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Acuri - Erste Begegnungen in der Zwielichtwelt
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Wenn die verschiedenen Seelen Acuri erreichen, ist das erste, was ihnen auffallen wird, das Fehlen von Farben. Acuri ist die Zwielichtwelt und besteht nur aus schwarz und weiß und Tönen, die dazwischen liegen. Die Wanderer selbst haben ihre üblich farbige Gestalt behalten und wirken so wie Fremdkörper in dieser besonderen Welt.

Mirai erhob sich in einer fließenden Bewegung, beinahe so, als würde sie sich mit dem Wind bewegen. Ein sachtes Klingen war zu hören, als sie sich aufrichtete. Wie Glöckchenklingen - ein fremder Klang für die Ohren der meisten Tiere. Mirai war der einzige Farbfleck der seit langer Zeit zum Inventar der farblosen Welt gehörte. Ihr Erscheinungsbild glich dem eines Wolfswelpen aus Gaia, auch wenn sie weder ein Wolfswelpe, noch ein Kind Gaias war.

Kyro kreischte noch, als seine Pfoten wieder festen Boden unter den Pfoten hatten. Huch? Er sah sich um und schnaubte. Wo war er denn nun wieder gelandet? Hatten seine Augen nun einen Schaden davon getragen oder... Er sah an sich hinunter und musste feststellen, dass an seinen Augen nichts auszusetzen war. Die Welt war einfach... farblos. Alles sah aus wie in der Dämmerung, nur dass man nicht sagen konnte, dass es dunkel war. Es war verstörend!

Xaron wachte auf. Er wusste nicht, wie lange er geschlafen hatte. Es hätten Tage oder auch Minuten sein können. Falls Zeit hier im Weltenbaum überhaupt eine Rolle spielte. Er schaute sich um. Er war nicht mehr in Caeluci, aber immerhin auch nicht wieder in Togruduna. Doch irgendetwas stimmte hier nicht. Aber was? Die Farben fehlten! War das eine Eigenschaft dieser Welt oder handelte es sich um Nachwirkungen seiner Begegnug mit Zion? Waren seine Augen in Mitleidenschaft gezogen worden? Hoffentlich war dieser Zustand nur vorübergehend! Er blinzelte ein paar mal, doch die Farben wollten einfach nicht zurückkehren.

Merulia flatterte aufgeregt in der Luft, als sie plötzlich den Halt verlor. Was war denn jetzt los? Der Ast, auf dem sie gesessen hatte - verschwunden! Ihre Orientierung belief sich auf Null - verdammt, wo war nochmal unten, wo oben?! Sie riss die schwarzen Äuglein auf, versuchte, sich wenigstens durch das Licht zu orientieren. Verwirrt musste sie feststellen, dass sie keine richtigen Orientierungspunkte finden konnte - alles grau. Grau in Grau. // Plötzlich landete bremste etwas Weiches ihren Sturz. Etwas Warmes. Irritiert tschilpte sie vor sich hin, ehe sie feststellte, dass sich dieses Etwas auch noch bewegte!

Kyro erlitt einen weiteren beinahe-Herztod, als ihn irgendetwas abschoss. Er sprang vor Schreck ein Stück in die Luft und riss dann den Kopf herum, um zu sehen, was da auf ihm gelandet war. Dann schnappte er gefräßig danach, traf aber nicht, weil er zu ungelenkig war. Alter Wolf. Und das Schicksal tat ihm solche Dinge an!

Atsuko spürte plötzlich, wie der Boden unter ihren Füßen verschwand. Gerade eben war sie noch dabei gewesen, Lex hinterher zu jagen, und im nächsten Moment hatte sie das Gefühl zu fallen. Als sie wieder Boden unter den Füßen hatte, sah sie sich vorsichtig um. Offensichtlich hatte die unsichtbare Macht, der es scheinbar Spaß machte sie von einem Ort zum anderen zu teleportieren, beschlossen, dass sie schon viel zu lange an einem Ort gewesen war. Diese neue Welt bildete einen harten Kontrast zu der alten. Von einem Meer aus Rottönen in ein Meer aus Grautönen. Nun, vom Grundprinzip her unterschieden sie sich ja doch nicht so sehr. Trotzdem hatte ihr die alte deutlich besser gefallen. Dort hatte ihr Fell zumindest eine vernünftige Farbe gehabt, hier hingegen... etwas angeekelt schaute sie auf das graue Fell, welches ihren Körper bedeckte. Es war zwar nicht so schlimm wie türkis, aber trotzdem nicht sehr erfreulich. Seufzend wandte sie sich ab. Es war Zeit, nach den anderen zu suchen, die hoffentlich auch hier gelandet waren. Langsam trabend machte sie sich auf den Weg.

Mirai hatte sich langsam und beinahe schleichend in Bewegung gesetzt. Wie ein Blatt im Wind wehte sie an Büschen entlang, ließ sich von den kleinen Ästchen durchs Fell kämmen und hielt manchmal inne, wenn der Wind dasselbe tat. Dennoch stand sie irgendwann vor einem fremden Geschöpf, das wirkte, als würde es sich den Schlaf aus den Augen blinzeln wollen. Sie - ebenfalls gerade aus einem Schläfchen erwacht - streckte sich beinahe katzenhaft und gähnte, ehe sie den größeren Wolf aus großen Welpenaugen anblickte.

Lioku hatte gespürt, wie das Eis unter seinen Pfoten nachgab und dann war alles viel zu schnell gegangen. Seine Krallen kratzten noch über eine Eisscholle, im letzten, verzweifelten Versuch sich festzuhalten, ehe er in die eisigen Fluten gerissen wurde und die Strömung ihn fortspülte. Beinahe ohne Gegenwehr. Der alte Rüde, dessen frühere Verletzungen ihn ohnehin verkrüppelt hatten, war hoffnungslos verloren und gerade, als er glaubte, dass es aus mit ihm war, spuckte das Wasser ihn wieder aus. Ohne Mühe kam er an die Oberfläche und wo eben noch Eis gewesen war, befand sich nun ruhiges, sanft wiegendes Wasser.

Xaron bemerkte plötzlich, das jemand neben ihm stand. Er blickte sich um und entdeckte einen Welpen. Seine Rute begann sanft zu wedeln, während seine Nase den Geruch des Welpen aufzunehmen begann. „Hallo! Wie heißt du denn? Ich bin Xaron!“ Irgendetwas an dem Welpen war seltsam, dabei schien er doch völlig normal. Normal? Genau, das war es! „Du bist farbig!“, sagte er lauter, als er eigentlich beabsichtigt hatte.

Merulia hatte plötzlich das Gefühl, auf einem Ast inmitten eines Sturms zu sitzen. Mit den Zehen krallte sie sich in das weiche Ding, das sie so hin und her schüttelte, und breitete die Flügel aus, um das Gleichgewicht zu halten. Sie zuckte zusammen, als plötzlich spitze Zähne knapp neben ihrem Flügel zusammenschlugen. "Hey!", rief sie wütend aus, "lass den Quatsch und halt still!" Sowas aber auch!

Kyro knurrte. "Ich kann es nicht leiden, wenn mein Essen mit mir spricht! Also halt den Schnabel.", fluchte er, auch wenn es nicht ganz so jagtmotiviert klang, wie er dem Vogel gerne glauben gemacht hätte. Im Augenblick war er nicht hunrig, wobei das Federvieh kaum ein Zahnlückenfüller war... Zuletzt hatte er mit Atsuko in Dellruin gespeist und das war nicht allzu lange her.

Merulia schnappte klappernd mit dem Schnabel nach dem rechten Ohr dieses dreisten Tieres. "Ich bin nicht dein Essen. Ich bin Merulia, eine Amsel! Gesund und munter - so ein alter, unbeweglicher Kauz wie du könnte mich nicht mal fressen, wenn ich krank wäre!" Empört von der dreisten Annahme, sie würde sich fressen lassen, flatterte sie nun doch wieder auf. Taumelnd ob der Grau-in-Grau-Last landete sie allerdings auf dem Boden statt in dem anvisierten Busch, dem sie sich nun in eiligen Hopsern näherte.

