kurzem die Welten und kenne mich deshalb nicht wirklich aus. Tut mir leid, falls ich unhöflich sein sollte."

Lex überlegte ein bisschen. "Diese Welt wechselt ihre Jahreszeiten mit den Tageszeiten. Wenn die Sonne aufgeht, bricht der Frühling an und sobald die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat, wird es Sommer. Dieser erstreckt sich über den kompletten Mittag, bis am späteren Nachmittag dann der Herbst beginnt. Der Herbst hier ist berüchtigt für seine Stürme, die alles dem Erdboden gleich machen. Deshalb flüchten alle Bewohner unter die Erde, wenn die Orkane losbrechen. Wenn die Stürme vorbei sind und sich der Wind legt, beginnt der Winter. Es wird kalt und schneit die ganze Nacht hindurch, bis das erste Sonnenlicht über den Horizont kriecht. Dann wird es wieder Frühling." Sie lächelte munter. "Wieso solltest du unhöflich sein? Ich verstehe schon, dass es stressig ist, wenn man den Jahreszeiten so unterworfen ist, wie du es bist."

Atsuko erwiderte das Lächeln, dann wurde ihr etwas klar. "Moment mal, bedeutet das, dass ich jeden Morgen Türkis werde? Wenn das Winterblau auf Frühlingsgrün wechselt... Gibt es hier auch keine Leere?" Die Vorstellung missfiel ihr. "Und... muss ich mich wie die anderen in einer Höhle verstecken?" Die Vorstellung missfiel ihr sogar fast noch mehr. Die meisten Kisetsus waren stolz auf das, was sie waren, und zwar die einzige Tierart, die während der Leere nicht in Höhlen flüchten musste, und sie würden es als persönlich Beleidigung auffassen, falls sie sich in eine Höhle quetschen müssten.

Lex beobachtete die Füchsin mit schief gelegtem Kopf. "Nein, hier gibt es keine Leere. In den meisten Welten gibt es die fünfte Jahreszeit nicht...", erklärte sie im Plauderton. "Ich bin übrigens Lex!" Sie grinste schief und sah sich kurz um, ehe sie noch hinzufügte: "Ja, du solltest auch in eine Höhle flüchten... denn wenn die Stürme wüten, werden meist fast alle Bäume entwurzelt und wer sich draußen bewegt, wird nicht selten erschlagen. Deshalb ruhen sich alle unter der Erde aus, bis der Frühling da ist."

Atsuko schüttelte ihren Rassenstolz ab, jdenfalls bemühte sie sich, und sagte fröhlich "Nun, solange ich in der Dunkelheit nicht alleine bin, sollte es passen. Wann beginnt es denn zu stürmen?" fragte sie fröhlich.

Lex konnte das nicht so genau sagen. "Wenn der Sommer endet...", murmelte sie. "Am Anfang ist es wunderbar... der Wind ist so gigantisch und mächtig... aber irgendwann werden die Stürme dann zerstörerisch." Sie erzählte das alles voller Bewunderung und Freunde. Natürlich war der zerstörerische Abschnitt des Tages nichts gutes, aber er gehörte eben dazu. "Wie heißt du denn?" Die Füchsin hatte sich ihr nicht vorgestellt.

Atsuko schämte sich etwas für ihre Dummhheit. "Ich bin Atsuko. Tut mir leid, dass cih mich nicht vorgestellt habe, ich habs total vergessen. Diese Welt ist einfach... anders. Diese Stürme könnten demnach eigentlich bald wieder anfangen, oder? Wenn-" ein furchtbarer Gedanke drängte sich in ihren Kopf. "Kyro weiß nichts davon oder? Er muss auch gewarnt werden!" Er hatte sicher keine Ahnung davon, und niemand verdiente es, nur wegen sowas erschlagen zu werden. Außerdem fühlte sie sich schuldig wegen dem Streit vorhin, und sie wollte es widergutmachen.

Lex legte den Kopf schief. Irgendwie schien die Füchsin ziemlich durcheinander. Sie versuchte einfach mal mitzuhalten. Wer war Kyro? Und wieso entschuldigte Atsuko sich dauernd? "Also... jetzt beginnt erst mal der Sommer...", befand sie beruhigend. Und wenn die Stürme anfingen, dann merkte das jeder. Die Frage war nur, ob der Fuchs, den Atsuko warnen wollte, die Gefahr der Stürme deuten konnte.





Geschlecht


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Charakterbogen


Lu, Kyro, Josh, Lio





Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
Mag hinter Himmeln sehen,
Wo die Welt begann
30.11.2017 22:12
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Lijenna
Lillyan Caesar






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Wolfsträumer

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Yavru war ein wenig verärgert darüber, von Kyro weggeschickt worden zu sein. Gemeinsam zu jagen wäre sicherlich einfacher gewesen, aber er hatte sich nicht mit dem alten Rüden anlegen wollen. Zumal andererseits auch fraglich war, ob Kyro ein Wolf war, mit dem man gut zusammen hätte jagen oder überhauot irgendwie zusammenarbeiten können. Und was Atsuko anging, wusste Yavru nicht, ob ein Fuchs, zumal aus einer anderen Welt, es überhaupt gewohnt war, mit anderen zusammen zu jagen, oder ob sie ihnen dabei womöglich ohne es zu wollen eher schaden als nützen würde. So machte Yavru sich allein auf die Suche nach etwas Fressbarem. Immerhin würde er jetzt endlich überhaupt etwas jagen können – vorausgesetzt, dass es hier tatsächlich Beute gab. Er witterte. Kaninchen. Immerhin. Deutlich besser als nichts, und auch besser als Mäuse oder Ratten. Langsam aber stetig folgte er der Witterung, immer bereit, sich auf das Kaninchen zu stürzen, wenn er es entdeckte.

Syrayn gelang es nicht, Malumir und Yavru zu folgen. Er wurde in die Richtung einer anderen Welt gesogen und hing eine Weile auf diesem Weg fest, bis er nun in Dellruin auftauchte. Der Frühling, der die Wölfe umgibt, ist voller Energie. Alles ist grün und die Ausstrahlung des Waldes ist pure Lebensfreude. Der Frühling lässt sich folglich als ziemlich intensiv bezeichnen.

Syrayn sah sich voller Staunen um. Nun war er anscheinend in einer Welt gelandet, die auf den ersten Eindruck ziemlich ähnlich war, wie die seine. Aber die Welt schien irgendwie etwas übermotiviert zu sein. Der Jungwolf fragte sich, ob Yavru und Malumir wohl auch hier gelandet waren und machte sich auf die Suche nach ihnen. Aufmerksam prüfte er immer wieder die Luft um vielleicht die Fährte von einem der beiden aufnehmen zu können. Schon bald entdeckte er etwas, das ihm bekannt vorkam - Kyro und Yavru. Die Fährte der beiden trennte sich jedoch und so entschied Syrayn eher Yavru zu folgen - von dem er zumindest wusste, dass er ihm freundlich gesinnt war.

Yavru hatte vor sich das Kaninchen ausgemacht und war gleich losgelaufen. Er setzte zum Sprung an – und schwupp, war es in seinem Bau zwischen den Wurzeln eines Baumes verschwunden. So ein Ärger! Da passte er nicht rein, und rauskommen würde es freiwillig so schnell nicht mehr. Somit blieb ihm nichts anderes übrig, als sich andere Beute zu suchen. Er witterte erneut, doch zu seinem erstaunen konnte er nicht nur weitere Kaninchen und andere Kleintiere wittern, sondern auch einen Wolf. Und dabei handelte es sich, wenn ihn seine Nase nicht täuschte, um Syrayn. Offensichtlich war dieser ebenfalls hier gelandet, nur etwas später. Womöglich war das hier ja doch die Welt, die Malumir ihnen zeigen wollte, denn immerhin gab es hier Beute. Aufgeregt rannte Yavru Syrayn mit wedelnder Rute entgegen.

Syrayn folgte der Spur weiterhin und entdeckte Yavru dann nicht weit vor ihm. "Anscheinend bin ich doch richtig gelandet. Zumindest bist du auch hier. Ich dachte schon ich wäre allein in irgendeiner neuen Welt."

Yavru antwortete schnell: „Ja, ich bin auch hier. Kyro und Atsuko übrigens auch, aber wir haben uns getrennt. Und Laelia und Ceran auch hier, hat Kyro gesagt, aber ich habe ihn noch nicht gesehen. Ich wollte gerade jagen. Das heißt, Atsuko und Kyro wollten auch jagen, aber getrennt voneinander. Malumir hast du aber nicht mitgebracht, wie ich sehe?“

Syrayn war ganz überrascht, dass sie schon wieder ALLE hier gelandet waren. Wie war das nur immer möglich. "Wow, dann sind wir ja wirklich nicht allein hier. Wollen wir dann auch jagen? Malumir wird uns sicher finden, wenn er will ..."

Yavru war froh über Syrayns Vorschlag, nun endlich doch jagen zu gehen. „Ja klar, ich habe Hunger. Und ich habe genug davon, dass mir irgendwie ständig was dazwischen kommt.“ Erfreut wandte er sich um, schaute aber, ob Syrayn ihm folgen würde.

