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Lijenna
Lillyan Caesar






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Wolfsträumer

Iliseya und Ayasila - Faszination Zwillingswelt
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Als Kyro und Ceran verschwanden, konnten Syrayn und Lioku dabei noch zusehen, ehe sie beide auch spürten, wie der Boden unter ihren Pfoten scheinbar verschwand und schließlich wieder unter ihnen auftauchte: Fremd, aber in Farbe. Kyro und Ceran sind nirgendwo zu sehen und auch in einer ganz anderen Welt gelandet. Syrayn hingegen dürfte die Welt bekannt vor kommen: Iliseya. Für ein paar Atemzüge war er bereits dort. Der Boden besteht aus Wasser, das die beiden allerdings nicht sehen können. Denn Nebel hält sich über der Oberfläche und Tropfen steigen hinauf zum Himmel, den es nicht gibt. Über Lioku und Syrayn sind Inseln zu erkennen, mit Bäumen, die zu ihnen hinunter wachsen. Obwohl es scheinbar keine Sonne gibt, ist es hell, durch den sanften Regen hindurch.

Lioku, der nun das erste Mal die Welt wechselte und das Gefühl noch nicht kannte, war sichtlich verwirrt, als er blinzelte und sich alles um ihn herum verändert hatte. Die Welt kam ihm farbenfroh vor, obwohl sie nur Grün-, Blau- und Grautöne beinhaltete. Der alte Rüde ließ den Blick wachsam über die Wolken schweifen, in und auf denen er zu stehen schien. Als er seiner jugendlichen Neugierde nachging - ein Altwolf konnte sich so etwas bewahren! - und den Kopf in die Wolken - den Nebel - steckte, fand seine Nase zum Wasser und er nieste einmal, ehe er wieder auftauchte und seinen Enkel fragend anblickte.

Syrayn grinste Lioku an. Es war schön, dabei zu sein, wenn ein anderer das erste Mal die Welt wechselte. Syrayn hatte nun schon einige erlebt. Mimiiya, die ja ziemlich erpicht darauf gewesen war wieder in ihre Heimat zurück zu kehren, war nur ein Beispiel. Es war für ihn aber nicht verwunderlich, dass sein Opi nicht entrüstet war, sondern ihn einfach nur fragend anblickte. Anscheinend kam mit dem Alter auch eine gewisse Ruhe, was auch immer passieren mochte. "Ja, jetzt sind wir wo anders. Oh ... es regnet. Nach oben. In den 'Nicht-Himmel'. Weil wir auf dem Himmel stehen. Faszinierend!" Syrayn tat es Lioku gleich einmal nach und steckte auch seine Schnauze in die Wolken und erzeugte im Wasser darunter Blubberblasen. "Oh! Wasser. Über-unter dem Himmel! ... Ich war hier sogar schon einmal. Aber nur für ein paar Sekunden. Mit Xanthara."

Lioku überlegte kurz und versuchte Xanthara einzuordnen. Hatte er sie gesehen? Oder den Namen gehört? "Xanthara?", fragte er gedankenverloren, während er den Blick zum 'Himmel' richtete und den Urwald dort oben betrachtete. Lioku hatte zu viel in seinem Leben gesehen, um aus der Fassung zu geraten. Was dieses Weltensystem bedeutete, hatte er längst nicht gänzlich erfasst und würde vorher sicher nicht urteilen. Sie schienen nicht in Gefahr zu sein, weshalb er sich das Recht herausnahm, einfach nur fasziniert und ein bisschen sprachlos zu sein.

Syrayn fiel ein, dass Lioku Xanthara ja noch gar nicht kannte. "Xanthara war der zweite Wolf, dem Yavru, Laelia, Kyro und ich begegnet sind. Das war in Mandri. Mandri hat einen ganz roten Himmel - sehr schön! Aber Xanthara ist nicht so besonders gut auf andere zu sprechen. Es kommt mir so vor, als wäre sie durch alles und jeden genervt, das nicht 'allein sein' heißt." Mit seiner kurzen Erklärung zufrieden wandte er sich der neuen Welt mit all seinen Sinnen zu. Er hatte sich schon gefragt, ob er je nocheinmal in diese wundersame Welt gelangen würde, die er das erste Mal nur so kurz betreten hatte. "Wieso können wir auf Wolken stehen? Wieso ist es hell ohne Sonne?" Die offensichtlichste Frage "Wieso die ganze Welt verkehrt herum war, stellte er erst gar nicht, das war anscheinend einfach so.