Kyro zog eine genervte Grimasse hinter dem Rücken des Vogels und versuchte ganz ausversehen über den Vogel zu stolpern - diesem mit der Pfote im Laufen einen Hieb zu versetzen. Er hatte womöglich irgendwann zuvor die Schwester oder den Onkel des Federviehs gefressen. Wobei... wenn das ein Weltenvogel war, wohl eher weniger.

Atsuko zuckte zusammen, als ein leises geräusch die Stille um sie herum störte. Es kamm von irgendwo links von ihr. Vorsichtig, um nicht in irgendein feindlich gesinntes Tier hineinzulaufen, näherte sie sich der Quelle des Geräusches. In einem See, dessen Wasser tiefschwarz war, trieb ein Wolf. Er wirkte zwar ziemlich hektisch, schien sich aber gut über Wasser zu halten. Sie konnte nicht genau erkennen wie er aussah, war sich aber recht sicher ihn noch nie gesehen zu haben. Vorsichtig rief sie ihm eine Begrüßung zu. "Hallo!"

Mirais Rute begann ebenfalls leicht hin und her zu pendeln. "Hallo!", grüßte sie zurück, als der Rüde ihr vorweg nahm, welche Begrüßungsfloskel ihm die vertraute war. "Ich bin Mirai!" Sie musterte den älter Aussehenden so wie dieser sie musterte. "Du bist auch farbig!", merkte sie an, als wäre sie so überrascht, wie ihr Gegenüber. Tatsächlich waren natürlich die meisten Welten voller Farben und nur wenige kamen ganz ohne Farben aus. Acuri war eine kleine Rarität.

Lioku schleppte sich ans Ufer und taumelte etwas abgekämpft und ungelenk aus dem Wasser. Dieses hing schwer in seinem Pelz und tropfte an ihm herunter, bis er sein Gleichgewicht soweit halten konnte, dass ein Schütteln möglich war. "Hallo...", krächzte er atemlos und sah zu der grauen Füchsin hinüber, ehe er den Blick schweifen ließ und sich dann immer hektischer umsah. Wo war er hier gelandet?

Merulia duckte sich unter der großen Pfote hinweg. Ihr kleines Herz raste in ihrer Brust, als sie sah, dass der Wolf ihr im Weg stand, wenn sie wirklich in das Buschwerk entfliehen wollte. Statt sich nun aber verängstigt in eine Mulde zu flüchten und zu hoffen, dass sie nicht auffiel, plusterte sie sich auf und zeterte: "Was fällt dir eigentlich ein? Du hättest mich beinahe zu Tode getrampelt!"

Kyro leckte sich über die Lefzen. "Dann wärst du mein Nachtisch. Keine Sorge, ich hätte nichts von dir verschwendet.", säuselte er psychopathisch in die Richtung der Amsel. Wenn diese ihn besser gekannt hätte, hätte sie vielleicht durchschaut, dass er nicht ganz so verrückt war, wie er sich gab. Oder ihr wäre klar gewesen, dass man ihm nicht trauen konnte, weil er verrückt war. Sehr zwiespältig.

Atsuko erkannte bei näherem hinsehen, dass der Wolf schon sehr alt sein musste, jedenfalls älter als Kyro, und der war der älteste Wolf den sie bisher gesehen hatte. Die Winterwölfe wurden nie so alt, oder zumindest sah man es ihnen nicht an. Der Rüde vor ihr hingegen keuchte ziemlich mitleidserregend und sah sich mit großen, vielleicht ein wenig ängstlichen Augen um. "Alles in Ordnung?", fragte Atsuko besorgt.

Lioku wusste nicht, ob er nun plötzlich an seinem Verstand zweifeln musste. "Ich... war gerade noch in einem schneeverkleideten Gebirge und hier ist es weder eiskalt, noch liegt Schnee. Es ist... ich weiß nicht..." Er witterte. Es roch weder nach Frühling, noch nach Sommer und auch nicht nach Herbst. Es schien eine undefinierte Zeit zu sein. Nichts besonderes. Nicht kalt, nicht warm. "Und alles ist farblos... keine farbigen Blumen, die Blätter der Bäume sind grau..." Sein Blick fiel auf den Fuchs. "Du auch!"

Atsuko musste unwilkürlich ein wenig kichern. "Ach, ist das also dein erster Weltenwechsel? Oh, und du hast recht, diese Fellfarbe ist schrecklich. Normalerweise ist es nicht so schlimm, keine Sorge. Auch wenn ich immernoch finde, dass türkis schlimmer ist. Was meinst du?"

Lioku sah sich weiter etwas hektisch um, immerhin war gerade seine ganze Familie in den drohenden Wassertod gestürzt. Das Gerede der Füchsin überforderte ihn da eher. "Weltenwechsel? Türkis?" Kann man das essen? Seine Augen suchten die Wasseroberfläche ab, aber nirgendwo konnte er einen Hinweis auf sein Rudel entdecken. Weltenwechsel... Er war zwar alt und vielleicht etwas langsam, aber in diesem Moment konnte ihm die Antwort und eine vernünftige Erklärung gar nicht schnell genug gegeben werden.

Merulia blinzelte einige Male irritiert, ehe sie aufgebracht auf den wenigen grauen Grashalmen herumtrampelte, die sich zwischen den vielen trockenen Blättern hindurchgekämpft hatten. Kurz darauf hatte sich ihre Stimmung schon wieder geändert und sie letzte den zierlichen Amselkopf schief. "Du glaubst wohl, du könntest mir Angst machen", stellte sie fest, ehe sie in die Luft flatterte und sich voller grolliger Genugtuung einfach auf dem Kopf des Wolfs niederließ. Hier oben fühlte sie sich doch tatsächlich sicherer - die spitzen Zähne würden sie hier ganz sicher nicht erreichen!

Kyro schüttelte den Kopf aufs Heftigste. Beißen musste er nicht können, es reichte schließlich auch, das Ungeziefer auf seinem Kopf gegen den nächsten Baum zu schleudern. Vermutlich wäre es hilfreich gewesen, wenn die Amsel keine Flügel gehabt hätte. Während er sich schüttelte, versuchte er einige Male nach dem Vogel zu schnappen.

Atsukomusste sich zusammenreißen, den alten Wolf nicht auszulachen. Das einzige, was sie davon abhielt, war der traurige Fakt, dass er offensichtlich nicht mit ihr über Fellfarben reden wollte. Sie seufzte theatralisch. "Beruhig dich erst mal, ich erklär dir alles, in Ordnung?" Sie lächelte beruhigend.

Lioku hatte diese Ruhe nicht wirklich. "Meine Familie und ich... wir waren gerade dabei zu ertrinken... sie sind nicht hier... wo sind sie?" Er sah flüchtig zu der Füchsin und dann wieder auf das Wasser hinaus. Da er einst beinahe gestorben war, war er im Augenblick ziemlich sicher, keine Nahtoderfahrung zu haben. Umso unerklärlicher war die Situation für ihn.

Xaron kam zu dem Schluss, dass ihm der Welpe vollkommen unbekannt war. Seine Nase verriet ihm immerhin, dass es sich um eine kleine Fähe handelte, mehr jedoch nicht. Auch der Name kam ihm unbekannt vor. Auf ihre Anmerkung schaute an sich herunter. Tatsächlich, er war auch farbig. Also war mit seinen Augen alles in Ordnung, nur die Welt war seltsam. Wie eigentlich bisher jede Welt, der er begegnet war. „Sieht für dich auch alles andere grau aus?“ Plötzlich kam ihm ein Gedanke. „Wo sind eigentlich deine Eltern?“ Er wollte nicht riskieren, womöglich mit übervorsichtigen Wolfseltern aneinander zu geraten, die ihn vielleicht als Gefahr für ihren Nachwuchs ansehen könnten. Immerhin war ihm ja nicht anzusehen, wie harmlos er war.