Syrayn lief Yavru hinterher und hielt nach Beute ausschau. Er roch einen Duft, den er noch nie zuvor gerochen hatte ... Aber es erinnerte ihn irgendwie an Hirsch. Es roch auf jeden Fall mehr nach Beute als nach Jäger. War es dieser neue Geruch Wert erkundet zu werden? "Yavru? Lass uns mal dieser Fährte folgen..."

Yavru hatte den Geruch selbst bemerkt, war sich jedoch unschlüssig. Es gab hier so viele bekannte, eindeutig essbare Tiere. Sollten sie da etwas unbekanntem hinterher jagen? Aber andererseits roch es zumindest nicht gefährlich, und es wäre trotz Hunger spannend, auch noch etwas neues kennen zu lernen. Er nickte Syrayn wortlos zu, dann folgte er selbst der Fährte, interessiert, herauszufinden, von welchem Tier sie wohl stammen mochte.

Syrayn folgte dem Geruch bis er eine kleine Herde von Grasfressern in der Ferne sah. Die Tiere wirkten wie Steinböcke, doch sie hatten andere Ruten. Irgendwie hochgestellt und gekringelt. "Meinst du, die geben eine schöne Mahlzeit ab?", fragte er Yavru, der neben ihm war.

Yavru betrachtete fasziniert die Tiere in der Ferne. Solche Wesen hatte er noch nie gesehen. „Von der Größe her sollte es uns gelingen, eins zu erlegen. Und essbar sehen sie auch aus, auch wenn man das natürlich erst hinterher weiß. Aber wir werden solche Dinge wohl riskieren müssen, wenn wir in den Welten nicht verhungern wollen. Es gibt sicherlich ohnehin nicht überall die selbse Beute wie zuhause.“

Syrayn nickte und sagte dann: "Dann werde lauf du zur Seite, ich werde die Herde in deine Richtung treiben. Dann kommst du von der anderen Seite und wir trennen ein Tier von den anderen. In Ordnung?"

Yavru nickte. „Klingt nach einem Plan.“ Er setzte sich in Bewegung und umlief die Herde auf der rechten Seite, wo er abwarten wollte, bis Syrayn die linke Seite der Herde erreicht hatte und sie aufscheuchte. Insgeheim musste er allerdings an Ceran denken. Eigentlich wäre er als Ratte eindeutig Beute, aber irgendwie war er stattdessen ein Freund geworden. Was, wenn es mit diesen Tieren ähnlich war? Aber er wagte es nicht, den Gedanken auszusprechen. Denn wenn sie anfingen, so von ihrer Beute zu denken, würden sie vermutlich verhungern müssen.

Syrayn trieb die Herde zu Yavru, ein langsameres Tier - vermutlich ein älteres - konnte nicht mithalten und wurde so zu ihrem Opfer. Sie schlugen ihre Zähne in das Beutetier und töteten es schnell und schmerzlos. Das Fleisch schmeckte anders als die Dinge die Syrayn gewohnt war, aber nicht schlecht. Es hatte jedoch Ähnlichkeiten mit den Steinböcken die er von Zuhause kannte.

Yavru war erstaunt, wie schnell es ging, bis sie das Tier erwischt und getötet. Zu zweit jagte es sich eben doch besser als alleine. Schnell schlug er die Zähne in die Beute, froh, endlich etwas gegen seinen Hunger tun zu können. Er meinte daraufhin: „Schmeckt gut. Besser als Kaninchen, das hatte ich nämlich gejagt, als du aufgetaucht bist.“ Dann fraß er weiter.

Syrayn war ebenfalls zufrieden, dass sie endlich etwas zu fressen besorgen hatten können. Auch er war der Meinung, dass das Fleisch gut schmeckte. Syrayn fraß, bis er vollkommen satt war, dann leckte er sich das Blut von Pfoten und Lefzen und legte sich zufrieden neben ihre überbleibende Beute. "Das war langsam auch mal nötig."

Yavru fraß ebenfalls bis er satt war, dann legte er sich neben Syrayn – nicht ohne sich vorher ebenfalls vom Blut des Tieres zu säubern. „Ja, in der Tat. Ich hatte noch nichts, seit wir hier gelandet sind, und wer weiß, wie viel Zeit seitdem hier vergangen ist. Richtige Tage gibt es ja nicht, wenn man ständig die Welten wechselt.“

Syrayn nickte. Es war ihm ein Rätsel wie viel Zeit wirklich seit ihrer Ankunft in Caeluci vergangen war. Dann fragte er sich, ob Malumir sie wohl vergessen hatte. Er wollte doch mit ihnen zusammen auf die Jagd gehen - oder ihnen zumindest zeigen, was für Tiere sie jagen konnten ... "Es scheint so, als wäre Malumir irgendwie verschwunden...", meinte er zu Yavru.

Yavru hatte angesichts des Jagderfolgs gar nicht mehr an Malumir gedacht. „Ja, stimmt. Wollte er nicht auch jagen? Jagt er überhaupt? Aber irgendwas muss er ja fressen, und ich glaube nicht, dass er wie diese komische Xanthara Pflanzen frisst. Oder worum auch immer es sich genau bei den Röten handelt, von denen sie erzählt hat.“ Er überlegte kurz. „Aber so gut, wie Malumir zwischen den Welten wechseln kann, kann er bestimmt nachkommen, wenn er das möchte. Vielleicht wollte er doch in eine andere Welt. Ich habe kurz eine Welt gesehen, bevor ich hier gelandet bin. Vielleicht ist er da und jagt jetzt alleine. Ich denke aber langsam, dass wir ihn wieder sehen werden. Wenn die Welten es so wollten, hätten wir uns schon längst aus den Augen verloren.“

Syrayn dachte nach. Also war dies hier doch nicht die Welt, in die sie eigentlich hätten gehen sollen? "Und was sollen wir jetzt tun? Einfach hier warten, bis uns jemand holen kommt? Oder sollen wir wieder versuchen durch unsere Willenskraft nach Caeluci zu gelangen?" Dann fiel ihm allerdings noch etwas ein: "Aber hat Malumir nicht gesagt, dass es nur so leicht geht, wenn gerade ein Weltentor offen war? Was sollen wir denn dann wirklich machen?"

Kyro verzog das Gesicht, als er Yavru und Syrayn entdeckte. "Wer hat um diese ewigen Wiedersehen gebeten? Ist denn jetzt bald jeder hier?", fragte er fluchend. Syrayn war also auch angekommen. Super! Fehlten nur noch Lijenna und Aramis... Unglaublich! Er schnaufte genervt. "Keinen Schritt kann man tun, ohne über jemanden zu stolpern, den man nicht sehen will!" Es war wie verhext!

Yavru schaute skeptisch. „Ja, ich befürchte, es geht nicht so einfach. Wobei wir es natürlich einfach ausprobieren können, mehr al dass es nicht klappt kann ja nicht passieren.“ Außer natürlich, sie würden versehentlich in der falschen Welt landen, womöglich sogar in einer ähnlich gefährlichen und ungemütlichen wie Togruduna. „Aber was wollen wir in Cealuci? Malumir ist nicht da, und wenn er zu uns will, wird er uns hier bestimmt auch finden. Ich denke, wir sollten erstmal die anderen finden. Vielleicht nicht zuerst Kyro, der ist ja immer ein bisschen …“ Plötzlich bemerkte er aus den Augenwinkeln, dass sich ihnen eine Gestalt näherte. Kyro! Wenn man vom Teufel sprach …

Syrayn seufzte genervt. Warum genau mussten sie den Wolf treffen, der mit Abstand die unfreundlichste Art im gesamten Rudel besaß? "Warum sprichst du dann mit uns und gehst nicht einfach wieder?" Syrayn verstand nicht, warum Kyro nicht einfach das tat, was er wohl am liebsten tun würde: mit niemanden von ihnen 'Dummköpfen' sprechen und allein seiner Wege gehen. Wieso redete er sie dann überhaupt an, wenn es ihm doch so zuwider war.

Kyro schnaubte. Oh, er hatte diese Bande so satt! "Wieso müsst ihr genau hier sein?", wollte er wissen. "Ich bin nicht in die Richtung gegangen, in die Yavru vorhin davon gelaufen ist..." Er schüttelte seinen Pelz. "Auch egal... ich gehe... aber vermutlich werde ich euch ohnehin nicht los..." Der Altwolf stolzierte davon. Wenn die Welten bestimmten, wer wo landete, dann sah er die Plagen wieder.

Yavru wusste, dass es besser war, nicht auf Kyros Frage direkt einzugehen und schüttelte nur den Kopf. Doch als dieser sich entfernt hatte, meinte er zu Syrayn: „Als wenn wir uns absichtlich da hingestellt hätten, wo er langgehen will. Aber das war genau das, was ich meinte.“

Syrayn >musste ein wenig lachen. Es war gerade so, als wäre Kyro Syrayns Rat gefolgt! Hatte er selbst bemerkt wie absurd es war, dass er sie von sich aus ansprach, aber sie nicht sehen wollte? "Zumindest ist er jetzt wieder weg. Obwohl ich nicht verstehe, warum er zuerst direkt zu uns kommen musste, bevor er wieder weg gegangen ist. Er hätte doch einfach eine andere Richtung einschlagen können, als er uns bemerkt hat."