Lioku hatte es immer sehr schön gefunden, mit Jungtieren die Welt noch einmal zu entdecken, aber das hatte auf einmal eine völlig neue Bedeutung! Jetzt sah er nicht nur eine bekannte Welt durch andere Augen, sondern konnte wirklich mit seinem Enkel zusammen die - oder eben eine - Welt entdecken. Ein freudiges Leuchten trat in seine Augen und er ließ sich sogleich auf das Spiel ein, das Syrayn begann, als dieser kurz berichtet hatte, wer Xanthara war. Lioku fuhr mit der Pfote über den Boden. "Es scheint mir nicht wirklich eine Wolke zu sein. Der Boden ist fest... es scheint eher eine Pfütze zu sein, in der wir stehen." Seine Aufmerksamkeit richtete sich auf die zweite Frage: "Kommt das Licht von dem, was hinter den Bäumen liegt?" Er wanderte ein Stück durch die Wolken, die gerade einmal seinen Bauch streiften. "Warum fallen die Bäume nicht herunter oder warum fallen wir nicht hinauf?"

Syrayn folgte seinem Opa. Er konnte sehen, dass die Bäume über ihnen aus einem Boden wuchsen, nur eben umgekehrt. Das Licht konnte also nicht von da kommen. "Es wirkt eher so, als käme es direkt aus dieser Wolkenpfütze. Die Bäume scheinen festgewachsen zu sein. Vielleicht fallen sie deswegen nicht?" Syrayn hüpfte ein paar Mal in Kreisen um Lioku herum, um zu überprüfen, ob sich das genauso anfühlte, wie in Gaia auch, ehe er wieder stehen blieb. "Aber warum dann der Regen nach oben läuft, weiß ich auch nicht."

Lioku dachte laut nach: "Da wo wir herkommen... hält die Erde alles fest. Alles fällt nach unten... aber ein Vogel kann fliegen. Seines Körpers wegen und weil er sehr leicht ist. Vielleicht hält uns der Boden unten, weil wir schwer sind und die Regentropfen wiegen kaum mehr als nichts..." Er wiegte den Kopf leicht hin und her, während er grübelte: "Und die Bäume werden auch vom Boden gehalten. Aber von dem Boden über uns... und der Boden über uns hat mehr Kraft, als der Boden, auf dem wir stehen. Nicht genug, um uns fliegen zu lassen, aber genug, um die Regentropfen anzuziehen..." Skeptisch kniff er die Augen zusammen. "Ich glaube, das ergibt keinen Sinn..." Er lachte ein heiseres Wolfslachen über sich selbst. "Die Welt scheint in alle Richtungen endlos zu sein... vielleicht stammt das Licht auch von irgendwo am Horizont..." Er drehte sich einmal um sich selbst. "Schau mal, dort, Syrayn... dort ist doch etwas, das aus den Wolken hervor ragt, oder?"

Syrayn fand die Gedanken von Lioku ganz und gar nicht unlogisch - sie klangen sogar so, als könnte das Ganze tatsächlich irgendwie so ähnlich sein. Oder aber auch wieder ganz anders, wenn in dieser Welt gar keine Gesetzte von Gaia galten. "Vielleicht sind die Tropfen ja gar nicht aus Wasser, sondern sehen nur gleich aus. Vielleicht sind sie eigentlich aus etwas Leichterem, das fliegen kann!" Als Lioku darauf aufmerksam machte, dass dort drüben etwas war, wurde er neugierig. War es noch ein Lebewesen? Vielleicht sogar eines, das hier heimisch war? "Lass uns nachsehen gehen! Vielleicht ist es ja sogar ein Bewohner!"

Lioku konnte es unmöglick erkennen, aber er lief los. Nicht besonders schnell - das konnte er nicht - aber doch nicht wie ein gemütlicher Spaziergänger. Er schnappte ein paar mal nach den Tropfen und versuchte so herauszufinden, ob es etwas anderes als Wasser war. "Dem Geschmack nach und der Tatsache entsprechend, dass ich völlig nass bin... von unten... würde ich behaupten, dass es so etwas wie Wasser ist. Es riecht auch nass... nach Süßwasser, zweifelsohne." Er trabte neben seinem Enkel her, in einem Tempo, dass ihn weder zu sehr schmerzte, noch zu sehr außer Atem brachte.