Atsuko überlegte kurz. Es war zwar ziemlich unwahrscheinlich dass sie jemandem aus seiner Familie begegnet war, aber der Rüde schien von derselben Wolfsrasse zu sein wie die anderen denen sie bisher begegnet war. "Wie heißen die Leute aus deiner Familie denn? Vielleicht bin ich ein paar von ihnen ja schon begegnet."

Mirai sah sich um. "Ich denke... alles andere ist grau...?" Ganz sicher schien sie nicht, aber die Frage des Rüden schien sie außerdem zu irritieren. "Wo sind denn deine Eltern?", fragte sie zurück. Wenn es um ihre Eltern ging, war die Frage vermutlich etwas schwerer zu beantworten.

Merulia verspürte schon fast Genugtuung darüber, dass sie diesen unerhörten Wolf 'überlistet' hatte. Als glaubte er, er könne sie abschütteln, wenn sie das nicht wollte! Pah! // Allmählich wurde es ihr allerdings doch zu bunt auf seinem hin- und herzuckenden Kopf. So, wie sein Kopf das nächste Mal nach oben schnellte, nahm sie den Schwung auf und flatterte auf den untersten Ast einer Birke. Zumindest sah dieses schwarz-weiße Gebilde dem, was sie kannte, äußerst ähnlich. Außer Reichweite für den Wolf, sah sie hinab. "So findest du keine Freunde, Wolf", tadelte sie ihn, ehe sie höher kletterte und sich in einer Astgabel bequem den Kopf unter den Flügel steckte, um diese graue Welt einfach wieder zu verlassen.

Lioku wusste nicht so wirklich, wo er anfangen und wo er aufhören sollte. "Lijenna, Syrayn, Noir, Endeara...", begann er mit den Blutsverwandten, auch wenn er keinen größeren Sinn darin sah. Es war ziemlich unwahrscheinlich, dass seine Familie dieser Füchsin begegnet war und selbst wenn waren sie deshalb dennoch gerade am Ertrinken gewesen!

20:00 Merulia löst sich in Luft auf...
Xaron wusste nicht, was er von der Antwort der kleinen Fähe halten sollte. Es klang mehr wie eine Frage als wie eine Aussage. Doch so wahren Welpen halt. Und wenn sie aus dieser Welt stammte, war sie vielleicht so sehr an die graue Umgebung gewöhnt, dass sie einfach keinen Gedanken daran verschwendete, dass alles andere grau war. Wobei sie dann doch eigentlich auch hätte grau sein müssen? Aber vielleicht waren hier die Tiere farbig, und nur alles andere grau? Auf ihre Gegenfrage musste er lachen, auch wenn er wusste, dass er sie wohl eigentlich hätte zurechtweisen müssen. Schließlich war es unhöflich, eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten, und Welpen durfte man so etwas nicht durchgehen lassen, sonst würden sie nie lernen, sich vernünftig zu verhalten und ihrem Platz im Rudel zu finden. Doch jetzt war ihm nicht danach, auch wenn Xeria ihm bestimmt Vorwürfe deswegen gemacht hätte. „Meine Eltern sind leider weit fort von hier. Aber ich bin ja auch schon groß und komme alleine zurecht.“ Erst als er das aussprach, wurde ihm wieder klar, wie sehr er seine Mutter vermisste. Das trübte seine glückliche Stimmung wieder.

Mirai beobachtete den Rüden und ahnte nichts von dessen Gedanken. Dass sie hätte zurecht gewiesen werden müssen, ahnte sie nicht und hätte das vermutlich auch in Frage gestellt. "Ich bin zwar nicht groß, aber ich komme auch allein zurecht.", erklärte sie lachend. "Eltern habe ich gar keine."

Xaron musste wieder lächeln, als die Fähe ihre Aussage, sie käme alleine zurecht, mit solcher Gewissheit aussprach, dass keinerlei Zweifel daran bestand, dass sie felsenfest daran glaubte. Zwar musste er sich eingestehen, nicht einmal annähernd so viel von Welpen zu verstehen, wie er gerne würde, doch war ihm klar, dass sie dazu neigten, schon groß und eigenständig sein zu wollen, ohne zu wissen, wie viel schöner die Welpenzeit gegenüber dem Leben als Erwachsener doch war. Ihre Aussage, sie habe keine Eltern, dämpfte das Lächeln jedoch wieder etwas. Wenn ein Welpe ohne Eltern aufwachsen musste, steckte eigentlich immer eine traurige Geschichte dahinter. „Wer kümmert sich denn dann um dich? Wer bringt dir bei, wie man jagt und wie man kämpft und was man sonst noch alles wissen muss?“

Miraiwurde auch wieder etwas ernster. "Ich kümmere mich um mich. Ich weiß schon, wie man jagt und kämpft und was man sonst noch so alles wissen muss.", gab sie zurück. "Wer bringt dir bei, was du sonst noch alles wissen musst?"

Xaron betrachtete Mirai genauer. War sie wirklich ganz alleine unterwegs? Aber dafür war sie doch noch zu jung, und sie sah auch weder halb verhungert noch sonst irgendwie verwahrlost aus. „Und von wem hast du das gelernt?“ Er würde schon noch aus ihr heraus bekommen, wo ihre Eltern – oder wer sich sonst um sie kümmerte – waren. „Ich weiß das alles auch schon, aber ich bin ja auch schon erwachsen. Ich habe es von meiner Mutter gelernt und von einer schlauen Fähe namens Xeria, die fast alles wusste. Aber ich lerne immer noch dazu. Man lernt nämlich sein ganzes Leben lang.“

Atsuko jauchzte überrascht. "Ich kenne sie! Ich habe Lijenna und Syrayn schon einmal getroffen! Keine Sorge, ihnen geht es gut. Von den anderen weiß ich nichts, aber vielleicht wurden sie einfach in andere Welten geschickt als du und ich."

Mirai musterte Xaron von oben bis unten. "Erwachsen? Was heißt das?" Offenbar versuchte sie es an dem Rüden ihr gegenüber zu entdecken. "Ich lerne auch noch oft etwas Neues. Aber seltener als früher.", erklärte sie. "Ich habe von sehr, sehr vielen gelernt. Von klugen und weniger klugen... Manchmal lernt man von denen die schlau sind die dümmsten Dinge."

Lioku schüttelte den Kopf. "Wir sind gerade eben im Eis eingebrochen. Nach einer Erschütterung der Erde. Es brach unter unseren Pfoten und ich wäre beinahe ertrunken. Die anderen müssen noch dort im Wasser sein." Und dieser Gedanke verängstigte ihn. Würden sie alle sterben? Und wieso war er noch am Leben?

Atsuko sprach sehr langsam weiter, damit der Rüde mithalten konnte und sich vielleicht doch eindlich beruhigte. "Hör zu. Es gibt verschiedene Welten, und in manchen geht die Zeit anders als in anderen. Und genauso gibt es Räume zwischen den Welten. Ich vermute, das du einfach längere Zeit in so einem Zwischenraum warst. Dann kann viel Zeit vergehen, und dir fallt es nicht einmal auf. Kannst du mir so weit folgen?"

Xaron wunderte sich, dass Mirai nicht wusste, was es es bedeutete, erwachsen zu sein. Aber vermutlich war das Teil eines Spiels oder so. Welpen dachten sich die seltsamsten Sachen aus. „Naja, erwachsen ist man, wenn man kein Welpe mehr ist, sondern groß, so wie ich. Wenn man aufhört zu wachsen, ist man gewissermaßen erwachsen. Auch wenn manche länger brauchen, um auch wie ein Erwachsener zu denken.“ Er kam sich irgendwie weise vor, als er das aussprach. Das hätte bestimmt sogar Xeria gefallen, auch wenn sie es wohl nie zugegeben hätte. „Aber irgendwer muss dir doch all das beigebracht haben, was du zum Leben brauchst? Hast du eine Familie oder ein Rudel?“ Er grübelte darüber nach, ob man tatsächlich manchmal von den schlausten Wölfen die dümmsten Sachen lernte? Es klang jedenfalls sehr philosophisch. Erstaunlich für einen Welpen. Oder fiel es womöglich gerade Welpen leichter, so etwas zu denken, weil ihr Kopf noch nicht so voll mit anderen Dingen war? „Das hast du gut beobachtet“, sagte er schließlich.