Kyro blieb lieber auf seinem Kriegspfad, ohne umzukehren. Sonst lief ihm sicher Atsuko wieder über den Weg. Grummelnd verzog er sich und durchstreifte den Frühlingswald, während die Sonne an Kraft gewann. In seinem Winterpelz war ihm zu warm, also suchte er mal nach einem Fluss. Mehr hatte er im Augenblick nicht zu tun...

Yavru grinste schief. „Ich glaube, insgeheim gefällt es ihm einfach, zu zeigen, wie wenig er alle anderen ausstehen kann, auch wenn er es vielleicht nicht einmal sich selbst eingestehen würde. Wenn er ganz alleine in einer Welt wäre, wäre er vermutlich auch unzufrieden, einfach weil er niemanden hätte, über den er sich aufregen könnte. Ich glaube übrigens, Xanthara ist in der Hinsicht genauso.“

Syrayn war ebenfalls der Meinung, dass Kyro und Xanthara sich in dieser Angelegenheit sehr ähnlich waren. "Die beiden wären sicher ein wunderbares Duo in Hinsicht 'anderen Leuten zeigen, wie wenig sie deren Gesellschaft schätzen". Es wäre mit Sicherheit furchtbar..."

Yavru erwiderte mit einem kurzen Lachen: „Ja. Die beiden würden ein nettes Pärchen abgeben. Schade nur, dass sie sich gegenseitig nicht ausstehen können. Was allerdings kein Wunder ist, denn beide können ja niemanden ausstehen außer sich selbst. Und selbst da bin ich mir nicht wirklich sicher. Womöglich wäre es für beide tatsächlich am besten, zusammen in einer eigenen Welt zu hocken und sich gegenseitig jeden Tag zu erzählen, wie wenig sie den jeweils anderen mögen.“

Syrayn musste bei der Vorstellung der beiden in einer Welt in der es nichts gab außer sie selbst, ebenfalls lachen. "Ich würde nicht gern in diese Welt gelangen ... Aber andere Frage: Wollen wir uns auf die Suche nach Atsuko und den anderen machen?"

Yavru grinste. „Ich glaube, niemand möchte gerne in solch eine Welt gelangen. Nicht mal die beiden. Aber die möchten ohnehin in keine Welt gelangen, weil sie mit jeder unzufrieden wären.“ Er überlegte nicht lange, bevor er zustimmend nickte. „Ja, das wäre wohl am besten. Wenn wir sie gefunden haben, können wir gemeinsam entscheiden, was wir dann machen.“





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03.12.2017 18:07
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Syrayn stand träge vom gerade gefressenen Mahl auf und trottete in die Richtung, aus der Kyro gerade gekommen war. Er hatte so verärgert geklungen, da war es nicht unwahrscheinlich, dass er eben die anderen in dieser Richtung getroffen hatte.

Yavru erhob sich ebenfalls und schaute in die selbe Richtung wie Syrayn. "Glaubst du, die anderen sind in der Richtung, aus der Kyro gekommen ist? Es würde Sinn machen, wenn er die Einsamkeit sucht, von den anderen wegzulaufen. Ich weiß zwar, wo wir uns getrennt haben, aber Atsuko ist ebenfalls Jagen gegangen also ist sie vermutlich nicht mehr dort."

Atsuko versuchte sich zu beruhigen. Stimmt, Lex hatte recht. Ihr Fell verriet ihr, dass es erst beginn der Hitze sein konnte. Verunsichert schielte sie auf ihre Schnauze, um durch mögliche gelbe Verfärbungen herauszufinden, ob der Fall begann. Im nächsten Moment kam sie sich ziemlich albern vor. Sie war schließlich keine Uhr. Dann fiel ihr auf, dass sie sich gerade mitten in einer Unterhaltung befand und zum dritten Mal ziemlich unhöflich war, indem sie ihre Gesprächspartnerin ignorierte. "Entschuldigung, ich bin nur... die Welt ist sehr aufregend, sagen wir es mal so. Wie lange dauert die Hitze hier ungefähr?"

Syrayn war auf jeden Fall der Meinung, dass diese Richtung die beste Anfangsrichtung war. Wenn sie dort die anderen nicht fanden, dann konnten sie immerhin noch deren Fährten folgen. "Ja, lass uns mal dorthin gehen. Wir können sie ja sicher aufspüren, wenn wir ihre Fährten riechen."

Lex überlegte ein bisschen hin und her. "Naja... wie lange dauert ein Mittag?", fragte sie. "Zeit ist ziemlich relativ... der Sommer dauert so lange wie der Frühling... und die anderen beiden Jahreszeiten..."

Yavru nickte. "Das stimmt. Es ist einfacher, als meiner eigenen Fährte zurückzufolgen und dort wiederum Atsukos Fährte zu folgen. Und Laelia und Ceran sind sowieso nicht dort." Er setzte sich in die entsprechende Richtung in Bewegung, sicher, dass Syrayn folgen würde.

Atsuko nickte. Es klang logisch. "Kommst du aus dieser Welt? Du scheinst dich ziemlich gut auszukennen."

Lex hatte ihr Gewicht von einer Pfote auf die andere verlagert und tänzelte nun ein bisschen herum. "Ich bin nur auf der Durchreise... aber ich habe diese Welt in den letzten Tagen erforscht und beobachtet.", erklärte sie. "Ich stamme aus Gaia und bin schon seit ewigen Zeiten unterwegs im Weltenbaum." Als ein Vogel über ihr aufflog, sah sie diesem eine Weile lächelnd nach.

Syrayn lief Yavru hinterher. Er war etwas überrascht, dass die anderen anscheinend nicht alle zusammen waren. Er hatte erwartet, dass sie dort als große Gruppe gewesen waren, aber vielleicht hatten sie sich nur kurz getroffen? "Das heißt ihr wart nicht alle gemeinsam dort? Wo sind denn die anderen - oder was wollten sie tun, als du sie zuletzt gesehen hast. Und wo wart ihr zuletzt gemeinsam zusammen?"

Atsuko überlegte kurz. Wenn diese Wölfin von selbst durch die Welten reisen konnte, war sie dann eine Komische? "Was für eine Welt ist Gaia? Ähnlich wie diese?"

Lex senkte ihren Blick wieder und dachte eine Weile über diese Frage nach. Ihr Leben in Gaia lag so unglaublich weit zurück... "Im Grunde sind sich diese Welten so ähnlich, wie sie sich unähnlich sind. Es gibt viel, was sie miteinander gemeinsam haben, aber auch einiges, was gänzlich unterschiedlich ist. Gaias Jahre dauern länger... viel länger. Aber die Jahreszeiten in meiner Heimat waren ähnlich wie hier. Die Pflanzen und Tiere sind auch ähnlich, aber hier gibt es auch viele Tiere, die es in Gaia nicht gibt und auch einige Pflanzen..." Sie spitzte die Ohren, als sie herannahende Schritte hörte. Noch mehr Füchse? Aber irgendwie waren die Bewegungen zu schwerfällig für Atsukos Artgenossen.

Yavru berichtete, ohne langsamer zu werden: „Wie ich schon gesagt habe, Laelia und Ceran habe ich hier gar nicht getroffen, ich weiß nur von Kyro, dass sie hier irgendwo sind. Er erzählte, sie hätten sich einen Unterschlupf gebaut, weil es in der Nacht so kalt war, aber als sie damit fertig waren, war die Nacht vorbei und es war nicht mehr kalt. Warum er sie verlassen hat, weiß ich nicht, aber bei Kyro wundert es mich auch nicht. Atsuko ist gemeinsam mit mir hier gelandet. Und kurz darauf fingen die Bäume hier an, blitzartig aus dem Boden zu wachsen, und wir mussten aufpassen, nicht von einem getroffen und verletzt zu werden. Atsukos Fell wurde türkis, und das versetzte sie völlig in Panik, sodass sie von den Wurzeln eines Baumes festgehalten wurde. Wir haben sie befreit, woraufhin ihr Fell grün wurde. Dann hat Kyro beschlossen, das wir jagen gehen, aber jeder einzeln für sich, weil er keine Gesellschaft mehr wollte. Und dabei habe ich dann dich getroffen.“

Syrayn hörte aufmerksam zu. Es schien, als wären die anderen schon ein ganzes Weilchen länger hier als er. Aber das mit dem blitzartigen Baumwachstum kam ihm seltsam vor. "Was meinst du mit 'blitzartig aus dem Boden wachsen'?" Er hatte schon bemerkt, dass alle Insekten und sogar die Pflanzen hier eifrig am Werk waren, aber so anders als ihre Heimatwelt hatte er es nicht gefunden.

Yavru wusste nicht, wie er beschreiben sollte, was er erlebt hatte. „Naja, sie bohrten sich einer nach dem anderen aus dem Boden und waren praktisch im selben Augenblick schon ein fertiger Baum. Es ging so schnell, dass man aufpassen musste, nicht von einem getroffen zu werden, der unter einem wuchs. Davor gab es hier gar keine Bäume, jedenfalls keine, die noch standen. Als wir hier ankamen, lagen hier allerdings viele umgestürzte Bäume, wie durch einen Sturm.“ Er wusste nicht, ob er selbst glauben würde, was er sagte, wenn er es nicht selbst erlebt hätte.