Syrayn musste zustimmen. Es schmeckte genauso, wie Wasser. Vielleicht weniger nach Erde oder Mineralien, als, wenn er in Gaia aus einem Bach getrunken hatte, aber dieses Wasser kam ja auch geradewegs aus dem Himmel! Es war wunderbar wieder mit seinem Opa Spaß zu haben! Er hatte ihn so sehr vermisst! "Opa? Danke, dass du wieder da bist."

Lioku hielt in seinen etwas konfusen Gedanken inne und schenkte Syrayn ein sanftes Lächeln, ehe er diesen im Laufen anstupste und dem Jüngeren das Fell um dessen Ohr zerzauste. "Ich glaube das geschah ohne mein Zutun. Ich könnte mich also genauso gut bei dir bedanken, dass du da warst, als ich auftauchte." Kurz stolperte er über das letzte Wort. "Auftauchte - im wahrsten Sinne des Wortes. Ich nehme an, es ist ein großer Zufall, dass ich in der Welt landete, in der du dich gerade aufgehalten hast, als ich ankam."

Syrayn grinste vor sich hin - einfach nur glücklich über die jetzige Situation. Dieses ganze Weltending hatte mittlerweile schon einige sehr angenehme Überraschungen auf Lager gehabt. "Die Welten mögen anscheinend glückliche Zufälle. Bisher haben wir alle nach kurzer Zeit wieder zusammengefunden, wenn wir durch Weltensprünge getrennt wurden. Vielleicht sind sie uns einfach glücklich gestimmt und haben beschlossen, dass wir genug gelitten haben."

Lioku dachte darüber nach. "Ich hatte nie das Gefühl, dass das Schicksal gegen uns arbeitet. Viel mehr fand ich, dass es die bestmögliche Situation für uns herausholte. Immer.", sinnierte er, ehe er zu Syrayn zurück blickte. "Schon lange, bevor du geboren wurdest und wir uns begegnet sind..."

Syrayn wurde neugierig. "Was ist denn damals schon passiert, dass das Schicksal es gut mit euch gemeint hat? Ist da auch so etwas vorgefallen wie jetzt? Und das Schicksal hat es schlussendlich wieder besser gemacht?" Syrayn wusste viel zu wenig von der Zeit, bevor er geboren worden war. Er würde aber so gern mehr wissen. Und Lioku hatte immerhin schon viiiiel erlebt - im Vergleich zu normal-langen Wolfsleben.

Lioku verzog ein bisschen wehmütig das Gesicht. "So meinte ich das mit dem Schicksal nicht.", erklärte er ruhig und sammelte sich, um weiter auszuholen. "Ich meine damit, dass wir meistens nicht verstehen, warum das Schicksal uns mit vermeintlich katastrophalen Begebenheiten konfrontiert. So wie der Einbruch im Eis... vor den Welten... als es nur die eine Welt gab und nach ihr den Tod." Er blickte zu Syrayn hinüber. "Als wir ins Wasser stürzten, hätte jeder von uns denken können, dass das Schicksal etwas gegen uns hat. Stattdessen lag darin eine wunderbare Fügung verborgen, die niemand für möglich gehalten hätte." Er trabte weiter auf den etwas dunkleren Bereich zu, der immer noch zu weit entfernt war, um ihn zu erkennen. "Und so ist es oft im Leben. In jedem Schicksalsschlag, ganz gleich wie traurig er ist, liegt immer auch ein neuer Anfang... Als meine erste Gefährtin gestorben ist, wusste ich nicht, ob ich irgendwann wieder eine Wölfin wie sie finden würde... aber ich fand noch zwei andere Wölfinnen... und eine von ihnen brachte deinen Vater zur Welt. Wenn Nyana - meine erste Gefährtin - nicht gestorben wäre, würden wir hier nicht miteinander sprechen." Er lächelte sanft. "Du siehst mir so ähnlich... dabei hatte ich nicht einmal Gelegenheit deinen Vater wirklich kennenzulernen."





Geschlecht


Alter


Größe


Status


Charakterbogen


Lu, Kyro, Josh, Lio



04.05.2018 19:06
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