Lioku hielt inne und betrachtete die Füchsin. "Nein.", gab er dann ehrlich zurück. "Es geht nicht um mich. Es geht um meine Familie. Mein Rudel... Es geht um über zwanzig Wölfe die gerade dabei sind zu ertrinken..."

Mirai hörte sich die Ausführung an. "Denkst du, du denkst wie ein Erwachsener?", wollte sie dann weiter wissen. Man hätte meinen können, sie hätte den kindischen Gedanken erahnt, mit dem sich Xaron gerade in seiner Weisheit aalte. "Ich sagte doch, viele haben mir beigebracht was ich weiß und kann." Sie gab sich Mühe, etwas von ihrem Gegenüber zu lernen. Aber vermutlich lernte dieser gerade mehr von ihr.

Xaron musste erneut lächeln. Welpen waren einfach putzig! „Natürlich denke ich das!“ War es nicht erwachsen, so zu denken? Aber was, wenn sie auch so dachte? Dann wäre es doch eher welpisch? Es verwirrte ihn, übers Denken nachzudenken, do es gab wohl nur eine Möglichkeit, das herauszufinden. „Und denkst du das auch von dir?“ Ihre Antwort war leider nicht sehr hilfreich. Es war fast, als hätte sie sich fest vorgenommen, ihm nicht zu verraten, wo sie herkam und wo sie hingehörte. Vielleicht war das auch so? Vielleicht war das ja eine Art Spiel? „Heißt das, du hast ein Rudel, das sich um dich kümmert und von dem du lernst?“ Es schien ihm ungewöhnlich, dass sich mehr als nur zwei Wölfe, sei es als Eltern oder Adoptiveltern, um einen Welpen kümmerten, aber nicht undenkbar.

Mirai erwiderte das Lächeln. "Das kommt darauf an, was genau es heißt, 'erwachsen' zu sein. Wenn es heißt, dass ich mich um mich kümmere und jagen kann und kämpfen und viele Dinge weiß, die man wissen sollte, dann ja.", erklärte sie. "Ich habe im Moment kein Rudel und lebe hier allein. Gerade lerne ich von dir und du von mir." Aus Höflichkeit ließ sie den Zusatz weg, dass sie versuchte von Xaron zu lernen.

Atsuko schüttelte den Kopf. "Ich weiß nicht was mit den anderen ist, aber Lijenna und Syrayn habe ich schon getroffen, und auch Kyro und Yavru, falls du die auch kennst. Und es geht ihnen gut. Über die anderen aus deinem Rudel weiß ich nichts, aber wenn du schon so lange in den Weltenzwischenräumen warst sind sie jetzt entweder ertrunken oder in einer anderen Welt." Sie wusste, dass das nicht die erfreulichste Antwort war die sie geben konnte, doch sie sah keinen Sinn darin ihn anzulügen.

Lioku fand diese Antwort wirklich nicht sonderlich erfreulich, zumal er nicht sicher war, wie das mit den Weltenzwischenräumen funktionierte. "Und woher weißt du, dass du Lijenna und Syrayn begegnet bist, nachdem wir ins Wasser gestürzt sind und nicht davor?" Das war es, was ihn am meisten verwirrte.

Xaron wunderte sich immer mehr über Mirai. Jetzt klang sie tatsächlich sehr erwachsen, fast erwachsener als er selbst. Aber sie war doch ganz offensichtlich noch ein Welpe? „Wie alt bist du eigentlich?“ Er war sich nicht sicher, ob das angesichts der doch sehr relativen Eigenschaften der Zeit im Weltenbaum überhaupt eine sinnvolle Frage war. „Und wo bist du zuhause? Stammst du aus dieser Welt oder bist du auch nur zufällig hier gelandet?“ Er erhoffte sich, so mehr über das Rudel der Kleinen zu erfahren. Dass sie dann sagte, sie habe momentan kein Rudel, verwirrte ihn allerdings noch mehr. Momentan? Das klang wie ein Wolf, der gerade auf Wanderschaft war, aber durchaus bereit, sich einem Rudel anzuschließen, wenn er ein passendes fand, aber nicht wie ein Welpe. „Du klingst wirklich schon sehr erwachsen, dabei bist du doch noch so klein!“ Vermutlich war es nicht sinnvoll, den Gedanken laut auszusprechen, aber jetzt hatte er es eh schon getan.

Kyro brachte Abstand zwischen sich und den Vogel und schüttelte sich dabei immer wieder, um zu verhindern, dass die Amsel sich noch einmal auf seinen Kopf setzte. Bei diesem wilden Fluchtversuch rannte er beinahe in zwei Gestalten an einem Gewässer. "Lioku!", rief er aus. "Und Atusko..." Beim ersten Namen schien er für Kyro-Verhältnisse noch sehr positiv überrascht zu sein, bei der Füchsin war es dann eher eine verhaltene Feststellung. Er musterte die Kisetsu, mit der er im Streit auseinander gegangen war. Dabei fiel ihm etwas auf: "Knallbunt wo immer man hingeht... aber in einer Welt, sowieso schon völlig farblos ist, entscheidest du dich für grau?" Er schüttelte den Kopf über die Ironie der Sache. Was für ein Witz des Schicksals, huh? Dieses schien der Füchsin auch öfter mal Streiche zu spielen. Nicht nur ihm.

Mirai überlegte eine Weile. "Ich weiß nicht? Wie alt bist du?", erkundigte sie sich dann im Gegenzug. Bei Xaron konnte man das sicher leichter sagen. Vermutlich war er nicht durch viele Welten gereist, bis er hier zu ihr gekommen war. "Ich bin hier jetzt schon eine ganze Weile zuhause, deshalb würde ich behaupten, dass Acuri mein Zuhause ist. Ich war aber auch schon anderswo zuhause und stamme nicht von hier." Ihr Blick glitt an ihr hinunter. "Ich bin nicht klein. Ich war immer eine der Größten.", befand sie schließlich. "Findest du aber allgemein, dass Größte etwas mit Reife zu tun hat?"

Atsuko dachte gerade über den zugegebenermaßen sehr sinnvollen Einwand des Rüden nach, als sie eine vertraute Stimme hörte. "Kyro!", rief sie überrascht. Dann drehte sie sich zu dem alten Wolf, der offensichtlich Lioku hieß und meinte etwas selbstgefällig: "Siehst du? Kyro geht es gut, genauso wie den anderen."

Liokus Blick hellte sich etwas auf und das erste Mal sah er etwas zuversichtlicher aus. Die Behauptung, Atsuko wisse, dass seine Familie wohlauf war, schien das erste Mal im Bereich des Möglichen zu liegen. "Kyro!", grüßte er also mit herzlicher, offener und echter Freude. Er kannte den Rüden schon fast sein Leben lang und auch wenn dieser wohl ziemlich schwierig geworden war, mit den Jahren und sich unzählbar viele Fehltritte erlaubt hatte, gehörte er für Lioku doch zur Familie. Wie ein Bruder vielleicht. "Die junge Fuchsdame hier hat mir gesagt, es gehe den anderen auch gut?" Die Frage hatte etwas flehendes und er hoffte, Kyro würde Atsukos Behauptung bestätigen.

Kyro blickte zu Atsuko und dann zu seinem früheren Leitwolf. Im Augenblick standen sie sich auf Augenhöhe gegenüber, ohne dass jemand einen höheren Rang bekleidete. "Yavru und Syrayn, Laelia und Lijenna, Aramis und Xaron... das sind die, die ich bisher gesehen habe. Mir wurde gesagt, dass jeder seine eigene Weltenreise unternehmen muss und dass unsere Wege uns zusammen führen werden, wenn es so sein soll. Ist viel geheimnisvolles Blabla und wenn du mich fragst hat es mehr damit zu tun, was man glauben will und was nicht." Sein Blick glitt zu Atsuko, die den ehemaligen Alpha wohl schon etwas instruiert hatte. "Was hast du bisher erklärt?"