Syrayn war wirklich erstaunt. In jeder Welt, in die sie bisher gekommen waren, war etwas anderes Rätselhaftes geschehen. "Wow. Und davor war auf einmal Kälte oder was hast du gemeint? Das heißt, die Jahreszeiten - oder so etwas ähnliches - sind hier viel viel schneller? Das würde auch erklären, warum die ganzen Tiere hier so emsig arbeiten. Sie haben nur so wenig Zeit, bis der Wald wieder weg ist..."

Atsuko hörte die Pfoten die sich ihnen näherten ebenfalls, doch ein leichter Luftzug blies den Geruch von ihr weg, sodass sie nicht bestimmen konnte, wer oder was sich ihnen da näherte, Obwohl sie sich ziemlich sicher war, dass es Wölfe waren.

Yavru lauschte Syrayns Idee, die ihm sehr plausibel vorkam. „Ja, als wir hier ankamen war es abends und es hat angefangen zu schneien, bis es wieder morgen wurde und der Schnee schmolz. Ich habe mir nichts dabei gedacht, weil es nachts ja immer kälter ist als tagsüber, aber hast du Recht und es war gewissermaßen der Winter, auf den jetzt der Frühling gefolgt ist.“ Plötzlich nahm seine Nase eine Witterung war, die der Wind zu ihnen trieb. Es roch nach Wolf. Und nach Fuchs. Der Wolf roch seltsam und war ihm unbekannt, aber es war wohl eine Fähe. Der Fuchs hingegen war eindeutig Atsuko. Die Wolfsfähe war daher vermutlich die seltsame Fähe, von der Yavru gesprochen hat. „Riechst du das? Da vor uns ist Atsuko!“ Ohne eine Antwort abzuwarten beschleunigte er und lief in die entsprechende Richtung.

Syrayn roch die Füchsin ebenfalls. Und auch eine fremde Wölfin, die aber definitiv nach normalem Wolf roch. "Atsuko! Wir haben dich gefunden! Ich hätte nicht gedacht, dass wir so schnell jemanden von euch aufspüren. Ich dachte wir müssten sicher ewig suchen." Es war wirklich ein Zufall, dass sie wieder und wieder ineinander liefen. Die Welten wollten sie anscheinend wirklich zusammenhalten. Der fremden Fähe schenkte er ein freundliches Kopfnicken, bevor er sich mit seinem Namen vorstellte.

Lex war kurz ziemlich überrascht, als ihre Artgenossen auf sie zutraten. Jetzt wo sie das realisierte, wurde ihr auch klar, dass es neben Atsuko nach Wolf gerochen hatte, nicht nach Fuchs. Das war ein feiner Unterschied! "Mayeli Jungs! Ich bin Lex... Irgendwie habe ich nicht mit Wölfen gerechnet... aber... seid gegrüßt!" Sie lächelte schief und wedelte amüsiert mit der Rute. Was es nicht alles gab...

Yavru erkannte den Ort wieder. Sie befanden sich da, wo sie sich getrennt hatten, also war die Fuchsfähe wieder hierher zurückgekehrt. „Hallo Atsuko, schön, dich wieder zu sehen. Hast du Kyro vergrault?“ Er grinste leicht und hoffte, dass sie ihm diesen nicht ernst gemeinten Vorwurf nicht übel nehmen würde. Dann erst wandte er sich ebenfalls der fremden Fähe zu. „Entschuldige, dass ich mich nicht gleich vorgestellt habe, ich bin Yavru. Hier sind soweit ich weiß aber noch andere Wölfe. Und was heißt Mayeli?“

Ceran kündigte an, sich nach einer möglichen Lösung umzusehen und entfernte sich erst einmal von Lavaya und Miimiya.

Atsuko sprang begeistert auf, als Syrayn und Yavru aus dem Wald heraustraten. Mit Yavru hatte sie gerechnet, aber dass Syrayn mitgekommen war überraschte sie. "Hallo, ihr beiden!", begrüßte sie ihre Freunde fröhlich. Bei Yavrus Witz ließ sie den Kopf hängen. Sie war inzwischen zu dem Schluss gelangt, dass sie allein Schuld an dem Streit war und sich so bald wie möglich entschuldigen musste.

Syrayn wandte sich erneut an die Fähe, Lex: "Und aus welcher Welt kommst du? Yavru und ich kommen aus Gaia. Und wir sind irgendwie gerade hier gelandet. Keine Ahnung, ob wir hierhin sollten oder ob das ein Zufall war..."

Laelia hatte wohlig geschlafen. Wunderbar. Exzellent. Sie hatte geträumt, dass sie wieder auf ihrem alten Rudelplatz waren... Dann hatte sich der Traum geändert, und plötzlich hatte sie etwas in den Himmel gehoben. Sie träumte von Wolken... Bis sie erkannte, dass das keine Wolken waren. Verwirrte blinzelte sie in das grelle Licht - die Hütte hatte den Baum nicht überstanden, und nun suchte sich das helle Weiß des Himmels seinen Weg durch das Blattwerk. Ein wenig wackelig auf den Beinen richtete sie sich auf. Wo waren denn alle? Und wie war sie hier raufgekommen? War sie in einer seltsamen Baumwelt gelandet? Aber nein... sie beäugte die Überreste der Hütte. Das wäre in der anderen Welt geblieben. Sie war also noch in der gleichen Welt... aber warum? Vorsichtig spähte sie am Baumstamm hinunter, doch Äste verdeckten ihr die Sicht. Auf jeden Fall musste es da sehr sehr weit runtergehen. Wie sollte sie da jemals wieder runterkommen? Dass sie runter wollte, so viel war ihr klar. Wölfe waren nicht dafür geschaffen, von Baum zu Baum zu springen. Aber das war alles so hoch!

Lex hüpfte einmal begeistert und tänzelte zu den beiden jungen Rüden hinüber. "Aus Gaia!", rief sie begeistert. "Ich auch! Ich auch!" Ihre Freude überschlug sich und sie stupste die beiden Jungwölfe erfreut an. "Hallo! Hallo! Oh, also Mayeli ist eine in vielen Welten bekannte Grußformel. Mayeli bedeutet so viel wie 'Hallo', aber beinhaltet darüber hinaus auch automatisch, dass man dem Gegrüßten ein glückseliges Leben wünscht." Sie lächelte die beiden an und wirkte, als wäre sie nicht viel älter als die beiden. "Yavru... Atsuko... und Syrayn? Freut mich euch kennenzulernen!"

Miimiya beobachtete die aufgelöste Wölfin. Manchmal waren Wölfe echt seltsam. Gerade erst hatte sie auch so ein seltsames Exemplar kennengelernt. Die Ratte hingegen schien eigene Überlegungen anzustellen. Womöglich rang der Bock mit sich, ob er den Baum erklimmen sollte. Sie wandte sich Lavaya zu. "Also selbst wenn ihr nicht nur glauben würdet, dass ihr Biber seid... und echte Biber wärt... bis zum Abend würdet ihr den Baum nicht durchbeißen können! So viel ist klar!"

Lavaya sah, wie Ceran eine kurze Entschuldigung murmelnd weglief. Sie wunderte sich, was das sollte, nachdenken hätte er ja auch hier können. Aber sie hatte keine Ahnung von Ratten, und zudem andere Sorgen, daher hielt sie ihn nicht auf, um ihn danach zu fragen. An Miimiya gewandt antwortete sie, immer noch verzweifelt: „Das habe ich selbst gemerkt, aber was können wir sonst tun?“ Auch wenn sie Laelia nicht wirklich kannte, war sie eine Wölfin, und Wölfe hielten zusammen. Daher kam es nicht in Frage, sie einfach ihrem Schicksal zu überlassen.

Miimiya betrachtete den Baum. "Ich weiß auch nicht. Wölfe sind sehr unpraktische Tiere... viele andere Tiere können klettern, oder fliegen. Wölfe können nichts dergleichen." Das war... Pech. Die Natur hatte wohl vorgesehen, dass Laelia unpraktisch war und deshalb sterben musste. Miimiya kicherte über ihren Gedanken und sah sich dann um. "Also ich war noch nie in einer anderen Welt... aber manche die hier her kommen tauchen einfach auf und verschieden plötzlich wieder. Deine Freundin müsste also verschwinden... sie müsste... du weißt schon... so einen Weltensprung machen. Eine Freundin von mir kennt sich damit aus! Sie ist eine gute Springerin!"

Yavru war ebenfalls erfreut, einen Wolf aus Gaia zu treffen, und wedelte mit der Rute, auch wenn er den Eindruck hatte, das die Fähe ein bisschen übertrieb. Aber andererseits war sie vermutlich schon deutlich länger in den Welten unterwegs und hatte vielleicht wer weiß wie lange keinen Wolf aus Gaia mehr getroffen. „Wenn das so ist: Mayeli Lex! Es freund mich, dich kennen zu lernen!“

Syrayn hätte sich nicht gedacht, dass er so schnell einem Wolf aus ihrer Heimat begegnen würde. Aber es freute ihn umso mehr. "Wie lange bist du denn schon unterwegs? Wir waren bisher nur in ein paar Welten und haben noch nicht so viel erlebt. Aber einige interessante Dinge waren dennoch dabei."