Xaron wunderte sich, wie man nicht wissen konnte, wie alt man war. Selbst ein Welpe sollte so etwas wissen. „Ich bin etwa zwei Jahre alt.“ Und schnell fügte er hinzu: „Gaia-Jahre“. Vermutlich war das das Problem: Es gab einfach keine sinnvolle Vergleichsmöglichkeit für Zeit zwischen den Welten. „Acuri heißt diese Welt also? Hier gibt es doch bestimmt noch mehr Wölfe?“ Und mindestens einer davon wäre bestimmt auf irgend eine Weise für Mirai zuständig. Doch da sie auf direkte Fragen danach nicht reagiert hatte, fragte er nun eben indirekt. „Eine der Größten wovon? Aus deinem Wurf?“ Wenn sie Geschwister hatte, musste sie logischerweise auch Familie haben, oder? Ihre nächste Frage brachte Xaron erneut aus dem Konzept. So drückte sich doch kein Welpe aus! „Nein, natürlich nicht, es gibt ja Wölfe in unterschiedlichen Größen, ohne dass das etwas über ihre Reife aussagen würde. Aber es hat etwas mit dem Alter zu tun. Alte Wölfe sind auch geistig reifer als junge, zumindest meistens. Und bei Welpen hängt die Größe nun mal von dem Alter ab, weil sie noch im Wachstum sind.“ Das war jetzt wahrscheinlich keine für einen Welpen geeignete Antwort, aber es war ja auch keine für einen Welpen passende Frage gewesen. „Du warst ja schließlich auch früher kleiner und wirst sicherlich noch größer werden.“

Atsuko zuckte unsicher mit der Schwanzspitze. "Nur, dass es verschiedene Welten und Weltenzwischenräume gibt, und das die Zeit unterschiedlich vergehen kann. Es war etwas schwer, weil... nun ja, er wollte mir eigentlich nicht wirklich zuhören."

Mirai lauschte. Gaia also. Das erklärte manches. Sie schüttelte auf die nächste Frage den Kopf. "Ich bin die einzige Wölfin hier, wenn ich nicht gerade Besuch bekomme von Wölfen wie dir. Ich glaube es sind vorhin noch andere hier gelandet.", erzählte sie. "Ja, eine der Größten meiner Geschwister." So konnte man das durchaus sagen. "Denkst du, alle alten Wölfe sind geistig reifer als jüngere Wölfe?", wollte sie dann genauer wissen. "Und was ist mit Welpen die nicht wachsen? Ich war schon immer so, wie ich jetzt bin."

Xaron glaubte Mirai nicht, dass sie alleine hier war. Sie war eindeutig noch zu jung, um alleine zu überleben. Aber sie schien sich in den Kopf gesetzt zu haben, ihm auf keinen Fall zu verraten, wer und wo ihre Eltern waren, oder wer auch immer sich sonst um sie kümmerte. „Wenn du Geschwister hast, musst du doch auch eine Familie haben?“ Ihre nächste Frage klang schon wieder vollkommen unpassend für einen Welpen. „Naja, sicher nicht alle, aber im Großen und Ganzen stimmt das sicherlich schon. Und Welpen, die nicht wachsen, gibt es nicht. Alle Welpen werden irgendwann erwachsen.“ Zumindest wenn sie nicht vorher starben, aber das war nun wirklich kein Thema, dass man mit einem Welpen besprechen sollte. Zumindest, solange es keinen konkreten Anlass dafür gab. Dann erst wurde ihm klar, dass es im Weltenbaum schwierig war, zu behauptet, dass es etwas nicht gäbe. „Oder bist du tatsächlich gar kein Welpe, sondern siehst nur aus wie einer, obwohl du in Wirklichkeit schon erwachsen bist?“ Es hörte sich unsinnig an, aber hier im Weltenbaum gab es anscheinend allerlei seltsame Dinge, warum also nicht auch Wölfe, die ihr ganzes Leben über wie Welpen aussahen?

Lioku schnippte mit den Ohren. "Ich ging davon aus, mein Rudel ertrinkt in dem Augenblick in dem wir plaudern.", murmelte er. "Tut mir leid." Er betrachtete die junge Füchsin kurz nachdenklich und sah dann zu Kyro hinüber, der diese Weltensache irgendwie schon nicht mehr hinterfragte.

Kyro lachte bloß. "Na, die anderen dachten, sie wären tot. Ich weiß nur, dass ich verflucht bin. Damit ist alles erklärt." Er seufzte schwer. "Ich wurde gerade in einer Welt von einem Baum in die Luft geschossen... Du Lioku, mein Freund, wirst sicher jede Menge Spaß haben, auf deiner Reise." Er betonte es so, dass man leicht heraushören konnte, wie wenig Spaß er selbst sich von der Reise versprach.

Mirai legte den Kopf schief. "Bei meiner Art spricht man von allen als Brüder und Schwestern." Kurz hatte Xaron beinahe die Kurve bekommen und so gewirkt, als hätte er ein wenig verstand. Aber der Moment war vorüber gezogen. "Wenn meine Artgenossen und ich erwachsen werden wollen, ist das der Moment unseres Todes.", erklärte sie ruhig. "Es hat aber nichts mit auswachsen zu tun. Wir haben immer denselben Körper, außer in bestimmten Welten, in denen wir unsere Gestalt anpassen müssen. Wenn ich mir heute von Herzen wünschen würde, erwachsen zu sein, würde ich morgen früh nicht mehr aufwachen." Sie betrachtete ihr Gegenüber und gab sich dann zu erkennen: "Ich bin übrigens die Wächterin dieser Torwelt, Mirai, Atem des Waldes."

Xaron stellte zufrieden fest, dass er mit seiner Vermutung gar nicht so falsch lag, sondern eigentlich sogar ziemlich richtig. „Nun, du verhältst dich wie eine Erwachsene. Du kannst alleine für dich sorgen und du weißt alles, was ein Wolf wissen muss, und vermutlich noch einiges mehr. Nur dein Körper ist der eines Welpen, geistig bist du anscheinend schon erwachsen.“ Als sie erzählte, dass der Wunsch, erwachsen zu werden, für sie und ihre Artgenossen den Tod bedeutete, meinte er: „Warum sollte man sich dann so etwas wünschen?“ Ihre nächste Erklärung schien seine Annahme jedoch zu bestätigen: „Du bist eine Wächterin? So etwas wie Malumir? Dann musst du tatsächlich erwachsen sein. Kein Welpe könnte so etwas tun.“

Mirai lachte leise. "Das kann man so sehen oder anders. Ich hab ein bisschen mit dir gespielt, dass ist nicht sehr reif, aber natürlich kannst du nicht ewig viele Zeitalter durchleben, ohne einen gewissen Erfahrungsschatz aufzubauen. Gaia-Wölfe finde ich persönlich häufig sehr ulkig und vor allem, wenn sie glauben, mich bemuttern zu müssen, so wie du!" Sie hüpfte auf Xaron zu und zwickte diesen leicht ins Ohr. "Wir leben, wenn wir nicht verunglücken oder getötet werden ewig und es kommt bei jedem irgendwann der Punkt, an dem er sagt, dass er nun genug von den Welten gesehen hat und genug erlebt hat. Dann dürfen wir einfach gehen." Als Xaron auf Malumir zu sprechen kam, tänzelte sie um den Rüden herum. "Ich habe schon viele Rudel geführt... und ich bin die älteste Wächterin. Älter als Malumir. Hättest du nicht gedacht, huh?"

Xaron entspannte sich. Jetzt, nachdem seine Verwirrung zumindest einigermaßen aufgelöst war und er sich damit abgefunden hatte, mit einer älteren Wölfin, die im Körper eines Welpen steckte, zu sprechen, kam ihm die Situation fast schon wieder normal vor. „Nun ja, auch ältere Wölfe spielen manchmal. Und es tut mir Leid, dass ich dich wie einen Welpen behandelt habe, aber du siehst nun mal für mich aus wie einer. Ich habe es nur gut gemeint und wollte dir helfen!“Als sie ihm ins Ohr zwickte, beschwerte er sich: „He, was soll das?“ Aber es klang längst nicht so ernst, wie es vielleicht gesollt hätte, denn er musste nun auch lachen. Ein bisschen verhielt sie sich trotz allem wie ein Welpe. Aber vielleicht täte das auch allgemein erwachsenen Wölfen ab und zu gut? Er stupste sie an, natürlich vorsichtig, den körperlich war sie ihm dann doch eindeutig unterlegen. „Ich kann es mir überhaupt nicht vorstellen, so lange zu leben, dass man sich irgendwann freiwillig dazu entscheidet, zu sterben. Erst recht, wenn es so viele Welten zu erkunden gibt.“ Aber womöglich würde es ihm, wenn er so lange leben würde, genauso gehen. Ihm schwindelte bei der Vorstellung. „Nein, ich hätte echt nicht gedacht, dass du so alt bist! Er grinste unwillkürlich, als er sich vorstellte, wie Mirai ein Rudel leitete, das aus Wölfen wie ihr bestand.





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Lu, Lijenna, Lio, Kyro, Josh



10.02.2018 18:23
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Lijenna
Lillyan Caesar






Art
Wolfsträumer

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Atsuko kicherte leise. "Naja, viel Schlimmeres als Torgugunda wirst du ja kaum erleben, oder? Oder glaubst du vielleicht, dass es eine Welt gibt, in der du auf immer und ewig zum Welpensitten verlucht bist?", zog sie Kyro auf.

Kyro hob die Wolfsbrauen: "Togruduna.", korrigierte er spitzfindig. "Lioku kann jetzt wieder auf seine Enkel aufpassen. Ich sitte hier niemanden mehr." Welch Glück, dass dieser Kelch an ihm vorüber gegangen war. Er seufzte erleichtert.

Lioku musterte die junge Füchsin und Kyro und hatte nicht wirklich eine Ahnung, wovon die beiden sprachen. Sein Vorstellungsvermögen reichte noch nicht aus, um zu begreifen, was hier vor sich ging. Togruduna? Von Bäumen in die Luft geschossen? "Ich würde die anderen gerne sehen.", merkte er dann an. War das nun möglich, oder nicht? Er hätte sich einfach gerne selbst davon überzeugt, dass sie lebten.

Mirai hüpfte einmal um Xaron herum. "Manche Filiaden werden irgendwann müde. Und dann entscheiden sie sich, ihr Leben hinter sich zu lassen.", erklärte sie und hielt dann wieder inne. "Wenn wir sterben, sieht das sehr schön aus." Sie spitzte die Ohren und lauschte kurz in den Wald hinein.

Xaron hätte beinahe gesagt, dass er so etwas gerne gesehen hätte, doch im letzten Moment wurde ihm klar, was er da wünschte. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es schön aussieht, wenn jemand stirbt. Das ist doch viel zu traurig, um schön zu sein.“

Caisyth hasste es abgrundtief, flauschig zu sein. Er trauerte immer noch seinem Leben als stolzer Drache hinterher, und in dieser jämmerlichen Form konnte er noch nicht einmal richtig kommunizieren. Als Drache, ja, da war er toll gewesen. Er hatte über viele Kilometer weit durch Telepathie mit jedem beliebigen sprechen können, auch wenn er das fast nie tat - die waren ja alle viel zu dumm für ihn. Er war alt und weise. Und jetzt war er ein Pelzling. Unzufrieden rollte er hin und her. Und dann verschwand er und tauchte schon wieder wo anders auf. 'Was soll denn das?' Er war doch früher nicht so viel herumgesprungen. Beinahe gelangweilt schaute er sich um. Aha. Da waren wieder die Wölfe, die er vor einiger Zeit schon mal gesehen hatte. Damals war er bei den anderen Flauschlingen gewesen (die er im übrigen auch nicht verstand, auch, wenn er sich sicher war, dass sie irgendwie miteinander reden konnten. Vielleicht tanzten sie einander ja etwas vor, so wie diese kleinen stechenden Dinger auf Gaia). Was hatten die Welten nur mit ihm vor?

Mirai blickte vom Wald zurück zu Xaron. "Es gibt viele wunderschöne Dinge, die traurig sind, junger Wolf.", wisperte sie leise. "Und nichts was traurig ist, ist nur traurig."

Xaron war erneut erstaunt, wie weise Mirai trotz ihres Körpers klang. Er musste sich selbst wieder daran erinnern, dass er nicht mit einem Welpen redete, sondern mit einer Wölfin, die schon sehr alt war, vielleicht älter als alle Wölfe, die er kannte. „Aber ist nicht etwas, was fröhlich und schön ist, viel schöner als etwas, das traurig und schön ist?“

Atsuko nickte Lioku verständnisvoll zu. "Du machst dir wirklich große Sorgen um sie, nicht wahr? In Ordnung, lass uns nach ihnen suchen. Kyro, du bist auf deinem Weg hierher nicht zufällig den Anderen begegnet, oder? Weißt du", sie wandte sich erklärend Lioku zu, "Es kann sein, dass sie gar nicht in dieser Welt sind. Ihr beide seid die Ersten, die mir hier begegnen."

Mirai betrachtete die junge Seele und legte sich in einer fließenden Bewegung hin, eleganter, als Welpen das für gewöhnlich taten. "Ich denke, ich könnte dir ein Märchen zu diesem Thema erzählen.", sinnierte sie. "Magst du Geschichten, Xaron?" Sie lächelte ein bisschen. "Ich liebe Geschichten."

Kyro seufzte schwerfällig. "Ich war bis eben gerade in Dellruin und als die Nacht vorbei war und ich froh war, überhaupt den Herbst überlebt zu haben, kam der Frühling viel zu plötzlich und... weil mich dieser nervige Waschbär nicht in die Höhle zurück lassen wollte, dachte ich, es sei aus. Und während der Baum in den Himmel zu wachsen schien und ich drohte, hinab zu stürzen, landete ich hier." Er schüttelte seinen Pelz bei dem Gedanken. "Wie bist du überhaupt hergekommen? Auch aus Dellruin? Dort waren die anderen doch auch..."

Syrayn war gerade noch bei Yavru und Laelia gewesen und nun war er irgendwo, wo es dunkel war. Aber nicht nur dunkel, sondern einfach nur komisch tot. Ohne Farben wirkte für Syrayn einfach alles tot. Farben machten die Dinge doch lebendig, oder? In einiger Entfernung sah er allerdings etwas Farbiges. Als er weiter heran ging konnte er identifizieren, wer es war: Xaron. Und irgendjemand, den er nicht kannte. "Xaron!" Dem neuen Wolf stellte er sich ganz höflich vor - mittlerweile hatte er das im Schlaf drauf, so oft hatte er es in letzter Zeit gemacht.

Xaron wusste nicht, ob er Geschichten mochte. War das nicht eher was für Welpen? Er hatte sich als Welpe diverse Geschichten angehört, sowohl von Xeria als auch von anderen Wölfen. Meistens ging es dabei um die Geschichte ihres Rudels und um die mysteriösen Nachtwölfe, denen es vor Unzeiten angeblich begegnet war. Aber als erwachsener Wolf hatte er nicht viel auf Geschichten gegeben. Doch andererseits … „Ich glaube schon. Wenn es eine gute Geschichte ist.“ Plötzlich hörte er eine vertraute Stimme, und noch bevor er sich umgewandt hatte, verriet ihm schon seine Nase, wer der Neuankömmling war. „Hallo Syrayn! Schön, dich wiederzusehen!“ Seine Rute wedelte freundlich.