Laelia hatte einen Ast auf der gleichen Ebene auf der sie sich gerade befand gefunden, der dem nächsten darunter etwas näher war. Vorsichtig kletterte sie irgendwie hunter, indem sie sich äußerst unelegant hinunterrutschen ließ und dabei panisch mit den Vorderpfoten den Baum bearbeitete um nich versehentlich auszurutschen. Unten angekommen ruhte sie sich erst mal aus. Noch viel öfters würde sie das nicht durchstehen. Niemals. Doch jetzt fiel ihr etwas auf: von hier aus konnte sie den Boden erkennen! Und auch etwas ausmachen, was gut der Pelz eines Wolfes sein könnte... "Haaaaaaaallo!" rief sie hinunter.

Atsuko konnte nicht anders, als sich unwillkürlich ein bisschen ausgeschlossen zu fühlen, beschloss dann allerdings, dass das vollkommen übertrieben war, da alles was die anderen taten sich zu freuen war, und das auch vollkommen verständlich. Dennoch fühlte sie sich irgendwie unwohl. Sie war nervös, auch wenn ihr zuerst nicht klar war, warum. Dann plötzlich bemerkte sie es. "Meine Schnauze verfärbt sich! Dass bedeutet, dass jetzt lanngsam die Hitze beginnt!"

Lex blickte von einem zum anderen. "Oh, ich weiß nicht wie viele Leben ich schon im Weltenbaum unterwegs bin... so einige. Ewigkeiten, möchte ich meinen. Ihr seid noch ganz frisch?! Was für ein Zufall, dass wir uns begegnen!" Ihr Blick glitt zu der Füchsin, die ankündigte, dass der Sommer begann. "Es wird euch sicher ziemlich warm werden, mit eurem Winterpelz!" Sie lachte leise und tänzelte dann ein Stück weiter. "Kommt! Ich zeige euch, wo Wasser ist!"

Lavaya nickte. „Ich weiß nicht, wie gut sie es kann. Ich habe sie heute erst getroffen, daher kenne ich sie noch nicht so gut. Ich selbst habe ehrlich gesagt, gewisse Probleme damit, zu entscheiden, wo ich hin springe. Oder ob ich überhaupt springe.“ Es war ihr ein wenig peinlich, obwohl sie ja noch neu war und es da vermutlich normal war, diese Fähigkeit noch nicht so wirklich zu beherrschen. Plötzlich hörte sie ein Rufen von oben. Sie rief zurück: „Laelia! Geht es dir gut?“ Sie versuchte, Laelia da oben auszumachen, doch noch wollte es ihr nicht gelingen. "Wo bist du?"

Yavru gefiel die Vorstellung nicht wirklich, dass es jetzt heiß werden würde. Denn wie Lex richtig festgstellt hatte, trug er immer noch sein Winterfell. Wie sollte sich sein Fell auch Jahreszeiten anpassen können, die nur wenig Stunden dauerten? Es war nicht so flexibel wie das der Füchsin. Wasser wäre da sicherlich eine gute Idee, und so nickte er und folgte Lex. Doch eine Frage konnte er sich nicht verkneifen: „Du bist mehrere Leben im Weltenbaum unterwegs? Wie kann das sein? Wie kann man mehr als ein Leben haben?“

Ceran hörte Rufe. Stimmen. Lavaya! Und.. Laelia? War sie endlich aufgewacht? Das war gut! Auch, wenn er noch immer keine Idee hatte, wie sie Laelia dort runter helfen sollten. Erst hatte er überlegt, ob er doch all seinen Mut zusammen nehmen und hinaufklettern sollte. Aber er hatte diesen Gedanken schnell verworfen. Wenn er hinabstürzte, war niemandem von ihnen geholfen. Eine andere Lösung hatte ihm aber auch nicht einfallen wollen. Dennoch war er froh, dass Laelia noch zu leben schien. Eilig huschte er zwischen den Bäumen und Büschen und Gräsern hindurch zurück zu Lavaya. "Laelia!", rief er, "du lebst!"

Laelia sah wie sich der Pelz bewegte und hörte auch die Antwort auf ihren Ruf. Der Stimme nach war es wahrscheinlich die Fähe von vorhin - Laelia hatte sich nie nach ihrem Namen erkundigt. Wenig hilfreich antwortete sie: "Im Baum! Ganz weit oben!" Sie konnte verstehen, dass die Fähe sie nicht sehen konnte - wenn man nicht genau wusste wo man hinsehen musste war es wahrscheinlich so als würde man eine Nadel im Blätterhaufen suchen. Aber genauer konnte sie leider auch nicht beschreiben, wo sie war - sie sah ja kaum bis auf den Boden hinunter. Dann hörte sie eine zweite - dieses Mal schon vertrautere - Stimme. "Ja, ich lebe Ceran!" Sie war sich gar nicht bewusst gewesen, dass sie in Lebensgefahr gewesen war. Was wohl passiert war?

Syrayn hörte der Fähe aufmerksam zu. Auch ihn interessierte es, was sie mit 'mehrere Leben' gemeint hatte. "Das heißt, du bist schon so lange unterwegs, dass du dich nicht mehr erinnern kannst, vor wie lang genau du damit angefangen hast? Weißt du denn dann überhaupt noch wie es in Gaia aussieht? Oder ist das so lange her, dass es damals ganz anders war als heute?"

Miimiya sah zwischen der Ratte, dem Wolf auf dem Boden und dem Wolf im Baum hin und her. "Ich glaube, ich suche mal meine Freundin...", entschied sie schließlich. "Ihr könnt hier warten..." Mit diesen Worten hüpfte sie davon. Wölfe waren wirklich so unpraktisch!

Lavaya wandte sich an Ceran. „Kannst du willkürlich zwischen den Welten springen? Oder weißt du, ob Laelia es kann? Miimiya meinte, so käme sie da weg, aber ich kann es nicht. Ich lande meistens einfach irgendwo, und meistens ohne dass ich es überhaupt will. Aber ich habe auch noch nicht viel Übung darin.“

Ceran schüttelte den Kopf. "Ich kann es nicht. Und Laelia auch nicht, glaube ich", meinte er. Irgendwie vergaß er immer wieder, dass das hier ein Traum war. Oder er musste endlich der Tatsache ins Auge sehen, dass es eben kein Traum war.. "Sie meint, sie wissen nicht, wie man zwischen den Welten springt. Nur, dass es irgendwie passiert."

Laelia versuchte etwas am Boden zu erkennen. Vielleicht konnte sie ja irgendwie noch eine Ast-Ebene nach unten gelangen? Doch irgendwie waren die Äste zu weit von einander entfernt. "Habt ihr eine Idee wie ich zu euch kommen könnte?" rief sie nach unten.

Atsuko lauschte interessiert. Sie hatte nur aus Geschichten von Wesen gehört, die länger als ein Leben lebten, und diese waren alle schwarz. Lex allerdings hatte eine der Farben, die für Wölfe auf Gaia ganz normal zu sein schien, also musste sie etwas besonderes sein. Bei der Gelegenheit fiel ihr auf, dass auf Gaia wohl auch schwarze Tiere normal waren.


Lavaya hörte Laelia erneut von oben rufen und antwortete: „Miimiya, also das seltsame Tier, das eben hier war, meinte, du könntest in eine andere Welt springen, dann wärst du natürlich aus dem Baum raus. Aber wenn du das nicht alleine kannst, holt sie eine Freundin, die dir hilft.“ Lavaya hoffte es zumindest.





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Lu, Kyro, Josh, Lio





Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
Mag hinter Himmeln sehen,
Wo die Welt begann
07.12.2017 18:37
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Lijenna
Lillyan Caesar






Art
Wolfsträumer

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Lex blieb noch einmal stehen und sah zurück zu den Jungtieren. "Das werdet ihr auf eurer Reise sicher auch noch verstehen lernen... Ihr werdet andere Gestalt annehmen und in anderen Körpern altern... und ihr werdet wieder Welpen sein und neu heranwachsen... und ihr werdet im Körper anderer Tiere jung und alt sein. Zumindest, wenn die Welten das für euch vorgesehen haben. Für mich haben sie es vorgesehen. Im Weltenbaum ist Zeit relativ. Hier in Dellruin beispielsweise vergeht meinem Gefühl nach die Zeit etwas schneller als in Gaia, aber mag sein, dass ich jedes Zeitgefühl inzwischen verloren habe. Es gibt Welten, da dauern Nächte ewig... und manchmal geht es total schnell." Sie legte den Kopf schief. "Ich erinnere mich an Gaia... wie man sich an Erinnerungen aus der Kindheit erinnert... es ist eben sehr weit entfernt und ich habe sehr viel gesehen, ohne alles zu behalten und ohne alles zu vergessen."

Yavru schauderte es bei dem, was Lex erzählte. „Aber ich weiß nicht, ob ich das überhaupt will. Ich will nicht unzählige Leben nacheinander in unterschiedliche Gestalt verbringen, bis ich am Ende nicht mehr weiß, wer ich bin. Ich will mein Rudel wiederfinden, und vor allem meine Eltern. Und ich glaube, dann will ich irgendwann nach Gaia zurück.“

Atsuko gefiel der Gedanke auch nicht besonders. Weder konnte sie sich vorstellen ihren Körper gegen einen anderen einzutauschen, noch irgendetwas von dem, was sie einmal geliebt hatte, der Vergessenheit anzuvertrauen. "Ich finde Yavru hat recht. Mir bereitet der Gedanke Angst. Ich denke, vergessen zu werden ist eine der schlimmsten Sachen die einem passieren können. Ich möchte auch wieder zurück nach Sanéri. Ich finde, am Ende von jeder Reise sollte man wieder zu Hause sein. Es muss ja nicht unbedingt ein Ort sein, ein Gefühl geht auch. Ich öchte nur nicht in einer fremden Welt ohne Freunde zurückbleiben." Sie blinzelte Lex unsicher an. "Macht es dir nichts aus, ganz allein zu reisen?"