Mirai erhob sich genauso fließend und wolfsuntypisch, wie sie sich soeben hingelegt hatte, als ein weiterer Wolf auftauchte. Ebenfalls ein Rüde, der vermutlich aus Gaia stammte. Sie betrachtete den Fremden, stellte sich als "Mirai" vor, wollte aber nicht weiter in die Begrüßung der beiden platzen und hielt sich deshalb im Hintergrund. Syrayn und Xaron verirrten sich heute in ihre kleine, farblose Welt und das, obwohl beide offenbar junge Wanderer waren, die aber bereits über ihre Reise im Bilde zu sein schienen.

Lioku stand nur dabei und versuchte zu verstehen... Er lächelte Atsuko sanft zu und nickte bestätigend. Ja, er sorgte sich und er war froh, als die Jungfüchsin vorschlug, auf die Suche zu gehen. Wie kompliziert das war, konnte er sich noch nicht ausmalen.

Caisyth überlegte kurz, so zu tun, als wäre er gar nicht da. Allerdings behagte ihm die Welt nicht - er bevorzugte starke Farben, so wie das dunkel Violett seiner (ehemaligen) Flammen, und er vermutete stark, dass er diese Welt früher, und vor allem nicht allein, verlassen würde, wenn er sich jetzt diesen Tieren da "anschloss". Kurz entschlossen hoppelte er auf einen der Wölfe vor ihm zu, wieder einmal unendlich verärgert, weil er nicht mal kurze Beine hatte. Dort angekommen, rollte er kraftlos gegen das Bein eines der Wölfe.

Syrayn war erfreut, dass ihnen irgendwie alle neuen Wölfe freundlich gesinnt waren. Es war eine willkommene Abwechslung, wo sie doch in ihrer Heimat so lange von blutrünstigen bösen Wölfen gejagt worden waren. "Hallo, Mirai. Ich finde es schön, dass alle so freundlich sind, denen wir begegnet sind. ... Außer Zion, aber der ist ja verflucht, so wurde mir gesagt. Seid ihr schon lange hier? Und woher kommst du, Mirai?"

Xaron kam reichlich spät auf den Gedanken, dass es sich vermutlich gehörte, seine neue Bekanntschaft vorzustellen. „Syrayn, das ist Mirai. Sie sieht zwar aus wie ein Welpe, ist aber in Wirklichkeit schon ganz alt. Das ist bei ihrer Art aber normal. Wenn sie wirklich erwachsen werden will, dann stirbt sie, und das sieht dann ganz schön aus.“ Kaum hatte er das ausgesprochen, war er schon wieder unzufrieden mit dem, was er gesagt hatte. Er schaute Mirai fragend an. Er hätte sie wohl doch selbst erzählen lassen sollen.

Atsuko schüttelte den Kopf. "Nein, ich war in der Zwischenzeit auch noch anderen Welten." Sie wollte gerade losgehen und in der Luft nach Gerüchen von möglichen Bekannten schnüffeln, als etwas kleines und flauschiges gegen Kyros Vorderpfote rollte. Überrascht hielt Atsuko mitten in der Bewegung inne, um den Neuankömmling interessiert zu mustern.

Mirai hörte sich die plumbe Vorstellung an und wedelte dennoch amüsiert. "Mirai, die Wächterin von Acuri und Atem des Waldes.", bestätigte sie und verneigte sich leicht. "Ich bin eine Filiade und wir bleiben unser ganzes Leben lang Weltenkinder."

Syrayn kam eine Frage in den Sinn, als er sich die Vorstellungen anhörte. "Aber ... ab wann ist man denn erwachsen? Bin ich erwachsen? Was ist erwachsen? Wie ist man, wenn man erwachsen ist?"

Kyro verzog das Gesicht angewidert. "Nicht schon wieder. Ich dachte ich hätte es und seine Freunde bei meinem Baumflug entlich verloren!", murrte er und gab dem Pelzknäuel einen Tritt mit der Vorderpfote. Am besten wäre es natürlich, wenn er das Vieh einfach gefressen hätte, aber ob er es sich mit seinem alten Alpha verscherzen wollte, war die andere Frage. Wenn dieser herausfand, dass dieses Ding Syrayns Haustier war und er es tötete, würde das sicher nervig werden.

Lioku sah das fremdartige Wesen an. "Was ist es?", fragte er neugierig und etwas verstohlen. Er kam sich schrecklich ungebildet vor. Einen Moment war er nicht sicher, ob er noch in einem Alter war, in dem er sich mit so vielen neuen Dingen anfreunden konnte.

Ceran blinzelte irritiert. Eben noch war die Welt irgendwie rot gewesen - jetzt war sie schlicht schwarz-weiß. Diese Welten wurden ja wirklich immer absurder! Noch seltsamer wurde es, als er einige wenige Farbflecken entdeckte - und feststellte, dass es schon wieder(!) Wölfe waren, auf die er da traf! Was war nur los, dass er nicht zu anderen Ratten kommen durfte?! // Er musterte die Wölfe. Einer sah noch ziemlich jung aus - die anderen hingegen waren in etwa so groß wie die, die er schon kannte. Mhm. Da ihm bisher nie etwas geschehen war, wenn er auf diese Felltiere gestoßen war, trippelte er nun einfach zu ihnen hin. "Hallo ihr Wölfe", grüßte er betont fröhlich.

Xaron kam zu dem Schluss, dass seine Vorstellung wohl doch nicht so schlecht gewesen war, wenn Mirai so wenig zu ergänzen hatte. „Was bedeutet eigentlich Atem des Waldes? Ist das nur die Bedeutung deines Namens oder hat es einen tieferen Sinn?“ Dann wandte er sich Syrayn zu. Ja, ab wann war man erwachsen? Noch bis vor kurzem war Syrayn ein Welpe gewesen, in nicht allzu langer Zeit würde er ein erwachsener Wolf sein, doch momentan schien er fast irgendetwas dazwischen zu sein. „Ich glaube, erwachsen ist man, wenn man ein Jahr alt ist“, meine Xaron unsicher. Plötzlich tauchte eine risengroße Ratte neben ihm auf. „Hallo Ratte!“, sagte Xaron. Dann erst begann er, sich darüber zu wundern, dass er gerade tatsächlich mit einer riesigen Ratte redete.

Caisyth war entrüstet darüber, dass er einfach so weggestoßen wurde. Er kugelte eine kleine Strecke über den Boden, richtete sich dann auf und hüpfte stattdessen auf den anderen Wolf zu, in der Hoffnung, dass dieser netter war. Wirklich übel nahm er es dem unfreundlichen Wolf aber nicht - er hatte ja nicht wissen können, dass er gerade jemand unglaublich intelligentes einfach so geschubst hatte. Wäre er ein gewöhnlicher Pelzling, so wäre das nur selbstverständlich gewesen. Wer wollte denn so komische kleine Dinger an sich dranhaben? Am Bein angekommen, begann er zu gurrschnurren. Vielleicht würde es den Wolf ja dazu bewegen, ihn mitzunehmen.

Mirai sah sich mit den vielen Fragen und einer neuerlichen Begrüßung konfrontiert und versuchte, allen Seelen die sie hier besuchten, gerecht zu werden. Zunächst konzentrierte sie sich auf Syrayn, aber unter Einbeziehung von Xarons Aussage: "Ich habe Xaron zuvor dieselben Fragen gestellt, weil er mich für eine Waisenwelpin hielt und mir nicht glauben wollte, dass ich hier alleine lebe.", begann sie. "Wir Filiaden sind sehr verspielt und wir halten an dem fest, was eine Kindheit für gewöhnlich ausmacht. Man sagt uns nach, dass wir naiv sind und schnell Freundschaften schließen, weil wir nicht allzu viele Vorurteile haben. Wir hören nie auf, uns über die Welt zu wundern, zu lernen und zu staunen. Aber natürlich haben wir Welpen eurer Art voraus, dass wir auf sehr viele Erfahrungen zurück blicken können und viel erlebt haben. Wir können viel erzählen, wenn wir schon älter sind. Ich bin die älteste der Torwächter. Ich bin auch älter als viele meiner Art." Damit schloss sie ihre Ausführungen. Sie hätte noch viel mehr erzählen können, aber dafür war womöglich irgendwann später noch einmal Zeit. Jetzt zog nämlich ein weiterer Neuankömmling ihre Aufmerksamkeit auf sich. "Hallo, Ratte. Ich bin Mirai, die Wächterin von Acuri.", stellte sie sich vor und ging dann auf Xarons Frage ein: "Atem des Waldes wurde mein Titel im Weltenbaum, für den ich berühmt wurde. Stur und unbelehrbar trat ich durch ein Tor in eine Welt, die selten bereist wird und dort war ich viele Ewigkeiten der Atem des Waldes. Ich musste dort solange bleiben, bis eine andere Seele die Welt betrat und meinen Platz einnahm."

Atsuko beobachtete das seltsame Verhalten des Plüschteils. Es hoppelte nachdem Kyro es weggestoßen hatte einfach zu Lioku und begann damit, seltsame Geräusche von sich zu geben, als wollte es ihm irgendwas mitteilen. "Was ist das für ein Tier?"

Kyro klärte die Unwissenden auf. "Xanthara nannte es 'Pelzling' und Syrayn hat drei von ihnen auf eine Reise mitgenommen. Allerdings hat er sie immer wieder verloren.", merkte er neutral an, um den Schein zu wahren. "Lasst uns die anderen suchen..."

Lioku beschnupperte den Pelzling aufmerksam und prägte sich den Geruch ein, ehe er den Kopf an das flauschige Geschöpf schmuste. "Du kennst also meinen Enkelsohn Syrayn?", fragte er, ohne zu wissen, ob diese Wesen zu Kommunikation fähig waren. Solange nicht das Gegenteil bewiesen war, ging er aber einfach davon aus. "Weißt du zufällig wo er ist? Ich würde ihn gerne sehen, denn ich mache mir schreckliche Sorgen."

Caisyth hatte absolut kein Interesse für das, was der Wolf zu ihm sagte. Gleichzeitig konnte er fast nicht anders, als zuzuhören - die Stimme des Wolfes, der sich jetzt ganz nah an ihm befand, durchdrang ihn ganz. Reflexartig begann er noch lauter zu schnurren. Doch eigentlich verstand er den Wolf nicht wirklich. Er wusste nicht, wie es war, sich um jemanden zu sorgen - nein, er wollte das gar nicht verstehen. Das waren die Gedanken eines Schwächlings! Er war von jemandem abhängig! So wollte Caisyth nie sein.

Ceran war über die freundliche Begrüßung erfreut. Und sie wussten immerhin, dass er eine Ratte war! "Hallo Mirai", meinte er, lauschte ihren Worten aufmerksam, wenngleich er das Gespräch von zuvor ja nicht kannte und es deshalb nicht ganz einordnen konnte. Allerdings kam trotzdem eine Frage in ihm auf: "Das bedeutet, wann immer wir in eine andere Welt gehen, nehmen wir den Platz eines anderen Wesens ein?"

Syrayn schwieg eine Weile. Alle Wächter schienen schon so extrem lang zu leben. So kam es ihm zumindest vor. War das ein Teil des Weltenreisens? Dass man länger lebte, als normalerweise? Wollte er auch so alt werden? War es nicht irgendwann genug? Wie lange konnte man denn leben, bis man irgendwann nicht mehr Neues erleben wollte? Ceran unterbrach Syrayns Gedankengänge allerdings. Hatte er ihn nicht irgendwo schon mal gesehen? Oder hatte einer seiner Geschwister ihn vielleicht erwähnt? "Willkommen. Wer bist du denn eigentlich?"

Atsuko beschnüffelte den Pelzling interessiert, ohne ihm allzu nahe zu kommen. Das Tier schien sich zu Wölfen hingezogen zu fühlen, doch sie wusste nicht, wie es mit Kisetsus stand. Etwas widerstrebend wandte sie sich ab, als Kyro losging. "Kommst du? Du kannst den Pelzling ja einfach mitnehmen."

Kyro hatte genau gewusst, dass Lioku sich in Windeseile mit dem Weltenquatsch abfinden würde. Er verzog das Gesicht, als er das Rumschmusen sah und lief gerne schon mit Atsuko voraus. Die Worte der Füchsin ließen ihn innerlich darüber jammern, wie gestraft er vom Schicksal war. Wieso denn mitnehmen? Wieso?

Lioku lauschte auf die Reaktionen und wusste nicht so recht, wie er sie interpretieren sollte. "Ist das ein Ja?", erkundigte er sich. "Kannst du mir vielleicht helfen?" Er sah zu Kyro und Atsuko, die auf die Suche gehen wollten. "Oder willst du mir sagen, dass du Syrayn gerne magst?" Er hätte alles mögliche in das seltsame Wohlfühlgeräusch interpretieren können.

Xaron überlegte. Eine Ratte war eindeutig Beute. Zwar nicht die beste Beute, aber er war da nicht wählerisch, und dieses Exemplar war erstaunlich groß und damit selbst dann lohnenswert, wenn er es womöglich mit Syrayn und Mirai würde teilen müssen. Aber etwas an dieser Beute war nicht normal. „Warum redest du mit mir? Meine Beute redet sonst nie mit mir.“ Das wäre doch auch irgendwie gruselig, oder? Er konnte sich nicht vorstellen, etwas zu fressen, was mit ihm sprach. „Und du läufst nicht weg. Wenn du nicht wegläufst, kann ich dich doch gar nicht jagen.“ Er fragte sich, ob es nicht vielleicht ungeschickt war, seine Beute ans weglaufen zu erinnern, aber jetzt hatte er es eh schon ausgesprochen. Dann wurde ihm etwas anderes klar: Die beiden anderen Wölfe machten nicht nur ihrerseits keine Anstalten, die Ratte zu fangen, sondern redeten auch mit ihr, als sei das ganz normal. „Warum fresst ihr ihn nicht?“ Es war kein Vorwurf, sondern Neugierde, die aus der Frage sprach. Vielleicht hatte er ja irgendetwas wichtiges übersehen.

Caisyth starrte den dümmlichen Wolf verärgert an, beziehungsweise: er hätte ihn verärgert angestarrt, wenn er Gesichtsmuskeln gehabt hätte. Wenn er überhaupt ein Gesicht im eigentlichen Sinn gehabt hätte. Woher sollte er bitte diesen Syrayn kennen? Und merkte er nicht, dass er in dieser dämlichen Form nicht in der Lage war zu sprechen? 'Sei einfach still, du Wupfel!' Sein Schnurrgurren nahm wieder ab. Wenigstens so weit hatte er seinen komischen Körper unter Kontrolle.

Mirai blickte zu der Ratte hinüber. "Nein. Hier in Acuri ist Platz für viele. Aber Kazewa ist eine Welt, in der nur Platz für eine Seele von außerhalb ist. Und diese Seele wird zum Atem des Waldes, der die Welt ausmacht. Es ist ein sehr isoliertes Dasein dort, aber es war auch eine sehr lehrreiche Erfahrung." Sie beobachtete das Miteinander der Wölfe mit der Ratte. "Ich ernähre mich nicht von anderen Lebewesen, sondern von Weltenenergie.", erklärte sie. "Wie alle Filiaden. Wir jagen Energien, können sie aber meistens auch aus der Umgebung absorbieren. Riesenratten sollen übrigens nicht sehr bekömmlich sein... an deiner Stelle würde ich ihn am Leben lassen." Es klang nicht herablassend, gegenüber der Ratte, sondern warnend und vielleicht auch beschützend. Sie wollte nicht, dass diese junge Seele, die sie besuchte, zu den Sternenlanden geschickt wurde.





Geschlecht


Alter


Größe


Status


Charakterbogen


Lu, Kyro, Josh, Lio





Ich mag den Duft der Sonne
Und wie der Regen singt
Den Geschmack des Mondes
Und wie der Nebel klingt

Ich mag die Sterne fühlen
Und der Berge klang
Mag hinter Himmeln sehen,
Wo die Welt begann
17.02.2018 20:32
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