Syrayn wusste nicht, ob es ihm gefallen würde so wie Lex Ewigkeiten in den Welten zu springen. Er sehnte sich schon jetzt nach dem Alltag, den sie früher gehabt hatten. Ganz früher, als sie noch Welpen gewesen waren. Nicht den Alltag, der nur aus Weglaufen bestanden hatte. Er fand es toll immer wieder zwischen den Welten zu springen und neue Dinge kennenzulernen, aber er würde auch gern wieder einmal einen Tag verbringen, an dem er nicht vor etwas weglaufen musste. Einfach einen ruhigen Tag mit Sonne und genug zu fressen. Allerdings würde es Syrayn auch nicht stören, wenn sie sich eine andere Welt als neue Heimat aussuchen würden. Er wollte nur irgendwo ein Zuhause besitzen. "Unser altes Zuhause ist aber doch eh nicht mehr vorhanden ... Wir könnten uns ein neues suchen."

Lex legte den Kopf wieder schief. "Na, wenn ihr das nicht wollt, wird es wohl nicht geschehen. Dann werdet ihr irgendwann sterben und in den Sternenlanden eure verstorbenen Bekannten und Verwandten wiedersehen.", erklärte sie leichthin, ehe ihr Blick sich auf Atsuko richtete. "Früher oder später wirst du sicher lernen, wie du nach Sanéri zurück kannst. Die Welt ist nicht besonders schwer zu erreichen, wenn man das Springen erlernt hat." Sie stuzte bei der letzten Frage der Füchsin. "Allein? Sehe ich aus, als wäre ich allein? Im Augenblick bin ich in eurer Gesellschaft... und ich habe schon viele Einheimische hier kennen gelernt... überhaupt kenne ich viele Geschöpfe im Weltenbaum, die ich öfter mal besuche." Lächelnd betrachtete sie schließlich Syrayn. "Eine neue Heimat finden, kann man jeder Zeit. Ich bin auf meiner Reise Zuhause."

Yavru war sich nicht sicher, ob er Lex dadurch enttäuscht oder verärgert hatte, dass er wieder nach Gaia zurück wollte. Falls ja, ließ sich die Fähe nicht viel davon anmerken. Nachdem Lex Atsuko geantwortet hatte, fragte Yavru sie: „Ist es schwer, das Springen zu lernen? Bisher wechseln wir die Welten ja eher unbewusst.“ Und noch eine weitere Frage schickte er hinterher: „Aber ein Rudel hast du nicht, oder?“ An Syrayn gewandt erwiderte er hingegen: „Ich weiß aber nicht, ob unsere Heimat in einer anderen Welt sein kann. Bisher waren alle irgendwie seltsam. Vielleicht gehören wir einfach nach Gaia. Außerdem können wir nie sicher sein, ob wir in der Welt, in der wir sind, auch bleiben, oder ob wir plötzlich wieder wo anders landen. Wenn man springen gelernt hat, kann man dann auch entscheiden, in einer Welt zu bleiben?“ Die letzten Worte waren wieder an Lex gerichtet.

Atsuko hatte gerade dasselbe fragen wollen, doch da Yavru ihr zuvorgekommen war, hörte sie nur interessiert zu. Wenn es ihr möglich wäre, selbstständig durch die Welten zu reisen, müsste sie möglicherweise auch gar nicht so schnell nach Sanéri zurückkehren und könnte noch etwas Zeut darauf verwenden, die anderen Welten in Ruhe zu erkunden.

Syrayn würde auch gerne wissen, wie man das absichtliche Springen durch die Welten erlernen konnte. "Ein Wächter namens Malumir hat gesagt, dass es aber nur sehr schwer zu lernen geht. Malumir kennst du doch sicher, wenn du schon so vielen begegnet bist, oder?"

Lex dachte darüber nach. "Eigentlich nicht. Das kommt irgendwann von allein. Sagen wir... am Anfang besucht man erst einmal hundert Welten, bis man es schafft, eine Welt gezielt anzusteuern. Und dann klappt es bei den folgenden hundert Welten schon zweimal. Aber man muss dabei klar unterscheiden, dass es Welten gibt, die man leicht erreichen kann und solche, die kaum jemals besucht werden... beim Sprung kommt es auf dich an und auf die Welten... du springst immer symmetrisch mit anderen Springern. Wenn viele Springer springen, ist das Springen einfacher. Und jeder Sprung hinterlässt für eine gewisse Zeit eine Art Fährte. Solchen Wegen kann man leichter folgen, als eigene zu gehen." Sie versuchte alle Fragen zu beantworten. "Im Augenblick habe ich kein Rudel, nein. Sich als Wanderer gemeinsam zu bewegen ist schwierig. Man kann es versuchen, aber letztlich verliert man sich früher oder später aus den Augen. Wenn man bereits springen kann, kann man in Welten zurückspringen, die man bereits gemeinsam besucht hat, aber das ist mühsam. Deshalb kommt mit zunehmender Erfahrung auch eine größere Unabhängigkeit. Ich habe viele Freunde und ich vertraue darauf, dass die Welten uns wieder zusammen führen, früher oder später." Sie lauschte kurz auf die Worte, die Yavru an Syrayn wandte: "Weißt du... es tut manchmal gut, wenn man aufhört, etwas Unbekanntes als 'seltsam' zu betrachten. Man kann im Grunde in allen Welten leben, wenn man sich an sie anpasst und sich auf die fremde Umgebung einlässt. Man muss offen sein. Je länger ihr unterwegs sein werdet, desto weniger wird euch alles seltsam erscheinen. Denn das Seltsame oder auch Unbekannte wird irgendwann das Bekannte und Normale überwiegen. Damit wäre dann das Seltsame das Normale und damit ändert sich an eurer kompletten geistigen Einstellung etwas Entscheidendes." Sie beantwortete auch Yavrus letzte Frage gutmütig: "Wenn man Springen kann, kann man sich auch in bestimmten Welten verankern. Ich selbst habe allerdings immer jedem Ruf des Weltenbaums nachgegeben und versucht zu verstehen, was von mir verlangt wird. Ich klammere mich an nichts fest, sondern lasse mich leiten." Mit einem Grinsen wandte sie sich an Syrayn: "Natürlich kenne ich Malumir. Ich kenne alle Wächter! Sie sind beinahe Konstanten in meinem Leben. Wir sind uns alle immer wieder begegnet."

Yavru stellte leicht unzufrieden fest: „Dann ist es vielleicht nicht wirklich schwierig, aber sehr langwierig, wenn man mehrere hundert Welten zufällig bereisen muss, bevor man es einigermaßen hinbekommt, zu entscheiden, wo man landet.“ Er überlegte kurz, bevor er hinzufügte: „Als wir Togruduna verlassen haben, sind wir ja fast schon bewusst nach Cealuci gesprungen. Aber das war unter Malumirs Anleitung.“ Was Lex als Unabhängigkeit bezeichnete, kam ihm eher wie Einsamkeit vor. Wölfe waren nun mal Rudeltiere. „Ich glaube nicht, dass man hier gut leben kann, die schnellen Jahreszeiten sind viel zu unpraktisch. Und in Togruduna kann man überhaupt nicht leben, denke ich.“

Atsuko nickte zustimmend. "Ich bin bisher ja noch nicht in vielen Welten gewesen, aber alle in denen ich war hatten irgendetwas unpassendes. Ich denke, sogar Sanéri würde für euch kein sehr angenehmer Ort, jedenfalls nicht in der Leere. Kann es nicht sein, dass es genau eine Welt gibt, die perfekt für einen passt? Möglicherweise weiß man das unterbewusst und akzeptiert deshalb keine anderen Welten?"

Syrayn wusste nicht was er sagen sollte. Wie sollten sie denn jemals wieder in ihre Welt zurückkehren können, oder eine Welt finden, die ihren Wünschen entsprach, wenn sie zuerst HUNDERTE von Welten bereisen mussten, bis sie das Springen beherrschten? Würde es jetzt ewig so weitergehen, dass sie durch die Welten geschleudert wurden und nichts kontrollieren konnten, dass sie auseinandergerissen wurden, um sich dann ganz allein in einer neuen Welt zu befinden? So stellte sich Syrayn kein enspanntes und glückliches Leben vor. Zumindest für ihn nicht. Sie waren ja nicht mal gefragt worden, ob sie das hier überhaupt wollten ... "Und was ist, wenn wir gar nicht in viele Welten reisen wollen? Gibt es nicht einen Weg wieder nach Hause zurückzukehren?"

Lex betrachtete Yavru. "Ihr seid bereits in Togruduna gewesen? Dann habt ihr Glück gehabt, dass Malumir euch da rausholen konnte. Togruduna ist sicher eine sehr unfreundliche Welt, aber man kann auch dort überleben. Wenn euch nämlich niemand herausholt, müsst ihr selbst überleben. Das haben Xanthara, Malumir und ich auch geschafft..." Sie überlegte kurz, ob sie je mit Mirai, Casael oder Luriell über Togruduna gesprochen hatte, nahm sich aber vor, die Welt einmal anzusprechen. "Wenn ihr aus Gaia seid, wisst ihr sicher, wie viele lebensfeindliche Gebiete es dort gibt. Dennoch gibt es Wölfe nahezu überall. Ich weiß nicht, wo ihr gelebt habt, aber Wölfe aus den Wäldern können sich oft genug ein Leben im ewigen Eis nicht vorstellen. Dennoch ist beides möglich. Es ist relativ, einen Lebensraum als bewohnbar und unbewohnbar zu bezeichnen. Dellruin ist eine paradiesische Welt... ich finde es wundervoll hier. Die Energie des Frühlings ist hier nahezu greifbar und die Stürme sind faszinierend... und die Nächte sind übrigens wunderschön." Sie lächelte verträumt. Es bestand kein Zweifel daran, dass sie Dellruin wundervoll fand. "Ihr seid doch alle so jung? Wie könnt ihr nur so unflexibel denken? Wie könnt ihr glauben, dass es unter tausenden von Welten nur eine einzige für euch gibt?" Sie schien wirklich sehr irritiert davon zu sein. Ihr Blick glitt zu Syrayn. "Ich weiß nicht, was die Welten mit euch vorhaben... vielleicht seid ihr tatsächlich noch zu jung und unerfahren, um das Wunderschöne in der Vielfalt zu begreifen." Sie blickte sich um. Wie konnte man diese Welt nur als 'unpraktisch' empfinden?

Miimiya kam herbei gehuscht und veranstaltete dabei einen ziemlichen Krach, während sie über den Waldboden wuselte. "Lexi! Lexi! Lexi!", rief sie, stolperte und kugelte schließlich vor Lex' Pfoten. Außer Atem blieb sie bei der Wölfin liegen. "Lexi!", stieß sie aus. "Da ist eine Wölfin in einem Baum und kommt nicht mehr herunter! Und die Freunde von ihr wollen wie Biber den Stamm durchbeißen!" Der kleine Waschbär lachte erstickt. "Sie müssen völlig verrückt sein!"

Yavru war erstaunt. „Ihr ward in Togruduna auf euch allein gestellt und habt es überlebt?“ Es fiel im schwer zu glauben, das Malumir überhaupt Probleme gehabt haben könnte, Togruduna zu verlassen einfach nach Caeluci oder wohin auch immer zurückzukehren. Aber irgendwann musste der Rüde ja auch mal klein angefangen haben, bevor er gelernt hatte, so gut zu springen, wie er es jetzt konnte. „Da sind doch überall diese gruseligen Lichtkobolde. Und Xaron, ein Wolf aus unserem Rudel, wurde von einem unheimlichen Wolf-Ding beinahe getötet. Ich glaube nicht, dass wir da lange überlebt hätten, wenn Malumir und Xanthara nicht gekommen wären.“ Yavru war auch auf Gaia längst noch nicht so weit herum gekommen, dass er alle Lebensräume, in denen Wölfe lebten, kennen gelernt hatte. Daher war Lex' Erklärung dazu für ihn nicht wirklich hilfreich. „Mir scheint, das mit den Welten ist Geschmackssache“, meinte er diplomatisch. Nach der Erfahrung mit den wahnsinnig schnell aus dem Boden schießenden Bäumen und der Vorstellung, dass diese in wenigen Stunden schlagartig durch einen Sturm zerstört und mit Schnee bedeckt werden würden, fand er Dellruin alles andere als wunderschön.
Doch seine Überlegungen wurden jäh unterbrochen, als ein Waschbär herbeigelaufen kam und irgendwas von einer Wölfin auf einem Baum erzählte.

Laelia sah den Wolf unten verständnislos an. "Nein, ich kann nicht springen..." sagte sie verblüfft wie zu sich selbst und wiederholte es dann nocheinmal schreiend für die Fähe. Was für eine Frage!

Lavaya rief zurück: "Dann halte durch, bis Miimya mit ihrer Freundin zurück ist! SIe ist bestimmt bald da!" Hoffentlich.

Laelia nickte, obwohl sie wusste, dass sie von unten nicht sichtbar war. "In Ordnung, ich werde warten!", antwortete sie. Was blieb ihr denn anderes übrig? Außerdem war es hier oben gar nicht so übel. Die Äste des gigantischen Baumes waren so breit, dass sie sich sogar vorsichtig hinlegen konnte und sich so halbwegs sicher fühlte.

Atsuko fand, dass Lex ein bisschen zu wenig Probleme mit den Welten hatte. Ob mit den Erinnnerungen wohl auch der Überlebensinstinkt verloren ging? "Nun, vielleicht bist du auch einfach schon zu alt und erfahren. Wenn man in Torgruduna überlebt kommt einem danach vermutlich alles wunderschön und paradiesisch vor." Sie wolllte gerade Yavru zustimmen, da wurde sie von aufgeregten Lexi-Rufen unterbrochen. Ein Tier, was sie noch nie zuvor gesehen hatte und welches vermutlich einheimisch war, raste aufgeregt auf sie zu und faselte irgendetwas von einer Wölfin auf einem Baum. Sie musste unwillkürlich an ihre eigene, zugegebenrmaßen sehr unangenehmen Erfahrungen mit den Bäumen hier denken. Die Wölfin tat ihr leid. "Können wir ihr irgendwie helfen?"

Syrayn verstand immer noch nicht, wieso Lex die anderen Welten so übertoll fand. Seiner Meinung nach wirkte sie etwas zu aufgeregt und fröhlich darüber, dass manche Welten tödlich waren. Als er den Waschbär sah und seine Worte hörte musste Syrayn sofort nachfragen, um wen es sich denn handelte: "Weißt du, ob es ein Wolf ist, der vielleicht zu uns gehören könnte? Also unerfahren und jung ist?" Syrayn wiederholte damit quasi die Worte, mit denen Lex sie eben zuvor beschrieben hatte.

Lex wich ein bisschen zur Seite, als Miimiya angerollt kam. "Mimi!", grüßte sie die Waschbärin amüsiert und hörte sich dann die Geschichte an, die diese zu berichten hatte. "Noch mehr Wölfe?! Dann führe mich mal hin... bevor der Herbst beginnt..." Ihr Blick glitt zu Yavru. "Ja. Ich war allerdings schon längere Zeit Wanderin in den Welten und hatte schon viel gesehen, als ich nach Togruduna kam. Und Malumir ist ein Lichtling... er hatte es nicht schwer, in Togruduna am Leben zu bleiben. Das Geisterlicht, Zion, ist vermutlich der Wolf, von dem du redest... er ist ein Untoter. Vor langer Zeit gestorben, aber noch immer ruhelos in der verfluchten Welt unterwegs." Sie bedeutete Miimiya, ihr den Weg zu zeigen und folgte dem Waschbären. Auf Atsukos Anmerkung meinte sie: "Vielleicht habt ihr nur nie gelernt, das Schöne in allem zu sehen? Das Schlechte kann jeder sehen... aber wer nur das Schlechte sieht, wird im Leben bestimmt nie glücklich."

Lavaya konnte Laelia nicht sehen und machte sich daher Sorgen, wie es Fähe wohl in dem Baum ergehen würde. Ihr wurde mal wieder bewusst, wie sicher und angenehm doch Lupmundi war. Keine Bäume, kein Dreck. Gut, mit Springlingen war nicht zu spaßen, daber die waren immerhin berechnbar. Wo blieb nur Miimiya mit dieser mysteriösen Freundin?

Miimiya sprang aufgeregt auf die Pfoten und schickte sich an, loszueilen. Auf Syrayns Frage hin überlegte sie kurz: "Also... ja... das kann schon sein.", befand sie und führte die Gruppe dann zu Lavaya und Laelia, die noch nicht wirklich weiter gekommen waren. Die Jungwölfin hing noch immer im Baum und die andere, sehr unerfahrene, etwas verrückte Wölfin stand noch unter ihr.

Yavru wusste sich zunächst keinen Reim aus der Sache mit der Wölfin im Baum zu machen, aber als ihm klar wurde, dass sie Hilfe bräuchte, war es für ihn selbstverständlich, Lex zu begleiten und zu schauen, ob er ihr helfen konnte, auch wenn ihm klar war, dass seine Möglichkeiten im Vergleich zu Lex wohl eher begrenzt waren. „Ja, ich glaube, Malumir hat ihn Zion genannt. Aber wie kann er gestorben sein, ohne tot zu sein?“ Was ein Lichtling war, wusste er im übrigen auch nicht, aber er wollte nicht noch mehr Fragen stellen. Vielleicht würde Malumir es ihnen bei Gelegenheit erzählen. Vorausgesetzt natürlich, sie fanden ihn jemals wieder. „Was ist das Schöne an Togruduna? Und was ist das schöne an Zion?“ Endlich kamen sie an dem Baum an, auf dem sich die Wölfin befinden sollte. Am Fuße desselben stand eine Fähe, die er nicht kannte. Doch in der Luft hing noch die Witterung einer andere Fähe, die er sehr wohl kannte. „Laelia?“, fragte er unsicher. War sie es, die auf dem Baum festsaß?

Atsuko betrachtete den Baum, auf dem die fremde Wölfin festsaß, kritisch. Ihr fiel kein Weg ein, wie man sie wieder herunterholen könnte.

Syrayn folgte den anderen zum Baum und blieb erst mal einfach nur sitzen. Er fragte sich allerdings, wie Laelia es geschafft hatte, überhaupt erst auf diesen Baum zu gelangen. Das war ihm etwas suspekt.

Syrayn folgte den anderen zum Baum und blieb erst mal einfach nur sitzen. Er konnte wittern, dass es sich bei der Fähe auf dem Baum um Laelia handelte, aber sehen konnte er sie nicht. Sie musste zu weit oben sein. Er fragte sich allerdings, wie Laelia es geschafft hatte, überhaupt erst auf diesen Baum zu gelangen. Das war ihm etwas suspekt.

Laelia bildete sich ein, unten Bewegung zu sehen. Doch noch blieb sie liegen. Sie wollte sich nicht mühsam aufraffen, nur, um sich dann wieder hinzulegen

Lex atmete hörbar aus. Uff. Sie hatte sich die Situation kurz angesehen und erkannte die problematische Lage. Okay. "Hörst du mich da oben?", wollte die wissen.

Lavaya war erstaunt, dass Miimiya nicht nur mit einer Freundin zurückkehrte, sondern mit drei Wölfen und einem seltsamen grünen Tier, das einem Wolf nicht ganz unähnlich sah, aber doch offensichtlich keiner war. „Endlich seid ihr da! Könnt ihr ihr helfen?“ Sie deutete nach oben.

Miimiya blickte nach oben. "Ich kann dorthin klettern... aber ich kann sie höchstens vom Baum stoßen... helfen kann ich ihr nicht." Und auch das mit dem Stoßen wäre vermutlich nicht einfach.

Yavru war entsetzt. „Nein, tu das nicht! Wenn sie runterfällt, stirbt sie bestimmt!“

Atsuko betrachtete die Lage unschlüssig. "Wie sollen wir sie sonst herunterbekommen? Wollt ihr auf die Stürme warten? Nun, das dauert nicht mehr lange." Denn tatsächlich juckte ihre Schnauze schon wieder, wenn auch nicht so unausstehlich wie davor.

Syrayn hatte jetzt auch mal was zu sagen: "Lex? Du kannst doch kurz in eine andere Welt springen und dann wieder hierherspringen, aber genau zu Laelia hoch? Und dann nehmt ihr dieses gerade offen gewesene Tor um wieder in eine andere Welt zu springen." Wenn schon alle anderen keinen vernünftigen Plan vorschlugen, konnte es doch wenigstens Syrayn tun.

Laelia hörte neue, unbekannte Stimmen und dazwischen auch etwas, das wie Syrayn und Yavru klang. Ein wenig leise aber doch hörte sie, wie jemand fragte, ob sie sie hören konnte. "Ja!", antwortete sie laut. Was danach gesprochen wurde ging unter einem Blätterrascheln unter. Was machten die da unten nur??

Lex zog die Wolfsbrauen nach oben und betrachtete Atsuko. "Willst du sie töten?", fragte sie schockiert. Sie hatte verstanden, dass Miimiya bloß einen Scherz gemacht hatte, weshalb sie auch nicht auf Yavru einging, der das wohl nicht erkennen konnte. Sie wandte sich an Syrayn, der zumindest vernünftig dachte: "Ich kann in eine andere Welt springen, aber ich kann nicht so zielgerichtet zu Laelia springen, dass ich sicher sagen könnte, wo ich lande.", erklärte sie. "Eine Welt anzusteuern ist schon sehr schwierig... und einen gewissen Teil dieser Welt anzusteuern ist noch schwieriger. Genau den Baum zu treffen, auf dem Laelia sich befindet, ist nahezu unmöglich." Sie überlegte. "Aber wir alle werden springen und ich werde ihr die Welt beschreiben, in die wir gehen. Durch unsere Fährte wird sie es vielleicht schaffen, zu folgen." Sie nickte zu sich selbst. "Wir gehen nach Azali. Azali ist eine der Torwelten und am leichtesten von hier aus zu erreichen.", begann sie laut zu erzählen, sodass auch Laelia sie hören konnte. Sie rief die Worte den Baum hinauf. "Azali ist die Morgenwelt, deren Himmel immer wie an einem blassfarbenen, gaiaischen Morgen verfärbt ist. In Azali gibt es drei Inseln, die durch Sandbänke miteinander verbunden sind. Die Pflanzen einer der Inseln sind rötlich... eine weitere Insel ist gelb gehalten und eine weitere erstrahlt in grünen Farben. In der Form ähneln sich die Pflanzen und dürften euch aus Gaia bekannt sein. Die Inseln werden von Süßwasser umgeben. Stellt euch alle die Welt innerlich vor und folgt mir dann..." Sie konzentrierte sich kurz und machte den ersten Schritt, um nach Azali zu gelangen.

Lavaya versuchte sich die Welt vorzustellen. Es war nicht so einfach, weil sie nicht wusste, wie ein gaiaischer Morgen aussah, also stellte sie sich einen lupmundischen Morgen vor und hoffte, dass das hinreichend ähnlich war. Immerhin hatte sie mittlerweile gelernt, was Pflanzen waren. Inseln konnte sie sich zumindest theoretisch vorstellen, ebenso wie Sandbänke, auch wenn ihr ein so großer Haufen lockerer Dreck missfiel. Aber in den Dreckwelten war nun mal fast alles aus Dreck. Sie drängte diesen Gedanken beiseite und konzentrierte sich so gut sie konnte auf die Vorstellung.

Miimiya rannte im Kreis und war völlig außer sich, als Lex auf einmal verschwunden war. "Lexi! Lexi! Ich mag nicht in eine andere Welt! Ich gehöre hier her... ich mag nicht in eine Welt mit Inseln und komisch gefärbten Pflanzen! Hier ist mein Zuhause. Ich brauche keinen ewigen Morgen, ich mag den Jahreszeitentag! Ich mag alles hier!" Aber ihre Freundin war schon fort. Musste sie nun helfen? Musste sie auch mit? Sie hatte noch nie die Welt gewechselt!

Yavru wollte sich gerade zum Sprung bereit machen, da hörte er, wie Miimiya in Panik ausbrach. „Keine Sorge, es ist überhaupt nicht schlimm. Es ist bestimmt ganz spannend, etwas anderes zu sehen. Und Lex bringt dich hinterher bestimmt wieder zurück, sobald Laelia in Sicherheit ist. Beruhige dich und konzentriere dich auf die Welt, die Lex beschrieben hat. Wer weiß, vielleicht macht es dir sogar Spaß.“ Wahrscheinlich spielte es gar keine große Rolle, ob die Waschbärin ihnen folgte, denn sie waren auch ohne sie zu fünft und würden hoffentlich eine Fährte hinterlassen, die stark genug war, auch Laelia folgen zu lassen. Aber andererseits waren die Welten unberechenbar, und daher wäre es ihm doch lieber, wenn Miimiya ihre Furcht überwinden und ihnen folgen würde. Aber wichtiger war, dass er selbst folgte, darum wartete er nicht ab, sondern konzentrierte sich auf Lex' Beschreibung von Azali und tat das, was er vor nicht allzu langer Zeit in Togruduna getan hatte.

Atsuko hatte dasselbe Problem wie Lavaya, beschloss allerdings sich auch einfach einen Morgen in Sanéri vorzustellen. Sie konzentrierte sich mit aller Kraft, und dann, als ihre Konzentration ihren Höhepunkt erreichte, sprang sie.

Syrayn hörte Lex aufmerksam zu. Er hatte es schon einmal geschafft in eine andere Welt zu springen, er konnte es mit genug Willenskraft erneut schaffen. Azali ... eine weitere Torwelt. Syrayn stellte sich das Wasser vor, das Lex beschrieben hatte, die Inseln, die von ihm umgeben waren. Er stellte sich vor, die es sein würde darin zu schwimmen, wie es sich anfühlen würde das kühle Nass um sich herum zu haben. Er stellte sich die Pflanzen auf den Inseln vor. Grün und Gelb und Rot. Er stellte sie sich vor wie Bäume und Büsche aus seiner Heimatwelt. Er dachte an Farnwedel, an Moose, an Gräser. Und über all dem wachte die Sonne in einem blassblauen Morgenhimmel, ganz wie in Gaia.

Miimiya hielt inne und riss sich auf Yavrus Worte hin zusammen. Genau. Ihre Freundin würde sie ganz schnell zurückbringen. Sie schloss die Augen, konzentrierte sich und merkte dann, wie sie mitgezogen wurde, als die anderen sprangen. Es war ein bisschen gruselig, aber sie wehrte sich nicht.

Laelia hörte aufmerksam der Beschreibung zu. Sie schloss die Augen und stellte sich die Welt vor. Die Beschreibung war gut, und sie konnte das Meer beinahe rauschen hören. Doch wieso passierte nichts? Verwirrt stand sie auf, machte einen Schritt nach hinten um das Gleichgewicht wiederzufinden und war verschwunden.





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Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
Mag hinter Himmeln sehen,
Wo die Welt begann
07.12.2017 22:52
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